flip flip Hier klicken Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Unlimited BundesligaLive

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
11
Persepolis Gesamtausgabe
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:25,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 18. Dezember 2015
Es ist eine bewegende Auto-Biografie von Marjane Satrapi die sehr Schön illustriert ist. Es zeigt das Comics nicht nur lustig und für Kinder sind, aber eine eigene Kunst Art sind, und manchmal überhaupt nicht lustig.
Marjane Satrapi wachst auf in Iran des Shahs und erzählt ihre Geschichte wie sie der Islamische Revolution der Ajatollahs erlebt, wie sie aufwachst unter die beide Diktaturen, ihre Auswanderung und Rückkehr.

Sie ist 4 Jahre junger als ich, auch ich war als Kind eines Ex Pat in den Iran des Shahs, verbrachte da ein par Jahre als Kind.

Wenn man dies gelesen hat rate ich auch
A Beginner's Guide To Acting English von Shappi Khorsandi, leider nur in Englisch, Auch eine Biographie von eine Frau die als Kind in Iran ist. Sie wandert aus nach UK mit ihre Eltern weil ihr Vater der Dichter Khorsandi ist der in den Iran Gefahr lief.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 14. März 2014
Es geht um ein Mädchen aus einen sehr liberalen Elternhaus im nicht so liberalen Iran.
Sie schreibt über ihre Kindheit im Iran, ihr Aufenthalt in Österreich während der Jugend, und dann ihre Rückkehr in den Iran als Jugendliche.
Aber es ist keine Autobiographie. Es geht um vielmehr.
Es geht um das Verstecken der eigentlichen Denkweise vor der Obrigkeit.
Es geht um die Auswirkungen der islamischen Ideologie auf ihre Mitschülerinnen, auf deren Denken und Reden.
Es geht um die Schwierigkeit, als Fremder in Österreich zu leben, um die Veränderungen (bis hin zur Verachtung/Vernachlässigung) ihrer selbst, nachdem sie in Österreich keinerlei soziale Verbindung mehr zu ihrem Elternhaus hat. Das Comic ist dadurch etwas melancholisch.
Nebenbei bekommt man viel aus der Iranischen Geschichte ab den 70er Jahren mit (aus Sicht der im Iran lebenden), die uns Westlern ja nicht wirklich bekannt ist. Insbesondere auch über die Änderungen von einem fast modernen Land zu einen streng Islamischen Land mit vielen Verboten.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 22. Februar 2015
Dieser Comic ist äußerst empfehlenswert. Was mir nicht gefallen hat, ist die minderwertige Qualität des Einbandes, bei dem sich die äußere Folie zum Teil ablöst und der einen Knick hatte.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 17. April 2014
Ich habe diese Wertung vorgenommen, da ich das Buch an sich sehr gut finde. Vorab muss ich sagen, dass dies mein erster Graphic Novel war und er hat mich echt überzeugt. Die Bildsprache ist sehr präzise und verständlich, auch wenn sie "nur" schwarz-weiß ist. Man kann mit diesem GN in eine andere Welt eintauchen, mit der man sich hier im Westen eigentlich nicht so beschäftigt. Sehr zu empfehlen!
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 16. März 2016
Sehr schön gezeichnet und eine schöne Geschichte! Für Leute die sich für den Iran interessieren ein schönes Buch, sehr zu empfehlen.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 22. Oktober 2016
"Persepolis" ist die Autobiographie der Iranerin Marjane Satrapi (Jahrgang 1969) in Form eines anspruchsvollen Comics für Erwachsene und umfasst 2 Bände. Der erste Band behandelt ihre Kindheit in Teheran bis 1984, der zweite Band ihre Jugend in Wien und Teheran von 1984 bis 1994.

Nach dem Erscheinen (französisch: 2000/01, deutsch: 2004/05) gefeiert, ist es inzwischen stiller um dieses Buch geworden. Durch eine neue Lektüre konnte ich mich aber vergewissern, dass es deshalb nicht schlechter geworden ist (ich gebe ihm weiterhin 5 Sterne), nur richtet sich das Interesse bei uns seit geraumer Zeit stärker auf die arabischen Länder, zu denen der Iran ja nicht gehört. Manches in dem Buch, zum Beispiel den Krieg Iran / Irak, haben wir inzwischen schon fast wieder vergessen, oder die Märtyrer- und Opfermentalität im Iran. Sie erschien uns in Europa zwar schon immer befremdlich, hat sich aber bei den heutigen Selbstmordattentätern aus anderen Ländern noch potenziert.

Marjane Satrapi hat in Teheran ein Grafik-Studium absolviert. Darauf geht sie im zweiten Band ein. Das Absurde dabei war, dass Modelle komplett verhüllt sein mussten und die Studentinnen die Männer, die sie zeichneten, nicht ansehen durften. Später hat sie das Studium in Frankreich fortgesetzt. So wundert es nicht, dass sie die Mittel eines Comics gewählt hat, um ihre Kindheit im Iran darzustellen. Sie findet dadurch leicht Zugang zu uns hier im Westen und ermöglicht uns Einblicke in dieses fremde Land, so dass es nach der Lektüre weniger fremd ist als vorher. Obwohl Comic, steht doch die erzählte Geschichte im Vordergrund und nicht die Bilder. In einfacher Schwarz-Weiss-Graphik gestaltet, lenken diese von der Story nicht ab. Diese musste aber auf das Wesentliche reduziert werden. Sie ist gegliedert in Episoden, von denen jede für sich Witz und individuelle Prägung hat.

Ihre Erinnerungen, die die Verfasserin im ersten Band reflektiert, reichen bis in die Zeit des Schahs zurück. Der Schwerpunkt liegt auf dem Revolutionsjahr 1979 und den folgenden Jahren, bis die 14jährige Marji 1984 von den Eltern ins Ausland geschickt wird, und zwar nach Wien, um dort die französische Schule zu besuchen. Zu diesem Zeitpunkt war sie, rebellisch wie sie war, gerade ihrer Schule in Teheran verwiesen worden. Wenigstens hatte sie Rückhalt bei ihren Eltern.

In der ersten Hälfte des zweiten Bandes schildert die Verfasserin die Erfahrungen, die sie in Wien gemacht hat. Das sind zum einen die üblichen Irrungen und Wirrungen beim Erwachsenwerden (Joints und Jungsgeschichten), zum anderen aber auch ein Kulturschock und die Bemühungen um Integration. "Raus!" ist das deutsche Wort, mit dem sie bald Erfahrungen macht und das ihr von ihrer psychopathischen Vermieterin, aber auch der Mutter ihres Freundes entgegengeschleudert wird.

Als sie nach vier Jahren nach Teheran zurückkehrt, leidet sie an einer Depression. Sie hat in Wien zwar Abitur gemacht, hat aber trotzdem das Gefühl, in Wien gescheitert zu sein und mit niemanden darüber reden zu können. Hier ein paar Zitate: "Niemand liebte mich. Ich war alleine." "Ich war ein Nichts. Ich war eine Westlerin im Iran, eine Iranerin im Westen. Ich hatte keine Identität." Da war noch nicht vorherzusehen, dass sie mit 35 eine sehr erfolgreiche Autorin sein würde!

Nach den Jahren in Wien erschien ihr Teheran nach ihrer Rückkehr sehr fremd. Der Iran hatte zu diesem Zeitpunkt 8 Jahre Krieg und noch mehr Jahre Unterdrückung hinter sich. Es hatte viele Tote, Kriegsversehrte und Trümmer gegeben. Unter dem Druck der äußeren Verhältnisse sucht sie ihr Heil in einer Ehe, die jedoch scheitert. Schließlich stellt ihre Mutter fest: "Du bist eine freie Frau, der Iran ist nichts für dich." 1994 geht Marjane nach Frankreich, dieses Mal "für immer".

Obwohl verboten, wird in Teheran auf privaten Parties getanzt und gefeiert und auch getrunken. Inzwischen wird darüber in einigen Romanen ebenfalls erzählt. Der Comic Persepolis war ein Vorreiter, der sich mit dieser Thematik befasst hat.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 2. Oktober 2017
Seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979 ‚wird diese traditionsreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin, die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich, dass dieses Bild falsch ist. Darum war es so wichtig für mich, <Persepolis> zu schreiben. Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf.‘ (Marjane Satrapi)

In ‚Persepolis‘ hat Marjane Satrapi ihre eigene Kindheit und Jugend als Graphic Novel nachgezeichnet: ihre Kindheit in Teheran, ihre Zeit in Österreich und ihre Rückkehr in den Iran.

Sie bietet durch ‚Persepolis‘ einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Landes seit der Islamischen Revolution, erzählt vom Sturz Mohammad Reza Schah Pahlavis, von der Rückkehr Ruhollah Musawi Chomeinis aus dem französischen Exil, von der Errichtung der Islamischen Republik und vom Ersten Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg). Satrapi berichtet zudem von Folter und Gefängnis, von Tschador und Alkohol, vom Leben in Europa sowie von ihren Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen bei der Rückkehr in ihre iranische Heimat.

Ich habe die beiden Persepolis-Bände (‚Eine Kindheit im Iran‘ und ‚Jugendjahre‘) bereits vor vielen Jahren gelesen. Mittlerweile liegt eine Gesamtausgabe vor, weswegen ich die beiden Bände zusammen rezensiere.

Schon beim ersten Lesen vor vielen Jahren und nun beim erneuten Lesen empfand ich ‚Persepolis‘ durch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen Satrapis als sehr düster, obwohl der Inhalt oft mit Humor erzählt wird. Die bisweilen kindlich anmutenden Zeichnungen stehen dabei in starkem Gegensatz zu den häufig brutalen Geschehnissen, die Satrapi thematisiert.

‚Persepolis‘ bietet einen umfangreichen und klaren Eindruck vom Leben im Iran und ist meiner Meinung nach bestens geeignet, um sich einen ersten Überblick über die Geschichte und die Politik des Landes, den Alltag und die Mentalität der Menschen zu verschaffen.

‚Persepolis‘ wurde 2004 als ‚Comic des Jahres‘ ausgezeichnet. Mittlerweile wurde die Graphic Novel in 24 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 1 Million Mal verkauft.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 24. Februar 2018
Bei autobiographischen Werken widerstrebt es mir, sie nach meinen normalen Kriterien zu besprechen, wie "Originalität", "Spannungsbogen" oder "Charakterentwicklung" – denn sie sind eben so originell und spannend wie das Leben, und die Charaktere entwickeln sich für gewöhnlich so, wie sie es in Wirklichkeit taten. Wie soll man das objektiv bewerten?

Deswegen möchte ich nur ein paar Gedanken zu diesem Comic mit euch teilen:

"Persepolis" ist ursprünglich zwischen 2000 bis 2003 in vier kürzeren Einzelbänden auf Französisch erschienen. Es folgten Übersetzungen in verschiedene Sprachen sowie diverse Auszeichnungen, 2007 wurde die Geschichte als Zeichentrickfilm umgesetzt.

Auch achtzehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des ersten Bandes ist "Persepolis" in meinen Augen immer noch immens wichtig, denn es ermöglicht dem Leser, hinter die Kulissen des Islamischen Regimes zu blicken. Und dort sieht man zwar auch Menschen, die den Vorurteilen entsprechen – fanatisch oder zumindest sehr rigide in ihren religiösen Ansichten –, aber vor allem Menschen, deren Hoffnungen und Träume ein ganz anderes Bild zeichnen. Eltern, die sich mehr Bildungsmöglichkeiten für ihre Töchter wünschen. Frauen, die als kleiner Akt der Rebellion Jeans unter dem Hidschāb tragen. (Was schon zur Verhaftung führen kann, wenn sie der Sittenpolizei in die Arme laufen.) Kurz gesagt: Menschen, die sich gar nicht mal so sehr von uns unterscheiden, nur leben sie in Umständen, die ihre Freiheit gravierend beschneiden.

