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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
8
Phänomene der Macht: Autorität - Herrschaft - Gewalt - Technik
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:29,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 5. November 2014
... und durch den stark handlungstheoretisch geprägten Zugang trotz der wissenschaftlichen Fundierung (verhältnismäßig) leicht lesbar, eingängig und illustrativ: "Macht" wird als zutiefst menschliches, weil mit der menschlichen Existenz unauflösbar verbundenes Phänomen beschrieben. Sie ist also nichts, das quasi "von außen" zum Mensch-Sein hinzukommt, sondern diesem immer schon inhärent ist. Dies nicht zuletzt weil Macht nicht (nur) destruktiv, sondern überaus produktiv ist. Zu untersuchen ist dann (abgesehen von Kategorisierung bzw. Differenzierung unterschiedlicher Formen der Macht), in erster Linie wie "Prozesse der Machtbildung" in unterschiedlichen Kontexten (im Kinderheim, am Kreuzfahrtschiff, ...) ablaufen. Fazit: Lebensnahe Soziologie bzw. Sozialphilosophie mit dem Potential, Orientierungswissen im Alltag bereitstellen zu können.
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am 8. Februar 2016
Wo Menschen aufeinander treffen, handeln und Situationen gestalten wollen, dort ist immer auch Macht unter ihnen. Popitz begibt sich auf die Suche nach den Entstehungsgründen und beschreibt phänomenologisch, aber auch gesellschaftsstrukturell auf sehr genaue und immer noch sehr inspirierende Weise, wie Macht hergestellt und durchgesetzt wird und sozial funktioniert. Genauerhin unterscheidet er vier Machtformen, von denen ich insbesondere alle Analysen und Beispiele zur "Aktionsmacht" herausragend finde. Die technische bzw. "datensetzende" Macht markiert eine zielführende Ergänzung, die der Soziologie (nicht erst seit Latour!) auch die Macht der Objekte und Artefakte vor Augen führt.
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am 11. Mai 2014
Wenn nur alle von diesem Buch wüssten und es auch verstehen würden.
Popitz Machtkonzept basiert teilweise auf Max Webers Art das Phänomen Macht zu denken. Auch Schopenhauer und Nietzsche lassen grüßen. Aber Poppitz bietet mehr.

Ein Klassiker, der in keiner Bibliothek fehlen sollte. Macht ist mehr als eine Chance seinen Willen auch gegen den Widerstand der/ des Anderen durchzusetzen. Wer dieses Buch liesst wird nicht automatisch mächtiger, aber er oder sie können nach dieser Lektüre besser verstehen, warum Herschaftsverhältnisse sich stabilisieren können und wie sich Macht in seiner Materialisation nachvollziehen lassen kann. Kleiner Tipp vom Experten: Wer sich mit dem Phänomen Macht auseinandersetzen will, der sollte dies nicht bei schlechtem Wetter tun. Innerlich sollte schon die Sonne scheinen. Kein Thema für depressive Weicheier oder starwarsfanatische Esoteriker. Dennoch ist dieses Buch genau der richtige Einstieg für diese heterogene Entität Macht.
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am 4. April 2009
Grundlegende Annahme des Autors ist, dass "Macht" ein universales Element menschlicher Vergesellschaftung ist. Macht als universell überhaupt verstehen zu können, ist allerdings erst unter der Herausbildungen des modernen Bewusstseins möglich, mit dem sich
1. die Einsicht in die Konstruierbarkeit von Machtverhältnissen (Möglichkeit überhaupt über Macht nachdenken zu können),
2. eine Ausbreitung des Machtverdachts und
3. der Anspruch auf Selbstverwirklichung (und damit Ex- und Intensivierung der Machtproblematik)
entwickelt.

Unter diesen wichtigen Voraussetzungen konstruiert der Autor ein Macht-Konzept, welches aber nicht auf bestimmte geschichtliche Konstellationen begrenzt ist. Dabei wird wie folgt vorgegangen:
in einer ersten - von insgesamt acht - Abhandlungen erklärt der Autor sein allgemeinse Macht-Konzept und begründet, warum Macht als universales Phänomen gelten kann.

Darauf stellt er - sehr ausführlich, aber theoretisierend - in einem je weiteren Aufsatz vier Grundformen von Macht vor.
Erste Grundform ist für ihn die "verletzende Aktionsmacht" - also die Macht, die Menschen aufgrund ihrer Verletzbarkeit über andere ausüben können.
Zweite Grundformm ist die "instrumentelle Macht" - die glabhafte Macht des Dorhens und Versprechens, die Möglichkeit über Belohnung und Strafen sowie Aufbau und Aufrechterhaltung der Glaubhaftigkeit.
Dritte Grundform ist "autoritative Macht" - auch "innere Macht", sie beruht va. auf doppelter Anerkennung, der Anerkennung der Überlegenheit des Mächtigen und dem Streben, von diesem Anerkannt zu werden.
Vierte Grundform ist "die Macht des Datensetzens - indem der Mensch Artefakte (alles, was der Mensch herstellen kann) schafft, kann er selbst oder ein anderer mit Hilfe dieser Macht über andere erlangen.

