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am 28. Januar 2005
In Barack Obama's "Dreams from My Father" I discovered a fascinating brain and an accepting mind that came to terms with his dual inheritance. He provided us with an insight of the African-American experience, of the hopes and dreams of the people, of the realities they confronted and of their failures.
In his inspiring appearance at the Democratic convention, Obama emerges as a rising star in the American politically scene, a figure with a strong personality that is easy to relate to. The speech was very moving.
The fact that this book was written before Obama gained so much political popularity, is the reason why it is so authentic, unlike many of the autobiographies we read. And as a mulatto, this book reminded me of Disciples of Fortune. It is so amazing how the heroes in these books came to terms with their inheritances.
Recommended: DISCIPLES OF FORTUNE, LE MIRADOR, COLLIN POWELL, MY LIFE,LONG WALK TO FREEDOM
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am 22. Dezember 2008
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird.
Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt.
Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode.
Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller multi-kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen.
Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.
Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.
Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.

Thomas Reuter
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am 7. August 2014
Vorbemerkung: Diese Rezension ist Teil meiner Donnerstags-Rezensionen auf meinem Blog ([...]). Seht mal vorbei.

Wenn ich ein Buch sehr mag, dann gucke ich meistens, ob der Autor schon andere Bücher geschrieben hat. Ich war zwar noch nie einer der Leser, der das komplette Lebenswerk eines Autors gelesen haben wollte (außer Walter Moers, aber der spielt ja sowieso in einer anderen Liga als ungefähr alle anderen), aber trotzdem ist es unheimlich aufschlussreich, ein erfolgreichen Bestseller mit weniger erfolgreichen Vorgängern zu vergleichen:
Was hat sich geändert?
Was ist gleich geblieben?
Gefällt mir das 'Alte' genauso wie das 'Neue'?
Was ist besser an dem Einen als an dem Anderen?

Diese Gefühle, Faszination und Verständnis, haben mich ergriffen, als ich nun endlich Barack Obamas Memoiren gelesen habe. Dreams of my Father erschien schon vor Obamas erster Präsidentschaftskandidatur, sogar vor seiner Senatorenlaufbahn, und hatte den Auslöser, dass er zum ersten afro-amerikanischen Vorsitzenden des Harvard Law Review gewählt wurde.

Der Inhalt
Der Inhalt des Buches ist relativ schnell erzählt. Barack rekapituliert seine Kindheit, Jugendjahre und Adoleszenz bis zum Beginn seines (Zweit-)Studiums in Harvard. Darin enthalten sind die Höhen und Tiefen die sich ergeben, wenn man als Afroamerikaner in den USA aufwächst. Die Geschichte Baracks führt in von Hawaii nach Indonesien, zurück nach Hawaii, auf College, nach New York City, nach Chicago und bis nach Kenia auf den Spuren seines Vaters. Es erzählt von Verlorenheit und Entfremdung, von Licht und Gefunden-werden, von Reisen und Ankommen, von Einsamkeit und Familie und Freunden, von Hoffnung und Enttäuschung und mitten drin wundert man sich nicht mehr, wieso vor mittlerweile 7 Jahren dieser junge Senator aus Illinois so sehr gepusht wurde in den Medien, dass ihn eine große Schar von jungen Erstwählern in den Präsidentenstuhl gehoben haben: Hoffnung auf und Faszination für einen Mann mit einer Vision.

Die Faszination
Dia Faszination des Buches liegt, denke ich, in der Unabgeschlossenheit, die es mit sich bringt. In diesem Buch schreibt kein ausgedienter, lebens-weiser Politikveteran über die Lektionen, die er auf dem Weg gelernt hat, sondern ein relativ junger Idealist über die Träume, die zerbrechen mussten, damit Neue entstehen, und die Hoffnung, die er sich in allem behalten hat.
Und vor allem beschreibt es eine Reise, die nicht abgeschlossen ist.
In diesem Sinne ist das Buch ein Fragment eines Lebens, und nicht mehr. Es zu lesen führt uns näher heran an das Herz des Mannes, der das (noch) mächtigste Land der Welt führt, und es zeigt uns seine eigene Perspektiven.
Ich glaube, mit diesem Allen entspricht Obama einem Lebensgefühl, das meine Generation zutiefst antreibt, und mir die solideste Definition des post-modernen Lebensgefühl gibt: „Ich bin noch nicht angekommen – weder bei mir, noch Zuhause (was auch immer das ist), noch bei einer festen Moral oder einem Verständnis von irgendwas. Und uns geht es allen so. Deswegen höre ich jetzt auf, alleine zu suchen, mich alleine verstehen zu wollen, und begebe mich in die Gemeinschaft mit Anderen, denen es genauso geht.“
Oder, wie Obama es selbst ausdrückt:

