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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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4,2 von 5 Sternen
König Ödipus
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:2,80 €+ 2,39 € Versandkosten


am 8. November 2015
Reclam enttäuscht nicht.
Auch wenn die Geschichte des Ödipus nach einigen tausend Jahren recht ausgelutscht ist (ja, ich weiß, es ist ein Klassiker...), so schafft es Reklam mit den beigesteuerten Hintergründen und Erklärungen zum Text, Verständnis zu wecken weshalb dieses Werk zumindest einmal im Leben in Sophokles Versen gelesen werden sollte und nicht nur als aufgewärmte Kost (Film, Adaptionen etc.) 'bulemisiert' zu werden.
Vorteil der Kindle-Ausgabe: Fußnoten können direkt abgefragt werden!
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TOP 500 REZENSENTam 9. Juni 2008
Der Ödipus-Mythos ist ein nicht mehr wegzudenkendes Element unserer abendländisch-europäischen Kultur. Spätestens seit Sigmund Freud ist die Geschichte des unglücklichen thebanischen Königs, der unwissend seinen Vater tötet, seine Mutter heiratet und schließlich dazu bereit ist, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, als diese offenbar werden, fester Bestandteil unseres kulturellen Gedächtnisses. Erstmals erwähnt wird die Ödipus-Sage in Homers Odyssee. Doch es war Sophokles, der in "König Ödipus" dem Mythos die Gestalt gab, wie sie heute bekannt ist. "König Ödipus" ist der erste Teil der Theben-Trilogie, die sonst noch aus Ödipus auf Kolonos und der Antigone, der wohl bekanntesten griechischen Tragödie überhaupt, besteht.

Theben wird von einer schweren Seuche geplagt. König Ödipus schickt seinen Schwager Kreon nach Delphi, um herauszufinden, was zu tun ist. Die kryptische Botschaft des Orakels lautet: "Es befiehlt uns Phoibos klar, der Herr/des Landes Schandfleck, als auf diesem Erdenstück/genährt, hinauszujagen, nicht bis unheilbar er wird, ihn/fortzunähren" (Z. 96ff.). Gefunden werden soll also der Mann, der Laios, den vorherigen König Thebens, umgebracht hat. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hätte Ödipus eigentlich erkennen können, dass nur er "des Landes Schandfleck" sein kann, denn der blinde Seher Teiserias hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: "Weh, wehe, Klarsehen: Wie furchtbar, wo es nicht/nützt dem Klarsehenden! Das war mir wohl bewusst,/doch habe ich's vergessen, sonst wär ich nicht hierher/gekommen" (Z. 316ff.).Wenig später wird er noch deutlicher: "Denn dieses Landes heilloser Besudler bist du!" (Z. 353), um zu schließen: "Des Mannes Mörder, den du suchst, sag ich, bist du!" (Z. 363) Doch Ödipus ist noch nicht bereit, die grausame Wahrheit zu akzeptieren und beschimpft den Seher als "Scharlatan" (Z. 387), der mit Kreon im Bunde stecke, um ihn vom Thron zu stoßen. Daraufhin schließt der Seher unheilvoll: "[M]it den eigenen Kindern lebt er/zusammen,/als ihr Bruder und ihr Vater, der gleiche Mann, ist der Frau/der er entspross, Sohn und Gemahl des Vaters/Mitsäer und sein Mörder!" (Z. 457ff.)

Doch die schreckliche Wahrheit kommt doch ans Licht, als ihn Iokaste, seine Frau/Mutter erzählt, wie ihr Mann ums Leben kann und wie sie einst ihr frisch geborenes Kind losgeworden sind, da ihnen prophezeit wurde, dass es zum Mörder seines Vaters werden sollte. Ödipus erkennt unheilvolle Parallelen zu seinem Leben und ein langsamer Erkenntnisprozess nimmt seinen Lauf: "Was packt mich, da ich eben dich gehört hab, Frau,/der Seele Irrlauf und Erschütterung des Geistes!" (Z. 726f.)

