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Kundenrezensionen

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am 17. August 2015
Meine Bewertung bezieht sich auf die Audio-Ausgabe der Odyssee des Hörverlags.

Der Vortragstext - die alte Übersetzung von Voß - erfreut sich anhaltender Beliebtheit. Das hat einen simplen Grund: der Text ist gemeinfrei und kostet keinen Cent. Was für den Verlag gut ist, muß nicht gut für den Rezipienten sein.

Wer bei Voß nur Bahnhof versteht und frustriert aussteigt, braucht nicht zu glauben, er sei an Homer gescheitert. Er ist an Voß gescheitert. - Wer ist Voß? - Voß ist ein deutscher Schriftsteller aus dem 18. Jahrhundert, der Homers Epen in ein Idiom übersetzte, das man als pietistisches Schwäbisch bezeichnen könnte. Dieses Idiom ist uns Heutigen beinahe so fremd wie das Griechisch, das vor 3.000 Jahren an der Westküste Kleinasiens gesprochen wurde.

Die Verständlichkeit wird noch zusätzlich dadurch belastet, daß Voß sich vorgesetzt hatte, nicht nur die Worte, sondern auch das homerische Versmaß in die Sprache zu übertragen, die er für die deutsche hielt. Infolgedessen war er gezwungen, so lange an seinen Versen herumzubasteln, bis endlich - Gottlob! - ein technischer Hexameter herauskam. Das konnte nur mit Ach und Krach gehen.

Erst wenn man das alles bedenkt, vermag man das Kunststück zu würdigen, das der Vorleser vollbracht hat. Er hat den quasigen Stilblüten und merkwürdigen Verrenkungen des Voßschen Textes eine erstaunliche Lebendigkeit eingehaucht. Gelungen ist ihm dies durch ein abwechlungsreiches, intelligentes und gelassen vorgetragenes Repertoire an Stimmlagen, Betonungen und Tempuswechseln. Bei Thomas Holtzmann hat man das untrügliche Gefühl: hier liest einer, der versteht, was er liest. Interessant war für mich ein Vergleich mit der ebenfalls im Hörverlag erschienenen Boysen-Lesung der Ilias: Während Boysen mit dem Text kämpft (er ächzt und presst, als hätte er eine üble Verstopfung) treibt Holtzmann mit den Versen ein souveränes und spannendes Spiel. Ihm dabei zuzuhören, ist fesselnd und macht je mehr je länger gute Laune.

Ein Manko der 6 CD's ist der vermurkste Zusammenschnitt. Große und wichtige Teile des Epos fehlen, ohne daß der Verlag darauf hinweist (mittlerweile hier auf Amazon geändert). Erst wer das Produkt schon gekauft und die Verpackung geöffnet hat, wird in dem belanglosen Beiheft verschämt über das traurige Ausmaß des literarischen Kahlschlags in Kenntnis gesetzt.

Und es kommt noch ärgerlicher: Die übrig gebliebenen Versatzstücke der Odyssee werden nahtlos aneinandergereiht, ohne Pause, ohne Überleitung. Die Voßsche Diktion ist ohnehin schwer zu verstehen. Wenn man den Text nun aber noch in der Form eines Puzzlespiels präsentiert bekommt, wo man sich den Sinnzusammenhang selber zusammenreimen darf, ist es ganz aus: verloren wie der Laertes-Sohn sitzt der vielduldende Hörer mitten in der salzigen Flut des Okeanos - auf einer Insel namens Nirwana.

Der Hörverlag sollte die Klassiker ehren, nicht den Kunden nach den Gesetzen seiner Marketingabteilung an der Nase herumführen.

Die Bewertung setzt sich daher wie folgt zusammen:

5 Sterne für den Vorleser Thomas Holtzmann
minus 2 Sterne für die verbesserungswürdige Arbeit des Verlags
macht 3 Sterne
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am 24. September 2007
(Bezieht sich auf die "Odyssee" in der Übersetzung von Johann Voss)

Odysseus, der Listenreiche, der große Filou, das erste und größte Schlitzohr der Weltliteratur -- in der Odyssee geht es vor allem um ihn; außerdem -- und das ist einem oft kaum bewusst -- teilt Homer hier auch viele Ereignisse aus dem Trojanischen Krieg mit, die in der Ilias nur angedeutet werden. Vor allem jedoch geht es um Odysseus' Irrfahrten und Abenteuer.

Wer die Odyssee bislang nur aus "für die Jugend bearbeitet[en]" Fassungen kennt, der wird sich erstmal wundern: Homer beginnt sein Epos nicht mit dem Anfang. Nach einer Art Vorspiel auf dem Olymp erfährt man: Odysseus ist glücklich bei den Phäaken gelandet, seine Heimat Ithaka ist nicht mehr weit. Am Hof der Phäakenkönigs erzählt er seine Abenteuer; die meisten Leser werden sich erinnern: Die Blendung des Polyphem, die Fahrt zwischen Scylla und Charybdis, die Sirenen und Kirke... und noch vieles mehr, das man nicht mehr so genau in Erinnerung hat. Eingeschoben sind Passagen, in denen es um seine Frau Penelope und seinen Sohn Telemach geht. Schließlich segelt Odysseus nach Ithaka weiter, doch einfach machen ihm die Götter die Heimkehr nicht. Erst muss er noch der vielen Freier Herr werden, die seit Jahren Penelope belagern... Ein Finale furioso gewissermaßen.

Wie man sieht, greift bereits der erste Epiker der europäischen Literatur zu ausgefuchsten Mitteln, um seine Geschichte noch spannender zu machen, als sie es ohnehin schon ist. Aber nicht nur das: Im Gegensatz zur Ilias geht es in der Odyssee nicht um Heldentaten. Nicht der Kraftmeier Polyphem siegt, sondern der Fuchs Odysseus. Schon die Einleitung der Odyssee ist geprägt von List und Witz -- ja, richtig gelesen: Witz! -- Die olympischen Götter beraten über das weitere Schicksal des Odysseus, der noch immer nicht heimgekehrt ist, und nach dem Willen seines göttlichen Erzfeindes Poseidon würde er das auch nie tun. Nun ist aber Poseidon auf Dienstreise (er nimmt ein Opfer im entfernten Äthiopien entgegen), also können seine Kollegen ihm eins auswischen... Auch die List, mit der Polyphem besiegt wird (Odysseus: "Mein Name ist Niemand" -- Polyphem (einige Zeit später): "Niemand hat mich beraubt! Niemand hat mich geblendet!"), ist viel zu schön, als dass man sie den Linguisten überlassen dürfte, denen sie als hilfreiches Beispiel zur Erklärung mancher komplizierter Sachverhalte dient. Und warum wohl verwandelt Kirke die Männer in Schweine? (Hehehe)

Die Odyssee ist x-mal übersetzt worden, und zweifellos gibt es zahlreiche gelungene Prosa-Übersetzungen. Trotzdem empfehle ich die Hexameter-Übersetzung von Voss. Und das nicht nur, weil ein Epos auch von seinem Rhythmus lebt, den keine noch so gelungene Prosa ersetzen kann. Sondern auch, weil Voss die Sprache fast wie einen Pinsel benutzt, er malt mit Worten, und viele seiner "Bilder" setzen sich für immer im Gedächtnis fest. Sei es die "rossenährende Argolis" oder die "rosenfingrige Eos" (Eos war die Göttin der Morgenröte), sei es noch so viel anderes. Und man lasse sich nicht von der auf den ersten Blick ein wenig fremd wirkenden Versform einschüchtern. Man liest sich schneller ein, als man denkt! Nach einer Stunde Voss-Lektüre redet man selber in Hexametern, wenn man nicht aufpasst.
Es könnte also durchaus sein, dass man abends zu lesen anfängt, und aufhört, wenn Eos mit Rosenfingern den irrenden Leser in die triste Gegenwart zurückholt.
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am 27. August 2006
Die Odyssee ist ein Klassiker und auf den Inhalt des Buches (Die Irrfahrt von Odysseus, sein treuer Sohn und seine treue Frau) will ich auch gar nicht weiter eingehen. Bei diesem Buch hat mich besonders der schöne Gebrauch der (deutschen) Sprache beidruckt. Nie hätte ich gedacht, dass Adjektive so schön sein können.

Ich habe die Übersetzung von Roland Hampe (Reclam) gelesen, dem es erstmals gelang, die beiden altgriechischen Werke (Ilias und Odysse) detailgetreu (das heißt auch überwiegend ohne Füllwörter) in deutsche Hexameter zu übertragen (Q: wikidepia).

