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am 21. September 2012
Viele Radprofis der Ära, die jetzt durch die UCI gerne als die schwarze Ära vergessen gemacht werden möchte, haben sich als Autoren oder Geschichtenerzähler verdingt: Riis, Armstrong, Millar, Landis, Jan Ullrich. Über andere gefallene Stars ist von dritter Seite mehr oder weniger gelungen geschrieben worden: Marco Pantani, Ullrich (Klaus Blume/Des Radsports letzter Kaiser?), Kohl (Grenzwertig: Aus dem Leben eines Dopingdealers). Braucht es da jetzt eine weitere Beichte eines Fahrers, der wie viele seiner Kollegen zunächst beharrlich die Unwahrheit vertreten hat, um dann letzten Endes doch aufzufliegen? Eigentlich nicht, denn wenn man einiger Maßen bei Verstand ist, sollte man seine Zeit und sein Geld grundsätzlich nicht auch noch in Bücher von Akteuren dieser zweifelhaften Szene investieren.

Für den Radsportfan und Leser der anderen angesprochenen Werke ist Hamiltons Beichte allerdings insoweit von Bedeutung, als dass sie hilft, das wirre Geflecht der Darstellungen aus hoffnungslos naiv geschriebenen Fanbüchern,einseitiger Legendenbildung, dumdreisten münchausenesken Schwindeleien und weitgehender Enthaltung zu ordnen und das eigene Bild abzurunden.

Mit Daniel Coyle hat Hamilton ein kompetenten Co-Autor, der seinerzeit schon durch das objektive Buch Lance Armstrong's War angenehm aufgefallen ist, gefunden. Kompakt und auch im Englischen gut lesbar arbeitet Hamilton seine Doping-Karriere ab. Die Darstellung ist detailreich und konzentriert sich keineswegs darauf, mit Lance Armstrong abzurechnen. Annahmen sind als Annahmen gekennzeichnet und Coyle ergänzt viele Passagen mit interessanten oft querverweisenden Fußnoten, um bestimmte Einschätzungen jedenfalls mit weiteren Indizien abzurunden. Das führt an der einen oder anderen Stelle auch dazu, dass Coyle sich in Widerspruch zu seinem Co-Autor setzt. Hamilton legt vor allem seine eigene Vorgehensweise beim systematischen Doping offen. Soweit auch immer wieder Einblicke in Verhaltensweisen und die Person Armstrongs gegeben werden, wird man auffallend viele Parallelen zu Coyles Wahrnehmungen in Lance Armstrong's War aber auch anderer Zeitzeugen wie Landis finden. Viele Anekdoten im Zusammenhang mit Armstrong - wie die Attacke auf einen aggressiven Autofahrer - mögen für sich betrachtet ungeheuerlich klingen, passen aber letztlich genau in das Bild, dass man von dem (ehemaligen) Tourrekordsieger in anderen Veröffentlichungen (From Lance to Landis: Inside the American Doping Controversy at the Tour de France) und über Armstrongs Selbstdarstellung in Presse und Bild über die Jahre gewinnen durfte. Interessant sind insbesondere die Ausführungen zu den Vertuschungstaktiken und die Darstellung, wie sich die Doping-Gewohnheiten über die Jahre von team- zum fahrergesteuerten EPO-Konsum, von Dosierungen bis zum Grenzwert zu schnellabbaubaren Mikrodosierungen und dem Übergang zu CERA und Eigenbluttransfusionen verändert und vor allem dem Vorgehen der Fahnder angepaßt haben. Hamilton bestätigt die Überzeugung vieler, dass die Dopingfahndung letztlich immer im Hintertreffen ist.

Vielleicht bietet das Buch auch die einzige Gelegenheit, etwas mehr über die Einzelheiten zu erfahren, die Gegenstand des USADA-Verfahrens waren, über das Armstrong stolperte. Seine Rückzug aus dem Verfahren hat eine öffentliche Aufarbeitung (zunächst) verhindert, was sich aus dem Verfahren gegen Bruyneel ergeben wird, ist offen.

Man mag Hamilton unterstellen, er nutzt mit dem Buch seine letzte Möglichkeit, nach seiner gescheiterten Karriere noch ein paar schnelle Dollar zu machen. Vermutlich ist das auch eines der Motive für dieses Buch. Richtig Schlimmes kann ich daran aber nicht erkennen. Ob Hamilton reich damit wird, entscheidet die Käuferschaft. Wenn das Buch prosperiert, dann wird Hamilton vermutlich zunächst einmal Löcher stopfen müssen, die seine aufwändige Verteidigungsstrategie gerissen hat. Außerdem zahlt Hamilton für einen entsprechenden Ertrag einen hohen Preis, läßt er doch die Trägerhosen weit runter und räumt mit sich selbst erfrischend schonungslos auf. Man mag Hamilton -schon in seiner aktiven Zeit kein lautsprecherischer Unsymphat - glauben, dass es ihm (auch) darum geht abzuschließen und für die Irreführung der interessierten Radsportöffentlichkeit genauso öffentlich über diese Publikation Abbitte zu leisten. Die Schilderungen sind glaubhaft und Hamilton sammelt Punkte in Bezug auf seine lädierte Glaubwürdigkeit. Da gibt es nur wenig Jammern und auch nicht den Versuch, vor allem andere oder das System allein verantwortlich zu machen.

Fazit: Eines der besseren Bücher des Genres und eines, das in seiner Art auch dem ein oder anderen Aktuer seiner Zeit gut zu Gesicht gestanden hätte. Peter Winnen's 'Post aus Alpe d'Huez. Eine Radsportkarriere in Briefen und Paul Kimmage's Raubeine rasiert. Bekenntnisse eines Domestiken. bleiben aber unerreicht.
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am 6. Oktober 2012
bei Weitem das Beste und Spannendste was ich bisher zum Thema Radsport gelesen habe. Was man schon immer zum Thema Doping und Radrennen wissen wollte - hier erfährt man es, und zwar im Detail!
So nebenbei bestätigt sich all das (wenn T.Hamilton die Wahrheit sagt), was schon in Joe Walsh "From Lance to Landis" vermutet wurde: nämlich das L.Armstrong wohl der perfekte Doper gewesen ist. Auch die Charakterstudien von L.Armstrong sind sehr interessant.
In sehr flüssigem und lockerem Englisch geschrieben, leicht lesbar.
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am 7. November 2012
Umstrittenen Personen, die heute ein Buch schreiben, wird zunächst gern unterstellt nur Geld mit ihrem Buch verdienen zu wollen. Ob nun Sarrazin oder Hamilton. Unsicherheit macht sich breit, denn

POSITIONIERE ICH MEIN GELD RICHTIG, WENN ICH DIESES BUCH KAUFE ?

Nach all dem ?

Meine Antwort ist definitiv: ja.

Hamilton und sein Co-Autor packen ordentlich aus; es geht quasi gleich auf der ersten Seite los. Zahlreiche wichtige Persönlichkeiten werden erwähnt und/oder näher beschrieben. Wichtige Fahrer, wie Riis, Ullrich, Pantani, Julich und natürlich auch Armstrong, aber auch Ärzte wie Ferrari und Co., sowie das private Umfeld einiger Fahrer werden beschrieben.

Hamilton beginnt aber bei sich selbst (kleine Historie zur eigenen Person), fängt in den frühen 90ern mit den ersten Stunden der EPO-Ära an, erzählt vom Einstieg des zu Beginn rein amerikanischen Postal-Teams ins Renngeschehen in Europa. Er fasst Rennen und Etappen verschiedenster Rundfahrten kurz und knackig zusammen, erwähnt den Festina-Skandal und zahlreiche andere Ereignisse, an die man sich selbst noch ganz gut erinnert. Aber erst durch dieses Buch erfährt man sie eben aus Sicht eines Insiders.

Neben diesem Grobgerüst des Buches werden aber auch viele interessante Details erwähnt, wie zum Beispiel Informationen über EPO selbst (Preise, Wirkung, wie es im Team verteilt wurde (VOR und NACH dem Festina-Skandal etc.) aber auch der EPO-Jargon. Um "Ich brauche mal wieder etwas EPO" zu sagen, verwendete man "Ich muss mal wieder mit Edgar reden.".
Es gibt Zitate und Originalaussagen von verschiedenen Fahrern (Riis, Hampsten, Mercier etc.) zum Thema Doping, wobei meistens (aber nicht immer) darauf hingewiesen wird, was bewiesen und was Spekulation ist.

Auch gibt es zahlreiche Fußnoten, die immer wieder interessante Infos hergeben, wie z.B. dass mit dem Aufkommen von EPO die Durchschnittsgeschwindigkeit der Tour von 37 km/h auf 41 km/h gestiegen ist (jeder der selbst Rennrad fährt, weiß wie gigantisch dieser Sprung ist).
Oder welche überirdischen, vorher noch nie bei der Tour de France gesehenen Leistungen so mancher Fahrer während eines Rennens gezeigt hat, ob nun ein Riis oder das Festina- oder das ONCE Team als Gesamtmannschaft. Oder wie Fahrer und Ärzte, die nicht dopen wollten, direkt oder indirekt gegangen wurden.

Hamilton selbst ist schuldig, aber er zeigt auf, wie schnell man reinrutscht obwohl man eigentlich "nein" hätte sagen können. Die erste Pille die er genommen hat, bekam er übrigens von seinem Arzt ohne zu wissen was es ist. Erst später erfuhr er, dass er Testosteron verabreicht bekommen hat. Der Arzt sagte lediglich "Nimm das, es ist gut für die Regeneration".
Die Fahrer waren also irgendwie Opfer und Täter zugleich. Zu Beginn vermutlich eher Opfer, weil sie meines Erachtens in einer der Eskalationsauktion* ähnlichen Situation oder skrupellosen Ärzten ausgeliefert waren. Zum Schluß waren sie dann definitiv Täter.

Ich habe diese Rezension geschrieben, als ich bei Seite 100 von 290 angekommen war. Ich habe beschlossen, nicht das Ende des Buches für diese Rezension abzuwarten, weil die ersten 100 Seiten bereits äußerst interessant, an keiner Stelle langweilig und sogar ein paar Lacher drin hatten, zumal nach schlappen 300 Seiten die Rezension so lang geworden wäre, dass sie eh keiner lesen würde.

Ich wollte nur vier Sterne vergeben, aber ich habe keinen Grund gefunden den fünften abzuziehen.

* Bei der Eskalationsauktion verhalten sich die Teilnehmer irrational, obwohl sie alle Informationen haben, um sich eigentlich rational zu verhalten. "Viel mehr ging es nur noch darum, zu gewinnen, koste es was es wolle." – „Anders ausgedrückt: Man hatte zuviel investiert, um jetzt noch auszusteigen.“ [Reto U. Schneider, Das Buch der verrückten Experimente].
Das passt auch gut zum Verhalten Armstrongs, dem Geständnis von Alex Zülle (S.73). Ironischerweise wurde dieses Verhalten ausgerechnet von M. Shubik in den USA beobachtet und untersucht (damals Vietnamkrieg etc.). Soll hier aber nicht heißen, dass EPO aus USA rüber zur Tour de France kam. Dem Buch nach brachten erst spanische und italienische Ärzte EPO ins Postal-Team (allerdings wurden sie entsprechend angeheuert, Ferrari von Armstrong selbst)
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am 31. Dezember 2015
The pure honesty of the book is its most valuable asset. I respect Tyler for that.

Having watched Tyler for most of his European racing days, the description of the pre-Tour years were especially informative for me.

What I missed was more responsibility in hindsight, the stories of 'spectacualar' wins were too centered on the winning, they lacked a comment on how those wins had been made possible. That is why I detached myself a bit while reading on, a sarcastic inner voice always repeating 'yeah you won, but how, and why don't you say something about that here?'

Still a recommendation, a vivid description of doping in practice, sports business, and an insight into the part of the 'gladiator' in the arena.
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am 4. Februar 2013
After reading this excellently written book I felt like I knew all there was to know about doping in the world of cycling. Of course we all suspected it anyway, but Hamilton's insider confession is still absorbing to read and sometimes shocking. And depressing. Even if you sometimes perhaps feel that Hamilton is using the opportunity to make himself look good and justify his deeds, that does not diminish the value of the book's information at all. His brief portraits of some of the greats of cycling like Bjarne Riis and Jan Ullrich are fascinating, as are his descriptions of the evil doctors who made a fortune peddling drugs to the athletes, displaying indeed many characteristics of dealers. And of course his description of the almost psychopathic Lance Armstrong is gripping. At any rate when Armstrong finally got around to his "confession" with Oprah Winfrey, I was no longer interested and didn't watch. What for? To see this scheming, unscrupulous fellow team up with Winfrey in a media show with only a view to saving his own skin? No thanks. Hamilton has at least moved on.
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am 9. März 2013
If somebody wants to know Insider stuff of the professional bike racers, and about what kind of man L. Armstrong really was and is, THIS BOOK IS A MUST.

That Tyler speaks the truth, everybody who is able to read between the lines, will realize quickly.
He writes very open about every detail of his becoming, of his way and why he had to lie, so that it is possible to understand the
motivation of modern athletes and professional bike racers.

This book gets 5 STARS and a 1 Plus
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am 7. Januar 2013
Dieser Einblick in die Welt des Profiradports hinterlässt einen verstörenden Eindruck...aber das ist gut so.
Die schweren Anschuldigungen die Tyler Hamilton und Daniel Coyle in diesem Buch erheben sind keinesfalls nur gegen Lance Amstrong gerichtet, sondern vor allem gegen das vollkommen absurde System, in dem Amstrong sich ,nicht zuletzt mit aktiver Hilfe der UCI, überhaupt so breit machen konnte.
Hamilton schont sich selbst bei seiner Bestandsaufnahme keinesfalls selbst und sucht keine Ausreden.

Zum Co-Autor Daniel Coyle ist anzumerken daß er sich mit seinem ebenfalls bemerkenswerten Buch "Lance Amstrongs War" einen Namen als fairer Biograf, der mit (vergleichsweise) starkem Stil und Aufbau auf unnötig Reißerisches gut verzichten kann, gemacht hat.

Es bleibt anzumerken dass gegen die in diesem Buch angeführten Aussagen von Tyler Hamilton von keinem Beschuldigten auch nur ein Widerspruch veröffentlicht wurde, geschweige denn rechtliche Schritte eingeleitet wurden.
Die einzige Reaktion der schwer beschuldigten UCI war, daß ihr unsäglicher Vorsitzender Pat McQuaid ihn und Floyd Landis als "Drecksäcke" bezeichnete...
Das lässt durchaus tief blicken.

Dieses Buch und nicht zuletzt David Millars "Racing through the dark" (in dem sie etwas mehr über die momentanen Verhältnisse im Peloton erfahren) geben dem Radsportfan, auch wenn sie dem schockierende Dinge offenlegen, die Hoffnung ein wenig zurück.

Unbedingte Pflichtlektüre für jeden am Radsport Interessierten und darüber hinaus!
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am 18. November 2012
Tyler Hamiltons Buch ist ein absolut notwendiger Beitrag zur Doping-Debatte im Sport. Es ist offen, detailliert, und beschreibt auch, wie man sich als Betrüger so fühlt. Ich bin gespannt, wann endlich ein Deutscher den Mut fasst, sich einen guten Journalisten zu schnappen und dann so umfassend auszupacken wie Hamilton.
Nebenbei ist es ziemlich gut geschrieben und macht Spaß beim Lesen.
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am 1. Februar 2013
Als ehemaliger Radamateur interessiert mich die Doping-Thematik. Nichts vom bisher gelesenen reicht für mich an dieses Buch heran, das einen abgrundtiefen Blick in die Realität gibt. Es bleibt ein Zwiespalt zwischen den fast unglaublichen Leistungen und Anstrengungen der Doper und den gegenüber sauberen Fahrern unfairen und illegalen Mitteln, die sie angewandt haben. Lesenswert!
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am 4. Oktober 2012
Das Buch ist in einem sehr flüssigen und leicht lesbaren Englisch geschrieben. Die Darstellung ist sehr spannend, kurzweilig und literarisch gekonnt. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Hamilton schildert glaubwürdig diverse Doping-Praktiken aus persönlicher Sicht und leider steht auch Armstrong ein wenig zu sehr im Mittelpunkt. Doch das Buch fasziniert vor allem durch die überzeugende Schilderung des unglaublichen Dilletantismus, mit dem die Fahrer ihre Doping-Angelegenheiten mit Hilfe zweifelhafter Mediziner organisert haben. So scheinen Fahrer Infusionen mit verdorbene Blutbeuteln erhalten zu haben, ebenso scheint es zur Vermischung mit Fremdblut durch Ärzte gekommen zu sein, und die Umstände des Transports und der Verabreichung sind ebenfalls höchst abenteuerlich. In diesem Sinne stellt das Buch den professionellen Radsport als ein Doping-Wettrüsten dar, das - wie sollte es auch anders sein, der Beste gewonnen hat. Fast schon ein guter Krimi.
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