Kein Zweifel besteht mehr, als ein alter Hirte, der einst das zusammengeschnürte und weggeworfene Baby gefunden hat, den thebanischen Boten wiedererkennt, dem er es dann gegeben hat. Ödipus hat ja seine Kindheit als uneheliches Kind des korinthischen Königspaares verbracht. Die Erkenntnis ist nun absolut: "Iu! Iu! Das Ganze wäre klar heraus!/O Licht, zum letzten Mal will ich dich schauen jetzt./ Es trat zutage: Entstammt bin ich, von wem ich nicht/gesollt, verkehr, mit wem ich nicht/gedurft!" (Z. 1181ff.) Was folgt, ist Tragödie pur. Iokaste erhängt sich und Ödipus sticht sich die Augen aus und geht ins Exil, um dem Wohlergehen des Staates nicht im Wege zu stehen. Ihm bleibt nur die bittere Erkenntnis: "Und gibt's ein Übel, das alle Übel übertrifft:/das hat sich Ödipus erlost!" (Z. 1365f.)

Fazit: Ob es uns gefällt oder nicht: Zusammen mit der Odyssee und der Antigone ist "König Ödipus" ein Gründungsdokument der abendländischen Kultur. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass der Begriff Ödipus bis heute im aktiven Wortschatz eines Großteil der Bevölkerung vorzufinden ist.
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am 22. Juli 2009
"Sobald sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen >uns< und >anderen< über das,
was der Fall ist, aufgelöst haben, kann >unsere< Welt mit >der< Welt verschmelzen."
(Jürgen Habermas in: Wahrheit und Rechtfertigung, 261)

Sophokles ist einer der großen griechischen Dichter des antiken Griechenlands im 5. Jahrhundert vor Christus. Seine Leidenschaft sind Tragödien. Tragödien gehören zu der Gattung von Schriften, die einen Spiegel der Wirklichkeit zeigen und sich dennoch eines Durchblicks nicht erwehren wollen. Sie gehen quasi wie Alice hindurch und beleuchten des Menschen Alternativen in vermeintlich vorbestimmter Konstellation. Antigone ist eine der großen Tragödien, die hier näher beschrieben wird.

Also widmen wir uns "König Ödipus". Wissend, dass Ödipus im Freudschen Sinne zum Komplex wurde, soll hier fern ab Freudscher Theorie das Licht auf Macht und Wissen fallen, was Ödipus zweifelsohne verkörpert und vergeistigt. Ödipus gilt als der klare Denker, der die Rätsel der Sphinx lösen kann, allein und er erinnert sich in den Reden zum Volk gern dieser singulären Macht. So wie er bei all der Liebe zu Theben den Verursacher des Leids finden will, folgt er seinem Verstand und vor allem seinem "Willen zum Wissen"; koste es was es wolle. Blind in seiner Vorstellung, Macht und Wissen in sich zu vereinen, geht er vor und Sophokles gelingt ein Meisterwerk der Ambivalenz von Wissen und Macht und vor allem der vielfach genutzten Chance, nicht den Zeugen allein zu präsentieren um der Wahrheit willen, sondern sich hinein zu tasten in die Erkenntnis des Geistes.

Ödipus gelingt es als Mittler zwischen den Göttern und den natürlichen Menschen, zwischen dem Ersichtlichen und dem Erahnten den großen Bogen der Gegensätzlichkeiten zu verbinden und nur dort, wo dieses gelingt, ist Wahrheit und Erkenntnis.

