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Kundenrezensionen

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am 16. Oktober 2011
Das Buch ist in jeder Hinsicht eine extreme Herausforderung. Es hat was von einem sehr komplexen Spiel. Ohne umfassende Anleitung ist dieses "Spiel" nicht spielbar. Aus der eigentlichen Lektüre erfährt man nicht einmal (oder habe ich nicht erfahren), dass die Handlung den 16. Juni 1904 abdeckt und es morgens um 8 Uhr an zwei unterschiedlichen Standorten, mit dem ersten Teil des Buches im Martello Tower von Sandycove, und dann, mit dem zweiten Teil, in Dublin, in der Eccles Street 7, beginnt. Selbst für seine engen Freunde hat Joyce ein Schema, das "Gorman-Gilbert-Schema" angefertigt, um denen das Lesen zu erleichtern. Hierin ordnet er den Kapiteln Organe, wissenschaftliche Disziplinen, Farben, Symbole sowie Techniken zu, und bringt all das in Zusammenhang mit den handelnden Personen.
Ja wirklich in jeder Hinsicht weicht der Roman von einer klassischen Erzählung ab. Es geht um die Abbildung einer Realität, die wahrscheinlich mehr mit der Person James Joyce zu tun hat, als mit der Stadt Dublin und dem zeitlichen Rahmen in dem sie angesiedelt ist. Der schlecht sehende, zeitweilige sogar blinde Joyce orientiert sich in Dublin über Empfindungen, Gedankenfetzen des Augenblicks und über die Sprache. Und gerade die verwendete Sprache, macht es eher nur für den englischsprachigen Raum verständlich. Selbst da muss man wohl noch mit der irischen Idiomatik vertraut sein, um vollends einzutauchen, denke ich. Der Roman spiegelt wider, was sich in der Wahrnehmung, in den Köpfen, im Denken der Hauptdarsteller abspielt. Das Denken ist begrifflich sehr einfach und vor allem sehr schnell. So ist der Text nicht wirklich schwierig, aber hoffnungslos vielfältig und verworren. Hinter diesen Beobachtungen und Gedankenfetzen sind dann Analysen der Sprache, der geschichtlichen Begebenheiten der Zeit, der Religionen und Politik, des menschlichen Verhaltens und zwischenmenschlicher Beziehungen verborgen. Er schildert selten Beobachtungen, alles läuft scheinbar im gelesenen Moment ab. Der Leser ist unmittelbar dabei. Er könnte mitdenken und mithandeln, wenn er sich dazu in der Lage fühlt. Am Ende des Buches wird man dann belohnt, dass man diese "abstruse Denksportaufgaben", wie Joyce seinen Roman selbst bezeichnete, wahrscheinlich nach Wochen und vielen Unterbrechungen (bei mir war jedenfalls so) irgendwie bewältigt hat. Sozusagen im "höchsten Level" angekommen entsteht beim berühmten "inneren Monolog" dann doch noch eine Art Lesegenuss.
Aber, ich gebe ganz ehrlich zu, ich habe diese Denksportaufgabe nicht wirklich bewältigt, ich bin doch eher an ihr gescheitert. Nachdem ich zum Anfang vieles doppelt und nach Internet Recherche dann manchmal auch dreimal gelesen habe, habe ich nach drei-vierhundert Seiten, dann immer öfter nicht mehr zurückgeblättert, um dann sogar einiges zu überspringen.
Zweifellos hat Joyce hier ein literarisches Meisterwerk geschaffen, mit dem er sich, wohl auch verdient, seine erträumte Unsterblichkeit gesichert hat. Zumindest sind wir ihm gehörig auf den Leim gegangen, könnte man mit einem Schmunzeln sagen. Jedenfalls scheint es ein hervorragendes Übungsfeld für Studenten der Literaturwissenschaften, sicher auch noch für andere Wissenschaftsdisziplinen zu sein. Aber, so merkwürdig wie sich das jetzt vielleicht auch anhört, es ist kein gutes Buch, denn man erfährt durch Internet und Sekundärliteratur wesentlich mehr darüber, als durch Lesen des Textes selbst. Auch darüber, welches Potential in diesem Text eigentlich steckt. Und vor allem ist das gesamte Drumherum wesentlich interessanter, als der eigentliche Roman, denn die Struktur ist bekanntermaßen "abgekupfert", wenn auch genial, und die eigentliche Geschichte beschreibt lediglich den banalen Alltag an exakt abgebildeten real existierenden Standorten. Mir fehlt, was die Verbindung zwischen Autor und Leser herstellt. Bezeichnen wir es ruhig gemeinhin als Phantasie. Ich pralle von diesem Buch ab. Vielleicht lassen sich in dieser Abgrenzung ein paar Schlüpflöcher erahnen, aber ich kann nicht eindringen. Auch Joyce' Wunsch: "Wenn nur jemand mal sagen würde, dass das Buch so verdammt lustig ist." bringt mir persönlich keine anderen Erkenntnisse.
Größte Hochachtung habe ich vor dem Übersetzer. Ich denke, das war eine fast nicht zu bewältigende Aufgabe. Wenn es nur darum gehen würde, hätte diese, so weit ich das überhaupt beurteilen kann, wohl fünf Sterne verdient. Es gibt viele Gründe, die sicher meinen Horizont bei weitem übersteigen, warum man wahrscheinlich erstrecht dem Roman fünf Sterne geben müsste. Aus meiner subjektiven Sicht allerdings sind es höchstens drei Sterne, aber meine Beschränktheit sollte keine Maßgabe sein.
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Im zweiten Anlauf habe ich geschafft, was ich zeitweise als nahezu unmöglich empfunden habe: James Joyces 'Ulysses' Seite für Seite und Wort für Wort zu lesen. Drei Dinge haben mir dabei geholfen: Ehrgeiz, ein anstehender Irland- und damit Dublin-Besuch und Wikipedia.