„I remembered the stories that my mother and her parents told me as a child, the stories of a family trying to explain itself.“ (Pos. 112)

Versuchen, nicht gelingen. Erklären mit Geschichten, nicht mit Formeln.
Mit diesem Gefühl, das auch das Buch vermittelt, hat Obama einen Nerv bei der 'jungen Generation' getroffen und ihnen das Gefühl vermittelt, dass sich jemand als Leiter des Landes anbietet, der sie nicht nur versteht als eine abstrakte Größe im Land, sondern der sie von innen heraus versteht, weil er einer von ihnen ist.

Die Bewertung
Mein Professor hat uns relativ früh beigebracht, dass man die Weltanschauung eines Menschen nie verstehen wird, wenn man seine Biographie nicht kennt.
In diesem Sinne hilft das Buch, einen Mann zu verstehen, der nicht nur ein Land, sondern die ganze westliche Hemisphäre bewegt hat – mit Jubel und mit Zähneknirschen – der aber auch an den Realien der Politik gescheitert ist, wie jeder andere Idealist vorher.
Das sollte uns nicht davon abhalten, Idealisten zu sein, aber realistischer machen, was die Möglichkeiten zum Verändern sind.
Es ist fraglich, ob es annähernd so faszinierend und unterhaltsam wäre, wenn es ein Niemand geschrieben hätte, und nicht der spätere Präsident der USA. Dagegen spricht auch, dass das Buch eher ein Ladenhüter war, bevor Barack seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben hat.
Das Buch gibt keine Antworten, und keine politischen Programme. Es erklärt nichts, sondern beschreibt einen Weg, und im Zusammenhang mit einem offenen Auge für das Zeitgeschehen ergibt es Sinn. Aber wer nach Antworten sucht, nach einem politischen Programm, oder auch nach Thesen, die man zerreißen kann, der ist mit diesem Buch schlecht beraten.

„That's the problem with booze and drugs, isn't it? At some point they couldn't stop that ticking sound, the sound of certain emptiness. And that, I suppose, is what I'd been trying to tell my mother that day: hat her faith in justice and rationality was misplaced, that we couldn't overcome after all, that all the education and good intentions in the world couldn't help plug up the holes in the universe or give you the power to change its blind, mindless course.“ (Pos.96)

Er hat, auf dem Weg, seine Hoffnung, seinen Glauben an Gerechtigkeit und Bildung wiedergewonnen. Und nimmt uns mit, auf den Weg.
Faszinierend.

