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am 25. Juli 2014
Um es gleich vorwegzunehmen, mir ist Mr Heming keineswegs sympathisch, eher unheimlich. Denn ich möchte mein Zuhause nicht mit einem Psychopathen teilen! Doch worum geht es?

William Heming ist Immobilienmakler mit einem bizarren Hobby: Er sammelt Schlüssel. Die Schlüssel aller Objekte, die er im Verlauf von siebzehn Jahren betreut hat. Und er genießt es, sich in Abwesenheit der Bewohner dort aufzuhalten.

Schon als Kind war der kleine William auffällig. Später musste er sogar die Schule verlassen. Durch eine glückliche Fügung - oder ist es eiskalte Berechnung? - übernimmt er schließlich die Leitung einer Immobilienfirma.

Eine Katastrophe jagt die nächste. Als Mr Heming sich in Abigail verliebt, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle…

Im Zentrum steht der Ich-Erzähler, Mr Heming. Das erzeugt Nähe und macht den Leser quasi zum Komplizen. Wir erleben die Innensicht eines charismatischen Spinners. Aber ist dieser Mann auch ein skrupelloser Mörder?

Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen. Phil Hogan ist ein Meister der Psychologie der Figuren, ihrer Beobachtung und Beschreibung. Eine skurrile Tragikomödie mit Tiefgang und auch Sinnlichkeit: „...war es vorerst ausreichend, in der Weichheit und den erdigen Gerüchen ihres Betts zu baden, im Duft der mit Herbstblättern gemusterten, nachlässig beiseite geworfenen Decke, der zerdrückten und nach dem nächtlichen Schlaf noch nicht frisch aufgeschüttelten Kissen. Oh süßer duftumwehter Schlummer!“

Ernst zu nehmen ist hier nichts. Der Leser sollte seine Ansprüche herunterschrauben und sich mit dieser rabenschwarzen britischen Krimi-Groteske einfach amüsieren. Denn Literatur ist diese Aneinanderreihung von Gags und Unwahrscheinlichkeiten eher nicht, dabei aber ziemlich vergnüglich.

Lediglich das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Mr Heming ist ein Soziopath. Das Problem ist nur: Warum? Dies wurde für meinen Geschmack nicht hinlänglich geklärt. Ein herzloser Vater und eine strenge Tante? Das reicht mir nicht!

Zitat: „Manchmal sitze ich stundenlang davor und dokumentiere den Zusammenhang zwischen meinen Schlüsseln, Karten, Familienprofilen und Urlaubsfotos - ein Gott in seinem Element. Und warum nicht? Schließlich bin ich der Hüter der Pläne, wenngleich ich für mich selbst keine Pläne habe. Ich bin glücklich über meine Rolle als Lauscher und Beobachter am Rand, der auf Ihren nächsten Schritt wartet. Ich bleibe unsichtbar und atme Ihre Luft. Ich komme in Frieden und bringe Liebe.“

Fazit: „Die seltsame Berufung des Mr Heming“ ist eine schräge Krimi-Klamotte mit bitterbösem britischen Humor. Kurzweilig und unterhaltsam, aber nur leidlich spannend.
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am 28. Juli 2014
Unter dem Deckmantel der Nächstenliebe und mit dem Glauben eine männliche Glücksfee zu sein, ist Mr Heming täglich unterwegs, um netten Menschen etwas Gutes zu tun und die Bösen zu strafen. So jedenfalls sieht sich der erfolgreiche Immobilienmakler in seiner Mission, während er mit heimlich angefertigten Schlüsseln durch fremde Häuser streift und hier mal ein Wasserhahn repariert und dort mal eine Glühbirne ersetzt. Doch das, was wie die Tat eines Samariters erscheint, ist in Wirklichkeit hochkriminell. Denn anstatt der gute Geist der Nachbarschaft zu sein, verfolgt Mr Heming ein völlig anderes Ziel. Wie ein Schatten schleicht er sich ins Leben seiner Mandanten ein und tut alles dafür, seinen merkwürdigen Neigungen zu frönen.