Wer zum Zeitpunkt der Revolution von 1979 noch nicht geboren oder sehr jung war, ist sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sich die Frauen im Iran nicht immer schon verschleiern mussten. Aber Marjane Satrapi erinnert sich noch gut an eine Zeit, als ihre Mutter westliche Kleidung trug und die Nachbarin sogar vorzugsweise im knappen Minirock herumlief. Marjane war zehn Jahre alt, als sie plötzlich ihre liberale Schule verlassen und in ihrer neuen religiösen Schule Verschleierung tragen musste.

Die kleinen Mädchen, die sich der Gefahr nicht bewusst sind, rebellieren, werfen ihre Kopftücher von sich oder knüpfen sie zu einem Springseil zusammen. Aber es dauert nicht lange, bis sie sich zweimal am Tag Musik anhören müssen, die die "Märtyrer" preist, und sich dabei wiederholt heftig gegen die Brust schlagen. Und das ist erst der Beginn.

Die Autorin schildert ihre Erlebnisse in den folgenden Jahren, während Revolution und Krieg, mit viel Humor, ohne die Tragik zu schmälern, bei der einem manchmal die Luft wegbleibt – auch dann, wenn man den Luxus genießt, in einem freien Land gemütlich mit dem Comic auf dem Sofa zu sitzen. Vor allem bringt sie dem Leser die Menschen näher, die nichts von all dem wollten, aber machtlos waren, es zu stoppen. Die das alles nicht verdient haben, und dazu gehört, dass sie es nicht verdient haben, pauschal als Fanatiker und Terroristen betrachtet zu werden.

Marjane selber ist ein entschlossenes intelligentes Mädchen, manchmal stur, manchmal frech, oft am Rande dessen, was noch sicher ist. Als Teenager kauft sie Musikkassetten und Anstecker auf dem Schwarzmarkt, trägt eine Jeansjacke über dem Schleier oder widerspricht wütend der Propaganda ihrer Lehrerin – was letztendlich dazu führt, dass ihre Eltern sie zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem Land schaffen, nach Wien, wo sie sich entwurzelt fühlt und jeden Halt verliert.

Ich rechne es der Autorin hoch an, dass sie ihr eigenes Verhalten mit schonungsloser Ehrlichkeit schildert, ohne Entschuldigungen dafür zu finden. Denn sie ist nicht perfekt, sie tut sogar Dinge, die ich schockierend fand - einmal denunziert sie zum Beispiel einen unschuldigen Mann, um die Sittenwache von sich abzulenken, was in krassen Kontrast zu dem steht, was sie eigentlich denkt und glaubt.

Dieser Comic zeigt, was ständige Angst aus Menschen macht – aber auch, dass es immer Widerstand gibt und dass Liebe und Mitgefühl noch unter schlimmsten Bedingungen treibende Kräfte sind.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 3. März 2014
Die im Iran geborene und in Paris lebende Comiczeichnerin Marjane Satrapi erzählt auf Basis ihres eigenen Lebens eine traurige und doch großartige Geschichte.
Die große Gesamtausgabe, zwei Bände "Eine Kindheit im Iran" und "Jugendjahre" in einem Band.

