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am 20. Dezember 2009
In diesem autobiographischen Roman erinnert sich Assia Djebar, geboren 1936 bei Algier, an Szenen aus ihrer Kindheit und Jugend, die bis ins Jahr 1953 reichen, ein Jahr vor Ausbruch des Algerienkrieges.
Die erinnerten Szenen wirken, als durchlebe die Autorin diese erneut, so plastisch sind die Bilder, die von der jungen Fatima (Fatima-Zohra ist der Geburtsname der Autorin) entworfen werden.

Eine frühe Erinnerung der dreijährigen Fatima führt in der Kleinstadt Caesarea, in der ihre junge verschleierte Mutter nur an der Hand ihrer Tochter das Haus verlassen darf.
Die Mutter, die aus einer angesehenen maurischen Familie stammt, folgt ihrem Ehemann, "Sohn eines Armen", in ein Dorf, in dem er als einziger "einheimischer" Lehrer an der École Normale d'Instituteurs arbeitet. Fatima wird an dieser Schule die einzige arabische Schülerin in ihrer Klasse.

Es ist die Zeit der französischen Kolonisation in Algerien, das Land gespalten. Fatima wächst als "Einheimische" fast ausschließlich in Gesellschaft von Frauen auf, "zusammengepfercht", "Frauen, die sich nach nichts anderem sehnen als der Welt draußen".
Dabei fühlt sich Fatima als die "Tochter ihres Vaters", des geliebten und idealisierten. Er ist Befreier und Richter gleichermaßen. Fortschrittlich einerseits, bietet er seiner Frau Gleichberechtigung an, strenggläubig anderseits, verbietet er Fatima das Fahrradfahren, da sie dabei "ihre Beine zeigt". Diese Verbot löst bei der Vierjährigen eine Verletzung aus, die auch noch ein halbes Jahrhundert später wirkt.

Als Fatima auf das Collège in der Garnisonstadt Blida kommt, lernt sie die Welt der Bücher kennen, die ihren Horizont erweitern und ihre Fantasie beflügeln. Unter überwiegend Europäerinnen bleibt sie in den Augen ihrer Mitschülerinnen auch hier die "Andere".
Auch in den Szenen, die im Internat spielen, wird die Zweiteilung deutlich, so, wie sie auch im Land herrscht. Auch wenn Fatima eine europäische Freundin findet, die ihre Leidenschaft für Bücher teilt. Neben den Büchern sind es die Musik, das Tanzen und das Basketballspiel das Fatima aus ihrer beengten Welt fliehen lässt.

1953 zieht die Familie nach Algier und Fatima bereitet sich aufs Studium vor. Dieser Umzug bringt eine kleine Revolution mit sich. Fatimas Mutter verwandelt sich in eine westlich aussehende, unabhängige Städterin, Fatima besucht eine gemischte Klasse. Aber Fatima bleibt maskiert in Algier, maskiert durch die französische Sprache. Sie trifft sich heimlich mit ihrem "Verlobten", bis es zu einem "Unfall", ihrem persönlichen Absturz kommt.

In "Nirgendwo in Haus meines Vaters" ist die Hauptprotagonistin zugleich die Autorin, die "erste Erinnerungen" aufschreibt, die sich ihr "aufgedrängt" haben.
Bewundernswert ist, wie Assia Djebar ihre persönlichen Schlüsselerlebnisse ihrer frühen Jahre reflektiert und in eine Sprache verpackt, die poetisch und klar zugleich ist. Ob aus Sicht der jungen Fatima oder aus der Distanz der Jahre, beschreibt die Autorin mit intensiver Schärfe ihre Unwissenheit, aufrechterhalten durch die jahrhundertelange Einsperrung ihrer weiblichen Vorfahren.
Dabei wollte die junge Fatima nur "die wahre Tochter ihres Vaters" sein.
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am 25. November 2009
Tastend und vorsichtig bewegt sich Assia Djebar unter dem Tarnnamen Fatima auf den Wogen der Erinnerung zurück in ihre Heimat Algerien, damals noch französisches Kolonialgebiet, und in ihre Kindheit.
Der Vater, ein arabischer Lehrer unter vielen Europäern, ist die überragende Gestalt ihrer Kindheit. Mit Strenge wacht er über seine Tochter und hält arabische Sitten und Gebräuche in der Familie hoch. Seine Frau, jung und schön, sonnt sich in seiner abgöttischen Liebe. Vier Kinder gab es in der Familie; über den Tod des zweiten Kindes, einen Sohnes, durfte nie gesprochen werden. Fatima ist mit reicher Fantasie begabt. So wie sie als Kind die Eindrücke erlebt hat, gibt sie diese wieder: versponnen, geheimnisvoll, ängstlich und erstaunt zeigt die Autorin, wie sich Eindrücke in Kinderseelen festsetzen.
Es entsteht das Bild einer Familie mit Traditionen, mit einem sich liebenden Elternpaar und gewissen Einschränkungen, die eine strenge Erziehung mit sich bringen.

