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Thomas Piketty ist ein Star-Ökonom, der an der Paris School of Economics lehrt. Seinem "Capital in the 21st Century" wird ein Maß an Beachtung und Lob zuteil, das wohl niemand erwartet hätte. Dass Nobelpreisträger Paul Krugman es zum "wichtigsten Wirtschaftsbuch des Jahres - und vielleicht des Jahrzehnts" erklärt, verwundert nicht, dass es von vielen seiner eher wirtschaftsliberalen Kollegen – zumal in den USA – so positiv aufgenommen wurde, schon.

Das Buch ist ein Wälzer, der mit einer Fülle von Statistiken die Entwicklung von Wirtschaftskraft und Vermögenskonzentration von der Antike bis in die Gegenwart illustriert. Als Kernthese kristallisiert sich dabei heraus, dass die Kapitalerträge kontinuierlich und signifikant das Wirtschaftswachstum überstiegen. Erst im 20. Jahrhundert schien es diesbezüglich eine Trendwende zu geben, da die Wirtschaft - nach weltweiten Krisen und Kriegen - einen enormen Aufschwung erlebte sowie Kapitalerträge und Erbschaften massiv besteuert wurden. So entstand in den Ländern des Westens eine starke Mittelschicht. Doch in den 1970er Jahren ließ das Wachstum nach. Die neoliberale Wende, so der Autor, sei dann mit einer drastischen Reduzierung der Besteuerung von Kapitalerträgen und Vermögen einher gegangen. Die forcierte Globalisierung nach dem Fall des Ostblocks verlieh einer solchen Politik noch mehr Vorschub.

In den vergangenen drei Jahrhunderten sei die Weltwirtschaft inflationsbereinigt pro Jahr im Schnitt um gut 1,5 Prozent gewachsen. Dies verdanke sich zur einen Hälfte dem Bevölkerungswachstum, zur anderen der Produktivitätssteigerung durch technischen Fortschritt. Das Wachstum der Vermögen liegt kontinuierlich bei im Schnitt etwa vier Prozent vor Abzug der Steuern. Für Immobilien und Grundstücke, so Piketty, läge sie meist bei etwas über drei Prozent, für Finanzprodukte sogar bei sechs - sieben Prozent. Die hohen Kapitalerträge erzielt v.a. derjenige, der entsprechend breit gewinnbringend anlegen kann. Mit 50.000 Euro werde man kaum dauerhaft fünf Prozent Return erreichen.

Besonders in den USA konnte sich die beschriebene Dynamik in den letzten Jahrzehnten weitgehend ungebremst entfalten. In den Jahren von 1945 - 1970 entfielen auf die reichsten zehn Prozent der Amerikaner dreißig Prozent des Gesamteinkommens, 2007 war es schon fast die Hälfte. Anders als man vermuten könnte, hat die Finanzkrise die Einkommens- und Vermögensspreizung noch vergrößert. Das Gros der Bevölkerung hat rund zwölf Prozent weniger zur Verfügung als vor der Krise. Das reichste Prozent hingegen verbucht noch einmal einen Einkommenszuwachs von elf Prozent.

In den USA besitzt das „obere“ eine Prozent rund vierzig Prozent des Vermögens; ebenso die in der Vermögensrangordnung folgenden neun Prozent. Etwa acht Prozent des Gesamtvermögens entfallen auf das folgende Zehntel; die ärmeren achtzig Prozent besitzen hingegen nur nur etwa zwölf Prozent. Allein die sechs Erben des Supermarktimperiums Wal-Mart kontrollierten 2011 ein Vermögen von fast 70 Milliarden Dollar. Das ist so viel, wie die gesamten unteren dreißig Prozent der US-Gesellschaft an Vermögen besitzen.

Soviel zu den Verhältnissen im von deutschen Medien so gern als unsozial gescholtenen Amerika. Doch soviel anders sind die Zahlen auch hierzulande nicht. Auf die reichsten zehn Prozent entfallen rund sechzig Prozent des Gesamtvermögens; auf die reichsten zwanzig Prozent bezogen sind es achtzig Prozent. Die „unteren“ achtzig Prozent besitzen folglich nur zwanzig Prozent.

Natürlich, so der Autor, sei Kapitalakkumulation zunächst einmal nichts Schlechtes. Im Gegenteil – diese sei die Grundlage einer sich ständig erweiternden Produktionsbasis, des technischen Fortschritts, steigender Produktivität. Eine zu rigorose Umverteilung liefe deshalb auf ökonomischen Selbstmord hinaus. Piketty plädiert für eine progressive Vermögensteuer, die Kapital von einem relativ hohen Level an umso mehr besteuert, je reicher jemand ist. Vermögensaufbau solle hingegen begünstigt, sprich nicht nur untere, sondern auch mittlere Einkommensklassen steuerlich entlastet werden.

Eine solche progressive Vermögensteuer, so Piketty, entspräche einer zivilisierte Form der Inflation. Die übliche Inflation sei eher eine regressive Vermögensteuer; entlaste verschuldete Staaten, vernichte aber privaten Wohlstand, besonders den der einfachen Sparer. Immobilieneigentümer hingegen, verlören bspw. gar nichts. Eine gerechte und maßvolle Umverteilung könne bspw. so erfolgen: Vermögen unter 200.000 Euro bleiben steuerfrei, bei 500.000 - eine Million Euro wird ein Prozent erhoben, darüber zwei Prozent.

