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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
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am 14. September 2012
Seit kurzem können ja mit der Android bzw Webapp des Kindle auch Comics und Graphic Novels gelesen werden. Musste ich natürlich testen. Mit einem Klassiker von Alan Moore. Zur Graphic Novel nur so viel: kein Vergleich mit dem Film, wer nur den kennt, kennt nichts... Typischer Alan Moore-Klassiker, hervorragend gezeichnet, großartig erzählt. Warum dann nur 3 Sterne? Weil es sowohl mit der Android App als auch im Browser nicht lesbar ist. Die Schrift lässt sich kaum entziffern und selbst ein Hineinzommen in die Seite (das sowieso auch wieder andere Nachteile hätte) ist nicht möglich.
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am 16. Januar 2003
Swamp Thing. Watchmen. V for Vendetta. From Hell. Alan Moore ist seit den 80ern wohl einer der wichtigsten Erneuerer des Mediums Comic. Bis jetzt war er aber hauptsächlich für ernste, tiefsinnige Arbeiten zu den Themen Macht, Autorität, Freiheit etc. bekannt, versehen mit jeder Menge Hintergrund-Information und Subtext. Schwerer Stoff. Das scheint ihn selbst ein bißchen gestört zu haben, und so beschloss er, unter dem Titel "Americas Best Comics" mehrere Serien mit leichteren Inhalten zu schreiben und zu publizieren. "League of Extraordinary Gentlemen" ist eine davon.
Allan Quatermain, Der Unsichtbare, Dr. Jeckyll (samt Mr. Hyde), Captain Nemo und Mina Harker (geborene Murray) werden von einem gewissen Herrn Bond (Bond, Campion Bond), rekrutiert, um ein getohlenes Material wiederzubeschaffen, dass kontrolierten Flug ermöglicht. Bei der Erledigung dieser Aufgabe stoßen sie auf die Erkenntnis, dass der Bösewicht, auf den sie angesetzt wurden, gar nicht der wirkliche Bösewicht ist, und mehr wird hier nicht verraten ...
Das Ganze spielt in einer parallelen Erde des ausgehenden 19./beginnenden 20. Jahrhunderts, in der all die Trivialliteratur-Helden dieser Zeit fröhlich auf Erden wandeln. Moore läßt keine Möglichkeit für Referenzen und Querverweise auf die Literatur dieser Zeit aus (neben den Hauptpersonen tauchen auch noch Figuren und Motive aus anderen Werken von Verne, Wells, Doyle, Poe ... auf). Und es macht großen Spaß, diese Verweise aufzuspüren (neben den offensichtlichen sind auch einige harte Nüsse dabei).
O'Neills Zeichenstil hebt sich wohltuend vom derzeitigen Mainstream ab, sein Artwork ist gleichzeitig stilisiert und detailiert, ein bißchen cartoony, ohne unrealistisch zu werden. Er eignet sich ideal für diese nostalgische Retro-Story.
Witzig sind auch die Gimmicks, wie fingierte Anzeigen, Plakate etc. (wobei leider nicht alle dieser Gags aus den Heften den Weg in das Trade Paperback gefunden haben).
In Summe ist League ein unterhaltsames, intelligentes Stück Comic-Literatur, dass Moore einmal von seiner leichteren Seite zeigt.
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am 7. März 2017
„Seid mir gegrüßt, Kinder der unterworfenen und kolonisierten Völker in der ganzen Welt. Ich heiße euch willkommen in dieser Weihnachtskurzausgabe unserer spannenden Bildergeschichte für Mädchen und Jungen …“ Da lacht das Kinderherz voll freudiger Erwartung, wenn es diesen einleitenden Passus im ersten Comic liest (dabei sind gleich sechs Hefte der amerikanischen Originalausgabe in diesem dicken Band zusammengepackt).

In groben Zügen sollte der Inhalt bekannt sein, obwohl er doch so sehr von den nachlesbaren Abenteuern des Allan Quatermain, von Kapitän Nemo, dem Unsichtbaren und den Geschehnissen um Dr. Jekyll und Mr. Hyde abweicht. Aber der just in diesen Wochen angelaufene Kinofilm mit „echten“ Menschen, hineingeschlüpft in die aufgelisteten Rollen (und ergänzt, als Kotau vor dem amerikanischen Massenpublikum, um den Geheimagenten Tom Sawyer sowie Dorian Gray aus dem gleichnamigen Bildnis), wurde landauf, landab ausgiebig obsessiv begutachtet, so dass eine gewisse Voreingenommenheit beim Lesen dieser Zeilen erwartet werden muss. Und dies bezieht sich nicht bloß auf die inhaltliche Komponente, sondern auch darauf, wie schlecht der Film abgeschnitten hat.

Und eben dieser Leser möge dieses voreilige Urteil, so er es denn gleich mit auf den Comic beziehen mag, weit von sich schieben. Er würde dem glänzenden Autor Alan Moore, dem filigran zu Werke gehenden Zeichner Kevin O’Neill und Ben Dimagmaliw, der für die Kolorierung der Seiten verantwortlich zeichnet, in keiner Weise gerecht.

Im Grunde fußt alles auf der für Sherlock Holmes-Anhänger ernüchternden Szene, als der Meisterdetektiv in den Reichenbachfall stürzt. Ein Schock für die Leserschaft, und nie erhielt die Frage, ob Holmes damit das Duell mit seinem ewigen Widersacher Professor Moriarty verloren habe, eine für alle erlösende Replik. Dabei entführt uns die Geschichte erst in Kairo von 1898, wo Wilhelmina Murray (eine Dame, die sich auch Mina Harker nennt und ihren Hals vor dem Beschauer nicht entblößt) einer schmierig-braun gemalten Drogenszenerie den entmutigten Mr. Quatermain entreißt. Gemeinsam haben sie ein erstes Abenteuer zu bestehen, eine Aufklärung von Morden, die weit in das vorvergangene Jahrhundert zurückreichen bis hinein in die sinistere Rue Morgue.

Erwartungsgemäß reihen sich in die schmale Phalanx wackerer Helden, die das englische Empire respektive das viktorianische Zeitalter bewahren wollen, die übrigen Personen ein. Eine Gemengelage höchst unterschiedlicher Charaktere, die aber allesamt eines verbindet: ihr Hang zur Selbstdarstellung, dem sie alles unterordnen und den sie unter dem Deckmantel der uneigennützigen Hilfe für die Nation zu kaschieren suchen.

Kapitän Nemo hat wenig gemein mit dem tapferen Mann aus Jules Vernes Geschichte, wenn er mit einer Schnellfeuerwaffe zur blutigen Ernte schreitet (und die Dame Murray entsetzt „d-das ist … unsportlich!“ stöhnt; eine der vielen netten Adaptionen der Szenen, die sich beim Betrachter aus den Anleihen eingeprägt haben, in diesem Falle Indiana Jones sehr unsportlich-abrupte Beendigung des Duells mit einem Säbelschwinger) und das Blut wie die Gischt am Reichenbachfall spritzt. Und Dr. Jekyll erst – auf das Äußerste schauerlich seine Verwandlung in ein Wesen, das selbst unter den „Freunden“ höchstes Erschrecken verbreitet. Während der Unsichtbare seine auf den ersten Blick nicht greifbare Körperlichkeit in einem Mädcheninternat ins Gegenteil verkehrt und sehr wohl körperlich aktiv wird …

Alan Moore leistet ganze Arbeit, wenn er die Helden unserer Jugendliteratur zu den Monstrositäten juveniler Alpträume werden lässt. Dabei sind sie gar nicht mehr „gut“ im moralischen Sinne, sondern gebrochene Gestalten, die sich ihren depressiven und gewalttätigen Gedanken hingeben und ohne Scheu alle Prinzipien über Bord werfen, die wir mit Zivilisation in Verbindung bringen. Das sind keine „wahren Helden“. Und deshalb ist „The League of Extraordinary Gentlemen” ein tolles Werk mit hanebüchenen Abenteuern, exzellent erzählt vom Autor, ebenso exzellent bildlich umgesetzt vom Zeichner und gedämpft, freudlose Farben verstreuend koloriert.

Ergänzt wird der Band um eine längere Kurzgeschichte mit Allan Quatermain sowie eine erfreulich große Anzahl kleiner Beiwerke wie „Malen nach Zahlen“, ausnahmslos Beweise von Mr. Moores übersprudelnder Phantasie, die – und da wird mir jeder Comic-Connaisseur beipflichten – wir gerne noch viele Male bewundern möchten. Unbedingt lesen. Und staunen …
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2009.

Die Liga gibt es nicht mehr und die Apokalypse steht kurz bevor. Nach langen Jahren des Krieges kehrt Orlando nach London zurück und möchte eigentlich seine Ruhe haben. Doch dann kontaktiert ihn der Zauberer Prospero und fordert ihn dazu auf, die Apokalypse abzuwenden. Der/die Unsterbliche sieht sich nicht in der Lage dies allein zu tun und begibt sich nun seiner-/ihrerseits auf die Suche nach Mina Murray, der früheren Anführerin und treibenden Kraft der Liga, in der Hoffnung, dass ihr (Minas) Verstand die Situation retten wird. Doch dazu muss sie die Hilfe von alten Bekannten einfordern, die vor vielen Jahren längst nicht so gut auf die Liga zu sprechen waren, was die Sache umso mehr zu einem Wagnis macht...

Wenn man eine Ausgabe der Liga liest, gilt es immer einen Punkt abzuhaken, nämlich den betreffend der Referenzen. Diesmal zitieren Moore unter anderem die Serien 24, Little Britain und widmen auch dem obskuren Kultklassiker "Showgirls" ein kleines Panel. Wenn man diesen Punkt abgehakt hat, stellt sich dann die Frage, wie die Welt in der diese zeitgenössische Fiktion entstanden ist, dargestellt wird.

Die Antwort lautet: als eine finstere, desolate Welt, in der die Kultur (um einmal die Figuren zu zitieren) irrelevant geworden ist, ein Haufen Exkremente (ungelogen wird oft darüber gesprochen), voller Desillusionen und Gewalt, eine so banale und kaputte Welt, dass sogar die Apokalypse davon betroffen wird und der Antichrist (übrigens nicht Harry Potter, wie man anfangs glauben möchte) nichts weiter ist als ein kleines, selbstmitleidiges Würstchen ohne eigenen Antrieb oder dem Verlangen aus seiner Situation zu entkommen.

Kurz gesagt, die Gegenwart ist Mist, früher war alles besser.

So liest sich der große Teil des Heftes, wenn da nicht hier und da kleine Hoffnungsschimmer aufblinken würden, die aber vielleicht auch nur nostalgische Verklärungen damaliger (in den Augen der Macher besserer) Werke sein könnten. Vielleicht sind es aber auch wütende Auflehnungen der Macher, gegen eine Welt, in der es weniger um den kreativen Akt geht, als darum aus dem Material gewaltige Franchises zu machen (wie man anhand der verweise auf James Bond sieht), sodass der fantastische Funke mit der Zeit irgendwann verloren geht?

Man weiß es nicht und für den Leser dürfte das wohl eher irrelevant, da er sich eine viel wichtigere Frage stellt: Ist der Abschluss der Trilogie ein guter Comic, das heißt erzählt er eine spannende Geschichte?

An manchen Stellen tut er das tatsächlich, vor allem emotional wird man einiges erleben, aber nach einem spannenden und sehr dichten Start, folgt die wie oben beschriebene Desillusionierung, der Fall ins banale, der auch noch beabsichtigt ist. Wenn man genau hinschaut, ist es tatsächlich eine gute Story die erzählt wird, aber der niederschmetternde Tonfall der Geschichte hält einen davon ab, in ihr zu versinken und mehr zu fühlen als Resignation und vielleicht auch Wut. Trotzdem ist die Geschichte bei weitem nicht schlecht und im Vergleich zum sehr triphaften "1969" eine deutliche Steigerung. Und so jämmerlich der Antichrist auch sein mag, man kommt dann doch nicht umhin laut darüber zu lachen, was Moore dieser Karrikatur eines bedrohlichen Charakters so alles in den Mund legt.

Auch die Zeichnungen von Kevin O'Neil sind wieder besser geworden, doch gibt es diesmal kein zeichnerisches Highlight, sieht man von dem wundervollen Cover einmal ab.

Am Ende ist "2009" genauso schwierig zu bewerten, wie sein Vorgänger "1969".

Es wird den Erwartungen (wohl mit voller Absicht!) nicht gerecht und auch als richtiges Ende der Franchise kann es nicht herhalten, vor allem da laut Moore schon weitere Ausflüge geplant sind. Man kann es wegen seines kritischen Blickes auf die Neuzeit lieben oder hassen, dafür verachten dass es nicht einmal versucht dem Ansatz von Epik gerecht zu werden und wohl nicht zu Unrecht denken, dass Alan Moore sich zu sehr in seinem Thema (die Geschichte der Fiktion und wie sie sich gewandelt hat) verhaspelt hat, aber man kann den Band irgendwie auch nicht "schlecht" nennen.

Es bleibt einen wohl nichts anderes übrig als auf sein Bauchgefühl zu sagen und das des Rezensenten sagt 4 Sterne, wenn auch nicht mit der Befriedigung eines glücklichen Konsumenten, sondern als jemand der den Ansatz zwar respektieren, die Ausführung aber nicht mögen kann.
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Das britische Empire Ende des neunzehnten Jahrhunderts(genauer gesagt im Jahre 1898) ist in Gefahr und benötigt Helden um dem Herr zu werden!

Doch müssen die dafür benötigten Recken erst gefunden werden und so macht sich Wilhelmina Murray gemeinsam mit Kapitän Nemo und der Nautilus auf um den gealterten Alan Quartermain, Doktor Jekyll und sein böses Alter ego Mister Hyde und den unsichtbaren Hawley Griffin zu rekrutieren, um sich dann in den Kampf gegen den chinesischen Teufelsdoktor zu stürzen.

Kommen Ihnen einige der Namen bekannt vor liebe Leser? Dann liegen Sie auch gar nicht so falsch, denn bei den eben erwähnten Personen handelt es sich tatsächlich um die bekannten Figuren aus der Literatur, die in Form eines amerikanischen Superheldenteams gegen ihre ebenso literarischen Bösewichte antreten, denn im Universum der Liga geben sich Figuren aus den Abenteuerromanen gemeinsam mit Gestalten aus den Pulp-Heften gegenseitig die Klinke in die Hand, was bedeutet dass die großen Alten eines H.P. Lovecrafts ebenso lebendig sind wie das sagenumwobene Land Liliput aus den Reisen des Lemuel Gullivers und oder die eben schon erwähnte Nautilus so gut funktioniert wie in den Romanen von Jules Vernes beschrieben.

Es ist ein düsteres Szenario, in die uns der Autor Alan Moore und Zeichner Kevin O'Neil entführen, was schon bei den Hauptfiguren anfängt. Alan Quartermain ist zu Beginn nur ein opiumsüchtiger Greis, Käpt'n Nemo ein Misanthrop reinsten Wassers, Mister Hyde eine reißende Bestie und der Unsichtbare ein vor sich hin kichernder Mörder und Vergewaltiger und auch Miss Murray scheint gewisse Geheimnisse mit sich rumzutragen.

Man merkt dem Heft an dass die ersten sechs Ausgaben mehr einer spontanen Anwandlung denn klarer Überlegung zu Grunde legen. Zwar wird in fast jeder Seite auf alle möglichen Geschichten der englischen Literatur Bezug genommen doch die eigentliche Geschichte ist eher geradlinig, dafür recht witzig und Action geladen. Trotzdem fehlt ihr die Tiefe des zweiten Bandes Krieg der Welten" oder die enorme Detailverliebtheit und verrückte Experimentierfreude eines Black Dossiers. Nichtsdestotrotz ist auch die erste Gesamtausgabe der Liga ein sehr guter Comic, der vor allem noch einige geschmackvolle Extras enthält.

Eines davon ist die von Alan Moore verfasste und Kevin O'Neil illustrierte Geschichte "Alan und der geteilte Schleier" die auf ihre Art als Vorgeschichte zum Comic zählen könnte. In sechs Kapiteln wird von Alan Quartermains Reise auf eine andere Ebene im Stile eines Fortsetzungsromans eine spannende Geschichte erzählt, in der Moore auch sein Können abseits des Comicmarkts unter Beweis stellt und erneut völlig verschiedene Geschichten und Ideen von Wells, Lovecraft und Edgar Rice Burroughs zu einem grandiosen Ganzen zusammenführt. Da die Geschichte wie gesagt als Fortsetzungsgeschichte konzipiert wurde, kann man sie auch eine Weile liegen lassen und dann im letzten Kapitel wieder einsteigen, da man problemlos an die Hand genommen wird.

Was bleibt noch zu sagen?

Neben der Geschichte werden noch einige satirische Elemente, wie einige abstruse Erfindungen oder die fiktiven und hirnrissigen Biographien der beiden Macher hinzugefügt. Überhaupt ist der Stil des Heftes so gehalten dass man ihn für einen Teil der alten Literatur halten könnte.

Betrachtet man den Umstand, dass der erste Teil heute schon als moderner Klassiker gilt und nächstes Jahr sein zehnjähriges feiert, könnte man schon eine gewisse Ironie dahinter sehen.

Fazit: Ein guter Auftakt, einer sich fortentwickelnden und mit ihren Alter reifenden Comicserie der neueren Zeit, ein Muss für alle Moorefans und Freunde der Literatur.
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Es wird schwer für viele Fans. Da knüpft der letzte Teil der Trilogie nicht an den allerersten Band der "League of Extraordinary Gentlemen" mit seinem wunderbaren, spätviktorianischen Charme an, sondern statt dessen an "The Black Dossier", den die meisten einfach nur als abgefahren und sperrig zu lesen fanden. Prospero erscheint, allerdings so mächtig, dass man sich fragt, warum er die League überhaupt noch braucht. Und so beschränken sich die erzählerisch schönen Momente darauf, dass hier die Geschichte von Mina Murray und Allan Quatermain zu einem Ende gebracht wird. Wie üblich sollte man bei Moore nicht mit einem Happy End rechnen. In Sachen Liebe scheint dieser sich nämlich eher Dürrenmatt zu Herzen zu nehmen: Eine Geschichte ist erst dann zu Ende erzählt, wenn sie ihre schlimmste Wendung erreicht hat - oder so ähnlich. Sollte man allerdings "The Black Dossier" schon nicht gemocht (oder nicht gelesen) haben, wird die Tragik dieser Geschichte leider an einem vorbeigehen. Was schade ist.

Wie schon im letzten Teil angekündigt, geht es hier um das Universum von Harry Potter. Dieses kommt nicht wirklich gut weg bei Moore. Und so macht dieser aus Hogwarts eine wirklich gruselige Geschichte. Humor hat das nicht wirklich, aber es passt zum eigentlichen Thema dieses Bandes. Es geht um das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion. Beides, die reale Welt und die der Mythen (aber auch die der Literatur) beeinflussen sich, wie es in dem besten Dialog des Buches so schön als Frage formuliert ist. Und wenn es in der literarischen Welt keine großartigen, neuen Mythen mehr gibt, dann herrscht eben auch in der Wirklichkeit Rezession. Damit wären wir bei der Grundstimmung dieses Bandes. Und das erklärt dann auch, warum das alles nicht wirklich mit Spaß zu lesen ist. Und es mag auch erklären, warum das Ende den meisten Lesern so merkwürdig hohl erscheint. Und auch, warum es für Moores Verhältnisse diesmal nur ganz überschaubar viel Erotik in der Story geben darf.

Das alles riecht - leider - etwas nach Abschied. Merkwürdigerweise gibt es allerdings auch einen Cliffhänger. Nemo hat in Englands schwerster Stunde die Welt gerettet (als Feind des Empires übrigens). Und wieder ist eine Nautilus unterwegs. Und mit einer ganzen Masse von Frauen hat sich doch am Ende eigentlich eine neue League gefunden, oder? Und da ein weiteres Thema dieses Buches die Perpetuierung von fiktionalen Figuren ist (das ist dann übrigens doch sehr witzig), hoffe ich ja schon noch auf einen weiteren Band. Next Century, please.
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Liebevoll - das ist das beste Wort, was mir einfällt, um die Bearbeitung der berühmtesten Charaktäre aus der Trivialliteratur vom Ende des 19. Jahrhunderts durch die Autoren zu beschreiben. So werden in diesem Comic nicht nur die Personen aus Romanen wie 20.000 Meilen unter dem Meer, The Final Problem, Dr. Jeckyll und Mr. Hyde, Dracula in einer Geschichte zusammengeführt. Es gelingt vielmehr auch, den ohnehin schon spannenden Protagonisten neue Seiten abzugewinnen, die Personen entwickeln sich im Lauf der Handlung weiter, sie interagieren und wachsen dadurch über sich hinaus. Das Ergebnis ist wie bei einem guten Roman, man kann das Buch kaum beiseite legen, weil jede neue Seite neue Spannung verspricht.
So ist League of Extraordinary Gentlemen ein Buch, dass nicht nur von den Referenzen zu den Werken des 19. Jahrhunderts lebt, sondern eine eigene kreative Geschichte erzählt, und damit geht es auch weit über den gleichnamigen Film hinaus, der nach den Motiven des Comics gedreht worden ist, aber wohl kaum die Zustimmung der Autoren gefunden hat.
Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig für einen aktuellen Comic erscheint der Stil der Zeichnungen, er wirkt antiquiert im Vergleich zu den glatten, aktuellen Superheldenstories. Die eher halbrealistischen Zeichnungen unterstützten jedoch die Atmosphäre der Handlung, und wer mehrere der Werke von Moore gelesen hat, dem wird auffallen, dass das Artwork immer dem Thema präzise angepasst ist und dass damit ein großer Teil der künstlerischen Wirkung erzielt wird. Hier sind die Bilder mehr als nur eine Illustration der Handlung.
Ein kleiner Tip noch für die Fans. Wer - wie ich - bisher kein Experte für die Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist, wird "Heroes and Monsters" von Jess Nevins sehr hilfreich finden. Hier sind alle Referenzen und Anspielungen systematisch Bild für Bild aufgelistet und erklärt.
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am 31. Mai 2005
I knew they would never be a sequel to Alan Moore's classic comic series "The Watchmen" (and I wish Frank Miller had let well enough alone with "The Dark Knight Returns"), but certainly "The League of Extraordinary Gentlemen" is a kindred spirit in key regards. If the Watchmen were supposed to be superheroes that we recognized, even though we had never seen them before, then the League offers up recognizable fictional characters that we have never seen together before. Going back a century for inspiration, Moore creates a Pax Britannia circa 1898 where the "superheroes" are fictional characters who had been created by that particular point in time, to wit: Mina Murray (Harker) from Bram Stoker's "Dracula," Captain Nemo from Jules Verne's "20,000 Leagues Beneath the Sea," Alan Quartermain from H. Rider Haggard's "King Solomon's Mines," and the titular characters of Robert Louis Stevenson's "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" and H. G. Wells' "The Invisible Man." There is also reason to believe that "M," the shadowy figure who orders the League about, might in fact be Mycroft Holmes (and if you do not know what literary series he is from then just totally forget about enjoying this series).
If that, in and of itself, is not enough of a hook to get your interested in checking out this collection of the first comic book adventure of the League of Extraordinary Gentlemen let me remind you that Alan Moore is doing the writing. The artwork by Kevin O'Neill is certainly evocative of the turn of the last century, or, more to the point, does not look like a contemporary superhero comic book. Moore and O'Neill also maintain a wonderful conceit throughout the series of presenting the comics as being published at the time of the story, filled with wonderful "ads" that are often as interesting as the story (one of which actually required the initial print run of one of the issues to be destroyed, a story you will have to find related elsewhere, patient reader).
Moore's intention was to deal with a superhero group before all the clichés were established (again, similar to how "The Watchmen" was in a different reality unencumbered by the DC and Marvel universes). Seeing an obvious parallel between the Hulk and Jekyll/Hyde, Moore let his imagination roam in his alternate, technically more advanced version of Victorian London. The more you know about literary history from this period (e.g., Emile Zola's Nana is killed in the Rue Morgue by Hyde), the more you will enjoy all this work. But this first adventure for the League still works if late 19th-century fiction is not your forte. British Intelligence has discovered that cavorite, a material that makes flying machines possible, has been stolen by a mysterious Chinese figure (Oh, come on, take a wild guess who it has to be). Campion Bond of MI5 has been ordered to assemble a team of adventurers to retrieve the cavorite, which is crucial to the race to get to the Moon.
"The League of Extraordinary Gentlemen" is really much more fun than we usually associate with Moore's work. Certainly his tongue has never been further in his cheeks than with this series. The first three issues of Volume 2 have seen the light of day so far this year and if you read through this original endeavor you can quickly get up to speed with the current adventure. Just remember it is 1898 and Britannia waives the rules...
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Hogwards, Bond, Mary Poppins und noch so Einiges anderes - in den einleitenden Werbungen, in der Geschichte und in der Wells-Fortsetzung zur "Reise zum Mond", die ziemlich abgedreht ist und nicht unbedingt für jeden leicht zu lesen sein wird - sind eigentlich das amüsanteste an diesem Buch, während die anderen Elemente der Geschichte doch hart an die eher etwas psychedelischen Elemente der Heavy-Metal- und U-ComiX-Magazine der frühen 80er Jahre erinnern - auch vom Zeichnerischen. Auf jeden Fall bin ich froh, dass dieser Handlungsbogen nun abgeschlossen zu sein scheint. Ein mögliche Fortsetzung dieser Reihe würde ich auf Grundlage der letzten zwei Ausgaben nicht unbedingt interessant finden.
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Der dritte (und letzte) Teil des dritten Bands der "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" erreicht sein Finale. Was 1910 an den Londoner Docks begann und 1969 im Hyde Park fortgesetzt wurde, findet hier auf den Straßen Londons sein Ende. Oliver Haddos geplante Apokalypse hatte zwar 1969 einen Rückschlag erlitten, doch inzwischen hat er ein besseres Mondenkind gefunden, das seine Pläne verwirklichen soll. Gleichzeitig ist die ehemalige Liga nur noch ein Schatten ihrer selbst, voll kaputter unsterblicher Existenzen, kann sie diese Herausforderung überhaupt noch stemmen?

Interessant, dass es bei amazon.de nur die iPad- und Android-Version zu kaufen gibt - bei amazon.com auch die Cloudreader-Fassung, die ich hier bewerte. Neben dem einmaligen Preis-Leistungsverhältnis dieser Fassung (etwas über 1/3 des Preises der Papierfassung, daran sollten sich deutsche Verlage ein Beispiel nehmen) glänzt sie auch durch die Möglichkeit, einzelne Panels durch Doppelklick zu vergrößern. Sehr gelungen, gerade, wenn man versucht, eines der erneut zuhauf vorhandenen moore'schen Details auszumachen, hilft das sehr.

Auch wenn die Identität des neuen Mondenkinds wirklich eine sehr gelungene, und auch gut umgesetzte Idee ist - für mehr als ein "nicht schlecht" reicht es in der Bewertung einfach nicht aus, und ganz besonders nicht, wenn man es mit dem so übermäßig herausragenden Band 1 vergleicht. Die "versteckten" Details, die diese Reihe so einzigartig machen, scheinen mir dieses mal hauptsächlich in den Personen verborgen zu sein, die immer wieder halbprominent platziert zu sehen sind (wie die Bonds, alle Schauspieler von Craig bis Connery). Ohne Jess Nevins' Kommentare hätte ich aber erneut dreiviertel der Referenzen nicht erkannt. Insgesamt muss man aber Moore zugute halten, dass es heutzutage kaum Comickünstler gibt wie ihn, die so ein komplexes Thema über so lange Zeiträume hin konsequent und immer wieder überraschend durchhalten - doch inzwischen ist die Grundidee des Comics einfach ausgereizt.

Trotzdem werde ich, obwohl die Reihe inzwischen mehr Schulterzucken hervorruft als begeistert, auch einen eventuellen Nachfolger, falls er denn dann irgendwann kommen sollte, gewiss lesen.
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