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am 13. Juni 2013
Seit über drei Jahrzehnten arbeitet Jesper Juul als Familientherapeut und hat schon einige Bücher über Erziehungsthemen geschrieben. In seinem neuen Buch versucht Juul das Thema Aggression aus der Tabuzone zu ziehen und ihm einen neuen Stellenwert in der Erziehung der Kinder zu geben.
Dabei bedient er sich auch hier wieder an Elternbriefen und Einblicken in seine Arbeit, die das Buch auflockern und das Thema vertiefen.

Wir alle möchten liebe und am besten perfekte Kinder haben, die nicht beißen, schlagen und schreien. Doch gehört konstruktive Aggression zur gesunden Entwicklung der Kinder dazu und es kann fatal sein, diese zu unterdrücken und mit Konsequenzen, dass neumodische Wort für Strafen, zu behaften. Aggressionen ist ein Gefühl, daß nicht unterdrückt werden darf, damit unsere Kinder zu selbstbewußte Menschen heranreifen können und den Umgang mit ihren Aggression erlernen.

Im ersten Teil des Buches veranschaulicht er die momentan herrschende Situation in Schweden, die sich ihm in seiner Arbeit zeigt und wirft einen Blick in die Zukunft, aber auch einen Blick in die Vergangenheit, damit man ein Verständnis, wie Aggressionen zu einem Tabu werden konnten, entwickeln kann.
Dabei schreibt er auch für den interessierten Laien verständlich und anhand seiner Erfahrungsberichten in diesem Bereich, wirkt das Buch zu keiner Zeit langatmig und trocken, sondern anschaulich und lebendig.

Kinder die aggressives Verhalten zeigen sind nicht per se Problemkinder, nur fragt sie keiner nach dem Grund ihres Verhalten. Ihnen wird ein Stempel aufgedrückt und sie werden in eine Schublade gesteckt.
Mütter bekommen mitunter ein schlechtes Gewissen, weil ihnen der Kragen geplatzt ist und sie ihr Kind angeschrien haben. Sie haben Angst in der Erziehung versagt und ihren Kindern Schaden zugefügt zu haben. Dabei haben sie eigentlich alles richtig gemacht. Sie waren menschlich und haben in dem Moment ihr Gefühl gezeigt. Nur darf man das nicht den Kindern zur Last legen und ihnen die Schuld für den Gefühlsausbruch geben, sondern sollte dazu stehen und sich dann auch entschuldigen. Den Kindern erklären, warum man so wütend war. Die Erwachsenen verstehen sich darauf, den Kindern für vieles die Schuld zu geben, auch für ihre eigenen Gefühle. Nachdem Motto: " Ich habe gebrüllt, weil Du..."
Genauso, wie man im Gegenzug die Kinder fragen muss, warum warst Du da wütend, ich möchte dich verstehen, damit wir einen Weg finden. So werden Kinder ernst genommen und können daraus lernen. Nicht mit dem Satz, der an jeglicher Lösung vorbeigeht, "Hör auf zu schreien, ich weiß ja warum Du wütend bist"- wissen wir das wirklich immer, warum unser Kind so ist, wie es ist?

Juul ist bekannt dafür, dass er auf der Seite der Kinder steht, aber er hat einen sehr feinfühligen Weg gefunden, sich dabei nicht gegen die Eltern/Erzieher/Pädagogen zu stellen. Er möchte sie alle im Boot wissen. Es ist an der Zeit etwas zu ändern und das Thema Aggression zu enttabuisieren, zu verstehen, was für Aggressionen es gibt und das aggressives Verhalten nicht zwangsläufig zur Gewalt führt, sondern auch seine positiven Seiten hat. In seinem Buch beleuchtet er verschiedene Formen von Aggressionen und das eine konstruktive Aggression wichtig ist. Er verharmlost keineswegs die sinnlosen Gewaltattaken gegenüber Mitmenschen, sondern beleuchtet die verschiedensten Formen.