Anlässlich meines ersten Irland-Urlaubes im nächsten Monat habe ich mir vor einiger Zeit vorgenommen, das von mir schon einmal begonnene und nicht zuende gelesene Hauptwerk von Joyce noch einmal anzugehen. Die ersten dreihundert Seiten, an die ich mich schwach erinnerte, fielen nicht schwer. An dem Punkt jedoch angelangt, an dem ich Neuland betrat, begannen die Schwierigkeiten, die ich noch gut im Gedächtnis hatte, von Neuem. Allerdings erkannte ich dieses Mal, dass Struktur und Form des Romans einer Logik folgen, die mit der antiken Vorlage Homers enger zusammenhängen mussten als ich dachte. Ich ließ mich von Sprache und Rhythmus des Buches ein Stück weit mitnehmen, bis die Probleme beim Lesen überhand nahmen. Dann unternahm ich das Naheliegende und las bei Wikipedia den entsprechenden und umfangreichen Artikel über das Werk. Und dort bestätigten sich meine Vermutungen, dass der Aufbau äußerst eng der Odyssee folgte. Jedes Kapitel orientiert sich an einem Kapitel von Homers Werk, das ich nicht gelesen habe. Figuren in Joyces Roman haben ihre Entsprechungen bei Homer. Unterstützt durch die interessanten Zusatzinformationen las ich weiter und das mit abnehmenden Anstrengungen.

Anfänglich konnte ich mich Überlegungen anderer Leser nicht entziehen, die Joyce einen großen literarischen Schelmenstreich unterstellen. Nun weiß ich endlich, dass Joyce eines der ganz ungeheuerlichen Werke der Literaturgeschichte geschrieben, konstruiert, entworfen hat.

An dieser Stelle will ich niemandem dieses Buch wirklich empfehlen. Man muss bereit sein, sich daran zu wagen. Und man muss Mut haben, sich dem Sog der Sprache hinzugeben, ohne ständig auf der Suche nach dem Sinn des Textes, nach der Logik des Inhaltes zu sein. Abschließend kann ich sagen, dass es ein großartiges Gefühl ist, nicht nur zu der wohl überschaubaren Zahl der Leser zu gehören, die sich durchgekämpft, ja an der ein oder anderen Passage auch durchgequält haben, sondern über große Strecken (aber nicht auf jeder Seite) auch den Sprachwitz, die Genialität, die Kreativität des Iren genossen zu haben.

PS: Die Übersetzung von Hans Wollschläger halte ich für hervorragend, auch wenn ich das englische Original noch nicht in Händen gehalten habe.
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am 17. Juli 2007
Ja, es ist ein dickes Buch. Und schwierig ist es. Und man versteht sicherlich nicht alles.
Aber: es macht Spaß es zu lesen. Wenn man wirklich Freude an Sprache und dem hat, was man daraus machen kann, dann lohnt sich das Buch. Nirgends steht geschrieben, dass man ein Buch von vorn bis hinten durchlesen muss (womöglich in einem Zug - es müsste schon eine lange Fahrt sein ;-).
Ich lese hin und wieder ein Stückchen, um mich aufzumuntern, weil es einfach Spaß macht.
Man nehme einfach die Szene mit der Katze und mache sich ein eigenes Bild:

"Die sollen nun dumm sein. Dabei verstehn sie besser, was wir sagen, als wir sie verstehn. Die da versteht haarscharf alles, was sie verstehn will. Ist auch nachtragend. Möchte wohl wissen, wie ich so wirke auf sie. Hoch wie ein Turm? Nein, springt mir doch glatt auf die Schulter.
Angst vor den Hühnerchen hat sie, sagte er spottend. Angst vor den kleinen Putputputs. Wer hat schon mal so ein dummes Pussilein gesehen wie unser Pussilein hier!
Grausam auch. Ihre Natur. Komisch, die Mäuse quieken nie. Scheinens wohl gar zu mögen.
Mrkrgnau! machte die Katze laut.
Sie blinzelte empor aus ihren gierigen, beschämt sich schließenden Augen, maunzte klagend und lang, ihm die milchweißen Zähne zeigend."

Oder dies:

"Auf dem Kackstuhl hockend, entfaltete er seine Zeitung und schlug auf den entblößten Knien die Seiten um. Irgendwas Neues und Leichtes. Keine große Eile. Ruhig noch ein bißchen zurückhalten. Unser Preisausschreiben, der Leckerbissen der Woche. Matchams Meisterstreich. Von Mr. Philipp Beaufoy, Playgoers' Club, London. Honorar in Höhe von einer Guinee pro Spalte wurde an den Verfasser überwiesen. Dreieinhalb. Drei Pfund drei. Drei Pfund dreizehn-sechs.
In Ruhe las er, seinen Drang noch unterdrückend, die erste Spalte und begann schon nachgebend, doch mit Widerstreben noch, die Zweite. Auf ihrer Mitte angelangt, gab er seinen letzten Widerstand auf und erlaubte seinen seinen Eingeweiden, sich zu erleichtern, ganz so gemächlich, wie er las, und immer noch geduldig lesend, die leichte Verstopfung von gestern ganz verschwunden. Hoffentlich ists nicht zu groß, geht sonst mit den Hämorrhoiden wieder los. Nein, gerade richtig. So. Ah! Bei Hartleibigkeit eine Tablette Cascara sagrada. Könnte alles im Leben so."

Wenn man dem Gedankenstrom des Erzählers mit dem richtigen! (er muss schon passen - das sei zugegeben, aber das ist doch immer so...) Humor folgt, dann macht die Lektüre viel Spaß, auch wenn man sie in viele kleine Portionen aufteilt.
Ich kann das "Ulysses" nur empfehlen, evtl. kann man sich ja einen Kommentar zulegen, das ist ja auch bei anderen anspruchsvollen Werken (von Homer, Goethe oder Schiller etwa) durchaus anzuraten.
"Ulysses" mit anderen Büchern zu vergleichen oder sogar Rangordnungen aufstellen zu wollen (ist besser/schlechter als "Faust" etc.), halte ich nicht für sinnvoll (aber jeder nach seiner Fasson). Es ist ein Buch, für das man Zeit braucht, man versteht es nicht, wenn man es nur einmal liest. Wem also diese (erhebliche) Anstrengung beim Lesen den Spaß verdirbt, der sollte sich das Buch lieber nicht kaufen, den anderen wünsche ich hiermit denselben!
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am 1. August 2006
Der Ulysses von James Joyce ist wohl einer DER Klassiker der Weltliteratur. Wobei die Handlung hier nicht mal etwas Einmaliges zu bieten hat. Die ist nämlich in wenigen Sätzen erzählt: Es ist der 16. Juni 1904 in Dublin. Wir begleiten kurz den Hilfslehrer Stephen Dedalus, größtenteils aber den Annoncenakquisiteur Leopold Bloom durch einen seiner Tage. Ein ganz normaler Tag wie es scheint. Da wird sich morgens eine kleine Niere gebraten, dann erledigt man die Post, geht zu einer Beerdigung, betrinkt sich, geht ins Bordell u. a., bis er dann schliesslich nach seiner persönliche Odyssee nachts wieder bei seiner Frau ankommt. Was dieses Buch allerdings zu etwas ganz Besonderem macht ist die Art und Weise wie Joyce dem Leser hier diese fast schon banale Geschichte schmackhaft macht. Hier gleicht in seiner Form kein Kapitel dem anderen. Beispielsweise ist hier ein Kapitel in Form von Zeitungsannoncen geschrieben, d.h. es ist eigentlich ein Fließtext den man gut durchgängig lesen könnte. Joyce hat aber kleine Abschnitte daraus gemacht und diese mit Überschriften versehen. Ein anderes Kapitel soll anhand des Wachstums eines Kindes im Bauch der Mutter die Entwicklung der Sprache symbolisieren, soll heissen: Es beginnt in Altenglisch und endet im Dubliner Slang. Oder als 3 junge Mädchen den Mittelpunkt des Kapitels bilden ändert sich sofort die Sprache in die Art eines viktorianischen Trivialromans. Und natürlich nicht zu vergessen das letzte Kapitel: Mollys (Blooms Frau) innerer Monolog, der quasi nur aus einem langen Satz ohne Punkt und Komma besteht.

Sehr eindrucksvoll dies alles. Allerdigs macht es die Lektüre nicht wirklich einfach und ich muss zugeben, dass ich es durchaus verstehe, wenn der ein oder andere dieses grandiose Werk nicht zur Gänze gelesen hat, denn neben den eben erwähnten teils recht schwierig zu lesenden Kapiteln, arbeitet Joyce sehr gern mit dem so genannten "stream of consciousness". Es werden nicht nur die äußeren Geschehnisse beschrieben, sondern auch Gedankenfetzen der Figuren werden immer wieder ohne jegliche Ankündigug eingestreut. Manchmal durcheinander, manchmal überlagernd. Sätze werden desöfteren mittendrin unterbrochen. Oft wird man erst im Laufe einiger Sätze gewahr, was denn nun Realität und was Erdachtes ist. Zur Entspannung abends nach einem womöglich anstrengendem Tag taugt dieses Buch wirklich nicht und man sollte auch nicht aus purer Neugier heraus dazu greifen. Man muss sich wirklich damit intensiv beschäftigen, manche Kapitel sind fast schon anstrengend zu nennen (dies empfand ich z.B. bei dem oben genannten Kapitel in dem sich die Sprache verändert). Was aber meines Erachtens auch dazu führt, dass der Leser eben mittendrin ist, da er alles selbst "zurechtrücken muss". Er muss selbst eine Ordnung in die Dinge bekommen. Das ist fantastisch! Für alle die sich immernoch nicht so recht trauen sei gesagt, dass es einige Quellen in Buchform oder im Internet gibt die die Lektüre des Ulysses erleichtern. Ich kann dieses Meisterwerk jedem nur herzlich empfehlen. Hier wird einem gezeigt, wozu ein Autor fähig sein kann, wieviele Facetten die Sprache, die Literatur zu bieten hat. Es war teils recht anstregend, aber es hat sich gelohnt!
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am 2. Dezember 1999
James Joyce's last novel, and incidentally the one his wife considered his best, is, as they say, unreadable, in that if you sit down and go through the book from cover to cover (as I have done) you'll only get the vaguest idea of what was going on. So if that's your idea of the all-time downer reading experience then spend your money on something else, because this is one of those books that is liable not only to change the way you look at life, but the way you read and think. Joyce called it a night book - the "action", such as there is any (and the action comprises pretty much all of human history and civilisation) takes place while the characters (a Dublin pub owner, his wife and family and sundry other unsavoury types) are asleep. But you'd never know that if I hadn't told you, because the language is a punster's dream (literally), a braided and twisted weave of most of the various tongues in the world, based on an idea by the English language, all to be spoken with a fairly strong Irish accent. (Non-Irish people often don't notice this, but the rest of us can hear it.) It's not a book to while away a plane trip. It's a book to spend a few dollars on and then spend the rest of your life dipping in and out of it for profit and pleasure. Some of it is pretty straightforward, such as the visit to the Willingdone museyroom or the episode about the chicken scratching around in the rubbish heap (a lot more gripping than it sounds), while other bits are maddeningly opaque. But if they read novels in heaven they probably read this one. The best way to get the most out of it is to have read every book ever written, but failing that, an open mind, an active imagination, and a sensitivity to the buried layers of meaning in words will get you through. Frank Zappa fans ought to love it; this is conceptual continuity with a vengeance. (Wow. I never thought the day would come when I'd get to review a novel by James Joyce.)
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am 28. März 1999
Finnegans' Wake is only underrated by those who either A: Think a good piece of fiction is one that should pour through their brains at the same rate as television drivel, or else B: forget that Joyce's entire career was a Work In Progress, and should be taken from start to finish. Those readers who cannot make sense of the novel should begin with "Dubliners," and when they have successfully digested that, proceed chronologically through Joyce's works; to pick up Finnegans' Wake and then try and read it without having any of Joyce's nuance of style under your belt is akin to mental suicide, and, worse, will frustrate you into not reading Joyce at all. Every word, even the hundred-letter Thunderwords, Joyce placed carefully in his seventeen years writing the novel; surely, no one of them can be easily dismissed after one or two hours' cursory reading. What is more, the book requires only that someone have the barest knowledge of Language to begin with-- it is the human sense of music, that sense from which language derives all of its power to both frighten and quell, that Joyce's prose tries to capture. Little wonder that certain episodes from the book have been called "The greatest prose ever written by a man."
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am 21. Januar 2016
Zu ULYSSES kann man kaum etwas sagen, wer sich nicht an den Text traut, verpasst wahrlich ein Meisterwerk. Natürlich handelt es sich bei diesem Text nicht um leichte Unterhaltungslektüre, schon klar, dennoch kann ich nur allen raten dieses Buch zu lesen.

Ich war überrascht, wie gut diese Kindle-Version (auch eine schöne Aufmachung im Innenteil) sich lesen lässt.
Und zur Kritik der Übersetzung noch ein paar Worte. Meine Recherche hat ergeben, dass Goyert bei seiner in den 1920er-Jahren entstandenen Übersetzung eng mit James Joyce und dessen Mitarbeiter Stuart Gilbert zusammengearbeitethat, die Übersetzung wurde ausdrücklich von Joyce autorisiert, in den 50er-Jahren dann aber u.a. von Arno Schmidt heftig kritisiert. Die Übersetzung von Hans Wollschläger (1975) wird als wortgetreuer (Wikipedia) charakterisiert. Goyert hat diesen komplexen Text offenbar freier übersetzt – und dafür das Plazet des Autors erhalten.
Deswegen verstehe ich sicherlich die Bedenken, aber nicht die Kritik am vorliegenden Text. Für mich (ich habe sowohl das Original, als auch diese Übersetzung gelesen) ist diese Version eine sehr gelungene Übersetzung, die – ebenso wie der Text – glatte 5 Sterne verdient.
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am 7. Januar 2013
Was ist nicht alles über "Ulysses" gesagt und geschrieben worden. Ganz dem eigenen Anspruch gerecht werdend, beschäftigt Joyce mit seiner Erzählung in ihrer Komplexität die Professoren und Literaten nun schon seit fast einem Jahrhundert. Überhaupt, versucht man sich als normaler Leser diesem Buch zu nähern, ist die Hauptbotschaft stets, dass es unheimlich schwierig zu verarbeiten/lesen sei. Erkundigt man sich, so gibt gefühlt die eine Hälfte an, "Ulysses" vorzeitig aufgegeben zu haben und selbst wer es bis zum Ende geschafft hat, betont stets die Mühe, die dazu notwendig war. Und doch: Fast genau so oft offenbart sich eine Attitüde, die das Vorwort mit "Difficult, yet rewarding" vorzüglich zusammenfasst.
In dieser Hinsicht entwickelt "Ulysses" schon durch seinen Ruf eine fast magische Anziehungskraft, eine klare Herausforderung des Leser in seiner Schwierigkeit, an deren Ende wohl eine Art Erleuchtung zu finden sei. Klar, dass dieser ewiger Meilenstein also früher oder später auf meinem Schreibtisch landen musste. Ich habe mich für die englische Version aus Reihe "Wordsworth Classics" entschieden, weil ich der Ansicht war, dass man ein so großes Werk am Besten unübersetzt konsumiert.

Es fällt mir vergleichsweise schwierig, einen groben Abriss der Handlung an dieser Stelle zu formulieren, weil "Ulysses" einfach so komplex und vielschichtig ist. Man könnte unmöglich in wenigen Sätzen formulieren, worum es in diesem Buch wirklich *geht*. Dennoch will ich es versuchen:

Dublin, der 16. Juni 1904. Stephen Dedalus, ein junger Schriftsteller und Leonard Bloom, Handlungsreisender im Auftrag einer Zeitung, verlassen ihre Heimstädten und begeben sich auf ihre eigene Reise ("Odyssee") durch die irische Hauptstadt, bis sich ihre Wege schließlich unter zufälligen Umständen kreuzen.

Es ist wirklich genug über "Ulysses" geschrieben worden. Es gibt unzählige Interpretationen, Analysen und Besprechungen, so dass ich aus meiner eher laienhaften Perspektive nicht noch eine weitere hinzufügen möchte. Vielmehr möchte ich eine Rezension aus der Sicht eines interessierten, halbwegs gebildeten Lesers ohne literarisch-akademischen Hintergrund verfassen. Und aus dieser Sicht ist "Ulysses" - man kann es leider nicht anders sagen - ganz furchtbar.
Dabei liegt es nicht daran, dass ich "Ulysses" kognitiv nicht verstehen würde - die Parallelen zu Homers Odyssee sind geschickt konstruiert und klug ausformuliert. Die Verweise auf das politisch-gesellschaftliche Tagesgeschehen sind präzise und mutig. Man kann darüberhinaus die literarische Bedeutung von Ulysses schlicht und ergreifend nicht leugnen: Die erstmalig im großen Stil praktizierte Nutzung des "Stream of Consciousness" etwa ist konsequent und beispielhaft, die Sprachexperimente kreativ und sinnig. Der Roman ist im warsten Sinne des Wortes modern, mutig und schreit praktisch aus jeder Seite "ich bin etwas besonders". Und trotzdem: "Ulysses" ist furchtbar.
Warum? Gerne glaube ich, dass Joyce jedes Kapitel, jeden Satz, jedes Bild, vielleicht sogar jedes Wort genau überdacht und mit Sinn versehen hat. Aus meiner heutigen Perspektive heraus ließt sich das ganze jedoch gefühlsmäßig wie ein nicht enden wollender Zahnarztbesuch. Irgendwo zwischen Belanglosigkeit, sprachlichen Purzelbäumen und Humor, der sich leider längst überlebt hat, kämpft man sich von Seite zu Seite und hofft auf ein gnädiges Ende. Es gab Phasen, da musste ich Ulysses einfach weglegen, obwohl meine Fahrtzeit im Zug längst noch nicht um war. Das ist mir bis dato überhaupt erst bei einem einzigen anderen Buch (Hal Duncans "Signum") passiert. Was ist aber genau so schlimm an Ulysses? Aus der Sicht eines Lesers, der unterhalten werden möchte, vor allem die Abwesenheit jeglicher aus heutiger Sicht interessanter Elemente. Spannung? Natürlich nicht. Erkenntnisse? Nichts, was man nicht schon längst gewusst hätte. Humor? Angeblich ja, und manchmal doch überraschend spritzig ("Very gratefully, with grateful appreciation, with sincere appreciative gratitude, in appreciatively grateful sincerity of regret, he declined."), aber größtenteils lahm. Anstößigkeiten? Vielleicht vor einigen Jahrzehnten zur Empörung geeignet.
Letzteres ist überhaupt das Problem von "Ulysses": Die Relativität. Alles an diesem Buch mag herausragend sein - wenn man es in den Kontext setzt. Andererseits fällt es mir als Leser schwer, Interesse oder Emotionen zu generieren, indem ich mir ständig vor Augen halte, wie das auf einen Menschen im Jahre 1925 gewirkt haben muss.

Natürlich hat dieses Buch auch Aspekte, die mir außerordentlich gut gefallen haben. Die authentische Rekonstruktion Dublins des Jahres 1904, oder etwa die in meinen Augen überraschend progressive, moderne Behandlung verschiedenster gesellschaftlicher Probleme (Antisemitismus, Rassismus, Kirchenkritik, Feminismus, etc.). Doch unter dem Strich reicht das nicht als Rechtfertigung, sich als "gewöhnlicher" Leser durch 650 Seiten Schwerstarbeit zu quälen. Oft wird diese "Schwerstarbeit" gerade als Vorzug von "Ulysses" angepriesen, eine Art literarischer "Mount Everest", was so die die Leserspreu von der literarischen Elite trennt. In diesen Worten erkenne ich allerdings nur Statusbehauptung und einen unguten Hang zur Arroganz.

Bevor ich zum Fazit komme, noch einige Worte zur Auflage, die ich in den Händen halte: Das Vorwort des britischen Professors Cedric Watts ist ausführlich und in meinen Augen treffend. Einer kurzen wie knackigen Interpretation folgt auch eine interessante Einordnung der Kontroversen aus der Zeit der Erstveröffentlichung. Wermutstropfen für Ästhetiker: Meine Version hatte in der Mitte einen üblen Schnitt/Knick, der etwa 30 Seiten entstellt hat. Das möchte ich allerdings nicht in die Wertung miteinbeziehen, da ich es für einen individuellen Produktionsfehler halte.

Fazit:

Zugegeben, mein Fazit wirkt diesmal ein bißchen widersprüchlich, irreführend. Ich räume ein, dass "Ulysses" ein wichtiges Buch ist, ein Meilenstein der modernen Literatur, in mehr als einer Hinsicht "notwendig". Und doch hat es in dieser Hinsicht mehr musealen "Lehrbuch"-Charakter, als wirklich einen "Hobby-Leser" von heute unterhalten zu können. Daher meine ganz klare Warnung: Wer Ulysses "einfach mal so" lesen möchte, soll sich das Geld, die Zeit und die Nerven sparen. Wer zum Thema "Ulysses" mitreden möchte und/oder sich für die verschiedenen beschriebenen literarischen Facetten interessiert, kann (und muss vielleicht sogar) zuschlagen.
Dennoch bewerte ich das Buch aus der Sicht des oben genannten Hobby-Lesers und kann beim besten Willen nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Ich könnte gemäß des "Kaisers neue Kleider"-Effektes weitschweifig erklären, wie toll ich "Ulysses" verstanden habe und wie es mein Leben verändert hat - hat es aber nunmal nicht. Dafür nehme ich dann auch die negativen Bewertungen einiger verdrossener Schöngeister in Kauf.
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am 2. Februar 2000
Im a first time reader of Finnegans Wake (a simple title you can interpret in at least four different ways). Along with FW Im reading Campbell's book "A Skeleton Key to FW" and while its not the optimal resource to totally understand Joyce's masterpiece, its been a big help so far. I recommend. There are too many levels to discuss here, so here's my advice- do not read FW if you want a quick read. Read it if you enjoy wordplay, like in ee cummings' poetry, or allegory, like in Dante's. Read it if you like comedy- many fail to mention FW is FUNNY. Read it if you like a mental challenge. Read it if you are Irish. Read it if you are not Irish. After FW you will chuck your TV out the window and never look back. Read it if you are sick of John Grisham and Stephen King and Oprah's Wet Noodle Book Club for The Grammatically Harmless.
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am 30. Juni 2001
Ein Werk wie Joyce's kann nur zwiespältige Reaktionen hervorrufen. Auf der einen Seite die faszinierende subjektive "Echt-Zeit"-Perspektive der Wahrnehmung der Welt mit nur wenigen rein narrativen Elementen - auf der anderen Seite die sich dem Leser Seite für Seite mächtiger aufdrängende, für manche übermächtig werdende Frage, was der Autor dem Leser sagen möchte; ich habe den Eindruck gehabt, dass eine Kommunikation zwischen Autor und Leser auf der Basis dieser Erzählperspektive nicht - oder besser: kaum - zustande kommen kann. Jedenfalls zähle ich mich nicht zu den Glücklichen (!?), denen sich das Lesevergnügen und das Verständnis dieses zweifelsohne sprachlich meisterhaften Werks erschlossen hat. Sprache und Orthographie sind - auch in der äußerst gelungenen Übertragung ins Deutsche (mir stand die Übersetzung von Wollschläger zur Verfügung) zum Teil revolutionär, und von diesem Ansatz her ist das Werk sicherlich als bahnbrechend zu bezeichnen. Aber auf den Punkt gebracht: Für die meisten mutigen Leser wird das Lesen eher zu einer Tortur als zu einem Vergnügen werden. Empfehlung: Anfangen, ausprobieren, Mut haben abzubrechen (dann aber auf jeden Fall das letzte Kapitel lesen).
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