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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
3
4,7 von 5 Sternen

TOP 500 REZENSENTam 20. Januar 2011
Ein erstklassiges Sachbuch zum Vollzug der Todesstrafe im Dritten Reich.
Der Autor stellt im wesentlichen anhand von Akten der Justizverwaltung dar, wie sich der Vollzug der Todesstrafe im Dritten gestaltete.
Dabei wird deutlich, wie sich die vermeintliche unpolitische Justiz immer mehr (und zumindest in großen Teilen auch sehr willig) dem Wunsch der Nazi-Machthaber nach einer Gesinnungsjustiz unterwarf.

In der Weimarer Republik wurde die Todesstrafe eigentlich nur selten tatsächlich vollstreckt. Bereits kurz nach der Machtergreifung der Nazis wird deutlich, dass sich hier etwas verändern soll. Die Enthauptung durch ein Fallbeil wird zur Standardexekutionsmethode und die Zahl der Hinrichtungsstätten wird erhöht.
Mit der steigenden Zahl der Hinrichtungen wird auch der Vollzug der Todesstrafe immer weiter perfektioniert. Insbesondere legen die neuen Machthaber Wert auf Geheimhaltung.
Die Akten der Justizverwaltung belegen mit welch kühler Brutalität hier über das Leben einzelner Todeskandidaten entschieden wird und wie immer weiter versucht wird, die Tötungsmachinerie in den Strafanstalten zu optimieren.
Mit Beginn des Krieges steigt die Zahl der zu vollstreckenden Todesurteile stark an. Hatte die Todesstrafe bis dahin noch so etwas wie einen Ausnahmestatus, wird sie jetzt schon fast zur Regelstrafe. Auch hier folgt die Justizverwaltung willig dem politischen Diktat und organisiert Mehrfachhinrichtungen. Zur Exekution durch das Fallbeil tritt das Erhängen als besonders brutale Hinrichtungsmethode.
Spätetstens in der Endphase des Krieges ab 1944 wird die Todesstrafe dann zum reinen Terrorinstrument und auch die Justizverwaltung lässt den mühsam gewahrten Anschein rechtsstaatlicher Verfahrensweisen fahren. Sondergerichte, Schnellexekutionen, Massenhinrichtungen, öffentliche Schauexekutionen: Ein Justizapparat verfällt der blutdürstigen Raserei.

Autor Thomas Waltenbacher hat diese Entwicklung sehr nüchtern und distanziert beschrieben und schafft es gerade so, den Leser zu fesseln. Das Buch hat es verdient zu einem der Standardwerke über die Justiz im Nationalsozialismus zu werden.
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am 21. Januar 2014
Das Buch hat prinzipiell meine Erwartunen erfüllt. Es gibt einen recht guten Einblick in die Organisation und Handhabung der Todesstrafe im dritten Reich. Interessant hierbei ist, dass man auch Einblicke in bürokratische Abläufe erhält. Angefangen bei Überlegungen, welche Vollstreckungsmethode im gesamten Reichsgebiet zum Standard erklärt werden solle (primär ging es um die Frage:"Handbeil oder Fallbeil?"), über die Organisation der einzelnen zentralen Richtstätten und Vollstreckungsbezirke, bis hin zum Verhalten der medizinischen Fakultäten, die weit jenseits ethischer Grenzen im wahrsten Sinne des Wortes »Leichenfledderei« betrieben. Das Buch zitiert sehr ausgiebig den Schriftverkehr der damals verantwortlichen Stellen und es ist erschreckend, wie gut man darin auch heutige Amtsgeschäfte noch wiedererkennt.
Bei der Beschreibung der einzelnen Vollstreckungsbezirke wird das Buch teilweise ein wenig langatmig, aber nicht langweilig. Unter dem Strich halte ich es durchaus für sehr empfehlenswert, wenn man sich mit dem Thema "Todesstrafe im Dritten Reich" ein wenig näher befassen möchte.

Nun noch eine Anmerkung zum Stern, den ich abzog:
Am liebsten hätte ich 3 Sterne oder weniger vergeben, wäre dem Buch inhaltlich damit jedoch nicht gerecht geworden, da ich rein in Bezug auf den Informationsgehalt sehr zufrieden bin. Ein Lektorat hat dieses Buch allerdings nie gesehen. Es strotzt regelrecht vor Rechtschreibfehlern an denen man beim Lesen immer wieder hängenbleibt. Auch besteht das Buch zu bestimmt 60-70% aus Zitaten alter Schriftstücke aus der damaligen Zeit. Das ist im Kontext des Themas jedoch auch recht sinnvoll. Zunächst dachte ich, die Rechtschreibfehler beschränkten sich auf diese Zitate, allerdings ziehen sie sich, egal ob Zitat oder nicht, sehr homogen durch das gesamte Buch. Auch handelt es sich bei den meisten Fehlern nicht einfach um zeitgemäße Rechtschreibung der damaligen Zeit. Das schmälert sicher den Informationsgehalt nicht, auch habe ich nicht vor, den Verfasser wegen seiner Rechtschreibung anzugreifen (ich mache selbst auch genug Fehler beim Schreiben), aber genau dafür gibt es ja eigentlich Profis, die den sachlich fertigen Text am Ende noch einmal orthographisch überarbeiten.

Dennoch lautet mein Fazit: durchaus sehr empfehlenswert.
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am 11. Januar 2009
Habe mich kurzzeitig mit dem Thema "Scharfrichter im 2. Weltkrieg" befasst.
Wer sich für dieses sehr makabre und nunmal erschreckend grausame Thema
interessiert, dem sei das Buch sehr empfohlen. Es ist die beste Arbeit dazu.
Recherche und Umfang der Darstellung einer Epoche, eines schrecklichen Handwerks,
der Bürokratie und des striktes Ablaufs einer Menschenschlachtung sind hier akribisch
festgehalten. Es ist erschreckend, zu welchen Auswüchsen "Recht" und "Gesetz" fähig sind.
Ein wichtiges Buch, das einem die Absurdität und die Abartigkeit der Todesstrafe ein für allemal
vor Augen hält. Dabei wird nicht rummoralisiert, sondern einfach nur klar und deutlich die
Faktenlage präsentiert.
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