Die Götter, das Orakel des Lichtgottes Apollon geben ein Zeichen, der Seher Teiserias, das blinde Dunkle steht Pate und gibt den Hinweis, der nicht geglaubt wird. Die Antithesen von Laios und dem Stiefvater, die Ambivalenz von der Mutter Jokaste und der Frau Jokaste von Ödipus sind die Argumente, nicht die Zeugen einer Tat, die Theben ins Unglück stürzte. Erst die beiden Hirten, die der gegenwärtigen Wirklichkeit und die von den Göttern vorhergesagten, können mit dem Augenscheinlichen berichten und ihre Geschichten zusammen erinnern an das Orakel und machen es erkenntlich. Götter und Hirten sind es, die den dazwischen Seienden zur Erkenntnis, auch zur Selbsterkenntnis verhelfen. Denn Ödipus liebte die Macht, nichts sollte ihn davon abbringen; und er liebt das Wissen, allein, einzig und letztendlich unabhängig davon, ob es sich gegen ihn selbst wendet. Der Wille zum Wissen ist das Verhängnis des Ödipus und damit ist Sophokles ein Dichter der Tragödien, die den Menschen erkennen und ihm vorführen, wohin dessen Selbsterfahrung, deren "Macht haben wollen" führt. Um die Macht geht es vom ersten bis zum letzten Vers. "Du hast die Macht, du musst uns von der Pest befreien" fordern die Bürger Thebens von ihrem Herrscher. Und Ödipus erkennt: "die Pest gefährdet auch meine Herrschaft". Ihn erschreckt also nicht die Botschaft des Orakels, er könne seine Vater getötet, seine Mutter geheiratet haben. Einzig hat er Angst davor, seine Macht zu verlieren. Der, "der auf dem Gipfel der Macht gewesen" fällt, weil sein Wille zum Wissen sich selbst entlarvte.

Am Ende ist Ödipus einer, der weder auf das Orakel der Götter achtet, noch danach fragt, was das Volk will. In seinem Drang zu regieren, seinem Drang, Macht zu behalten, findet er seine Zeugen, die gesehen haben. Er findet die Hirten, die Menschen, die bezeugen und damit wissen, was die Götter prophezeit haben. Ödipus macht sich in der hergestellten Verbindung letztendlich überflüssig. Denn sein Wissen wollen ist vollbracht in der Zusammenfügung von Götterspruch und (Menschen-)Hirtensicht. Einsame Macht um ihn macht ihn zum Übermaß. Von allem besitzt er zuviel, wie Foucault mal sagte. Zuviel ist Überfluss, macht überflüssig.

Die tiefe Erinnerung der Hirten ist Jahre später Idee der platonischen Philosophie. Platon entwertet das Wissen zugunsten einer essentiellen Erinnerung an die Wesensschau, der Idee an sich. Er trennt Wissen und Macht, für ihn ist Wissen schon Machtverzicht im politischen Sinne.

Ödipus jedoch vereint in sich Wissen und Macht und kein anderer als Nietzsche konnte Jahrhunderte später zeigen, dass Wissen nicht frei ist von politischer Macht. So wie es Sophokles brillant offenbaren konnte. Lesen Sie "König Ödipus" unter dem Aspekt von Macht und Wissen.
~~
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TOP 500 REZENSENTam 13. Januar 2009
König Ödipus ...

Die einen werden es lesen dürfen/müssen im Altgriechisch-Unterricht: hier den Tipp, dass es keine wirklich wörtliche Übersetzung ist (und ein Lehrer sie auch kennt), auch wenn Reclam so schön unter die Bank passt.

Die anderen werden es wirklich zum Vergnügen lesen, und besonders die seien beglückwünscht. Die knapp 80 Seiten haben es in sich: scharfe Sentenzen, große Konflikte. - Sophokles im späten 5. vorchristlichen Jahrhundert zeichnet seine Charaktere bereits sehr präzise und lakonisch.

Ähnlich lakonisch will ich hier natürlich nicht den Spielverderber spielen bzw. keinesfalls etwa alles ausschweifend nacherzählen.
... Einfach auf großes Theater freuen!
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am 11. Juli 2016
Ein Klassiker. König Ödipus strebt, komme was wolle, nach der Wahrheit und stürzt sich so ins eigene Elend.
Sehr hilfreich, dass bei den Anmerkungen ein Stammbaum des thebanischen Königsgeschlechts abgedruckt war, um etwas Übersicht über die Charaktere zu haben. (Diese Rezension bezieht sich auf die normale (gelbe) Reclam-Ausgabe, nicht die gelb-blaue Reclam XXL-Ausgabe).
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am 8. Juni 2013
Das Buch hat seinen Zweck voll erfüllt. Es wurde nur sehr kurz in der Schule verwendet. Dafür reicht immer ein gebrauchter Artikel.
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am 29. November 2013
was soll man dazu sagen, wenn es die vorgeschriebene Deutschlektüre ist !? aber es war lesbar und der Service war einwandfrei
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am 26. September 2014
Ich hatte zwei Ausgaben des Reclam-Heftes -König Ödipus- für die Schulnutzung meiner Kinder bestellt.
Der Zustand war jeweils mit -gut- angegeben.