Die Kinder der Familie sind begabt und gehen auf weiter bildende Schulen, wo sie eine ausgezeichnete Schulbildung erhalten.

Viele Seiten füllt Assia Djebar mit den Erinnerungen an ihre Schulzeit im Internat, mit Schilderungen von Freundinnen, von denen besonders eine ihr Leben prägte: eine Französin mit Namen Mag, mit der sie die tiefe Liebe zur Literatur teilt, ja, in der die Literatur zum verbinden Glied der Freundschaft wurde.
Die beiden Welten, die des Maghreb und die Europas, stehen sich fremd und doch einander erkundend gegenüber.
Assia Djebar zeigt in der Figur der Fatima eine Frau, die den Wandel zur Europäerin aus ihrer traditionellen Herkunft unter der Obhut einer aufgeschlossnen und liebevollen Mutter erlebt. Als die Familie nach Algier übersiedelt, ist Fatima begeistert von den wunderbaren Eindrücken der großen Stadt. Die Mutter wandelt sich unter europäischem Einfluss zu einer westlich orientierten Frau mit der damit verbundenen Freizügigkeit und Eleganz. Fatima hingegen erfährt anhand ihrer Sprache, wie sich Orient und Okzident unterscheiden. Die Sprache macht sie je nachdem unkenntlich als Araberin, denn französisch sprechend wird zur Europäerin. Als Araberin dürfte sie sich ihre Freiheiten wie westliche Kleidung und Verabredungen mit dem Freund nicht leisten.

Der biographische Roman der Autorin ist von seltener Tiefe, empfindsamer Feinfühligkeit und reflektierender Weltsicht und Klugheit. Land und Leute erfahren Würdigung, und jede Kultur behält ihre Einmaligkeit.

Man denkt ein wenig an Simone de Beauvoir, die auf andere Weise ihre bürgerliche Erziehung in der Geschichte " Memoiren einer Tochter aus gutem Hause" hinter sich gelassen hat.

Assia Dejbar beschreibt in poetischer Weise, wie sie ihre Wandlung von der verschüchterten Araberin zur aufgeklärten Europäerin erfährt. Eine zarte Liebesgeschichte bildet den Fokus, in dem man Vergangenheit und Gegenwart ausmachen kann.

Assia Djebar ist eine anerkannte Autorin aus dem Maghreb, die es zu Weltruhm gebracht hat. Sie lebt heute in New York.
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Die größte Gegenwartsautorin aus Algerien schreibt auf Französisch, lebt heute 73 jährig in Paris und hat mit "Nirgendwo im Hause meines Vaters" wohl ihr persönlichstes Buch, eine Autobiographie in Romanform, geschrieben. Assia Djebar, eine sehr kluge Frau, ist Mitglied der Akademie francaise. Es ist ihre algerische Jugend die sie in diesem Buch beschreibt. Diese romaneske Fatima ist in einem kleinen algerischen Dorf groß geworden. Sie ist Tochter eines Dorflehrers in der Kolonialzeit, hat, wie es sich für die Tochter eines Schullehrers gehört, Französisch gelernt. Einstellungen und Welten wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten, treffen schon in ihrer Familie aufeinander, denn die Mutter ist eine selbstsichere Frau von europäischer Kultiviertheit, ihr Vater, den sie abgöttisch liebt, ist durchaus liberal und aufgeklärt, befolgt aber auch streng die arabischen Bräuche, hat jedoch seine Tochter nicht gleich mit vierzehn Jahren verheiratet, wie es vielen ihrer damaligen Freundinnen passiert ist.

