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Kundenrezensionen

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am 27. Dezember 2006
1891 festigte der englische Schriftsteller Oscar Wilde mit seinem "Bildnis des Dorian Gray" seinen bis heute unverblassten Ruhm als begabter Schriftsteller, aber auch als "Enfant terrible" der aristokratisch-literarischen Szene.
Er erweist sich in diesem Buch als ungeheuer lustvoller Formulierer von BonMots, als unerschrocken-ehrlicher Beobachter und entlarvt in diesem Buch die hohle Welt des schönen Scheins!

Mit diesem Buch verewigte Oscar Wilde die selbstbezogen-gefühllose Spezies der "Dandys" -- ein Kunstbegriff, der durch Dorian Gray seine literarische Entsprechung fand. Er löste damit im Upperclass-London einen Boom aus, dem er selbst als "Trendsetter" Vorschub leistete.

Der Maler Basil Hallward portraitiert den jugendlich-frischen, unverbrauchten Dorian Gray. Er verfällt seiner unschuldigen Jugend und bannt alle diese Attribute so kunstvoll auf die Leinwand, dass Dorian fortan nur einen Wunsch hat: Das Portrait möge an seiner Statt altern, er selber sich seine jugendliche Ausstrahlung bewahren. Dieser Wunsch wird schließlich Wirklichkeit und Dorian Gray erfährt zukünftig, wie schrecklich es sein kann, eigentlich unmögliche Wünsche erfüllt zu bekommen. Dorian ist kein Held, dem Einfluss seines Freundes Lord Henry Wotton, der völlig skrupellos ist, komplett ausgeliefert.
Er lebt wüst und langweilt sich dennoch, macht sich - trotz seines blendenden Aussehens - viele Feinde und lebt fortan in der Furcht, an diesem Portrait seine eigene Verschlagenheit und charakterlichen Defizite ablesen zu können wie in einem Buch. So wird der Tausch zunehmend zur Bürde...

Anfangs las ich das Buch mit Anteilnahme, aber doch in der Gewissheit, einen Klassiker vor mir zu haben, den man heute eben als eine Geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts liest, ohne Bezüge zur aktuellen Gegenwart. Je mehr ich in der Geschichte voran kam, drängte sich mir jedoch auf, dass in vielfacher Hinsicht Oscar Wildes bekanntestes Buch auch heute noch drängend modern ist. Viele Menschen leben ihr Leben wie auf einer Bühne, statt Authenzität zählt Aus- und Ansehen -- spätestens bei diesem Gedanken, ließ mich die Geschichte des Dandys nicht mehr los.
Große Literatur und ein Spiegel, in den wohl niemand wirklich gerne hineinblickt!
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am 13. April 2008
The Picture of Dorian Gray zählt ganz zu Recht zu den größten Werken der Weltliteratur. Wohl ein jeder kennt die Geschichte des jungen, schönen Dorian der seine Seele verpfändet um für immer jung bleiben zu können und an dessen Stelle sein Portrait altert. Zunächst erschrocken und verwirrt über die Veränderungen des Bildes, bemerkt Dorian bald, dass selbst unmoralische Taten seinem Gesicht nicht das Aussehen der Jugend und vor allem der Unschuld nehmen können und der Verfall seiner Seele nur auf dem Gemälde deutlich wird, welches er jedoch vor den Augen der Welt zu verstecken weiß. Dieses Wissen erfüllt ihn mit Genugtuung und er genießt es regelrecht die Veränderungen seines Inneren zu beobachten. Dabei gerät er immer mehr in eine Spirale aus unmoralischen und destruktivem Verhalten. Die Faszination die er für seine schrecklichen Taten empfindet, werden dem Leserhierbei ebenso deutlich vor Augen geführt, wie die plötzlich aufflammende Angst vor sich selbst, die ihn zwar selten aber regelmäßig plagt.

