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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
3
4,0 von 5 Sternen
Geschichte des Chevalier des Grieux und der Manon Lescaut (Reclams Universal-Bibliothek)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:5,80 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 1. Juli 2008
Mit seinem Roman hat Prévost ein Privileg aufgehoben. War bis dato die unglückselige Liebesleidenschaft den fürstlichen und antiken Helden vorbehalten, wird sie jetzt bürgerlich und zeitgenössisch. Erstmals wird die Liebe als plötzliches und unentrinnbares Verhängnis beschrieben. Der Ritter de Grieux bleibt seiner untreuen Manon bis in den Tod ergeben und scheut bei seinem Abenteuer keine Peinlichkeit. Er geht sogar über Leichen um mit seiner Liebsten zusammen zu sein. Solch ein ungewohnter Heldenmut muss natürlich auf die Schriftstellerkollegen einen großen Eindruck gemacht haben. So soll Goethe von Manon so beeindruckt gewesen sein, dass er seinen Werther von dem Drama beeinflussen ließ.

Dabei stellt sich der junge Ritter Des Grieux am Anfang des Romans als einen Ausbund der Tugend und der Strebsamkeit dar. Gerade hat er die Ausbildung mit Bravour beendet und man sieht gar eine Kirchenkarriere für ihn vor. Doch dann begegnet er an einem schicksalhaften Tag der wunderschönen Fremden, Manon Lescaut, und verfällt ihr mit Haut und Haaren. Ohne Rücksicht auf Freunde und Verwandte suchen sich die Frischverliebten ein ungestörtes Liebesnest und Des Grieux ist völlig berauscht vor Glück. Durch die heimliche Untreue seiner Verehrten kommt jedoch der enttäuschte Vater auf die Spur des Helden. Wie ein schmachvoller Sünder wird Des Grieux im elterlichen Anwesen eingesperrt und mit dem wahren Charakter seiner Liebsten vertraut gemacht. Leider jedoch sind die väterlichen Ratschläge und Drohungen am Ende wirkungslos. Der Ritter begegnet Manon erneut und die beiden werden wieder zu Flüchtigen. Dies führt zu weiteren moralischen Entgleisungen des Helden. Doch auch der treue Freund Triberge, der selbst nun ein Kirchenamt begleitet, kann Des Grieux zur Vernunft bringen. Schließlich landen die Lie-benden sogar im Gefängnis, aus dem nur die gewaltsame Flucht als Ausweg bleibt. Als Manon dann nach Amerika verschifft wird, beschließt Des Grieux als angeblicher Ehe-mann zu folgen. Als er in der neuen Heimat Manon zu einer ehrbaren Frau machen will, nimmt das Schicksal seinen tragischen Lauf...

Prévosts Roman setzt der dekadenten Welt des 18. Jahrhunderts einen Spiegel vor. Als der erboste Vater den verlorenen Sohn zur Vernunft bringen will, rechtfertigt sich dieser mit den Worten: ..."ich lebe mit einer Geliebten zusammen, ja; aber der Herzog von X. hat zwei, und Herr D. hält sein zehn Jahren eine aus mit einer Treue, die er für seine rechtmäßige Gattin niemals empfunden hat. Zwei Drittel der hohen französischen Gesellschaft setzen ihre Ehre darein, Geliebte zu haben. Ich habe im Spiel ein wenig nachgeholfen, gewiss; aber der Marquis von A. und der Graf von B. leben überhaupt davon, und der Fürst von C. und der Herzog von D. sind die Anführer einer Ritterschaft von diesem Orden!" Was soll der alte Herr da noch entgegenhalten? Wo Religion und Gesellschaft versagen, da werden gefährliche neue Pfade selbst entdeckt.
Der Liebende, der seine seltsam kühle und berechnende Geliebte auf ein Podest des neuen Ideals stellt, scheitert letztlich tragisch. Aber dies ist genau der Stoff, aus dem man fantastische Opern macht. So betrachtet, kann man sich wohl auch heute noch beim Autor bedanken.
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am 18. Januar 2008
"Manon Lescaut" ist die Geschichte einer offenbar äußerst attraktiven und wohl charismatischen Frau (Manon) und ihres Geliebten, des Chevaliers des Grieux, der für sie Familie und Karriere sausen lässt, sich in Lügen und Betrügereien verstrickt und am Ende gar mit ihr in die Verbannung geht, wo es zum tragischen Ende (natürlich für die Frau) kommt.
Es ist die Geschichte einer Leidenschaft, die für heutige Verhältnisse nicht mehr ungewöhnlich scheint, aber die Beteiligten so stark erfasst, dass sie die damaligen moralischen Schranken (zumindest die offiziellen) weit hinter sich lassen.
Eine solche Geschichte ist seit damals sicher in unzähligen Varianten zu Papier gebracht worden. Aber wie die dem Luxus ergebene Manon sich immer wieder an reichen, adeligen Herren verkaufen will, was der Geliebte jeweils im letzten Moment mit Hilfe allerlei gesetzesbrecherischer Wagnisse bis hin zum Mord zu verhindern weiß, das ist für das vernunftbetonte 18. Jahrhundert schon starker Tobak und wirft ein reichliches Bild auf die verderbte Adelskaste des vorrevolutionären Frankreichs.
Der Roman hat für heutige Leser nach weltliterarischen Maßstäben keine übergroße literarische Bedeutung mehr, aber der flüssige Stil und das erzählerische Talent des "Abbé" wie auch die abwechslungsreich konstruierte Geschichte lassen das Werk zumindest zu einem stellenweise fesselnden Lesevergnügen werden.
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am 22. Juni 2013
Die Geschichte ist gut geschrieben. Also mir gefällt sie. Allerdings war das kleine Büchlein von Reclam so klein, dass die Schrift auch zu klein war und ich das Buch deswegen zurückschicken musste. Habe es mir von einem anderen Verlag gekauft und konnte so in den Genuss der Geschichte kommen.
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