Hier klicken Sale Salew Salem Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren studentsignup Cloud Drive Photos Learn More TDZ Matratzen Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho Autorip longss17

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
4
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 6. September 2016
Wer kennt sie nicht, die Mythen unseres Alltags? Dabei denke man beispielsweise an den Lufthansa - Kranich, der seine Flügel seit Jahrzehnten hoch in die Lüfte schwingt. Wer erklärt uns, dass die eine Tür zur Damentoilette und die andere Tür zur Herrentoilette führt? Es sind die Piktogramme, bestehend aus Strichfiguren, mit denen Otl Aicher uns zielsicher durch den Alltag geleitet.

Otl Aicher (1922 - 1991) zählt zu den international bedeutendsten und erfolgreichsten Gestaltern Deutschlands. Er war Mitbegründer der HFG Ulm. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte auch seine Ehefrau, Inge Aicher- Scholl, die Schwester der berühmten Geschwister Scholl, die in der Nazizeit die studentische Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" gegründet hatten und später gefasst und hingerichtet worden waren.

Zunächst war es lediglich die Volkshochschule in Ulm, in der die Eheleute praktizierten. Dann kam aus den Vereinigten Staaten über John Jay McCloy, der von 1949 bis 1952 als amerikanischer Hoher Kommissar im Nachkriegsdeutschland auf dem Petersberg in Königswinter residierte, das Millionen Paket zum Bau der HFG Ulm am "Oberen Kuhberg," die sich als Fortsetzung der Dessauer Kunstgewerbeschule "Bauhaus" auf deutschem Boden verstand. Erster Direktor dieser Hochschule war auf Vermittlung Aichers der ehemalige Bauhausschüler Max Bill. Nach dessen Ausscheiden leitete Otl Aicher nach einer Übergangsphase von 1962 bis 1964 die HFG als alleiniger Direktor.

Die HFG hat so wie kaum eine andere Institution der Nachkriegszeit Designer in ihrer Ausbildung nachhaltig inspiriert. Es waren vor allem die Leistungen der beiden größeren Abteilungen Produktgestaltung und Visuelle Kommunikation, in denen neben Otl Aicher auch bekannte Designer wie Hans Gugelot oder Walter Zeischegg lehrten, die das Bild der Hochschule für Gestaltung in der Fachwelt und der Öffentlichkeit prägten. Anders als im Bauhaus, das bei der Gründung der Ulmer Schule sozusagen noch Modell stand, hat sich die Abteilung Produktgestaltung an der hfg vor allem auf das Industrial Design, also die Gestaltung technischer Geräte, und auf Design für den öffentlichen Bereich konzentriert. Nicht künstlerische, sondern wissenschaftliche Fächer sorgten für das nötige Fundament. Mit diesem Konzept hat die hfg weltweit "Schule gemacht". Man arbeitete eng mit der Industrie zusammen. So wurde beispielsweise das Design der Firma Braun (Elektrogeräte), von Junghans (Uhren), Gardena (Gartengeräte), Lamy (Schreibgeräte) oder Wilkhahn beeinflusst, ganz zu schweigen vom Stapelgeschirr oder Stapelstühlen, welche heute in jeder Kantine zu finden sind, oder dem berühmten Ulmer Hocker aus der Ära Max Bill. Der Hochschule wurden allerdings im Jahr 1968 die Fördergelder nach Beschluss des Landtags des Bundeslandes Baden - Württemberg gestrichen, so dass die Hochschule trotz internationaler Proteste ihre Tore schließen musste.

Aicher war an der HFG vorwiegend für die Lehre des Kommunikationsdesigns zuständig.
Der heute geläufige Begriff der Visuellen Kommunikation ist auf Aichers theoretische Arbeit zurückzuführen. Aicher ist aber auch der Wegbereiter des Corporate Designs. Erstes erfolgreiches Beispiel dafür ist das Erscheinungsbild der Lufthansa. Er arbeitete auf wissenschaftlicher Basis Richtlinien und Normen aus, zu denen auch die Festlegung von Logo, Schriftart und Hausfarben (Blau - Gelb) zählten.

So begann die Eroberung der Welt durch eine neue, nämlich visuelle Sprache. Im Jahr 1967 wurde Aicher somit zum offiziellen Gestaltungsbeauftragten der Olympischen Spiele in München berufen. Die Besonderheit der Aufgabe bestand für Aicher darin, der Welt ein neues Bild von Deutschland zu vermitteln. Er setzte auf einen schnörkellosen, geradlinigen, radikalen und prägnanten Stil, der in seiner konsequenten Einheitlichkeit überzeugte. Die international verständlichen Piktogramme, welche die verschiednen Sportarten darstellen, sind zu einer visuellen Weltsprache avanciert und dienen auch heute noch der globalen Verständigung im Sport. In Aichers Werk spürt man die Weiterentwicklung der Ideen des Bauhaus. Man denke dabei nur an das berühmte literarische Werk von Wassily Kandinsky "Punkt und Linie zu Fläche." So werden Sie in diesem Buch - allerdings anders als bei Kandinsky - einen Igel oder Fuchs entdecken, die zwar nur aus Strichen bestehen, aber visuell als nette Lebewesen vom Auge erfasst werden.

Weitere Unternehmen, an deren Erscheinungsbild Aicher beteiligt war, sind das ZDF, ERCO Leuchten, Flughafen Frankfurt, Dresdner Bank, Westdeutsche Landesbank, Sparkasse, Raiffeisenbank, Bulthaup Küchen, Bayerische Rück, FSB, Durst Phototechnik, Schulz Bürozentrum sowie der Verlag Severin & Siedler.

In seinem typografischen Werk griff Aicher immer wieder gern auf Rastersysteme zurück. Für sein Schaffen benutzte Otl Aicher zunächst weitgehend durch andere Typografen vorgelegte Schriften, so u. a. die Univers von Adrian Frutiger für die Olympischen Spiele in München. Erst gegen Ende seines Schaffens entwickelte er mit der Rotis selbst eine erfolgreiche Schrift. Mit dieser nach seinem Wohnort im Allgäu benannten Schrift konnte er erneut das Feld optischer Erneuerung besetzen. Als Fließtext wird sie zwar nicht in jeder Hinsicht als optimal empfunden, aber bei Markenerscheinungen hat sie bis heute (2008) Erfolg (u. a. ERCO Leuchten, Bulthaup, etc.).

Wie bereits einleitend gesagt: Otl Aicher ist eine international bekannte Größe. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der amerikanische Verlag "Phaidon Press", bekannt für hochwertige Bücher zur Kunst und Architektur, diesem Mann eine Werksretrospektive widmet, die ebenfalls unvergleichlich gut gelungen ist. Sie erhalten einen unglaublich großen Einblick in die typographische Arbeit Aichers, vom farbigen Plakat, über Strichfiguren bis zum Schriftzug. Leider sind viele Abbildungen - typisch Piktogramm - recht klein und fordern die Aufmerksamkeit des Betrachters, im Wirrwarr entdeckt zu werden.

Für interessierte Leser dieses Buchs könnte auch noch der Ausstellungskatalog "Piktogramme der Einsamkeit" vom Kunstmuseum Stuttgart interessant sein. - Christoph Erlemeier -
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. November 2008
Dieses Buch über Otl Aicher war überfällig,' hat er doch schließlich das Design in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich mitgeprägt. Und dabei ist noch nicht einmal relevant, ob man ihn und seine Arbeit schätzt, verehrt oder kritisiert. Aicher war wahrscheinlich ohnehin der bessere »Forscher« als grafische »Gestalter«, und damit ein Inbegriff für eine Designhaltung. Genau darin liegt auch die Qualität dieses Buch: es vermittelt die Denkweise, die Haltung -' eben ein »Design als Methode«, wie es Otl Aicher über Jahrzehnte prägte. Im übrigen ein hochaktuelles Thema. Schön ist aber auch die dargestellte Vielfalt, die es endlich ermöglicht, alle wichtigen Arbeiten aus dem Büro Aicher kompakt in einem Buch versammelt zu haben. Ein großer Gestalter hat seine gelungene bibliophile Retrospektive erhalten!
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. März 2014
Ich verdanke OA sehr viel. Und MR hat OA und seine Partner sehr fleißig zusammen gesucht und gut dargestellt. Eine Kommunikationskultur die selbst der Welle der Twitterei stand hält. JWB
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. März 2011
Dieses Buch gibt eine Super Übersicht zu den Werken von Otl Aicher.
Ich kann es als Studienbegleiter für Medienschaffende nur allerwärmstens empfehlen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken