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am 6. März 2011
Selten hat mich ein Buch von Beginn an so traurig gestimmt wie Julia Francks "Die Mittagsfrau".
Über dem Buch liegt eine depressive und schwermütige Stimmung, die den Leser langsam einspinnt und in Helenes grauer sprachloser Welt gefangen nimmt.
Julia Franck beginnt ihr Buch mit einem Prolog, der den Leser schonungslos mit der inneren Kälte der Protagonistin Helene konfrontiert und schockt. Sie lässt ihren Sohn Peter alleine auf einer Bank am Bahnhof in Stettin zurück und verschwindet aus seinem Leben. Im folgenden entwickelt die Autorin die Geschichte jener unglaublichen und unverständlichen Tat aus der Rückschau auf Helenes Leben.
Die Legende, dass die Mittagsfrau Menschen um die Mittagszeit besucht und jene vergiftet, die ihr nicht die Zeit widmen, um ihr eine Geschichte zu erzählen, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Nur dort, wo die Sprache Raum hat und wo Sprachlosigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen keinen Platz einimmt, bleibt die Mittagsfrau erfolglos und kann nichts ausrichten.
Das hat Helene schon in ihrer eigenen Kindheit erfahren. Solange sie in der Druckerei ihres Vaters helfen darf, solange sie mit ihrem Vater und dem angestellten Drucker erzählen kann,ist ihre kleine überschaubare Kinder-Welt in Ordnung. Doch der Vater zieht in den Krieg. Helene und ihre Schwester Martha werden das erste Mal Gefangene der Mittagsfrau- in der Gestalt ihrer eigenen Mutter, die langsam das Gift des Wahnsinns in die Mädchen träufelt.
Endlich nach dem Tod des Vaters gelingt den beiden Mädchen die Flucht nach Berlin, weg von der irren Mutter hin zur drogensüchtigen Tante Fanny. Martha wird in ihren Bann gezogen,lässt sich blenden von der schönen Scheinwelt und wird ebenfalls drogenabhängig. Wieder gelingt es der Mittagsfrau, das Leben der Mädchen zu lähmen. Die Sprachlosigkeit zwischen den Schwestern packt zu und die einst so innig Verbundenen driften auseinander.
Wieder gelingt es Helene, sich aus den Fängen zu befreien. Diesmal ist es ein junger Student, Carl Wertheimer, in den sich Helene verliebt. Die Sprache, Bücher, Gedichte und Gespräche halten wieder Einzug in ihr Leben. Kurz vor der Hochzeit schlägt die Mittagsfrau wieder erbarmungslos zu. Carl stirbt bei einem Unfall.
Von nun an ist Helene innerlich erstarrt und ihr Herz erkaltet. Die Sprachlosigkeit, Gleichgütligkeit und Gefühlskälte treibt sie schließlich zu dem Schritt, der den Leser im Prolog so schockt und der auch im Epilog nicht aufgelöst wird.
Julia Franck ist ein meisterhaftes Buch gelungen. Mit einer beeindruckend starken Sprache bringt sie das unaussprechliche zum Ausdruck, ohne zu entschuldigen zeigt sie die schonungslose Wahrheit.
Ihr gelingt es, dass der Leser einen solchen Schritt nachvollziehen kann und denoch erstarrt er vor der tatsächlichen Handlung. Die Legende der Mittagsfrau ist ein Sinnbild für das Leben an sich, das Buch ein Buch gegen die Macht der Sprachlosigkeit.
Eines der besten Bücher der letzten Jahre für mich, aber auch eines, das den Leser viel Zeit und Kraft kostet.
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am 1. November 2014
ein sehr beeindruckendes Buch, das ich von einer Freundin mal ausgeliehen bekam, eine Geschichte, die auf grund unserer Deutschen Geschichte sehr berührend und aufarbeitend ist.
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am 5. Dezember 2012
Nach all dem Lob war ich schwer enttäuscht von dem Roman. Um zu erklären, warum eine Mutter ihr Kind auf dem Bahnhof alleine lässt, in der Hoffnung, dass es bei Verwandten eine bessere Zukunft hat, braucht man nicht so weit auszuholen. Es schien als wolle Julia Franck mal eben zeigen, was sie so alles von Deutschland weiss und schlittert dann von einem übertriebenen Klischee ins nächste. Alles zu dick aufgetragen, um noch glaubwürdig zu sein - oder ist das Kunst? Am Ende ist immernoch nicht deutlich, was die Mutter nun beweget hat. Naja, vielleicht soll das auch so sein, weil das in der eigenen Familie von Franck auch nie deutlich wurde. Jedenfalls kein Buch zum Weiterempfehlen und einen Platz im Bücherschrank bekommt es auch nicht.
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am 18. Januar 2017
Ich halte "Die Mittagsfrau" für einen außergewöhnlichen Roman, sowohl in inhaltlicher als auch in sprachlicher Hinsicht. Was mich bei der Personenkonstellation aber gestört hat, ist der antagonistische Aufbau. Helenes Geliebter, Carl Wertheimer, ist feinsinnig, einfühlsam, philosophisch und literarisch gebildet, hochintelligent, treu, zärtlich, sensibel, wohingegen Wilhelm Gribel primitiv, roh, brutal, verlogen und rücksichtslos ist. Er demütigt Helene, vergewaltigt und misshandelt sie. Dasselbe gilt für seinen Bruder, der Peter als billige Arbeitskraft ausbeutet. Ebenso werden die Hebamme, die den Befehlston eines Offiziers an sich hat, und die Ärzte von der Autorin als mitleid- und gefühllos geschildert. Im Gegensatz dazu haben wir die Fraktion der "Guten" in Fanny, Martha und Leontine. Man könnte fast behaupten, dass es unter den Nicht-Juden keine positiven Charaktere gibt.
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... sagt die Protagonistin in Julia Francks Roman Die Mittagsfrau, die kein rettendes Ufer im Strom der Menschheit findet und im Innersten erkaltet. Ein bewegendes Schicksal einer Frau zwischen zwei großen Kriegen.

