Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More Hier klicken saison Fire Shop Kindle Roosevelt Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
150
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:7,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 4. August 2008
"First I was driven... Second I was brilliant. Not just your run-of-the mill brilliance either. I was extraordinary brilliant. Lastly I was lucky. Plain and simple."

Tja und sofort geht's auf in eine meiner Lieblingsdomänen in Form einer Bar, wo der geneigte Leser das zweifelhafte Vergnügen hat, von einem dermaßen unscheinbar aussehenden Barbesitzer bedient zu werden, dass man an dessen Existenz zweifeln könnte. Aber - welch' Überraschung - dahinter verbirgt sich der größte Held dieser Zeit: Kvothe, the Bloodless - Mittelpunkt zahlloser Geschichten und Legenden, die samt und sonders an der Wahrheit vorbeigehen. Zufällig stapft auch noch der größte Chronist dieser Zeit, um den sich ebenso viele qualitativ hochwertige Legenden drehen, herein und verlockt Kvothe dazu, seine Geschichte zu erzählen - Kvothe sagt zu, legt aber fest, dass seine Geschichte nicht weniger als exakt 3 Tage braucht.

Kvothe selbst ist ein überdurchschnittlich intelligenter junger Mann, der die Ermordung seiner Eltern durch einen Dämonen der Chandrian miterlebt. Danach im statischen Schockzustand überlebt er drei Jahre als Straßenjunge in einer Großstadt, aus der er nach einem Erweckungserlebnis flieht und sodann sein großes Lebensziel anpeilt: Die Universität. Er wird trotz seiner 15 Jahre aufgenommen und widmet sich in Folge den Problemen, die wohl so jeder Student hat: Lernen, Geld und Frauen. Daneben macht er sich wahre Freunde und wahre Feinde und und und....

Amüsant, spannend, mitreißend. Patrick Rothfuss hat einen wahrhaft bildgewaltigen Sprachstil, der es schafft, selbst alltägliche Tätigkeiten seines Helden spannend zu machen. Ich war völlig überrascht von dem qualitativ hochwertigen Sprachniveau, das den werten Leser bereits am Anfang mit den 3 Arten der Stille begrüßt - klingt langweilig, ist es aber nicht - da das dermaßen detailliert und eindrucksvoll beschrieben wird, dass man unwillkürlich selbst anfängt zu lauschen - und DAS nenne ich inspirierend! Vor allem die Dialoge sind derart geschliffen und humorvoll, dass neben vielen ausgefeilten Überraschungen wahre Lachexplosionen unausweichlich sind. Und nicht zuletzt hat das Buch viel Herz: So singt und spielt der Held eine romantische Ballade über zwei liebende Sagengestalten und man fühlt sich als wäre man dabei, ist emotional berührt, gelähmt und spürt die Macht der Emotionen genau so stark wie beim detailliert beschriebenen Publikum, ach was man wird derart zum Publikum, als säße man dabei.

Die Personen - maßgeblich der Held - sind sehr tiefgründig beschrieben. Da die Handlung in Form von Kvothes Lebensgeschichte, bis auf kleine Zwischenepisoden in der Bar, aus der Ich-Perspektive geschildert ist, kann man dem Helden auf einer sehr menschlichen Ebene folgen. Er ist nicht der strahlende Sieger, sondern trotz aller Intelligenz ein junger Mensch, der mit Mühe seinen Weg geht, alltägliche Probleme meistert und trotz aller Widrigkeiten nie den Mut verliert. Menschlich macht ihn vor allem ein latentes Geldproblem, was sich zu einem Kampf gegen Windmühlen entwickelt und fast schon zu sehr auf die Spitze getrieben wird. Insoweit passt auch die vielschichtige Handlung, die sich vergleichsweise langsam entwickelt und man spürt mit jedem neu aufgedecktem Detail, dass díes nur der Anfang zu etwas Größerem ist. Aus dem gelungenen Rahmen fallen allein die Passagen im Wald von Trebont heraus, die zwar sprachlich gewohnt eloquent sind, sich aber ohne wirklichen Sinn sehr sehr zäh über ein ganzes Kapitel hinziehen. Einmal überwunden wandelt das Buch aber wieder auf alten Pfaden u ein höchst faszinierendes und nicht zuletzt neugierig machendes Ende versöhnt den Leser fast mit den vorherigen Längen.

Und last but not least lernt der geneigte English-Laie hier noch unheimlich viel Vokabular dazu, selten habe ich bei einem Fantasy-Buch dermaßen viele Worte an Beschreibung statt Handlung vorbeiziehen sehen - und nicht ein Wort war verschwendet.

Fazit:

Das Buch war ein wahres Vergnügen und ich wurde fast durchgehend auf höchstem Niveau unterhalten. Da man derart stilistisch ausgefeilter und intelligenter Fantasy heutzutage viel zu selten begegnet, vergebe ich für dieses gelungene Auftaktwerk trotz der Trebontpassage die vollen 5 Sterne!

"It is not very heroic." I said dismissively. "I was expecting something with a little bit more flair." - "Well, I left my armor and my warhorse at home."
66 Kommentare| 93 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2011
Ein empfehlenswerter Romen mit einem sympatischen jungen Helden, der sich schön liest.
Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass (mit einigen Ausnahmen) die anderen Charaktere etwas blaß bleiben: Beispielsweise Kvothes Mitstudenten an der Akademie. Was weiß man man ihren außer ihren Namen und ihrer Herkunft... Was sind ihre Ziele, ihre Wünsche, ihre Motive? Das geht in der Ego-Perspektive des Romans etwas unter. Lediglich Denna, Kvothes Schwarm besitzt m.E. etwas mehr Tiefe.
Der Roman ist dennoch kurzweilig, man langweit sich nie. Das überrascht vor allem deshalb, weil auf über 700 ENG beschriebenen Seiten verhältnismäßig wenig passiert.
Manch anderer Autor handelt da ganze Familiensagen über halbe Jahrhunderte ab. Nicht so hier.
Bei der Breite hat man kein Problem sich vorzustellen, dass der Autor problemlos 10 bis 20 Bände schreiben könnte... es sollen aber wohl nur drei werden. (Ob da das Tempo noch anzieht?)
Wen das nicht abschreckt, ruhig zugreifen. Wer mehr Aktion sucht greift besser zu einem anderen Autoren (...oder wartet auf die weiteren Bücher?).
Guter Roman, aber bestimmt nicht DER Räumer schechthin, auf den man schon IMMER gewartet hat, wie es die frenetischen Lobeshymnen am Anfang suggerieren möchten. (Werden all diese Autoren bezahlt für ihre [nicht wirklich gereichtfertigten] Superlative? Man möchte es vermuten)
Werde auf jeden Fall auch den nächsten lesen... solides Werk.

Ein Nachtrag: Bereits in diesem Werk klingt etwas an, das ich persönlich gar nicht abkann: Omnipotenz des Helden. Kann alles, weiß alles, lernt alles... quasi eine Inselbegabung mit eigenem Archipel. Offensichtlich walzt der Autor diesen (hier noch halbwegs moderaten)Aspekt im folgenden Buch noch breiter (statt ihn zurückzufahren). Das finde ich persönlich abschreckend. Man möge also einkalkulieren, dass sich die Saga in diese Richtung entwickeln wird, bevor man mit ihr beginnt.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2014
Ich habe mir "The Name of the Wind" aufgrund der vielen positiven Kundenkritiken bei Amazon gekauft - und spätestens jetzt gelernt, dass diese zumindest für mich nur bedingt hilfreich sind.

Aber der Reihe nach. Patrick Rothfuss hat mit "The Name of the Wind" ein Fantasy-Werk vorgelegt, an dem man vor allem seine sprachliche Reife loben kann. Rothfuss versteht sich auf griffige Metaphern, lebendige Beschreibungen und spart auch nicht am Wortwitz. So hat mir das Lesen dieses Buches gerade am Anfang durchaus Freude bereitet und ich bin nach wie vor der Meinung, dass man in Sachen Formulierungskünste viel von Rothfuss lernen kann.

Der gelungene Sprachstil sowie die Tatsache, dass es viele Szenen gibt, die für sich alleine genommen sehr gelungen sind, können mich aber nicht darüber hinwegtrösten, dass "The Name of the Wind" unter massiven Problemen zu leiden hat.

Da wäre die schon häufiger kritisierte Ereignislosigkeit des Buches zu nennen. Tatsächlich passiert auf etlichen der mehr als 600 eng bedruckten Seiten kaum etwas, das wirklich der Rede wert wäre. Stattdessen zieht Rothfuss ohne jedes Gespür für das Wesentliche jede noch so kleine Bagatelle unendlich in die Länge und lässt seine Charaktere dabei ohne größere Entwicklung auf der Stelle treten. Das soll nicht heißen, das nicht ab und an doch mal etwas Wichtiges oder Spannendes passiert. Doch in weiten Teilen dümpelt die Handlung nur so vor sich hin und dem relativ weit vorne in Aussicht gestellten großen Konflikt (Kvothe gegen die Chandrian) sind wir am Ende des Buches auch nicht merklich näher gekommen. Dem Helden Kvothe passieren Dinge, er erledigt Krams...und ich kann mich kaum dazu überwinden, zur nächsten Seite zu blättern.

Apropos Kvothe: Rothfuss' Protagonist ist für mich das zweite große Manko an diesem Werk, handelt es sich hierbei doch in meinen Augen um den fast schon denkbar langweiligsten Heldentypus überhaupt, nämlich den des Alleskönners. Egal ob es darum geht zu singen, zu tanzen, die Laute zu schlagen, bei gesellschaftlichen Ereignissen zu brillieren, komplizierte Währungsumrechnungen vorzunehmen, Magie zu wirken, Artefakte zu erstellen oder sonst irgendeine wahnsinnig schwere Aufgabe zu meistern, für Kvothe ist kein Ziel zu weit, keine Hürde zu hoch.