Natürlich bedürfte es hier auch internationaler Regelungen, denn in einer globalisierten Welt verflüchtigt sich das Kapital bekanntlich schnell, wenn es sich irgendwo zu „unwohl fühlt“. Sich innerhalb der EU zu einigen, so Piketty, wäre ein erster Schritt: „Wir brauchen eine Fiskalunion, aber die Europäer sollten nicht alle Steuern und staatlichen Ausgaben zusammenlegen. Dennoch sollten wir die Steuerpolitik, die grenzübergreifende Geschäfte betrifft, eng koordinieren. Es ist sehr schwierig, sich darauf zu einigen, welche Unternehmensgewinne von der Körperschaftsteuer eigentlich betroffen sein sollen - wir haben gerade 17 verschiedene Regeln dazu in der Euro-Zone. Als Konsequenz finden multinationale Konzerne immer einen Weg, weniger Steuern zu zahlen als die kleineren Firmen, indem sie ihre Gewinne verschieben und geringe Unterschiede in den Steuergesetzen ausspielen.“

Piketty sieht in der Ungleichverteilung eine enorme Gefahr für die Demokratie. Wenn sich in den Händen einzelner Leute oder auch nichtstaatlicher Institutionen ein Reichtum befindet, der das BSP ganzer Staaten übersteigt, wird es für Regierungen immer schwerer, die Interessen solcher Wirtschaftsakteure zu übergehen. Dass Superreiche schon heute über ihre Beteiligung in Finanzkonglomeraten erheblichen politischen Einfluss ausüben, steht außer Frage. Aber sie machen längst mit von ihnen finanzierten NGOs auch Weltpolitik – finanzieren Umstürze und in gewissem Umfang Nationbuilding – bisher in einer Art und Weise, die vielerlei Hinsicht durchaus lobenswert ist, doch nichts desto trotz in keiner Weise demokratisch legitimiert. Natürlich wird mit einer hohen Konzentration von Reichtum auch die Gefahr von Korruption in großem Maßstab virulent, ebenso wie die Möglichkeiten der Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Eigentümerschaft im Bereich der Medien. Ganz allgemein büßt ein politisches System, dass eine so ungleiche Verteilung der Güter dieser Welt befördert, und die keinerlei Wertschöpfung erbringenden Geschäftsaktivitäten im Rahmen einer immer stärker aufgeblähten Finanzindustrie mehr belohnt als ehrliche, engagierte Leistung, in den Augen vieler Menschen seine moralische Legitimität ein. Sie steigen innerlich aus und identifizieren sich nicht mehr mit dem Ganzen – für jede Demokratie ein unguter Trend. Und natürlich wird irgendwann am Horizont auch die Gefahr sozialrevolutionärer Erhebungen herauf dämmern.

Im internationalen Kontext - im hinteren Teil des Buches nimmt der Autor Bezug darauf - bekommt die Akkumulation von Reichtum noch einmal in anderer Weise ein ganz besonderes politisches Gewicht. Wenn nationale Politik in autoritär regierten Ländern die Anhäufung großer Vermögen noch zusätzlich begünstigt oder gar unter staatlicher Ägide in Form gigantischer Fonds betreibt, siehe etwa Qatar oder China, könnte daraus eine erhebliche Herausforderung für die Länder des Westens erwachsen. „Wird China die Welt besitzen?“, fragt der Autor gar. Schon jetzt reguliert die kommunistische Regierung Auslandsinvestitionen ebenso wie die Wechselkurse. Rein theoretisch, so Piketty, könnte sie auch Sparquoten durchsetzen. So ergäbe sich ein gewaltiges Potenzial, sich in die Schlüsselbereiche der westlichen Wirtschaft einzukaufen. Für sehr wahrscheinlich hält er ein solches Szenario allerdings nicht. Wenn er die EU-Bürger damit tröstet, dass sie letztlich immer noch ungleich vermögender seien als die Chinesen, überzeugt das freilich nicht. Die Lohn- und Preisniveaus werden sich – zumal in den Städten - in Zukunft mehr und mehr angleichen, und somit auch der Immobilienwert, der sich in der Gegenüberstellung des Autors - 70 Bio. EU-Vermögen - 3 Bio. auf chinesischer Seite, verbirgt.

Ob mit staatlich verordneter Umverteilung allein die im Buch geschilderte Problematik in den Griff zu bekommen ist, erscheint fraglich. Will man das Problem an der Wurzel packen, kommt man nicht umhin, die Grundprämissen ökonomischen Denkens, die inzwischen weltweit an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten vermittelt werden, zu hinterfragen. Wenn der heiße Kern aller Wirtschaftsdynamik im freien Spiel der auf eigennützige Gewinnmaximierung gerichteten Marktakteure gesehen wird, darf man sich nicht wundern, wenn sich mehr und mehr Vermögen in den Händen derjenigen konzentriert, die dieses Spiel am besten beherrschen. Hier muss ein Umdenken stattfinden, denn der heiße Kern jeder positiven gesellschaftlichen Dynamik ist das Engagement verantwortlicher, mit möglichst hohem ethisch-moralischem Anspruch agierender Menschen. Für alle Bereiche der Gesellschaft setzen wird auch ganz selbstverständlich am Gemeinwohl orientierte Standards. Ausgerechnet den Bereich von vielleicht zentralster Bedeutung – die Ökonomie – glauben wir, ungestraft davon ausnehmen zu können. Mehr noch, wir kultivieren geradezu Verantwortungslosigkeit, indem ein primär wertorientiertes Agieren in der Wirtschaft als Ausdruck von Naivität und Inkompetenz angesehen wird.

J. Stiglitz, Nobelpreisträger und ehem. Chefvolkswirt der Weltbank, bringt es auf den Punkt, wenn er in seinem Buch "Im freien Fall" schreibt: "..wir haben eine Gesellschaft geschaffen, in der der Materialismus über moralische Bindungen obsiegte, in der das Wachstum, das wir erreicht haben, weder ökologisch nachhaltig noch langfristig gesellschaftlich tragfähig ist, in der wir nicht als Gemeinschaft handeln, um unsere gemeinsamen Bedürfnisse zu befriedigen - unter anderem weil ein radikaler Individualismus und Marktfundamentalismus jeglichen Gemeinschaftssinn unterhöhlt, zu einer rücksichtslosen Ausbeutung unvorsichtiger und ungeschützter Menschen und zu einer stetig wachsenden sozialen Spaltung geführt haben. […] Noch ist es nicht zu spät, um diese Spaltungen zu überwinden."