Die nächsten Abhandlungen widmen sich den Fragen, wie wenige Macht über viele erlangen können und wie es zur Konsolidierung von Machtverhältnissen kommen kann, wie also Macht längerfristig aufrecht erhalten werden kann. Dabei wird - durch einige Beispiele aus dem "Leben" - besonders bildhaft veranschaulicht, wie einige wenige Machtüberlegenheit erreichen und absichern, was letztlich zu Legitimierung und Institutionalisierung von Macht führt - oder wie Max Weber es sagt: zu "Herrschaft".

Insgesamt präsentiert sich das Büchlein äußerst theoretisch, was sich aber nicht zwingend auf die Verstehbarkeit auswirkt. Wie häufig bei soziologischer Literatur werden einige im alltag häufig verwendeten Begriffe vom Soziologen anders definiert, was unter Umständen etwas irritierend sein könnte, doch man gewöhnt sich daran. Aber der / die LeserIn findet eine hervorragende Analyse von "Macht" / Machtbeziehungen, die besonders das eigene alltägliche Handeln - mal mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge - zu hinterfragen hilft. Darüber hinaus, wie hier schon an anderer Stelle angemerkt wurde, trifft dies auch auf politische Situationen der Gegenwart (und Zukunft) zu. Letzden Endes geht es immer - u. ganz besonders den Soziologen - darum, mehr menschliches Handeln und Gesellschaft besser zu verstehen und zu durchschauen. Der Preis ist manchmal ein hoher Grad an Abstraktion im Denken und im Stil, aber der Gewinn ist eine nüchterne, klare Sachlichkeit im Erkenntnisgewinn.
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am 22. Juli 2006
Popitz, vor einigen Jahren verstorben, stellt in seinem Buch eine allgemeingültige Machttheorie auf. Auf den ersten Blick viel zu allgemein wirkend, erschliesst sich nach der Lektüre des Buches doch ein sehr wirkungsvolles Denkwerkzeug zu allen Fragen menschlicher Machtausübung. Da Popitz nicht ins Spezielle abgleitet, sind seine Ideen wirklich auf jeden Bereich sozialen Handelns anwendbar. Ein Buch das mir die Augen geöffnet hat für viele Zusammenhänge des täglichen Lebens, ob nun im Kleinen oder im Grossen. Allerdings klingt unterschwellig auch eine starke Depression mit, denn: Falls Popitz's Thesen Gültigkeit haben sollten, gibt es aufgrund immer schnelleren technischen Handelns keine Hoffnung mehr für die Menschheit.
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am 9. April 2003
Die Relevanz dieses Büchleins läßt sich unmittelbar am Zweiten Irakkrieg erkennen, wenn es darum geht, neue Herrschaftsverhältnisse aufzubauen. Zur Analyse dessen, was dort (ganz aktuell) geschieht, kann das Buch herangezogen werden. Hier werden die westlichen Machtmechanismen deutlich gemacht.
Insofern hat "Phänomene der Macht" nicht bloß einen wichtigen akademischen Stellenwert, sondern ist auch ein gelungenes "Exemplar" intellektueller Analyse angelsächsischer Realpolitik.
Beachtlich ist zudem, daß der Autor eher einen geisteswissenschaftlichen Hintergrund aufweist. Damit kann er (mit "einfachen" Mitteln) zeigen, daß er dichter an den gesellschaftlichen Realitäten ansetzen kann als die sogenannten Empiriker - mit deren eingeschränktem Kontakt zur sozialen Praxis.
Das Buch hat eine klare Diktion und einen klaren argumentativen Duktus. Es ist m.E. auch eine deutliche Empfehlung für Studierende der Sozialwissenschaften (insbes. Soziologie und Politikwissenschaft) die sich redlich um einen verständlichen Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit bemühen.
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am 10. August 2001
Heinrich Popitz gehört zu den wichtigsten Autoren der Nachkriegssoziologie, der, wie kaum ein anderer Theoretiker seine Untersuchungen völlig unprätenziös, dafür aber mit enormer Begriffsdeutlichkeit und Erklärungskompetenz präsentiert. Es wäre zu wünschen, dass mehr Soziologen derart verständlich formulierten. Die jetzt erhältliche zweite, erheblich erweiterte Auflage enthält die ehemals eigenständig erhältliche Publikation "Prozesse der Machtbildung", die m.E. immer noch zu den vielleicht 10 wichtigsten Veröffentlichungen deutschsprachiger Soziologie gehört.
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am 15. November 2002
Dieses Buch gehört zum Besten, was die Soziologie zum etwas "schwammigen" Thema Macht zu bieten hat. Aufgrund der klaren, präzisen Sprache und Begrifflichkeit auch für Nichtsoziologen geeignet. Wo anderswo "aufgeweicht" und "ausgeweitet" wird, wird hier grundiert und zementiert.
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