Diese sorbische Legende durchzieht als Metapher das ganze Leben ihrer Protagonistin Helene, eine Frau, die sich einer ungeheuerlichen, eigentlich nicht nachvollziehbaren Tat schuldig gemacht hat. Ohne Erklärung, ohne Kommentar, lässt sie ihren achtjährigen Sohn Peter 1945 allein auf einem Bahnsteig zurück. Sie sind auf der Flucht, weg aus Stettin, weg von Hunger, Elend, den Verbrannten im Hausflur. "Ich bin gleich zurück, wart hier", sind die letzten Worte, die der kleine Junge von seiner ohnehin sehr stillen Mutter hört. Es ist eine Lüge. Helene wird nicht zurückkommen.

Bereits die ersten Seiten zwingen zum Luft anhalten. Julia Franck schreibt psychedelisch. Sie dringt in den Kopf des Lesers ein. Der Prolog ist ein Bericht des Schreckens, mit den unschuldigen Augen eines kleinen Jungen. Er schildert die letzten Kriegstage und die beginnende Nachkriegszeit in Stettin mit seiner in sich gekehrten, tief traumatisierten Mutter, die offensichtlich mit der Erziehung ihres Sohnes überfordert ist. Ihr Ehemann hat sie verlassen, Trost findet sie nur noch in ihrer Arbeit als Krankenschwester. Doch ist dies entschuldbar für ein derartig verachtenswertes Verhalten?

Der Roman spannt einen großen Bogen über 30 Jahre deutsche Geschichte: von der wilhelminischen Zeit bis kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In dieses denkwürdige historische Umfeld hat die Autorin eine berührende Familiengeschichte über drei Generationen gesetzt. In erster Linie ist Die Mittagsfrau jedoch ein Entwicklungsroman.
Die Autorin zeichnet mit großer Einfühlsamkeit die Hoffnungen, das Glück und die Enttäuschungen Helenes nach, vom sensiblen, doch starken, klugen und liebesfähigen jungen Mädchen zur harten, hilflosen und desillusionierten Frau.
Franck hat ein großartiges Gespür für Sinnlichkeit, Abhängigkeit, Liebe, Macht und Demütigung und für die Situation. Sie passt ihren Erzählton dem jeweiligen Kontext an: eine Besitznahme des Augenblicks. Berichtet sie über die Kindheit in Bautzen noch in leichtem, unbeschwertem Ton, so wird die Zeit nach Carls Tod mit kurzen stakkatoartigen Sätzen geprägt ("Wir. Wer waren wir? Wir waren wer. Nur wer?").

All ihre divergenten Charaktere sind mit ausgeprägtem Feingefühl gezeichnet und wirken vollkommen stimmig. Hinzu kommt eine wunderbare, schnörkellose, poetische Sprache.
Helenes innere Leere wird stilistisch spürbar gemacht, ohne jedoch ihre Härten und Kanten zu entgraten. Auch eine Erklärung des Unerklärlichen gibt Julia Franck nicht. Diese emotionale Schwerstarbeit überlässt sie dem Leser. Jedoch eine ungemein lohnenswerte Aufgabe! Julia Franck beherrscht die Klaviatur der Wörter und Sätze virtuos.