Ich erhielt zwei verschiedene Ausgaben mit unterschiedlicher Seitenanzahl (unglücklich, wenn der Lehrer vorgibt das Buch bis z.B. Seite 20 zu lesen);
die zweite Ausgabe war komplett handschriftlich mit Anmerkungen beschrieben.
Die Hefte wurden zurückgesandt und im Buchhandel neue Ausgaben bestellt.
Serfahs, 52 Jahre, Hamburg
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am 20. Juli 2013
Bei den unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten des Werkes von Sophokles,
die in verschiedenen Lektürehilfen vorlegen,
sollte man meines Eachtens keinesfalls auf die Ausführungen von Thorwald Dethlefsen verzichten:
http://www.amazon.de/%C3%96dipus-R%C3%A4tsell%C3%B6ser-Mensch-zwischen-Erl%C3%B6sung/dp/3442123992/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1374352844&sr=1-8&keywords=thorwald+dethlefsen
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am 19. Februar 2007
#

"Wo findet sich die schwer erkennbar dunkle Spur der alten Schuld?"

Diese Frage gilt es zu klären, als Theben eine Pest befiel und das Orakel das Ende verhieß, wenn der Schuldige gefunden. Dieser Schuldige war Ödipus, König von Theben, geworden aus den großen Hilfen für diese Stadt. Doch das Orakel hatte seinen Eltern Laios und Jokaste verheißen, ihr Erstgeborener würde seinen Vater töten und seine Mutter zur Frau nehmen. Ausgesetzt verbrachte Ödipus seine Jugend in anderer Gegend, die ursprüngliche sollte er meiden. Doch die Ermordung Laios war der Beginn der tragischsten aller Tragödien und einer der bewegendsten, dem Freud gar die Namensgebung eines Komplexes wert war.

"Denn viele Menschen sahen auch in Träumen schon

Sich zugesellt der Mutter: doch wer alles dies

Für nichtig achtet, trägt die Last des Lebens leicht."

Die Handlung des Stückes ist nichts mehr als die Enthüllung, gesteigert und kunstvoll verzögert, einer Psychoanalyse gleich, dass Ödipus selbst der Mörder seines Vaters war, aber auch der Sohn von Jokaste ist. Ödipus blendet sich, verlässt die Heimat. Das Orakel ist erfüllt.

Aufgeführt in Griechenland in alter Zeit und die Legende sagt, dass es kaum eine tragische Wirkung hervorrief. Diesen Tatbestand bewegte Freud zur Annahme, dass es eine Stimme im Inneren des Menschen gibt, die die zwingende Gewalt des Schicksals anzuerkennen bereit ist. Ödipus Schicksal könnte unser eignes sein, und so trifft uns auch die Botschaft des Chores:

"..., sehet, das ist Ödipus,

der entwirrt die hohen Rätsel und der erste war an Macht,

dessen Glück die Bürger alle priesen und beneideten;

Seht, in welches Missgeschickes graue Wogen er versank!"

und macht uns weise, den ursprünglichen Trieben eine andere Richtung zu geben.

Sophokles offenbart die Tragödie, zeigt das Handeln und die Konsequenz. Das kindliche Wunschdenken nach Freud wird offen gezeigt, im Hamlet erscheint es nur als Hemmung. Hamlets frische Tatkraft wird gehemmt durch die überwuchernde Gedankentätigkeit. ("Von des Gedankenblässe angekränkelt.") Diese zeigt sich eigentlich nur dort, wo die Rache nicht möglich ist an dem Mann, der die Wünsche seiner Kindheit realisiert hat. Der Mörder seines Vaters, aber! der Mann seiner Mutter. (Gedanken aus Freuds Traumdeutung) /(Diese Augabe ist mit nummerierten Verszeilen.)
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