God Bless,
Restless Evangelical
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When I started reading this autobiography, I realized that Obama had written this book more than 14 years ago, in 1995, so he was still in his early thirties. The book is about himself and his journey to self-discovery, about his self-accpetance as a black man in a white society. The road was hard and arduous and there was no easy way out for him. Obama concentrates on his childhood, his early teenage years, his time as a social worker and his one moth in Kenya when he started to come to terms with his family and his heritage - and himself.
The autobiography is exceptionally well written. Obama has really literary talent and it shows on overy page. I was quite impressed with it. There was no ghostwriter around 14 years ago, so we really hear the man himself talking - and he writes brilliantly. He presents himself in a very humble light and concentrates on the obstacles he has to overcome to become who he has. It is very much worth-reading and you come away admiring the man for what he has been able to achieve - in spite of all the odds. And he is very honest about the fact that given a few wrong turnings things might not have been so well. But he did succeed and lets the reader take part in part of the journey. Highly recommendable.
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am 16. Februar 2012
Eins vorneweg: Barack Obama versteht es, sein Buch selber vorzulesen. Es ist eine Freude, ihm zuzuhören. Die Geschichte ist spannend und nicht ohne Tragik: Der Vater von Obama stammt aus Kenia und er bleibt nicht lange mit Obamas Mutter zusammen. Obama verbringt seine Kindheit und Jugend ohne seinen Vater, aber er hat andere, gute Menschen um sich. Am Ende such Obama aber sein Erbe, sucht seine Verwandten in Kenia und findet sie. Er kann seine offene Frage, nach seiner Herkunft, seinem Erbe für sich lösen. Er erzählt diese Suche freundlich, ohne Ängste oder Komplexe. Seine Sprache und Ausdrucksweise ist einfach zu verstehen. Es ist ingesamt ein sehr gutes Hörbuch und eine Lebensgeschichte, die viele Bereiche und Erdteile umfasst: Sie reicht vom Mittleren Westen, über Hawai und Indonesien bis nach Kenia und Chigaco.
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Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der United States of America - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geworden ist, sein Leben steht als Inbegriff für den American Dream und die Chancen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um Obamas Wurzeln und Herkunft zu verstehen ist "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" verständlicherweise die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde von ihm persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden.

Dazu kommt, dass Obama seine Autobiografie noch vor Beginn seiner politischen Karriere im Regionalparlament von Illinois geschrieben hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner da schon ein paar Jahre zurückliegenden Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist "Dreams from my father" relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "The Audicity of Hope", dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father" bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama höchstpersönlich gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy gewinnen konnte.

Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden (auch wenn er mal vom Teleprompter abliest) beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.

Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, sein Leben in Chicago und die Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr die Familiengeschichte, mit ihm der Hauptrolle. Ganz in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung versucht Obama den Leser auf eine kulturelle und persönliche Identitätssuche zu führen. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "The Audicity of Hope" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt.

Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund der Unvollständigkeit, was die Lebensgeschichte angeht. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden.

Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Dreams from My Father" von seiner betont verträumten, romantisierenden, hoffnungsvollen Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt dessen ungeachtet relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus erwünscht, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber nicht selten doch auch kritisch auftritt.

Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition "amerikanischer Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann.

Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern schon in der Jugend seiner Großeltern. Der künftige Großvater des 44. US-Präsidenten Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, ein bekennender Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.

Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro(-Ng) hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.

In einem Land wo Minderheitenpolitik immer häufiger auch hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantischen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten die die USA bieten, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch fast immer Privatschulen besuchen konnte und die Lage der Ohnmächtigen, wie in Djakarta, Nairobi oder der Chicagoer South Side nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.

"Change we can believe in", mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, frei nach dem Motto, wer gegen Bush war, muss nun bedingungslos für Obama sein. Herkunft und Erbe sind keine Garantie für staatsmännische Eignung, was man nach Bush II. durchaus anerkennen muss, wenn man nicht schon weiter in die Vergangenheit zurückblicken will, um das einstige Primat des Adels, der auch aufgrund seiner Herkunft und Erziehung für sich reklamierte den Staat am besten führen zu können, in Frage zu stellen. Freilich, um eine Fortsetzung der Ära Bush und eine mögliche Vizepräsidentin Sarah Palin zu vermeiden, schwiegen zumindest Obamas Kritiker unter den Bush-Gegnern, nachdem er sich knapp bei den demokratischen Vorwahlen durchsetzen konnte. Genauso irreführend wie Bushs Gemütlichkeit als der Kandidat mit dem man lieber ein Bier trinken gehen würde, als Al Gore, kann Obamas Talent als Storyteller/Geschichtenerzähler und intelligenter Charismatiker mit großer rhetorischer Gabe sein. In Erinnerung an die Worte eines jener Bush-Kritikers, der sich 2008 eurphorisch in Obamas Lager wiederfand, am Ende ist es doch so wie bei Bill Clinton, das Wasser war nicht sauberer, aber man wurde wenigstens von einem vor allem sympathischen Menschen darüber belogen. Nach Bush ist Obama der größtmögliche Wandel, ein Glücksfall, besonders da er viele Anknüpfungspunkte bietet und sein Saubermann-Image dank positiver Berichterstattung weitgehend wahren konnte. Er ist schlichtweg eine perfekte Projektionsfläche für Schwärmereie, Träumereien, Verklärung und Hoffnung, der Traumprinz, von dem man hofft dass er genauso integer ist, wie die beiden einzigen schwarzen US-Präsidenten David und Wayne Palmer die man auf Fox in der Action-Serie 24 erleben konnte.

