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am 10. Mai 2009
Wilson referiert im Schnelldurchlauf die wesentlichen Stationen in Crowleys Vita. Der Autor beschränkt sich dabei im wesentlichen darauf, Material aus der bekannten Symonds-Biographie und Crowleys eigenen "Confessions" zu montieren und mit bisweilen interessanten Kommentaren zu versehen. Insgesamt merkt man dem Text allerdings keine wesentlichen Ambitionen an - weder im Hinblick auf Originalität, noch auf die Interpretation des "Phänomens Crowley" überhaupt.

In der Unentschlossenheit gegenüber der Herausforderung durch eine Lebensgeschichte, die von Ruin, Selbstzerstörung und Abhängigkeiten geprägt ist und die trotzdem, in dem sie eben Crowleys Geschichte ist, den Anspruch suggeriert, für den Menschen eines neuen, post-moralischen "Aeons" paradimatisch zu sein, liegt die eigentliche Schwäche von "Nature of the beast".

Wilson kann sich nicht entscheiden, ob er Crowley auf den Leim gehen will und sich mit der heimlichen Freude des bürgerlichen Voyeurs an den zahlreichen, haarsträubenden Legenden über "das große Tier" erfreuen oder ihn doch lieber aus der sicheren Distanz erwachsener Gelehrsamkeit infantilisieren und verharmlosen soll. Die Radikalität der Frage, die Crowleys Leben als ein Versuch "Jenseits von gut und böse" aufwirft, wird damit verdeckt oder von Wilson schlicht nicht bemerkt.

Gleiches gilt auch für seine Haltung gegenüber dem Okkultismus im Allgemeinen. Die Einleitung skizziert eine kleine Konversionsgeschichte, die vermuten lässt, dass der Autor im Zuge seiner langen Recherchen zu diesem Thema eben jene wissenschaftliche Kaltschnäuzigkeit für die Crowley berühmt war, an der Garderobe zu seinem Studierzimmer abgegeben hat.

So bleibt ihm nur es Crowley als Verdienst anzurechnen, dass er tatsächlich "ernsthafte Studien" in den Geheimwissenschaften betrieben habe - ungeachtet der Tatsache, dass er, verzogen wie er nun einmal war, alte Damen die Treppe hinuntergestoßen oder seine Kameraden im Himalaya hat erfrieren lassen.. Allein: mit dem Schema "Trennung von Leben und Werk" ist einem selbsternannten Religionsstifter halt nicht beizukommen.

Zur geistesgeschichtlichen Einordnung Crowleys werden Nietzsche (der im übrigen sehr wohlerzogen war), und am Ende auch Freud bemüht. Besonders die überstrapazierte Parallele zu Freud verrät ungenügende Sachkenntnis, indem sie die von Crowley selbst an mehreren Stellen propagierte, Vulgär-Deutung der Psychoanalyse ("let it all hang out") schlicht und ergreifend für die Sache selbst nimmt und also hier einer im wahrsten Sinne den Bock melkt, während der andere ein Sieb drunter hält..

Man kann von Crowley halten was man will - ich meine, er hätte sich einen Biographen verdient, der es mit seinem Scharfsinn aufnehmen und ihn gegebenfalls auch herausfordern kann. Das ist bei Colin Wilson leider nicht wirklich der Fall.
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