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am 28. November 2009
John Stuart Mill (1806-1873) war ein englischer liberal denkender Philosoph und der letzte große Nationalökonom Englands. Mill zählte zu den führenden Intellektuellen Europas in der Viktorianischen Ära.
Sein Vater James Mill begründete zusammen mit Jeremy Bentham die von seinem Sohn dann übernommene und ausgebaute Strömung des "Utilitarismus" dessen Motto es ist, das größtmögliche Glück für die größtmögliche Menschenanzahl anhand konkreter Handlungen zu erreichen.
Angespornt von seiner Frau Harriet Taylor, trat John Stuart Mill für soziale Reformen und eine gerechtere Verteilung des Reichtums ein. Er versuchte die Forderung nach individueller Freiheit und sozialer Gerechtigkeit zu verbinden.
Durch sein Werk "Die Hörigkeit der Frau" (1869) setzte er sich für die Gleichberechtigung der Frauen ein und wurde somit zu einem Vorreiter der Frauenemanzipation.
Er setzte sich Zeit seines Lebens für das Recht auf freie Meinungsäußerung ein mit der Begründung, dass jede Meinung angehört und toleriert werden sollte damit die einzelnen Menschen ihre eigenen Meinungen anhand anderer Meinungen überprüfen können.
Was ist Wahrheit? Die Wahrheit ist Nichts feststehendes, sie wandelt je nach Blickwinkel und Zeitströmung.
Beeinflusst von Auguste Comte, John Locke, Francis Bacon und David Hume übernahm er den französischen Gedanken des Positivismus und führte ihn in England ein. Für ihn konnten wissenschaftliche Erkenntnisse und ethische Regeln nur aufgrund von Beobachtung und eigener Erfahrung gewonnen werden.
In seinem Hauptwerk "System der deduktiven und induktiven Logik" setzt er sich auf die Seite der induktiven Logik, d.h. für ihn wird eine Erkenntnis aus Einzelbeobachtungen gewonnen. Einzelbeobachtungen die sich wiederholen führen zu einem allgemeinen Gesetz. Vom Einzelnen wird auf das Allgemeine geschlossen im Gegensatz zur deduktiven Methode, wo vom Allgemeinen auf das Einzelne geschlossen wird.
In seinem Buch über die Volkswirtschaftslehre knüpfte er an den Ideen der ersten Nationalökonomen Adam Smith und David Ricardo an.