Oscar Wilde zeichnet das Bild einer oberflächlichen und an Äußerlichkeiten orientierten Gesellschaft, das nach wie vor aktuell ist. Es ist das Erscheinungsbild, das die größte Rolle spielt, Jugend und Schönheit die am meisten erstrebenswerten Eigenschaften. Alles was nicht diesen Idealen entspricht wird herabgewertet. Auch der heutige Leser wird Parallelen zur seiner Welt erkennen, durch die Wichtigkeit die dem Äußeren beigemessen wird (durch Fernsehen, Zeitschriften etc.). Es handelt sich somit nicht um ein verstaubtes Thema, zu dem man keinen Zugang mehr findet, sondern eines das bis heute nicht an Aktualität eingebüßt hat. Zudem schafft es Oscar Wilde seinen Leser zu fesseln und ihn vollkommen in die Welt Dorians eintauchen zu lassen. The Picture of Dorian Gray erfüllt meiner Ansicht nach alle Ansprüche die man an ein Buch stellen kann; sehr gut geschrieben, klug und zudem unterhaltsam.
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am 28. Juni 2004
... ich würd sie alle vergeben. Dorian Gray nimmt vorweg, was heute alle Welt tut oder tun würde. Was passiert, wenn ich tun und lassen kann was ich will ( Opium, Frauen, Absinth damals, Kokain, Party und Sex heute) und man siehts mir nicht an! Was ist wenn ich niemals altern würde? Früher eine Faustscher Pakt mit dem Teufel, heute die Schönheits-OP machen's möglich.
Dorian Gray, ein schöner junger Mann lässt sich von einem Maler porträitieren. Als er sein Bildnis erblickt, wünscht er sich, sein Körper und sein Gesicht würden niemals altern, sondern an deren Stelle das Gemälde. Der Pakt mit dem Teufel nimmt seinen Lauf, als Dorian nach einer grausamen Beendigung einer Liebesbeziehung entdeckt, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Er lebt unaussprechliche Sünden aus und altert nie, was ihm die gesellschaftliche Anerkennung und Gemeinschaft garantiert.
Wilde versteht es, exotische Redewendungen und Beschreibungen mit sündigen Gedanken zu verbinden. Auch wenn heute Liebe und Laster kaum mehr noch Sünden sind, läßt einen das Buch nicht mehr los. Der überraschende Schluss setzt dem Buch ein Denkmal. Zu recht ein immer und immer wieder gelesener und verfilmter Klassiker.
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am 20. August 2015
Ich habe für meine Tochter mehrere Barnes&Nobles Bücher geordert, da sie überwiegend in Englisch liest und sich gerne mit ein wenig Weltliteratur umgibt.
Mein Bedenken war natürlich das ein gebundenes Buch nicht für Unterwegs mitgenommen werden kann und daher nur zu Hause gelesen wird, wenn überhaupt.

Das bewahrheitet sich natürlich auch. Das Buch hat 831 Seiten und ein ordenltiches Gewicht und eine nicht Taschengerechte Größe.
Warum also dieses kaufen und nicht die Taschenbuchversion in welche bei Bedarf auch mit einem Stift Eintragungen gemacht werden können?

Barnes&Nobles binden Bücher in einmaliger Schönheit.
Der Einband ist aus Leder, die Strukturen sind geprägt.
Die Seiten sind in Gold eingefasst und hauchdünn.
Selbst das Lesebändchen wirkt edel.

Dies ist also definitv kein Buch um es einfach mal in der Tasche mitzunehmen und evtl unverständliche Worte mit Stift zu markieren oder gar Eselsohren in die Seite zu knicken. Diese Buch möchte zu Hause auf der Coach gelesen werden.
Die Spache ist dabei anspruchsvoll, jedoch verständlich.
Die Schriftgröße ist etwas knapp bemessen, was jedoch an der Masse der Geschichten liegt. Hätte man hier größer gedruckt, würde das Buch nicht mehr zu handhaben sein.
Lesen ist also ok, nach 1-2h jedoch mit Sicherheit für Brillenträger anstrengend.

Der Inhalt gibt sich wie folgt:
# Introduction
# The picture of Dorian Gray
# Story Collections
- Lord Arthur Saviles crime and other stories
- The happy Prince an other tales
- A house of pomegranates
#Plays
- The importance of being Earnest
- Lady Windermere's fan
- A Woman of no importance
- An ideal Husband
- Salomé
- The Duchess of Padua
- Vera, or the Nihilists
- A Florentine Tragedy
- La Sainte Courtisane

Mein Fazit:
Ich bin begeistert. Das Buch ist mit viel Liebe zum Detail produziert worden. Vom Ledereinband bis zum Lesebändchen wurde hier auf Qualität und Ausshen geachtet und das ist auch gelungen.
Es geht eben nichts über ein schönes, gebundenes Buch und den Duft der frisch gedruckten Seiten, den diese beim umblättern um die Nase wehen lassen.
Ein wahrer Schatz im Bücherregal und eine Kaufempfehlung für alle Liebhaber von Englischer Literatur.
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am 6. Mai 2004
Dorian Gray ist ein blonder, etwa 20jähriger Schönling, der in einem Stoßgebet sich wünscht, alles Leid, das er erfährt, alle Sünden, die er begeht und sein Alterungsprozeß sollen dem Bildnis widerfahren, daß ein Künstlerfreund von ihm angefertigt hat. Dorian selbst ist eher ein verzogener Weichling, der von einem Lord Henry als Versuchskaninchen benutzt wird. Henry will sehen, wie sehr er Dorian beeinflussen kann, seinen Egoismus schüren kann. Dorian selbst wird dabei immer gleichgültiger, weil auch seine Reue nur dem Bildnis widerfährt.
Etwas schwülstig und tümelnd bisweilen geschrieben, aber in Provokationsabsicht. Hochinteressant.
Status: Empfehlenswert.
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Shakespeare ist zweifellos das Genie der englischsprachigen Literatur überhaupt. Nach ihm wird oft Dickens genannt. Doch dann kommt auch schon Oscar Wilde, der mit seinem 1890 erschienenen Roman "The picture of Dorian Grey" ein zeitloses Meisterwerk geschaffen hat.

Im Zentrum der Erzählung steht der adonisgleiche Schönling Dorian Grey, der beim Anblick seines Portraits, welches von seinem Freund Basil Hallward angefertigt wurde, verzweifelt ausruft: "If it were I who was to be always young, and the picture that was to grow old [...] I would give my soul for that!" (34)

Sein Wunsch geht in Erfüllung. Während Dorian mit immerwährender Jugend gesegnet wird, zeigt sein Portrait ihm die immer hässlicher werdende Fratze seiner korrupten Seele. Anlass für Dorians moralischen Untergang, und mit Abstand der faszinierendste Charakter des Romans, ist der abgrundtief zynische Lord Henry, der Dorian als "interesting study" (68) betrachtet und ihn dazu überredet, dass Geschenk seiner Schönheit in vollen Zügen zu genießen.

Nahezu jeder Satz von Lord Henry will eigentlich auswendig gelernt werden. So sagt er über Frauen: "We have emancipated them, but they are slaves looking for their masters, all the same. They love being dominated" (120).

Und im folgenden Gespräch offenbart sich seine ganze Gleichgültigkeit nahezu allem gegenüber:

"What of Art?" she asked.

"It's a malady."

"Love?"

"An illusion."

"Religion?"

"The fashionable substitute for Belief."

"You are a sceptic."

"Never! Scepticism is the beginning of Faith."

"What are you?"

"To define is to limit." (224f.)

Genau das ist es, was den Roman zu einem Meisterwerk macht. Ein schier unglaublicher Sprachwitz und zahllose Aphorismen zum Mitschreiben. Zusammen mit Dorians Ableiten zur dunklen Seite der Macht, ergibt sich eine bitterböse Satire der spätviktorianischen Gesellschaft.
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am 20. August 2016
Die vielen fünf Sterne Rezensionen überraschen mich wirklich. Handelt es sich hier etwa um ein Massenphänomen? So z.B. dass ein Sternekoch einen Wein lobt und alle plappern nach, keiner will zugeben das dieser Wein nicht einmal als Essig zum kochen taugt? Prost, Mahlzeit!

Vielleicht sah Wilde wirklich eine tolle Story in seiner Fantasie, zu Papier gebracht hat er sie nicht.
Abstrakte, homophil anmutende und frauenverachtende Handlung, weitschweifige monologähnliche, zynische und dummschwätzige Unterhaltungen der Protagonisten Lord Henry, Basil und Dorian Gray. Wollte Wilde das Werk als Psychognosie verstanden wissen? Dann hätte er sich besser intensiver mit Théophile Gautier (französischer Schriftsteller - Mademoiselle de Maupin: Illustrierte Fassung (Erotik bei Null Papier)), den er häufig in seiner Handlung erwähnt, beschäftigen sollen.
Was sollen im elften Kapitel seitenlanges Aufzählen von Wohlgerüchen, seitenlanges Aufzählen von Musikinstrumenten, seitenlanges Aufzählen von Edelsteinen, seitenlanges Aufzählen von Stickereien inklusive Dorians Liebhaberei kirchlicher Gewänder. Dorian Gray häuft diese Schätze an, beschäftigt sich damit um zu vergessen und der Angst zu entrinnen.
Ich gewann den Eindruck, Wilde wollte hiermit seine karge Handlung aufblähen und sein Wissen über diese Dinge unterbringen. Mein Sternekoch würde den Wein so erklären, feiner nussiger Geschmack mit etwas Himbeere und leicht schokoladigem Abgang.
Nach dreiviertel geschriebenem Blah Blah Blah gewinnt die Handlung kurz an Unterhaltungswert, zu spät als dass der gelangweilte Leser jetzt noch zu begeistern wäre und schon bald flüchtet das Erzählte wieder in den langweiligen Monolog-Modus, ergießt sich wie ein müder Fluß ins Meer, dem Ende zu. Geschafft!

Was fand ich gut an diesem Roman? Äh....., ach ja gut war das ich das Ende irgend wann erreicht hatte, das war wirklich gut.
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am 21. Juli 2016
Meine Meinung:
Dieser Roman ist nicht ohne Grund ein Klassiker, denn man auch heute noch wunderbar diskutieren kann. Ich habe dieses Buch innerhalb des Buchclubs gelesen in dem ich bin, und er sorgte für reichlich Gesprächsstoff vor allem wegen des damals brisanten Themas der Liebe zwischen Männern.

Es geht in der Geschichte nicht nur um ein echtes Bild sondern auch um ein metaphorisches Lebensbild von Dorian Gray, denn wir als jungen Mann kennen lernen und dann auf seinem Lebensweg eine ganze Weile begleiten, Dorian war ein wirklich spezieller Protagonist, er wirkte stets naiv und egoistisch, doch war es zu Beginn noch eine jugendliche Naivität die man erst mit dem bereisen der Welt ablegt, so entwickelt er sich im Erwachsenenalter immer mehr zu einem egoistischen weltfremden Menschen.

Er lässt sich immer wieder von Lord Herny beeinflussen und unbewusst lenken. Dieser scheint zunächst ein philosophischer und kluger Mann zu sein, wirft er doch mit Lebensweisheiten und Phrasen nur so um sich, doch je mehr die Geschichte voran schreitet desto deutlicher wird, dass hier mehr Schein als Sein ist. Lord Herny war für mich allerdings einer der besten Protagonisten im Buch. Nur Basil, den Künstler, mochte ich noch mehr, weil er der Einzige war, der mit dem Herzen die Menschen betrachtete und dies dann auch bitter bezahlen musste.

Immer wieder schleicht sich ins Buch das Thema der Liebe und Zuneigung unter Männer, ein Thema, dass zur damaligen Zeit äußerst heikel und mit dem Aufenthalt im Zuchthaus bestraft wurde. Selbst Oscar Wilde musste sich vor Gericht verantworten bezüglich der Vorwürfe, wobei eben dieses BUch als ein Beweismittel galt. In diesem Kontext gewinnt ein Werk wie dieses nochmal an Anerkennung und Interesse, denn obwohl er wusste, was passieren kann, hat er es dennoch veröffentlicht.

Ich muss gestehen, dass ich die Übersetzung aus der Anaconda-Ausgabe gelungen fand, dennoch gab es immer wieder Kapitel oder Phasen im Buch durch die ich mich geschleppt habe, weil sie mich einfach nicht begeistern konnten, oder eben zu langatmig waren. Das Ende hat mich dann dennoch überrascht und es passte stimmig zur Atmosphäre des Buiches.

Fazit:
Ein Klassiker, der mit Recht noch heute gelesen werden sollte, nicht nur wegen der darin angesprochenen Tehemn, sondern auch wegen der bekannten Lebensweisheiten die Lord Henry immer wieder zum Besten gibt. Unterhaltung pur für jeden Liebhaber von Literatur aus einer Zeit wo "Dandys" an der Tagesordnung standen.
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am 30. Juni 2016
Oscar Wilde war schon eine "coole Socke". Und ein toller Autor. Finde ich wenigstens.
Spätestens nach der Lektüre von "Das Bildnis des Dorian Grey", seinem, leider, einzigen Roman.
Es ist eine Freude, dieses Buch zu lesen. Sprachlich elegant, die Charaktere brilliant gezeichnet. Mich hatte Wilde schon nach den ersten Sätzen am Haken. Die Entwicklung des jungen, naiven, wunderhübschen Dorian Gray zu einem egozentrischen A....,ähm, Menschen, der das Leben in vollen Zügen ohne Rücksicht auf Verluste genießt/ seinen Gelüsten nachgibt, no matter what; der für seine Kunst lebende, vor Liebe/Verehrung von Dorian bezauberte, gutherzige Basil; der sarkastisch-süffisante, manipulierende Lord Henry.
Ich war sofort drin im Geschehen. Buch auf, Kopfkino läuft.
Der Roman bietet außerdem ein Füllhorn für jeden, den die Interpretation von Texten vor ihrem Entstehungshintergrund erfüllt. Ich habe "Das Bildnis des Dorian Gray" lediglich zur Unterhaltung gelesen, wobei ich nicht umhin gekommen bin, mir nochmal in Erinnerung zu rufen, zu welcher Zeit Wilde den Text verfasste.
Der Text für sich allein gelesen ist schon ein kleines Meisterwerk. Vor dem historischen Kontext ist er einfach nur genial.
Wilde rockt. `nuff said.
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am 7. September 2011
Dorian Gray ist schön. Ein unschuldiger, naiver junger Mann, dessen Antlitz so vollkommen ist, dass es andere in seinen Bann zu ziehen vermag. Und so wird er zur Muse des Künstlers Basil Hallward, der voller Inspiration unter anderem ein perfektes Portrait von Dorian anfertigt und es ihm schenkt.
Auf die Vergänglichkeit seiner Jugend aufmerksam gemacht, empfindet Dorian plötzliche Eifersucht dem Bild gegenüber und wünscht sich sehnlichst, es würde an seiner Stelle altern, ihm hingegen möge ewige Jugend und Makellosigkeit geschenkt werden.
Und so kommt es. Aber nicht nur Dorians Alterungsprozess spiegelt sich im Portrait wieder, sondern es hinterlassen auch seine Verfehlungen und Sünden ihre Spuren - umso zahlreicher, als die anfängliche Naivität, Großherzigkeit und Güte Dorians nach und nach von blumigen Reden von Freunden und Bekannten, seiner Neugier und einem Buch über das Erleben sämtlicher Empfindungen zerstört werden und einen selbst- und genusssüchtigen Menschen erschaffen.

Wildes Roman darf mit Recht als großartige Gesellschaftskritik des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufgefasst werden, zeichnet er doch ein bissiges und stark wertendes Bild der oberen Gesellschaftssschichten dieser Zeit. So gibt es scheinbar im ganzen Buch nur wenige "gute" Menschen zu bewundern, die sich - bis auf den Maler Basil, der seinerseits von Lord Henry verlacht wird - alle in den unteren Schichten ansiedeln.
Es ist nicht nur die Rede von Genusssucht und Selbstgefälligkeit, sondern von einem Leben, das aus Teegesellschaften, Oper und Vergnügungen zu bestehen scheint.
In diesem Umfeld platziert der Autor ausschweifende Unterhaltungen über Moral und Recht, über die Seele, die Ehe und allerlei andere grundlegende Themen.
Und dort liegt auch das Problem des Buches. Dass Wildes Kritik hier scharfzüngig und doch ohne direkte Anklage vorgebracht wird, macht das Werk interessant. Aber die seitenlangen Gespräche sind -vielleicht auch durch die Sprache - langatmig und benötigen teilweise enorme Konzentration und Disziplin, um sie tatsächlich aufmerksam zu lesen.
Vergleicht man die Kapitel, in denen eine wirkliche Handlung stattfindet mit jenen, in denen "nur" geredet wird, so wird man feststellen, dass hier die Handlung, die eigentliche Geschichte nur noch schmückendes Beiwerk zu sein scheint. Ein Rahmen, innerhalb dessen Wilde sich nach Herzenslust austoben, seine Ansichten, seine Erfahrungen, seine Worte einbringen konnte und diese Möglichkeit reichlich genutzt hat.

Die Idee ist zweifelsfrei einzigartig und der Mut Wildes zu diesem Roman ist respektabel. Vom heutigen Leser allerdings wird viel verlangt und ohne eine weitere Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext werden die Feinheiten des Inhalts und der Gesellschaftskritik vielen sicherlich verborgen bleiben.
Aufgrund der Langatmigkeit einiger Kapitel und einiger doch recht pathetischer Parolen muss ich in der Bewertung einen Stern abziehen. Dieses Buch ist zwar ein Klassiker und weit von "schlecht" entfernt, aber es ist eben auch nicht für jeden lesbar und teilweise ermüdend.

Einen weiteren Stern Abzug handelt sich meine Ausgabe (Komet-Verlag) ein, da diese nur so vor Fehlern (sowohl in der Rechtschreibung als auch in der Übersetzung und Grammatik) strotzt. Andere Ausgaben des gleichen Buches ohne diesen Makel würden entsprechen 4 Sterne erhalten.
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