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Keine leichte Kost, das stand von Anfang an schon mal fest. Güner Balcý nimmt den Leser mit auf eine Reise in eine fremde Welt: eine Welt, in der fast nie Deutsch gesprochen wird. Eine Welt, in der Frauen eigentlich nur zum Gebären von Kindern, Dienen und Gehorchen ihres Mannes und Führen des Haushalts zu gebrauchen sind. Das Groteske ist jedoch, dass diese fremde Welt direkt bei uns vor der Haustür ist. Diese Leute sind nicht integriert!, schreien die Einen - Solche Verhältnisse sind die Ausnahme!", erwidern die Anderen.

Dass zumindest der letzte Satz so nicht ganz stimmen kann, zeigt uns die Autorin im vorliegenden Werk. Dass es ihr an Authentizität nicht mangelt, bestätigt ihr bisheriger Werdegang: die Journalistin, 1975 in Berlin als Tochter türkischer Gastarbeiter geboren, arbeitete als Sozialarbeiterin in einem Modellprojekt zur Gewalt- und Kriminalprävention im Rollbergviertel, einem sozialen Brennpunkt Neuköllns, sowie in einem Mädchentreff für Jugendliche aus türkischen und arabischen Familien. Bevor sie mit der Geschichte Mariams beginnt, informiert Balcý den Leser darüber, dass ArabQueen auf wahren Begebenheiten tatsächlich existierender Personen beruht - was das Ganze in meinen Augen noch schrecklicher macht.

Fernab von einer Diskussion, inwieweit dieses Leben, das Mariam und ihrer Schwester beschert ist, muslimisch geprägt sein mag oder nicht (darüber könnte man nämlich stundenlang diskutieren und wäre am Ende leider genauso weit wie am Anfang auch), kann man sagen, dass es nicht dem entspricht, was der geneigte Westeuropäer unter Leben definieren würde. Die weiblichen Mitglieder in Mariams Familie haben tatsächlich fast keine Rechte. Die Schule wird den Mädchen gestattet, weil in Deutschland nun mal leider Schulpflicht herrscht und man Ärger mit den Ämtern riskiert. Aber nach 9 Jahren Schulpflicht ist auch damit Schluss und dann hat das Mädel gefälligst daheim zu bleiben. Okay, Tüten vom Supermarkt heimschleppen darf sie noch, aber so unmögliche Dinge wie Kino, spazieren oder gar bei einer Freundin übernachten? -undenkbar!

Mariam hat sich von Kindesbeinen an damit abgefunden, dass das Leben für sie nicht so spaßig werden würde wie für ihren Vater, ihre Brüder oder die restlichen männlichen Mitglieder der Familie. Die Brüder pflegen offenkundig ihre Liebschaften mit Mädels (bei denen es natürlich ausgeschlossen ist, später eine Ehe einzugehen, denn die hat man nur mit artigen, braven Jungfrauen) und auch der Vater geht gerne mal fremd. Wenn die Mutter diesbzgl. aufbegehrt oder der Vater mal wieder beim Kartenspiel sein Hartz IV verzockt hat, setzt es auch gerne für Mutter und Töchter eine Tracht Prügel - irgendwie muss man den Frauen ja zeigen, wer das Sagen hat in der Familie.

Doch eines Tages lernt Mariam Lena kennen und eine Transformation in ihr beginnt. Zu Hause mimt sie zwar noch die brave Tochter, die sich offensichtlich auch mit der Tatsache abgefunden hat, dass sie mit ihrem Cousin verheiratet werden soll. Im Geheimen jedoch stiehlt" sie sich immer wieder kleine Freiheiten wie mit Lena in die Disco zu gehen oder sich mit einem Jungen zu treffen. Wohlwissend, dass dies ernsthafte Konsequenzen haben kann (es ist auch überall bekannt, dass ein Mädchen, das die Familienehre beschmtutzt, dieses nicht immer lebendig übersteht), findet sie spätestens, seit sie in einem Mädchentreff ihres Viertels arbeitet, Gefallen am Geschmack der Freiheit.

Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen, auch wenn es mich streckenweise sehr betroffen gemacht hat ob der in Mariams Familie und Umfeld herrschenden Umständen. Ich habe mich ziemlich oft dabei ertappt, wie ich mir selbst sagte Das können die doch nicht machen!, Das ist doch absolut unfair!, weil ich ab und an einfach nur schockiert war, weil auch hier wieder das bestätigt wurde, was sonst auch in diesen Familien als Alibi für die Behandlung der Frauen/Mädchen herhalten muss: die Religion. Nun könnte man streiten, wie rückständig, respektive fortschrittlich der Islam ist. Nicht streiten lässt sich jedoch über Fakten wie: auch Männer dürfen nicht fremdgehen, das Erlangen von Wissen und Bildung ist auch ein Privileg, das Frauen in Anspruch nehmen dürfen (und sogar müssen!) und nein - Töchter dürfen nicht, nur weil sie über einen Witz lachen, halbtot geschlagen werden.

Güner Balcý schreibt genau so, wie einer Mariam der Schnabel gewachsen ist und da ich ja selbst Migrationshintergund habe (klingt das nicht klasse?), kenne ich mich da auch ein bisschen aus und kann leider bestätigen, dass das, was ich hier lesen durfte, KEINE Ausnahme ist und immernoch hier mitten in Deutschland so gelebt wird. Die Handlung ist authentisch, rasant, brutal und beklemmend. Doch gegen Ende beginnt der Leser zusammen mit Mariam Hoffnung zu schöpfen und daran zu glauben, dass man Dinge, die unverrückbar scheinen, auch zum Guten wenden kann.

Wer von Berlin mehr erwartet als Brandenburger Tor und Siegessäule, bekommt mit ArabQueen einen guten Einblick in die Hinterhöfe der Brennpunkte Kreuzbergs und Neuköllns und deren - leider häufig auftretende, hässliche Fratze. Hier gibt's eine Leseprobe.

Von mir gibt's 4 Sterne, da mich der Schluss ein bisschen unbefriedigt zurückgelassen hat.
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am 24. April 2015
mit dem alle Selbstbestimmung anfängt.

Neukölln. Gescheiterte Integrationspolitik, hohe Jugendkriminalität, Prekariat, Rütli-Schule, Hartz IV-Oase und Salafistenhochburg - das sind die Dinge, mit denen der Berliner Problembezirk Schlagzeilen macht. Laut Heinz Buschkowsky ist Neukölln überall, also auch im Wedding, wo diese Geschichte angesiedelt ist.

Die kurdische Familie Omar nennt die gesamte Palette des integrativen Scheiterns ihr eigen. Die älteste Tochter Mariam nimmt sich ein Stückchen Freiheit wo sie sie kriegen kann. Schminkt und stylt sich heimlich mit Fatme, ihrer jüngeren Schwester, sammelt Glamourzeitschriften, hängt am Gesundbrunnencenter ab oder unternimmt einen heimlichen Ausflug ins Berliner Nachtleben. Sie ist findig in Sachen Ausreden, Lügen, Verdrehungen - eine harte Sache, zu der sie sich gezwungen sieht, will sie ein Stück vom Himmel haben, der für andere junge Frauen selbstverständlich ist. Der Preis dafür sind regelmäßige väterliche Prügelattacken, Beleidigungen, Nichtachtung und die Ausradierung ihrer Persönlichkeit. Dabei will sie nur das haben, was ihr als Mensch zusteht: Freiheit und Selbstbestimmung. Als ihr am Ende die Zwangsverheiratung droht, wächst innerer Widerstand.

Die Autorin Güner Balci weiß, wovon sie schreibt. Schon ihr Erstling "Arabboy" hat mich begeistert. Balci versucht, hinter die Fassaden zu blicken, ist um Einsichten und Aufklärungen bemüht, denkt und fühlt sich hinein in ihre Charaktere, auch in jene, die eigentlich nicht zu verstehen sind. Man begreift: alle sind Opfer.

