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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
17
. wenn es Zeit ist
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 10. August 2013
Es ist 1976. Henrik ist zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt, von ihm handelt diese Geschichte. Kapitelweise reist man immer wieder in die Vergangenheit, mal nur ein paar Jahre zurück, mal auch bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich Henriks Eltern kennenlernen. Eine Zeit, in der ein uneheliches Kind oder gar Homosexualität nicht tragbar war, sich jeder Betroffene schämen und verstecken musste.

Henriks Kindheit verläuft alles andere als rosig,er erfährt Gewalt am eigenen Leib und auch er selbst verliert oftmals die Beherrschung. Zu seiner Verwirrung treten jedoch auch andere Seiten an ihm zutage, er sieht Farben an den Menschen um ihn herum, sein Atem heilt Krankheiten und Brüche. Er zweifelt an seinem Verstand, an seinen Fähigkeiten und zusätzlich an seinen Gefühlen, die er immer stärker für Jan, seinen Freund aus der Schule, empfindet. Warum nicht solche Gefühle bei Michi, seiner Vertrauten und besten Freundin? Sie steht ihm in jeder Situation bei, hilft ihm, sich zurechtzufinden in seinem Lebens-Chaos.
Und dann ist da noch jenes Kästchen, welches zu einem bestimmten Zeitpunkt von Henrik geöffnet werden soll, so versprach er es seiner Oma kurz vor ihrem Tod. Öffnet Henrik es...wenn es Zeit ist? Das werde ich hier nicht verraten...

Sehr empathisch schildert Florian Tietgen die Situationen, mit denen Henrik konfrontiert wird. Seine Zweifel, die Ängste, auch die vor seinem Vater, die Sehnsucht nach seiner geliebten Oma, deren merkwürdiges Erbe er wohl antritt, all dies wird sehr intensiv und gefühlvoll beschrieben. Zeitgleich auch immer wieder ein schöner Rückblick in die 70er Jahre, wunderbar geschrieben, sehr bildlich, athmosphärisch.

Und ein riesengroßes Dankeschön für eine ganz persönliche Erinnerung: Plasticant-Bausteine! Ich habe sie heiß und innig geliebt.
13 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 8. September 2013
„… wenn es Zeit ist …“ entwickelt vor den Augen des Lesers ein berührendes Porträt aus den 1960er und 1970er Jahren. Damals anders gewesen zu sein, war offensichtlich nicht einfach, und Florian Tietgen lässt seine Leser genau daran teilhaben.

Henriks Kindheit wird von der Gewalt seines Vaters dominiert, die zu seinem eigenen Entsetzen auch auf ihn abfärbt: Wenn er in Wut gerät, verliert er jegliche Kontrolle und schlägt sein Gegenüber krankenhausreif. Andererseits hat er aber diese besondere Gabe seiner Oma, mit seinem Atem heilen zu können. Schon das zerreißt ihn fast. Doch plötzlich fängt er auch noch an, Farben sehen zu können und sich für sein eigenes Geschlecht zu interessieren. Sein Vater muss Recht haben: Es gibt keine andere Erklärung, als dass er pervers ist.

Das Buch beginnt mit einer heftigen Gewaltszene, die mich beim ersten Kontakt mit der Geschichte verschreckt hat. Aber andererseits hat Henrik eine Saite in mir zum Klingen gebracht, so dass ich das Buch wieder in die Hand genommen und mich bewusst auf ihn eingelassen habe.

Henrik ist ein vielschichtiger Charakter, den der Autor und damit auch der Leser über viele Jahre seiner Kindheit und Jugend begleiten. Ich durfte miterleben, wie ihn seine Gewaltbereitschaft übermannt, wie seine Mutter schließlich von ihrem brutalen und zugleich hilflosen Mann flieht und wie Henrik zunehmend sein Anders Sein entdeckt. Zuerst erschreckt es ihn und er versucht, es zu verdrängen. Doch letztlich setzt er sich mit seinen Gaben auseinander und nimmt sie an. Aber eigentlich hat er ja auch keine andere Wahl, wenn er sich nicht gerade umbringen will.

Der Autor hat die Handlung sehr interessant angelegt, nämlich in genau definierten Zeitsprüngen vor oder zurück, die die Geschichte um Henrik Schritt für Schritt aufblättern. Mir hat die Erzählweise gut gefallen. Sie passt zu genau dieser Geschichte, indem sie den Hintergrund immer nur so weit beleuchtet wie nötig.

Ganz besonders berührt hat mich eine Stelle, an der ich wusste, dieses Buch ist MEIN Buch: Als Henriks Mutter in einer Blitzaktion ihren Sohn schnappt und ihren Mann verlässt, landen sie fürs Erste in einer komplett leeren Wohnung: „Es mag primitiv gewesen sein, im Garten hatte es wenigstens einen Tisch gegeben, von dem wir essen konnten. In unserem Reich des Friedens aßen wir vom Fußboden, aber es war ein Fest.“ An der Stelle wusste ich, dass es um mehr als einen brutalen Vater samt Sohn geht.

