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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
22
4,0 von 5 Sternen


am 16. Oktober 2015
4 Sterne, weil ich es noch nicht durchgelesen hab. Bislang eine rationale klare Sichtweise, die mir hilft, Binge Eating als eine Ursache mangelnder Kontrolle zu erkennen und eventuelle psychologische Faktoren nicht damit in Verbindung zu setzen. Ich will damit nicht ausschließen, dass es emotionale Gründe des Essens gibt. Dieses Buch hilft jedoch Kontrolle wiederzuerlangen, und damit auch ein Stück Lebensqualität.
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am 13. April 2017
It helped, a lot and instantly! I loved it, "binged" it over the weekend ;)
It helped me a lot with how I think about this whole topic and about eating in general
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am 24. Januar 2014
"Brain over Binge" ist ein Muss für alle, die ihre Essstörung verstehen und ein für alle mal heilen wollen. Sehr empfehlenswert!
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am 6. September 2013
Das wird meine erste amazon-Rezension, aber zu diesem Buch MUSS ich schreiben, weil es vielen helfen könnte, die mit einer Esstörung kämpfen.

Sprache: Englisch, aber ein einigermaßen leicht verständliches, also davon nicht abschrecken lassen.
Zielgruppe: Leute, die an Bulimie und Binge eating leiden. Nützliche Ansätze auch für Magersüchtige, aber nicht speziell auf diese zugeschnitte. In den Bewertungen auf amazon.com haben auch Personen mit anderen Süchten von Erfolgen aufgrund dieses Buches geschrieben.

Inhalt:

Die Autorin erzählt hier von ihrer Leidens- und Heilungsgeschichte. Der klassische Weg Magersucht hin zu Bulimie mit unkontollierbaren Fressanfällen, all den Therapieversuchen, den ganzen Ansätzen, die Auslöser zu finden, an sich selbst zu arbeiten, Ablenkstrategien zu entwickeln. Nichts jedoch davon hat wirklich funktioniert, der Drang nach Fressanfällen blieb.
Durch Zufall (genau wie ich), ist die Autorin auf ein Buch gestoßen, das sich mit der neurologischen Basis von Süchten beschäftigt.

Kurzzusammenfassung: Bei jemandem mit einer Essstörung mit dem Drang unheimlich viel auf einmal zu essen, ist dieser Drang im sogannten Stammhirn "eingespeichert". Es ist eine eintrainierte Verhaltensweise, die bei jeder Wiederholung wieder aktiviert wird.
Man kann es sich vorstellen wie eine Straße im Gehirn: Anfangs ist es nur ein schmaler Pfad, je öfter jedoch das Verhalten wiederholt wird, umso breiter wird die Straße. Bei einem Essanfall kommen dann noch die "Belohnungsreaktionen" im Gehirn durch die Nahrungsinhaltsstoffe hinzu. Serotonin, usw, die Glücksgefühle durch das Gehirn jagen. Die breite Straße wird also zusätzlich noch mit Laternen ausgeleuchtet.

Wenn nun also der/die Betroffene von A nach B kommen soll, also z.B. nach Feierabend die Zeit von 18 - 22 Uhr rumbringen soll, dann ist das die attraktivste Straße. Es ist im Stammhirn eingespeichert und das sendet das Signal: Fahr diese Straße!

Die Autorin begründet mit dieser Erklärung auch, warum für viele Personen mit einer Essstörung klassische Therapieansätze nicht so gut funktionieren: Ich kann an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, ich kann Coping-Strategien erfinden, ich kann vermeintliche Auslöser ausschalten (aber es gibt einfach viel zu viele davon) - aber egal was ich sonst noch so gutes für mein Leben tue: Die eingespeicherte Straße im Gehirn bleibt trotzdem.
OBWOHL ich Konflikte mit anderen löse. OBWOHL ich lerne Grenzen zu setzen. OBWOHL ich an meinem Selbstbewusstsein arbeite.

In dem Buch beschreibt sie, wie es ihr schließlich gelungen ist, aufgrund der Hinweise zur Entstehung von Süchten ihre Bulimie in den Griff zu kriegen. Im Prinzip ist es eine Methode der Achtsamkeit. Sie hat den Essensdrang, der nun mal in ihrem Stammhirn gespeichert ist, als längst nicht mehr erforderlichen "Müll" identifiziert. Ihr Stammhirn kann nicht anders, als weiter dieses Signal senden, aber darüber gibt es das "höher" entwickelte Gehirn, das sie ausmacht - das endlich loskommen will von der Essstörung. Mit der gedanklichen Teilung - ICH bin nicht diejenige, die jetzt gerade essen will, das ist nur der eingespeicherte Nonsense in meinem Stammhirn - ist es ihr gelungen, nicht nach dem Drang zu handeln.
Und sie beschreibt, diese breite Straße eben NICHT mehr zu fahren, ist der einzige Weg, sie nach und nach zuwachsen zu lassen. Mit der frei gewordenen Energie hat man DANN viel Zeit, sich um seine sonstigen Probleme im Leben zu kümmern.

Fazit:

Ich fand das Buch beeindruckend. Stellenweise etwas lang, während man doch als Ertrinkender so sehnsüchtig auf die Lösung wartet, aber auch das gründliche Durchlesen lohnt sich. Ich habe an so vielen Stellen gedacht: Ja, so ging es mir auch! Ja, das hat auch nicht geklappt. Die Schlussfolgerungen, die die autorin zieht, sind eigentlich simpel, aber für mich waren es Offenbarungen, die ich erst schwarz auf weiß lesen musste. Sicher gibt es nicht DEN Therapieweg für alle und für manche mögen die Methoden, die die Autorin für sich selbst als eher negativ bewertet, vielleicht gut funktionieren. Bei mir haben sie das auch nicht und für all diejenigen, bei denen die klassische Therapie seit Jahren auch nicht wirklich was bringt, kann das hier vielleicht das Rettungsboot sein. Und wenn nicht - mei, an sinnlos Geld ausgeben sind Bulimiker gewöhnt. *zynisch*

Ich selbst:
Bisher bin ich eine Woche FA frei. Ich werde hier in einem Monat mal editieren und berichten. Per Google kommt man auch zur HP der Autorin, da gibt es viele weitere Tipps.

Nachtrag April 2015:
Bin ich zwischenzeitlich komplett FA-frei? Nein, noch nicht, leider. TROTZDEM hat sich viel verändert für mich und mit dem neurologischen Ansatz, auf den ich in diesem Buch erstmals gestoßen bin, fahre ich besser als mit klassischer Gesprächs/Verhaltenstherapie.
Nach wie vor finde ich das Buch gut und empfehle es, nur meine Schwierigkeit damit: Es unterstützt mich nicht so sehr dabei, WIE genau ich den Drang ignoriere, meinem Suchtverhalten nachzugehen.
Oder, um in der Bildsprache zu bleiben: es zeigt mir auf, wie schädlich es ist, die eingefahrene Autobahn weiter zu befahren, aber es hat mir allein noch nicht die Kraft und die Methoden geschenkt, mir eine gesunde Alternativroute aufzubauen. Dazu nutze ich gerade andere Sachen, z.B. eine Form der Körpertherapie (Somatic Experience, die mir sehr gut tut) und Methoden positiver Affirmationen.

Was bin ich also? - Ein gesunder Mensch mit starkem Willen und viel Energie, der zeitweilig einer dummen Verhaltensweise nachgeht - wie die meisten Menschen es ab und zu in ihrem Leben tun. DIESES veränderte Denken ist mein Gewinn aus diesem Buch. Es ist so viel hilfreicher als das Label "Ich bin eine kranke Bulimikerin." Meine Gedanken schaffen schließlich meine Wirklichkeit.

Wünsche euch allen weiterhin viel Kraft und Erfolg. :-)
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am 10. Mai 2015
ich habe mir dieses buch aufgrund der guten rezensionen gekauft. nach mehreren fehlgeschlagenen therapien etc. bin ich auch der meinung, dass der ansatz der traditionellen therapie (=man versucht nur, seine gefühle mit dem suchtverhalten zu unterdrücken, daher müssen die schlechten gefühle, die zum suchtverhalten führen, ausgelöscht und ein gesunder ernährungsplan gelernt werden), nur teilweise richtig ist und letztendlich jedes suchtverhalten größtenteils auf instinkte und anerlerntes, konditioniertes verhalten zurück zu führen ist. der titel und die aussicht darauf, NIE WIEDER fressanfälle zu haben, waren ein weiterer anreiz, das buch zu kaufen.

das buch ist in 3 teile aufgeteilt.
i: die krankheitsgeschichte der autorin
ii: die erklärungsversuche der autorin, wie sie sich selbst geheilt hat
iii: die erklärungsversuche der autorin, warum traditionelle therapien nicht funktionieren

zu i: diesen teil kann man sich komplett sparen zu lesen. hier beschreibt die autorin in möglichst pathetischer, ausgeschmückter form ihre lebens-und leidensgeschichte. klar fühlt man sich auch irgendwie verstanden, man sieht, dass man selbst auch viele dinge genauso gemacht hat. allerdings erwarte ich von einem selbsthilfe-buch einfach mehr, als bloßes rumgejammer, vor allem, wenn man so begierig darauf ist, zu wissen "wie sies denn nun gemacht hat" und ihre tipps, hilfen und strategien zu lernen um NIE WIEDER fressanfälle zu haben. man hätte ein 100-seiten langes kapitel auch locker auf 10 seiten konzentrieren können. hinzu kommt der sich ständig wiederholende schreibstil, der das ganze noch weiter unnötig in die länge zieht, ohne wirkliche ergebnisse zu liefern. AUSSERDEM: betont die autorin des öfteren, dass sie es NIEMALS geschafft hat, nach einem fressanfall absichtlich zu erbrechen, bezeichnet sich selbst aber trotzdem als bulimikerin. das ist rein formal nicht korrekt und lässt mich an ihrer glaubwürdigkeit zweifeln. vielleicht möchte sie mit diesem ausdruck nicht nur binge-eater sondern ein breiter gestreutes publikum erreichen (reine mutmaßung).

zu ii: hier kommt die autorin zu der erkenntnis, dass sie ihre essstörung überwinden kann, wenn sie nur die tierischen dränge, die zu fressanfällen führen nicht weiter fördert und auf sie reagiert. dies untermauert sie mit einigen semi-wissenschaftlichen thesen und bildern. leider sind diese auch redundant, das einzige schaubild wird sogar noch mal gezeigt mit der exakt gleichen erklärung. eine höhere erkenntnis folgt nicht aus diesem kapitel.

zu iii: hier zeigt die autorin den unterschied zwischen ihrer methode "einfach nicht auf dränge reagieren" und die traditionellen therapiemethoden auf. genaue strategien und übungen bleiben leider auch hier aus.

hier einige beispiele:
therapieansatz: du musst normal, gesund essen, um keine fressanfälle zu haben. du musst versuchen, das essen, das bei dir druck erzeugt, zu vermeiden.
ihr ansatz: nein, du kannst essen, was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

therapieansatz: du hast ein niedriges selbstbewusstsein und kannst deine schlechten gefühle nicht gut nach außen kommunizieren. ändere dies und du hast keine fressanfälle mehr.
ihr ansatz: nein, du kannst machen was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

therapieansatz: du brauchst einen ernährungsplan, um gesundes essen zu lernen, dann hast du keine fressanfälle mehr.
ihr ansatz: nein, du kannst essen was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

wieder handelt es sich hierbei nur um wiederholungen der letzten kapitel und man wird wirklich langsam leid, es zu lesen.
---