Als Einstieg in die altgriechische Literatur ist die Odyssee sehr zu empfehlen, da sich z.B. viel leichter lesen lässt als die Ilias und Appetit auf mehr macht.
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am 30. Mai 2002
Die CD enthält nicht den vollständigen Text der Odyssee, einige Gesänge wurden redaktionell gekürzt, aber die ganze Geschichte wird erzählt, und zwar in der Voss'schen Übersetzung (Zeitgenosse Goethes) und somit ist die Sprache wunderbar, aber man muss sich etwas reinhören.
Die Geschichte besteht aus etwa 3 CD, in denen die "Fahrten" des Odysseus erzählt werden mit den bekannten Monstern wie Skylla unf Charibdis, dem Zyklopen Polyphem etc. etc. die zweiten 3 CD enthalten die Schilderung von Odysseus' Heimkehr nach Ithaka und seinen Kampf mit den Freiern und die letzte CD seine Ankunft nach dem Kampf und wie er seine Frau Penelope und seinen Vater Laertes wiedertrifft. Die ersten 3 CD sind gut, aber der Teil in Ithaka ist rührend, bewegend, heldenhaft. Dieser Teil lässt einen verstehen, weshalb das Buch seit 2500 Jahren tradiert wird.
Die Vortragsart von (ich glaube) Burgschauspieler Thomas Holzmann ist perfekt. Eigenwillige, aber schöne Stimme, langsamer und guter Vortrag, der auch zum wiederholten Hören gefällt
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am 30. Dezember 2004
Die Odysee bildet zusammen mit der Ilias vielleicht eine der wertvollsten literarischen Schätze der Menschheit. Es gibt nur wenige uns Nachgeborenen erhaltenen literaruschen Ur-werke und wahrscheinlich haben keine anderen Werke ihre Nachzeit so stark geprägt wie die Odysee und die Ilias den europäischen Raum. Die Odysee ist quasi der Fortsetzungsroman der Ilias, ist jedoch auch ohne Kenntnisse über den Vorgänger durchaus verständlich. Mir persönlich gefällt die Odysee bei weitem besser als sein "Vorgänger", da sie vor allem anderen eine Handlung hat. Der Leser wird Zeuge des Schicksals des Heroen Odyseus, der nach einigen begangenen Freveln durch das Mittelmeer irren muß. Während einige Dutzend unverschämte Freier seid Jahren sein Haus und seine Frau "belagern", das erste durch ihre täglichen Fressgelage in den Ruin und die letztere in die Depression treiben.
Das besondere an der Odysee (wie auch an der Ilias) ist, dass sie für den heutigen Leser eine Art Zeitreise darstellt. Sie gibt die Gedankengänge, Weltanschauung, Wertansätze der damaligen Menschen auf eine wunderbare Art und Weise wieder. Und zudem ist die Odysee ein durchaus lesenswerter Roman, der ja wiederholte Male mehr oder weniger gelungen als Vorlage für das Fernsehen und die große Leinwand diente.
Die Reclam Ausgabe besticht neben ihrem günstigen Preis wieder durch gute Arbeit. Es beinhaltet einen Namensregister, der zwar nicht so umfangreich wie das Register in der Ilias ist, aber dennoch ausreichend, um selbst einen kompletten Laien den Eintritt in die Antike zu erleichtern. Die Übersetzung von Roland Hampe ist nicht überwältigend, aber durchaus solide und vor Allem: LESBAR! Was man von vielen anderen Übersetzungen nicht behaupten kann, die antike Texte durch klugklingende Phrasen, ihren "itzos" und "jetzos" und hochtrabender Wortwahl vergewaltigen. Und was noch wichtiger ist, die Übersetzung Hampes ist bis auf einige Ungereimtheiten korrekt. Dadurch geht natürlich viel vom epischen Ton des Originals verloren, aber das ist ein Preis den ich gerne für eine schöne lesbare Version der Geschichte zu zahlen bereit bin.
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am 6. Oktober 2011
Es gibt viele gute Prosa, als auch Lyrik- bearbeitungen dieses themas (ich finde vor allem die Prosa- Bearbeitung von Gustav Schwab äußerst gelungen!).
Diese Version soll dem Original möglichst nahe kommen.

Ganz ehrlich: welches Epos begeisterte die Welt bis heute mehr als die Odyssee?!
Jahrtausende ist diese Story inzwischen alt. Doch nach wie vor begeistert es jung und alt.
Ich hatte das große Glück, noch als Grundschüler eine bearbeitung der Odyssee, den Irrfahrten und die Heimkehr des listenreichen Helden Odysseus, Veteran aus dem Trojanischen Krieg, lesen zu dürfen, und ich blieb für immer schwer beeindruckt und ein aufrichtiger Fan dieses antiken Helden. Niemals sollte ich wieder ein Epos lesen, das mich mehr begeisterte.

Odysseus muss, als heimkehrender aus Troja, viele Abenteuer bestehen, die den Leser in seinen Bann bringen. Bemerkenswert dabei ist, dass außer den Interventionen der Götter hier vor allem die Klugheit des Helden, mit der er die Probleme löst, eine wesentliche Rolle spielen. Es ist hier bei weitem kein stumpfsinniges, primitives "Hau drauf- und- Schluss"- Epos!

