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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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am 19. Oktober 2013
Im Jahre 1858 postulierten Wallace und Darwin unabhängig voneinander einen auf Variation und natürliche Auslese (Selektion) beruhenden Evolutionsmechanismus. Zugrunde lagen Beobachtungen in der Natur (Überproduktion, Variabilität, Ressourcenbegrenzung). Darwin glaubte an die Vererbung erworbener Eigenschaften (Lamarckismus). Diese These wurde von Weismann widerlegt (Neodarwinismus). Die Darwinsche Evolutionstheorie wurde weiter ausgebaut zur Synthetischen Evolutionstheorie und später zur Erweiterten Synthetischen Theorie. Es handelt sich um eine offene Theorie.

Der Gedanke, Evolutionsprinzipien anzunehmen, die über die Biologie hinausgehen (chemische Evolution, kosmische Evolution), ist nicht neu. Hoimar von Ditfurth befasste sich u.a. in "Wir sind nicht nur von dieser Welt" mit dem Thema. "Die meisten denken dabei [Evolution] noch immer nur an die biologische Entwicklungsgeschichte. … Es [das Entwicklungsprinzip] ist weitaus umfassender. Es ist … das umfassendste denkbare Prinzip überhaupt, denn es schließt den ganzen Kosmos ein." (22)

Bislang hat niemand ein schlüssiges Konzept vorgelegt bzw. die Prinzipien einer allgemeinen Evolutionstheorie plausibel beschrieben. Es dürfte einleuchtend sein, dass es sich dabei um eine interdisziplinäre Aufgabe handeln muss.

Autor Mersch, Systemanalytiker, stellt in diesem Buch die von ihm entwickelte Systemische Evolutionstheorie, eine Verallgemeinerung der biologischen Evolutionstheorie nach Darwin bzw. seiner Weiterentwicklung zur Erweiterten Synthetischen Theorie, vor. Sie hat eine physikalische Grundlage und trägt der Beobachtung Rechnung, dass auch nichtbiologische Systeme (Staaten, Unternehmen, Technik, Wirtschaftssysteme, Wissenschaft, Kultur etc.) evolvieren.

Die Begrifflichkeiten sind gewöhnungsbedürftig, für das Verständnis aber erforderlich. Darwins Fitness wird ersetzt durch Kompetenz (Ressourcen gewinnen zwecks Reproduktion). Reproduktion ist möglich sowohl durch Selbsterhalt als auch durch Fortpflanzung. Die Systemische Evolutionstheorie ist nicht auf genetische Kompetenzen beschränkt. Mersch integriert selbstreproduktive Systeme (Evolutionsakteure) in seine Theorie. Dies können z.B. Unternehmen sein. "Wenn für eine Population die drei Prinzipien Variation, Reproduktionsinteresse und Reproduktion gegeben sind, dann ist deren Evolution die Folge." (115) "Das Prinzip Reproduktionsinteresse der Systemischen Evolutionstheorie stellt einen Ersatz für die verschiedenen Selektionsprinzipien der Darwinschen Evolutionstheorie dar." (115/116)

Mersch erläutert Beispiele zur Überprüfung seiner Theorie. So ist das demographisch-ökonomische Paradoxon mittels der Systemischen Evolutionstheorie erklärbar. An solchen und ähnlichen Ansätzen wird sich die Theorie messen lassen müssen. Sie wird in der Fachwelt mittlerweile wahrgenommen, wie u.a. am Vorwort von Professor Klaus Rohde deutlich wird. Welchen Stellenwert sie einmal einnehmen wird ist m.E. noch offen. Sie ist eine Antwort auf das Bestreben der Wissenschaft, Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und zu beschreiben.
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