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Kundenrezensionen

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am 28. Februar 2014
Johann Gottfried Herder (1744 - 1803), studierter Theologe und Philosoph, schrieb die vorliegende Abhandlung anno1770, um mit ihr an einer Preisfrage der königlichen Akademie in Berlin teilzunehmen; er gewann den Preis, obwohl er den Ursprung der Sprache nicht eigentlich nannte.
Dazu mögen wir uns den Wissenschaftsstand jener Zeit vor Augen führen: Beispielsweise dachte Herder noch, dass Hebräisch die Ursprache des Menschen gewesen sei, weil ja Adam der erste Mensch und Jude gewesen sei. So steht es ja in der Bibel!
Hauptaugenmerk der Abhandlung ist also weniger auf etymologische, sprachhistorische Erwägungen oder auf neurologische Untersuchungen des Wernicke’schen oder ‚Broca’schen Sprachzentrums im Großhirn (die in jener Zeit noch nicht entdeckt worden waren) auf ihr Alter und Entstehen gerichtet, sondern auf die Frage: „Ist der Ursprung der Sprache göttlich oder menschlich?“
Nach allerlei Bemerkungen über die tierische Herkunft der Laute, die gesellschaftliche Erfordernis der Sprache und ihrer Entwickelung kommt Herder zu dem Schluss: „Der menschliche (Ursprung der Sprache) zeigt Gott im größesten Lichte: sein Werk, eine menschliche Seele, durch sich selbst eine Sprache schaffend und fortschaffend, weil sie sein Werk, eine menschliche Seele ist. Sie bauet sich diesen Sinn der Vernunft als eine Schöpferin, als ein Bild seines Wesens. Der Ursprung der Sprache wird also nur auf eine würdige Art göttlich, sofern er menschlich ist.“ (S.82).
Dass uns heute dieser „menschliche Ursprung“ nichts weiter sagt, als dass die Sprache eben nicht vom Himmel gefallen ist, hingegen jeder einzelheitlichen Erklärung des Entstehens der Sprache entbehrt, zeigt uns, wie wenig solche Abhandlungen heute der Wissenschaft dienen.
Sie bleibt gleichwohl lesenswert als ein Zeugnis des „gesunden Menschenverstandes“ eines nicht ideologischen Philosophen gegen die teilweise lächerlichen ideologischen Thesen seiner damaligen Kollegen.
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am 12. Februar 2016
Für einen erschwinglichen Preis, bekommt man hier ein spezielles Buch.
Es ist dahingehend speziell, dass dessen Inhalt weder vernüftig begleitend erläutert wird, so sind viele lateinisch, französische oder sogar russische Sätze (auf Kyrillisch) nicht im Anhang übersetzt, noch sind Herders sehr redundanten Gedankengänge, oder Referenzen erklärend dargelegt (lediglich Benennung von Personen)

Auch ist die heutige Relevanz eines theoretischen, beweislosen Gedankenkonstrucktes über die Sprachenstehung aus dem 1800jhr fragwürdig.

Neben dieser Kritik muss ich allerdings anführen, dass das Buch und Herders Schreibstiel mir persönlich mit seinen Methapern, der Überheblichkeit und seiner Sprache an sich gefällt, auch oder grade weil es für mich ein Anarchronismus ist. Die Aufbereitung dieses Dokumentes durch den Reclam Verlag sehe ich aber als dürftig und nicht zielführend an.
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Dieses Werk eignet sich hervorragend, um sich einen ersten Einblick zu verschaffen in die geistigen Prinzipien der "Weimarer Klassik", wie sie vom "Viergestirn" Goethe, Schiller, Herder, Wieland, entwickelt wurden. So argumentiert Herder in seiner Schrift z.B., dass die menschliche Sprache nicht tierischen Ursprungs sein kann, selbst wenn sie sich in der Erschaffung der ersten Begriffe bloß auf ein Teilsystem des menschlichen Geistes, nämlich das Gehör, stützte. Die Sprache sei also lautmalerisch entstanden, aber, und hier das typisch "weimarische" der Argumentation: auch in allen Teilsystemen des Menschen spiegle sich seine menschliche Ganzheit; Das Gehör habe die "lautenden" Impressionen aufgenommen, dann habe die Besonnenheit, jene den Menschen vor dem Tier auszeichnende Fähigkeit - modern gesprochen - sich ein Schema, einen Begriff, geschaffen, u.s.w... .
Es zeigt sich also das typische Menschenbild und Wissenschaftsverständnis der ersten deutschen Klassik: auch in den Teilen zeigen sich alle Qualitäten des Ganzen, das Ganze ist mehr als bloß "die Summe seiner Teile" u.a.. Und dies Jahrhunderte vor der Entstehung der Systemtheorie und ihren Konzepten der Selbstorganisation, Autopoiesis, der Emergenz und der "synergetischen" Effekte!
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am 9. Februar 2010
J. G. Herder (1744-1803) war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Philosoph der Weimarer Klassik.

Nach dem Lesen dieser philosophischen Überlegungen über die Sprache im Allgemeinen drängte sich bei mir unweigerlich die Frage auf, ob diese nicht zu den menschlichen Sinnesorganen gezählt werden kann?! Herder beschäftigt sich hauptsächlich mit den Gefühlen und Gedanken die ein Wort oder ein Satz im Menschen hervorrufen. Er geht der Frage nach, welche Besonderheiten Interjektionen - d.h. Ausrufe - haben, warum es in manchen Sprachen mehr Ausrufe gibt, in anderen weniger. Sehr viele Gedanken sind in diesem Büchlein enthalten, die die modernen Sprachwissenschaftsfragen vorwegnehmen. Herder ist ein scharfer, kritischer Beobachter vom Menschen und besonders in diesem Buch von Sprache. Er beschäftigt sich mit der Frage nach deren Entstehung bzw. Erfindung. Die meisten Überlegungen sind sehr allgemein gehalten, so dass man nicht behaupten kann, sein Buch wäre wissenschaftlich fundiert. Andererseits merkt man, dass Herder sich hier wirklich mit den philosophischen Aspekten der Sprache auseinandersetzt und versucht sich eigene Erklärungen hierüber zu geben, so dass er meiner Meinung nach als Vorreiter der Sprachwissenschaft im heutigen Sinne gezählt werden kann. Er behauptet z.B. dass "jede Familie von Wörtern ein verwachsenes Gebüsche um eine sinnliche Hauptidee ist". Hier fällt mir das Hebräische ein: im Hebräischen bildet man nämlich durch drei Stammkonsonanten Wörter die ähnlich in ihrer Bedeutung sind und die nur durch Änderung eines Vokals oder einer Endung zu unterscheiden sind. Die Bedeutungsbreite ähnlicher Wörter wird enorm. Man kann das mit der Methode Aristoteles vergleichen, Tiere zu klassifizieren und in verschiedenen Gattungen einzuteilen. Auch im Hebräischen gibt es diese Tendenz, was ähnliche Bedeutung hat weist auch im Phonetischen Ähnlichkeiten auf. Herder geht in seinen Überlegungen oft von den morgenländischen Sprachen aus um zu gewissen Wortbedeutungen zu gelangen. Warum heißt Geist z.B. im Hebräischen "Wind" oder "Hauch"?; Herder meint, dass alle Abstrakta vorher Sinnlichkeiten gewesen sein müssen. Für Herder besteht wie für Chomsky heute eine universelle Grammatik, d.h. eine einzelner Sprachen übergeordnete Grammatik. Die Grammatik ist für ihn dem Menschen angeboren, egal welche Sprache er spricht. Noch heute beschäftigen sich Sprachwissenschaftler mit genau der Frage ob man die Grammatik nur im Nachhinein aufgrund von Beobachtung beschreiben und untersuchen kann oder ob sie im Vornhinein schon besteht, so dass sie sozusagen a priori angenommen werden muss bzw. beschrieben werden kann.
Insgesamt haben mir die Überlegungen Herder zur Sprache sehr gut gefallen weil er es verstanden hat, die Sprache nicht getrennt vom Menschen zu beobachten, sondern als etwas dem Menschen inhärentes wie das Gehen oder das Sehen.

Textpassagen zum Nachdenken:

Das matte Ach ist sowohl Laut der zerschmelzenden Liebe als der sinkenden Verzweiflung; das feurige O sowohl Ausbruch der plötzlichen Freude als der auffahrenden Wut ... Die Träne, die in diesem trüben, erloschnen, nach Trost schmachtenden Auge schwimmt - wie rührend ist sie im ganzen Gemälde des Antlitzes der Wehmut; nehmet sie allein, und sie ist ein kalter Wassertropfe, bringet sie unters Mikroskop und - ich will nicht wissen, was sie da sein mag. (8)

... mit Reflexion zu tun, was sie vorher bloß durch Instinkt taten (Kinder) ... Geschrei der Empfindungen wars also, was die Seelenkräfte entwickelt hat, Geschrei der Empfindungen, das ihnen die Gewohnheit gegeben, Ideen mit willkürlichen Zeichen zu verbinden ... Kurz, es entstanden Worte weil Worte da waren, ehe sie da waren ... Geschrei der natur'aus dem die menschliche Sprache werde ... (18-19)

Man hat sich die Vernunft des Menschen als eine neue, ganz abgetrennte Kraft in die Seele hinein gedacht, die dem Menschen als eine Zugabe vor allem Tieren zu eigen geworden und die also auch, wie die vierte Stufe einer Leiter nach den drei untersten, allein betrachtet werden müsse; und das ist freilich ... philosophischer Unsinn. Alle Kräfte unserer und der Tierseelen sind nichts als metaphysische Abstraktionen, Wirkungen! Sie werden abgeteilt, weil sie von unserm schwachen Geiste nicht auf einmal betrachtet werden konnten ... überall wirkt die ganze unabgeteilte Seele. (27)
... Poesie älter gewesen als Prosa ... Die Natursprache aller Geschöpfe vom Verstande in Laute gedichtet ... Die Tradition des Altertums sagt, die erste Sprache des menschlichen Geschlechts sei Gesang gewesen. (50-51)
Woher dem Menschen die Kunst, was nicht Schall ist, in Schall zu verwandeln? Wer kanns begreifen ... warum grün, grün und nicht blau heißt? ... jedes Wort ... etwas Willkürliches! (53)
In Siam gibt es achterlei Manieren, "Ich" und "Wir" zu sagen, nachdem der Herr mit dem Knechte oder der Knecht mit dem Herrn redet. Die Sprache der wilden Kariben ist beinahe in zwei Sprachen der Weiber und Männer verteilt, und die gemeinsten Sachen: Bette, Mond, Sonne, Bogen benennen beide anders; welch ein Überfluss von Synonymen! Und doch haben eben diese Kariben nur vier Wörter für die Farben, auf die sie alle andre beziehen müssen - welche Armut! ... so hat auch keine Sprache ein Abstraktum, zu dem sie nicht durch Ton und Gefühl gelangt wäre. Und je ursprünglicher die Sprache, desto weniger Abstraktionen, desto mehr Gefühle (69)
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am 30. Oktober 2015
Herders auch heute immer wieder noch lesenswerte geniale Reflektionen über den Ursprung der Sprache zum Nulltarif. Schöne neue digitale Welt...
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am 21. Oktober 2013
Wurde vom Gym. empfhohlen. Dieses Buch gehört auch zu den gängigen Büchern die
für den Leistungskurs Deutsch bestellt werden sollen.
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am 6. Dezember 2004
Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, wollte ich mehr über die Möglichkeit des Menschen wissen, Sprache zu erfinden und zu benutzen. Allerdings stellte sich heraus, daß dieses Buch sehr dem 18. Jh. entspricht und eher einem philosophischem Text ähnelt als einem wissentschaftlichem Text. Nichtsdestoweniger ist er deswegen interessant, weil er Ansichten in das 18. Jh. vermittelt und die Beweisführung selbst damaligen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Herder fängt nicht bei der Sprache selbst an, sondern argumentiert die Beschaffenheit des Menschen, sich Sprache zu "machen" und zu benutzen. Es ist also ein sehr interessantes, aber durch die Zeitspanne, in der das Buch geschrieben wurde, bis heute ein sehr schwieriges Buch!!!
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am 20. Mai 2014
Ich habe die Lektüre in der Schule lesen müssen.. Schwer verständlich & es gibt keinen lektürenschlüssel dafür! Sehr ärgerlich & dadurch auch sehr schwierig
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