Fazit:
Die Mittagsfrau ist eine fesselnde, manchmal geradezu schmerzhaft fesselnde Lektüre und auf jeden Fall ein würdiger Preisträgerroman.
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am 15. Oktober 2007
Mittlerweile wurde in den Medien sehr viel über "Die Mittagsfrau" geschrieben, etliche Rezensionen kluger Menschen, da werde ich mich auf mein persönliches Empfinden bei der Lektüre dieses außergewöhnlichen Buches beschränken. Die Inhaltsbeschreibung steht auf dieser Seite weiter oben unter "Produktbeschreibung" der Amazon-Redaktion.

Die Mittagsfrau als Gestalt der slawischen Sagenwelt raubt den Menschen ihren Verstand oder tötet sie. Thematisch kenne ich kein zweites Buch dieser Art, ein Buch über Frauen, so doch kein Frauenbuch, in dem zwar Männer eher von ihren schlechten oder hässlichen Seiten beschrieben werden aber nicht ohne eine Prise Humor. Es werden Tabus dieser Zeit (z.B. vorehelicher Sex, gleichgeschlechtliche Liebe, Bildungschancen für Frauen) genauso sicher gebrochen wie das damalige (und heutige?) Frauenbild sukzessive hinterfragt wird.
Besonders fesselnd erlebte ich die sprachliche Virtuosität der Autorin. Neben wunderbar poetischen Bildern rührender, ja unschuldiger und sinnlicher Zärtlichkeit, findest du genauso die beklemmende Kälte eines leidenden Inneren, einer gefangenen Seele, die mich als Leser irritiert, die aber keinesfalls bewertend daherkommt. Diesen Spagat ambivalenter Weiblichkeit finde ich ganz besonders gelungen.
Als Mann nehme ich die seelischen Tiefen einer Frau sicher nur von außen wahr, als Mensch ahne ich sie wie jeder andere empfindsame Mensch auch. Es gibt kein Gut und Böse in diesem Roman, es gibt aber die Wahrheit einer Frau in einer schrecklich frauenfeindlichen Zeit - und ich fand mögliche Antworten auf die Frage, warum ein Mensch der wird, der er ist.

Georg B. Mrozek
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am 16. Juni 2008
Ich bin mir nicht sicher, ob ich durchgehalten hätte, wenn ich das Buch selbst gelesen hätte. Der Text hat m.E. eine große Schwäche, die stilisierte und antiquierte Sprache. Es ist doch nicht nötig, den Erzählstil der Zeit des Geschehens anzupassen. Da ich die Hör-CD geschenkt bekam, musste ich mich nicht durch das Buch kämpfen. Julia Franck selbst liest den Text. Die Art ihres Vortrags gefällt mir sehr. Ich mag, wie sie spricht. Hatte zuvor schon einige Interviews mit ihr gehört. Dabei war mir jeweils ihre angenehme Stimme und ihre spezielle Intonation aufgefallen. Die Story selbst ist sehr weit gesponnen und in sich schlüssig. Was einige Kritiker hier auf der Seite ihr anlasten, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich wollte gar nicht detailiert wissen, was aus jeder einzelnen Person wurde. Mir gefällt, dass Franck das eine oder andere offen lassen kann. Die Protagonistin ist sehr gut gezeichnet und erschließt sich dem Hörer (Leser). Das Unbegreifliche - die Aussetzung des Kindes - wird nicht zu 100% erklärt, es wird nicht entschuldigt, es wird nicht moralisiert. Man kann ahnen, warum Helene meinte, nicht anders handeln zu können. Ganz verstehen kann man es nicht. Soll man ja vieleicht auch gar nicht.
Diese Hör-CD kann ich mit gutem Gefühl weiterempfehlen.
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am 3. Dezember 2010
Sehr gutes Buch mit einem fast klassischen Erzählstil. Genial die Beschreibung der Geschwister und deren Zeit in Berlin. Bis zum Auftritt Wilhelms und dem Ende der Weimarer Republik hätte ich dem Buch 5 Punkte gegeben, aber was danach kam hat mich nicht wirklich überzeugt. Wilhelm war zu stereotypisch und als Charakter nicht besonders glaubhaft (jedenfalls der Teil mit dem von ihm gefälschten Ahnenpass, dann kann er doch nicht ein paar Monate später etwas von Rassenschande erzählen). Was Julia Franck zum Thema Drittes Reich zu sagen hat, war nicht wirklich neu und hier wäre etwas weniger sicher mehr gewesen.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Januar 2013
Lange habe ich mir Zeit gelassen mit der Lektüre des Gewinnerromans des Deutschen Buchpreises 2007. Mit Arno Geiger war ich schneller, mit Katharina Hacker ebenso. Erst recht mit Uwe Tellkamp, Kathrin Schmidt, Melinda Nadj Abonji und Eugen Ruge. Das sind die anderen Gewinner des Zeitraums 2005 bis 2011. Irgendwie war ich skeptisch, ob ein Buch, das sich sehr gut verkaufte und immer noch verkauft, von einer verhältnismäßig jungen Schriftstellerin, das auch noch "Die Mittagsfrau" heißt, meinen Geschmack trifft. Und nun hat mich die Gelegenheit, das Buch handsigniert zu erwerben, auch zum Lesen gebracht. Zum Glück!