Mit einem ähnlichen Tiefgang behandelt der Autor die übersinnlichen Fähigkeiten Henriks und dessen Homosexualität. Genau dafür schätze ich das Buch. Danke für diesen bewegenden Lesegenuss.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 5. Oktober 2013
Henrik geboren 1959 mit einer heilenden Gabe, doch geboren in eine Familie, in der Gewalt und Zorn herrscht. Liebe und Trost findet er besonders in den Armen seiner Oma.

In Deutschland blüht gerade das Wirtschaftswunder. Jedoch nicht in ihrem Haus. Der Vater schlägt, vertrinkt, verspielt das wenige Geld. Aber nur wenn seine Mutter nicht dabei ist. Vor ihr hat er Respekt. Denn ihre Gabe verbunden mit der strengen Gottesfürchtigkeit ist ihm unheimlich. So wächst Henrik als stiller, jedoch wissbegieriger Junge, der zeitig lernt, all seine aufkeimenden Gefühle tief in sich zu verschließen, heran.

Eines Tages begegnet er Jörg. Die Zuneigung scheint gegenseitig zu sein. Doch Henrik weiß, dass er auch zu Gewaltausbrüchen neigt, die er nicht immer beherrschen kann. Auch möchte er Jörg vor seinem jähzornigen Vater schützen, der Jörg bestimmt umbringt, würde der von seinen „perversen“ Gefühlen erfahren.

25 Jahre lang begleiten wir Henrik auf der Suche nach Stabilität, dem Zwang entkommen zu können, nicht immer auf äußere Einflüsse reagieren zu müssen. Das Leben wird vom Autor nicht chronologisch erzählt - künstlerische Freiheit - , die aber den Leser ermöglicht noch tiefer in die damals puritanischen Verhältnisse einzutauchen.
Er bettet seine zarte Liebesgeschichte, die so viel mehr zu erzählen hat, in jeweilig wesentliche Zeitgeschehnisse ein.

In mir selbst bleibt ein Potpourri aus Wehmut, kribbelndem Bauch, Wohlgefühl und Zuversicht zurück. Eben all die Emotionen, die das Leben zu bieten hat.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. Mai 2014
Henrik kann seinen Hang, zuzuschlagen, nicht kontrollieren. Wenn er in Wut gerät, wird er wie sein Vater, dessen Gewalt ihn geprägt hat. Aber da ist auch seine beste und einzige Freundin Michi, die fest davon überzeugt ist, dass sein Atem heilen kann. Und Jan, den er am liebsten küssen würde. Henrik ist innerlich zerrissen und fürchtet, dass er wie von seinem Vater vermutet pervers ist. Ihn tröstet die Erinnerung an seine Großmutter, die ihm ein Kästchen gab, das er erst öffnen sollte, wenn es Zeit ist. Ist der richtige Moment gekommen, als er immer öfter Farben sieht, die die Menschen wie Nieselregen umgeben?

Der Roman beginnt im Jahr 1976 mit dem 16-jährigen Henrik, führt uns kapitelweise aber auch weiter zurück in seine Vergangenheit und sogar in die Zeit vor seiner Geburt. Durch die Jahreszahlen in den Kapitelüberschriften weiß man aber immer, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Es wird also nicht chronologisch erzählt, sondern mit vielen kurzen Rückblenden gearbeitet, die ein Stückchen seines Lebens beleuchten. Dadurch wirkt die Geschichte auf mich auch persönlicher, weil es sich so anfühlt, als ob ein Freund von seinem Leben erzählt.

Das Buch beginnt mit Gewalt und dem ungewöhnlichen Anfang einer Freundschaft, allerdings stand für mich die Neugier auf die Hintergründe im Vordergrund. Henrik hat etwas in mir berührt und ich wollte mehr über ihn wissen. Warum kann er seine Wut nicht kontrollieren? Wodurch wurde er geprägt? Welche Gewalt hat er selbst erfahren? Meine Fragen wurden im Lauf der Geschichte nicht einfach nur beantwortet, ich durfte Henrik auf einer tiefen Ebene kennenlernen, die auf mich sehr sensibel gewirkt hat.

Mir gefällt die feinfühlige und stimmungsvolle Art, in der dieser Roman geschrieben wurde. Trotz der brutalen und bedrückenden Szenen wirkt die Geschichte sanft auf mich. Ruhig erzählt, mit Blick auf die Hintergründe und Henriks Zerrissenheit. Ein vielschichtiges Portrait seiner Seele. Sehr fesselnd!

