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Kundenrezensionen

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Die 17-jährige Cécile verbringt mit ihrem liebevollen Vater Raymond und seiner Geliebten Elsa die Ferien an der Côte d'Azur. Besuche im Strandcafé, das Kennenlernen der ersten Liebe, Strandaufenthalte aber auch das Aushalten der plötzlich auftauchenden Freundin Raymonds, Anne, füllen Céciles Alltag. Sie muss ihr sorgenfreies Leben fürchten als Anne abrupt von Cécile fordert keinen weiteren Kontakt mehr mit ihrer Ferienliebe Cyril zu haben und sich stattdessen auf ihre Reifeprüfung zu konzentrieren. Cécile fühlt sich schuldig dafür, dass sie ihren Vater und Anne auseinander, Elsa ihrem Vater wieder näher bringt und Anne dafür einen fatalen Unfall baut...

"Bonjour Tristesse" bietet die eigentlichen Probleme des Lebens und Liebens aus der Perspektive einer 18-jährigen (so alt war Francoise Sagan als sie das Buch innerhalb kürzester Zeit zusammenstellte) und verharrt dabei in tiefgehender, sich verfressender, bitterer Melancholie. Dass Sagan in diesem Alter bereits fähig war solch ein Debüt zu schaffen ist recht bemerkenswert, bedenke man, dass sie mit diesem damaligen Roman einen Skandal in Frankreich erschuf, da es noch undenkbar war, dass eine so junge Frau dazu fähig ist derlei nieder zu schreiben. Die Figur Cécile ist relativ besonders und außergewöhnlich, sie hat Verhaltensweisen und Charakterzüge, die man sonst von kaum jemanden kennt, denn sie fühlt sich schuldig in Situationen in denen sie am wenigsten etwas kann (außer der letztendlichen Katastrophe), hat ein Bedürfnis zu lächeln in eher ernsten Momenten und fühlt schon wie eine Frau, beispielsweise als ihre Urlaubsliebe Cyril sie bittet ihn zu heiraten und sie sich müde, erschöpft fühlt und nur noch ihre Ruhe will; nichts mehr sehen, nichts mehr hören.

Um Sagans Stil kennen zu lernen ist dieses Buch also durchaus lesenswert, auch, um zu sehen, dass eine 18-jährige fähig ist derlei Stoff zu verfassen, der schlussendlich doch noch einen literarischen Wert besitzt.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 14. August 2016
Cecile fährt mit ihrem Vater und dessen Geliebten Elsa ans Meer, um dort die Ferien zu verbringen. Eines Tages taucht Anne auf, eine alte Freundin ihres Vaters, die Cecile schätzt, aber auch fürchtet.
Als Ceciles Vater Elsa mit Anne betrügt, schmiedet Cecile einen Plan. Denn Anne würde, wenn sie bliebe, das unbeschwerliche, leichtsinnige Leben von ihr und ihrem Vater zerstören und sie zu zivilisierten, erwachsen handelnden und denkenden Menschen machen. Was Cecile nicht zulassen möchte.

Das Buch ist in einem typisch altfranzösischen Stil geschrieben und wenn man den Film ‚Bonjour Sagan’ über die Autorin gesehen hat, wird man schnell einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben bemerken. Sie trinkt gern viel, sie geht mit Menschen aus, die doppelt und dreifach so alt sind wie sie und redet ohne viel Verstand über die Liebe. Die Hauptperson Cecile hat diese Eigenschaften im Buch ebenfalls. Oft dachte ich, ich lese über die Autorin selbst und nicht über eine fiktive Person, aber das hat man ja auch oft, dass die Personen in Büchern Ähnlichkeiten mit den Autoren haben. Manche mehr und manche weniger.
Vom Stil her war es eher leicht geschrieben, mit vielen altertümlichen Wörtern, die ich nicht kannte, was mir einige Momente bescherte, in denen ich etwas dazulernen konnte.
Die Geschichte an sich hatte viel Ausdruck. Einen wirklichen Bezug konnte ich zu Cecile nicht aufbauen, da ich sie nicht gerade sympathisch fand, aber nachvollziehen konnte ich sie und ihren Vater schon. Ihre Lebensweise hat etwas Exzentrisches, etwas Künstlerisches, etwas Anziehendes. Menschen, die ihre innere Ruhe nur im Trubel finden. Menschen, die ihre Partner wechseln und Aufreißer sind, egal in welchem Alter. Menschen, die einfach genießen und nicht an die Zukunft denken. Es hat etwas Freies, Ungebundenes, was dieses Leben so reizvoll macht. Kein Wunder, dass Cecile es nicht unbedingt für ein stilles, vernünftiges Leben aufgeben will, auch wenn sie sich einerseits vielleicht sogar nach einem solchen Glück sehnen würde. Nach Vertrautheit, Geborgenheit, sinnvollen Zeitvertreiben und weiterem.

Die Charaktere in diesem Buch sind gut ausgearbeitet, gerade auch Anne nimmt einen großen Teil des Buches für sich in Anspruch, einfach, weil sie so eine undurchschaubare Person ist, hinter deren Geheimnis man zu kommen versucht. Sie ist anders, als andere und trägt Eigenschaften mit sich, die beneidenswert sind. Gleichzeitig ist sie aber auch leicht herrisch, obwohl sie so gleichgültig tut. Ihre Handlungen waren für mich etwas gegensätzlich und sie war für mich eine Person, die ich nicht mögen konnte, trotz dass Cecile oft von ihr schwärmte, obgleich sie versuchte, sie aus dem Haus zu kriegen und ihr zu schaden. Zwischen den beiden herrschte eine Art Hassliebe, die ich nicht ganz zu verstehen wusste, aber mich neugierig hat sein lassen, das ganze Buch über.

Im Grunde ging es in diesem Buch um Liebe, Treue, Untreue, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Träume, Erziehung, verlorene Jugend, gelebte Jugend, aufrechterhaltene Jugend, Verstand, Gefühle, Intrigen und Verzweiflung.

Das Wort Tristesse trifft die Stimmung des Buches eigentlich sehr gut. Es wog immer eine gewisse Traurigkeit, etwas Bedrückendes zwischen den Zeilen mit und das Buch hüllte dich sanft aber unweigerlich damit ein.

Was die Autorin definitiv geschafft hat, war es die Atmosphäre aufzubauen. Dieses Buch lebt, wenn man es aufschlägt. Es lebt von den Erlebnissen, von den Gefühlen und den unerfüllten Wünschen der Protagonisten. Von der Stimmung her definitiv eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.

Von allem anderen her für mich nur mittelmäßig begeisternd, was aber nicht an der Qualität des Werkes lag, sondern einfach an meinem Geschmack. Dieses Buch war grandios in seiner Wirkung, aber es konnte mir nichts Positives geben, aber ein paar weitere Erfahrungen und Erkenntnisse im Thema Lieben, Leben und Leiden. Doch da es mir mehr Tristesse als irgendwas gebracht hat, vergebe ich wohlwollend gute drei Sterne, die mein Gefühl dem Buch gegenüber gut ausdrücken. Gespalten, traurig und widerstrebend.
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am 3. August 1999
Mit "Bonjour Tristesse" (1954) eröffnete die damals 18jährige Francoise Sagan eine Serie großer Publikumserfolge, die häufig nach dem gleichen Grundmuster verfertigt wurden: Gelangweilte Sprößlinge wohlhabender Familien suchen in Liebeshändeln und Abenteuern einen Ausweg aus dem komfortablen und doch so monotonen Alltag. Die Romanheldin, die siebzehnjährige Cécile, pendelt zwischen Lebensgier, Langeweile und Überdruß, sie versucht das Lebensvakuum mit Vergnügungen und Sex auszufüllen. Doch der Rausch der Sinne täuscht nicht lange über den Mangel an echter Liebe hinweg. Als die reife und kultivierte Anne in ihre Sommeridylle an der Cóte d'Azur einbricht, spürt sie die Überlegenheit dieser klugen und zielstrebigen Frau. Mit Raffinesse spinnt Cécile eine Intrige, um die Verbindung zwischen Anne und ihrem Vater zu zerstören. Doch die Posse wird zum Drama. Francoise Sagan (*1935) hat es verstanden, die widersprüchlichen Gefühle, die Sehnsucht und Ängste, der Romanheldin treffend nachzuzeichnen. Mit diesem schmalen Buch, das in Frankreich rasch zum Bestseller wurde und in mehrere Sprachen übersetzt wurde, etablierte sich die Autorin als eine der erfolgreichsten Unterhaltungsschriftstellerinnen. Manfred Orlick, Halle (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 23. August 2015
Mehr aus Zufall kaufte ich dieses recht dünne Buch.Ich bevorzuge dicke Bücher, in die ich mich einlesenkann.
Ich war sehr positiv überrascht. Ein erfrischend einfacher Erzählstil, der grosse Worte ganz simpel ausspricht.
Ein junges Mädchen, lebt mit seinem Vater, der verwitwet ist ein recht lockeres Leben. Der Vater hat stets neue Freundinnen, es wird geraucht, getrunken , man geniesst das süsse, unbeschwerte Leben.
Unerwartet taucht eine Freundin der verstorbenen Ehefrau auf, um mit Vater und Tochter gemeinsam einen Teil des Urlaubs zu verbringen. Noch Unerwarteter ist es als der Vater mitteilt, diese Frau in Kürze heiraten zu wollen. Anne ist so ganz anders und speziell der Hauptperson wird schnell klar, dass ein anderes Leben in Zukunft den Alltag ihres Vaters und ihr bestimmen wird.
Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Grossartig geschrieben, klare Kaufentscheidung.
Kurz aber faszinierend.
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am 5. Februar 2015
Ich habe lange keinen Roman mehr gelesen, der mich so begeistert hat wie dieser. Nicht ohne Grund war dieses Buch der Durchbruch für die Schriftstellerin. Alerdings nichts für Leute, die leichte Ablenkungslektüre suchen.
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Sagan war 18 Jahre alt, als sie diese Novelle schrieb. 7 Wochen brauchte sie dafür, genauso lang, wie ihre 17jährige Protagonistin braucht, um ihre Intrige zu spinnen. Zu der Novelle gibt es generell ein paar Gemeinsamkeiten zu Sagan's realem Leben. Genauso wie Cécile, liebte sie schnelle Autor und war dem Alkohol nicht abgeneigt; auch für ihre Freizügigkeit war sie bekannt. 1954 war der Roman ein Skandal, da er das Leben eines charmanten Bonvivants schildert, der unverheiratet (aber verwitwet; aus dieser Ehe stammt Cécile) das Spiel mit den Frauen genießt. In einigen Sätzen beschreibt Sagan die Prüderie der damaligen Zeit. So z.B. will der 26jährige Student Cyril Cécil sofort heiraten, weil er sonst keinen körperlichen Kontakt haben dürfte. Cécile, 10 Jahre lang im Kloster lebend und erst seit 2 Jahren mit ihrem Vater unterwegs, denkt gar nicht daran, sich schon an einen anderen Mann zu binden. Nützt diese Liebe aber danach vollkommen aus.

Auf Seite 70, ereignet sich ein Dialog mit der Verlobten (Anne) und Cécil, als diese sie küssend erwischt: /Zitat Anfang: "Du solltest eigentlich wissen, daß diese Art von Vergnügen gewöhnlich in einer Klinik endet." /Zitat Ende (original RS)

Hier zeigt Sagan ihre Offenheit - das Thema Abtreibung so offenherzig anzusprechen, muss wirklich ein schwerer Skandal gewesen sein.

Sagen erzählt in ihrer Geschichte, auch von der bedingungslosen Liebe Cécils zu ihrem Vater Raymond, die sie mit einer "Art Blutschande" vergleicht. Natürlich findet der Inzest nicht statt, aber Cécil ist so rasend eifersüchtig auf Anne, weil diese sich mit ihrem Vater verlobt, dass sie einen perfiden Plan ausheckt. Es ist erschreckend zu sehen, wie einfältig die 29jährige Ex-Gebliebte Elsa (von Raymond) und der verliebte, nicht mehr denkende Cyril der 17jährigen folgen, ohne an die Folgen des Spiels zu denken. Anne in ihrer Eitelkeit derartig gekränkt, erkennt zum einzigen Mal nicht, welches Spiel ihre angehende Stieftochter getrieben hat. Das Unglück nimmt seinen Lauf.

Fazit: Nicht zu unrecht, findet sich diese Novelle in der Klassik der Weltliteratur. Sagans Erzählung von Cécil, die getrieben von Eifersucht und Egoismus in 7 Wochen, das Leben von mehreren Menschen für immer zerstört, ist eine Revolution der damaligen Zeit. In einer melodiösen, einfachen Sprache, die sogar die Deutschübersetzung mit dem französischen höflichen "Sie" übernommen hat, obwohl Cécil bereits die angehende Stieftochter von Anne ist, wirkt der Roman sich nochmals abhebend. Sagan hat wenig bis kaum Wert auf Beschreibungen der Äußerlichkeiten gelegt, dafür aber die Charaktere von Cécil, Raymond, Anne, Elsa und Cyril herausgearbeitet. Mit 18 Jahren war das sicherlich eine Leistung. Wer Klassiker, insbesondere französische Literatur mag, ist hier richtig!
Viel Spaß!
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am 28. Januar 2016
Originaire de Cajarc, Françoise Sagan (pseudonyme de Françoise Quoirez, née en 1935) est devenue célèbre à dix-huit ans, avec Bonjour Tristesse (1954). De famille aisée, elle a préferé aux études traditionelle la lecture des écrivains en vogue et les caves existentialistes. Avec régularité elle a publié une série de romans dont certains sont des variations sur des thèmes devenus conventionels comme Un certain sourire (1956), Aimez-vous Brahms? (1959, La Chamade à l'âme (1972), Des yeux de soie (1976) &c. et le don du dialogue anime même ses pièces de théâtre.

Si certains d'entre eux s'impose par leur singularité, par exemple dans Un Orage immobile (1983), en général les héros de Sagan sont souvent oisifs menant une vie de luxe, au bord de la mer, et cherchant dans l'alcool, le jeu, la vitesse, un divertissement à la monotonie d'une existence vide et sans illusions. Dans un désert d'ennui surgit l'amour, ou plutôt le plaisir sensuel - moments parfaits évoqués de façon sobre et suggestive. Mais cet amour condamné à se dégrader et senti d'avance comme un répit dans une vie terne et épuisant. Ceux qui s'aiment ont l'impression de s'ennuyer passionément et aboutissent à la tristesse.

Sur le bord de la Méditerrannée, Cécile, dix-sept ans, passe des vacances heureuse auprès de son père Raymond, séduissant et volage, qui vit avec sa maîtresse Elsa, une jolie fille assez banale, jusque à l'arrivée d'Anne Larsen, une femme distinguée que Raymond se propose d'épouser. Complètement depitée, Elsa quitte aussitôt les lieux. Cécile se sent attirée vers Anne, mais très libre et amorale, elle ne peut supporter l'idée que cette belle-mère va régenter sa vie et celle de son père. Afin de le ramener vers Elsa, elle monte alors une intrigue. Elle décide son jeune amant Cyril à feindre le parfait paramour avec Elsa et s'arrange pour que son père les surprenne. Intelligemment, elle va inciter la jalousie de Raymond, blessé dans son amour-propre, non sans découvrir qu'elle souffre elle-même autant que lui.

Le ruse ne réussit que trop bien. Raymond se laisse tomber dans les bras d'Elsa, et Anne les surprend enlacés. Elle s'enfuit, mais précipite sa voiture dans un ravin ' un suicide maquillé en accident. Rentré à Paris, le soir quand elle reste seule, Cécile est hantée par le souvenir d'Anne, 'Quelque chose monte alors en moi que j'accueille par son nom, les jeux fermés. '

L'unité de Bonjour tristesse est assuré par ce que l'auteur y met d'elle-même: intelligence, lucidité d'analyse, indifférence à la morale traditionelle, volonté féministe de vivre sa vie, réaction contre les valeurs bourgeoises d'ordre et de bon sens, satire des conventions sociales et désinvolture du ton.
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Die 17-jährige Cécile verbringt mit ihrem liebevollen Vater Raymond und seiner Geliebten Elsa die Ferien an der Côte d'Azur. Besuche im Strandcafé, das Kennenlernen der ersten Liebe, Strandaufenthalte aber auch das Aushalten der plötzlich auftauchenden Freundin Raymonds, Anne, füllen Céciles Alltag. Sie muss ihr sorgenfreies Leben fürchten als Anne abrupt von Cécile fordert keinen weiteren Kontakt mehr mit ihrer Ferienliebe Cyril zu haben und sich stattdessen auf ihre Reifeprüfung zu konzentrieren. Cécile fühlt sich schuldig dafür, dass sie ihren Vater und Anne auseinander, Elsa ihrem Vater wieder näher bringt und Anne dafür einen fatalen Unfall baut...

"Bonjour Tristesse" bietet die eigentlichen Probleme des Lebens und Liebens aus der Perspektive einer 18-jährigen (so alt war Francoise Sagan als sie das Buch innerhalb kürzester Zeit zusammenstellte) und verharrt dabei in tiefgehender, sich verfressender, bitterer Melancholie. Dass Sagan in diesem Alter bereits fähig war solch ein Debüt zu schaffen ist recht bemerkenswert, bedenke man, dass sie mit diesem damaligen Roman einen Skandal in Frankreich erschuf, da es noch undenkbar war, dass eine so junge Frau dazu fähig ist derlei nieder zu schreiben. Die Figur Cécile ist relativ besonders und außergewöhnlich, sie hat Verhaltensweisen und Charakterzüge, die man sonst von kaum jemanden kennt, denn sie fühlt sich schuldig in Situationen in denen sie am wenigsten etwas kann (außer der letztendlichen Katastrophe), hat ein Bedürfnis zu lächeln in eher ernsten Momenten und fühlt schon wie eine Frau, beispielsweise als ihre Urlaubsliebe Cyril sie bittet ihn zu heiraten und sie sich müde, erschöpft fühlt und nur noch ihre Ruhe will; nichts mehr sehen, nichts mehr hören.

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am 3. August 2001
Sommerferien am Meer, zusammen mit dem verwitweten Vater - das klingt für eine 18jährige nicht besonders aufregend. Doch dieses Buch beschreibt ungeheuer offen die Gefühle, die Sinneseindrücke und die Ansichten von der jungen Cecile. Nachdem sie in der Schule wohlbehütet war, kommt sie zu ihrem Vater nach Paris zurück, zurück ins städtische Großstadtleben mit den oberflächlichen Freuden. Der Vater ist ein Frauenschwarm und verbirgt dies auch nicht vor Cecile, der dies scheinbar nichts ausmacht. Sie fahren zusammen in die Ferien, und mit dabei ist natürlich die neueste Geliebte des Vaters. Alles normal für Cecile - spannend wird es erst, als eine ernsthafte Frau auftaucht, die den Vater heiraten will und ihn Cecile wegnehmen könnte. Also beginnt sie zu intrigieren... Besonders fasziniert hat mich an diesem Buch das Gefühl von Sommerferien, das so ungeheuer wirksam übermittelt wird. Das liegt möglicherweise auch an der gewissen Trägheit des Buches, dieselbe Trägheit, die einen in den Ferien befallen kann. Kein Buch für Action-Fans!
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am 3. Juli 2016
Die 19jährige Francoise Sagan schrieb 1954 diesen wunderbar melancholischen, abgründigen Liebesroman, der bis heute nichts von seiner Aktualität und Klarheit eingebüßt hat.

Die 17jährige Cécile, ihr Vater und dessen Geliebte Elsa verbringen einen unbeschwerten Sommerurlaub am Meer. Doch dann stößt Anne, eine Freundin von Céciles Mutter zu den dreien,und alles gerät durcheinander. "Dein Vater und ich würden gern heiraten, sagte sie. Ich starrte sie an, dann blickte ich auf meinen Vater. Einen Augenblick lang wartete ich auf ein Zeichen von ihm, ein Zwinkern, das mich zugleich entrüstet und beruhigt hätte. ... Ich konnte nicht verstehen, was da geschehen war: Ein so hartnäckiger Gegner der Ehe und aller Fesseln wie mein Vater sollte sich in einer einzigen Nacht entschlossen haben ... Das würde unser ganzes Leben ändern. Unsere Unabhängigkeit war verloren." (S.53). Cécile kann und will nicht erwachsen, vernünftig, verantwortungsbewußt leben - sie liebt ihre Unabhängigkeit, ihre Freiheit und ihren Vater, der sie so sein lässt, wie sie ist. Also ersinnt sie in einem Augenblick der Empörung einen perfiden Plan, wie sie diese Anne wieder loswerden und ihren Vater und ihr freies, unabhängiges Leben für immer behalten kann. Und macht sich dazu die völlig ahnungslose Elsa, die das alles nicht durchschaut, zur Komplizin einer bösen Intrige ...

Mit einer einfachen, klaren Sprache lässt uns eine 19jährige Schriftstellerin an den Gefühlen und Verwirrungen einer 17jährigen Romanfigur (Cécile) teilhaben - der Roman wurde ein Welterfolg, natürlich. Ich hatte das Buch noch nie gelesen und war überrascht, wie stark und authentisch alles erzählt wird. Man kann sich den Sand und das Meer, die Begegnungen der wenigen handelnden Personen, ihre Augen, ihre Blicke, ihre Gesten, ihre Betonungen alles sehr sinnlich, anschaulich vorstellen. Und man wird erfasst von Traurigkeit (tristesse) und Melancholie, weil die Liebe so ist, wie sie ist: groß und bedeutend und überwältigend - und im nächsten Moment zufällig, banal, zerstörerisch. Ein starker, lesenswerter, bis heute aktueller Roman über die Liebe.
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