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Kundenrezensionen

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am 27. Juli 2007
Wer immer mit einer Monographie beim Traditionsverlag Reclam bedacht wird, kann sich seiner kulturpolitischen Bedeutung gewiss sein. Er befindet sich nicht im gesellschaftlichen Randbereich der Subkulturen, gehört nicht zur Avantgarde und ist kein Außenseiter, sondern vielmehr Repräsentant jener Kultur, die ihn in dieser Weise auszeichnet.
Dies gilt auch und umso mehr für Bob Dylan, der sich doch zeitlebens gesellschaftlicher Zugriffe jedweder Provenienz verweigert und die Erwartungen seiner Anhängerschaft oft aufs brutalste enttäuscht hat, nicht ohne dabei einen eigenen Preis zahlen zu müssen. Mehr als einmal hat sich dieser fahrende Sänger, als der er sich heutzutage gibt, so an den Rand des Abgrunds und darüber hinaus gebracht. Immer wieder hat er es aber auch geschafft, aus den Trümmern dieser Selbstdestruktion eine vollkommen neue Kunstfigur zu schaffen, wie der wahrhafte Vogel Phönix - und hierzu gehört wohl echtes Genie.
Die Abfolge dieser Selbstde - und - re - und - neukonstruktion hat jetzt Heinrich Detering in dem mit 175 Seiten kompakten Bändchen "Bob Dylan" beschrieben. Es gehört mit zu dem besten, was seit langem in deutscher Sprache über den Künstler erschienen ist. Sachlich, aber von seinem Gegenstand überzeugt, schreitet Detering chronologisch durch das Werk und erläutert anhand der Abfolge der Alben die Wandlung der künstlerischen Orientierung. Betont den Textkorpus ernst nehmend, gelingt es Detering untergründige Strömungen des Werks oder Dylans Aufführungspraxis zu beschreiben und hieraus spätere Entwicklungen zu erklären.
Auch interpretatorisch bewegt sich Detering auf der Höhe der Zeit und zieht hin- und wieder auch etwas gewagte Schlüsse, was aber angesichts des insgesamt bildungsbürgerlichen Anliegens nur erfrischend ist.
Insgesamt eine sehr kenntnisreiche und fundierte Darstellung, der man bei aller Sachlichkeit, die Liebe zum Gegenstand anmerkt.
Dem Band ist eine Diskographie, eine umfangreiche Bibliographie und eine Filmographie beigefügt. Mehr Dylan kann man für diesen Preis nicht verlangen.

Thomas Reuter
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am 13. April 2007
Gewiss ... es ist schwer, über Dylan noch bahnbrechend Neues zu schreiben. Es gibt unzählige Biografien und eine Vielzahl vor allem englischsprachiger Bücher und Artikel zu speziellen Themengebieten (Dylan und die Bibel, Dylan und der Film, Dylan und die Frauen etc.). Von daher ist es schwierig, dem Jahrhundertmusiker Dylan schreibend noch neue Facetten abzugewinnen. Dennoch habe ich mich - und ich habe über Dylan bereits viel gelesen - bei der Lektüre dieses Reclam-Bandes nie gelangweilt. Heinrich Detering versteht es, unterhaltsam und dennoch überaus informativ zu schreiben; man liest die knapp 200 Seiten, erfährt viel Biografisches, was vor allem Einsteiger in den Dylan-Kosmos freuen dürfte, gewinnt aber auch neue Einsichten bezüglich einzelner Songs (ging mir vor allem bei einer Interpretation des Songs "Ballad Of A Thin Man" so) und wundert sich am Ende, wie schnell man den Band "verschlungen" hat. Längen: Fehlanzeige!

Detering nähert sich dem Phänomen Dylan chronologisch - ein ganz großes Plus dabei ist, dass er sich dabei auch ausreichend Raum gibt für den "Spät-Dylan"; so findet sich z. B. auch ein kleineres Kapitel über Dylans "Chronicles" (aber eben nicht nur).

Der Autor nimmt dabei kein Blatt vor dem Mund - die Mittachtziger-Phase wird z. B. "gnadenlos" als Krise gedeutet - und dennoch spürt man auch hier, wie sehr der Autor sein Thema liebt. Plötzlich hat man sie wieder vor Augen - jene Zeit, in der man sich als Fan bei Dylan-Konzerten vor allem auch um die Gesundheit des Ausnahmekünstlers sorgte.

An zwei, drei Stellen meine ich, dass Detering falsch informiert ist - so z. B., wenn er schreibt, dass Dylan in Bezug auf "Blood On The Tracks" (1975) in Interviews oft die autobiografischen Züge herausstellte (wies er das nicht immer brüsk zurück), aber solche Schwächen finden sich außerordentlich selten, soweit ich das überhaupt zu beurteilen vermag.

Es gibt also nichts Grundsätzliches zu kritisieren - im Gegenteil: ein lesenswertes Buch (vor allem auch für diesen Preis!). Das einzig wirklich Negative ist, dass man das Buch so schnell gelesen hat. Detering schreibt so einnehmend, dass man gerne noch mehr über Dylan aus der Feder dieses klugen Autors lesen würde. Absolut zu empfehlen!
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Mit meiner Hassliebe zu den gelben Reclam-Büchlein stehe ich wohl nicht allein. Eingewoben in schulischen Zwang, vergessene Hausaufgaben, bedeutungsschwangere Texte und todlangweilige Nachbearbeitungen in irgendwelchen Theateraufführungen sind die gelben Hefte eben doch ein Teil meiner Jugend. Und damit wertvoll. Und mit ihrer Nüchternheit und ihrem Preis sind sie heute ein Anachronismus, der die Zeit zum Stillstand bringt. Erst kürzlich Bob Dylan auf seiner "Never-ending-tour" in Zürich gesehen, wurde mir bewusst, wie ideal ein Reclam-Bändchen als Gefäss für Dylan-Betrachtungen ist. Kein Weltstar verzichtet bei seinen Auftritten so konsequent auf Showelemente wie Bob Dylan. Entweder man lässt sich von der Musik vereinnahmen und begeistern oder man ist am falschen Ort. Auch in Heinrich Deterings Text fehlt jeglicher Schmuck, der von seinen Beobachtungen ablenkt. Chronologisch macht der Autor sich ans Werk, nimmt Quellen auf, stellt Dylans Texte in den Mittelpunkt, zeigt Höhen und Tiefen einer aussergewöhnlichen Biografie auf, seziert mit der Liebe eines berufenen Chirurgen Wendepunkte heraus und will seinen Respekt vor einem grossen Werk nie verhehlen.

Von Haus aus allergisch gegen distanzierendes Bildungsbürgertum hatte ich nie das Gefühl, hier wolle mir ein neunmalgescheiter Professor eine Lektion erteilen. Gerade wer über Dylan spricht, darf sich das Recht herausnehmen, sich einem Mainstream nicht anzupassen und seinem eigenen Stil treu zu bleiben. Und da es ohnehin nicht möglich ist, auf 170 Seiten alle Facetten Bob Dylans zu beleuchten, sein immenses Werk in ein einziges Bild zu bringen und jedem Leser gerecht zu werden, störten mich überraschende Auslassungen oder Gewichtungen nicht. Auch ich gehöre zu den Lesern, die ein beträchtliches Vorwissen mitbringen. Aber mir gefiel es, Altbekanntes in neuen Formulierungen wiederzuentdecken und neue Sichtweisen mit bekannten Geschichten zu verbinden. Bob Dylan hat mich mit seinem Werk auch deshalb ein Leben lang begleitet, weil er genau das mit seiner Musik macht.