Integration hat nichts mit Assimilation zu tun. Jeder darf seine Muttersprache pflegen und seine Kultur ausleben. Doch es gibt Grenzen. Tragen wir Mitschuld? Durch Wegsehen und -hören, durch falschverstandene Multi-Kulti-Träumerei, in der wir gewähren lassen, was eigentlich keine Kultur, sondern Barberei ist? Wie viele Ehrenmorde später begreift man die verpasste Chance einer wirklichen Integration, um die Leute aus ihren selbstgewählten Ghettos zu holen, in denen man kein Wort Deutsch braucht, denn man kommt auch prima so durchs Leben?

Verhaftet in archaisch anmutenden Traditionen lebt man ein Parallelleben, in dem der Mann die größtmögliche Freiheit besitzt alles zu tun, während die Frau als Putzfrau, Leibdiener, Sklavin, Köchin und Sexpuppe fungiert. Man möchte brechen.

Die männlichen Geschöpfe krallen sich an den alten Stammesriten fest, denn außerhalb dieser Welt müssten sie sich eingestehen, dass sie gescheitert sind. Zuhause dürfen sie Tyrann sein, während "die Deutschen" da draußen ihr unkeusches, frevelhaftes, unehrenhaftes Leben leben.

Die Absurdität dieser Identitätskrise konnte nicht größer sein als auf dem Foto, da die vier Kinder der Familie Omar bei der Fußball-WM 2006 im Sonycenter begeistert die Deutschlandfahne schwenken. Was bin ich? Deutscher, Türke, Kurde? Ersteres auf keinen Fall, aber Hartz IV wird gerne genommen, wo zu Hause nur die dürren Ziegen im Stall warten.

Ich habe keinen Rat an die Frauen als den der Selbstbefreiung. Zu jedem Spiel gehören mindestens zwei Parteien. Der erste Schritt aber ist die Erkenntnis, dass das was ist, nicht bleiben muss. Noch darf. Es ist kein ehernes Gesetz noch Koransure; es sind überlieferte, uralte Traditionen, nicht mal aufgeschrieben und nur von Männern erdacht, die es so bequem wie möglich haben wollen. Worin es sich im übrigen nicht von den Wurzeln des Christentums unterscheidet und auch unsere sogenannte Gleichberechtigung ist noch jung. Ich möchte es auch an keiner Religion festmachen, nur an den Gesellschaftsformen. Auch der Mann sitzt in der Falle des Systems, muss sich ständig rechtfertigen, sich auslachen lassen, beschimpfen gar, auf die Ehre achten, vor allem auf die Jungfräulichkeit seiner Töchter, er folgt den ungeschriebenen Regeln wie ein Lemming, der ins Verderben läuft, getreu dem Motto "eine tote Tochter ist erträglicher als eine unehrenhafte Tochter". Definiere Ehre.

Integration ist auch Kopfsache. Wie sehr möchte ich dem Land, in dem ich lebe, nahkommen? Wie gerne möchte ich es verstehen und mich anderweitig austauschen? Fühle ich mich zu klein dazu? Zu minderwertig, zerfrisst mich der Neid und ich muss deshalb den Großkotz, Macho und "PM" raushängen lassen? Migranten, die lautstark mehr Toleranz für sich einfordern, sollten überprüfen, wie es mir ihrer eigenen Toleranz gegenüber Andersgläubigen und -denkenden aussieht.