Den Höhepunkt des ganzen Epos, das von Anfang bis Ende voller spannender Momente ist, bietet aber die Heimkehr des Helden und sein Kampf gegen die Freier seiner Frau, die auf seinen Besitz scharf sind, und denen er sich nicht zu erkennen gibt.

Ein Heldenepos ohne Gleichen!

Ein Buch, das nicht nur heranwachsende Jungen ansprechen kann!
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am 4. Juli 2011
Voß in allen Ehren, aber ich kann damit nichts anfangen. Ohne seinen Verdienst schmälern zu wollen, aber auf Sätze wie: "Hatte der Held noch nicht vollendet die müdende Laufbahn, auch bei den Seinigen nicht. Es jammerte seiner die Götter;" kann und will ich bei einer Übersetzung verzichten. Da habe ich lieber eine gut verständliche Prosa, als ein ratterndes Versmaß, das dem Deutschen noch dazu so überaus fremd ist.

Jemand, der Griechisch gelernt hat und weiß, wie das Ganze im Original funktioniert, hat sicher seinen Spaß daran, jemand, der die Odyssee einfach nur so kennenlernen möchte, wird schnell an seine Grenzen stoßen, denn Verse wie die eben zitierten, sind eher die Regel als die Ausnahme. Man sollte sich genau überlegen, ob man stundenlang von "müdenden Laufbahnen" und "rosenfingrigen" Göttinnen hören will.

Natürlich ist das Werk an sich großartig und ein verdienter Teil der Weltliteratur, die Geschichten sind interessant und wert, daß sie gehört und gelesen werden. Aber mit Spannung im heutigen Sinne hat das wenig zu tun und wer ein spannendes Hörerlebnis à la Abenteuerroman sucht, wird enttäuscht werden und ich verstehe die ganzen begeisterten Lobeshymnen nicht. Sie schaden meiner Meinung nach mehr, als sie nützen, denn sie erwecken den Eindruck, ein Homer könnte es in puncto Spannung und Erzählstil in irgendeiner Form mit heutigen Werken konkurrieren. Das kann (und muß und will) er natürlich nicht.

Meiner Meinung nach erfüllt diese Fassung vor allem dann ihren Zweck, wenn man bereit ist, sich auf etwas sehr Fremdes einzulassen. Wenn man nicht nur die Geschichte kennenlernen will, sondern sich auch drumherum ein wenig informiert und weiterbildet. Wenn man sich vorher erklären lässt, warum und wie und weshalb diese Übersetzung so aussieht, wie sie aussieht, wenn man vielleicht sogar ein, zwei Verse sich im Original anschaut. Wenn man sich klarmacht, für wen das eigentlich geschrieben wurde.

Aber einfach nur so: CD einlegen und Weltliteratur nebenbei hören, ist nicht. Und erst recht nicht mit einer Versübersetzung wie dieser, die vom heutigen Deutsch so weit entfernt ist wie Latein von Italienisch. Mag sie auch noch so genial gelesen sein.
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am 11. September 2013
Ich bin kein Altertumsforscher und kein Genie der deutschen Sprache oder der Literatur oder irgendwelcher Versmaße.
Ich lese nur sehr gerne über die alten griechischen Mythen, ein bisschen über die Antike und ich genieße gern kunstvoll Geschriebenes, dabei muss es nicht unbedingt Prosa sein, ich bin einfach nur offen für interessante Texte.

Bei der Odyssee bin ich fündig geworden, zwar ist die Sprache zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber es macht großen Spaß und lässt einen neu über Wörter nachdenken (im Alltag wird ja doch eine sehr verflachte Sprache benutzt, welche sämtliches Potential ungenutzt lässt). Im hintersten Teil der Ausgabe des Hamburger Lesehefte Verlages sind Erläuterungen enthalten, versteht man eine Wendung oder ein Wort nicht, kann man nach hinten blättern und nachsehen, ob es erklärt wird. Die Erklärungen an sich sind übersichtlich und schnell zu finden, davor gibt es ein Nachwort, in dem ein bisschen auf die Geschichte der Odyssee eingegangen wird (auf Übersetzungen, auf andere Autoren usw.), was auch interessant ist.
Das Format der Ausgabe ist zwar leicht ungewöhnlich, aber angenehm zu halten, die Umschlaggestaltung ist nett anzusehen und für 3,70 kann man Genuss kaum günstiger bekommen.