Mein Fazit: Ein gelbes Reclambändchen für nicht einmal 5 Euro ist die ideale Bühne für Betrachtungen, in deren Zentrum ein Künstler steht, der sich Äusserlichkeiten und dem Fassbaren immer wieder entzog. Wie Heinrich Detering auf dieser Bühne ein biografisches Stück aufführt, ärgert vielleicht die gleichen Zuschauer, die auch Bob Dylan am liebsten in einem gut geschnürten Korsett sehen würden. Das ultimative Buch über Dylan gibt es ohnehin nicht. Und das von Heinrich Detering hat mir in seiner Kargheit und gekonnten Schwebe zwischen Nähe und Distanz sehr gut gefallen.
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am 15. April 2012
Deterings Dylan-Monographie ist eine detailsichere, originelle und zuverlässige Informationsquelle über Dylans Musik und vor allem über Dylans Texte. Dieser schöne handliche Reklamband ersetzt mir eine ganze Bibliothek geschwätziger, immer wieder die gleichen Stereotypen verbreitender Bücher über Dylan, die fast alle in den 60ziger Jahren stehen geblieben sind. Wer sich heute mit Dylan in seiner ganzen Bandbreite beschäftigen will, findet nichts besseres in deutscher Sprache.
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am 10. Mai 2015
Dieses nur knapp 250 Seiten umfassende Reclame-Büchlein schafft ein Kunststück, das gar nicht so einfach ist: In der gegebenen Kürze einen umfassenden Überblick über das Schaffen des Künstlers Bob Dylan zu geben und dabei Details nicht zu kurz kommen zu lassen. Dabei steht weniger die persönliche Biographie Dylans im Vordergrund als sein Werk, Detering bezeichnet im Vorwort dieses Unternehmen als „werkgeschichtliche Skizze“. Bob Dylan wird als Kunstfigur begriffen, der von seinem Werk nicht zu trennen ist.
Einen Großteil des Büchleins nimmt dabei die frühe Schaffensperiode Dylans ein. In der Mitte des Bandes befindet sich man deshalb gerade erst in den Jahren 1973/74. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Detering versteht es, die Fokuspunkte richtig zu setzen, weniger werkgeschichtlich interessante Perioden (bspw. Mitte der 1980er) werden dann kürzer behandelt.
Detering lässt hier und da interessante Theoriebezüge einfließen, wie zum Beispiel in der Besprechung des „Self Portrait“-Albums, bei der er auf „Der Tod des Autors“ von Roland Barthes Bezug nimmt. (Theoriescheue brauchen sich davon aber nicht abschrecken lassen, es ist dennoch einfach zu lesen.)
Zu wünschen wäre nun nur noch eine aktualisierte vierte Auflage, da die dritte Auflage von 2009 nun schon eine Weile her ist und Dylan mittlerweile zwei neue Alben veröffentlicht hat. Dennoch ist auch die jetzige Auflage noch relativ aktuell und beinhaltet beispielsweise auch eine Besprechung von Dylans Radioshow „Theme Time Radio Hour“, die bedeutend für die Ausprägung der Kunstfigur Dylan der 2000er ist.
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am 30. November 2016
Man muss als Dylan - Fan dieses Buch gelesen haben und auch als Mensch, der einfach an Musik und Literatur interessiert ist. Es gibt gute, tiefe Einblicke in das Leben und Denken und die Werke von Bob Dylan. Danke dem Autor dafür.
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Natürlich kann man einem Autor auch vorwerfen, dass er (zu?) klug ist, aber als Leser kommt man dann möglicherweise zu Späth. Heinrich Deterings werkorientiertes Dylanbuch ist jedenfalls mit Abstand das Beste, das über Herrn Zimmermann (und seine wechselnden Personae) geschrieben wurde: luzid in Stil und Argumentation - das soll ihm erst mal jemand nachmachen. WAS hier auf 184 Seiten versammelt ist und WIE es vermittelt wird, das lässt andere Biographien (in ungleich edlerer Aufmachung) zum Geschwätz verblassen und schont den Geldbeutel des Lesers auf eine geradezu unglaubliche Weise. Dabei meint Detering selbst ganz bescheiden: "Gerecht werden kann ein Essay wie dieser dem Reichtum und der Vielgestaltigkeit dieses Werks ohnehin nur, insofern er zum eigenen Hören, Lesen, Sehen und Vergleichen anstiftet." Das ist ihm gelungen. Und noch viel mehr: An diesem Buch wird sich messen lassen müssen, wer in Zukunft über "Bob Dylan" schreibt.
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am 21. August 2014
In dem kleinen Reclam- Band beschreibt Heinrich Detering die bewegte Lebensgeschichte Bob Dylans nicht nur sehr wissenschaftlich, sondern auch mit Sympathie für den Ausnahmemusiker.. Neu für mich war, dass Dylan auf Grund seiner Texte für den Nobelpreis vorgeschlagen war. Alles in allem ist diese Biographie ein großes Vergnügen!
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am 21. Oktober 2008
Das ist das beste, was ich über Bob Dylan gelesen habe - und das war eine Menge. Das durchgehend hohe sprachliche Niveau ist ein Genuss. Intelligent werden Dylans Songs ausgebreitet und Dylans Lebens- und Schaffensperioden interpretiert. Häufig öffnete mir Heinrich Detering regelrecht die Augen. Fünf Sterne dafür - einen Stern Abzug gibt es - aber wirklich nur deswegen - weil ich es mir manchmal noch ausführlicher gewünscht hätte - und vor allem aber als ein echtes Buch, sprich Hardcover in einem vernünftigen Format. Das wäre diesem großartigen Buch gerechter geworden. War da falsche Bescheidenheit im Spiel??
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am 15. August 2007
Endlich schreibt ein Autor, der etwas zu sagen hat, über ein Thema, bei dem er sich als profunder Kenner erweist. Er tut dies mit sprachlichen Mitteln, die ein Genuss für sich sind. Alle bisher erschienenen (und ich habe fast alle gelesen) und noch erscheinenden "Dylan-Fachbücher" müssen sich an diesem Werk messen lassen. Meisterhaft und unbedingt lesenswert.
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