„Die Wirtschaftswissenschaft“, so Stiglitz an anderer Stelle, „hat diesem mangelnden moralischen Verantwortungsbewusstsein unabsichtlich Vorschub geleistet. Eine unbedarfte Lektüre von Adam Smith könnte einen zu der Annahme verleiten, er habe die Marktteilnehmer der Bürde ethischer Reflexion enthoben. Schließlich führe die Verfolgung eigennütziger Interessen wie von unsichtbarer Hand zum Gemeinwohl; man müsse mithin nichts weiter tun - sollte nichts weiter tun -, als konsequent seine eigennützigen Ziele zu verfolgen. Und die Akteure im Finanzsektor haben scheinbar genau dies getan. Die Verfolgung eigennütziger Interessen - Gier - beförderte nun aber gerade nicht das Gemeinwohl“. Sein Fazit: "Wenn die Vereinigten Staaten [und nicht nur diese] ihre Wirtschaft erfolgreich reformieren wollen, müssen sie möglicherweise mit einer Reform der Wirtschaftswissenschaften beginnen."
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am 26. März 2014
*A full summary of this book is available here: An Executive Summary of Thomas Piketty's 'Capital in the Twenty-First Century'

The main argument: The unequal distribution of wealth in the developed world has become a significant issue in recent years. Indeed, the data indicate that in the past 30 years the incomes of the wealthiest have surged into the stratosphere (and the higher up in the income hierarchy one is, the greater the increase has been), while the incomes of the large majority have stagnated. This has led to a level of inequality in wealth in the developed world not seen since the eve of the Great Depression. This much is without dispute.

Where there is dispute is in trying to explain just why the rise in inequality has taken place (and whether, and to what degree, it will continue in the future); and, even more importantly, whether it is justified. These questions are not merely academic, for the way in which we answer them informs public debate as well as policy measures—and also influences more violent reactions. Indeed, we need look no further than the recent Occupy Movement to see that the issue of increasing inequality is not only pressing, but potentially incendiary.

Given the import and the polarizing nature of the issue of inequality, it is all the more crucial that we begin by way of shedding as much light on the situation as possible. This is the impetus behind Thomas Piketty’s new book Capital in the Twenty-First Century.

One of Piketty’s main concerns in the book is to put the issue of inequality in its broader historical context. Specifically, the author traces how inequality has evolved from the agrarian societies of the 18th and early 19th centuries; through the Industrial Revolution and up to the First World War; throughout the interwar years; and into the second half of the twentieth century (and up to the first part of the twenty-first).

With this broad historical context we are able to see much more clearly the causes of inequality. As we might expect, what we find is that inequality is influenced by a host of societal factors—including economic, political, social and cultural factors. However, what we also find is that inequality is influenced by a broader set of factors associated with how capital works in capitalist societies (and market economies more generally).

Specifically, we find that capital (and the wealth it generates) tends to accumulate faster than the rate of economic growth in capitalist societies. What this means is that capital tends to become an increasingly prevalent and influential factor in these societies (at least up to a point). What’s more, wealth not only tends to accumulate, but to become more and more concentrated at the top (mainly because those with more capital are able to earn a higher rate of return on their capital investments). For these reasons, capitalism on its own tends to produce a relatively high degree of inequality.

The natural tendency of capital to accumulate and to become ever more concentrated largely explains the high degree of inequality that was witnessed in the developed world in the early part of the twentieth century. This inequality was largely dashed, however, in the interwar years. The reason for this is that the major events of the first half of the twentieth century (including the two world wars, and the Great Depression) thwarted capital’s natural tendency to accumulate, and also destroyed large stocks of wealth. The end result was that by the time World War II was over, inequality in the developed world had reached an all-time low.

After the Second World War, the natural tendency of capital to accumulate resumed. However, various political and economic measures (including progressive taxation, rent control, increasing minimum wages, and expanded social programs) worked to redistribute this growing capital, thus preventing inequality from growing as quickly as it would have otherwise.

In the 1980s, though, the developed countries did an about-face, and began eliminating many of the measures that had prevented inequality from rising according to its natural tendency. The consequence was that inequality reasserted itself in a major way, such that it is nearly as extreme today as it was on the run up to the Great Depression. Furthermore, the historical evidence indicates that capital will likely continue to accumulate and become ever more concentrated, such that we will witness an even greater level of inequality moving forward.

As far as justifying the growing inequality that we are currently seeing, Piketty raises serious doubts as to whether it may rightly be considered fair. What’s more, as inequality continues to grow, it is increasingly likely that large parts of the population will also come to see it as unfair and unjustified—thereby increasing the likelihood of political opposition.

For Piketty, the best and fairest solution to these problems would be to steepen the progressive taxation applied to the wealthiest individuals. The problem, though, is that in a world of financial globalization (where there is a high degree of competition for capital—as witnessed by tax havens), it is extremely difficult to apply the appropriate tax scheme without the cooperation and coordinated efforts of the international community—and this is simply not something that is easy to achieve.

The alternative, however, is much more troubling for it is likely that it will involve reverting to protectionism and nationalism—and this is really in no one’s interest.

This book is an absolute tour-de-force. The broad time-frame that Piketty explores, and the enormous body of data that he brings together, makes this study extremely comprehensive (no one will even think of accusing Piketty of cherry picking the data). Also, the reader is struck by how dispassionately Piketty analyzes the evidence he brings to the table. Indeed, while the author does have a position on inequality, one never receives the impression that this is corrupting his analysis (I consider myself to be a pragmatist politically, and often find that writers on both the left and the right massage the truth, but that was never the case here). Finally, it should be said that the book is very long, and just as dense, with the author often delving into extreme detail, so be prepared for a challenge. A must read for anyone with a serious interest in economics. A full summary of the book is available here: An Executive Summary of Thomas Piketty's 'Capital in the Twenty-First Century'
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am 11. November 2015
The most brilliant idea of this book is the title 'CAPITAL in the Twenty-First Century' which reminds the world of 'DAS KAPITAL' by Karl Marx published in 1867.

Wikipedia Nov. 6th, 2015: 'On May 18, 2014, the English edition reached number one on the New York Times Best Sellers List for best selling hardcover nonfiction[2] and became the greatest sales success ever of academic publisher Harvard University Press.[3] As of January 2015, the book had sold 1.5 million copies in French, English, German, Chinese and Spanish.
Can you imagine such a success with a book title 'TAXATION in the Twenty-First Century'?
This small difference ' using CAPITAL instead of TAXATION ' made Piketty a millionaire, a rich man for normal people.

The popularity of Picketty and his book provides several options between ignoring the book and trying to digest the 685 pages to develop one's own Position which I have tried to do. Below I quote directly from the book and add my comments marked as MC.

