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Kundenrezensionen

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am 2. August 2005
Mythen, Märchen, Sagen oder Romane haben den unschätzbaren Vorteil, dass sie sich nicht an Natur-Gesetze halten müssen. Da wird es bei Ikarus immer heißer, je höher er fliegt, da erwacht ein Yankee aus Connecticut plötzlich im Mittelalter oder ein dreijähriger Oskar Matzerath kann sein Wachstum anhalten, um als blechtrommelnder und glaszersingender Gnom weiterzuleben.
Auch der junge amerikanische Autor Andrew Sean Greer verbiegt die Gesetze von Zeit und Raum, wenn er die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli erzählt. Sein Held kommt 1871 als Greis zur Welt, mit der ärztlichen Prognose 70 Jahre später als Säugling sterben zu müssen, er lebt also sein Leben verkehrt herum. Seine Eltern merken bald, was sie da geboren haben und versuchen das Monsterdasein ihres Kindes geheim zu halten. „Sei der, für den sie dich halten", beschwört ihn seine Mutter und Max Tivoli hält sich daran und spielt im Alter von zehn einen 60jährigen, weil er genau so aussieht.
Nur einer erfährt das Geheimnis und wird es ein Leben lang hüten: Hughie, der sich mit Max anfreundet, obwohl er findet, sein neuer Kumpel sehe aus wie Senator Roosevelt im Matrosenanzug. Hughie bleibt die eine große Konstante im Leben von Max Tivoli. Sie verändern sich gemeinsam aber spiegelbildlich der eine wird alt der andere jung - und sie erkennen dass beides einen ähnlichen Preis hat.
Zeitweise allerdings verlieren sie sich aus den Augen, schon deshalb weil Max häufig den Wohnsitz, die Arbeit und den Namen wechseln muss - immer dann nämlich, wenn der Umwelt nicht mehr klar zu machen ist, warum er ständig jünger aussieht. Wie soll er das um Beispiel der 14 jährigen Alice erklären, die Tür an Tür mit dem äußerlich 53jährigen, aber innerlich pubertierenden Max lebt. Alice wird seine große Liebe, doch erst ist er zu alt für sie und später zu jung. Zwischendrin - in der Mitte ihrer beider Leben, als auch Max so alt aussieht, wie er ist - gelingt es ihm unter falschem Namen, sie zu erobern, zu heiraten und für ein paar Jahre glücklich zu sein. Doch sie verlässt ihn und das hat gar nichts mit seinem Monsterdasein zu tun, sondern damit, dass ihr das Glück zu zweit nicht ausreicht. Max wird Alice - wieder incognito - erst viele Jahre später wieder sehen, sie und ihren gemeinsamen Sohn, der inzwischen zehn ist, genauso alt wie sein Vater als 60jähriger aussieht. Max liebt Alice immer noch - vergeblich, das einzige Glück, worauf er nun hofft, ist dass sie ihn adoptiert.
Wer als Dichter derart die Naturgesetze verbiegt, muss tricksen. Weil Max Tivoli natürlich nicht als ausgewachsener 70jähriger dem Mutterschoß entspringen kann, ist er bei der Geburt zwar verhutzelt wie ein Alter, aber durchaus in Säuglingsgröße. Und weil es nicht durchzuhalten gewesen wäre, ihn als Kind dann immer kleiner werden und sterben zu lassen, ohne dass die Umwelt es merkt, beschließt er als Zehnjähriger, sich selbst aus dem Leben zu verabschieden. Doch Tricks sind jedem Dichter erlaubt, sofern die Geschichte, die er zu erzählen hat, nur recht spannend ist, sofern sie uns mitreißt oder rührt, zum Lachen, Weinen oder Nachdenken bringt. Das Problem liegt also nicht bei den Tricks sondern darin, dass Greers Buch eine Idee zugrunde liegt, mit der Betonung auf eine und auf Idee. Das Buch wirkt so, als hätte der Autor gedacht: Einen Roman mit ganz normalen Menschen, ein Buch über ihre unerfüllte Sehnsucht, über Liebe, Freundschaft, Verlust, Altwerden und Tod kann man nicht so einfach schreiben. Es muss schon ein besonderer Dreh her. Das Buch Greers gehört in eine bestimmte Kategorie von Büchern, für die „Das Parfüm" von Patrick Süßkind wohl das bekanntest Beispiel abgibt. Diese Romane leben von diese einen Idee, der alles andere untergeordnet wird. Die Charaktere bleiben schablonenhaft, die Handlung bruchstückhaft, die Gefühlsschilderungen rutschen immer wieder ins Klischee ab. Auch Greer hat durchaus etwas zu erzählen, doch man wird das Gefühl nicht los, der Stoff reicht allenfalls für eine kurze Erzählung. Vielleicht ist Greer ja der Ungleichzeitigkeit seines Helden Max Tivoli näher als er glaubt - der Autor ist noch sehr jung, versucht aber zu schreiben wie ein alter weiser Mann - vergeblich.
Peter Tomuscheit
P.S. Die Idee eines "Rückwärts-Lebens" hat übrigens schon F. Scott Fitzgerald in seiner Erzählung "The Curious Case Of Benjamin Button" verarbeitet.
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am 12. Oktober 2005
"Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen" - das ist der Leitsatz des Buches und wenn auch nicht bald, so versteht der Leser zumindest am Schluss, was Andrew Sean Greer damit sagen wollte. Niemand ist allein oder wird es bleiben - der Kreis schließt sich irgendwann immer.
Max Tivoli lebt sein Leben rückwärts: bei seiner Geburt sieht er aus wie ein alter Greis und umso älter er wird, umso jünglicher wirkt er. Bis zu dem Punkt, als er im Sandkasten sitzt und sich als kleiner Junge ausgibt, obwohl es innerlich in ihm brodelt, er wütend auf sich und alles andere ist, weil er sein Wissen nicht weitergeben kann. Das Wissen, was ein alter Mann sein Leben lang angesammelt hat. Können wir uns vorstellen, in einem viel zu jungem Körper zu stecken, uns verstellen zu müssen? Zusehen müssen, dass man Tag für Tag jünger aussieht und damit alles, was man bisher gewonnen hat, auch wieder verloren geht? Dass Freunde gehen, ohne dass man sie aufhalten könnte, weil sie einen 'nicht mehr kennen'?
Max Tivoli kann es nicht, lebt aber jedes einzelne damit verbundene Gefühl. Als er 'sich entdeckt', sein eigenes Geheimnis durchschaut, erscheint ihm alles so aussichtslos: "Ich würde alt sein, bis ich jung wurde, und nicht umgekehrt."
Schon als 17-Jähriger verliebt er sich in seine Nachbarin, die schöne Alice, doch ihre Mutter hält ihn für einen Rentner und verführt den unbedarften Max im Garten. Alice lässt ihn aber nicht los, er will sie besitzen, über Umwege begegnet er ihr nicht nur einmal im Leben, denn er hat einen Vorteil: sein Leben, das gegen die Zeit läuft.
Und so erhält er bei jedem Treffen eine neue Chance; unerkannt. Die beiden können sich so jedes Mal von Neuem kennen - und liebenlernen. Er heiratet Alice, bekommt mit ihr einen Jungen - doch so schnell sie sich finden, so schnell scheint die Zeit sie wieder zu trennen. Die Zeit läuft gegen sie und nur kurze Zeit treffen sich ihre Lebensuhren, wo sie gleich ticken und aufeinander abgestimmt sind.
Doch: hatte ich gerade etwas vom Vorteil der Zeit erwähnt??
Er lebt den Rat seiner Mutter: "Sei, wofür sie dich halten.", was ihm nicht nur einmal die Nähe von Alice und damit seinen ersehnten Traum wiederbringt.
Gespickt mit Überraschungen, Verwirrungen und poetischen Erzählungen wird die "erstaunliche Geschichte des Max Tivoli" zu einem Meisterwerk. Anfangs verwirrend (wer bitte ist Mrs Ramsey, die Max Tivoli eventuell adoptieren will?), sollte sich der kluge Leser nicht verleiten lassen, das Buch wegzulegen, denn alle Unklarheiten werden sich früher oder, wie so oft, später in Wohlgefallen auflösen.
Interessant sind die Zeitsprünge, die Greer einbaut, genauso auch die Allusionen, teils auffalend, teils so versteckt, sodass man sie nur bei genauerem Lesen findet. Anspruchsvolle Literatur hat Greer damit sicherlich geschaffen, die die Leser eintauchen lässt in die Welt des Verdrehten, Verletzlichen und nicht weniger Verletzten.
Einfühlsam geschrieben, nicht ausschweifend oder langweilig. Brilliant. Durchdacht. Bewegend.
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am 29. Juli 2005
Max Tivoli ‚kriegt' uns gleich mit dem ersten Satz: „Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen". Noch brillanter hätte er die unerhörte Geschichte seines Lebens gar nicht beginnen können. Und weiß Gott: er hat uns sehr viel zu erzählen. Von einem bitteren Leben voller Lügen, Selbstzweifel, Kränkungen. Und von der Suche nach der großen, weil einzig wahren Liebe. Alles ein alter Hut? Max Tivoli sieht es aus nachvollziehbaren Grund anders. Im Jahre 1871 kommt er als 70jähriger Greis zur Welt. Und altert buchstäblich rückwärts. Je älter er wird, desto jünger wird er äußerlich. Der Horror: er weiß bereits seit der Geburt um das Jahr seines Todes. So wird er also 1941 als überreifes, dabei zum Baby geschrumpftes, sabberndes ‚Männlein' sterben müssen. Kann ein derartiges Leben überhaupt annehmbar sein? Wenn man genau weiß, wann es enden wird. Wurzelt die - meinethalben auch unerträgliche - Leichtigkeit des Seins nicht genau in jener tröstlichen Ungewissheit das eigene Sterben betreffend? Was hätte das Leben sonst auch für einen Sinn? Wenn wir mit dem Wissen um unseren exakten Todestag zwangsweise begreifen müssten, dass auch wir nicht unsterblich sind und unser Dasein endlich ist? Wir wissen das zwar ohnehin. Und erinnern uns vielleicht auch an den Ausspruch von Norman Mailer, der meinte, dass „das Sterben gar nicht so schwer sein kann. Bisher hat es noch jeder geschafft". Aber bis es soweit ist, bleibt uns doch noch ein Fünkchen Hoffnung auf das Gegenteil.
Max Tivoli verdrängt solche Überlegungen zunächst. Und akzeptiert notgedrungen seine bizarre Krankheit. Auch wenn er - hätten sich die Herren Grass und Greers vor der Schöpfung ihrer jeweiligen Zeitkrüppel darauf verständigen können - nur allzu gerne mit den Problemchen eines Oskar Matzerath tauschen würde. Aber da gibt's keine Chance. Und so sucht Max' Trost in einer naturgemäß aussichtslosen Liebe zur lolitahaften Alice. Er begegnet ihr im Laufe seines grotesken Lebens dreimal: als Greis, als junger Mann und als kleines Kind. Aus dieser jahrzehntelangen Liebe gebiert sogar ein gemeinsamer Sohn. Aber auch der kleine Sammy kann die skurrile Unmöglichkeit der elterlichen Liebe nicht überbrücken. Trost findet der liebestolle und verkehrt alterskranke Max nur noch bei seinem Freund Hughie. Oder auch nicht. Denn Hughie ist schmerzlich verliebt. Aber auch er wird nicht erhört. Die Einsamkeit obsiegt. Und jeder sucht einen Ausweg. Max Tivoli wird fündig. Und so treibt im Herbst 1930 ein Schiffchen mit einem kindlichen, überraschend weisen Knaben im Wasser. Unter den Sternen sanft dahin gleitend. Mit der Strömung zum Fluss. Und dann in den dunklen Schoss des Meeres. Der Tod als Erlösung.
Allein die letzten Seiten dieses Romans sind zum Niederknien. Aber nur sehr aufmerksame Leser werden dabei auch ein versöhnliches Ende entdecken dürfen. Andrew Sean Greers benötigt dafür nur einen einzigen Satz. Auch hierfür gilt der ‚Samuel Harper Foundation' unser Dank. Eine Einwilligung zur Verfilmung der Lebensgeschichte des Max Tivoli ist nicht vermerkt. Das ist nicht tragisch. Das Buch ist unverfilmbar. Denn der einzige Schauspieler, der die Titelrolle überhaupt hätte meistern können, ist seit Jahrzehnten tot: Charlie Chaplin. Bei der Lektüre von Greers' Roman fühlt man sich nämlich mitunter auch wehmütig erinnert an den rührseligen tragikkomischen Charme der frühen Tramp-Filme.
Dieser Roman ist ein wunderschönes Geschenk. Und Andrew Sean Greers ein wahrhaft großartiger Autor. Schon die Grundidee seines Buches ist faszinierend. Selten wurden Tragik und Glück so einprägsam in eine derart märchenhafte Geschichte verpackt. Dabei schreibt Andrew Sean Greers viel über Einsamkeit. Und beglückt uns mit grandiosen Sehnsuchtsbildern. „Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli" ist einer der größten US-Romane des Jahres. Und ich hoffe: ein Buch, das bleiben wird.
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am 26. August 2014
"Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen" - so bedeutungsschwanger startet der Roman.

Max Tivoli wird alt geboren und ist an seinem Lebensende ein kleines Kind. Klingt bekannt, da Der seltsame Fall des Benjamin Button genauso ist. Auch hier verliebt sich Max in ein Mädchen, das ihn auch als Frau niemals wirklich ruhen lässt - wie auch, er war mit ihr verheiratet und hat ein Kind.
Selbstverständlich ist da noch der gute Freund, in dem Alice ihre erste Liebe sieht, sie aber zurückweist und in seiner eigenen Ehe später sehr unglücklich lebt. Der Grund dafür offenbart sich dem Leser zwischen den Zeilen.

Der Autor ht hier einen Roman geschaffen, der trotz unwirklichem Lebensverlauf von Max eine Geschichte erzählt, wie sie wahrscheinlich schon zahlreich in der Wirklichkeit ablief - eine tragische Dreiecksbeziehung, in der niemand glücklich wird. Sehnsucht und Einsamkeit sind bestimmende Motive im Roman.

Durchaus lesenswert.
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„Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli" von Andrew Sean Greer ist wirklich ein gar phantastisches Schelmenstück, ein rückwärtsgewandter Roman mit dem Drang nach vorn, ein Sammelsurium des Lebens und der Liebe und - leider auch - des Schmerzes. Als Max Tivoli geboren wurde war er schon ein alter Mann, unfähig, sich unter seinesgleichen zu bewegen, anerkannt zu werden oder gar ein normales Leben zu führen. Mit zunehmendem Alter dann wird Max jünger und in der Mitte seiner Jahre trifft er endlich auch auf sein persönliches Glück, dass ihm damals, als junger und doch so alter Mann, verwehrt bleiben musste. Das Glück hat auch einen Namen, Alice, und wie es kommen muss so geschieht es auch: Alice altert und Max wird - für niemanden zu verbergen - immer jünger; ein Garant für die Beständigkeit der Beziehung ist dies natürlich nicht. Als Max dann am Ende seines Lebens - reif an Jahren und doch im Körper eines Kindes gefangen - seine ungewöhnliche Lebensgeschichte aufschreibt macht er (endlich) auch uns, die voll berstender Spannung an den Lippen dieses einzigartigen Mannes hängenden Leser, zu seinen Komplizen, indem er seine Geschichte für uns aufschreibt. Traurig und sensibel, aber auch reich an Gespür für die kleinen schönen Dinge im Leben und natürlich für die ganz große Liebe gerät der bei S.Fischer erschienene Roman von Andrew Sean Greer zu einem furiosen literarischen Meisterstück mit einem Plot, der sich in das Gedächtnis einzementiert und mit Worten, die schöner nicht sein könnten.
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TOP 500 REZENSENTam 8. Oktober 2006
Was für eine erstaunliche Geschichte! Der Titel ist in diesem Fall wirklich einmal Programm. Die Geschichte des Max Tivoli, Sohn einer Frau aus gutem Hause und eines dänischen Aus- beziehungsweise Einwanderers, je nach Perspektive.

Max Tivoli, der, alt geboren, im Laufe seines Lebens immer jünger wird. Und es ist die Geschichte einer Liebe, die Liebe Max Tivolis zu Alice, die er als siebzehnjähriger älterer Herr kennen lernt, sie vierzehn. Alice, die Anfang dreißig und Witwe ist, als Max sie mit Mitte dreißig, in der Blüte seines Lebens, wieder trifft, sich verstellt, die Identität wechselt, um sie in der Folge zu heiraten. Und später, nachdem die Ehe in die Brüche gehen musste, schließlich wurde Max von Tag zu Tag jünger, seine Gattin aber täglich älter, sucht er sie erneut auf, als elfjähriger Junge, gesegnet mit dem Wissen eines nahezu sechzig Jahre langen Lebens und lässt sich von ihr adoptieren. Wird damit Bruder seines Sohnes, Sohn seiner Mutter.

Klingt verrückt? Sagen wir mal auf den Kopf gestellt. So wie das Leben Max Tivolis eben. Lesenswert aber allemal und unbedingt.

Bleibt die Frage, warum es im deutschen Sprachraum nicht viele Erzähler des Formats eines Andrew Sean Greers gibt. Dafür in der amerikanischen Literatur so viele. Jonathan Franzen, Jeffrey Eugenides, Matt Ruff, Jonathan Lethem, um nur einige wenige zu nennen. (Die immer noch schreibende Generation der Irvings, Roths, Updike, Begleys gar nicht zu nennen.)

Mein Urteil: Lesen! Und sich an einer Geschichte erfreuen, die einem im Gedächtnis haften bleiben wird und die einem den unerfüllbaren Wunsch, jünger werden zu wollen, aus dem Kopf schlägt.
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am 15. Juni 2005
Das Buch erinnert zunächst stark an Audrey Niffeneggers „Die Frau des Zeitreisenden", das im August 2004 ebenfalls bei S.Fischer erschienen ist. Doch begegneten sich dort der zeitreisende Mann und seine Geliebte chronologisch unkontinuierlich und völlig überraschend, steht in diesem Buch quasi ein Lebensplan des Max Tivoli hinter seinen Begegnungen mit seiner geliebten Alice.
Max Tivoli wird geboren als alter Greis und von seinen Eltern zunächst vor der Öffentlichkeit versteckt. Als 17 - jähriger, der aber aussieht wie ein 60-jähriger, begegnet er zum ersten Mal Alice und verliebt sich für ein ganzes Leben in sie. Diese Liebe wird ihm, der mit den Jahren immer jünger wird, zu einem Wahn. Seine wahre Identität und sein Schicksal vor allem außer seinem besten Freund Hughie sein Leben lang versteckend, betrügt er sich selbst und den Menschen , den er so sehr liebt.
Um Alice in verschiedenen Phasen seines Lebens nah zu sein, benutzt er Lug und Trug - mit verhängnisvollen und letztlich tödlichen Folgen.
Andrew Sean Greer, der schon in seinem Erstling „Die Nacht des Lichts" den Tiefen und Abgründen menschlicher Beziehungen auf der Spur war, zeigt in seinem zweiten, wunderbaren Buch, eine packende Inszenierung von Tragik und Glück einer sich immer wieder verfehlenden Liebe.
Das Buch ist auch sprachlich ein wirkliches Meisterwerk; der Übersetzerin Uda Strätling gebührt ein besonderes Lob. Diesen Autor wird man weiter im Auge behalten müssen.
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am 30. Dezember 2012
Mich hat der Film "der seltsame Falle des Benjamin Button" sehr fasziniert und berührt. Wollte dazu dann das Buch lesen. Habe bei meiner Recherche dann aber feststellen müssen, dass es (so wie der Film gedreht wurde) kein Buch dazu gibt. Man nimmt nur Bezug auf eine Kurzgeschichte. So bin ich dann auf Max Tivoli gestoßen. Es ist ein sehr interessantes Buch. Einfach zu lesen. Einige Stellen hätten etwas detailierter sein können. Das Ende hätte ich mir so auch nicht vorgestellt und irgendwie ist es auch sehr ungenau was nun tatsächlich mit ihm passiert. Aber dennoch weiterzuempfehlen.
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am 8. Mai 2005
...allerdings kann man diese Bücher nur bedingt miteinander vergleichen. Denn "Max Tivoli" würde ich als anspruchsvolle Lektüre bezeichnen. Der Ich-Erzähler hat seine Lebensgeschichte im Jahr 1930 verfasst und dem Autor gelingt es tatsächlich, dies den Leser auf jeder Seite spüren zu lassen. Wer also auf Anhieb sagen kann, was ein Phaeton (nicht das Auto) oder ein Tete-a-Tete (nicht das Geschmuse) ist, ist bei diesem Buch goldrichtig. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu. Mir war es teilweise zu anstrengend und zu zäh. Auch habe ich dem Buch die unglaublichen Zufälle nicht so ganz abgenommen, die dazu geführt haben, dass Max seine Alice immer wieder gefunden hat. Dennoch haben mich die letzten ca. einhundert Seiten gefesselt und ich würde es nicht als vergeudete Zeit bezeichnen. Eine fesselnde Liebesgeschichte war es für mich jedoch nicht. Da hat "Die Frau des Zeitreisenden" deutlich mehr zu bieten. Die Idee des sich verjüngenden Mann gab es im übrigen bereits. Im Jahr 1922 verfasste F. Scott Fitzgerald zu diesem Thema die Kurzgeschichte "The Curious Case of Benjamin Button". Zum Zeitpunkt der Rezension soll die Geschichte angeblich mit Brad Pitt in der Hauptrolle verfilmt werden.
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am 12. Oktober 2013
"Sei wofür sie dich halten" - an diesen Leitspruch seiner Eltern hielt sich Max TIVOLI notwendiger Weise Zeit seines Lebens. Als Greis geboren, wird sein Körper, im Laufe seines Lebens immer jünger. Damit gehen nicht nur körperliche Schwierigkeiten einher, er muss sich auch geistig seinem Alter anpassen.
Und die meisten Probleme macht ihm sein Liebesleben. ALICE - der Liebe seines Lebens begegnet er als 16jähriger im Körper eines alte Mannes. Sie ist 14Jahre alt und verliebt in den jugendlichen Freund des alten Mannes.
Er muss lange warten, bis er im Alter zu ihr passt.
Und immer wieder steht man selbst vor dem Problem, sich das Aussehen und die geistige Reife dieses unkonventionellen Mannes vorzustellen.
Und : "Jeder von uns ist in seinem Leben die Liebe eines anderen." Dessen wird sich MAX am Ende seines Lebens bewusst.
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