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Sieben Jahre: Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:18,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 3. August 2017
Schon nach der ersten Seite hat man das Gefühl, in diesen Roman hinengezogen zu werden. Der Hauptcharakter (mag er noch so unsympatisch sein) ist einem sofort sehr nahe und man fühlt mit ihm mit, wie mit bislang keinem anderen. Peter Stamm ist ein großartiger Erzähler, wenn nicht gar der Beste der Gegenwart überhaupt!
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am 28. April 2016
Ein wunderbarer Roman - Der Autor ist eine "Feder"! Allen zu empfehlen die Lesefreude genießen wollen, denn diese finden sie garantiert.
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am 20. September 2014
Ich war nach dem lesen etwa 7 Minuten sprachlos. Noch in der Geschichte gefangen, die doch schon zu Ende war.
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am 4. Juli 2013
Eine Liebesgeschichte der ungewöhnlichen Art, spannend wie ein Krimi und einfühlsam und sehr authentisch wirkend geschrieben - für alle, die vom Leben schon etwas gesehen haben.
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am 14. März 2011
Schon lange hat mich kein Buch mehr so gefesselt, mitgenommen und beeindruckt. Es verdient uneingeschränkt 5 Sterne.

Die Handlung des Buches wurde hier schon erschöpfend dargestellt, kurz zusammengefasst nenne ich es: Ein Mann zwischen zwei Frauen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, und dies so klar und fesselnd, in all seinen charakterlichen Schwächen so nachvollziehbar, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. An einem Tag war es durchgelesen und ich weiß, dass es lange dauern wird, bis mich wieder ein Buch so beeindruckt.

Woran liegt es?
Zum einen an der schnörkellosen und klaren Sprache, die den Leser hundertprozentig in den Bann des Buches zieht, gerade wegen ihrer Unaufgeregtheit. Darüber hinaus halte ich die Charakterzeichnung der drei Hauptfiguren für überaus gelungen, vor allem der Ich-Erzähler ist in all seiner Fehlerhaftigkeit und emotionalen Beschränktheit einfach großartig ausgelotet. Mir persönlich gefällt außerdem, dass die Erlebnisse und das tägliche Umfeld der Figuren nicht 'papiern' und künstlich daherkommt, sondern ich jederzeit das Gefühl hatte, genauso leben viele Menschen heute, und: so verändern sie sich mit den Lebensphasen -Ausbildung voller Ideale und Träume, später gefangen im eigenen Hamsterrad.

Vor allem berührt mich das Thema, der Protagonist und seine Beziehung zu den zwei Frauen. Trotz seiner emotionalen Beschränkheit konnte ich seine Gedanken und Empfindungen stets nachvollziehen. Sehr viele kluge Sätze und Betrachtungen ließen mich innehalten und nachdenken. Gleichzeitig konnte ich den ' nur selten absehbaren ' Fortgang der Handlung kaum abwarten. Mehr kann man von einem Buch nicht verlangen.

Für mich eines der Bücher des Jahres und ich werde in jeden Fall mehr von dem Autor lesen.
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am 24. Februar 2015
Der sogenannte "Spannungsbogen" versickert im Lauf der Geschichte mehr und mehr, interessant war für mich die Schilderung der Studentenzeit in München. Schade - ich konnte mich mit keinem der Protagonisten identifizieren bzw. anfreunden, im Gegenteil, sie wurden mir mehr und mehr zuwider.
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am 21. September 2017
Bin bei der Hälfte und seit etwa 30 Seiten lese ich nur noch quer.... Der Klappentext war soooo vielversprechend. Ich verstehe nicht, wie man eine solch langweilige Geschichte über so eine spannende, immer aktuelle Lebenssituation schreiben kann.... Ich "lese" noch zu Ende und kann es kaum abwarten. Hoffnung darauf, dass noch etwas passiert habe ich mi hat mehr.
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am 12. Februar 2016
Sehr ehrlich, sehr lebensnah. Hätte aber gern einen weniger offenen Schluss gehabt...( Ich lasse mir nicht gerne befehlen, wie viele Wörter ich zu schreiben habe!)
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Oktober 2009
Dieser Spruch stammt aus dem Mund von Charles-Edouard Jeanneret (1887 - 1965), der sich selbst den Künstlernamen Le Corbusier gab. Er baute die Porsches unter den Häusern. Behausungen für Menschen, denen das Herz beim Anblick eines richtig proportionierten Treppenhauses aufgeht, so wie dem Porsche-Fahrer beim Klang des Boxer- Sechszylinders. Und noch ein Satz steht stellvertretend für den bedeutendsten wie auch umstrittensten Architekten des 20. Jahrhunderts: "Unsere Augen sind geschaffen, die Formen unter dem Licht zu sehen: Lichter und Schatten enthüllen die Formen." Und eben dieses Spiel von Licht und Schatten ist der rote Faden durch Peter Stamms Roman "Sieben Jahre", der es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2009 schaffte.

Le Corbusier wird von der begabten Architekturstudentin Sonja, der schönen, gescheiten jungen Frau aus wohlhabendem Haus, die mit ihrer Attraktivität und ihrer natürlichen Sicherheit stets die Blicke vieler auf sich zieht, heiß und innig verehrt. Sie verkörpert den architektonisch-kühlen Charme der Bauwerke des Schweizer Visionärs. Bereits die ersten Worte des Romans weisen ihr die Rolle zu, die sie im Laufe der gesamten Handlung einnehmen wird: "Sonja stand in der Mitte des hellerleuchteten Raumes, im Zentrum wie immer. Sie hielt den Kopf etwas gesenkt und die Arme nah am Körper, ihr Mund lächelte, aber ihre Augen waren zusammengekniffen, als blende sie das Licht oder als habe sie Schmerzen."
Den Schatten zeichnet Peter Stamm in Gestalt der Polin Iwona. Sie ist in jeder Beziehung das Gegenteil der schönen beherrschten Sonja. Eine reiz- und anspruchslose Erscheinung, spröde, grau, unattraktiv, ärmlich gekleidet und ihr enges Zimmer mit religiösem Kitsch vollgestopft. Sie hält sich illegal in Deutschland auf und mit Gelegenheitsjobs über Wasser.

Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch zirkulieren sie beide um Alex, der Zentralfigur des Romans. Er, ein mittelmäßiger Architekt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, ist nicht dem fortschrittsgläubigen Schweizer Konstrukteur verfallen, sondern verehrt den Postmodernisten und Melancholiker Aldo Rossi. Nicht die Idee der lichtdurchfluteten Moderne, sondern Rossis Aussage, "dass es in jedem Zimmer einen Abgrund gebe", ist in Alex' Innerstem präsent.

Egal ob Le Corbusiers Visionen von Licht und Schatten oder Rossis dunkle Zimmerfluchten, sie beherrschen Stamms Helden latent metaphorisch. Die eine - Sonja - wird seine Ehefrau, die andere - Iwona - seine Obsession. "Es war nicht Lust, die mich an sie band, es war ein Gefühl, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr empfunden hatte, eine Mischung aus Geborgenheit und Freiheit. Es war, als vergehe die Zeit nicht, wenn ich mir ihr zusammen war, aber gerade dadurch bekamen diese Momente ihr Gewicht. Mit Sonja baute ich mir etwas auf, das nie ganz fertig wurde. (...) Kaum hatten wir ein Ziel erreicht, zeichnete sich schon das nächste ab, wir kamen nie zur Ruhe. (...) Es war, als sei Iwona der einzige Mensch, der mich ernst nahm, dem ich wirklich etwas bedeutete. Sie war die einzige Frau, die in mir mehr sah als den netten Jungen oder den vielversprechenden Architekten."

Peter Stamm erzählt eine Dreiecksgeschichte in einem Liebesroman. Aber nicht derart, wie man es von einer solchen erwarten würde. Seine Sprache ist klar, nüchtern, distanziert, eher schmuck- und teilnahmslos, als romantisch und verklärt. Nicht das Herausarbeiten von romantisierten Glückmomenten zählt zu den Stärken des Buches, sondern das Ausloten menschlicher Unzulänglichkeiten. Dies jedoch mit einer kühlen Zärtlichkeit und Empathie.
Als Rahmenhandlung fungiert ein Gespräch von Alex mit der befreundeten Malerin Antje, in deren Marseiller Wohnung vor 18 Jahren die Beziehung zu Sonja begann. In Rückblenden setzt er Puzzle für Puzzle sein vergangenes Leben zusammen, schonungslos, offen und ehrlich - eine Lebensbeichte.

Fazit:
Le Corbusiers Kunstwerke zu bewohnen ist anstrengend. Denn um der Schönheit Willen muss man auf solche Eigenschaften wie Gemütlichkeit, Heimeligkeit oder Kuscheligkeit verzichten. Ähnlich verhält es sich mit Peter Stamms "Sieben Jahre". Auch hier sucht man diese Charakteristika vergeblich. Er seziert die Liebe in all ihre Einzelteile, bis auf den letzten freigelegten Nerv, da wo es richtig weh tut. Aber wie er das schafft, zeichnet hervorragende Literatur aus.

"Du bist, was du liebst, nicht wer dich liebt." (aus "Sieben Jahre") "Alles ist anders. Alles ist neu. Alles ist schön", 23. Oktober 2009

Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieser Spruch stammt aus dem Mund von Charles-Edouard Jeanneret (1887 - 1965), der sich selbst den Künstlernamen Le Corbusier gab. Er baute die Porsches unter den Häusern. Behausungen für Menschen, denen das Herz beim Anblick eines richtig proportionierten Treppenhauses aufgeht, so wie dem Porsche-Fahrer beim Klang des Boxer- Sechszylinders. Und noch ein Satz steht stellvertretend für den bedeutendsten wie auch umstrittensten Architekten des 20. Jahrhunderts: "Unsere Augen sind geschaffen, die Formen unter dem Licht zu sehen: Lichter und Schatten enthüllen die Formen." Und eben dieses Spiel von Licht und Schatten ist der rote Faden durch Peter Stamms Roman "Sieben Jahre", der es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2009 schaffte.

Le Corbusier wird von der begabten Architekturstudentin Sonja, der schönen, gescheiten jungen Frau aus wohlhabendem Haus, die mit ihrer Attraktivität und ihrer natürlichen Sicherheit stets die Blicke vieler auf sich zieht, heiß und innig verehrt. Sie verkörpert den architektonisch-kühlen Charme der Bauwerke des Schweizer Visionärs. Bereits die ersten Worte des Romans weisen ihr die Rolle zu, die sie im Laufe der gesamten Handlung einnehmen wird: "Sonja stand in der Mitte des hellerleuchteten Raumes, im Zentrum wie immer. Sie hielt den Kopf etwas gesenkt und die Arme nah am Körper, ihr Mund lächelte, aber ihre Augen waren zusammengekniffen, als blende sie das Licht oder als habe sie Schmerzen."
Den Schatten zeichnet Peter Stamm in Gestalt der Polin Iwona. Sie ist in jeder Beziehung das Gegenteil der schönen beherrschten Sonja. Eine reiz- und anspruchslose Erscheinung, spröde, grau, unattraktiv, ärmlich gekleidet und ihr enges Zimmer mit religiösem Kitsch vollgestopft. Sie hält sich illegal in Deutschland auf und mit Gelegenheitsjobs über Wasser.

Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch zirkulieren sie beide um Alex, der Zentralfigur des Romans. Er, ein mittelmäßiger Architekt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, ist nicht dem fortschrittsgläubigen Schweizer Konstrukteur verfallen, sondern verehrt den Postmodernisten und Melancholiker Aldo Rossi. Nicht die Idee der lichtdurchfluteten Moderne, sondern Rossis Aussage, "dass es in jedem Zimmer einen Abgrund gebe", ist in Alex' Innerstem präsent.

Egal ob Le Corbusiers Visionen von Licht und Schatten oder Rossis dunkle Zimmerfluchten, sie beherrschen Stamms Helden latent metaphorisch. Die eine - Sonja - wird seine Ehefrau, die andere - Iwona - seine Obsession. "Es war nicht Lust, die mich an sie band, es war ein Gefühl, das ich seit meiner Kindheit nicht mehr empfunden hatte, eine Mischung aus Geborgenheit und Freiheit. Es war, als vergehe die Zeit nicht, wenn ich mir ihr zusammen war, aber gerade dadurch bekamen diese Momente ihr Gewicht. Mit Sonja baute ich mir etwas auf, das nie ganz fertig wurde. (...) Kaum hatten wir ein Ziel erreicht, zeichnete sich schon das nächste ab, wir kamen nie zur Ruhe. (...) Es war, als sei Iwona der einzige Mensch, der mich ernst nahm, dem ich wirklich etwas bedeutete. Sie war die einzige Frau, die in mir mehr sah als den netten Jungen oder den vielversprechenden Architekten."

Peter Stamm erzählt eine Dreiecksgeschichte in einem Liebesroman. Aber nicht derart, wie man es von einer solchen erwarten würde. Seine Sprache ist klar, nüchtern, distanziert, eher schmuck- und teilnahmslos, als romantisch und verklärt. Nicht das Herausarbeiten von romantisierten Glückmomenten zählt zu den Stärken des Buches, sondern das Ausloten menschlicher Unzulänglichkeiten. Dies jedoch mit einer kühlen Zärtlichkeit und Empathie.
Als Rahmenhandlung fungiert ein Gespräch von Alex mit der befreundeten Malerin Antje, in deren Marseiller Wohnung vor 18 Jahren die Beziehung zu Sonja begann. In Rückblenden setzt er Puzzle für Puzzle sein vergangenes Leben zusammen, schonungslos, offen und ehrlich - eine Lebensbeichte.

Fazit:
Le Corbusiers Kunstwerke zu bewohnen ist anstrengend. Denn um der Schönheit Willen muss man auf solche Eigenschaften wie Gemütlichkeit, Heimeligkeit oder Kuscheligkeit verzichten. Ähnlich verhält es sich mit Peter Stamms "Sieben Jahre". Auch hier sucht man diese Charakteristika vergeblich. Er seziert die Liebe in all ihre Einzelteile, bis auf den letzten freigelegten Nerv, da wo es richtig weh tut. Aber wie er das schafft, zeichnet hervorragende Literatur aus.

"Du bist, was du liebst, nicht wer dich liebt." (aus "Sieben Jahre")
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TOP 500 REZENSENTam 7. September 2009
Peter Stamm hat für mich einen melancholisch angehauchten Roman über die Unentschlossenheit in der Liebe, dem Hinweggehen der eigenen Leere und dessen Auswirkung auf Beziehungsfelder geschrieben, wo der Spannungsbogen von verunsicherter Liebesgestaltung bis hin zur obsessiven Beziehungs-(Alkohol-) und Sexsucht gehen kann.

Zur Handlung:

Der Protagonist Alex, Architektur-Student in München, will sich ein Leben mit seiner Partnerin Sonja aufbauen, ein gemeinsames Geschäft gründen, dem Leben eine eigene Richtung geben. Als er die Polin Iwona kennenlernt, manövriert er sich immer mehr in eine Art Obsession, zu der er schon fast wie zu einer Prostituierten einen Umgang unterhält. Sonja wünscht sich von Alex unbedingt ein Kind, doch ausgerechnet Iwona, die sich illegal in Deutschland aufhält, wird von Alex schwanger. Die Hin- und Hergerissenheit zu beiden Frauen, nimmt immer bedrohendere Formen an, Alex stellt seine Beziehung zu Sonja damit auf die Probe und riskiert dessen Zerbrechen, Iwona liebt Alex abgöttisch und bleibt ihm selbst über Jahre, wo sie sich nicht mehr sehen treu, sie hofft in ihrem Inneren, auf sein Zurückkommen. Alex überredet sie, ihr Kind das sie von ihm erwartet, an ihn abzugeben um damit eine Adoption von der Tochter Sophie zu erwirken und damit dem Kinderwunsch von Sonja zu entsprechen...

Sämtliche Freunde im Roman kennen sich aus früheren vor allem Studium-Zeiten, jetzige Paarkonstellationen waren zu früheren Zeiten andere und alle kennen sich irgendwie, und der Eine befragt den Anderen, wie denn der Partner früher war, alles scheint im Beziehungswirrwar irgendwie miteinander verflochen, auf eine Art wird diese Geschichte rückwärts erzählt, was beizeiten leichte Desorientierung beim Leser auslösen kann, zumindest hat man sich darauf einzustellen, als ob eine Geschichte von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit erzählt wird, Bekanntes plötzlich unbekannt ist, eine bereits geschlossene Ehe plötzlich in der Entstehung zur Beziehung plötzlich geschildert wird.

Keine Ahnung was Peter Stamm damit beim Leser erreichen will, zumindest bei mir hat es leichte Verunsicherung ausgelöst, was Absicht sein könnte, denn der ganze Roman strotzt nur so von Verunsicherung. Somit erlebe ich das gleiche Lebensgefühl, wie der Protagonist selbst! Ein Roman, wo unsere Orientierungslosigkeit im Beziehungs-Dschungel vor Augen geführt wird, wo wir Unverständnis bei Alex erleben, eine Sonja verstehen können, und eine grosse Sympathie für eine benachteiligte Polin entwickeln, die sogar bereit ist, ihr Kind wegzugeben, an den Mann den sie schon fast aus einer Art Abhängigkeit heraus "liebt".

Der Roman behandelt Themen wie Leihmutterschaft, Ausländer die illegal sich aufhalten, von der Macht in Beziehungen, von der Benachteiligung durch schlechte Einkommensverhältnisse, insbesondere für Ausländer, von dem wie wir unser Leben planen wollen und wie es sich dann tatsächlich abzeichnet, von der Unfähigkeit sich in der Liebe klar zu positionieren, von Abhängigkeiten im Feld von Beziehung, von der männlichen sexuellen Besessenheit, von der Unfähigkeit (als Mann) sich klar für eine Frau zu entscheiden, von der Versuchung zu flüchten als sich wirklich einzulassen, und dem Scheitern im Leben, wo der Sinn des eigenen bei Sich-SEINS durch die Wirren und der Hingezogenheit zu zwei Frauen gleichzeitig, einen Mann in die Krise führen, ohne noch zu merken, was er im Grunde mit sich selber tut, und der nicht aufzuhaltende Zusammenbruch des Lebens, der eben nichts Anderes tut, als ihn aus seiner letargischen Bewusstlosigkeit endlich aufzuwecken.

Und obwohl ich es mochte, diesen neuen Roman von Peter Stamm zu lesen, so hatte ich doch auf den ersten 100 Seiten, die grosse Frage in mir, von was will dieser Autor überhaupt erzählen und was ist überhaupt sein Anliegen? Fast wie eine Art "Leerlauf" hatte ich das ein wenig empfunden. Ein Roman der sich zwischen Glück und Leere bewegt, mit anhaltender Note an Seltsamkeit. Ein aktueller Gesellschaftsroman, über unsere tägliche "Bewusstlosigkeit" im Alltag, die im Verlieren von geschaffenen Beziehungen, die uns leer machen können, aktueller nicht sein könnte.

Zum Schluss, vielleicht gibt folgendes Zitat einen kleinen Eindruck, was ich hier versucht habe zu beschreiben: (287)
"Die Welt zu verändern suchen, wenn auch nur in Bruchstücken, um so das zu vergessen, was wir nicht besitzen können."
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