Mills Begriff der Freiheit

In seinem wichtigsten Werk "Über die Freiheit" verteidigt Mill das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Bürgers gegen Einschränkungen durch den Staat und durch die "Meinung der Mehrheit".
Mill plädiert für verantwortungsbewusste Individuen gegen die Übernahme von Konventionen. Jeder Mensch sollte sich sein eigenes Weltbild schaffen und nach seinen Regeln und Vorstellungen leben können, auch wenn er dabei Fehler macht. Fehler zu machen ist besser als nichts zu machen bzw. als der "Mehrheit" nachzueifern.
Er sieht die Notwendigkeit zur Bildung starker, selbstbewusster, innerlich freier Persönlichkeit. Diese Notwendigkeit wird aber vom Staat und von der öffentlichen Meinung boykottiert. Alexis de Tocqueville beeinflusste Mill in dem Gedanken der "Tyrannei der Mehrheit": die entstehende Massendemokratie bildet eine neue Form der öffentlichen sozialen Macht und die führt zur "Tyrannei der Mehrheit". Der Druck der öffentlichen Meinung ist in den modernen Demokratien die größte Gefahr für die Freiheit und Entwicklung des Individuums. Nach dem Modell der Mehrheit zu leben ist auch eine Art Unfreiheit. Der einzige Grund ein Individuum in seiner Freiheit zu beschränken ist, wenn dieser einer anderen Person Schaden zufügt. Was keinem anderen schadet ist erlaubt. Der Einzelne weiß selbst am Besten was für ihn gut ist. Je freier der Bürger desto mehr profitiert die ganze Gesellschaft davon. Je mehr sich das Individuum "Lebensexperimenten" unterstellt, desto mehr wird sich eine Gesellschaft nach vorne bewegen.
Mill verteidigt die Freiheit des Denkens und der Lebensführung. Für Mill war die ideale Staatsform die repräsentative Demokratie, d.h. die Möglichkeit letztendlich schlechte Herrscher durch "Kontrolleure" bzw. Abgeordnete die vom Volk gewählt wurden, absetzen zu können. Sogenannte "Kontrolleure" sollte es meiner Meinung nach auch in alle Berufssparten geben, vor allem bei "Lehrern" und "Erziehern". Wer bestimmt jedoch wer ein Kontrolleur sein soll? Und wer kontrolliert die Kontrolleure?
Mill geht es in diesem Essay um die bürgerliche und soziale Freiheit. Es geht ihm um den Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Freiheit und Autorität.
Er verteidigt in seiner Schrift das Recht anders sein zu dürfen und setzt sich für Minderheiten und Außenseitern gegen gesellschaftlichen Konventionen und Meinungen ein.
Vielseitigkeit wird von ihm hoch geschätzt und ist auch der Grund warum Europa derart fortschrittlich werden konnte.
Mill macht sich auch Gedanken über die Befolgung der Lehre Christi.
Menschen befolgen die Lehre Jesu nicht, sie orientieren sich an die allgemein anerkannten, von jedem befolgten Glaubensregeln. Das Christentum ist zu einer Farce geworden, die voll mit Scheinheiligkeit ist, denn kaum jemand lebt wirklich nach den Evangelien. Die ersten Christen gaben sogar ihr Leben für ihren Glauben. Zur Lebenszeit Mills hingegen ging man nur in die Kirche, weil alle in die Kirche gingen, ohne jedoch an irgendetwas zu glauben.
Eine seiner Überzeugungen war, dass bevor man andere liebe man beginnen müsse sich selbst zu lieben.
Geistige und kulturelle Genüsse sollten in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation gesteigert werden.
"Über die Freiheit" wurde zur Programmschrift des modernen Liberalismus. Der Philosoph Popper hat viel von Mill übernommen, z.B. die Falsifikationstheorie wonach wissenschaftliche Erkenntnisse aus Aufdeckung von Irrtümern gewonnen werden Popper hat aber auch einiges an Mills Kritik an totalitären Systemen in seinem Werk einfließen lassen.
Mill hat in meinen Augen vollkommen Recht, aber solches Denken passt leider nicht zur heutigen gesellschaftlichen Realität. Ich finde, dass die Menschen das Bedürfnis haben zu einer Gruppe, zu einer "Mehrheit" zu gehören, weil sie sich dadurch wohler und angenommener fühlen. Mit der Bildung von Gruppenbewusstsein fängt es schon in der Schule an. Manche werden angenommen, sie gehören dann dazu, manche werden ausgeschlossen. Es ist auch schwer festzustellen, wer eine neue Mode, eine Konvention gründet und warum sich diese in der Gesellschaft durchsetzen kann.
Dass jeder die Verantwortung für sein Tun und Denken übernehmen sollte ist ein toller Gedanke, der jedoch nicht umsetzbar ist. Es müsste ein Umdenken in Erziehung und Bildungspolitik geschehen. Man sollte von Kindern mehr an Leistung verlangen und sie für die Leistung belohnen und nicht so wie heute der Fall ist, sie ohne Leistungserbringung zu beschenken und ihnen einzureden, dass sie nichts können und schwach sind. Wenn die Mütter nicht aufhören mit den Kindern die Hausaufgaben zu machen und ihnen nicht endlich die Verantwortung für die Schule überlassen werden, sehe ich keine Möglichkeit starke, selbstbewusste, eigenverantwortliche Menschen heranzubilden. Statt stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen oder Spiele am Computer zu spielen, könnten viele Kinder ihre Zeit und Energie in Aufgaben setzen, die ihnen Spaß machen, weil eine gewisse Leistung erbracht werden muss und deshalb auch produktiv wird, wie eine Sportart ausüben, ein Musikinstrument lernen, Bücher lesen oder selbst Geschichten schreiben. Meiner Meinung nach sollten gerade jene Kinder und Erwachsene aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, die ihre kostbare Zeit mit extrem passiven, sich selbst schädigenden Aktivitäten vergeuden. Stärken sollen gestärkt werden und nicht Schwächen bejammert werden. Statt beleidigt auf jemanden zu sein, sollte man eine Kritik als Herausforderung lesen, damit man entweder noch stärker seine Meinung vertreten kann oder seine Meinung revidieren und erneuern kann. Aber dieses Bewusstsein wird sich aus Neid, Selbstmitleid und falsche Prioritätsätzungen in egal welche Gesellschaft nie und nimmer etablieren können. Solange ein Mensch sein Leben nicht selbst in die Hand nimmt, mit allen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten, und solange Menschenkinder nicht so erzogen werden, wird das Ideal eines John Stuart Mill nicht erreicht werden können. Und gerade heute, im 21 Jh. wird die so genannte "Mehrheit der Kinder" eher zu den umgekehrten Werten erzogen, zu Passivität, Unselbständigkeit und Feigheit. Und die "Mehrheit der Erwachsenen" ist heute leider genauso passiv, feig und unselbständig, obwohl seit Erscheinen dieses Essays fast 3 Jahrhunderte vergangen sind.

