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am 11. Dezember 2010
In diesem Buch geht es um den aktuellen Stand der zunächst in den 1920er Jahren von Ludwig von Mises definitiv negativ beantworteten Frage: Ist der Sozialismus ökonomisch durchführbar?

In der Marktwirtschaft gibt es Privateigentum; die Unternehmer können kaufen und verkaufen, was sie wollen (sofern sie nicht gegen das für alle gleichermaßen gültige Recht verstoßen). Die Unternehmer nehmen Gewinnchancen war und erkennen dann durch Gewinn oder Verlust, ob ihre Entscheidung richtig war. Dabei sind ihre Bewertungen immer auf die Zukunft bezogen und beziehen mögliche Änderungen der Kundenwünsche ein. Deshalb bildet sich zwar ein Marktpreis, aber der Markt ist nie im Gleichgewicht: Jede Aktion auf dem Markt ändert die Daten und die Unternehmer erhalten neue Gewinnchancen usw. usf. Die Preise senden Signale an alle Marktteilnehmer, was momentan zu welchen Konditionen erhältlich ist. Die Unternehmer entscheiden auf Grund ihrer Erfahrungen, ob sie mehr, weniger oder etwas ganz anderes produzieren. Die Vorlieben, Motive, Nutzen usw. der Marktteilnehmer sind subjektiv und deshalb nicht messbar; sie ändern sich ständig. Deshalb sagt man, dass der Markt kein Ort, sondern ein Prozess ist.

Was ist nun Sozialismus?

1. Usrprünglich (so auch bei Mises: "Socialism") ist mit Sozialismus eine Verstaatlichung der Produktionsmittel gemeint.

2. Hoppe: "A Theory of Socialism and Capitalism" versteht unter Sozialismus eine Beschränkung des Privateigentums und weist auf die ethischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Sozialismus hin. Man kann u. a. echten / christlichen / konservativen Sozialismus und Sozialdemokratie unterscheiden, welche alle mehr oder weniger schlecht funktionieren.

3. Huerta de Soto verallgemeinert die alten Definitionen, indem er jede Beschränkung der unternehmerischen Freiheit als Sozialismus bezeichnet.

Wenn Unternehmer nicht unternehmerisch handeln können (weil Privateigentum und damit ethische und juristische Verantwortung sowie Haftung eingeschränkt oder anderweitig von staatlicher Seite untergraben werden), entstehen die für das Funktionieren das Marktes notwendigen Informationen (z. B. Gewinn und Verlust) nicht oder nur in Form sinnloser Zahlen. Damit ist aber kein unternehmerischen Handeln möglich, weil die Rentabilität von Investitionen ungewiss ist. Deshalb sagt man, dass ohne Unternehmertum bzw. Privateigentum keine Wirtschaftsrechnung möglich ist. Da der Sozialismus aber nun das politische System der staatlichen Planwirtschaft ohne Privateigentum ist, beweist dies, dass der Sozialismus undurchführbar ist. Jeder Versuch, den Sozialismus in die Praxis umzusetzen, muss scheitern und die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen haben.

Die Sozialisten konnten Mises' Beweis nicht unbeantwortet lassen. Man kann grundsätzlich zwei Antworten unterscheiden:

1. Das Problem wurde (absichtlich?) missverstanden und einfach so definiert, dass es bereits gelöst sei.

2. Es wurde darauf verwiesen, dass man laut der neoklassischen Wirtschaftstheorie eine Reihe von Gleichungen aufstellen kann, welche das Gleichgewicht beschreiben.

Die neoklassische Theorie beschäftigt sich mit den Eigenschaften von Gleichgewichten. Dabei sind unter anderem folgende Besonderheiten zu beachten:

(a) alle Transaktionen sind bekannt (Waren, Nachfragefunktionen, Kostenfunktionen, Produktionsfunktion usw.)
(b) Märkte sind das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage (in Form von Funktionen oder Diagrammen)
(c) Wettbewerb bedeutet, dass alle Firmen gleich sind, das Gleiche herstellen und niemand den Preis beeinflussen kann

Unter diesen Voraussetzungen ist es augenscheinlich nur ein kleiner Schritt, von einem Gleichgewicht der Marktwirtschaft zu einem optimalen Plan der Planwirtschaft zu gelangen. Auf der anderen Seite kann man auf diese Weise die Ergebnisse des Marktes durch staatliche Eingriffe korrigieren (Wohlfahrtsökonomik).

Obwohl man für diese Einsichten berühmt wird (z. B. Arrow), sind sie vollkommen falsch. Das Gleichgewicht beschreibt nur einen Zustand der Vergangenheit; unternehmerisches Handeln ist jedoch auf die Zukunft bezogen. Außerdem gehen die Gleichungen davon aus, dass alle Daten bereits vorliegen bzw. in Preise umgesetzt wurden; das ist jedoch nur über einen Markt möglich. Deshalb ist dies keine Lösung des ursprünglichen Problems: Sozialismus war, ist und bleibt in Ewigkeit undurchführbar. Wohlfahrtsökonomik ist ebenfalls ein Trugschluss, weil die zu Grunde liegenden Nutzen subjektiv und damit nicht vergleichbar sind. Die mathematische Volkswirtschaftslehre hat mit ihren Gleichgewichtsmodellen viel Schaden angerichtet und die Wissenschaft von den echten Problemen abgelenkt. Ihre Modelle mögen mathematisch korrekt sein, aber sie haben mit der Wirklichkeit nichts gemein. Sie haben nur dazu geführt, die Menschen aus dem Blick zu verlieren. Die korrekten Definitionen lauten im Gegensatz zur Neoklassik: (1) Die den Transaktionen zu Grunde liegenden Daten sind subjektiv und können der zentralen Plankommission nicht bekannt sein; (2) Der Markt ist ein Prozess, dessen Daten sich ständig ändern und der mit Hilfe unternehmerischer Entscheidungen auf einen unerreichbares Gleichgewicht zustrebt; (3) Wettbewerb ist dynamisch und bedeutet, dass sich Art und Zusammensetzung der Konkurrenz ständig ändern (auch durch neue Erfindungen).

Die weiteren Teile des Buches beschäftigen sich mit den einzelnen Phasen der Diskussion, u. a. mit Taylor, Marx, Dobb und dem Marktsozialismus von Lange.

***

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es fasst Verlauf und Stand der Diskussion gut zusammen. Nebenbei geht es auch auf Effekte des Sozialismus ein, welche nicht die Wirtschaft betreffen (z. B. Pervertierung des Rechts). Die Darstellung ist gewohnt gut. Der Autor fasst wie immer alles Wichtige in Form von Tabellen zusammen. Zur besseren Veranschaulichung der sozialen Beziehungen in Marktwirtschaft und Sozialismus gibt es Grafiken mit Strichmännchen. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für das Thema Sozialismus interessiert (besonders jenen, die beinahe einhundert Jahre geschlafen haben und immer noch an seine Durchführbarkeit glauben).
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