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am 15. Mai 2017
„Elender Krieg“ ist eine Erzählung über den Garbenkrieg im Ersten Welt Krieg. Die Inspiration zu diesem Thema bekam Jacques Tardi von seinem Großvater. Tardi wurde in seiner Kindheit durch die Comickünstler Hergé und Jacobs geprägt. Dadurch orientiert sich Tardis Zeichenstil am frankobelgischen Stil des linge clairs. Der Zeichenstil der „klaren Linien“ verwendet flächige Farbgebung und stilisierte Comicfiguren. Die Panels sind geordnet und die durch klare Panelgrenzen voneinander getrennt.

In dieser Graphic Novel von Comiczeichners Jacques Tradi und dem Militärhistoriker Jean-Pierre Verney wird die Geschichte eines Pariser Fabrikarbeiters, der zu Beginn des Krieges als Soldat eingezogen wurde, erzählt. Dieser Soldat wird sozusagen zum Kriegsberichterstatter, welcher chronologisch und kritisch von den Kriegsjahren 1914 bis 1919 erzählt. Der französische Soldat kommentiert den Krieg, er ist dabei schonungslos, ehrlich und zynisch. Auffallend ist die komplette Abwesenheit von Sprechblasen, die eigentliche dramatische Dialogform des Comics. Stattdessen verwendet Tradi Textboxen, in welchen die Erzählungen des Soldaten als Off-Kommentar erscheinen. Es ist eine Stimme aus dem Off, welche über das Grauen berichtet und dadurch wirkt sie wie eine Narration bei einem Film. Vor jedem neuen Jahr gibt es eine kurze Einleitung mit original Zitaten, danach folgen meist drei Panels im Querformat. Tardis Panelgrenzen sind sehr klar und stark abgegrenzt, die Panels erinnern stark an eine Kinoleinwand. Dadurch erscheinen die Panels wie Filmszenen. Durch die Stimme aus dem Off und leinwandähnlich Panels, hat man das Gefühl als würde man einen Film anschauen.

Tardi und Verney greifen in ihrer Graphic Novel auf bekannte Handlungsorte während des Ersten Weltkrieges zurück, so spielen einige der Handlungsabschnitte an der Somme oder in Verdun. Weiteres beschäftigen sie sich mit geläufigen Topoi, die im französischsprachigen Raum bekannt sind. Sie verwenden Themen aus Westfronterzählungen wie zum Beispiel, die Kolonialtruppen, die Schützengräben, die Giftgasangriffe und das Altern an der Front. Ein extremes Augenmerk legt Tardi an die allgemeine Verwüstung durch den Krieg aber auch an die Zerstörung und Verstümmelung des menschlichen Körpers. Der Verfall und die Vernichtung der Menschen werden immer wieder eindrucksstark gezeigt und visualisiert.

Die Zeichnungen von Tardi sind äußerst detailgetreu, so erkennt man in seinen Bildern auch die Fotografien, welche im teilweise als Vorlage dienten und die im Anhang näher erklärt werden.
Tardi widmet jedem Jahr ein eigenes Kapitel, dabei wird im Verlauf der Geschichte die Farbwahl immer dunkler und düsterer. So sind die Jahre 1914 und 1915 noch übergehend in hellen Farben gehalten, ab 1916 verblasen die Farben immer mehr und gehen in dein trübes Blaugrau über. Zwischendurch erscheint noch hineinkoloriertes blutrot, was als einziges Farbsignal übrigbleibt. Die Zeichnungen von Tardi sind äußerst detailgetreu, trotzdem ist seine Linienführung eher grob.

Obwohl die Zeichnungen sehr naturalistisch sind, ist die Art und Weiße wie Tardi die Menschen zeichnet etwas weniger wirklichkeitsgetreu. Da es sich eben um einen Comic handelt werden die Menschen auch als charakteristische Comicfiguren dargestellt, dass macht den Anblick von zersprengten, zerschossenen Körpern und verwesenden Leichen wohl etwas erträglicher.
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am 10. Februar 2014
Die Edition Moderne präsentiert jetzt zum hundertsten Jahrestag des 1. Weltkrieges die Neuauflage in einem Gesamtband in gewohnt hochwertiger Aufmachung (1. Auflage 2009/2010 noch in 2 Bänden erschienen). Diese Gesamtausgabe ist gegenüber den Einzelbänden preislich auch günstiger.

Nach dem „Grabenkrieg“, welcher in düsteren Schwarz-Weiß-Tönen gezeichnet ist und einzelne Geschichten aus dem Schützengraben des 1. Weltkriegs beinhaltet, erzählen Tardi und Verney nun den chronologischen Ablauf von 1914 bis 1919.

Auch hier findet der ganze Krieg im Schlamm der Schützengräben an der Westfront statt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines einfachen Soldaten aus dem Off heraus. Typische Sprechblasen eines Comics hat Tardi weggelassen. Gegenüber seinen bisherigen Werken über den 1. Weltkrieg zeichnet Tardi diesmal in Farbe mit 3 Panels je Seite.

Die Landschaften, Leute und Soldaten sind anfangs in lebendigen Farben dargestellt. Alles schön bunt wie bei einem Picknick im Freien. Die französischen Soldaten in ihren blauen Zirkuskostümen und die deutschen im dezenteren Grün-Grau mit ihren schmückenden Pickelhauben bekämpfen sich noch unter strahlend blauem Himmel. Der Krieg nimmt seine nie gedachten unmenschlichen Ausmaße an und die Farbigkeit lässt nach. Grau- und Brauntöne beherrschen nun die Szenerie – Hoffnungslosigkeit, die Jaques Tardi unbeschreiblich authentisch einfängt. Der Leser durchlebt das ganze Elend förmlich mit.

Die feinen Zwischentöne, welche die ganze Lächerlichkeit, den Irrsinn und das Groteske des Krieges aufzeigen, verbinden sich eindringlich mit den Bildern. Die Soldaten sind der Spielball der Generäle, das Schlachtvieh auf dem Weg zum Schlachthof.
Jedes einzelne Panel steckt voller Details und Bewegung, als ob eine Filmszene vor den Augen ablaufen würde und wieder in Bewegungslosigkeit erstarrt. Kaum ein anderer versteht es so wie Tardi, diese Zeit so gekonnt in Bildern umzusetzen.

In einem ausführlichen textlichen Anhang fasst der Historiker Jean-Pierre Verney noch einmal die Kriegsereignisse zusammen versehen mit Originalfotos und Kartenmaterial.

Hier liegt ein zeichnerisch und erzählerisch großartiger Comic mit einer akribischen Detailgenauigkeit und hohem dokumentarischen Wert vor. Wer sich ein Bild vom wirklichen Krieg machen möchte, dem sei dieser Bildband nur zu empfehlen.

Der einfache Soldat überlebt übrigens, als Versehrter – mit einem Arm weniger. Davon gab es 10 Millionen, von den Toten ganz zu schweigen.
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TOP 500 REZENSENTam 9. Februar 2014
Der Erste Weltkrieg wird in Frankreich “La Grande Guerre“ genannt, dies allerdings meist ohne Anführungszeichen. Dieser “große Krieg“, von dem viele glaubten er würde alle anderen Kriege beenden, hat den Zeichner Jacques Tardi immer wieder beschäftigt. Dies hat sehr persönliche Gründe. Durch seinen Großvater, der die Schlachtfelder von Verdun u. a. neben einer verwesenden Leiche überlebte, ist der 1946 geborene Tardi sehr sensibilisiert für dies Thema, denn er hat erlebt, was die traumatischen Erlebnisse aus dem Mann gemacht haben.

In Comics wie "Soldat Varlot" oder “Grabenkrieg“ zeigt Tardi in eindringlichen meist schwarzweißen Bildern das Elend und Grauen, das die Frontsoldaten jahrelang durchleiden mussten. 2008 begann er mit der Veröffentlichung seines ambitioniertesten Comic-Projekts zu diesem Thema. Unter dem Titel “Putain de guerre“ (wörtlich übersetzt “Hure des Krieges“) schilderte er in sechs 30 x 40 cm großen Heften jeweils auf 20 Seiten die Kriegsjahre 1914 bis 1919 (auch nach dem Waffenstillstand am 11.11.1914 war der Konflikt noch lange nicht beendet). Die Hefte enthielten zudem noch einen ausführlichen dokumentarischen Anhang von Tardis Szenaristen, dem Historiker Jean-Pierre Verney. Danach erschien “Putain de guerre“ zunächst in zwei Bänden und schließlich als Gesamtausgabe, in der am Ende des Buches auch Verneys umfangreiche Anhänge enthalten ist.

2014 wurde auf dem Comicfestival in Angoulême mit “Tardi et la Grande Guerre“ die größte Ausstellung der Veranstaltung gezeigt. Hier waren Tardis Comics inmitten einer beeindruckenden Installation zu sehen. Die Besucher gingen durch Gänge, die wie Schützengräben wirkten. Dies wurde akustisch unterstützt durch fernes Kriegsgrollen, aber auch durch zumindest inhaltlich passende Chansons von Tardis Gattin Dominique Grange. Das Kernstück der Ausstellung waren alle schwarzweißen und farbigen Originalzeichnungen sowie erstmals auch Skizzen aus “Putain de guerre“. Die Ausstellung endet konsequenterweise in einem Raum voller Soldatengräber und zerlumpter Nationalflaggen, deren Farben kaum noch zu erkennen sind.

“Elender Krieg“ – so lautete der deutsche Titel von “Putain de guerre“ - ist alles andere als ein konventioneller Comic über den Krieg. Tardi gestaltete seine Comicseiten fast immer in Form von drei sehr breiten untereinander angeordneten detailreich ausgeführten Einzelpanels. Diese sind zunächst - die damalige erste Begeisterung über “La Grande Guerre“ darstellend - noch recht farbenfroh koloriert, doch im weiteren Verlauf der Geschichte bzw. des Krieges dominieren graue, braune aber auch immer wieder blutrote Farbtöne die Bilder. Tardi verzichtet ganz auf Sprechblasen und ergänzt seine eindringlichen Bilder stattdessen durch Kästen mit Jean-Pierre Verneys erläuternden aber oft auch bitter-zynischen Texten. Dadurch gelingt es im Kleinen wie auch im unfassbar Großen einen Eindruck zu vermitteln von den zermürbenden Jahren dieses völlig sinnlosen Konfliktes, der 10 Millionen Menschen das Leben kostete.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Januar 2016
Zum Thema ›Jacques Tardi und der Erste Weltkrieg‹ muss man nicht mehr viel sagen. In zahlreichen Publikationen hat Tardi den Krieg, die Kriegserfahrungen sowie die sozialen und psychischen Kriegsfolgen in den Blick genommen. Die beiden hier zusammengefassten Bände sind in gewisser Weise so etwas wie die Summe dessen, worum es Tardi geht.

Tardis großes Verdienst besteht darin, die Erlebnisperspektive des einfachen Franzosen rehabilitiert zu haben. Damit ging auch eine Neubewertung des in Frankreich so genannten ›Grande Guerre‹ einher. Die patriotischen Glorifizierungen, die lange Zeit die Thematisierung des Ersten Weltkriegs beherrschte, geriet ins Bröckeln. Tardi hat maßgeblich mit dazu beigetragen, dass das den ›Grande Guerre‹ betreffende Denken und Gedenken heute von einem Realismus beherrscht wird. Seine dennoch bestehende Distanz zu offiziellen Sichtweisen hat Tardi 2013 deutlich gemacht, als er die Aufnahme in die Ehrenlegion ablehnte.

»Elender Krieg« erzählt keine Geschichte im engeren Sinne. Geschildert werden die Erlebnisse und Reflexionen eines einfachen Soldaten, der den gesamten Ersten Weltkrieg an der Westfront durchlebt und überlebt. Für das berichtsartige Erzählformat wählt Tardi eine Seitenarchitektur, die Dramatisierungen vermeidet: In der Regel werden die Seiten von drei gleich großen Panels gebildet, die übereinander angeordnet sind.

»Elender Krieg« kommt ohne Sprechblasen aus. Die Berichte und Reflexionen des Soldaten finden sich in Textkästen, wobei zwischen Text und Bild oftmals ein Spannungsverhältnis besteht, – insbesondere dort, wo der Soldat sarkastische Kommentare abgibt.

Überaus geschickt stellt der Text die Erlebnisse und darauf bezogenen Kommentare des Betroffenen in den Mittelpunkt, – gleichsam als Geschichtsschreibung von unten, die den offiziellen Verlautbarungen kontrastiv gegenübergestellt werden. Gleichzeitig wird eine Fülle von Informationen zur politischen Lage, zu sozio-kulturell Rahmenbedingungen, zu militär- und technikhistorischen Details usw. eingeflochten, so dass nach und nach ein umfassendes Bild des Krieges entsteht.

Der für sich genommen schon ebenso bewegende wie informative Comic wird durch einen 40-seitigen Anhang des Historikers Jean-Pierre Verney (*1946) ergänzt, der eine umfassende Chronologie des Krieges liefert. Drei Karten runden diesen vorzüglichen Band ab.

Fazit: Ein Meisterwerk, das ein differenziertes Bild des Ersten Weltkriegs liefert. Spätestens durch den profunden Anhang empfiehlt sich das Buch auch für den Schulgebrauch.
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am 5. Oktober 2015
Tardi beschreibt anhand der Geschichte eines französischen Soldaten die Leiden der beiden Armeen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges. Es kommt keine Spur Patriotismus zur Geltung und es behandelt unparteiisch die Entbehrungen hüben wie drüben. Was mich daubrachte einen Punkt abzuziehen ist, daß der Autor seinen eigenen Atheismus wie eine Monstranz immer wieder vor sich herträgt. Dieser entlädt sich in einer deutlichen Kirchenfeindlichkeit, die die Hoffnung, die der Glaube vielen Soldaten gab negiert.
Das Werk ist gut geeignet gerade Jugendlichen einen realistischen Eindruck vom Wüten entland der Stacheldrahtlinien zu geben. Die Anfänge des Krieges eines fröhlichen Heimzahlens im Bunten Rock weichen schnell einer illusionslosen Metzelei unter Granatfeuer und Todesangst.
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am 10. Juli 2014
Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens, gerne immer wieder !!! Alles bestens
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