Picketty identifies two fundamental laws of capitalism.
The First Fundamental Law of Capitalism: ' = rxß. Share of income from capital (') = rate of return on capital (r) multiplied by the capital/income ratio (ß). For example, if ß=600% (national wealth represents the equivalent of six years of national income) and r=5% per year, then ' is 30%. Page (Pg) 52.
The Second Law of Capitalism: the higher the savings rate (s) and the lower the growth rate (g) of the Gross Domestic Product (GDP), the higher the capital/income ratio (ß). (Pg. 55.)

Picketty's goals and tax proposals:
The history of the distribution of wealth has always been deeply political, and it cannot be reduced to purely economic mechanisms. (Pg. 20)
The dynamics of wealth distribution reveal powerful mechanisms pushing alternately toward convergence and divergence. There is no natural, spontaneous process to prevent destabilizing, inegalitarian forces from prevailing permanently. (Pg. 21) The Fundamental force for divergence: r>g. (Pg. 25)
There is no certainty that the largest fortunes are the ones most affected by inflation or that relying on inflation to reduce the influence of wealth accumulated in the past is the best way of attaining that goal. (Pg. 212)
As I have already noted, the ideal policy for avoiding an endless inegalitarian spiral and regaining control over the dynamics of accumulation would be a progressive global tax on capital. (Pg. 471)
To be sure, good economic and social policy requires more than just a high marginal tax rate on extremely high incomes. By its very nature, such a tax brings in almost nothing. A progressive tax on capital is a more suitable instrument for responding to the challenges of the twenty-first century than a progressive income tax. (Pg. 473)
Hence the history of economic development is also a matter of political and cultural development, and each country must find its own distinctive path and cope with its own internal divisions. (Pg. 491)
The ideal tool would be a progressive global tax on capital, coupled with a very high level of international financial transparency. ' A global tax on capital is a utopian idea. (P. 515)
To my mind, the objective ought to be a progressive annual tax on individual wealth ' that is, on the net value of assets each person controls. (Pg. 516)
MC: on one side Picketty considers each country responsible for its own distinctive path; on the other side he proposes a progressive global tax. Any such global tax can be considered as a pure pipe dream, not only a utopian idea which would become true once upon a time.

Picketty: The proposed tax is in no way intended to replace all existing taxes. It would never be more than a fairly modest supplement to the other revenue streams on which the modern social state depends: a few points of national income (three or four at most ' still nothing to sneeze at).
The primary purpose of the capital tax is not to finance the social state but to regulate capitalism. The goal is first to stop the indefinite increase of inequality of wealth, and second to impose effective regulation on the financial and banking system in order to avoid crises. (Pg. 518)
Since a progressive income tax exists and, in most countries, a progressive estate tax as well, what is the purpose of a progressive tax on capital? In fact, these three progressive taxes play distinct and complementary roles. Each is an essential pillar of an ideal tax system. There are two distinct justifications of a capital tax: a contributive justification and an incentive justification. (Pg. 524)
' it is very difficult for a country acting on its own to impose a progressive tax on capital. '
What would then be the ideal tax schedule? As usual, there is no mathematical formula for answering this question, which is a matter for democratic deliberation. It would make sense to tax net wealth below 200.000 euros at 0,1 percent and net wealth between 200.000 and 1 million euros at 0,5 percent. '
To a large extent a tax of this sort could be readily implemented by individual countries acting alone.
Note that there is no reason why the tax rate on fortunes above 5 million euros should be limited to 2 percent. Since the real returns on the largest fortunes in Europe and around the world are 6 to 7 percent or more, it would not be excessive to tax fortunes above 100 million or 1 billion euros at rates well above 2 percent. The simplest and fairest procedure would be to set rates on the basis of observed returns in each wealth bracket over several prior years. Pg. 529)
' it would probably be necessary to levy rates of about 5 percent on the largest fortunes. If a more ambitious goal is preferred ' say, to reduce wealth inequality to more moderate levels than exist today (and which history shows are not necessary for growth) ' one might envision rates of 10 percent or higher on billionaires. (Pg. 530)
If necessary, the tax can be quite steeply progressive on very large fortunes, but this is a matter for democratic debate under a government of laws. A capital tax is the most appropriate response to the inequality r>g as well as to the inequality of returns to capital as a function of the size of the initial stake. Footnote 33. (Pg. 532) Footnote 33 on Page 644:
The optimal rate of the capital tax will of course depend on the gap between the return on capital, r, and the growth rate, g, with an eye to limiting the effect of r>g. For example, under certain hypotheses, the optimal inheritance tax rate is given by the formula t=1-G/R, where G is the generational growth rate and R the generational return on capital (so that the tax approaches 100 percent when growth is extremely small relative to return on capital, and approaches 0 percent when the growth rate is close to the return on capital. (Pg. 644)

MC: How G and R would be calculated and on which level - Eurozone, EU, Europe, globally - is missing!
Such progressive tax concepts with the effect of 'multiple taxation' - to tax what has already been taxed ' would create a climate totally unfriendly to entrepreneurs, employers, the whole private industry sectors and the building of wealth far below the level Picketty is focusing on (top decile, top centile). It would finally contribute to growing unemployment when the opposite is of utmost importance.
Applying such toxic formulae would empower politicians to expropriate slowly but surely private property and thus undermine the fundamentals of pluralistic democracies based on private wealth and ownership.

Picketty: Extending the principle of 'residence of the capital asset' (rather than of its owner) to financial assets would obviously require automatic sharing of bank data to allow the tax authorities to assess complex ownership structures. Such a tax would also raise the issue of multinationality. Adequate answers to all these questions can clearly be found only at the European (or global) level. The right approach is therefore to create a Eurozone budgetary parliament to deal with them. Are all these proposals utopian? No more so than attempting to create a stateless currency. (Pg. 561)
MC: this would be an additional parliament beside the EU Parliament; the Eurozone is a fragile part within the EU and Europe is more than the EU. To implement such an institution is another pipe dream of the author given the current political Eurozone and EU status.

Picketty comments the quality of his own data to support his goals and tax proposals as follows:
A Debate without Data? ' Indeed, the novels of Jane Austen and Honore de Balzac paint striking portraits of the distribution of wealth in Britain and France between 1790 and 1830. Pg. 2
His vivid essay [Thomas Malthus in 1798] was by no means inaccurate. Pg. 4
Like his predecessors, Marx totally neglected the possibility of durable technological progress and steadily increasing productivity, which is a force that can to some extent serve as a counterweight to the process of accumulation and concentration of private capital. Despite these limitations, Marx's analysis remains relevant in several respects. (Pg. 10).
Picketty: Now, for the first time, objective data were available. Although the information was not perfect, it had the merit of existing. (Pg. 13)
To expect that the phenomenon [Figure I.1. Income inequality in the United States, 1910-2010] will attain the same proportions elsewhere as it has done in the United States would be risky until we have subjected it to a full analysis ' which unfortunately is not that simple, given the limits of available data. (Pg. 24)
MC: Picketty makes similar comments about his own data several times:

limitations of the available data (Pg. 27), ' margin of error in these figures is considerable (Pg. 64) '
such calculations clearly leave a good deal of room for error ' uncertainties surrounding exchange rates and purchasing power parities, the average per capita monthly incomes (Pg. 66) '. the national accounts and other statistical data available in the late nineteenth and early twentieth centuries where wholly inadequate for a correct understanding of the dynamics of the capital/income ratio. (Pg. 230) '
Specifically, the data I have assembled and the historical distance we are fortunate enough to enjoy (still insufficient, to be sure, but by definition greater than that which previous authors had) lead to the following conclusions. (Pg. 233) ' The figures indicated are approximately and deliberately rounded off (Pg. 246) ' Note, finally, that the income and wealth distributions described in Tables 7.1-7.3 and analyzed in this and subsequent chapters are in all cases 'primary' distributions, meaning before taxes. (Pg. 255) '
The way one tries to measure inequality is never neutral. (Pg. 270) ' It is important, however, to be aware of the significant limitations of the data available for measuring the dynamics of the income distribution in poor and emerging countries and for comparing them with the rich countries ' but the truth is that our knowledge remains meager. (Pg. 328)
As long as these official estimates of inequality fail to combine survey data with other data systematically gleaned from tax records and other government resources, it will be impossible to apportion macro-economic growth properly among various social groups or among the centiles and deciles of the income hierarchy. This is true, moreover, of wealthy countries as well as poor and emerging ones. (Pg. 330).
Such predictions are obviously highly uncertain and are of interest primarily for their illustrative value. (Pg. 398). MC: this statement refers to figures based upon a theoretical model used for graphs along timelines from 1820 to 2100!
Picketty:' the global distribution of wealth remains so opaque. ' Navigating our way through a global financial crisis blanketed in such a thick statistical fog is fraught with peril. (Pg. 519)
Conclusion ' The sources on which this book draws are more extensive than any previous author has assembled, but they remain imperfect and incomplete. All of my conclusions are by nature tenuous and deserve to be questioned and debated. It is not the purpose of social science research to produce mathematical certainties that can substitute for open, democratic debate in which all shades of opinion are represented. (Pg. 571)
MC: readers studying Picketty's impressive figures - almost 100 - with graphics and 18 tables should bear in mind Picketty's comments on his own data. I consider his whole complex of data as proprietary, not officially certified by any public institution. Picketty refers almost always to his own sources: see piketty.pse.ens.fr/capital21.c.

Picketty's mistakes:
"Six demonstrably false Claims in Thomas Picketty's Theory of Wealth - The best critiques of 'Capital' Show that most of the links in Thomas Picketty's Argument are broken. By Curtis Dubay and Salim Furth" is one of several sources dealing with Picketty's data and arguments which could help you to make up your own mind.

Finally I want to draw your attention to a small detail:
On Page 423 Picketty quotes an interview with the president of the European Central Bank granted to several major European newspapers a few months after his nomination.
'When the journalists posed questions about his strategy for resolving Europe's problems, he offered this lapidary response: 'We must fight against rents.' (Mario Draghi, Le Monde, July 22, 2012). No further details were offered.'
The original text in Le Monde - "L'interview-Gag de Mario Draghi patron de la BCE par le journal Le Monde" - was the following:

«QUESTION 9 : C'est donc la victoire des thèses libérales ?
MARIO DRAGHI : Non. Mettre fin à certaines rentes de situation est une question de justice, pour les employés et les entrepreneurs et pour tous les citoyens. »
Translation :
Question 9 : Is this the victory of liberal theses ?
Mario Draghi : No. To avoid unwarranted earnings is a question of justice, for employees and entrepreneurs and for all citizens.
Picketty should be more precise.
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am 28. Februar 2016
This is a book that everyone is talking about and for good reason. It is a profound look at inequality in our society backed up with super research. Because I am sure that everyone has included strong opinions about the book itself, my review will comment on the brilliant footnotes in the book. Piketty has backed up all of his statements with detailed research. If there are dissenting opinions or he has used simplifications, he documents these in great detail in his footnotes. When you read the book, don't forget the footnotes!
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am 22. September 2015
I am surprised that so many people take an interest in this extensive view of "Capital in the Twenty-First Century" by Tomas Piketty.

If I start out repeating or commenting on this approximately 700 page book the review will end up a 1400 page review.

I came to this book after reading hundreds of reviews (some just soapbox rants.) Some of the reviews are quite profound. But now it is time to look at the source and not opinions; that is other than mine.

This capital book is not really a book about "Capital" as much as how to keep capital in line with entities such as democracy vs. oligarchy.

So Tomas Piketty really puts his foot in it when it comes to people that do not want to hear about this and spend time arguing about methods of taxation and distribution without addressing the actual premise.

I think the value in this book is by bringing out old and new information and observations by the author's extrapolation thus creating a dialog among readers on the possible futures and whether intervention or insight will have any effect for better or worse.

Democracy and Economic Power: Extending the Employee Stock Ownership Plan Revolution

The Capitalist Manifesto by Louis O. Kelso

A Piece of the Action by Stuart M Speiser
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am 14. Oktober 2014
Was am Buch besticht, ist, dass versucht wird, die dargelegten Thesen anhand möglichst breiter Daten darzulegen. Der Autor verwendet hierzu vor Allem auf Steuerdaten der Finanzämter, welche über den gesamten verfügbaren Zeitraum untersucht werden. Dies ermöglicht erstmals Untersuchungen über längere Zeiträume. Anhand der ausgewerteten Daten wird eine seriöse Analyse der wachsenden Ungleichheit im Einkommen vorgenommen, die insofern höchst interessant ist, da das Augenmerk auf Fakten gelenkt wird, die mit der derzeit herrschenden Meinung nur bedingt vereinbar sind. Die Angriffe auf das Buch (u.A. seitens Chris Giles in der Financial Times), welche die wachsende Ungleichheit leugnen bzw. schönreden und rechtfertigen, obgleich die Daten – vor allem seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhundert – dies offensichtlich belegen und auch unter einer historischen Perspektive durchaus schlüssig sind, scheint somit abgegriffen und stumpf. Die Kritiken scheinen somit eher einer verstaubten ideologischen Diskussion (die an die Zeit des Kalten Kriegs erinnert) anzuhaften als einem effektiven wissenschaftlichen Diskurs.
Die Tatsache, dass das Buch sich an eine breitere Leserschaft und nicht allein an die Fachwelt richtet und der Autor sich somit bemüht, das Verständnis dieser breiten Leserschaft zu erleichtern, um einen politischen Dialog zu den aufgeworfenen Themen anzukurbeln, kann keineswegs ein Hinweis für mangelnde epistemologische Stimmigkeit des Buchs angesehen werden, sondern vielmehr als eine Stäke des Buchs. Diese der kontinentalen Wissenschaft oft fremde Klarheit steht voll in der angelsächsischen Tradition der Wissenschaft, in der sich die Autoren lobenswerterweise auch um Einfachheit und Verständlichkeit bemühen und nicht auf die kryptische Sprache weniger Initiierter zurückgreifen. Das Buch hat somit auch eine gewisse literarische Qualität und ist auch sprachlich ansprechend.
Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass das Buch schon allein wegen seiner Originalität absolut zu empfehlen ist. Ich persönlich habe es bereits als Geschenk weitergegeben.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Oktober 2014
‘Capital in the Twenty-First Century’ written by Thomas Piketty who is a Professor at the Paris School of Economics is a well-made evaluation of trends in the world economy until the 21st century. This is a translation of a book that was last year originally published in French, which I read on the original, but in English is much more understandable and therefore more accessible to a wider group of readers what with its quality certainly deserves.

The Piketty’s book is quite extensive, so take some solid amount of time for its nearly 700 pages that will definitely not disappoint you, but do not expect to read them as some light novel. ‘Capital in the Twenty-First Century’ is divided into four major units – ‘Income and Capital’, ‘The Dynamics of the Capital/Income Ratio’, ‘The Structure of Inequality’ and ‘Regulating Capital in the Twenty-First century’- and as good add-on that is for such a book mandatory supplement, the author at the end of the text added Index, his notes, contents in detail and list of book tables and illustrations.

At the very beginning Thomas Piketty raises significant questions which answer why he decided to write his book – “…But what do we really know about the distribution of wealth over the long term? Do the dynamics of private capital accumulation inevitably lead to the concentration of wealth in ever fewer hands, as Karl Marx believed in the nineteenth century? Or do the balancing forces of growth, competition, and technological progress lead in later stages of development to reduced inequality and greater harmony among the classes, as Simon Kuznets thought in the twentieth century? What do we really know… and what lessons can we derive from that knowledge for the century now under way?”

The author sincerely admits that his answers are not perfect and fully complete, but they are based on much more extensive historical and comparative research than were available to economists and researchers, covering three centuries and numerous countries, starting from the United States, providing a new framework that enables a better understanding of economy hidden mechanisms.

And although it might seem that this book is intended only to economic experts, due to its informativeness and clarity, ‘Capital in the Twenty-First Century’ will intrigue also general audience interested in economic developments and long term distribution of income and wealth.

After reading Piketty’s book the reader will, however, be clear that the author comes from Europe because his views are quite different from the American conservative ones, but we must not forget that a work based on such amount of data and the long period of trend observation no one has written before.

Therefore ‘Capital in the Twenty-First Century’ can certainly be considered credible and recommendable to read.
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TOP 500 REZENSENTam 3. Juni 2014
Pikettys Buch legt in seinem Buch mit vielen Belegen dar, dass es historisch gesehen in marktwirtschaftlichen Gesellschaften immer wieder zu einer Zunahme von ökonomischer Ungleichheit gekommen ist. Dieser Prozess findet - wie er darlegt - auch momentan statt. Dazwischen gab es allerdings auch beträchtliche Einbrüche in der Entwicklung, zum Beispiel durch Kriege/Katastrophen, bei denen regelmäßig viel Vermögen vernichtet wird. Aber auch große Migrationswellen wie z. B. die Besiedlung der USA hatten zunächst einen gegenläufigen Trend. Denn wer vor Jahrhunderten in den Wilden Westen zog, verfügte im Allgemeinen über keine großen mitnehmbaren Besitztümer.

Grundsätzlich und auf lange Sicht gilt aber gemäß Piketty der Ungleichheitstrend, und zwar aufgrund der beiden folgenden ökonomischen Zusammenhänge:

1. r > g (return on capital > economic groth rate)
2. ß = Capital/Income (Vermögen/Einkommen)

Der erste Zusammenhang besagt, dass die Kapitalrendite (durch Verzinsung, Börsengewinne, Immobilienwertgewinne etc.) fast immer größer ist als die ökonomische Wachstumsrate, hinter der sich die durchschnittlichen Einkommenszuwächse (durch Arbeitsleistung) pro Person in einer Gesellschaft verbergen. Anders gesagt: Kapitalverzinsung bringt in Hinblick Wohlstandsmehrung mehr als arbeiten gehen. Piketty begründet die Relation in seinem Buch sehr eingehend. Schlimmer noch: Wer über besonders viel Kapital (Vermögen) verfügt, kann im Allgemeinen höhere Kapitalrenditen erzielen. Dies begründet Piketty ebenfalls sehr eingehend, ich denke aber, dass sich dies auch so erschließt.

Der ß-Wert aus dem zweiten Zusammenhang liegt in den meisten Industrienationen zwischen 5 und 6, ab 7 wird er gemäß Piketty kritisch. Aufgrund des ersten Zusammenhangs (r > g) kommt es fast zwangsläufig zu einer schleichenden Zunahme des ß-Wertes, bis irgendwann kritische Werte erzielt werden. Was dann passiert (Kriege, Revolutionen, Protektionismus, Rückkehr zu einem 'Patrimonial Capitalismn', der von Familiendynastien beherrscht wird, ...), ist im Grunde unverhersehbar. Piketty warnt vor einigen denkbaren zukünftigen Entwicklungen.

Sein Hauptvorschlag zur Abwendung/Umkehrung der Entwicklung ist Umverteilung (von vermögend hin zu unvermögend), und zwar durch stärkere Besteuerung großer Vermögen. Dazu nennt er einige konkrete Zahlen.

In diese Richtung ist schon oft gedacht worden, auch, ob es nicht vielleicht Sinn machen könnte, das maximale Vermögen (und ggf. auch das Jahreseinkommen) eines einzelnen Menschen nach oben hin zu beschränken (siehe z. B. Die Gemeinwohl-Ökonomie für ein beliebiges Beispiel). Ähnliches hat es in der Geschichte der Menschheit in anderen Kontexten schon gegeben. Beispielsweise besaßen frühere Herrscher oftmals nicht nur unvorstellbare Reichtümer, sondern auch Harems mit mehreren Tausend Frauen (eine andere Form des Vermögens). Es war vor allem das Christentum, das dem einen Riegel vorschob (ein Mann kann zu einer Zeit nur eine Frau heiraten). Auch hierbei handelt es sich primär um eine Maßnahme, um übertriebene Ungleichheiten zu vermeiden und für mehr Fairness und Chancengleichheit zu sorgen.

Vielleicht ist etwas Vergleichbares auch bei Kapitalvermögen erforderlich. Denn der allgemeine Ungleichheitstrend wurde auch von anderen herausgearbeitet, z. B. mittels einer simulierten "Zuckerwelt", wie sie in Eric D. Beinhockers Die Entstehung des Wohlstands. Wie Evolution die Wirtschaft antreibt dargestellt wird. Obwohl die Zuckerwelt extrem einfach ist, man die vielen Feinheiten der modernen Ökonomie inklusive r > g darin nicht kennt und die beteiligten Akteure eigentlich allesamt nur einfache Roboter sind, ergab sich jedes Mal die folgende Entwicklung (Beinhocker, S. 110):

"Zu Beginn der Simulation ist Zuckerwelt eine ziemlich egalitäre Gesellschaft; die Reichtumsverteilung beschreibt eine weiche Glockenkure mit einem breiten Mittelfeld und nur wenigen sehr reichen oder sehr armen Akteuren. Zudem ist der Abstand zwischen dem reichsten und ärmsten Akteur noch vergleichsweise gering. Mit der Zeit verändert sich die Kurve jedoch drastisch. Während der durchschnittliche Reichtum im Zuge der Konzentration der Akteure auf die beiden Zuckerberge zunimmt, verliert die Kurve ihr symmetrisches Aussehen: Nun gibt es einige wenige superreiche Akteure, gefolgt von einem langen Schweif von Oberschicht-Yuppies, einer schrumpfenden Mittelschicht und einer großen, wachsenden Unterschicht armer Akteure. (Man beachte die Verschiebung der Achsenproportionen: Während zu Beginn der höchste Kontostand nur 30 Wohlstandseinheiten beträgt, verfügt der reichste Akteur in der letzten Momentaufnahme über 270 Einheiten)."

Mir scheint deshalb einiges dafür zu sprechen, dass sich hinter dem generellen Trend zu zunehmend ungleichen Wohlstandsverteilungen noch viel fundamentalere Mechanismen verbergen als sie Piketty ausgemacht haben will.

Auch lässt sich die gleiche Entwicklung in vielen anderen Prozessen beobachten, in denen es um die Verteilung knapper Ressourcen geht, z. B. bei der Verteilung der Ressource "öffentliche Aufmerksamkeit". Medien laden gerne Prominente ein (oder berichten über sie), weil sie davon selbst profitieren können. Im Endeffekt führt das zu einer immer stärkeren Konzentration auf wenige Personen, ganz so wie es bei den Vermögen ist. Alle anderen dürfen sich dann auf eine Selbstdarstellung in Foren oder den sozialen Medien beschränken oder darauf hoffen, auch einmal bei DSDS oder anderen Gladiatorenspielen ins Rampenlicht zu geraten.

Im Volksmund lautet das Prinzip bekanntermaßen: "Der Teufel sch..ßt immer auf den größten Haufen."

Beim Lesen von Pikettys Buch fragte ich mich ständig, ob das Buch nur von akademischem Interesse ist oder ob tatsächlich ein Interesse an weniger Ungleichheit besteht und wer ein solches Interesse besitzen könnte. Mir ist niemand eingefallen.

Denn interessanterweise nennt Piketty einige andere Mechanismen (neben Krieg, Katastrophen etc.), die einer Ungleichheitszunahme entgegenwirken könnten. Sie kommen primär aus dem Bereich der Demografie. So heißt es auf S. 83:

"To take an extreme example, in a world in which each couple has ten children, it is clearly better as a general rule not to count too much on inherited wealth, because the family wealth will be divided by ten with each new generation. In such a society, the overall influence of inherited wealth would be strongly dimished, and most people would be more realistic to rely on their own labor and savings."

Allgemeiner ausgedrückt: Eine positive Korrelation zwischen Vermögen bzw. Einkommen und Anzahl an Nachkommen kann einer zunehmenden Ungleichheitsverteilung entgegenwirken. So löst übrigens die Natur das Problem. Man nennt das Prinzip, wer hätte es gedacht, die natürliche Selektion gemäß Charles Darwin.

Doch gibt es irgendwen, der an einer solchen positiven Korrelation interessiert ist? Die Vermögenden definitiv nicht, und die Linken auch nicht. Für sie wäre das schlimmer Sozialdarwinismus. Siehe den öffentlichen Tanz, den man um entsprechende Mahnungen Thilo Sarrazins gemacht hat. Tatsächlich lebt man ganz gut von der Ungleichheit: Je mehr Ungleichheit herrscht und je mehr Kinder in der Armut geboren werden, desto mehr Wählerstimmen können gewonnen werden und desto besser geht es dem eigenen Geldbeutel.

Die Religionen? Fehlanzeige aus den gleichen Gründen. Warum ist Empfängnisverhütung für Katholiken selbst in extremer Armut noch immer nicht erlaubt? Weil ohne Verhütung mehr verzweifelte Gläubige geboren werden, deren einzige Hoffnung ihr Glaube ist. Der Nebeneffekt einer solchen Strategie ist: Eine Zunahme der ökonomischen Ungleichheit.

Der Feminismus? Alice Schwarzer bezeichnet in Die Antwort (S. 45) das Gebären und Aufziehen von Kindern durch Frauen als "Brachliegen einsetzbarer Kräfte". Auch hier vertritt man also primär die folgende Strategie: Wer etwas kann (und somit in der Lage ist, ein Einkommen zu generieren), sollte primär arbeiten gehen. Die Nachwuchsarbeit ist demgegenüber nachgelagert. Bedauerlicherweise führt genau das zu einer zunehmenden Ungleichheit, wie Piketty begründet.

Piketty nennt noch einen weiteren demografischen Mechanismus, und zwar die Immigration (S. 83f.):

"The same would be true in a society where the population is constantly replenished by immigration from other countries, as was the case in America. Assuming that most immigrants arrive without much wealth, the amount of wealth passed down from previous generations is inherently fairly limited in comparison with new wealth accumulated through savings. Demographic growth via immigration has other consequences, however, especially in regard to inequality between immigrants und natives as well as within each group."

Mit anderen Worten: Das Ersetzen von eigenem Nachwuchs durch Immigranten führt zu stärkerer ökonomischer Ungleichheit.

Was passiert jedoch, wenn Immigranten und eigene Nachkommen zusammengenommen die vorherige Generation nicht ersetzen können und es zu einer Stagnation oder gar Schrumpfung der Bevölkerungsgröße kommt. Auch hierauf weiß Piketty eine Antwort (84):

"Conversely, a stagnant or, worse, decreasing population increases the influence of capital accumulated in previous generations. The same is true of economic stagnation."

Kurz: All das (schrumpfende Bevölkerungszahlen, ökonomische Stagnation) erhöht die ökonomische Ungleichheit.

Abschließend noch eine Anmerkung zu Pikettys Umverteilungsvorschlag. Unabhängig von der Frage, ob er sinnvoll und machbar ist (Piketty weist selbst darauf hin, dass er einer globalen Welt nur schwer durchzusetzen sein dürfte), ist er nicht auf alles anwendbar. Nicht alle Ungleichheiten beziehen sich auf Geld. Beispielsweise fehlt vielen Menschen bereits ein ausreichender Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der Umverteilung beziehungsweise Umleitung von Amazonas- oder Rhein-Wasser lässt sich das Problem leider nicht lösen, mit Empfängnisverhütung zum Teil aber schon. Man beachte in diesem Zusammenhang: Auch der wirtschaftliche Aufschwung Chinas ist maßgeblich auf die dortige Ein-Kind-Politik zurückzuführen. Wikipedia merkt dazu an: "Hungersnöte, Naturkatastrophen und Kriege hielten jahrhundertelang die Zunahme der chinesischen Bevölkerung in Grenzen. Erst nach 1949 begann ein explosionsartiges Bevölkerungswachstum. Um dem entgegenzuwirken, wurde 1979/1980 die Ein-Kind-Politik eingeführt, um Hungersnöte zu verhindern und einen wirtschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen, nachdem schon vorher versucht worden war, die Zahl der Geburten auf zwei pro Familie zu begrenzen."
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am 12. Mai 2015
Für den interessierte Leser ist dieses Buch sehr erleuchtend. Der Autor schafft es nicht nur genug Empirie anzuführen, um seine Aussagen zu untermauern, er gibt auch Denkanstöße die Kapitalverteilung in der Gesellschaft zu beeinflussen.
Auch wenn man politisch anderen Meinung ist, sicherlich ein lesenswertes Buch.
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am 6. Mai 2014
Economics lost itself many decades ago by trying to emulate hard science, the fact of the matter is that Economics is part of the Social Sciences; it can't be an exact science because human behaviors and activities do not respond to specific laws of nature and the complexity of human interactions make it impossible to predict in time and space dimensions. Thomas Piketty uses the old and always meaningful time series to analyze and understand the evolution of capital in the last 200 years. The results are simple and I would say intuitive for the vast majority of us (the People) who saw the terrible erosion of our economic wealth in the last 40 years. These are hardcore conclusions, not one single pundit from the oligarch side has been able to undermine Piketty's research because it is what it is; the hard, solid, genuine reality. Instead, they resort to name calling; he's a Marxist (which he is not) and other names. Piketty approach is neutral and let the reader decides for her/himself. However it does take too much of a genius to connect the causality of wealth concentration and the level of corruptions in our societies and the probable direction our children and other generations will have to walk the walk. The book is a translation from French, I read the original version and the English one, the translation is very good and translate very well the nuance of the French text.

On a personal note, I feel a sense of vindication as Piketty's results fit very well into my study of the evolution of part time employment that I published in 1986. As we move along with the completion of the deindustrialization of our economies the gap between the rich and the rest will continue to widen, opportunities will continue to be a mirage for most of us and the promise of happiness will vanish along with it. For the People their only power resides in the ownership of their labor; in short, a system that denies labor is a system that denies freedom and democracy. We are already back to the days of the industrial revolution; slave labor, child labor, inhuman working conditions are all here, not physically in our Western economies but in all the production satellites the oligarch have been creating over the last 50 years (with the help of all American political regimes). China and the like are now the sweat factories that produces cheap product for us, and the big guys are hoping that in return, they will be able to sell their junk to them. Easy to trade the People for the trillions a few ones would get. People from Western economies are paying the bill directly and of course indirectly as well with the problems related to the de-urbanization of what use to be thriving communities, the reduction of social programs, pensions, etc. Just think about the amount of pollution that we are creating by moving goods from one side of the planet to the other extremity. Completely sick!

OOOPs! Enough said! That was supposed to be a review of Thomas Piketty brilliant and human work. If you are into democracy, preserving the environment, the right of the People by the People for the People you ought to read the book, it's not technical at all, you learn a lot of macro economics stuff, historical facts and data, it is clear, direct to the point and above all HONEST not BS stuff from corrupt Ivy League self grandiose like Harvard, Yale, Chicago, etc.
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