Man kann das Buch mit sehr viel Seelenregung lesen, weil es eine verschwundene alte Welt noch einmal illuminiert, vor allem die Welt der islamischen Frauen jener Zeit. Eine Frauenwelt die in den Innenhöfen noch ganz weggesperrt war. Das mag furchtbar sein, aber Assia Djebar beschreibt auch welch ein Zauber damit einher ging. Es war ein großes, weibliches, sinnliches, farbenprächtiges Leben, ein Frauenleben mit Tänzen, Feiern und rituellen Waschungen. Ein Frauenleben, wie es in dieser ausführlichen Schilderung in der Literatur nie eine Sprache gefunden hat, schon gar nicht auf Französisch. Sie will über diese Frauen schreiben, will sie retten, nicht moralisch zu Gericht sitzen.

Worin liegt das Hauptanliegen der Autorin? Vermutlich darin, in ihrem Werk und ganz besonders in diesem Buch, den schweigenden Frauen eine Stimme zu geben, diese weibliche Kultur in der Sprache der Kolonisatoren sprechen zu lassen, der Sprache ihres Vaters. Dabei bleibt ein gewisser Riss in ihrem Herzen, weil sie ja nur noch in der Sprache der Eroberer" schreiben kann, die ihr in gewisser Weise ihren Ursprung genommen haben. Insofern ist es auch ein Buch das von den Widersprüchen lebt. Sie schreibt in der Sprache des "Feindes" obwohl sie das Arabische über alles liebt.

Sie geht ihren eigenen Weg, der neben Glücksmomenten manchmal auch schmerzhaft ist. Nun kommt der nächste große Widerspruch. Das Buch endet mit der Beschreibung eines Suizidversuchs, den sie als junge Frau in Algier gemacht hat. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit ihrem Verlobten, mit diesem Mann wegen dem sie vor die Straßenbahn rannte hatte sie über 20 Jahre zusammen gelebt. Trotzdem hatte sie ihn nur oberflächlich, schemenhaft wahrgenommen. Im Fokus ihres Buches steht die Verzweiflung darüber, dass sie diese Tat ihr Leben lang vergessen hat. Sie ist völlig entsetzt und versteht ihr eigenes Leben nicht, weil sie ihr Leben lang in Schweigen eingemauert war. Sie schreibt dieses Buch, um sich selbst noch einmal zu verinnerlichen, was diese Assia Djebar bewegte, wer sie war und wie es zu dieser unerklärlichen Tat kommen konnte. Und dann kommt eine ganz starke, erschütternde Stelle, denn diese heute betagte Frau sagt rückbllickend, dass sie es bedauert dass der Selbstmord misslungen ist. Die Lektüre wühlt auf und schmerzt, ist aber zugleich für den westlichen Leser eine Brücke in die arabische Welt. Ein eindrucksvolles Buch was mich sehr bewegt hat.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2015
Erleben Sie in diesem autobiographischen Roman von Assia Djebar an die Kindheit und Jugend in Algerien bis zum Ausbruch des Algerienkrieges. Ein ganz persönliches Buch über ein Frauenschicksal. Tief, feinfühlig und klug. Beide Kulturen erfahren ihre Würdigung. Für alle Interessierten ist das Buch eine gute Brücke in die arabische Welt.
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am 1. Juni 2015
Im Roman werden gesellschaftsspezifische Probleme in der Zeit der Kolonisation aufgezeigt.
Es wird auf soziale Machtkämpfe und Ungerechtigkeiten eingegangen.
Geschlechterrollen und Geschlechterkamp werden problematisiert. Die geschilderten Emanzipationsversuche der Protagonistinnen können nachvollzogen werden und vermitteln Hoffnung in die Veränderbarkeit sozialer Missstände.
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am 29. März 2013
schöne Sprache, tolle Bilder, aber etwas mühsam zu lesen, für mich einfach eine fremde Welt, besser man kann sich gut konzentrieren
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am 4. November 2012
Das Buch haette auf die Haelfte reduziert werden koennen,weil die Autorin sich 1000mal wiederholte. Ich hatte keinen Spass beim Lesen.
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