So gut die Absichten dieses Buches (und vieler anderer zu diesem Thema) sind - es bleiben Absichten, denn geändert hat sich wenig in den Köpfen. Berlin ist groß und so bunt wie eine Glasmurmel; Parallelwelten und -gesellschaften bilden sich so leicht, dass man als Eingeborener nur mit den Ohren schlackern kann. Immerhin sind Zwangsehen mittlerweile unter Strafe gestellt, aber wo kein Kläger, da keine Verurteilung. Möge das Horrorszenario, das Güner Balci am Anfang des Romans malt, für die ungezählten namenlosen Mädchen niemals eintreffen.
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am 7. Juli 2013
Die deutsch-türkische Autorin weiß sicher aufgrund ihrer Berufserfahrung in Brennpunktvierteln, wovon sie spricht, und ich habe in jahrelanger Arbeit im multikulturellen Bereich durchaus ähnliche Geschichten beobachtet. Diese soll man aufzeigen dürfen ohne als rasistisch abgestempelt zu werden und die längst existierende Parallellwelt soll man auch nicht schönreden. Jedoch schießt die Autorin zu kurz, wenn sie nur den Islam für diese Missstände verantwotlich macht. Es geht hier vielmehr um Bildungsferne. Gehen wir 60 Jahre zurück in den miefigen Katholizismus, der die Frohbotschaft in eine Drohbotschaft verwandelte, körperfeindlich war und das eigenständige Denken nicht förderte. In den 70er Jahren befreiten sich viele Intellektuelle von diesem Denken, nun pendelt sich die Situation ein und Religion ist kein Zwang, kein Drohmittel mehr. Wer sich dafür entscheidet tut dies aus freien Stücken und die meisten Christen sind tolerant und weltoffen. Gut möglich, dass die Enkelinnen der Arab Queens, deren Omas mit Gewalt die Fesseln zerschneiden mussten, in einigen Jahrzehnten einen schönere und bessere Art des Islam leben. Der Weg aus dem Ghetto, aus der Armut, Isolation und Zwangsehe lautet Bildung und Dialog. Dieses fordert die mit wütender Feder schreibende Autorin und dafür zolle ich ihr Respekt. Dass sie angeblich alevitische Kurdin ist, verwundert mich nicht. Ich kann nicht über alle Mitglieder dieser Volksgruppe sprechen, aber die, die ich kenne, halten zu hundert Prozent ebendiese Ideale hoch. (was aber nicht heißt, dass es nicht auch andere gibt, die das tun).
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am 22. August 2010
Wieder ein großartiges Buch von Güner Balci. Die Geschichte des Mädchens Miriam lässt tief in das abgekapselte Leben vieler junger Frauen in Deutschland blicken, das durch Gewalt, Willkür und religiöses Machotum geprägt ist. Abseits von jeglicher Eigenverantwortung und Selbstbestimmung müssen diese Frauen ihren türkischen und arabischen Großfamilien kompromißlos dienen. Sie erleben die deutsche Gesellschaft wie ein großes Schaufenster, das für sie aber unerreichbar bleibt. Locker und packend formuliert lesen sich die 320 Seiten spannend und bedrückend zugleich. Pflichtlektüre für alle Kulturrelativisten!
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TOP 50 REZENSENTam 16. September 2015
Güner Balcis Buch, dessen Geschichte großteils auf wahren Begebenheiten beruht, erzählt die Geschichte von Mariam, die als Tochter von Migranten aus dem muslimischen Raum einen verzweifelten Kampf um ein selbstbestimmtes Leben führt. Gerade aufgrund des persönlichen Hintergrunds der Autorin und ihrer einschlägigen Berufserfahrung kann man speziell ihr keine klischeehafte Darstellung und Bedienung von Vorurteilen vorwerfen. Ganz im Gegenteil zeigt sie anhand der Geschichte von Mariam und ihrer Schwester Fatme die traurige Realität von unzähligen muslimischen Mädchen und Frauen in Deutschland in aller Deutlichkeit und Authentizität auf.

Es entsteht ein beklemmendes und ernüchterndes Bild vom Leben von Mariam und ihrer Schwester, dass von völliger Kontrolle, exzessiver körperlicher Gewalt, Drohungen, Demütigungen, Bildungsverweigerung und einer heuchlerischen und verlogenen Sexualmoral durch die Familie gekennzeichnet ist. So besteht das Leben der Schwestern praktisch nur aus Arbeit und Verpflichtungen und der anschließenden drohenden Zwangsverheiratung. Gegen diese verkrusteten und unzeitgemäßen 'Traditionen' kämpft Mariam in ihrem Ringen um ein selbstbestimmtes Leben verzweifelt an.

