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TOP 1000 REZENSENTam 26. Dezember 2012
Im Mittelpunkt der Betrachtung dieses broschierten kurzweiligen Buchs steht das Eames House, welches auch unter der Bezeichnung Case Study House Number 8 bekannt ist, denn es war eines von rund 36 Objekten, welches im Rahmen des Case Study Programms zur Erstellung kostengünstiger und experimenteller Musterhäuser im Raum von Los Angeles geplant und errichtet worden ist. Zum Einsatz gelangten moderne Industriewerkstoffe und Technologien, aber auch standardisierte Bauelemente, um zu zeigen, dass man so in der Zeit der Wohnungsnot und des Nachkriegsbooms der wachsenden Nachfrage nach Wohnraum in den USA schnell und mit attraktiven Lösungen begegnen kann. Das Case Study House Programm zählt zu den wichtigsten Beiträgen der USA zur modernen Architektur des 20. Jahrhunderts.

Das Eames Haus gilt neben Bauten von Craig Ellwood, Pierre König und Raphael Soriano zu den bedeutendsten. Die Besonderheit des Eames House liegt darin, dass dessen Architekten das Bauwerk selbst nutzen wollten. Das Ehepaar Charles und Ray Eames sind allerdings vorwiegend als Möbeldesigner, Fotografen und Filmemacher bekannt.

Die Chance für den Entwurf eines Case Study Houses ergab sich für die Eames durch die Freundschaft und Zusammenarbeit mit John Entenza, dem Herausgeber der Zeitschrift "Arts & Architecture," welche mit dem Programm erstmals selbst aktiv ins Baubusiness eingreifen wollte statt immer nur von moderner Architektur zu berichten. Ray Eames entwarf für das Magazin viele Covers. Das Haus befindet sich auf einem Felsvorsprung rund 45m über dem Meer in Pacific Palisades bei Los Angeles. Im Buch werden auch die ersten Entwürfe und Ideen aufgezeigt, die dann aber nicht realisiert worden sind. Die vor dem Eames House realisierten Case Study Houses wurden aus Holz hergestellt, aber Charles Eames begeisterte sich letztendlich für das Baumaterial Stahl nach dem Besuch einer Ausstellung im Jahr 1947 über Mies Van der Rohe, als er dessen Entwürfe für ein Glashaus in Hanglage von 1934 erblickte.

So sollte das Wohnhaus zunächst als Brückenhaus rechtwinklig zum in Hang eingelassenen Atelier stehen und über eine tiefer liegende Wiese mit Hilfe von zwei Stahlstützen weit auskragen, um damit freie Sicht auf das Meer zu erlangen. Aufgrund der kaum übersehbaren Ähnlichkeit zum Van der Rohe Entwurf und der unliebsamen Notwendigkeit die vorhandenen Eukalyptusbäume auf dem Gelände dafür fällen zu müssen, änderte er den Plan erneut ab. So entstanden zwei Quader in einer Flucht, von denen der erste als Wohnhaus und der zweite als Atelier genutzt wurde. Da die Bauwerke in den Hang eingelassen werden mussten, war eine rund 53,5m lange und 2,4m hohe schützende Winkelstützwand notwendig, die beide Bauten miteinander verbindet und gleichzeitig auch als Außenwand im Erdgeschoss dient. Das tragende Stahlskelett konnte aufgrund der Vorfertigung in rund 1,5 Tagen komplett montiert werden. Der Rahmen besteht aus 10cm starken H-Stützen und die Deckenträger aus rund 30cm hohen Fachwerkträgern, über die sich ein Blechdach mit Kiesschüttung ausbreitet. Neben Stahl und Beton kamen auch Glas, Asbest und Cemesto Platten zum Einsatz. Das Bauwerk glich in der Komposition, auch aufgrund der Verwendung von Primärfarben einem Piet Mondrian Gemälde, wie die Presse zur Verärgerung von Charles Eames folgerichtig bemerkte. Das Lichtspiel und die Wahrnehmungsmöglichkeiten, die der Raum bietet, sind auch aus heutiger Sicht immer noch modern und erinnern an Entwürfe von Gerrit Rietveld, der solche Konzepte allerdings professioneller und funktionaler verwirklichte. Das Wohnhaus hat eine Wohnfläche von rund 139m² und das Atelier besitzt eine Arbeitsfläche von rund 93m.² Interessante Einblicke ergeben sich beispielsweise durch das zweigeschossige Atrium aus dem zweiten Geschoss in den Bereich des Wohnzimmers.