„Die seltsame Berufung des Mr Heming“ ist eine bitterböse Geschichte über die Laster eines intelligenten Stalkers, der die Leser mit umfassenden Einblicken in sein etwas anderes Leben kurzweilig unterhält. Dabei ist es egal, ob er in den Sachen seiner Opfer kramt, Lebensmittel aus dem Kühlschrank vertilgt oder in brenzligen Situationen sogar zum Mörder avanciert. Der ungewöhnliche Heming ist wie ein Geist, der von niemandem gesehen im Verborgenen agiert und gekonnt seine Mitmenschen manipuliert. Sogar ausweglosen Situationen kann er noch etwas abgewinnen und schafft er es mit der Leiche eines Möchtegernprofessors ein verloren geglaubtes Projekt zu realisieren. Eine Begabung, die er schon seit frühester Kindheit in sich trägt, die er aber erst im Laufe seines Lebens vervollkommnet hat.

Geschrieben wurde die mit unterschwelligem Humor, skurrilen Szenen und kriminellen Machenschaften angereicherte Lebensbeichte des Icherzählers William Heming in einem gut zu lesenden Stil, wobei dessen merkwürdige Anwandlungen anfänglich noch recht lustig erscheinen, später aber immer erschreckendere Formen annehmen. Vor allem in dem Teil des Buches, in dem immer mehr grausame Folgen seiner arglistigen Kindheitsstreiche ans Tageslicht treten und der Leser erkennt, dass auch er sich von Mr Heming hat täuschen lassen.

Fazit:
Unbedingt lesen, auf keinen Fall ernst nehmen und sich köstlich amüsieren.
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am 27. Oktober 2014
Jeder von uns wollte schon mal Mäuschen sein , klein und im Verborgenen die Nachbarn beobachten. Mr. Heming macht seinen Wunsch zum Beruf und badet diese herrliche Macke zur Perfektion aus. Probleme und Schwierigkeiten sind bei seiner Perfektion nicht zu erwarten bis eben das Unerwartete eintritt. Aber es wäre eben nicht der perfekte Mr. Heming, der auch mit dieser Situation fertig wird. Der Titelheld wird nie unsympathisch, wenngleich in ihm doch diabolische Züge liegen. Ein sehr unterhaltsames, schräges Buch!
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am 7. April 2016
Ebenso seltsam wie Mr Heming ist auch das Buch, denn es lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Für eine Komödie ist es nicht lustig genug, für einen Krimi fehlt die Spannung etc. Am besten kann es wahrscheinlich als einen "psychologischen Roman" bezeichnen.

Inhalt:
William Heming ist ein grundsympathischer Immobilienmakler, dem man sein Haus nur zu gerne anvertrauen würde. Doch das ist ein Fehler, denn Mr Heming hat ein seltsames "Hobby": In Abwesenheit der Besitzer schleicht er sich in deren Häuser und dringt tief in die Privatsphäre der Bewohner ein. Doch was durch seinen Eingriff in Kleinigkeiten noch recht harmlos startet, entwickelt sich immer mehr zur Obsession. Auch als er Abigail kennen lernt, interessiert er sich mehr für sie, gut für ihn ist...

Meine Meinung:
Selten hat mich ein Klappentext so neugierig gemacht wie bei diesem Buch. Im ersten Moment hatte ich mit einem Psychothriller gerechnet, doch der Verlag gruppiert das Buch nur als Roman ein - richtig so, denn wirklich spannend ist das Buch leider nicht.
Der Aufbau ist aber ziemlich interessant, denn ähnlich wie seine Kunden lernt man Mr Heming zunächst als netten Mann kennen, der nur eben ein bisschen schrullig wirkt. Im Laufe der Geschichte (die aus der Ich-Perspektive geschrieben ist), erfährt man immer mehr aus seiner Vergangenheit. Denn schon in seiner Jugend war Mr Heming ein ruhiger Beobachter, der eine Obsession für Andere entwickelt hat. Langsam aber sicher wandelt sich der dauergrinsende, höfliche Mr Heming zu einer Figur, vor der man sich fürchtet...
Das Ende ist ebenso wie Mr Heming etwas seltsam und hat mich nicht so recht befriedigen können.
Insgesamt fällt mir die Wertung bei diesem Buch sehr schwer: Auf der einen Seite hat es einen intelligenten Aufbau und einige Höhepunkte. Auch der anderen Seite konnte es mich nicht wirklich fesseln und blieb durchgängig hinter den Erwartungen zurück - da wäre definitiv mehr drin gewesen.

Fazit:
Eine skurrile, psychologische Charakterstudie des Voyeurs Mr Heming. Solider Lesestoff, den man nicht zu ernst nehmen sollte! Ich vergebe 3 Sterne.
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am 7. Juni 2015
Phil Hogan lässt seinen Protagonisten, den Immobilienmakler William Heming, aus der Ich-Perspektive über sein Leben erzählen, spricht den Leser direkt an und verstrickt ihn so in dessen wundersames Leben. Mr. Heming ist es ein besonderes Anliegen und ein dringendes Bedürfnis, sich auch nach dem Hausverkauf um seine Kunden zu "kümmern", deshalb hat er von fast jedem Maklerobjekt einen Zweitschlüssel in seinem Besitz, akribisch sortiert hängen diese Schätze in seiner Wohnung an der Wand und verschaffen ihm so die Möglichkeit, jederzeit ungefragt die Objekte seiner Begierde aufzusuchen und still und heimlich zu beobachten, eine Leidenschaft, die sich schon in frühester Jugend bei ihm entwickelt hat und die stetig kultiviert und perfektioniert wurde.

Alles beginnt damit, dass ein rüpelhafter Kerl der höflichen Bitte von Mr. Hemings, einen Hundehaufen zu entsorgen, nicht nachkommt. Mr. Hemings sieht sich also gezwungen, entsprechende erzieherische Maßnahmen zu ergreifen und platziert den fein säuberlich eingesammelten Hundehaufen mitten auf dem Wohnzimmerteppich des Übeltäters, schließlich kann er ein solches Verhalten in "seiner" Stadt nicht dulden. Die Wege dieser beiden Männer kreuzen sich mehrfach und Mr. Heming entwickelt eine gewisse Aversion gegenüber dieser Person, die nach einer endgültigen Lösung verlangt ...
Mr. Heming, Meister der Täuschung und Tarnung, unterlaufen leider einige kleine Fehlerchen, die ihn in arge Bedrängnis und seine ausgefeilt erbaute Lebens-Fassade in Gefahr geraten lassen, da kann er in der Wahl seiner Mittel nicht mehr sehr zimperlich sein …

"Die seltsame Berufung des Mr. Heming" ist ein rabenschwarzes Lesevergnügen, über einen Immobilienmakler, den man seinem ärgsten Feind nicht an den Hals wünschen möchte – viel Spaß beim Lesen und Schmunzeln!
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TOP 500 REZENSENTam 6. Januar 2015
Mal ehrlich, wie würde es Ihnen gefallen, wenn jemand einen Schlüssel zu Ihrer Wohnung hätte und sich regelmäßig während Ihrer Abwesenheit Zutritt verschaffen würde? Wenn man Ihre Schränke durchwühlen und Ihren Kühlschrank plündern würde? Wären Sie verwundert, wenn eine defekte Glühbirne plötzlich wieder hell strahlen würde oder würde Ihnen das gar nicht auffallen?

Diese Dinge passieren den Kunden des Immobilienmaklers William Heming, dem Protagonisten in „Die seltsame Berufung des Mr Heming“, dem ersten in deutscher Übersetzung erschienen Roman des britischen Autors Phil Hogan. Dieser Mr Heming ist davon besessen, in das Leben seiner Kunden einzutauchen und behält deshalb von jedem Objekt, das er vermittelt, einen Satz Zweitschlüssel zurück, der ihm uneingeschränkten Zugang zu deren Häusern und Wohnungen ermöglicht. Anfangs glaubt man noch daran, dass dieses Verhalten lediglich eine eher harmlose Schrulle ist, aber mit zunehmender Dauer wächst sich dies zu einer krankhaften Besessenheit aus, die ihren Höhepunkt erreicht als …. aber halt, ich möchte hier keine Details verraten.

Phil Hogan spielt mit den Lesern und deren Erwartungen. Empfindet man zu Beginn fast noch Mitleid mit Mr Heming, diesem einsamen Mann, der ein Leben aus zweiter Hand lebt, mehren sich mit dem Fortgang der Handlung die Zweifel, bis man am Ende den Protagonisten als das sieht, was er ist.

Durch die Schilderung der Geschehnisse aus der Perspektive der Hauptfigur ist man zwar jederzeit nahe an den Ereignissen, bekommt diese allerdings dadurch auch immer gefiltert präsentiert. Heming sucht nach Verständnis, und in Rückblenden in seine Kindheit und Jugend erhält der Leser zumindest eine Ahnung, warum er so wurde, wie er nun ist.

Skurrilität und schwarzer Humor bestimmen diesen Roman, aber dennoch ist dies meiner Meinung nur auf den ersten Blick eine Krimi-Komödie. Vielmehr lässt uns „Die seltsame Berufung des Mr Heming“ einen Blick in die Seele eines besessenen Voyeurs werfen. Gruselig!
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am 16. September 2014
Stellen Sie sich vor, Sie kommen abends heim und finden in der Küche eine frisch abgewaschene Kaffeetasse vor. Dabei sind Sie sich sicher, dass Sie morgens die Tasse schmutzig hinterlassen haben! Wenn dem so ist, dann wohnt von Zeit zu Zeit vermutlich Mr. Heming in Ihrem Schrank oder Dachboden. Besagter Mr. Heming ist grundsätzlich ein ehrenwerter Mann. Immobilienmakler von Beruf, sehr zuvorkommend. Doch leider hat er eine Leidenschaft, die ihn eines Tages in arge Bedrängnis bringt: sämtliche Schlüssel, der Häuser, die er jemals verkauft hat, hängen als Duplikat an seiner Wand und wann immer er das Bedürfnis verspürt, besucht er seine ehemaligen Klienten oder deren Nachbewohner, ohne, dass diese etwas mitbekommen. Eines Tages jedoch passiert ein Malheur und ein Mann kommt zu Tode. Mr. Heming würde sagen, das war ein blöder Zufall oder Schicksal - oder ein Naturgesetz. Letztendlich hat er jedoch die Polizeit verdächtig nahe am Hals - und an seinem Geheimnis.
Paul Hogans Buch ist großartig! Mitunter läuft einem ein leichter Schauer über den Rücken, ja man blickt vielleicht argwöhnisch in der Wohnung umher, um zu prüfen, ob alles noch an seinem Platz ist. Jedoch: gute Menschen brauchen sich grundsätzlich nicht zu fürchten. Die boshaften hingegen ....
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am 14. September 2014
Ich finde es immer schön, wenn ich ein Buch lese, dessen Hauptfigur nicht nur sympathisch auf mich wirkt, sondern auch eine ist, mit der ich mich identifizieren kann. Richtig interessant aber wird es, wenn diese Figur sich durch ein Verhalten auszeichnet, das nicht unbedingt den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft entspricht, oder sogar kriminelle Züge aufweist.
Und so erging es mir mit Mr Heming, einem angesehenen Makler in einer kleinen englischen Stadt. Angesehen, höflich und hilfsbereit. Andererseits spießig und mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aus meiner Sicht aber einfach nur ein Schnüffler: Von jedem Objekt, das er erfolgreich vermittelt, behält er einen Schlüssel, um immer wieder "nach dem Rechten zu schauen", selbstverständlich nur, wenn die Besitzer nicht da sind, und als eine Art "Freundschaftsdienst". Eigentlich nicht schlecht, dachte ich mir, freien Zugang zu fremden Wohnungen zu haben, sehen, wie andere leben. Das verleiht eine gewisse Macht... Mr Heming findet den zusätzlichen Kick aufregend, und für ihn ist die Gefahr, vielleicht eines Tages doch entdeckt zu werden, so eine Art Herausforderung. Und das wiederum macht die Lektüre von "Die seltsame Berufung des Mr Heming" von Phil Hogan zu einem spannenden und fesselnden Erlebnis.

Mr Heming ist alles andre als ein sympathischer Charakter. Trotzdem habe ich ihm gewünscht, dass er weiterhin in seinem Tun unentdeckt bleibt, denn nur so konnte ich zusammen mit ihm in fremde Wohnungen spazieren und Wendungen in der Geschichte miterleben, die alles für ihn komplizierter gemacht haben.

"Die seltsame Berufung des Mr Heming" ist englische Literatur, wie sie mir gefällt: schräg und gleichzeitig anspruchsvoll. Dazu kommt, dass das Thema "Schnüffler" etwas ganz Neues für mich war, und dadurch etwas, das mich sehr neugierig gemacht hat. Enttäuscht wurde ich beim Lesen nicht! Ganz im Gegenteil. Der Autor hat aus diesem Stoff eine Tragikomödie und ein echtes Psychodrama gemacht, das meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat!
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am 4. September 2014
Es hat schon seine Vorteile, wenn man Immobilienmakler ist und zudem von Kind auf die Neigung besitzt, aus einem sicheren Versteck heraus „die anderen“ näher unter die Lupe zu nehmen.

Sei es die eigene Schwester, seien es Mitschüler, sei es so ziemlich jeder, zu dessen Haus oder Wohnung man, auf keinen Fall zufällig, einen Schlüssel besitzt. Da hat Mr. Heming schon für gesorgt im Zuge seiner Jahre als Makler, für jedes gemakelte Objekt einen Schlüssel aufzubewahren. Was im Übrigen schon bei der Berufswahl eine gewichtige Rolle gespielt hatte.

Es hat seine Vorteile, wenn ein unfreundlicher Mann seinen Hund sein Geschäft mitten auf dem Weg zur eigenen Wohnung machen lässt und sich dann einfach schulterzuckend entfernt.

Man kann dann, wie es Mr. Heming umgehend in die Tat umsetzt, den Haufen sorgfältig aufnehmen, das Haus des unfreundlichen Mannes betreten und den Haufen schön platziert auf dem Flokati im Wohnzimmer hinterlassen.

Man kann aber natürlich auch noch viel breiter, mehr und umfassender in die Privatsphäre anderer eindringen. Als „stiller Beobachter“, als einer, der im Hintergrund (und natürlich, ohne dass man das weiß), das Leben mit einem teilt.

Natürlich liegen die Wurzeln für diese „intime Bedürfnis“ tief in der Kindheit und Jugend Mr. Hemings verborgen und werden in diesem flüssigen, unaufgeregten, mit großem Sprachschatz ausgestattetem Stil Hogans langsam und Schritt für Schritt vor den Augen des Lesers ausgebreitet. Was beim Lesen nicht nur ein tiefes Verständnis für das „Sein“ M. Hemings hervorruft samt breiter Sympathien für diesen Mann (trotz seines übergriffigen „Lebensstils“), sondern auch sprachlich und literarisch für ein großes Vergnügen sorgt.

Für die nötige Lebendigkeit der Geschichte mitsamt einer gewissen Spannung und, vor allem, viel trockenem Humor (trotz der zu verurteilenden Tat) sorgt in der Gegenwart des Maklers späterhin noch eine Leiche, die „sich so ergibt“ und die er nicht so einfach wieder los werden wird.

Phil Hogan legt eine sehr interessante Gestalt kreativ dieser Geschichte zu Grunde und versteht es, viele Fäden in den beiden Zeitebenen des Romans zunächst verwirrend erscheinen zu lassen, aber dennoch späterhin zu einem großen Ganzen zusammenzuführen.

Das eine hohe Sympathie für einen durchweg unsympathisch handelnden Mann entsteht, vollzieht sich in einem ganz natürlich anmutenden Prozess, dem der Leser sich kaum entziehen kann.

Trotz einiger Unklarheiten und trotz der ständigen Frage, ob das alles wirklich so unentdeckt bleiben kann, wie Mr. Heming es gelingt, eine lesenswerte, unterhaltsame und sprachlich hervorragend gestaltete Lektüre.
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am 10. August 2014
William Heming ist Immobilienmakler mit Leib und Seele. Er liebt es sich in Häusern umzusehen und das perfekte Objekt für seine Kunden zu finden. Am liebsten sieht er sich aber alleine um, weswegen er von jedem Haustürschlüssel, den er in die Finger bekommt, eine Kopie anfertigen lässt. Außerdem kann man nie wissen, ob man den nicht irgendwann mal wieder brauchen kann... So wie an dem Tag, als ein genervter und ignoranter Hundebesitzer Heming beleidigt. Wenn der seinen Hundedreck nicht wegmacht, dann bringt ihn Heming eben zu ihm nach Hause. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf, denn das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sich ihrer beiden Leben kreuzen...

Nach oben geschildertem Ereignis erzählt Mr. Heming aber erst einmal, wie er zu dem Menschen wurde, der er ist. Seine Mutter ist bei der Geburt des Geschwisterchens gestorben und sein Vater hat daraufhin ihre Schwester geheiratet. Nach einigen unerfreulichen Vorfällen wird William auf ein Internat geschickt, von dem er schlussendlich aber auch runterfliegt. Doch so findet er zu seinem Beruf und schließlich zu seiner Berufung.
Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass Mr. Heming nie die Sympathien des Lesers verliert, auch wenn dieser zurecht empört ist. Er ist Einzelgänger und zugleich Autoritätsperson. Die Art, wie er uns seine Lebensgeschichte erzählt, ist die eines Schulfreundes, der von seinem letzten Urlaub erzählt. Dabei überschreitet der Protagonist fortwährend die Grenzen menschlichen Anstands und genau in dem Moment, in dem man denkt, mehr geht nicht, zeigt uns Mr. Heming das Gegenteil. So entsteht ein einzigartiges Lesevergnügen, bei dem man gleichzeitig breit lächelt und den Kopf schüttelt. Zwar gibt es an manchen Stellen ein paar Längen, aber gerade wenn diese zu stören anfangen, passiert wieder etwas Ungeheuerliches. Und trotz dieser immer drastischer werdenden Aktionen fiebert man mit Mr. Heming mit und will unbedingt wissen, wie die Sache für ihn ausgeht, ob er mal erwischt wird oder vielleicht auch von sich aus die Segel streicht, weil es ihm zu heiß wird. Dabei sollte man aber aufmerksam lesen, denn nicht immer wird klar ausgesprochen, was passiert (ist) und man muss aus den Andeutungen seine eigenen Schlüsse ziehen.

Wer allerdings kein Problem mit ein bisschen Geheimniskrämerei und makaberem Humor hat, dem sei "Die seltsame Berufung des Mr. Heming" wärmstens ans Herz gelegt. Es ist wirklich unterhaltsam ihn kennen zu lernen - solange er nicht der eigene Immobilienmakler wird!
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