Sicherlich ist ein derartiges Schicksal nicht die einzig mögliche Realität für muslimische Frauen in Deutschland und alleine die Autorin gibt ein leuchtendes Gegenbeispiel ab, dass es auch anders geht, aber so lange Zehntausende muslimischer Mädchen und Frauen tatsächlich in einer praktisch völligen Entrechtung ihr Dasein fristen müssen, ist es die Aufgabe von Politik, Behörden, Medien und Gesellschaft gegen derartige Missstände anzugehen und diese offen anzusprechen, da sie in keiner Weise mit unseren demokratischen Grundwerten und den universellen Menschenrechten vereinbar sind.
Menschenrechtsverletzungen aufgrund vermeintlicher kultureller Traditionen dürfen in unserem Land nicht toleriert werden. Ebenso wenig wie Stimmungsmache gegen Migranten von Rechtsaußen durch die Instrumentalisierung dieser vorhandenen Missstände genauso wenig wie die Verharmlosung und Bagatellisierung dieser Missstände durch die sogenannte 'Gutmenschen'-Ideologie.

Die große Stärke von Güner Balcis Buch ist es, dass diese Realitäten und Probleme offen und deutlich angesprochen werden und ihr Buch ein unglaublich intensives und authentisches Leseerlebnis ist. Man taucht ein in den Alltag dieser Mädchen und Frauen und auch in deren innere Kämpfe, ihre Zerrissenheit und die erstickende Last, die ein derartiges Leben bedeutet.

Von mir absolute Leseempfehlung!
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am 22. Oktober 2010
Meinung aus der Jugendredaktion von Lena (14 Jahre):

Mariams Leben ist alles andere als leicht: Als Tochter streng muslimischer Eltern ist ihr fast jeder Spaß verboten und trotzdem will sie ihr Leben genießen. Auch wenn zuhause Schläge und Hausarrest drohen, Mariam will und kann nicht verstehen, warum Männer - und besonders ihre Brüder - mehr als sie dürfen. Besonders nachdem sie Lena kennenlernt, die so ganz anders aufwächst, wird ihr klar, dass sie so nicht leben möchte. Als dann auch noch die Zwangsheirat mit einem unbekannten Cousin droht, steht Mariam vor der wahrscheinlich schwierigsten Entscheidung ihres Lebens: Soll sie gehorchen, die folgsame Tochter sein, und sich damit ihre Zukunft verbauen oder soll sie das tun, was sie wirklich will - abhauen - und ihre Eltern für immer verlassen?

Das Buch ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Das Thema ist genauso spannend wie wichtig und die Autorin schafft es wunderbar, das auch dem Leser zu zeigen. Man lernt nicht nur vom muslimischen Glauben, sondern auch von der Unterdrückung von vielen Frauen - im Namen Gottes. Teilweise ist einem richtig mulmig zumute und man ist froh, ein besseres Leben zu haben. Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die sich immer mit einem bestimmten - und meist sehr wichtigen - Ereignis in Mariams Leben beschäftigen. Immer wieder werden auch Rückblicke eingeschoben, so dass im Buch fast das ganze Leben des Mädchens erzählt wird. Die ganze Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, nur die letzten beiden Kapitel wurden von der Autorin erfunden, um ein gutes Ende schreiben zu können und am Ende des Buches finden sich Adressen und Ansprechpartner für Betroffene. Ein rundum gelungenes Buch für Mädchen ab 12 Jahren. Ich gebe 5 Sterne.
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am 7. November 2013
Das Buch zeigt aus erster Hand, welchen Konflikten einige muslimische Mädchen innerhalb ihrer Familie ausgesetzt sind. Ihr familiäres und religiöses Leben prallt auf das völlig andere gesellschaftliche Dasein in Deutschland. Es ist fesselnd und nachvollziehbar geschrieben.
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am 4. Juli 2013
Das Thema wurde gut aufbereitet, es erschüttert einen, wie muslimische Frauen in Deutschland leben. Und mit Sicherheit wird der Begriff Familie neu definiert......
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am 30. August 2015
Dieses Buch ist nicht ganz leicht zu verkraften, aber auf jeden Fall lesenswert. Es zeigt deutlich, wie schwierig es einem gemacht werden kann, wenn die Kulturen aneinander geraten.
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am 4. Dezember 2014
Hab es meiner Freundin bestellt und sie war begeistert. Kennt die Autorin aus Kindheitstagen. Beschreibt das Leben aus Berliner Neuköllner Zeiten.
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