Transparenz und die Beziehung zwischen Innen und Außen nach japanischen Vorbildern waren in den USA bei Architekten schon lange sehr beliebt. Der Ursprung dieses Denkens lag in der Präsentation des Ho-o-Den Tempel auf der Columbian Exposition im Jahr 1893. Beutende Transferleistungen von Fernost in den westlichen Kulturkreis vollbrachten zuvor schon Frank Lloyd Wright oder die Architekten Greene & Greene mit dem Gamble House in Kalifornien. Auch das Eames Haus knüpft hier an, denn die Raster erinnern nicht nur an Mondrian, sondern auch an eine modulare Neuinterpretation des Tatami Musters. Auch dieser Einflussgröße wird im Buch mit einigen Worten Rechnung getragen. Aufgrund der damals herrschenden Materialknappheit wurde das bereits 1945 entworfene Haus nach einigen Abänderungen erst 1949 errichtet

Das Buch gliedert sich in eine Reihe von Büchern des Verlagshauses ein, die sich mit Architekturmeilensteinen des 20. Jahrhunderts einzeln und im Detail beschäftigt.. Das Buch folgt dabei einem gleichbleibenden Schema in der Reihe, bestehend aus einem Textanteil (hier 21 Seiten), einem Kapitel mit Fotos (SW und farbig, 24 Seiten) und einem Abschnitt, in dem Planmaterial präsentiert wird. Den Höhepunkt setzt sicher das Planmaterial, da hier ein bemerkenswerter Einblick in die Bauwerkskonstruktion geliefert wird. Auf rund 11 Seiten erblicken Sie einen Bebauungsplan, Grundrisse, Ansichten, Schnittzeichnungen und einen exemplarischen Schnitt durch die Wandkonstruktion über die volle Bauwerkshöhe. Ebenso widmet der Autor der Spindeltreppe Aufmerksamkeit, die aus einzelnen aufeinander steckbaren Stufenteilen besteht, wie man sie heutzutage auch schon als Bausatz im Baumarkt erwerben kann. Da das Planmaterial leider nur in reduzierte Form offenbart wird, fehlen hier auch konkrete Maße. Diese lassen sich aber durch Messen und Rechnen erschließen, da ein Maßstab zu den Zeichnungen gegeben ist bzw. auch Hinweise in den Legenden gegeben werden. Das Buch schafft einen schnellen Überblick zu den wichtigsten Eckdaten und Features des Bauwerks. Es eignet sich von daher gut als Ausgangsbasis für Referate oder wissenschaftliche Auseinandersetzungen an der Universität. Trotz der abschreckend kalten Industriematerialien lohnt sich eine gegenwärtige Auseinandersetzung mit dem Bauwerk, da sich bestimmte Gestaltungsprinzipien als beständig erwiesen haben. Der Autor scheint auch einiges über Wahrnehmungsprozesse zu wissen, schneidet das Thema aber leider nur in zwei bis drei Sätzen an. Somit hätte das Buch auch für interessierte Laien eine spannende Lektüre werden können und der allgemein ablehnenden Haltung des Otto - Normal - Verbrauchers gegenüber der klassischen Moderne entgegen wirken können. Mir liegt eine Ausgabe des Titels aus dem Jahr 2002 vor und diese ist wesentlich kleiner im Formal (25 x 25cm) ausgefallen als die ersten Exemplare der Serie. Für das Buch zeichnet sich der Architekt James Steele verantwortlich, der auch als Dozent an der Universität von Südkalifornien in Los Angeles tätig ist. Das Buch wurde in einem gut verständlichen Englisch formuliert.
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