Ein wichtiges Buch, welches ich Eltern/Eriehern/Pädagogen empfehlen kann, damit Aggressionen legitimen Stand in der Gefühlswelt bekommen und nicht weiterhin unterdrückt werden.
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am 15. Oktober 2014
Jesper Juul gehört zu meinen Lieblingsautoren. Ich habe schon viel von ihm gelesen, manches als Hörbuch mehrmals erfasst. Seine Ansätze sind für mich unschlagbar und seine Ansichten und Geschichten helfen, die eigene Kindheit und die eigenen Kinder besser zu verstehen. Je mehr ich von ihm lese oder höre, desto mehr integriere ich in mein Leben, desto größer ist die Zufriedenheit.

Doch nun zu diesem Buch: Aufgrund meiner Erfahrungen mit Juul hat mir dieses Buch nicht wirklich etwas Neues zu sagen gehabt. Ich bin nicht einmal bis zum Ende gekommen, weil "Aggression" teilweise Längen hat, die es mir schwer gemacht haben dranzubleiben. Einzelne Kapitel sind richtig gut, zum Beispiel das, in dem er erläutert, was der Unterschied zwischen "Selbstwert" und "Selbstbewusstsein" ist. Einige Geschichten sind erschreckend, z. B. die von dem 2,5-jährigen Mädchen, das zum Psychotherapeuten soll, oder die von der Familie, deren Familienmitglieder alle Psychopharmaka nehmen, weil sie den Effekt so schätzen ...

Die Struktur des Buches ist für mich etwas unklar. Unsicher bin ich mir auch, an welche Zielgruppe es sich richtet: An Eltern? An ErzieherInnen? An sonstige Fachkräfte? Für Menschen, die selbst Aggressionen verspüren, mag es schwer sein, die Essenz für sich zu gewinnen. Meine Ausgabe habe ich verliehen an jemanden, der seine eigene Aggression versucht zu verstehen. Er fühlt sich wohl damit.

Mein Fazit: Nicht das beste Werk von Juul, aber mit gewohnt wertvollen Impulsen für die Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen, zu (eigenen) Kindern und für den Umgang mit Aggression.
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am 15. Oktober 2013
Jesper Juul hat in den letzten Jahren unzählige Bücher geschrieben. Es gibt einige große Themenbereiche von ihm, die immer wieder in seinen Büchern besprochen werden wie z.B. Beziehung statt Erziehung und das Familienleben. Aber das Buch Aggressionen ist speziell. Es ist vor allem auch auf dem deutschen Büchermarkt ein Sonderling ohne Konkurrenz. Jesper Juul ist der Meinung, dass heute die ganz normalen Aggressionen tabuisiert werden und dadurch Kinder die ihre Gefühle ausdrücken stigmatisiert und pathologisiert werden, was er für einen riesigen Fehler hält. Deshalb hat er dieses sehr deutliche und konkrete Buch aus der Sicht des Familientherapeuten geschrieben.

Das Buch ist für Eltern mit aggressiven Kindern, für Eltern mit nicht aggressiven Kindern und für Fachleute, Lehrer und Pädagogen gedacht. Jesper Juul erklärt, was Aggression ist, wo der Unterschied zu Gewalt liegt, woher Aggression kommt, wie sie aussehen sollte, wenn sie konstruktiv ist, wie sie aussieht, wenn es jemandem schlecht geht und destruktiv wird, wie Eltern, Pädagogen und andere Fachleute damit umgehen sollten. Er erklärt, wie die alltägliche, verdeckte Aggression der Erwachsenen auf die Kinder wirkt. So können Leser, die glauben, sie selbst kommunizierten nicht aggressiv, ihre eigenen Baustellen aufdecken und bearbeiten.
Aggression ist neben Angst, Lust und Liebe eine der grundlegenden Emotionen, mit denen Kinder bereits geboren werden, erklärt Juul. Nur wenn Kinder die Möglichkeit und eine konstante zuverlässige Einladung haben, ihre Emotionen auszudrücken, und sie darauf eine relevante und empathische Rückmeldung erhalten, können sich die Emotionen weiterentwickeln und differenzieren.