Hier noch ein paar wichtige Textstellen aus Mills "Über die Freiheit":

Niemand kann ein großer Denker sein, der nicht erkennt, dass es seine erste Pflicht als Denker ist, seinem Intellekt zu folgen, zu welchen Schlüssen er ihn auch leiten mag. Die Wahrheit gewinnt sogar mehr durch die Irrtümer dessen, der mit gehörigem Fleiß und Studium selbständig denkt, als durch die richtigen Ansichten derer, die sie nur vertreten, weil sie sich nicht gestatten, selbst nachzudenken.

Die verhängnisvolle Neigung der Menschheit, über etwas, das nicht länger zweifelhaft ist, nicht weiter nachzugrübeln, ist die Ursache der Hälfte all ihrer Irrtümer.

Aber das Schlimme ist, dass persönliche Selbstbestimmung von durchschnittlich Denkenden kaum als etwas innerlich Wertvolles oder etwas, das um seiner selbst willen Beachtung verdient, anerkannt wird.

Die menschlichen Fähigkeiten der Auffassung, des Urteilens, des Unterscheidungsvermögens, der geistigen Energie, selbst die moralischen Wertschätzung kann man nur dadurch üben, dass man eine Wahl trifft. Wer etwas tut, weil es Sitte ist, wählt nicht.

Die geistigen und moralischen Kräfte werden, wie die der Muskeln, nur durch den Gebrauch stark.

Aber die Gemeinschaft hat jetzt deutlich den Vorrang vor dem Individuum gewonnen, und die Gefahr, die jetzt die menschliche Rasse bedroht, ist nicht das Übermaß, sondern der Mangel persönlicher Impulse und Vorrechte.

