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Kundenrezensionen

2,9 von 5 Sternen
3

am 19. Mai 2016
Dies ist eine Pflichtlektüre für einen jeden Oberstufenschüler im Lande Hessen. Jeder Lehrer muss es aufs neue seinen Schülern versuchen nahe zu bringen und jeder Schüler muss es für das Abitur bearbeitet und im Optimalfall verstanden haben.

Infos zum Buch

Titel: Prinz Friedrich von Homburg
Autor: Heinrich von Kleist; seine letzten Worte bevor er in den Freitod ging sind an seine Frau gerichtet und lauten: "(...) die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war. Und nun lebe wohl."
Erscheinungsdatum: 1821
Seitenanzahl: 96
Sprache: deutsch
Teil: 1 von 1
Inhalt:
Fehrbellin im Jahre 1675. Prinz Friedrich gewinnt die Schlacht gegen Schweden unter dem Befehl von Kurfürst Friedrich Wilhelm. Jedoch hatte er gegen den ausdrücklichen Befehl des Kurfürsten gehandelt und so lässt dieser Friedrich verhaften und verurteilt ihn zu Tode. Vor Todesangst zitternd fehlt er seine Geliebte Natalie (die Nichte des Kurfürsten) diesen um Gnade zu ersuchen. Der Kurfürst kommt dieser Bitte nach, aber nur unter einer Bedingung: Friedrich soll erklären, dass das Urteil ungerecht sei. Daraufhin erkennt der Prinz das Urteil als gerecht an und ist bereit dem Tod ins Auge zu blicken. Er wird in den Schlossgarten geführt doch anstelle der erwarteten Exekution schenkt der Kurfürst ihm sein Leben und Natalies Hand noch gleich dazu.
Meine Meinung:
Eine schwere Lektüre, die ohne Lektüreschlüssel oder gutem Lehrer wohl kaum für einen Durchschnittsmenschen verständlich wäre. Aufgebaut ist das Schauspiel wie ein klassisches Drama nach Aristoteles mit der Exposition (Einführung in die Geschichte), der Steigerung, der Peripethie (Höhepunkt), dem retardierendem Moment (welches dem Publikum noch einmal Hoffnung zur Verbesserung der immer schlechter werdenden Lage geben soll) und zuletzt der Katastrophe (Achtung! Katastrophe ist hier eher als Auflösung der Geschichte gemeint, kann also auch etwas Gutes sein).
Dennoch soll der Schein nicht trügen! Denn diese Erzählung ist keineswegs so durchschnittlich und klassisch wie bis jetzt beschrieben. Zu Kleists Zeit musste ein Mann noch einem sehr strengen Idealbild entsprechen. Heldenhaft, gutmütig, stark, gebildet und selbstbewusst sollte er doch bitte sein. Jedoch schaffte Kleist in dem Prinzen einen Charakter, der so ganz anders ist als es damals gewünscht war (daher wohl auch die ganzen Aufführungsverbote und Klagen gegen sein Schauspiel). Denn Friedrich ist ein fehlbarer Mann; er ist narzistisch, unorganisiert und weinerlich. Im Kopf eigentlich noch ein Junge, tut aber so als wäre er der größte Hengst im Stall.
To put it in a nutshell: Er geht einem im Laufe der Akte immer mehr auf den Nerv und man möchte, dass er doch bitte endlich mal erwachsen werden und aufhören soll zu heulen. Zugegeben; vielleicht bin ich mit meinem Urteil ein bisschen hart, aber was solls. Es gibt bestimmt viel schlimmere Sachen, die so manch ein Schüler über diese Lektüre von sich gibt.
Bewertung: 2,5 von 5 Sternen
Mehr gibt's auf meinem Blog unter:
marasbookpalace.blogspot.de
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am 7. Mai 2013
"Prinz Friedrich von Homburg" ist ein Kleistscher Klassiker, den man gelesen haben sollte. Der tapfere Offizier, der eine Schlacht gewinnt, indem er einen Befehl verweigert, und deshalb zum Tode verurteilt wird. Der Kurfürst, der dieses Urteil im Glauben ausspricht, dafür auch bei dem betroffenen Prinzen vollstes Verständnis zu ernten, und erschrickt, als er erfährt, daß der dem Tode Geweihte "nichts als leben will".

Die vorliegende Ausgabe war allerdings kaum lesbar. Und das liegt an der unfaßbar schlechten Kommasetzung. Wer ohne, Plan Kommata so, setzt daß sie weder, den Rechtschreibregeln, noch der Satzmelodie folgen, muß sich, nicht wundern, wenn man dann am Ende, gar nichts mehr, lesen kann.

Wer den Stoff so billig wie möglich lesen will, kann sich diese Ausgabe zulegen. Wer aber das Lesen genießen will, dem rate ich davon ab!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 3. April 2011
Die patriotische Dichtung "Prinz Friedrich von Homburg" aus dem Jahre 1809/11 ist das letzte verfasste Drama von Heinrich von Kleist, das erst zehn Jahre nach seinem Tod, also 1821 in Wien uraufgeführt werden konnte.

Dem Schauspiel liegt ein bedeutendes Ereignis der preußischen Geschichte zugrunde: der Sieg des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm über die schwedische Armee in der Schlacht bei Fehrbellin im Jahre 1675. Prinz Friedrich von Homburg greift entgegen dem ausdrücklichen Befehl mit seiner Reiterei zu früh in die Schlacht ein und verhindert wahrscheinlich dadurch den vollständigen Sieg über die Schweden. Der Kurfürst verurteilt ihn zum Tode, begnadigt ihn jedoch, nachdem Homburg die Gerechtigkeit des Urteils und damit die Notwendigkeit soldatischer Disziplin anerkannt hat. Kleist lässt in seiner historischen Bühnendichtung jedoch die Verurteilung vollstrecken, ja er macht sie zum Mittelpunkt seines Stückes.

Bedingt durch Kleists frühen Tod und den verspäteten Druck existieren mehrere Überlieferungen des Stücks. Die vorliegende Studienausgabe des Reclam Verlages bringt den von Ludwig Tieck herausgegebenen Erstdruck von 1821. Im ausführlichen Anhang werden die etwas verworrenen Überlieferungsverhältnisse mit ihren verschiedenen Varianten kurz beleuchtet. Besonders die Unterschiede zwischen dem Erstdruck und dem sogenannten Heidelberger Manuskript werden umfassend dargelegt.

In einem Nachwort geht der Herausgeber und Literaturwissenschaftler Alexander Kosenina zunächst auf die zahlreichen Vieldeutigkeiten des Kleist-Dramas ein und gibt dann sechs Denkanstöße, die zur Lektüre und zu selbstständigen Überlegungen einladen sollen. So verweist er darauf, dass "Prinz Friedrich von Homburg" nicht als Geschichtsdrama, "wohl aber als Umschmelzung eines historischen Stoffes zu politischen Zwecken konzipiert war".

Das Schauspiel hat über Generationen hinweg immer wieder neue Interpretationen und Ideen hervorgebracht, was eindeutig dessen literarische Qualität bestätigt und auch für Leser des 21. Jahrhunderts immer wieder ein Gewinn und eine Herausforderung ist.

Die Reclam-Studienausgabe - rechtzeitig zum 200. Todestag des Dichters erschienen - bietet einen kritischen Text ohne Bearbeitungen und Modernisierungen und ist für Schule und Studium bestens geeignet.

Manfred Orlick
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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