Womöglich kann es auch nicht verkehrt sein, wenn man über die Herkunft des Odysseus (die seine typische Schläue erklärt) und seiner Abenteuer schon vorher ein bisschen Bescheid weiß, da einen sonst die eigentliche Odyssee an sich ein bisschen verwirren könnte. Wenn man das auf zwanglose, unterhaltsame Art und Weise mit Hilfe eines Buches machen möchte, empfiehlt sich "Von zänkischen Göttern und tragischen Helden: Klassische Mythologie für Anfänger". In diesem Buch wird u. a. die Götterwelt als auch die Odyssee erklärt, gespickt mit Kommentaren und Wertungen des Autors, die aber meistens amüsant sind und das Lesen für nichtwissenschaftlich orientierte Leser erleichtern sollen.

Ansonsten findet man in Homers Odyssee natürlich keinen modernen, spannungsvollen Roman sondern eher eine kleine sprachliche Besonderheit, die man in Ruhe genießen kann, während die Abenteuer des listigen Odysseus sprachlich kunstvoll erzählt werden und einem helfen, gedanklich eine interessante mythologische Welt heraufzubeschwören.
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am 28. April 2005
Äsop, dessen Motive für die Gattung der Fabel prägend waren, gilt als Vater ebendieses literarischen Genus. Seine Geschichten von sprechenden und vernunftbegabten Löwen, Adlern, Füchsen, Ziegen und Hunden wollen unterhalten, vom Ernst des Lebens zeitweilig ablenken und mit der überraschenden Schlusspointe den Hörer bzw. Leser gleichsam effektvoll belohnen.
Die hier vorliegende neue Ausgabe von Rainer Nickel beruht auf der Collectio Augustana, die 231 Fabeln enthält und von Edwin Perry (1952) ediert wurde. Die Forschung, zuletzt auch Niklas Holzberg (2001), vermutet, dass es sich bei dieser „Sammlung" um das Fabelbuch eines einzigen Autors handelt. Auffallend sind stilistische Gemeinsamkeiten wie etwa der einheitliche Aufbau der meisten Fabeln sowie die Tatsache, dass sich jeweils eine Gruppe von Fabeln bestimmten Themenschwerpunkten zuordnen lässt.
Als sehr nützlich erweist sich die Aufnahme eines Registers, mit dessen Hilfe sich einzelne Motive und Themen wie Dankbarkeit, Dummheit, Habgier, Streit oder Vernunft leicht aufspüren und verfolgen lassen. Nickel bietet auf 31 Seiten seiner Edition auch - leider eher knapp gehaltene - Anmerkungen zu den einzelnen Fabeln, welche Verweise auf literarische Vorbilder, auf Weiterwirken und auf die Forschungsgeschichte des griechischen Dichters enthalten. Überlieferungstechnische Details fehlen dabei ebenso wenig wie Hinweise auf Redensarten, die sicher oder wahrscheinlich auf Äsop zurückgehen: nach jemandes Pfeife tanzen; sich den Löwenanteil sichern u. a. m. Aufgenommen ist aber etwa auch das Gedicht „Die sieben Stäbe" von Christoph von Schmid (1786 - 1854) als Vergleichstext zur Fabel „Die Söhne des Bauern im Streit" (Coll. Aug. 53).
Die Holzschnitte aus dem so genannten Ulmer Äsop, den der Arzt Heinrich Steinhöwel lateinisch-deutsch druckte, schmücken diese Ausgabe. Dieser Ulmer Erstdruck aus dem Jahre 1476 mit seinen wertvollen Illustrationen wurde immer wieder nachgedruckt und erlangte bald europaweite Berühmtheit. Zuletzt sind diese Holzschnitte, die sich durch knappe und sparsame Linienführung, aber auch durch aussagekräftige Umsetzung der wichtigsten Aspekte der einzelnen Fabeln auszeichnen, immer wieder in Phädrus-Schulbücher (z. B. Erhard Zachs Ausgabe im Braumüller-Verlag) aufgenommen worden.
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am 7. Juli 2009
Bisher habe ich das Buch mehere male gelesen. Jetzt aber lasse ich es mir vorlesen.
Die Ausgabe von Johann Heinrich Voß ist unübertroffen!!!
Der Vorleser Manfred Schradi versteht es, die Gesänge dermaßen gut herüberzubringen, man fühlt sich zurückversetzt.
Die modernen Versionen sind einfach nur flach!

Illias von Raoul Schrott (lustig mit den Klängen) aber es gibt LEIDER keine Version von Johann Heinrich Voß. (schade)

Aeneis von Vergil ist eine einzige Enttäuschung und das Geld nicht wert.
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