Es fällt ihnen gar nicht ein, eine andere Neigung zu verspüren, außer zu dem, was üblich ist. ... sie gefallen sich in der Herde.
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am 21. Mai 2004
In einer Zeit, in der der Begriff der "Freiheit" sehr flexibel interpretiert wird, ist diese Abhandlung wertvoller denn je. Sie erläutert den Grundgedanken der Freiheit des Individuums sowie deren zwingend notwendige Grenzen. Sie zeigt den unbedingten Glauben an die positiven Effekte der freien und offenen Meinungsäußerung. Das aus jeder Meinung, und sei sie noch so offensichtlich falsch, noch etwas wertvolles für die Allgemeinheit herausgefiltert werden kann. Und sei es nur das Schulen des eigenen Verstandes für die offene Diskussion.
Diverse geschichtlich bedingte Verbote hierzulande wären aus Sicht von Mill also als hinderlich zu beurteilen. Nur wer sich intensiv mit allen Aspekten eines Themas befassen kann und befasst kann sich überhaupt eine ehrliche Meinung bilden. Die Wahrheit wird durch ausführliche öffentliche Diskussionen ohnehin ersichtlich - eine Zensur oder Verbote von politischem, religiösem oder anderweitigem "unerwünschtem" Material ist daher an und für sich kontraproduktiv.
Es gilt aber erneut zu beachten, ab wann ein Eingriff in die Rechte anderer vorliegt. Ein Buch angefüllt mit Vorurteilen ist hierbei als Objekt von Studien und der Diskussion interessant. Ein Redner vor einem Gebäude, welcher Vorurteile über den Besitzer schürt oder gar zu Gewalttaten (direkt oder indirekt) aufruft macht sich hingegen strafbar.
Den "Kopftuch"-Hinweis des vorherigen Rezensenten kann ich so auch nicht stehen lassen, da Mill sich sehr deutlich über die Erziehung und das Schulsystem äußert. Dieses sollte Wissen und Fakten frei von Wertungen und religiösen Anschauungen vermitteln. Das Lehren der Hintergründe verschiedener Religionen dürfte zwar auch an den Schule gelehrt werden, hätte jedoch in anderen Fächern absolut nichts verloren. Somit müssten sowohl Kruzifixe, als auch Kopftücher (als Bekenntnis zu einer Religion), als auch jede andere Art von religiösen Symbolen aus den Klassenzimmern entfernt werden.
Überhaupt legt Mill sehr viel Wert und sehr viel Hoffnung auf die Erziehung und macht sich für die (inzwischen weithin eingeführte) Schulpflicht stark. Denn nur ein gebildeter und geschulter Verstand versetzt den Menschen in die Lage mit der eigenen Freiheit verantwortungsbewußt umzugehen.
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TOP 500 REZENSENTam 30. August 2013
Benjamin Franklin (1706-1790)

"Weniger Staat wagen"
könnte auch der Titel des Buches von dem englischen Philosophen John Stuart Mill (1806 - 1873) lauten, in dem er die bürgerliche oder soziale Freiheit des Individuums zeigt und auf der anderen Seite die Grenzen des Staates bzw. die gesellschaftliche Kontrolle über das Individuum.
Mill möchte grundsätzlich keine Einmischung in das Privatleben, es sei denn um sich selber zu schützen.

Das Selbstbestimmungsrecht eines Individuums ist für ihn immer zu respektieren und derjenige der diese Freiheit einschränken will, muß die Beweislast übernehmen und zeigen, warum eine solche Freiheitsbeschränkung notwendig sein soll.

"Der Mensch sollte in allem, was ihn selber betrifft, frei sein, aber es sollte ihm nicht möglich sein, nach seinem Belieben für andere zu handeln unter dem Vorwand, dass die Angelegenheit der anderen seine eigenen seien. Während der Staat die Freiheit des Individuums in seinen eigenen Angelegenheiten achtet, ist er andererseits verpflichtet, ein wachsames Auge auf die Ausübung jener Macht zu haben, die er diesem über andere gibt." S.149f

Er zeigt ferner warum man Gleichmacherei von Gleichberechtigung in der Bildung unterscheiden sollte:
"Alles was ich über die Bedeutung der Individualität des Charakters und die Verschiedenheit der Meinungen und Handlungsweisen gesagt habe, setzt die Verschiedenheit der Erziehung als ebenso unwidersprochen wichtig voraus. Eine allgemeine Erziehung durch den Staat ist lediglich ein Trick, um die Menschen einander genau gleich zu formen." S.152
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am 12. Juni 2008
ein Glanzstück der politischen Philosophie!
Mill fasste vor 150 Jahren die Grundsätze der menschlichen Freiheit zusammen.Dabei befürwortete er nicht nur die freie ungebundene Entfaltung der eigenen Persönlichkeit im Inneren (Meinungs-/Gedanken-/Gesinnungsfreiheit),und im Äußeren (Handlungsfreiehit, freie Lebensentwurf), sondern gemahnte trotz allem Recht auf Individualität die Selbstbändigung, das eigene Setzen von Schranken an, um anderen nicht zu schaden. Diese Mäßigung, die Bildung einer "inneren Kultur" ist zentral für soziale Freiheit in einer Gesellschaft.Die Aktualität Mills zeitloser Aussagen ist erstaunlich. Er erkennt, dass sich die Gesellschaften selbst Regeln und Normen setzen, ob von einer Obrigkeit oder von einer Religion beeinflusst, die mit der Zeit zur Gewohnheit, zu objektiv betrachteten, "naturgegebenen" Gesetzmäßigkeiten werden, die man als wahr und richtig hinnimmt, und die wegen ihrer gefühlsmäßigen, unrationalen Bindung auch nicht mit logischen Argumenten widerlegt werden können. Äußerer Eingriff einer anderen Kultur, die sich für überlegen hält, bewirkt folglich auch heftige emotionale Reaktionen wie Hass, Gewalt gegen die "Eindringlinge" und Fanatismus, was man derzeit wunderbar im Irak beobachten kann. Schwierig zu akzeptieren, aber: Änderung bedarf einer langwierigen inneren Entwicklung, die durch freiwillige Einsicht und nicht durch Zwang geschehen muss.
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"Die Urteilskraft ist den Menschen gegeben, damit sie sie gebrauchen. Sollen wir sie darum nicht anwenden, weil wir uns irren können?"

John Stuart Mill, Utilitarist, Humanist und Ökonom, hat mit "Über die Freiheit" eine eher dünne Schrift vorgelegt. Doch kaum ein Philosoph und Denker hat sich nach oder vor ihm so bescheiden und doch so erfolgreich an das Thema (soziale/gesellschaftliche) Freiheit gewagt (auch wenn die Konkurrenz von Rousseau Gesellschaftsvertrag bis zu Wilhelm von Humboldt reicht.)

Es gibt hier schon ein, zwei wirklich umfassende Rezensionen.
Deshalb möchte ich hier nur noch einmal bekräftigen, dass mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat. Mills unerschütterlicher Glaube in die Individualität und außerdem die Tatsache, dass viele seiner Ideen in der heutigen Zeit über Umwege verwirklicht wurden, machen dieses Werk zu einer kleinen Offenbarung auf dem Gebiet der Philosphie der Freitheit; eine geradezu physische Kraft des Guten, des Humanen liegt in dieser Schrift.

Mill ist einer dieser Geister, die, weder Genie noch Dilettant, einen menschlichen Zug in ihren Büchern sprechen lassen und trotzdem übergreifende Ideen zu prägen verstehen, sodass man gewillt und in der Lage ist, ihren Gedankengängen seine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen - man "erfährt" ihre Philosophie, nicht nur als Konstrukt, sondern als eine Form gedanklicher Auseinandersetzung.

Ich würde die Schrift jedem empfehlen, der die Ursprünge des Liberalismus kennenlernen und sich gerne jenseits des Schlagwortes Freiheit einmal mit dem räumlichen, sozialen Wesen dieser Idee auseinandersetzen will.
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am 26. Dezember 2011
1859 erschien der Essay "On Liberty" des englischen Philosophen John Stuart Mill (1806-1873).

Mill wurde philosophisch geprägt sowohl durch seinen Vater, den schottischen Utilitaristen James Mill wie auch durch seine Frau Harriet Taylor. Mill verstand den gemeinsam mit Harriet Taylor erstellten Essay sogar wesentlich als deren Vermächtnis. Dagegen erinnern die nicht immer zweifelsfrei anmutenden Erscheinungsformen des heutigen politischen Liberalismus (etwa in Deutschland) nur noch schemenhaft an die Erkenntnisse und Überzeugungen Mills.

Mill plädiert für Gedanken- und Meinungsfreiheit sowie für Minderheitenschutz. Er fürchtet die Tyrannei der Mehrheit, die Diktatur der Masse.

Individualität ist für ihn gleichbedeutend mit Entwicklung. Nach seiner Beobachtung aber, so Mill, gehe seinerzeit alle Individualität in der Masse unter.

Die freie Entwicklung der Individualität gehöre jedoch zu den Hauptbedingungen der Wahrheit. Alles, was Individualität ausrotten wolle, sei Despotismus. Nicht der heftige Konflikt, sondern die stille Unterdrückung sei dabei das empfindlichste Übel.