"Dreams from My Father" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.

"Dreams from My Father" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard.

Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen gegen dieses Genre entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge des Titels und dieser ist eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance".

Das Ergebnis ist eine Familienbiografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben.

Fazit:
Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?".
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am 29. Januar 2009
Das Buch ist Obamas erstes. Er schrieb es, als er noch nicht in der Politik war. Es ist also ein persönliches, kein politisches Buch. Es handelt von einem jungen Menschen, der aufgrund seiner gemischtrassischen Herkunft auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Genau genommen sucht er seinen Vater, den er kaum gekannt hat, und der durch die langen Schatten, die sein Leben warf, für den jungen Obama eine schwer zu erreichende Steilvorlage darstellte. Obwohl es sich um eine Teilbiographie handelt, will der Autor eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen. Es sind ihm vielmehr die Personen wichtig, die sein Leben begleiten, und die er mit grossem Respekt, ja Zuneigung, behandelt. Das Buch, geschrieben in einer eines echten Schriftstellers würdigen Sprache, ist bar jeder Eitelkeit, ja von fast brutaler Ehrlichkeit. Es gewährt einen faszinierenden Einblick in die Art, wie ein Mensch denkt und handelt, der mittlerweile das wichtigste politische Amt dieses Planeten bekleidet.
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am 16. Mai 2013
Obama hat diese Biographie in seinen Dreißigern geschrieben, er war wohl überzeugt, dass er schon einiges erlebt hat.genau das stimmt,was aber noch überraschender ist,dass er auch alle seine Handlungen reflektiert und viel Gefühl zeigt.er schreibt von seinen Erwartungen und Enttäuschungen , speziell auch seinem abwesenden Vater gegenüber. ein solches Buch hätte man sich von den Bushs sicher nicht vorstellen können.Man möchte das Buch gerne in einem Rutsch durchlesen, so anschaulich und spannend ist es geschrieben.ich würde Obama und den USA wünschen, dass er seine Ansichten im Politikbetrieb nicht zu sehr korrumpieren lässt, sie waren nämlich mal richtig und richtig menschlich !
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am 30. Oktober 2013
Charismatisch - mit der ersten CD angefangen kann man nicht mehr aufhören. Auch für die nicht "Perfekten" der amerikanischen Sprache geeignet, denn Barack Obama hat eine sehr angenehme Stimme und eine ruhige Redensart, die einen in den Bann zieht und nicht mehr los läßt. Faszinierend, packend einfach Hörgenuss total.
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am 9. Oktober 2009
Es handelt sich um die Autobiographie Obamas, seiner Lebensgeschichte bis zum 31. LJ. Man erfährt vieles über seinen familiären und gesellschaftlichen Hintergrund und darf teilnehmen an seiner persönlichen Entwicklung. Das Buch ist literarisch großartig. Es ist berührend, weil Obama sehr persönlich auch über seine Ängste und Schwierigkeiten schreibt. Beim Lesen wundert man sich immer wieder, wie es wohl dazu gekommen ist, dass die Amerikaner, die polarisieren und Feindbilder aufbauen, wo sie nur können, diesen Mann zu ihrem Präsidenten gewählt haben. Leider hat der reale Obama nicht gehalten, was die Biographie einen hoffen lässt: Die Rüstungsausgaben der USA sind immer noch horrend und die großen Unternehmen dürfen auch weiterhin alle Grenzen überschreiten.
Wofür er den Friedensnobelpreis bekommen hat, kann man sich nach ein paar Jahren Amtszeit fragen. Trotzdem ist das Buch lesenswert.
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