Aber Kinder, die aggressiv auf ihre Umwelt reagieren, bekommen üblicherweise keine Möglichkeit zu lernen, wie sie ihre Aggression in konstruktives Verhalten übertragen können. Sie werden als Problemfälle von Pädagogen und Lehrern diskriminiert. Sie stören. Und statt sie zu fragen, was sie wütend macht, werden sie vor die Tür gesetzt. Jesper Juul hat sich die Hintergründe von Kindern, die als aggressiv diagnostiziert wurden, angeschaut und sagt, dass es fast an ein Wunder grenze, dass diese Mädchen und Jungen bisher noch niemanden umgebracht haben. Denn die Zahl der gewalttätigen und übergriffigen Eltern, Stiefeltern, Großeltern und Lehrer, mit denen diese Kinder in ihrem kurzen Leben auskommen mussten, sei erschreckend hoch. Oft sind sich die Erwachsenen ihrer Taten nicht bewusst, oder sie sind schlau genug, ihre Verletzungen mit einem Lächeln, einer süßen Stimme oder einer zarten Berührung zu tarnen. Laut Juul, werden diese Kinder auch von Pädagogen vernachlässigt. Sogar noch mehr, als es in den eigenen Familien geschieht. Gleichzeitig berichten die selben Pädagogen, die sich eigentlich um die Kinder kümmern sollen, von den immer mehr werdenden Verhaltensproblemen der Kinder. Laut einer dänischen Studie bezeichnen Erzieherinnen 22 % der Jungen als Problemkinder, weil diese ihren Ärger und ihren Frust ausleben.

Aggression an sich sei nichts Schlechtes. Menschen benötigten Aggression, um voran zu kommen und um über sich hinaus zu wachsen. Ohne Aggression hätte er keine Bücher schreiben können, meint Juul. Menschen wären ohne Aggression nicht fähig, einen Marathon zu laufen, Träume zu verwirklichen, die eigenen Grenzen zu bestimmen oder ihre Kinder zu beschützen. Aggression an sich beschreibt er also als etwas Sinnvolles und Konstruktives.

Wenn ein dreijähriges Kind einen anderen Menschen beißt, geschieht das aus Frustration. Kinder in diesem Alter denken tausendmal schneller, als sie sich in mündlicher Sprache ausdrücken können. Sie denken, dass Eltern so etwas wie Götter sind und erwarten von ihnen, ganz und gar verstanden zu werden.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann destruktive Aggression laut Juul immer in folgende Botschaft übersetzt werden: „Hallo, existiert dort draußen jemand, der wünscht, meine Welt kennenzulernen, und der versuchen will, das Leben aus meiner Perspektiven zu erfahren? Ich fühle mich in der letzten Zeit nicht gut und kann alleine nicht herausfinden, was sich machen lässt!“ Diese Botschaft sollten alle Erwachsenen als Einladung verstehen. Juul meint, ein Erwachsener, der sich drei oder vier Mal auf diese Einladung einlässt, würde sehen, dass es stimmt, was Juul sagt. Und zwar immer.
Ein gutes hilfreiches Augen öffnendes Buch.

(Kitti Toldmie)
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am 12. April 2014
Ich bin einer der wenigen Männer, die als Pädagogen in einer KiTa arbeiten. Bereits beim Lesen des ersten Kapitels rammte ich beide Füße fest in den Boden, stieß meide Arme in die Luft und rief von tief aus dem Bauch heraus so laut ich konnte: DANKE! Herr Juul DANKE!
Jesper Juul bringt just jene Misstände auf den Punkt, die mir seit langem mächtig quer liegen. Sie im Team anzusprechen (oder noch riskanter: öffentlich) stießen in der Regel zumindest auf Unverständnis.
Es ist schlichtweg eine Wohltat zu wissen, dass ein renomierter Therapeut öffentlich aufdeckt, worin die Gewalt und Übergriffigkeit in Strategien wie "immer freundlich", "immer höflich" und "immer grenzenlos zur Verfügung stehen" liegen.
Ich wünsche Pädagoginnen und Pädagogen viel Energie und Vergüngen damit, die Ansätze aus diesem Buch methodisch weiter zu entwickeln und anzuwenden!
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am 10. August 2016
Jesper Juul ist ein sehr bekannter 1946 geborener dänischer Familientherapeut und Autor vieler Bücher über Erziehung. Seit dem Bosnienkrieg engagiert er sich für Flüchtlinge und Kriegsveteranen. Aus erster Ehe hat er einen erwachsenen Sohn, in zweiter Ehe ist er mit einer Kroatin verheiratet.

Er plädiert in diesem Buch für einen entpannteren Umgang mit der „Aggression“ unserer Kinder, der natürlich auch Reflexion über den Umgang mit unseren eigenen Aggressionen oder vielleicht auch unserer krampfhaften Vermeidung/Tabuisierung von Aggression beinhaltet. Nichts wäre schlimmer, als die bei Kindern immer konstruktive Aggression fehlzudeuten als zu unterdrückende, zu tabuisierende Gefühlsäusserung. Dadurch dass wir Kindern diese Gefühlsäusserung, die immer ein Appell zu mehr Liebe ist, nicht gestatten, sie ihnen verbieten als Fehlverhalten, gärt sie unterirdisch weiter und wird irgendwann später zu destruktiver Aggression umschlagen.

Wenn Kinder z.B. aus dem Kindergarten kommen und beissen oder kratzen, dann kann das daran liegen, dass sie dort zwischen all den anderen Kindern nicht gehört worden sind. Und wenn wir das nicht zu verstehen und aufzufangen suchen durch Empathie, dann werden sie auch von uns Eltern wieder nicht gehört und in ihrem Liebesbedürfnis wahrgenommen. Und dann brauchen wir uns nicht wundern, dass sie entweder immer aggressiver oder aber immer verschlossener reagieren.

Kinder wollen wertvoll sein und dies bestätigt bekommen, das liegt ihrer Aggression zugrunde. Sie ist eigentlich eine Einladung, so Juul, uns auf sie einzulassen, ihnen zuzuhören. (10.08.16)
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am 3. November 2014
Dieses Buch hat mir sehr gut durch eine schwere Zeit geholfen, indem mir jeder erzählt hat das mein Sohn zu laut und zu aufbauend ist.Wohlgemerkt er ist erst vier aber nun mal ein lebhaftes Kerlchen. Dieses Buch erklärt wunderbar das falsche Bild welches wir im Kopf haben und hilft auf angenehme Weise Dein Kind und bestimmte Situationen besser zu verstehen und zu lösen. Ich finde dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle werden die täglich mit Kindern zu tun haben.
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am 24. März 2014
Das Buch hat mir geholfen, manchmal auftretende Verhaltensweisen meiner Tochter als vollkommen normal anzunehmen. Wichtig die Aussage Juuls, dass in unserer Gesellschaft kindliche Aggression immer mehr als negativ angesehen wird - sie aber ein normales Gefühl darstellt und behutsame Lenkung der Eltern braucht. Sehr zu empfehlen.
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am 23. Mai 2013
Es ist eine wohl von allen Fachleuten unbestrittene Tatsache, dass die Zahl der verhaltensauffälligen bis aggressiven Kinder in den Kindertagesstätten und Schulen des Landes zugenommen hat. Weitaus weniger Einigkeit herrscht in der Fachwelt über die Ursachen dieser signifikanten Zunahme. Das Fernsehen, Gewaltspiele am PC, die mangelnde frühkindliche Bindung – man mag all die Erklärungen gar nicht aufzählen, weil man spürt, dass sie die betroffenen Erzieher, Eltern und Lehrer nicht weiterbringen werden, weil es hier um gesellschaftliche Phänomene geht, auf die der Einzelne wenig Einfluss hat. Dennoch müssen sowohl Eltern als auch Erzieherinnen und Lehrer mit Kindern und deren Aggression umgehen, sie müssen lernen, sie zu verstehen ohne zu urteilen und ihre positiven Seiten für die Entwicklung der Kindern achten und sie nutzen.

Darum geht es dem bekannten Pädagogen Jesper Juul in seinem neuen Buch, in dem er deutlich macht, dass Aggression bei Kindern und Erwachsenen ein „notwendiges Verhalten“ ist. Obwohl er an manchen Stellen den Umgang mit aggressiven Kindern in unseren Schulen und Kitas in negativer Form sehr überzeichnet, lohnt es, sich auch mit seinem neuen Buch auseinanderzusetzen.

Aggressives Verhalten, so Juul, darf nicht länger tabuisiert und diskriminiert werden. Er zeigt, was passiert, wenn diese Gefühle unterdrückt oder sanktioniert werden. Er betont, wie wichtig es sei, in der Erziehung von Kindern im Elternhaus, im Kindergarten und in der Schule zu lernen, mit diesen Gefühlen konkret umzugehen und so die Fähigkeit zu entwickeln, Stück für Stück besser mit ihnen umgehen zu können. Die Fähigkeit, Aggressionen als für die Entwicklung von Kindern wichtige Gefühle entschlüsseln zu können, versetzt Erwachsene in die Lage, das Selbstwertgefühl der Kinder und ihr Selbstvertrauen nicht nur zu schätzen, sondern zu stärken.

Juul zeigt an vielen Beispielen, wie es gelingen kann, Aggressionen zu integrieren und beschreibt die Empathie als das „Gegengift zur Gewalt“. Er plädiert für die Entwicklung einer Kultur, die auf die Resilienz des Menschen baut und zitiert dazu eine Studie der Vereinten Nationen. Resilienz sei die Fähigkeit, „erfolgreich mit den alltäglichen Herausforderungen einschließlich der Lebensübergänge der Zeiten mit sich anhäufendem Stress und mit einschlägigen Nöten und Risiken zurechtzukommen. Gewöhnlich erkennt man resiliente Kinder an ihrem hohen Selbstwertgefühl, ihrer inneren Überzeugungskontrolle, ihrem Optimismus und ihrer klaren Ambition, Leistung und Zielorientierung, an ihrer Reflexion und Fähigkeit, Probleme zu lösen, an ihren gesunden Kommunikationstrukturen und an ihrer Fähigkeit, vorbildliche Beziehungen zu Erwachsenen zu suchen.“

Zwei kritische Bemerkungen zu diesem Buch am Ende. Juul sieht die bisherigen Leistungen von Kitas und Schulen auf diesem Gebiet zu negativ. Und er geht fraglos davon aus, dass Erwachsene, die doch unsere Kitas und Schulen prägen und sie entwickeln, diese oben beschriebene Fähigkeiten schon selbst vollständig besitzen. Meine Erfahrung lehrt mich da etwas anderes. Immer mehr Erwachsene, die Eltern werden, sind überhaupt nicht in der Lage, ihren Kindern so etwas wie Bindung, Empathie und Resilienz zu vermitteln, weil sie, oft am sozialen Rand der Gesellschaft lebend, überhaupt nicht die biographischen und emotionalen Kompetenzen dazu haben. Erzieherinnen und Lehrer-innen müssen dann, oft mit viel Engagement, versuchen, diese Lücken zu schließen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen, ein schwieriges und oft nervenaufreibendes Unterfangen.

Dennoch: Juul hat mit seinem Buch dazu beigetragen, die Aggression aus der pädagogischen Schmuddelecke zu holen und ihr ihren wichtigen Stellenwert für die Entwicklung von Kindern zuzuweisen.
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am 9. Januar 2014
da wir zwei sehr aktive und ausdrucksstarke Jungs (4 + 6 Jahre) zu Hause haben - wo es oft hoch hergeht - habe ich wahrscheinlich die Bestätigung gebraucht, dass Geschwister "sich reiben" müssen. Ich bin sehr harmoniebedürftig und habe oft Schwierigkeiten wenn es dann zwischen den beiden grob wird. Ich konnte dann selbst nicht mehr ruhig bleiben - wollte Unterstützung für mich (meine Reaktion) aber auch zu meinem Verständnis warum die zwei sich so reiben. Das Buch hat mir sehr geholfen, dies gelassener zu sehen und mich nicht verantwortlich dafür zu fühlen wie laut, körperbezogen,... es ab und zu abgeht. Wenn es mir jetzt zu heftig wird, geh ich raus in den Garten, warte ein paar Minuten ab, und wenn ich wieder komme sind die zwei zu 95% wieder ein Herz- und eine Seele (in den anderen 5% reicht meist das Zuhören + Streicheleinheiten, nur im Notfall - hol ich meine "Zaubersalbe" oder einen Eisbeutel, - und fertig). Diese Buch hat mir persönlich sehr viel Last von den Schultern genommen.
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am 13. Oktober 2014
für mich als Mutter sowie als Pädagogin. Der Blick AUF die Kinder gelingt mir jetzt wieder sehr viel besser, d.h. ich fühle mich nicht mehr so verschluckt von solchen Situationen und damit nicht mehr handlungsfähig. Herr Juul ist einfach ein Anwalt für die Kinder und gibt den Erwachsenen einfach ganz klar die 100ige Verantwortung.
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