(Wie oft aber wird die von Mill angesprochene Individualität -möglicherweise vor allem in größeren Organisationen und unter dem Primat vermeintlich unumgänglicher Prozesssteuerung- bis zur Unkenntlichkeit beschnitten und geradezu glaubenskriegsartig bekämpft? Passen die Einsichten Mills -und vor ihm diejenigen Tocquevilles-, die sich vor allem auf Staaten und nationale Gesamtgesellschaften bezogen, womöglich nicht auch in aufrüttelnder, ja in erschreckender Weise auf zentralistische, bisweilen nahezu absolut erscheinende Art geführte nichtstaatliche Organisationen unserer Tage?)

Die menschliche Natur sei eben keine Maschine, sagt Mill. (Zumindest Teile der heutigen (Arbeits-) "Kultur" scheinen sich aber um eine solche Transformation -unter der Fahne ökonomischer Effizienz und Notwendigkeit- nachhaltig zu bemühen).

Die Vollkommenheit der Maschinerie sei jedenfalls am Ende nichts wert, weil ihr die lebendige Kraft fehle, die man verbannt habe, damit die Maschine besser arbeite (Heutigen Prozesssteuerungs-Protagonisten müsste es bei der Lektüre wie Donnerhall in den Ohren klingen).

In England, so sagt Mill mit Blick auf seine Zeit, würden andere Menschen benötigt, um den Verfall zu verhindern. (Vom großen britischen Empire ist seit Mills Zeiten tatsächlich nicht viel übriggeblieben.)

Pflichtlektüre zur Systemanalyse und Systemkritik.
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am 28. August 2011
"Über die Freiheit" von John Stuart Mill erschien im Jahr 1859. Ein schmales Büchlein (189 S.), in dem die Grundlagen des Liberalismus von einem auch heute noch sehr gut zu lesenden Mill dargelegt werden. Einem Liberalismus, der nichts mit dem heute schon als Kampfbegriff verwendeten Wirtschaftsliberalismus zu tun hat. Vielmehr geht es Mill um die individuelle Freiheit, um die Rechte des Bürgers gegenüber dem Staat und der Gesellschaft. Mills Verteidigung der Meinungsfreiheit, der Individualität und seine Erkenntnis, der (staatl. und kirchl.) Autorität notwendigerweise Grenzen zu setzen, sind aktueller denn je. "Der Hang der Menschen...ihre eigenen Meinungen und Neigungen anderen als Lebensregeln aufzuerlegen..." kann nur durch den "Mangel an Macht" im Zaum gehalten werden. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.
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am 2. Juni 2016
Mills Schrift über die Freiheit aus dem Jahre 1859 ist einer der großen Klassiker der politischen Philosophie und der Ethik: Mill versucht in dieser Abhandlung, die bürgerlichen bzw. individuellen Freiheiten zu rechtfertigen und vor der öffentlichen Meinung und der Tyrannei der Mehrheit zu schützen. Auf diese Weise ergibt sich ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit und die Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums.
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am 23. Juli 2009
Ein Buch, das seiner Zeit weit voraus ist. Das Verständnis der modernen Demokratie als "Tyrannei der Mehrheit" verbunden mit der Bestimmung persönlicher Freiheit und den (utilitaristisch geprägten) Beschränkungen, welche dieser durch den Staat und allgemeine gesellschaftliche Normen- und Wertvorstellungen widerfahren dürfen und welche nicht - überzeugend und mit Aha-Effekt. Das sich einstellende Gefühl ist weniger, etwas völlig Neues zu lesen, als vielmehr, die eigenen Denkstrukturen kritisch zu überprüfen. Sehr empfehlenswert!!!
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am 19. August 2011
Eine der wichtigsten Schriften des Liberalismus! Für jeden politich denkenden Menschen gehört Mills werk eignetlich zur Pflichtlektüre. Logisch, klar, intelligent, und dazu noch unfassbar sympathisch. Alles für knapp 7 Euro!
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