Marjane, auch Marji genannt, ist noch ein kleines Mädchen als 1979 die Islamische Revolution ausbricht und den Schah (Mohammad Reza Pahlavi) absetzt und ins Exil schickt.
Ihre Eltern, zwei linke Intellektuelle, hoffen nun auf eine bessere Entwicklung des Iran.
Sie erzählen Marji die genauen Umstände wie es dazu kam, dass der Vater des Schah (Reza Khan) an die Macht kommen konnte und sogar ein wichtiges Familienmitglied es selbst miterlebt hatte.
Doch alles entwickelt sich nicht zum Besseren, denn die neue Regierung lässt so wie einst unter dem Schah Kritiker und Kommunisten, die sich für die Revolution engagiert haben, erbarmungslos jagen, foltern und töten.
Aus den einstigen Helden werden Staatsfeinde.
Auch alles was aus dem Westen kommt, wie z. B. Jeans, Hard Rock und Punk, wird von der Regierung abgelehnt und alle Mädchen und Frauen haben das Kopftuch zu tragen und ihre ganzen Körper zu verhüllen.
Marji will frei leben, aber muss miterleben wie sich die Revolution und sogar der irakisch-iranische Krieg (der erste Golfkrieg) auf das Leben ihrer Familie und ihrer Freunde auswirkt.
Zum Glück hat sie die Liebe ihrer Eltern und ihre resolute Großmutter.
Noch nicht mal zum Teenager herangereift entschließen ihre Eltern Marji nach Österreich zu schicken, damit sie die Chance auf ein freies Leben hat.
Aber das Leben in Österreich ist für Marji nicht so einfach wie es den Anschein hat.

Marjane Satrapi gelingt es wunderbar die Geschichte ihres Lebens und die Episoden aus der Iranischen Geschichte darzustellen.
Sie zeigt dem Leser, dass nicht alle Iraner auf Fundamentalismus aus sind sondern auch frei leben wollen, wie z. B. Partys feiern oder einfach nur man selbst sein.
Das Werk erzählt nicht nur das Leben einer Iranerin, es ist auch ein Werk über das Erwachsenwerden.

Ich finde dieser Comic ist zurecht ein Meisterwerk und soll noch viele Leser haben.

Es ist auch die große Vorlage zum Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2007.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 3. April 2015
Nachdem in Persien der Schah abdankte "wird diese traditionsreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht", schreibt Marjane Satrapi im Vorwort dieses Comics. Um dem entgegenzusteuern hat die 1969 im Iran geborene Zeichnerin ihre Kindheits- und Jugenderlebnisse in Form von Comics zu Papier gebracht. Ihre schwarzweißen Zeichnungen sind dabei zwar schlicht aber die Geschichte ist dennoch ergreifend.

Marjane Satrapi zeigt am Anfang von "Persepolis" in sehr einfachen aber klaren Illustrationen wie ein kleiner analphabetischer Offizier namens Reza von den Engländern zum König von Persien gemacht wurde. Reza hatte die volle Unterstützung der Großmacht, er musste nur das persische Erdöl an Großbritannien abtreten. Rezas Sohn schließlich wurde zum ungeliebten Schah und nach einer Revolution entmachtet. Satrapi schildert wie ihre Verwandten vor, während und nach der Revolution unter den wechselnden Regimen zu leiden hatten. Sie erzählt aber auch von ihren eigenen Erlebnissen im Iran, ihren teilweise lebensgefährlichen Bemühungen um etwas Individualität, die schließlich darin gipfeln, dass sie das Land als Jugendliche verlässt und für einige Jahre in Österreich lebt. In dieser ebenfalls nicht gerade einfache Zeit als Fremde im westlichen Ausland, drohte Satrapi nach einigen persönlichen Enttäuschungen das Schicksal einer Obdachlosen. Eine Rückkehr in den Iran und die Heirat mit einem Landsmann stellt auch keine Lösung da und die Erzählung endet damit, dass Marjanes ihr Heimatlandes endgültig verlässt.

Heute lebt Marjane Satrapi in Frankreich. Mit "Persepolis" gelang ihr sowohl ein Buch über die persische Geschichte als auch die nachfühlbare Schilderung einer Kindheit und Jugend in einer instabilen und bedrohlichen Umwelt. Satrapis Familie und Freundeskreis wirken dabei weniger wie Gestalten aus 1000 und einer Nacht sondern sehr vertraut. "Persepolis" ist ein wichtiges Buch, das dazu betragen kann, Vorurteile abzubauen und in Frankreich verfilmt und 100.000-fach verkauft wurde. Nachdem die deutschsprachige Ausgabe zunächst bei der “Edition Moderne“ in zwei Bänden erschien, folgte dort anschließend eine Gesamtausgabe.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Persepolis I & II
9,99 €
Persepolis
9,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken