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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
20
4,2 von 5 Sternen
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am 5. Oktober 2013
Die Autorin hat kein Buch geschrieben, sondern mit Worten ein Bild gemalt. Mit kurzen, klaren Sätzen tupft sie ein Szenario vor mein inneres Auge, das unglaublich plastisch wirkt. Ich kann den Frühling und Sommer auf dem Land, den sie schildert, förmlich riechen, schmecken und fühlen.

"Die Hänge ums Dorf sind mit blühenden Obsthainen bedeckt wie mit weißen Wolken. Als wäre der Himmel herabgestiegen."

Dieser Beschaulichkeit und Idylle steht das Schicksal des 19-jährigen Benjamin entgegen. Er ist gefangen in seiner Einsamkeit, in die ihn der rasch aufeinander folgende Tod seiner Eltern getrieben hat.

"Ich bin vertraut mit der Einsamkeit. Manchmal ist sie mein Schutz davor, dass mir Gefühle zu nahe kommen."

Ganz zaghaft scheint es Marek, dem neuen, geheimnisvollen Nachbarn zu gelingen, diese Blase der Abschirmung zu durchdringen. Doch das Unausgesprochene, zu dem beide ihren Teil beitragen, steht massiv wie eine Mauer zwischen ihnen.

Benjamin verharrt in seiner Passivität, erwartet von Marek, dass dieser seine Wünsche und Sehnsüchte erkennt. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn wie soll jemand anders etwas erahnen, das man für sich selbst noch nicht als Vorstellung artikuliert hat?

Wenig hilfreich ist jedoch auch Mareks Eigenart, immer wieder für unbestimmte Zeit zu verschwinden, unerreichbar für Benjamin. Nie weiß er, wann Marek zurückkommt. Statt Beständigkeit und Sicherheit zu bekommen, die Benjamin sich wünscht, ist er dazu verdammt, zu warten und zu hoffen.

"Ich stehe am Fenster, warte auf seine Rückkehr. Ich weiß nicht, ob mein Herz groß genug dafür ist."

Der Grundtenor des Romans ist Trauerbewältigung. Sanft und leise, wie das ganze Buch verfasst ist, erfahren wir, wie Benjamin damit umgeht. Aufwühlend und doch nicht hoffnungslos.

"Da ist immer noch Traurigkeit in mir, kann nicht durch seine Anwesenheit weggewischt werden. Sie ist ein Teil von mir. Doch sie fühlt sich leichter an mit seinem Atem in meinem Nacken."

Das Buch ist aber auch eine zarte Liebesgeschichte, mit schön gestalteten, unaufdringlichen erotischen Nuancen.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Sicht Benjamins im Präsens. Trotz seiner Kürze ist der Roman unglaublich dicht, sprachlich sehr interessant und hat mich neugierig gemacht auf weitere Werke dieser Autorin.
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VINE-PRODUKTTESTERam 31. Mai 2013
Story:
Nach dem Tod seiner Eltern lebt der 19-jährige Benjamin in den Tag hinein. Die meiste Zeit verbringt er in dem alten Haus, das er geerbt hat oder stromert durch das kleine Dorf, in dem jeder jeden kennt. Sein alltäglicher Trott wird durchbrochen, als der Großstädter Marek eine alte Villa erwirbt und diese selbst sanieren und zu ihrem alten Glanz verhelfen will.
Benjamin freundet sich rasch mit dem jungen Mann kennen und schon bald finden die beiden zueinander. Eine leichte Sommerbeziehung nimmt ihren Lauf, die seitens Benjamin schnell tiefer geht. Die Trennung von Marek, der immer wieder nach Berlin zurückkehrt nimmt ihn jedes Mal stärker mit und zum ersten Mal denkt er darüber nach, was er mit seinem Leben anfangen und ob er wirklich in diesem kleinen Dorf bleiben will.

Doch wie lange kann diese Sommerbeziehung gut gehen? Bis die Villa fertig ist und Marek ein anderes Objekt erwirbt, um es zu sanieren? Oder gibt es vielleicht auch darüber hinaus eine Chance?

Eigene Meinung:
"Benjamins Gärten" ist der Debütroman der deutschen Autorin Jana Walther und ein kurzes, sehr intensives Buch. Auf gänzlich unkonventionelle Weise bringt sie dem Leser ihren Protagonisten Benjamin näher aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden. Wirklich viel passiert auf den knapp 150 Seiten umfassenden Büchleins nicht, da es sich bei "Benjamins Gärten" eher um eine Charakterstudie handelt, doch das macht das Werk nicht schlecht. Im Gegenteil - Jana Walther gelingt ein sehr gefühlvolles, eindringliches Werk, das angenehm aus dem Rahmen der gängigen Veröffentlichungen heraus sticht.

Dementsprechend darf der Leser keine komplexe Handlung erwarten. Jana Walther konzentriert sich auf die Entwicklung und Reifen ihrer Figuren und auf das ungerichtete Treiben eines jungen Mannes, der noch seinen Platz im Leben finden muss. Einige interessante Aspekte, wie die Problematik "Homosexualität auf dem Land" werden angesprochen, doch nicht weiter vertieft.
"Benjamins Gärten" beschreibt eine stille Liebesgeschichte, ohne jemals wirklich kitschig zu werden oder ihre Charaktere unrealistisch darzustellen. Sowohl Benjamin, als auch Marek wirken greifbar und nachvollziehbar, und sind fernab von typischen Stereotypen. Diesen Punkt unterstreichen auch die angedeuteten Sexszenen, die weder schwülstig noch in die Länge gezogen werden, sondern zumeist ausgeblendet oder mittels weniger Sätze abgehandelt werden. Dadurch rutscht Jana Walther nie in eine Richtung ab, die die Atmosphäre des Buches stört und von den Charakteren und ihren Problemen ablenken.

Benjamin als Hauptfigur und Ich-Erzähler ist ein stiller, unnahbarer Junge, was auch der Leser im Laufe der Zeit mitbekommt. Egal wie sehr man an den Gedanken des Protagonisten beteiligt ist, er bleibt doch seltsam ungreifbar. Dem Leser ergeht es wie Marek, der zumeist nicht in der Lage ist seinen Partner gänzlich zu verstehen. Zwar taut Benjamin im Laufe der Zeit auf, insbesondere als er sich mit dem Tod seiner Eltern auseinandersetzt und diesen verarbeitet, doch er bleibt der Welt immer ein wenig entrückt.
Marek auf der anderen Seite kommt nur teilweise zum Tragen, ist er doch öfters nicht da und wird er natürlich aus Benjamins Sicht beschrieben. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl beschreibt die Autorin die wackelige Beziehung der beiden, das ewige Auf du Ab, ohne das es den Leser ermüdet - im Gegenteil. Einmal begonnen, fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen.

Einen großen Reiz übt die sensible Sprache und der ungewöhnliche Stil der Autorin aus. Jana Walther hat eine gänzlich ungewöhnliche und zu Beginn gewöhnungsbedürftige Perspektive gewählt - Ich-Person in der Gegenwartsform. Zudem nutzt sie eher kurze Sätze, reiht öfters einen Nebensatz direkt an den Hauptsatz. Das mag auf den ersten Blick seltsam anmuten, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran, ebenso wie an Benjamins Art Marek mal in der dritten, mal in der zweiten Person zu beschreiben, je nachdem wie intensiv die Szene ist. Dieses Stilmittel beherrscht Jana Walther und unterstreicht damit einige wichtige Szenen zusätzlich.
Neben den Sequenzen und Dialogen zwischen Marek und Benjamin, beschreibt die Autorin das Dorf, die Natur und die Gärten sehr intensiv und lebendig. Der Leser spürt durchaus das Sonnenlicht auf der Haut, den Wind in den Bäumen und die Hitze eines Sommernachmittages. Man hat einfach das Gefühl die Umgebung durch Benjamins Augen wahrzunehmen.

Fazit:
Alles in allem ist "Benjamins Gärten" ein wundervolles, kleines Meisterwerk, das durch seine Einfachheit und elegante Sprache punktet. Es sticht angenehm aus der breiten Masse heraus und lässt sich am ehesten mit Büchern wie "Ruf mich bei deinem Namen" von André Aciman und "Der perfekte Kellner" von Alain Claude Sulzer vergleichen. Wer anspruchsvolle Kost sucht, der sollte sich "Benjamins Gärten" nicht entgehen lassen. Es lohnt sich.
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am 2. Februar 2012
Ein sehr schmales, kleines Büchlein. Es ist sehr "schnell" geschrieben, die Szenen wechseln schnell, die Erinnerungen zwischendrin, die Sprache wechselt. Der Ich Erzähler, schwelgt in seinem Gedanken spricht plötzlich den Leser an und meint damit seinen Marek. Benjamin, der Naturverbundene, stille Junge der durch den seltsamen Marek erst aufwacht zu sich selbst findet aber an seiner Liebe auch fast verzweifelt. Weil er (Marek)immer wieder weg ist und ihn kaum in sein Leben lässt. Er verschwindet immer mal wieder für Wochen, sagt Benjamin nicht wo er ist, wann er wieder kommt. Plötzlich ist er wieder da.
Benjamin frisst alle Fragen in sich hinein und wenn er sie stellt, bekommt er keine Antwort. Jedenfalls keine Zufriedenstellende. Kater Jurek schenkt Trost, den hat ihm Marek mitgebracht. Eine Erinnerung.

Manches kommt leider ein wenig kurz und man möchte mehr wissen, mehr über beide erfahren. Was ist Marek für einer? Der immer mal wieder da ist, bei seiner Liebe auf dem Land? Wie lebt er eigentlich sonst? Was hat es mit seinen Eltern auf sich? Man erfährt wenig über ihn, lediglich eine gute Freundin von ihm taucht im Laufe des Romans auf. Man denkt sich ein Ende, sieht es fast voraus ist dann etwas erschüttert, dass es wohl doch nicht so sein wird und kann sich zum Schluss freuen. "Es wird Jahre dauern sie zu sanieren." Nein nicht die Villa, die ist bereits fertig ;-).

Das Kennenlernen der beiden war leider etwas platt...

Sonst wirklich nett ein schönes Buch. Wenn auch durch die sprunghafte Sprache manchmal etwas irritierend.
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am 11. Dezember 2013
Bejamins Gärten ist eine stille Geschichte über den namengebenden Protagonisten, einem neunzehnjährigen, jungen Mann, der nach dem Tod seiner Eltern in dem Dorf zurückbleibt, in dem er geboren wurde. Dort stagniert er, weiß mit sich selbst nichts so recht anzufangen, weiß nicht was er will, wer er ist oder wohin er möchte. Eines Tages macht Benjamin die Bekanntschaft von Marek; dieser ist älter, reifer und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, alte Häuser mit viel Liebe zu sanieren.
Der Leser wird bereits auf den ersten Seiten in eine zarte Liebesaffäre zwischen den zwei Männern geworfen, die man so nicht erwartet, zumal sie dem Tempo der Geschichte widerspricht: Denn Benjamins Gärten entschleunigt auf jeder Linie, gönnt uns eine Auszeit von Rushhour und dem Lärm der Großstadt, blockiert aber auch und hält uns immer irgendwie auf. In dem kleinen Ort, in dem der Protagonist lebt, wird der Ofen noch mit Koks beheizt, ehe er Wärme spendet und der Gang zu Fuß ist an der Tagesordnung. Vielleicht liegt es an diesem Schritttempo, dass Benjamin den Blick für das Ursprüngliche noch nicht verloren hat. Benjamins Gärten ist ein sanfter Blick aus träumenden Augen. Die Natur besitzt in dieser ruhigen Geschichte eine sehr starke Symbolik, wird immer wieder in einen ganz besonderen Blickwinkel gerückt. Detailverliebt, aber nicht sachlich wie in einem Botanikbuch, stiehlt sich die Natur immer wieder die Aufmerksamkeit des Protagonisten. Dort, wo der Mensch sie zurückschneidet oder unterjocht, indem er Fertigbauhäuser errichtet, Grundstücke planiert oder anderweitig Konstrukte der Zivilisation schafft, scheint die Umgebung aus der Balance zu geraten. Diese Symbolik und Ikonografie gipfelt in den namengebenden verwilderten Obstgärten, in denen Benjamin im Jugendalter einen geheimnisvollen Gleichaltrigen begegnet, der ihn auf eine magische Art und Weise anzieht. Dieser Junge, David, wirkt wie Faunus, der auf stille Weise mit der Vegetation in Verbindung steht, nicht indem er ihr gebiete, sondern sie „erträumt“. So unwirklich und schweigsam wie der antike Gott der freien, unberührten Natur, so rätselhaft ist auch sein Verschwinden, das auf den gleichen Tag fällt, an dem bei Benjamins Mutter Krebs diagnostiziert wird. Die Unbeschwertheit schwindet, wo das Erwachsensein beginnt – und mit ihr die Mystik dieser Tage.
Benjamins Gärten ist kein Coming-Out-Roman, vielleicht ein Coming-Of-Age-Buch, denn es geht um einen Reifeprozess. Das plötzliche Auftauchen Mareks, der nur dann gibt, wenn er selbst Lust darauf hat, und sich die Möglichkeit offen hält, immer dann zu verschwinden, wann es ihm beliebt, ist der Auslöser für Benjamin, endlich über den eigenen Tellerrand zu schauen, sich selbst und seine Vergangenheit zu hinterfragen und mit Dingen abzuschließen, die ihn binden. Der Tod geliebter Menschen kann uns schockfrieren, sodass wir die Kälte nicht einmal bemerken. Trotzdem ist es wichtig, dass wir unter den Lebenden bleiben, und das zu begreifen dauert manchmal: Veränderung ist eine Entwicklung, die Zeit braucht – in diesem Fall mehr als ein Jahr. Der junge Protagonist, der partout nicht Benni genannt werden will, lernt nur langsam was es bedeutet, dass er seines Glückes (und Unglückes) eigener Schmied ist. Erst an jenem Punkt beginnt auch sein Blick auf die Welt endlich den Gang vom Schneckentempo hochzuschalten und er erkennt, dass wir im Leben immer wieder fallen und unseren Halt neu finden müssen: „Ich beginne mit der Hängematte zu schaukeln. Schneller als ich reagieren kann, finde ich mich im Gras wieder. Die Aufhängung hat nicht gehalten. Ich muss die Stricke höher befestigen.“ Leben ist nur dann fühlbar, wenn es in Bewegung ist.
Ein sanftes Buch über die Bewältigung von Trauer und das Finden eigener Balance.
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am 2. April 2016
Hier haben wir einen sehr schönen Entwicklungsroman von J Walther, der ausgiebig zu uns über die junge Liebe und die bunte Natur mit einer erfrischenden Hauch spricht. Nach dem traurigen Tod seiner Eltern, ist der neunzehnjährige Benjamin mit seinem Erbe und Gedenken allein geblieben. Die Umgebung ist wie ein Bildniss gemalt, als sucht er sich mit seinen Umständen und der Einsamkeit zu gewohnen.
Als trifft er Marek, eine freie Seele, der alten Häuser restauriert, ist er in ihm auf Anhieb verliebt. Die Geschichte bewegt als wie inTräume, als beginnt Benjamin sich selbst zu erfinden, doch ist er mit störenden Gefühlen konfrontiert und die Furcht in einer enggebundenen Gesellschaft als anderswie entdeckt zu werden. Als wandelt er allein durch den Wald, träumt er auf einem Leben in der grossen Stadt, und die Freiheit sich zu tun wie er will. Doch ist er so in Natur verknallt, dass an Anfang an so ein Leben, und anderswo zu sein, sieht ihm fast unmöglich aus. Dann erscheint Anna, Mareks Freundin, dazu gibt sie, durch ihre liebvolle Anwesenheit, die Beziehung vorübergehend eine andere Dimension. Die Liebesszenen sind zart gemalt, und darauffolgend ist Mareks wiederkehrende Abwesenheit Benjamin bezüglich immer mehr peinlich.
Doch bald ist Benjamin neugierig nach Mareks Verblieb, und die Verlockung des grossen Stadts um mehr darauf zu erfinden, ermöglicht ihn dazu seine Horizonte flüchtig zu erweitern. Frau Walthers Beschreibungen, als Benjamin die schwule Szenen der Stadt begegnet, sind besonders eindrucksvoll. Sie sind wie kleine surreale Bilder gemalt, als erschienen sie vor unsere Augen wie in einer Betaübung, dadurch erlauben sie Benjamin ein Blick ins “was könnte sein” zu erhaschen.
Frau Walthers Schreibstil ist prosaich, doch unterhaltsam und bewegend, und oft ist das Narrativ bei Benjamins Erinnerungen unterbrochen, um Schnipseln aus seiner Vergangenheit zu erfahren, die sehr wichtig sind um seiner Entwicklung eine Rundheit zu ergeben.
Der Roman spricht durchaus mit empfindsamen Gefühlen bei denen konnen wir uns wohl identifizieren, und so freue ich mich sehr viel mehr von ihrer Feder in Zukunft zu erfahren. Ich hätte es sehr gern mehr über Anna zu erfahren, vielleicht wird ihre Geschichte einen andere Roman eines Tages inspirieren. Nur ein Vorschlag!
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am 19. August 2014
Ein Buch, welches mit wunderbaren Bildern Stimmungen zu erzeugen vermag. Der Leser darf einen jungen Mann, der viel zu früh, alleine in die Selbständigkeit geworfen wurde, auf seinen ersten Schritten zurück ins Leben begleiten. Er ist in der Trauer um den Verlust seiner Eltern gefangen, lebt von den Erinnerungen in seinem geerbten Haus, das ihm Trost und Schutz zu bieten vermag.
Er lebt in den Tag hinein, noch nicht fähig wieder ins Leben zurück zu finden. Wir begleiten ihn auf seinen melancholischen Streifzügen durch die Natur, die wir mit seinen Augen wahrnehmen dürfen.
Metaphorisch erleben wir in den wunderschönen sanften Naturbeschreibungen Benjamins Erwachen.
In dem verwilderten Garten einer alten Villa lernt Benjamin Marek kennen. Wir sehen auch Marek nur durch Benjamins Augen, ein Mann mit einer Leidenschaft zum Renovieren alter Gebäude, der kommt und geht, so wie es ihm passt. Benjamin ist von Marek als Mann erotisch fasziniert, er lässt sich sehr schnell auf eine Liebesbeziehung ein. Die einsamen Wartezeiten auf Marek lassen Benjamin letztlich aus seiner Lethargie reißen und langsam für sich einen Weg zu einem selbstbestimmten Leben finden. Er lernt zu definieren, was ihm wirklich wichtig ist. Ob dies tatsächlich Marek sein kann, ist die große Frage.
Verschiedene verwunschene Gärten ziehen sich durch diese leise Geschichte, wahrscheinlich lässt sich dieses zauberhafte Buch am besten in der Hängematte mitten in der sommerlichen Natur lesen, um der traumhaften Stimmung nahe zu sein. Mich haben gerade diese Szenen sehr gefangen genommen, zeigten sie mir auch, wie gut die Autorin sich in der landschaftlichen Idylle dieser Gegend auskennt. Aber natürlich ist es auch ein erotisches Buch, Erotik gepaart mit viel Sehnsucht und leisen Zwischentönen. Gefühlvoll bis zum Ende. Sehr empfehlenswert für Leser, die noch zu träumen vermögen.
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am 5. Oktober 2012
Ich habe das Buch empfohlen bekommen und spüre einfach nur Dank dafür.

Eine Gegenwartsgeschichte poetisch vom Anfang bis zum Ende. Die Art der Erzählweise berührt mich zutiefst. Ein junger Mann lebt in seinem Elternhaus, welches schon dem Verfall preisgegeben ist, in einem Dorf und muss den Tod seiner Eltern verkraften. Er ist in seinen Erinnerungen gefangen, kann aber trotzdem bewusst die Schönheit, um sich herum wahrnehmen. Eines Tages begegnet er einen Fremden. Beide kommen sich auf sexueller Ebene schnell näher, ohne wirkliche Nähe zu zulassen. Bis der Fremde ihm eine enge Vertraute vorstellt, die durch ihre wohltuende aber auch konsequente Art auf die Zwei einwirkt.
In wunderbaren sprachlichen Bildern wird uns als Leser das bisherige und gegenwärtige Leben des jungen Mannes gezeichnet.

Wer sich auf das Buch einlassen wird, kann eigentlich nur gewinnen. Obwohl die Geschichte nur 146 Seiten zählt, kommt nicht das Gefühl auf, dass etwas ungeschrieben bleibt.
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am 1. November 2010
Mit "Benjamins Gärten" versinkt man wirklich voll und ganz in die unglaublich schöne, dichte Gedankenwelt des 18jährigen Protagonisten und man begleitet ihn Schritt für Schritt bei seiner Selbstfindung. Vom Stil ist es melancholisch, still, tröstend und berührend. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch verschlungen. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem Erstlingsroman!!!
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am 13. Mai 2016
In den Erzählstil musste ich mich erst einlesen. Es wird viel und ausführlich die Natur und Umgebung beschrieben.
Es gibt nur kurze Sätze/Kapitel (teilweise abgehackte Sätze) und es gibt wenig wörtliche Rede, die das Buch etwas aufgelockert hätten.

Die Stimmung des Buches war für mich melancholisch, traurig und einsam. Erst in den letzten 3 Kapiteln konnte man eine leichte positive Veränderung spüren.

Benjamins Passivität fand ich nicht schön.
Das teilweise (für mich) offene Ende mochte ich auch nicht.
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am 10. November 2015
Lange habe ich überlegt ob ich dieser Geschichte 4 (4,5 geht leider nicht) oder doch 5 Sterne geben soll. Da sie mich jedoch auf einer persönlichen Ebene getroffen hat, bekommt sie die 5*.

In wunderschönen Bildern zeichnet J. Walther die Geschichte Benjamins. Sie zeigt, dass man, obwohl man in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt, wo jeder jeden kennt, einsam und alleine leben kann. Gefangen in seiner Trauer zieht sich Benjamin immer mehr in die Einsamkeit zurück, die ihm eine trügerische Geborgenheit bietet. Er lebt in seinen traurigen Erinnerungen, die ihn auch durch gelegentliche Träumereien an schöne Ereignisse nicht aus seiner Lethargie reißen können. Schon als Schüler war ihm bewusst, dass er auf Jungs/Männer steht, meint, dies jedoch in der dörflichen Umgebung nicht oder nur sehr begrenzt ausleben zu können.

Schon bei der ersten Begegnung ist er von Marek beeindruckt, als er ihn dann wirklich trifft, ist Marek für ihn der erste Schritt aus seinem “Hamsterrad”.

Es treffen zwei nicht einfache Charaktere aufeinander, die zwar sexuell gut und ohne Probleme harmonieren, jedoch in der Kommunikation miteinander große Schwierigkeiten haben. Benjamin tut sich schwer über sich, seine Vergangenheit, banale Alltäglichkeiten und seine (zu Beginn) nicht vorhandene Zukunftsplanung zu reden. Ich konnte mich in vielen Bereichen in Benjamin hineinversetzen. Gerade die Szenen, in denen er in der Ruhe und Einsamkeit die Sicherheit findet, die er in manchen Situationen braucht, hat J. Walther wunderbar skizzieren können.
Auch Marek ist kein leichter Charakter, der ebenso nie wirklich aus sich herausgeht und es so für Benjamin sehr schwer macht, über seinen Schatten zu springen und einfach mal nur belanglose Dinge zu erzählen.
Marek gibt Benjamin nicht das Gefühl, dass er an eine Zukunft glaubt, so das sich Benjamin wieder von Verlustängsten getrieben verschießt und förmlich auf den Abschied von Marek wartet.
Benjamin wächst an Marek, bringt es irgendwann fertig, mit den zurückliegenden Jahren abzuschließen und geht gestärkt aus der der Zeit mit Marek heraus.
Dieser Weg war für Benjamin – so schwer er auch zu gehen war – nötig, um wirklich frei und ohne Altlasten auf Marek zuzugehen.

Benjamins Gärten war für mich keine Geschichte für “mal schnell” zwischendurch. Dafür konnte ich (zu)viel zwischen den Zeilen herauslesen. Für mich war es keine leichte Kost. Vielleicht auch, weil ich mich in vielen Szenen selbst wiedererkannt habe.
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