FAZIT:
die quintessenz dieses buches ist simpel: "ich hatte eine essstörung. ich habe sie nicht mehr, weil ich gelernt habe, dass mein fressdruck nicht von emotionalen triggern hervorgerufen wird, sondern dass mein fressdruck eine automatisierte reaktion meines tierischen gehirns ist, eine überlebensstrategie. als ich erkannt habe, dass diese zwänge nicht "ich", sondern mein "es" sind, konnte ich abstand davon nehmen und nicht mehr darauf reagieren. seither habe ich keine fressanfälle mehr."

also: jedes mal, wenn wir fressdruck haben, denken wir daran, dass dies nur ein in unserem gehirn hervorgerufener überlebensdrang ist, sagen unserem gehirn, dass dieser unnötig ist und reagieren wir einfach nicht darauf. so einfach ist das! WIR SIND GEHEILT! das ist alles?

JA, DAS IST ALLES!

von daher ist das buch für mich eher enttäuschend, weil es keine erste-hilfe strategien oder übungen gibt, die einem wirklich weiterhelfen, nur die ständigen, pathetischen, ausgeschmückten wiederholungen. der ansatz ist nicht schlecht und wenn man seine essstörung als nichts anderes, als einen natürlich hervorgerufenen überlebenstrieb sehen kann, vereinfacht und verharmlost dies natürlich diesen mutmaßlich unbändigen drang. man kann ihn sehen als das, was er wirklich ist: nichts, als eine blöde angewohnheit. und blöde angewohnheiten kann man ablegen, sie haben keine macht über uns! es reicht aber, das in einem satz zu lesen, dafür muss man nicht ein 300seiten langes buch schreiben, lesen oder gar kaufen, das sonst keine strategien und hilfen gibt, die erworbene erkenntnis auch umzusetzen!

(ich möchte hier anado zitieren, die dem buch 5 sterne gab, aber in ihrem nachtrag äußert:
Nachtrag April 2015:
Bin ich zwischenzeitlich komplett FA-frei? Nein, noch nicht, leider. TROTZDEM hat sich viel verändert für mich und mit dem neurologischen Ansatz, auf den ich in diesem Buch erstmals gestoßen bin, fahre ich besser als mit klassischer Gesprächs/Verhaltenstherapie.
Nach wie vor finde ich das Buch gut und empfehle es, nur meine Schwierigkeit damit: Es unterstützt mich nicht so sehr dabei, WIE genau ich den Drang ignoriere, meinem Suchtverhalten nachzugehen.
Oder, um in der Bildsprache zu bleiben: es zeigt mir auf, wie schädlich es ist, die eingefahrene Autobahn weiter zu befahren, aber es hat mir allein noch nicht die Kraft und die Methoden geschenkt, mir eine gesunde Alternativroute aufzubauen. Dazu nutze ich gerade andere Sachen, z.B. eine Form der Körpertherapie (Somatic Experience, die mir sehr gut tut) und Methoden positiver Affirmationen.
q.e.d. ;)
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am 27. April 2015
Hallo!
Also ich hab's jetzt durch und ich kann es bereits klar empfehlen weil es (für mich) schlichtweg mal ein komplett neuer Ansatz ist der bestimmt für einige Leute hilfreich oder sogar ausschlaggebend sein kann Essattacken (und zwar nur Essattacken, nicht sein generelles "Problem" mit Ernährung sofern er/sie das hat) zu beenden.
Ich hab mich mit dem "Drang zu Essen" (der in dem Buch ja als einziger Grund für die FA gilt) in den letzten Wochen etwas stärker auseinander gesetzt und mir gesagt dass ich es satt hab mich der Krankheit zu ergeben und ich endlich wieder die Kontrolle über mein Handeln erlangen will und es doch machbar sein muss eine "Sucht" durch "Entzug" zu bekämpfen wenn man es wirklich, wirklich will. (Davor hab ich in der 2-jährigen Therapie gelernt dass ich eben krank bin und es nichts bringt sich aufgrund der FA auch noch selbst fertig zu machen und dass nichts besser wird wenn ich nicht aufhöre es kontrollieren zu wollen).
Dann kam mir durch Zufall dieses Buch unter und es fasst sich genau mit dem Thema auseinander und gibt sogar noch logische Gründe und eine Anleitung dazu. Vielleicht wird aus dem geplanten "Kampf des Entzugs" dann eher eine Herausforderung mich emotional möglichst wenig auf die Ansagen meines "lower Brains" einzulassen.
Wie es dann langfristig mit der Umsetzung läuft, kann ich natürlich erst sagen wenn einige Zeit vergangen ist und ich beurteilen kann ob alles was jetzt erstmal so "erleuchtend" klingt und mich in eine regelrechte Euphorie versetzt, letztendlich auch tatsächlich Früchte trägt...
Bin jetzt erstmal zuversichtlich und gespannt...