Der Roman thematisiert verschiedene Themen, die keine “leichte” Kost sind und bedrücken können. Mir war das aber nicht zu viel, weil es nicht nur negatives gab, sondern auch positives. Szenen, die mich traurig gestimmt haben, aber auch Hoffnung. Ich hatte vor dem Lesen vermutet, dass mich die Gewalt am meisten belastet, aber da habe ich mich geirrt. Das war dann doch der damalige Umgang mit Homosexuellen und die fehlende Akzeptanz von Andersartigkeit. Mir war natürlich klar, dass das ein schwieriges Thema sein wird, ich habe nur unterschätzt, wie krass das war. Und vielleicht auch, wie sehr mir das zu Herzen geht. Ein immer noch aktuelles Thema, auch nach all den Jahren.

“… wenn es Zeit ist …” war für mich eine tiefgründige und feinfühlig erzählte Geschichte, die mich so sehr berührt hat, dass ich oft Tränchen in den Augen hatte. Mit einem Ende, das für mich perfekt zu dem Buch passt und einen Ausblick darauf gibt, wie es weitergeht. Der Roman hinterlässt bei mir nicht nur viele Eindrücke, er macht auch nachdenklich und sorgt für so einige Reflektionen. Von dieser Geschichte hat man länger etwas und nimmt vieles mit – eine Bereicherung, die ich nicht missen möchte.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 18. August 2013
Eigentlich mag ich keine Bücher, in denen Menschen plötzlich übersinnliche Kräfte haben. Aber bei diesem Buch hat mich der Titel so sehr angesprochen, dass ich es kaufen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch hat mich von der ersten Seite an so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Durch die unterschiedlichen Zeitebenen, die sehr geschickt miteinander verwoben sind, entfalten sich Charaktere wie Plot Schicht um Schicht, man will immer wissen, wie es weiter geht und wie alles zusammen hängt. Die übersinnlichen Kräfte des Protagonisten haben mich merkwürdigerweise gar nicht gestört. Vielleicht deshalb, weil sie so langsam und nicht-alles-dominierend daherkommen, weil alle Charaktere so stimmig und überzeugend sind, weil nichts plötzlich aus dem Hut gezaubert wird, ... und weil es letztlich doch um die innere Entwicklung von Henrik geht, einem interessanten, schwierigen, in sich widersprüchlichen und doch dem Leser sympathischen Protagonisten. Auch die Sprache des Romans hat mir gut gefallen. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 24. September 2013
Dieses Buch hat mich tief berührt. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Es kommt sehr authentisch rüber, handelt von Identitätssuche, sich von der Vergangenheit freischwimmen, seinen Platz im Leben finden. Am Ende hätte es ein wenig ausführlicher sein können, es war etwas plötzlich zuende. Gern hätte ich noch erfahren, wie die Beziehung (will hier nicht zu viel verraten) weitergeht und wie er seine Gabe einsetzt. Auch das Verhältnis zu dem Journalisten hätte noch mehr beleuchtet sein dürfen, aber da mir das Buch so gut gefallen hat, gibts keinen Abzug dafür. Auf jeden Fall: klare Leseempfehlung.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 28. August 2013
Habe das Buch aus Langeweile im Krankenhaus bestellt. Und es hat mir meinen KH Aufenthalt wirklich erleichtert. Ein tolles Buch, sehr flüssig zu lesen. Der Autor beschreibt die Dinge so dass man sich A etwas darunter vorstellen kann und B selbst noch viel Fantasie miteinspielen lassen kann. Sehr gelungen!
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 31. Juli 2014
In diesem Roman erzählt Henrik seine Geschichte. Er berichtet von seiner Familie und seiner Kindheit. Henrik hat Probleme und Besonderheiten. Dies alles zusammen nimmt den Leser mit in das Leben dieses Jungen und später jungen Mannes.
"... wenn es Zeit ist ..." ist nicht "irgendwie Fantasy", sondern ein Buch, das eine Geschichte mit Magie erzählt. Henrik ist schwul, aber das ist nur ein Mosaikstein in dem großen Bild. In diesem Roman gibt es so viel mehr zu entdecken, dass er über das Genre "gay romance" weit hinaus geht.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 24. September 2013
Wenn es Zeit wird, kann selbst ein Junge mit besonderen Fähigkeiten nichts mehr ausrichten.
Er konnte es nicht bei seinem Jugendschwarm, er konnte es nicht gegen seinen brutalen Vater...

Technisch einwandfrei geschriebenes Buch, das sensible Themen anspricht, ohne plump oder Effekt heischend zu sein. So wie alle Bücher von Florian Tietgen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 16. November 2013
Das Buch zieht einen in die Geschichte rein....man ist schnell mittendrin und will immer mehr erfahren. Sehr schön geschrieben und trotz übersinnlichen Inhalt ist dieser nicht zu unglaubwürdig ausgefallen. Besonders das Ende hat mir auch sehr gut gefallen ..kann es nur empfehlen!!!!
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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