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Kundenrezensionen

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am 27. Juni 2011
Ich habe diese Bücher geradezu verschlungen. Dass sie eigentlich Jugendbücher sein sollen, war mir schon nach wenigen Seiten entfallen (ich glaube, es macht sich -wenn überhaupt- nur an dem Fehlen von allzu heißen Liebesszenen bemerkbar). Ich bin auch nicht sicher, ob alle Jugendlichen eine so desillusionierende Story vertragen. Denn eins wird beim Lesen schnell klar: Aus dieser Geschichte kommt keiner heil und glücklich heraus.

Für mich als Erwachsene war dies eins der besten Fantasy-/Science Fiction-Bücher seit langem. Vielschichtig, unglaublich packend und geradezu beklemmend folgerichtig - ohne (wie so viele andere) mit zu vielen Details und geschichtlichen Hintergründen zu langweilen. Das Leben (und Sterben) der Leute in den Distrikten ist unmenschlich und brutal, und trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass sich in einer gar nicht allzu fernen Zeit alles tatsächlich genau so zutragen könnte... Suzanne Collins schildert eine mögliche Welt, die bis ins Detail schlüssig ist. Und genau wie in der Realität gibt es hier unerwartet viele "Grautöne". Klar, das Capitol ist durch und durch böse, und die Rebellen sind durch und durch gut ... bis man einen Blick hinter die Kulissen wirft und feststellen muss: Keine Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle. Das macht das Beklemmende der Geschichte aus: Nichts ist einfach nur gut. Alles ist teuer erkauft. Keiner der Helden kommt mit einer blütenweißen Weste aus der Sache raus, und es gibt auch kein "Happily ever after". Nach solchen Erlebnissen kann einfach niemand mehr happy sein. Übrig bleiben verwundete Menschen, die mühsam erste Schritte in ein neues Leben versuchen, und die Hoffnung, dass es künftig besser wird...
Dem Ende voran geht eine abenteuerliche, aber selten wirklich unbeschwerte Geschichte mit vielen einfallsreichen Wendungen. Und obwohl selbst die Helden voller Schwächen stecken, falsche Entscheidungen treffen oder gar zu verwerflichen Mitteln greifen - sie bleiben immer lebendig, menschlich und liebenswert. Wie die unangepasste und doch so verwundbare Katniss mit ihren Schicksalsschlägen zurechtkommt, wie sie unter unfassbarem Druck versucht, wenigstens einen Rest ihrer Ideale zu retten - das ist so fesselnd geschildert, dass ich mitfiebern musste bis zum Schluss.

Zur "Hardware":
Ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, unbedingt empfehlen, die Geschichte im amerikanischen Original zu lesen.
Und wer -so wie ich- Wert darauf legt, dass seine Lieblingsbücher nicht so schnell aus dem Leim gehen, dem lege ich die wunderschön aufgemachten, gebundenen Bücher dieses Boxsets ans Herz.
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am 30. Januar 2012
Seit geraumer Zeit hält sich nun die Hunger Games Trilogie in den Bestseller Listen.
Wie oft habe ich die Bücher in der Hand gehalten, den Umschlagtext gelesen oder mal durchgeblättert...
Doch irgendwie konnte mich die Story nie so ganz überzeugen.

Und dass obwohl ich wirklich viel Jugendliteratur "verschlinge".
Also wieder weggelegt. Vielleicht ein anderes Mal.

Jetzt muss ich zugeben - überzeugt hat mich vor einigen Wochen der Trailer im Kino.
Zum ersten Mal habe ich der Geschichte was abgewinnen können, der Trailer an sich war schon ziemlich spannend.
Aber den Film dann schauen ohne vorher die Bücher zu lesen? Undenkbar!
Damit geht ja die ganze Fantasie flöten...

Also hab ich mir gleich alle drei Bände besorgt und den ersten in 3 Tagen regelrecht in mich aufgesogen.
Ich habe lange nichts mehr gelesen, dass so spannend und mitreißend war und mich so vollkommen in seinen Bann gezogen hat.

Die Schauplätze und Charaktere sind gut ausgearbeitet und meine Vorstellungskraft ist geradezu mit mir durchgegangen, so bildlich habe ich jede Seite miterlebt. Auch die richtige Portion Gesellschaftskritik fehlt hier sicher nicht.

Auch sprachlich ist das Buch für mich auf dem richtigen Niveau.
Ich lese so gut wie jeden Roman in Englisch. Sicher sind hier und da immer wieder Wörter dabei, die mein Vokabular nicht hergibt. Nicht in Hunger Games. Ich habe gerade mal 2 Wörter nachschlagen (aus reinem Interesse, man kann die Bedeutung ja gut aus dem Zusammenhang heraus kriegen).
Manch einer mag da sagen, das sprachliche Niveau wäre evtl. zu niedrig.
Ich genieße es aber sehr, wenn ich einen Roman absolut flüssig lesen kann und so voll und ganz in die Geschichte eintauche.

Von mir also eine klare Lese- und Kauf-Empfehlung.
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am 16. März 2012
Bis vor kurzem hatte ich noch nie von den Hunger Games Büchern oder das ein Film hierzu heraus kommt gehört.
Die deutsche Übersetzung (Die Tribute von Panem) war mir zwar schon im lokalen Buchladen aufgefallen, aber zum Kauf hat es nie gereicht.
Die Zusammenfassung hat mich im ersten Moment gleich an den Schwarzenegger Film "Running Man" erinnert und grundlegend geht es auch um das gleiche.
Allerdings ist Hunger Games ungleich komplexer und man erfährt sehr viel über Panem und seine Distrikte (entspricht den USA nach einen Atomkrieg) sowie das Leben der Menschen. Die Haupstadt regiert Panem mit eiserner Hand und reagiert mit extremer Härte gegen jedweden Ungehorsam und während die Bewohner der Hauptstadt im Überfluss schwelgen müssen die meisten Bewohner der Distrikte Hunger leiden, obwohl sie es sind, die Rohstoffe und Geräte an die Hauptstadt liefern.
Hierzu kommt auch das jeder Distrikt jährlich 1 Jungen und ein Mädchen zu den Hunger Games schicken muss, wo sie gegeneinander kämpfen müssen bis nur noch einer übrig bleibt. Hier setzt das Buch an und man begleitet Katniss, Peeta etc. von deren Nominierung für die Spiele über das Training und die Kämpfe in der Arena bis...
Lest selbst was sonst noch passiert, Ihr werdet es nicht bereuen :)
Es geht aber nicht nur um die Kämpfe, sondern um Freundschaft, Liebe, Verrat und man erfährt viel über das bisherige Leben der beteiligten.
Insgesamt sind die Bücher sehr spannend geschrieben und ich musste mich teilweise wirklich zwingen sie aus der Hand zu legen.
Ich freue mich nun bereits auf den Kinofilm, der noch diesen Monat anläuft und hoffe das er den Büchern gerecht wird.
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am 2. Juli 2012
Sooo, habe gestern Nacht Teil 3 zu Ende gelesen. Heulend wie ein Schlosshund XD Seltsam, dass ich gerade bei Jugendbüchern so sentimental werde. Als würden sie mich zurück ins Teenie-Alter versetzen.

Hunger Games. Das erste Mal habe ich davon gehört, als ich den Filmtrailer in einer Kinovorschau gesehen habe. Sah spannend aus, gefiel mir. Habe mich aber zusammengerissen und bin NICHT ins Kino gegangen, da ich diesen Film einfach sabotieren musste (lange Geschichte). Aber die Bücher, die habe ich mir gekauft.

Der erste Satz ist ein schockierender Moment: das Buch ist in PRÄSENS geschrieben! Och nööö... das erste Buch das ich in dieser Erzählweise gelesen habe, hat es ganze 2 Kapitel lang überstehen dürfen (ich kann mich nicht mal mehr an den Titel erinnern). Und nun habe ich eine Trilogie vor mir! Kann ja heiter werden...
Aber, ich muß sagen, Collins schafft es bereits auf den ersten Seiten eine Spannung zu erzeugen, ein Interesse an der Geschichte. Sie beschreibt die Welt Panem in kurzen Sätzen, einer einfachen Sprache, ohne zu viele Informationen preiszugeben. Man erfährt nach und nach in groben Umrissen, dass wir die Zukunft schreiben. Die Welt ist verändert durch Naturkatastrophen, die Gesellschaft wie wir sie jetzt haben existiert nicht. Vieles bleibt offen - wie z.B. der Rest der Welt aussieht, welches Jahr es ist, wie genau das Kapitol in die Bezirke entstanden sind. Was meiner Meinung nach in Ordnung ist.

Ich will an dieser Stelle auch gar nicht groß auf den Inhalt eingehen. Nur eben das beschreiben was mir persönlich gut gefallen hat.

Panem ist im Grunde genommen wie unsere Welt, nur eben etwas überspitzt. Damit auch "einfache Gemüter" - in diesem Fall Jugendliche ab 12 Jahren - Parallenen ziehen können und erkennen: hey, unsere Gesellschaft funktioniert eigentlich auf genau die gleiche Weise. Die Tatsache erkennen, dass der größte Teil der Erdbevölkerung in Armut lebt und Hunger leidet, während der andere, bedeutend kleinere Teil, im Überdruss lebt. Lebensmittel und Ressourcen verschwendet. Auf die verrücktesten Ideen in Sachen Mode, Schönheitsideale und Unterhaltung kommt.
Besonders schön finde ich dazu eine Stelle aus Band 3 (keine Sorge, kein Spoiler ;-)), als ein Bürger des Kapitols unfreiwillig in einem Bezirk landet und von allen angestarrt wird, weil er/sie eine besonders auffällige Schönheitsbehandlung hinter sich hat. Er/sie wird von allen angestarrt und wie eine Erscheinung aus dem Gruselkabinett aufgenommen. Ein Kind sprich ihn/sie dann naiv und offen darauf an warum er/sie denn so aussieht. Als Antwort kommt ein "Es sollte schön sein." und dann bricht diese Person in Tränen aus.
Es gibt noch mehr solcher Momente.

Das ist das, was in an diesen Büchern besonders zu schätzen weiß. Wie die Masken langsam bröckeln. Wie die Erkentniss durchsickert. Bei den Protaginisten und bei den Lesern. Die Spiele sind ein Teil davon, wenn auch ein kleinerer. Es wird nicht besonders brutal dargestellt, nicht körperlich. Die Verletzungen, die besonders blutig und ekelig beschrieben werden, sind meist nicht tödlich. Also ein-zwei Tote gibt es schon, die näher beschrieben werden und man denkt: uuuugh... ob das jugendfrei ist? Meiner Meinung nach schon, ja. Das Groteske bei diesen Spielen soll ja nicht der Tod an sich sein, sondern die Art und Weise wie er nach Aussen präsentiert wird. Als ein lang erwartetes Event. Das highlight des Jahres überhaupt. DAS TV-Ereignis schlechthin. Jeder Spieler bekommt ein eigenes Stylisten-Team, wird behandelt wie ein VIP, Luxus ohne Ende. Zumindest die paar Tage vor den Spielen. Dann wartet auf dich der Tod, oder der größte Ruhm überhaupt. Wenn du dann in der Lage bist ihn zu genießen, wenn die Spiele - nein, nicht die Spiele an sich sondern das, das danach kommt - dich nicht in ein menschliches Wrack verwandelt haben. Nach und nach kommt es raus. Im Band 2 ist es teilweise zu sehen und teilweise zu erahnen, im Band 3 wird einem unmissverständlich die Wahrheit offenbart. Die Welt der "Gewinner".

Und das ist das andere, das mich an diesen Büchern gewegt. Die Abgründe. Es beginnt recht harmlos: eine neue Welt, zwar grausam, aber mit vielen Fluchtmöglichkeiten und Verstecken. Und dann werden einem nach und nach die Verstecke genommen. Zuerst bewegt man sich in hier und jetzt, auf Aktion erfolgt Reaktion. Später bedeutet jeder Schritt und jedes Wort weitreichende Folgen - und zwar in einem Ausmaß, welches man nicht in der Lage ist zu überblicken. Man verliert sich in Lügen und in der Angst. Band 3 war für mich ein Horrortrip. Ich habe versucht alle meine Lieblingscharaktere im Auge zu behalten, nach jedem Satz und jeder Aktion zu überlegen: ok, welche Konsequenzen hat es für den- und diejenige? Und dann einen nach dem anderen tot oder bis zur Unkenntlichkeit verändert zu sehen... mann oh mann. Und das wirklich geniale ist: Jede Geste, jede Mimik, jedes Wort hat eine Bedeutung die man später herausfindet. (ok, vielleicht nicht JEDE, aber doch ganz schön viele)

Wenn man es kurz zusammenfassen könnte, dann wäre die Moral dieser Geschichte: Im Krieg gibt es nur Verlierer. Es gibt kein Schwarz und kein Weiß. Keine Guten und keine Bösen. Einfach nur Menschen, die versuchen ihre Interessen zu verfolgen.

Ich hoffe, dass die, die sich darüber aufregen, dass es unmoralisch ist in einem Buch Kinder in die Schlacht zu schicken, einfach mal darüber nachdenken, wieviele sie selbst auf dem Gewissen haben. So krass sich das anhört: jedes Mal wenn wir an die Fleischtheke gehen verhungert irgendwo ein Kind. Weil das Getreide, das ihn am Leben halten könnte, an Rinder verfüttert wird damit wir eine schöne Mahlzeit bekommen. Wenn man einkaufen geht und ein T-Shirt für 3,50 Euro kauft, einfach mal darüber nachdenken wie der Preis zustandekommt. Dass die Baumwolle von Kindern gepflückt wird. Dass die Fabriken, die die Stoffe färben im Ausland stehen wo keine Umweltauflagen existieren und die Chemikalien einfach ins Wasser abgeleitet werden ohne gefiltert zu werden. Dass Menschen für 7,50 Euro Lohn im Monat (!!!) bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten um diese T-Shirts zu nähen. Dass das verseuchte Wasser auf die Felder und ins Trinkwasser gelangt - und Kinder es zu sich nehmen und krank werden. Die Erde spielt schon lange Hunger Games. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir es nicht TV-Show mäßig aufziehen. Das Ergebnis bleibt aber das selbe.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. September 2010
Im dritten und letzen Teil der Panem-Trilogie geht es um den Krieg der dreizehn Distrikte gegen die Hauptstadt. Dreizehn? Jawohl! Die totgeglaubte Provinz wird zum Zufluchtsort heimatlos gewordener Flüchtlinge, zu denen auch Katniss gehört, denn den zwölften Bezirk gibt es nicht mehr.
Es dauert jedoch nicht lange, bis sie feststellt, dass sich die Dinge nicht unbedingt zum Besseren gewendet haben. Coin, die Präsidentin des 13. Distrikts, scheint Präsident Snow in Sachen Skrupellosigkeit in nichts nachzustehen. Sie setzt Katniss unter Druck, öffentlich als Galionsfigur der Rebellion aufzutreten, als Mockingjay, und ist dabei nicht zimperlich. Dass Gale sich in Coins System anscheinend pudelwohl fühlt, macht die Sache für sie nicht gerade leichter. Und dann ist da noch Peeta, den Snow als Repressalie gegen Katniss benutzt, damit diese sich den Rebellen nicht anschließt.
Katniss muss einige schwerwiegende Entscheidungen treffen, die sie immer tiefer in einen Krieg ziehen, den sie nicht gewollt hat, und der mittlerweile ganz Panem überrollt. Schon bald befindet sie sich wieder in einer Art Arena, in der sie nicht nur um ihr eigenes Überleben kämpfen muss, sondern um das Leben ihrer Familie und Freunde.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin immer noch völlig paralysiert von diesem Roman, dessen Handlungsverlauf mich erbarmungslos durch die Seiten gehetzt hat, denn nicht weiterzulesen war mir praktisch unmöglich - wer braucht schon Schlaf?
War ich mit dem 2. Panem Teil nicht so glücklich, weil er meiner Ansicht nach nur schwer in die Gänge kam, und am Ende mitten in der spannendsten Szene einfach aufhört, habe ich diesen Teil wie einen Fluss empfunden, der mich von Anfang an erfasst und nicht mehr losgelassen hat. Dabei arbeiten Inhalt, Aussagekraft und Schreibstil Hand in Hand, denn die intensive Erzählweise steht der Geschichte in nichts nach.
Mit Staunen habe ich hier in manchen Kommentaren gelesen, dass Rezensenten enttäuscht über das sachte auslaufende Ende waren - sie hätten lieber einen Knaller gewollt. Das habe ich so überhaupt nicht empfunden. Gerade das Ende war für mich derart eindringlich - ich konnte Katniss' Schmerz so sehr nachempfinden, dass mir dann doch ein paar Tränchen gekommen sind. Schmerz, der weder durch plumpe Effekthascherei erzeugt wurde, sondern vielmehr durch die Intensität der Gefühle einer traumatisierten Heldin, die viel zu früh erwachsen werden musste. Die das Schlimmste erlebt, die Kriegsgräuel überlebt hat, und nicht daran zerbrochen ist. Dass diese Heldin am Ende Zeit braucht, konnte ich als Leserin bis ins kleinste Detail nachempfinden.
Insgesamt finde ich, dass die Autorin das ganze Setting super-glaubwürdig und authentisch rübergebracht hat, ohne kitschigen Pathos, ohne Zuckerguss und ohne Schokoglasur.
Mensch pur. Sehr bewegend.

Für diese Reihe würde ich am liebsten 10 Sterne vergeben, allein schon der intensiven Auseinandersetzung mit Gewalt und Krieg wegen, mit Verlust und Wiederaufbau. Ein beeindruckender Roman, an dem ich noch eine Weile zu knabbern haben werde.

Zur Übersicht:
Teil 1: The Hunger Games (Hunger Games Trilogy 1)
Teil 2: Catching Fire: The Hunger Games Trilogy 2
Teil 3: The Hunger Games 03. Mockingjay (Hunger Games Trilogy)

Deutsche Übersetzung:
Teil 1: Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
Teil 2: Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe
Teil 3: Die Tribute von Panem. Flammender Zorn (Erscheint im Frühjahr 2011)
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am 3. Mai 2012
Noch niemals in meinem langen Leben, NEVER EVER ist es geschehen, dass ich ein Werk drei Mal ununterbrochen hintereinander gelesen habe. Warum mich dieses Buch so gefesselt hat, könnte ein Psychologe klären. Vielleicht ein Mix aus eigenen Erfahrungen und der aktuellen Weltlage. Ich bin im November 1944 während eines Bombenangriffs geboren, habe somit bewusst die Zerstörungen und Nachwirkungen des Krieges gesehen und als junger Mensch die ungarische Revolution und den Prager Frühling aus einer Entfernung von wenigen Kilometern mitbekommen. Zuerst habe ich die vielen Parallelen zur aktuellen Lage wahrgenommen: Regierungen schießen auf ihre eigenen Bürger, Regierungen schicken ihre eigenen Soldaten in lebensgefährliche Einsätze, um ihre Macht oder Wirtschaft zu festigen. Suzanne Collins gelingt eine meisterhafte Schilderung der psychologischen Zustände und Veränderungen ihrer Hauptpersonen, das Wechselbad der Gefühle, das Unvermögen, schwere Traumen jemals wieder zu überwinden. Sowohl an Haymitch Abernathy als auch an den übrigen Siegern kann man erkennen, dass sie niemals wirklich gesiegt haben. Die Autorin vermeidet auch jede Schwarz-Weiß-Zeichnung, keiner ist nur gut oder nur böse. Von den vielen Schlüsselszenen möchte ich zwei besonders erwähnen, die, in der Katniss erkennt, dass ein Leben unter einer faschistoiden Präsidentin Coin auch von Vergeltung und Gleichschaltung geprägt wäre und die, in der Buttercup zurückkehrt. Katniss ist zuerst wütend, doch dann erkennt sie unbewusst, dass dieser Kater das Letzte ist, was ihr von Prim geblieben ist, und dass er aus Liebe zu Prim und in der Hoffnung sie wiederzusehen, unglaubliche Strapazen auf sich genommen hat. In der Liebe zu ihrer Schwester findet sie nun eine verwandte Seele und ihre harte Schale bricht. Erst dann kann sie versuchen, das Leben wieder aufzunehmen.
Es gibt kein Happy-End, denn die Vergangenheit kann nicht ausradiert werden. Aber der Mensch findet einen Weg, zu überleben.
Meine Rezension bezieht sich auf den Originaltext.
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am 9. April 2012
ständig wiederholt Wiress diese Worte um ihre Verbündeten darauf aufmerksam zu machen, dass die Arena, in der sie im Third Quell ums Überleben kämpfen, wie eine riesige Uhr funktioniert, die gnadenlos im Stundenrhythmus immer wieder die gleichen Schrecken entlässt. So ähnlich tickt auch das ganze Buch (man sollte die drei Bände direkt hintereinander lesen), das einen, Umdrehung für Umdrehung, immer tiefer in den Bann zieht und einen periodisch mit immer neuen und ständig wachsenden Gefahren konfrontiert. Befindet sich die Ich-Erzählerin Katniss erst nur selbst in Lebensgefahr, betrifft das bald auch Ihre Familie, alle ihre Bekannten, dann ihren ganzen Bezirk und schlussendlich ganz Panem (was die gesamte bekannte Menschheit darstellt). Je öfter sie sich aus tödlichen Situationen befreit, je raffinierter ihre Ideen und Methoden dabei auch sind, desto mehr stachelt sie den Ehrgeiz ihrer Feinde an, sie umso gründlicher zu vernichten. Ihr Tod reicht da bald schon nicht mehr aus. Und das Ende? Hat sie gewonnen oder verloren? Die Frage scheint gar keine Rolle mehr zu spielen. Sie lebt, das muss genügen. Man spürt, der Kampf Gut gegen Böse ist eine Etappe weiter, aber nicht entschieden. Gut und Böse lösen sich von den Protagonisten, können auch unabhängig existieren, tauchen an unerwarteten Orten auf. Die Frage: Wer ist der Feind?" so einfach sie zunächst zu sein scheint, lässt Katniss verzweifeln und führt am Ende zu einem dramatischen Höhepunkt. Denn sie impliziert eben auch: Habe ich überhaupt Freunde? Wem kann ich trauen?"
Als SF-Leser bin ich eher zufällig auf das Buch gestoßen, ohne zu wissen, dass es ein Jugendbuch sein soll (und dann noch für Mädchen?) und ohne Kenntnis des Hypes um die Verfilmung. Natürlich merkt man bald die Unterschiede zu Standard-SF. Zum Beispiel, dass die Hauptperson von einen 4-köpfigigen Anzieh- und Schminkteam betreut wird, dass Körperbehaarung entfernt werden muss usw. ist wohl der Zielgruppe geschuldet (wird aber glaubhaft in die Story integriert). Auch das totale Fehlen von Sex, (max. hauchzarte Andeutung von Erotik), ist ungewöhnlich, aus meiner Sicht aber passend.
Das Buch ist aus der Perspektive der Katniss Aberdeen geschrieben und besitzt nur einen Erzählstrang. Wer diverse SF-Werke bewältigt hat, wo man sich mit bis zu diesen fünf herumschlagen muss und den Überblick nur mit Hilfe des 20-seitigen Personenverzeichnisses bewältigt, ist überrascht, wie einfach eine Geschichte aufgebaut sein kann, die mindestens die gleiche Spannung erzeugt.
Die Personen werden gut entwickelt. Durch die Erzählperspektive sitzt der Leser in Katniss` Kopf und weiß nur das, was sie weiß, hört und sieht. Und er muss auch an allen ihren Überlegungen und Schlussfolgerungen teilnehmen, die meist richtig, manchmal genial aber öfters eben auch total daneben sind. Daraus folgt natürlich, dass man sie am besten kennenlernt, bei den ca. ein dutzend anderen Hauptpersonen dauert es seine Zeit. Dieses Enthüllen nach und nach ist besonders spannend. Scheint der Charakter und Standpunkt oft schnell klar zu sein, wandelt sich dieses Bild im Laufe der Zeit oft erheblich. Die Hauptperson, mit der alles steht und fällt ist natürlich Katniss selber. Für einen Teenager ist sie zu erstaunlich tiefsinnigen Gedankengängen fähig, nervt aber oft durch zu schnelles ziehen falscher und rigoroser Schlüsse. Mit ihrem kongenialen Jagdpartner Gale und mehr noch mit ihrem stillen Verehrer Peeta ergeben sich lesenswerte Dialoge, die die Grundlagen der abendländischen Philosophie und Ethik anreißen.
Wichtige Fragen drehen sich um Verantwortung, Freundschaft, Verrat und Vertrauen. Darf ich alles tun, um mich zu retten? Darf ich noch mehr tun, um andere zu retten? Welche Mittel rechtfertigt der Krieg? Dürfen Unbeteiligte getötet werden, wenn andere dafür gerettet werden? Ganz stark: Die Fragen werden eben nicht zufriedenstellend gelöst. Der Lauf der Ereignisse erfordert ein durchwurschteln", die Zeit für grundsätzliche Überlegungen kommt immer erst zu spät. Ebenfalls ganz stark: Die Rolle der Medien. Dass hier ausschließlich gelogen und getürkt wird scheint so selbstverständlich, dass hierüber gar keine Diskussion mehr geführt werden muss. Auch ein Statement.
Ach ja, dann ist da auch noch die Action. Der Kampf ums Überleben in den Arenas nimmt einen großen Raum ein, allerdings nicht so groß, wie er in manchen Beschreibungen erscheint. Sicher sind die Hunger Games die zentrale Idee des Buches, aber darauf kann man es nicht reduzieren. Die direkte Darstellung von Gewalt steht auch nicht im Vordergrund. Gruselig ist eher die indirekte Gewalt, wenn z.B. von Folter erzählt wird, oder dass eine Stadt ausgelöscht wurde. Eigentlich so, wie auch wir es aus der Presse gewohnt sind.
Alles in allem ein ungewöhnliches Buch das mich begeistert hat. Das Ende macht es zum Drama, ohne den Epilog sogar zur Tragödie. Diese Rezension macht zwar nach hunderten von anderen zum gleichen Thema nicht wirklich Sinn, ich sehe sie eher als Tribut an die Tribute von Panem". Auf den Film werde ich zunächst verzichten, zu lebendig sind die Figuren in meiner eigenen Fantasie und ich möchte sie nicht überschreiben. Es war mein erstes Kindle-Buch und ich bin froh aber auch entsetzt, dass sich der Preis nach meinem Kauf um 50% erhöht hat. Da zockt jetzt wohl einer gewaltig ab.
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am 30. Juni 2009
That rare book that you can't tear through fast enough even as you dread it being finished, Susan Collins's distopian future is easily the best young adult storytelling since Harry Potter finished. What the two share is a unique ability to celebrate the best of humanity without neglecting the worst. Set in a North America transformed by global warming and ravaged by nuclear war, the remaining populations are concentrated atop the Rockies in the West and the Appalachian range in the East. The East, emerging much worse for the wear, was divided into thirteen districts and forced to pay tribute to the Capitol in the West. Collins introduces us to the world through the eyes of Katniss Everdeen, an undersized and undernourished sixteen-year-old protagonist and narrator that embodies Jean Craighead George's practical and self-sufficient ideal. The early chapters feel ripped from 'My Side of the Mountain', if the Catskills had been occupied by a brutal foreign power. Before her father died, he taught her the basics of hunting. Her mother, a skilled apothecary before she sank into a debilitating depression, educated Katniss on the plants all around them. These skills, combined with ample ingenuity, allow her to keep her mother and little sister fed.
The one thing she cannot control is the Hunger Games. Over seven decades prior, the Eastern districts mounted a failed rebellion that was brutally crushed by the Capitol in the West. The thirteenth district was completely obliterated and the Hunger Games -- an annual gladiatorial fight to the death broadcast live as reality TV -- were imposed on the surviving twelve districts as punishment. Every year, a boy and girl between the ages of 12 and 18 from each district are drafted through a lottery to compete. When Katniss's little sister is drafted, Katniss volunteers to take her place.
What transpires from there is full of human feeling and astute observation of the human condition. Though Collins restricts herself to a middle school vocabulary for her target audience, the result feels authentic given Katniss's age and background. Her portrayal of death is matter-of-fact, unflinching, and heartbreakingly personal. Her portrayal of life in the face of death is achingly beautiful. Few will ever find ourselves as literally and figuratively boxed in as these children, and yet in the face of such severely limited options they showcase the full spectrum of human expression. The Hunger Games are designed to force the most vulnerable to carry out inhuman acts in order to survive. The most rebellious thing Katniss can do, then, is to express love and fellowship and gratitude in spite of what she must do.
The result is a vision of the future on the opposite pole from Huxley's 'A Brave New World', a book that grapples with the unanswerable questions of our uncompromising world in a manner that all ages can process. Upon finishing this book, I felt that little pang of grief that only the best stories can stir. The good news for me is that two follow-ups are planned.
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am 4. November 2012
Der Film “Die Tribute von Panem” konnte mich vor allem in der zweiten Hälfte nicht überzeugen. Wie wird die Geschichte wohl im Buch erzählt? Ist mehr Politik enthalten? Ist es düsterer und detaillierter? Sind die Handlungsbrüche des Films auch im Buch vorhanden? Nach Anlesen des sprachlich eher plumpem deutschen Buches bin ich schnell beim englischen Buch gelandet. Die drei Teile in einem Werk - um die 800 Seiten - kosten bei Amazon glücklicherweise unter 20 Euro.