*EDIT*
Ja, auch nach der "Euphorie-Phase" will ich das Buch weiter ganz klar empfehlen.
Ich kann aber natürlich niemandem etwas versprechen; Jeder ist anders, braucht etwas Anderes. Jeder geht hoffentlich früher oder später seinen eigenen Weg der Heilung. Was ich sagen kann ist dass mir dieses Buch eine RIESIGE Hilfe auf meinem Weg war und ich bin sehr dankbar dass es geschrieben wurde und dass ich es entdeckt habe. Es hat so Vieles in so kurzer Zeit verändert und hätte - für mich persönlich - 100Sterne verdient*
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am 20. Mai 2015
Ich hatte schon lange Probleme mit abwechselndem Binge Eating und stark kontrolliertem Essverhalten. Das Buch hat mir eine andere Sichtweise auf meine Probleme gezeigt und mir sehr geholfen. Seit ich die Techniken anwende, ist mir bewusst geworden, dass ich immer die Kontrolle über meine Handlungen habe und die 'binge urges' kein reales Bedürfnis darstellen sondern viel mehr 'neuronaler Müll' sind, den ich annehmen kann und dann entsprechend nicht reagieren. Würde das Buch jedem mit ähnlichen Problemen empfehlen, der mit gängigen Lösungsansätzen nicht viel weitergekommen ist!
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am 10. Mai 2015
ich habe mir dieses buch aufgrund vieler guter rezensionen gekauft. nach mehreren fehlgeschlagenen therapien etc. bin ich auch der meinung, dass der ansatz der traditionellen therapie (=man versucht nur, seine gefühle mit dem suchtverhalten zu unterdrücken, daher müssen die schlechten gefühle, die zum suchtverhalten führen, ausgelöscht und ein gesunder ernährungsplan gelernt werden), nur teilweise richtig ist und letztendlich jedes suchtverhalten größtenteils auf instinkte und anerlerntes, konditioniertes verhalten zurück zu führen ist. der titel und die aussicht darauf, NIE WIEDER fressanfälle zu haben, waren ein weiterer anreiz, das buch zu kaufen.

das buch ist in 3 teile aufgeteilt.
i: die krankheitsgeschichte der autorin
ii: die erklärungsversuche der autorin, wie sie sich selbst geheilt hat
iii: die erklärungsversuche der autorin, warum traditionelle therapien nicht funktionieren

zu i: diesen teil kann man sich komplett sparen zu lesen. hier beschreibt die autorin in möglichst pathetischer, ausgeschmückter form ihre lebens-und leidensgeschichte. klar fühlt man sich auch irgendwie verstanden, man sieht, dass man selbst auch viele dinge genauso gemacht hat. allerdings erwarte ich von einem selbsthilfe-buch einfach mehr, als bloßes rumgejammer, vor allem, wenn man so begierig darauf ist, zu wissen "wie sies denn nun gemacht hat" und ihre tipps, hilfen und strategien zu lernen um NIE WIEDER fressanfälle zu haben. man hätte ein 100-seiten langes kapitel auch locker auf 10 seiten konzentrieren können. hinzu kommt der sich ständig wiederholende schreibstil, der das ganze noch weiter unnötig in die länge zieht, ohne wirkliche ergebnisse zu liefern. AUSSERDEM: betont die autorin des öfteren, dass sie es NIEMALS geschafft hat, nach einem fressanfall absichtlich zu erbrechen, bezeichnet sich selbst aber trotzdem als bulimikerin. das ist rein formal nicht korrekt und lässt mich an ihrer glaubwürdigkeit zweifeln. vielleicht möchte sie mit diesem ausdruck nicht nur binge-eater sondern ein breiter gestreutes publikum erreichen (reine mutmaßung).

zu ii: hier kommt die autorin zu der erkenntnis, dass sie ihre essstörung überwinden kann, wenn sie nur die tierischen dränge, die zu fressanfällen führen nicht weiter fördert und auf sie reagiert. dies untermauert sie mit einigen semi-wissenschaftlichen thesen und bildern. leider sind diese auch redundant, das einzige schaubild wird sogar noch mal gezeigt mit der exakt gleichen erklärung. eine höhere erkenntnis folgt nicht aus diesem kapitel.

zu iii: hier zeigt die autorin den unterschied zwischen ihrer methode "einfach nicht auf dränge reagieren" und die traditionellen therapiemethoden auf. genaue strategien und übungen bleiben leider auch hier aus.

hier einige beispiele:
therapieansatz: du musst normal, gesund essen, um keine fressanfälle zu haben. du musst versuchen, das essen, das bei dir druck erzeugt, zu vermeiden.
ihr ansatz: nein, du kannst essen, was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

therapieansatz: du hast ein niedriges selbstbewusstsein und kannst deine schlechten gefühle nicht gut nach außen kommunizieren. ändere dies und du hast keine fressanfälle mehr.
ihr ansatz: nein, du kannst machen was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

therapieansatz: du brauchst einen ernährungsplan, um gesundes essen zu lernen, dann hast du keine fressanfälle mehr.
ihr ansatz: nein, du kannst essen was du willst, du darfst nur nicht auf deinen fressdruck reagieren.

wieder handelt es sich hierbei nur um wiederholungen der letzten kapitel und man wird wirklich langsam leid, es zu lesen.
---

FAZIT:
die quintessenz dieses buches ist simpel: "ich hatte eine essstörung. ich habe sie nicht mehr, weil ich gelernt habe, dass mein fressdruck nicht von emotionalen triggern hervorgerufen wird, sondern dass mein fressdruck eine automatisierte reaktion meines tierischen gehirns ist, eine überlebensstrategie. als ich erkannt habe, dass diese zwänge nicht "ich", sondern mein "es" sind, konnte ich abstand davon nehmen und nicht mehr darauf reagieren. seither habe ich keine fressanfälle mehr."

also: jedes mal, wenn wir fressdruck haben, denken wir daran, dass dies nur ein in unserem gehirn hervorgerufener überlebensdrang ist, sagen unserem gehirn, dass dieser unnötig ist und reagieren wir einfach nicht darauf. so einfach ist das! WIR SIND GEHEILT! das ist alles?

JA, DAS IST ALLES!

von daher ist das buch für mich eher enttäuschend, weil es keine erste-hilfe strategien oder übungen gibt, die einem wirklich weiterhelfen, nur die ständigen, pathetischen, ausgeschmückten wiederholungen. der ansatz ist nicht schlecht und wenn man seine essstörung als nichts anderes, als einen natürlich hervorgerufenen überlebenstrieb sehen kann, vereinfacht und verharmlost dies natürlich diesen mutmaßlich unbändigen drang. man kann ihn sehen als das, was er wirklich ist: nichts, als eine blöde angewohnheit. und blöde angewohnheiten kann man ablegen, sie haben keine macht über uns! es reicht aber, das in einem satz zu lesen, dafür muss man nicht ein 300seiten langes buch schreiben, lesen oder gar kaufen, das sonst keine strategien und hilfen gibt, die erworbene erkenntnis auch umzusetzen!
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am 8. August 2016
Wer hier hofft, die Heilung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, verhält sich naiv. In der Tat liefert die Autorin keine praktischen Anwendungstipps, wenn es um den Kern des Buches geht, nämlich nicht mehr auf den Fressdruck zu reagieren (daher nur 4/5 Sternen). Doch auf ihrer Website, auf "Bulimie, nein danke", auf "Your-bulimia-recovery" etc. fand ich Gedanken und Strategien, die ich umsetzen kann und dank derer ich sehr erfolgreich mein Gehirn neu strukturiere, sodass ich mittlerweile 46 Tage clean bin :) So lange wie noch nie!!! Natürlich bemühe ich in erster Linie auf Basis von Kathryn Hansens Erläuterungen meine eigene Kreativität, wie ich mir selbst helfen kann.

Klar, so schnell ging es leider nicht mit dem clean sein (also keinen Fressanfall haben). Wie bereits geschrieben: Das Buch bietet keine Anwendungstipps für den Alltag. "Das Buch wirkte so vielversprechend - und jetzt werd ich mit halbgarem Wissen sitzen gelassen?!", dachte ich mir, als ich das Buch fast durchgelesen hatte. Bis ich verstand: Die Autorin kann mich nicht heilen, aber mir die Brücke zur Heilung zeigen. Drübergehen muss ich selbst. Und das Drübergehen ist für mich die Entwicklung persönlicher, praktikabler Strategien auf Grundlage des Wissens, das mir das Buch vermittelt hat.
Für mich war die "Brain over Binge"-Brücke genau die richtige Brücke. Das Gehirn ist ein Muskel, den wir über Zeit trainieren können. "Steter Tropfen höhlt den Stein."

Ich war selbst viele Jahre lang felsenfest Verfechterin der These, dass Bulimie/BED eigentlich nur der Ausdruck anderer emotionaler/psychischer Probleme ist und es eigentlich nicht ums Essen geht. Doch wie Kathryn Hansen diese These widerlegt und ihre eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse erläutert, hat sich für mich eine Tür geöffnet, die von all meinen Therapeuten, anderen Betroffenen (und auch von mir selbst, um mich ja als "Opfer" darstellen zu können) immer verpöhnt war: Ich selbst bin Schuld am Erhalt meiner Essstörung. Klingt erst mal übel. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ICH in der Lage bin, das Ganze zu stoppen.
Und jeder, der den Willen, die Motivation und das Vertrauen in die Heilung hat, kann sich aktiv verändern. Das ist kein Wunschtraum, das ist Neurobiologie!
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am 12. Januar 2015
Obwohl ich regelmäßig bei Amazon bestelle, habe ich noch nie eine Rezension verfasst. In diesem Fall nun aber schon, denn ich hoffe, damit Leuten mit einem ähnlichen Problem wie meinem helfen zu können. Mein größter Dank gilt der Autorin, denn ihre Veröffentlichung war der erste Ratgeber, der mir wirklich geholfen hat.

Wenn man, so wie ich, von scheinbar unkontrollierbaren "Fress"attacken geplagt wird, und diese anfangen, das Leben zu beeinträchtigen, kann dieses Buch tatsächlich helfen, aus der Spirale heraus zu kommen. Es ist aber keine Zauberei, daher sollte man vor dem Kauf hinterfragen, ob man wirklich bereit dazu ist, diese "schlechte Angewohnheit" ein für alle mal zu beenden und bereit ist, selbst etwas dafür zu tun. Bzw. nicht zu tun. Denn das ist das Mittel, welches die Autorin vorschlägt. Sehr ausführlich stellt sie den Verlauf ihrer "Fresssucht" dar und die schier endlose Suche nach einem Ausweg, sowohl in zahlreichen fehlgeschlagenen Therapieversuchen, als auch mit Selbsthilfebüchern. Am Ende ist sie auf einen Ansatz gestoßen, der sich u.a. auch bei Alkoholsucht bewährt hat. Mir hat es geholfen und ich bin sehr glücklich darüber.
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