find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle PrimeMusic AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
3
4,0 von 5 Sternen

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 8. November 2009
Vorab: womöglich war es meine Willensfreiheit, womöglich Bestimmtheit: nach Seite 212, zwischen Kant und Fichte, hat es mir dann gereicht.

Verschiedene Autoren stellen philosophische Antworten zur Frage der Willensfreiheit vor, dies in weitgehend zeitlicher Reihe. Auf den rund 340 Seiten beginnt das Buch bei Plato und endet bei den analytischen Philosophen und ein bisschen nicht-westlichen buddhistischen und islamischen Gedanken.

Lücken sind einerseits sicher grundsätzlich unvermeidlich, andererseits schwer zu erklären: Camus bzw. neuere Ansätze. Gerade die aktuelle Diskussion fehlt bzw. wird schon einmal bei früheren Philosophen unerwartet angetipppt (das "Libet-Experiment" versteckt sich bei Descartes, S. 139f). Naturalisten (=nur Naturgesetze wirken, alles andere ist Mumpitz) branden ja kräftig gegen die Willensfreiheit an.

Ob der Willen frei ist oder nicht, ist eine der menschlichen Grundsatzfragen. Sind wir nicht frei im Willen, was soll dann Bestrafung eines Determinierten als "böse", was soll dann Ethik überhaupt, was für einen Sinn kann es dann geben? Sind wir hingegen frei, wie kommt es, dass dies der Fall ist? Gibt es teilweise Freiheit? Freiheit als Gottesgeschenk? Freiheit als wohltätige Illusion?

Während anfangs die Frage vorherrscht, wie weit Gott uns vorherbestimmt, wandert der Schwerpunkt später zu Natur und Naturgesetzen. Jeder Denker definiert Freiheit, definiert Willen, definiert Willensfreiheit etwas anders; Reclam weist gut und konzentriert darauf hin. Weitere Konzepte werden eingeführt wie Handlungsfreiheit, ...

So weit, so gut. Weil das Buch als Reclam und mit dieser Aufmachung an ein breiteres Publikum gerichtet sein sollte, konnte es jetzt maximal drei Sterne erhalten: Manche Autoren des Reclam-Bändchens schreiben einfach einen Stil jenseits von Gut und Böse. Das heißt, einen künstlich komplizierten Stil mit "Volition", oder es wird Blähsprache gebraucht:
"Bei der Bestimmung dieser Form der Begrenzung der menschlichen Freiheit war die Überlegung leitend, dass die Möglichkeiten eines angemessenen Freiheitsgebrauches immer unter somatischen bzw. psychosomatischen und kognitiven Bedingungen stehen, deren Erforschung nicht in den Bereich philosophischer Wahrheitserkenntnis gehören(!)." (S. 150)
Anders ausgedrückt: Körper, Umwelt und Wahrnehmung spielen bei der Freiheit immer mit, das kann Philosophie nicht abdecken.

Die Klarheit fehlte zumindest dem Nicht-Elfenbeinturmbewohner. Schade um das Thema.
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Damit das gleich klar ist, ich hätte auch fünf Sterne geben können. Aber schliesslich siegte der Ärger, dass nur tote Philosophen grosse Philosophen sein dürfen. Nach Sartre ist offenbar Schluss mit grossen Weisheiten. Das mag man so sehen. Aber gerade beim Thema "Freier Wille" stört mich diese Ansicht besonders stark. Denn schliesslich haben die Naturwissenschaften mit ihren Erkenntnissen die Philosophen in den letzten Jahrzehnten herausgefordert. Zumindest im Vorwort oder in der Einleitung hätte ich ein paar Worte zur gegenwärtigen Diskussion erwartet. Soviel zur Begründung der Bewertungseinbusse.

Wem diese Lücke egal ist und die Positionen bekannter Philosophen erfahren möchte, muss dieses Buch jedoch unbedingt kaufen. Denn so gut zusammengefasst, habe ich deren Meinungen noch nie angetroffen. Kommt hinzu, dass auch grundlegende Haltungen wiedergegeben sind. Spezielle Kapitel finden sich zur französischen und deutschen Aufklärung, zur analytischen Philosophie, zum Buddhismus und zum Islam. Die Herausgeber haben sich Mühe gegeben, Autoren zu finden, die nebst grossem Fachwissen auch eine verständliche Sprache mitbringen. Das heisst allerdings nicht, dass alle Texte leichte Kost sind. Aber wer an philosophischen Beiträgen interessiert ist, bringt in der Regel das entsprechende Vokabular zur Entschlüsselung mit.

Mein Fazit: Ein weiteres Produkt aus dem Hause Reclam, das nicht nur durch den günstigen Preis überzeugt. Den Herausgebern ist es gelungen, den am Thema Interessierten den Überblick zu erleichtern. Und wem die komprimierte Schau nicht genügt, findet so viele Quellenangaben, dass ihm der Lesestoff bestimmt nicht ausgeht. Schade nur, dass die Diskussion der letzten Jahrzehnte keinen Platz fand.
0Kommentar| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2017
Ich finde es äußerst mühsam, wenn ich mich ihnen gegenüber zum Inhalt eines Buches äussern soll.
Die Sendung war jedenfalls ok.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken