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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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Reclams Ballettführer
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern

am 14. Januar 2014
Da ich mich bisher meist mit Opern und nur am Rande mit Balletten befaßt habe und nun das Ballett mehr ins Zentrum meines Interesses kommt, hatte ich zwar Reclams Opernführer (absolut empfehlenswert) und andere Opernführer im Bücherregal, aber keinen Ballettführer. Da ich erstmal reinschnuppern wollte, habe ich die Auflage von 1985 günstig gekauft, sehr gut, aber eben doch schon inhaltlich (zumindest im Hinblick auf neue Choreographien und Choreographen, vor allem John Neumeier in Hamburg!) veraltet. Da das Interesse nun immer größer wird (besonders, weil ich endlich mal wieder in Hamburg John Neumeiers Nußknacker sah), habe ich mich entschlossen, erstmal die Auflage von 2002 günstig zu erstehen, die völlig neu überarbeitet wurde. Besonders gut sind 80 Biographien von Choreographen, Personen- und Werkverzeichnis separat und ein neues Vorwort, alles neu formuliert und überarbeitet, ein ganz neues Werk von anderen Autoren, aber es ist eine riesige inhaltliche Verbesserung!!! Dazu statt Schwarz-Weiß Abbildungen jetzt farbige Abbildungen von auch modernen Choreographien. Da ich nun endgültig mich auf das Thema spezialisieren will (Ich habe früher schon viele John Neumeier Ballette in Hamburg und auch Gastspiele des Bolschoi und des Kirow Balletts in Hamburg und München gesehen, dazu auch noch andere klassische Ballette in großen Opernhäusern, wo ich eher die Opern im Fokus hatte, aber gab es in der Zeit des Aufenthalts keine Oper, ging ich natürlich ins Ballett:). So habe ich mich entschlossen, doch den Schritt zu wagen die neueste Auflage von 2009 zu erstehen, weil ja doch leider in der Zwischenzeit seit 2002 viele Choreographen verstorben sind und ja auch neue Werke entstanden sind, möchte ich mich jetzt doch auf den aktuellsten Stand bringen. Reclams Ballettführer ist absolut zu empfehlen, eine alte Auflage ist durchaus als Einstieg ausreichend, aber als Ballettomane braucht man doch die neueste Auflage:). Bei der Oper tut sich ja nicht so viel, da reicht die alte Auflage völlig, aber der Ballettführer muß aktuell sein.
Da ich nun ausführlich in der Neuauflage von 2002 las, muß ich nun doch feststellen, daß vieles in der alten Auflage von 1985 besser und ausführlicher dargestellt wird, vor allem viele Informationen (Uraufführungen genannt nach Julianischem und Gregorianischen Kalender, viel genauere Beschreibungen der Inhalte der Werke und vor allem die Beschreibung der im Werk vorkommenden Tanzschritte und Tanzformationen ist hier ausführlichst beschrieben, z.B. Pas de deux, Arabesque und der Ablauf und Nationalität der vorkommenden Tänze (z.B. bei Schwanensee und Nußknacker) einfach vorhanden sind , die in der neuen Aufllage ganz fehlen oder nur rudimentär vorhanden sind. Ich kann jedem wirklich interessierten Ballettomanen nur empfehlen, sich zumindest parallel zur neuen Auflage eine alte aus den 80ern zu kaufen, weil man nur dann alles ganz genau beisammen hat und die Vorstellung präzise nachvollziehen kann. In der neuen Auflage gibt es zu jedem Werk eine Art "Zweiteilung", erst die reinen Fakten, dann die Variationen und anderen Fassungen der Ballette. Ich finde jetzt im Vergleich die alte Auflage besser. Die neue Auflage bietet natürlich eine starke Aktualisierung in Bezug auf die Lebensdaten von Choreographen und Beschreibungen der neuen Choreographien und auch ganz neue Werke, auch das Vorwort ist aktualisiert, wobei die alte Einführeung SEHR informativ ist. Schön sind auch die modernen Farbphotos oft mit Rudolf Chametowitsch Nurejew, wobei ich befremdlich finde, daß dieser berühmte Tänzer und Choreograph NICHT in der Liste der Biographien der Choreographen auftaucht (Auflage 2002)! Die Biographien der 80 Choreographen und ihrer Werke ist das größte PLUS der Neuauflage, das fehlt sehr in der alten Auflage. Ich empfehle daher Ballettomanen den Kauf einer alten Auflage und der neuen Auflage, um beider Vorteile zu vereinen.
Die neueste Auflage von 2009 bietet eine Erweiterung um 10 Seiten, die Aktualisierung der Lebensdaten der Choreographen, die zwischen 2002 und 2009 verstorben sind, aber Rudolf Nurejew fand immer noch keine Aufnahne bei den Choreographen. Dennoch braucht man die neueste Auflage, um möglichst aktuell informiert zu sein.
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am 12. Oktober 2014
Als Mädel schmökerte man noch in einer alten Ausgabe von Reclams Ballettführer, wenn man mit dem Bus zur Ballettstunde fuhr. Es handelte sich dabei um Reclams leichten und biegsamen Ballettführer von Otto Friedrich Regner von 1956. (Damals waren die Leute an bessere Literatur gewöhnt als heute. Führende deutsche Schriftsteller hießen Friedrich Sieburg, Carl Schmitt und Reinhold Schneider.) Als man das Jahre später las, war man etwa zwölf Jahre alt, man schrieb also ca. das Jahr 2000.

Anders als heute konnte im Internet noch nicht allzu viele Ballettaufzeichnungen finden. Und so war, wer die historischen Angaben und die Zusammenfassung der Handlung an seinem inneren Auge vorbeiziehen ließ, auf seine Phantasie gestellt. Viele der Ballette, deren Beschreibung man im Bus in Reclams Ballettführer las, hat man erst später auf der Bühne gesehen. Wichen die Aufführungen auch oft erheblich von dem ab, was kindliche Ballettphantasie eingegeben hatte, so darf man doch sagen, allein die Tatsache, von den jeweiligen Werken schon einmal gehört zu haben, die Erfahrung, das Werk schon einmal oder mehrfach in der eigenen Phantasie selbst inszeniert zu haben, gab eine vielschichtige Grundlage, die Aufführung zu begreifen, die sich da vor einem abspielte.

Es ist also an Ihnen, ob Sie Reclams Ballettführer nur als Nachschlagewerk nutzen, oder als Leucht- und Erkenntniswerk, das eigene künstlerische und ästhetische Einsichten befeuert.

Ein Schatzkästlein zum Nachblättern

Als Ergänzung sollte man das 1984 ebenfalls bei Reclam erschienene stupende Ballett-Lexikon von Horst Koegler stets griffbereit halten, welches auf fünfhundert Seiten u. a. die Zusammenfassungen der Ballette, die im Ballettführer stehen, in geraffter Form bietet. Koegler freilich begreift den ganzen Ballett-Führer bereits in sich und bietet darüber hinaus noch sehr viel mehr.

Wenn auch durch das Internet eine Explosion des Wissens auch im Tanz-Bereich stattgefunden hat, so bleibt Reclams Ballettführer als historische Ergänzung ganz interessant. Sind auch einzelne Einträge zum Tanztheater oder zu speziellen Balletten etwa bei Wikipedia sehr gut oder geradezu überdimensioniert, ist doch das Fachwissen, welches sich im Laufe der Jahrzehnte angelagert hat, im Ballett-Führer bemerkenswert und mehrfach von Experten durchgearbeitet, immer wieder aktualisiert.

Es ist schon ein ganz eigenes Schatzkästlein, welches sich öffnet, wenn man das handtaschenfreundliche Büchl im typisch platzsparenden Reclam-Format aufschlägt. Es ist ja nicht nur die zeitgenössische Intelligenz der letzten Fassung, die den Leser anspricht, vielmehr auch die darunterliegenden Palimpseste von Erfahrung und Weisheit mehrerer Generationen von Ballettomanen; erlebte, erlittene, durchdachte und durchfühlte Texte, auf den neuesten Stand gebracht.

Reclams Ballettführer ist seit 1956 treuer Begleiter aller Tanzfreunde. Er erfuhr 1996 und 2003 umfassende Ergänzungen, Kürzungen, Umarbeitungen und Bearbeitungen. Diese gingen jeweils mit einer Veränderung und Erweiterung des Tanz- und Ballettbegriffs einher und zeigen das veränderte Verständnis von Ballett und Modern Dance. Es ist also lohnend, auch die älteren Ausgaben zu sehen, denn natürlich steht auch manches in ihnen, was in den neueren weggelassen wurde.

Ballett ohne Neger?

Als Kuriosität muß man anmerken, daß die politische Korrektheit Einzug gehalten hat und etwa Neger aus dem ehrwürdigen Standardwerk gehen mußten; leider hat man sich auch der staatlich oktroyierten Rechtschreibung unterworfen, statt bei der bewährten zu bleiben, an welcher die bedeutenden Wissenschaftler und Schriftsteller bis heute aus gutem Grund festhalten. Um noch etwas zu kritisieren, muß man gestehen, daß in der neuen Ausgabe das Blau des Leineneinbandes ebenso das Auge beleidigt wie jenes des Umschlages.

O. F. Regners Führer von 1956 hatte gut 400 Seiten, nach der Neubearbeitung von Hartmut Regitz und Heinz-Ludwig Schneiders von 1996 waren es über dreihundert mehr. Die neue Ausgabe, in welcher Klaus Kieser und Katja Schneider als Herausgeber zeichnen, und die die Namen der ehrwürdigen Vorgänger einfach wegläßt, obwohl der Löwenanteil der Arbeit in jenen Vorarbeiten von Regner, Regnitz, und Schneiders liegt, begnügt sich mit 620 Seiten. Erstmals sind Farbabbildungen berücksichtigt, auch ist das Papier angenehm getönt und nicht so grellweiß wie in der mittleren Ausgabe.

Ist Reclams Ballettführer für Ballettomanen und Ballettratten unverzichtbar?

Die Ballettzusammenfassung ist zweifellos ein eigenes literarisches Genre, nicht anders als die Zusammenfassung von Opernhandlungen. Sie ist in ihrer Dichte und Knappheit am nächsten der Novelle verwandt, übertrifft diese naturgemäß aber in ihren phantastischen Aspekten. Ihre besondere Stärke besteht darin, daß sie nicht als literarische Gattung gemeint ist und eben darum dichterisch wirkt.

Erzählbarkeit ist in Balletten per se ballettführerfreundlich. Allerdings werden Ballette für die Bühne geschrieben und nicht für den Ballettführer. Es stellt sich angesichts der verschiedenen Ausgaben von Reclams Ballettführer also die Frage, ob hier narrative Ballette bevorzugt werden, weil sie sich besser für den Ballettführer eignen, oder ob sie sich in dem hier privilegiert dargestellten deutsch-amerikanischen Raum größerer Beliebtheit erfreuen als ballet pur.

Für unseren Geschmack jedenfalls kommt die Ballettarbeit in Ländern wie Frankreich und Spanien hier ebenso zu kurz wie eine kritische Interpretation der Entwicklung des Tanztheaters. Zudem hätte man gern mehr Technisches erfahren und eine Einführung in die Grundlagen der Aufzeichnungssysteme gelesen.

Fazit: Reclams Ballettführer ist in all seinen Fassungen ganz interessant, wer jedoch für alle Fragen gerüstet sein will, wird sich eher an Reclams Ballett-Lexikon von Horst Koegler halten.

Antiaristokratisches Ressentiment?

Möglichweise drängt sich der Eindruck auf, daß die neuen Herausgeber Kieser und Schneider nicht ganz über die Kultur, Sensibilität und Sprachfeinheit verfügen wie Regner, Regitz und Schneiders. Diesen Eindruck konnte man auch erhalten, als man den Bildband »Ballett heute« studierte mit Kiesers barschen Texten. Ist es übertrieben zu behaupten, daß in Bearbeitung der neuesten Ausgabe des Ballett-Führers eine Art anti-aristokratisches Ressentiment federführend war? Nehmen wir zum Beispiel die Josephslegende, ein Ballett mit Musik von Richard Strauss. (Zunächst eine kleine Kuriosität: In Regitzens und Schneiders‘ Fassung des Ballettführers behaupten diese, es sei sonderbar, daß Richard Strauss den Tanz sehr wertgeschätzt habe, wie es der Tonsetzer in einem Brief bemerkt. Dieses über einen Komponisten zu schreiben, der in der zentralen Szene seiner zentralen Oper einen spektakulären Tanz vorgeschrieben hat, ist schon kurios. Im übrigen hätten die Autoren wissen sollen, daß gerade in der Wilhelminischen Epoche dem Tanz höchste Wertschätzung entgegengebracht wurde. Siehe z. B. Gerhart Hauptmanns Bemerkung, der Tanz sei die Mutter aller anderen Künste.) Gleichviel, wir haben also in der ersten Ausgabe des Ballett-Führers und auch nach der großen Umarbeitung von 1996 nach den Ausführungen zu Straussens Josephs-Legende noch ein ganz zauberhaftes Kapitel, das den gesellschaftlich-kulturellen Hintergrund dieses Werkes geradezu erzählerisch heraufbeschwört. Dieser Teil fehlt in der Kieser-Schneider-Bearbeitung, und man kann sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, daß jene glanzvollen Seiten nicht aus Platzgründen fallen mußten, sondern weil Kieser und Schneider die elegante alteuropäische Welt nicht paßte.
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am 18. Dezember 2012
... habe ich mir gezielt ausgesucht, bestellt und war am nächsten Tag per Post bei mir. Super. Der Preis ist ebenfalls bestens.
Will ich mir ein Buch kaufen, schaue ich immer zuerst bei amazon.de nach.
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