Franck begibt sich mit ihrem Roman in die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts. Die Hauptfigur Helene wird als Nachkömmling eines ungleichen Ehepaars in Bautzen geboren. Der Vater hat eine kleine Druckerei, die Mutter ist eine Einzelgängerin jüdischer Abstammung, die früh mit sich selbst genügend Probleme hat. Fixiert ist Helene in ihrer Kindheit und Jugend, aber auch später noch auf ihre neun Jahre ältere Schwester Martha. Von ihr lernt sie, ihr ist sie zugeneigt, auch über normale schwesterliche Verhältnisse hinweg. Helene ist ein intelligentes Kind, kognitiv ihren Altersgenossen weit überlegen.

Als der Vater in den 1. Weltkrieg ziehen muss, bleiben die beiden Schwestern mit der seltsamen Mutter zurück. Martha lernt Krankenschwester, Helene eifert ihr nach. Als der Vater invalide aus dem Krieg zurückkehrt, gelingt es dem Ehepaar nicht mehr in eine Beziehung zurück zu kehren. Zu abgewandt ist die Mutter, zu krank der Vater. Im Grunde warten die beiden Schwestern auf den Tod des Vaters, den sie dann nutzen, um nach Berlin zu einer Tante namens Fanny zu ziehen. Sie tauchen vollkommen unvorbereitet ein in die 20er Jahre der Berliner Metropole. Hinein in ein Milieu, in dem Mode, Tanz, Drogen, Erotik, kurzum das schöne Leben die Hauptrolle spielen.

Franck beschreibt in einer sehr pointierten, punktuellen Weise Epochen der deutschen Geschichte. Neben den 20er Jahren den aufkommenden Nationalsozialismus, später die Zeit des 2. Weltkriegs. Der Text verbreitet eine atmosphärische Dichte, die nicht alltäglich ist in Werken der modernen Literatur. Es handelt sich um einen sehr emanzipierten Roman, der deutlich macht, dass Frauen durchaus auch ohne Männer ihr Leben leben können. Männer sind eher die Fremdkörper in der Welt der weiblichen Hauptfiguren. Irgendwie unvermeidlich, aber auch störend.

Von mir eine selten uneingeschränkte Leseempfehlung für ein Werk, das nicht ohne Gegner ist. Und ein großes Kompliment an die Autorin Julia Franck, verbinden mit einer gewissen Scham, dass ich längere Zeit dem Buch Ungerechtes unterstellt habe. "Die Mittagsfrau" ist nicht nur ein Frauenbuch, aber sicherlich nicht für jeden Lesemann erste Wahl.
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am 9. Juni 2011
Eigentlich bin ich gerade ziemlich im Stress, aber zu sehen, dass dieses Buch bei amazon momentan nicht mehr als 3 Sterne insgesamt bekommt, kann einfach nicht so stehen gelassen werden.

Dieses Buch ist meiner Ansicht nach eine kleine, feine Liebes- und Familiengeschichte, die in die Zeit zwischen 1. und 2. Weltkrieg eingebettet ist. Sie werden jetzt sicher sagen "Öde, nicht schon wieder!", aber ich fand, dass dieses Buch gut mit einem Thema umgegangen ist, welches schon so häufig beschrieben wurde und sehr wohl noch etwas Neues beizutragen hatte. Außderdem werden teilweise auch gesellschaftliche Aspekte angedeutet, die heute wie damals noch in der Grauzone liegen und gar nicht so angeklärt sind, wie sie häufig erscheinen. Die Sprache von "Die Mittagsfrau" ist außerdem neu und irgendwie doch der Zeit entsprechend und alleine deshalb schon beeindruckend.

Ich persönlich fand dieses Buch spannend und bereichernd und 4 Sterne erhält es nur, weil 5 Sterne bei mir nur sehr, sehr gute Jahrhundertliteratur bekommen würde. Es ist aber auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert und sollte nicht so stiefmütterlich behandelt werden.
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