Die Trilogie ist in einem postapokalyptischen Nordamerika angesiedelt: Der Staat ist zerfallen und durch den diktatorischen Staat Panem ersetzt, der sich in 13 Distrikte und das regierende, in Luxus und Überfluss lebende, Capitol unterteilt. Jeder der 13 Distrikte ist auf einen Wirtschaftszweig optimiert, welcher das Capitol ernährt. Das Bildungssystem wird inhaltlich vorgegeben und formt die Geschichte so um, wie es der Regierung genehm ist. Die Bewohner leben in ärmlichen, quasi vorindustriellen Verhältnissen und werden gezwungen in der für den Distrikt typischen Wirtschaft zu arbeiten, z.B. in der Landwirtschaft oder dem Bergbau. Preise für Lebensmittel werden von der Regierung vorgegeben, sodass die Bewohner trotz Lohn stets nah am Verhungern sind. Medikamente existieren nicht und müssen der Natur entnommen werden. Reisen zwischen den Distrikten sind nicht möglich - die Distrikte sind durch Zäune voneinander abgetrennt, die teils Strom führend und durch Wachtürme kontrolliert sind. Eventuell vorhandene Naturräume zwischen Distrikten dürfen ebenfalls nicht betreten werden; auch Handel zwischen den Distrikten findet nicht statt. Zuwiderhandlungen werden drakonisch durch öffentliche Auspeitschungen, Erschießungen oder das Erhängen am Galgen bestraft. Ein verstecktes Überwachungssystem ist ebenfalls vorhanden.

In der Vergangenheit führte dieses gesellschaftliche System zu einem Aufstand, der niedergeschlagen wurde (Distrikt 13 gilt seitdem als zerstört). Um die Stärke der Regierung gegenüber den Distrikten stets in Erinnerung zu behalten, werden seitdem jährlich sogenannte Hungerspiele durchgeführt. In jedem Distrikt werden zwei Personen (“Tribute”) ausgelost. Die Auslosung erhöht den psychologischen Druck auf die Bewohner, da sie sich Nahrungsmittel gegen ein höheres Auslosungsrisiko erkaufen können.

Nach einer kurzen Trainingseinheit im Capitol müssen alle Tribute in einer großen, künstlich geschaffenen Arena, gegeneinander antreten. Der künstliche Ursprung der Arena ermöglicht es, die Umgebung stets anzupassen: Wetterbedingungen und Wasserstände können kontrolliert werden, wilde Tiere in die Umgebung eingefügt und selbst Feuersbrünste ausgelöst werden. Der letzte Überlebende gilt als Gewinner und darf anschließend in seinem Distrikt in einem vergleichsweise luxuriösen Haus leben und erhält bis an sein Lebensende Reichtum und Nahrung, muss aber bei kommenden Spielen als Berater für seinen Distrikt in Erscheinung treten.

Für die Bewohner des Capitols sind die Spiele das unterhaltende Großereignis des Jahres. Die Tribute werden gefeiert, in Fernsehshows präsentiert und lösen neue Modewellen aus. In den Distrikten sieht es anders aus: Die Spiele werden öffentlich übertragen und müssen als Zeichen der Demütigung betrachtet werden. So erklärt sich, dass bereits kleine Gesten des diesjährigen weiblichen Tributs, Katniss von Distrikt 12, als Widerstand gegen die Regierung aufgefasst werden, da sie zeigen, dass die Regierung nicht allmächtig ist. Die schwelende Unzufriedenheit wird in Brand gesetzt und versetzt im Laufe der Bücher alle Distrikte in den Zustand einer offenen Rebellion. Angeführt vom Distrikt 13 und mit der symbolischen Strahlkraft von Katniss wird der letzte Angriff auf das Capitol durchgeführt, um den Diktator zu stürzen.

Die drei Bücher leben durch die innere Zerrissenheit von Katniss, die stets ihre Handlung und die ihrer Mitmenschen in Zweifel zieht und zwischen ihrem eigenen und dem vorgegebenen Weg wählen muss. Sie entwickelt sich dabei von der Jägerin aus dem Bergbau-Distrikt zur Anführerin der Rebellion, unterstützt von mächtigen Freunden. Mit Messern geführte Kämpfe der Hungerspiele wandeln sich im Laufe des Buches zu unsichtbaren Flotten von Hovercrafts, die die Distrikte bombardieren. Die Entwicklung der Handlung geht flüssig und glaubhaft voran, die Entwicklung von Katniss dagegen ungestüm und plötzlich. Auch dies ist glaubhaft, denn durch die Ich-Perspektive und Beschreibung der Gedanken hat man die Hintergründe, aus denen erneut ein Knoten platzt, stets miterlebt. Überwiegt in den ersten beiden Büchern noch die teils gespielte, teils ehrliche Liebesgeschichte zwischen Katniss und Peeta, so wird der dritte Teil deutlich düsterer: Niederlagen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breiten sich aus. Aus den in sich geschlossenen Spielen des ersten Buches ist ein echter Krieg zwischen zwei mächtigen Gegnern mit eigener Agenda geworden. Lieb gewonnene Charaktere sterben oder werden durch das erlittene Leid psychologisch so mitgenommen, dass am Ende des Buches reine Trostlosigkeit übrig bleibt. Ein klassisches Happy End gibt es hier nicht. Wer während des Lesens noch die passende Begleitmusik hört, kann sich auf einige mitreißende Stunden einstellen, an deren Ende zerbrochene Charaktere und ein zerbrochener Leser stehen.

Die Trilogie ist (im Original) flüssig geschrieben, leicht verständlich und mitreißend. Die Charaktere werden gut ausgearbeitet. Überflüssige Nebenhandlungen gibt es nicht und auch keine “losen Enden”. Es ist aber dennoch ein Jugendbuch. Dies fällt weniger durch fehlende Brutalität auf, sondern eher durch fehlende Tiefe in der Beschreibung der gesellschaftlichen und politischen Strukturen vor allem im ersten Buch. Nebenschauplätze gibt es nicht bzw. werden nur dann erzählt, wenn Katniss von ihnen erfährt - ein Nachteil der Ich-Perspektive des Buches. Es bleibt der Eindruck einer grandiosen Geschichte, die man hätte breiter erzählen können.

Wer den Film gesehen und wegen seiner hanebüchenen Sprünge und wenig glaubhaften emotionalen und kaum vorhandenen charakterlichen Entwicklung nicht mochte, der sollte die Bücher lesen. Der Film wirkt wie ein Skelett, welches nicht mit dem Leben des Buches gefüllt wurde.
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am 30. August 2010
Lange wurde der abschließende Band der Trilogie mit Spannung erwartet, ließ das Ende des zweiten Bandes doch eine Menge Fragen offen.

Katniss und die anderen, wenigen Überlebenden aus Distrikt 12 leben mittlerweile unter der Erde im offiziell nicht mehr existierenden Distrikt 13. In den anderen Distrikten schließen sich immer mehr Menschen den Rebellen an und das Capitol schlägt ohne Erbarmen zurück. Wie wird der ungleiche Kampf ausgehen und wer wird überleben...

Schnell war ich wieder in der Welt von Panem gefangen, die manchen Teilen unserer eigenen gar nicht so unähnlich ist. In den ersten Kapiteln geht es noch etwas ruhiger zu, die veränderten Lebensumstände in Panem und die Gedanken von Katniss werden vorgestellt, danach wird es wieder rasant spannend. Suzanne Collins fesselt die Leser durch überraschende Wendungen und man fiebert wieder mit den Figuren.

Während es in den ersten beiden Bänden vorwiegend um das Überleben von Katniss, Peeta und einigen anderen geht, steht jetzt viel mehr auf dem Spiel. Das Capitol ist bestrebt, die eigene Macht zu erhalten und schreckt scheinbar vor nichts zurück. Fast hat man den Eindruck, das Capitol würde ganz Panem in eine riesige Arena verwandeln wollen.

Katniss fühlt sich schuldig für den Tod der meisten Bewohner ihres Heimatdistrikts, ist sich sicher, dass alle noch leben würden, wenn sie in der Arena anders gehandelt hätte und Präsident Snow nicht so provoziert hätte. Außerdem hat sie das Gefühl, ganz alleine zu sein, denn Peeta ist in den Händen von Präsident Snow, mit Gale scheint sie mehr Differenzen als Gemeinsamkeiten zu haben und die meisten anderen können kaum nachvollziehen, wie der zweifache Aufenthalt in einer Arena und der Druck durch Präsident Snow ihr Wesen verändert haben. Gleichzeitig werden von den Aufständischen natürlich hohe Erwartungen an Katniss gestellt, die sie nicht erfüllen kann ohne Peeta zu gefährden und gleichzeitig zum Spielball der anderen Machthaber zu werden.
ACHTUNG SPOILER-GEFAHR Statt der extremen Form des Reality-TV gibt es diesmal Propaganda auf allen Seiten und die noch nicht 18-jährige Katniss muss sich in der veränderten Welt so schnell wie möglich zurecht finden, um ihr Überleben und das vieler anderer zu sichern. Als frühere Einzelgängerin und durch die psychischen Folgen der letzten Jahre fällt ihr das nicht gerade leicht. Der dritte Band ist ein Buch über einen ungleichen Krieg. Die Beziehung von Katniss zu Gale und Peeta tritt weitgehend in den Hintergrund und das macht diesen Band noch düsterer als die beiden Vorgänger. ENDE SPOILER

Suzanne Collins gelingt es wieder, die Figuren sehr lebendig und realistisch zu zeichnen, sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren mit Stärken und Schwächen und überzeugendem Verhalten auszustatten. Die Entwicklung von Katniss, Peeta und Gale gefiel mir besonders gut, sowie, dass Suzanne Collins die perfiden Methoden des Capitols und die Folgen des Kriegs realistisch darstellt.

Fazit:
Ein gelungener und stimmiger Abschluss der Trilogie, mit einem für mich überraschenden Ende, das kaum Fragen offen lässt, allerdings auch deutlich brutaler ist als die beiden vorangegangenen Teile. Deshalb kann ich auch der Altersempfehlung "ab 12 Jahre" nicht zustimmen, sondern würde diesen Band frühestens ab 14 Jahren empfehlen.
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