Das einzige, was ihm nicht so recht gelingen möchte, ist beim schönen Geschlecht zu landen, aber auch das liegt nur daran, dass er nicht kapiert, dass er die halbe Damenwelt durch seinen Charme und durch sein (natürlich) gutes Aussehen quasi im Vorbeigehen um den Finger wickelt. Wo andere Helden also nicht nur mit übermächtigen Gegnern, sondern auch noch mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten zu kämpfen haben (was sie irgendwie menschlich erscheinen lässt), ist Kvothe ein vor Selbstbewusstsein trotzendes Multitalent, von dem man sich nicht so recht vorstellen kann, dass ihm mal etwas nicht gelingt.

Deshalb wirken seine detailliert erörterte Geldsorgen auch stets aufgesetzt. Denn ja, er ist arm, doch was soll's? Wer alles kann, kommt schon irgendwie an Geld und sollte es mal doch nicht klappen, kann er ja immer noch zur Geldverleiherin Devi gehen (die - na klar - auch nichts gegen einen Besuch privater Natur einzuwenden hätte) und einen Kredit aufnehmen, unverschämte Zinsen hin oder her.

Negativ ankreiden muss ich Rothfuss auch, dass er Kvothe keinem ebenbürtigen Gegenspieler aussetzt. Da die Chandrian, wie gesagt, im ersten Teil noch nicht so richtig zum Zug kommen, liefert Kvothe sich einen Kleinkrieg mit dem Berufskotzbrocken Ambrose. Auch hier wird schnell langweilig, was zu Beginn noch wenigstens zu amüsieren wusste. Denn ersten ist Ambrose fürchterlich eindimensional (reich, schnöselig, nicht sonderlich intelligent und handgreiflich gegenüber Frauen) und zweitens für Kvothe natürlich auch kein ebenbürtiger Gegner. Liefern die beiden sich ein Wortgefecht, so lässt Kvothe stets elegant das rhetorische Florett durch die Luft schwirren, während Ambrose sich mit der groben Keule begnügen und praktisch jedes Mal den Kürzeren ziehen muss.

Alles in allem kann ich hier also leider nicht von einem gelungenen Buch sprechen. Für den sehr schönen Sprachstil sowie die durchaus vorhanden gelungenen Szenen vergebe ich 3 Sterne.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Mai 2007
Zahlreiche Legenden umranken Kvothe, den berühmt berüchtigtsten Zauberer und Musiker aller Zeiten - Geschichten von Genius, Schönheit und Heldentum sowie Ignoranz, Verrat und abscheulichen Verbrechen.
Ein eifriger Chronist will das Gespinst aus Lügen und Wahrheit durchdringen und spürt den Zauberer in einem Provinznest auf, wo er in einer Taverne arbeitet und auf das endgültige Vergessen wartet. Nur widerwillig teilt Kvothe seine Erinnerungen. Doch manchmal müssen Helden daran erinnert werden, dass sie Helden sind und gebraucht werden.

Wer Scott Lynch, Joe Abercrombie oder Sarah Monette mag, wird von Patrick Rothfuss begeistert sein. Ich wage sogar zu behaupten, dass er qualitätsmäßig eine Stufe höher einzuschätzen ist.
Das Buch hat zwei Ebenen: die Gegenwart, in 3. Person gehalten, in der Kvothe ein gebrochener Mann ist und widerwillig seine Memoiren diktiert und Kvothe als Ich-Erzähler, der seine Kindheit als Teil einer Wandertruppe und seine Jugend an der Universität für Magie wiederauferstehen lässt. Mit bewundernswerter Leichtigkeit wechselt Rothfuss zwischen den Ebenen, weckt geschickt die Neugier des Lesers und wird, so nehme ich an, im dritten Band die Gegenwart "weiterlaufen" lassen (nach dem Motto: Memoiren als Therapieform für einen gefallenen Helden).
Während die Knochen der Geschichte altbekannt sind, ist ihre Präsentation es nicht. Sie ist voll düsteren Realismus, was durch Kvothe, einen ungewöhnlich undurchsichtigen Hauptcharakter verstärkt wird. Trotz seiner Talente ist er menschlich. Er begeht Fehler, aus Unwissenheit, Arroganz oder Unbesonnenheit (viele seiner späteren Probleme und sein schlechter Ruf gründen darin) und wird durch seine schwierigen Lebensumstände aufgehalten. TNotW ist das erste Fantasybuch, das ich gelesen habe, in dem Geldmangel ein gravierendes Dauerhindernis für den Hauptcharakter ist. Doch gerade diese Menschlichkeit macht Kvothe so sympathisch und obwohl das Buch streckenweise düster ist, wird es durch Lebensfreude gepaart mit unbändiger Wissbegier und intimen Momenten aufgehellt.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass der Leser wenig von den aktuellen Zuständen in Kvothes Welt erfährt - es gibt allenfalls düstere Andeutungen von einem kürzlich beendeten Bürgerkrieg (an dem Kvothe mitschuld gewesen sein soll) und einer magischen (Monster-)Plage. Aber die gegenwärtige Situation steht auch nicht im Mittelpunkt des Buches, sonders Kvothes Vergangenheit und man darf sich gewiss mehr davon in Band zwei und drei erwarten.

THE NAME OF THE WIND ist auf jeder Ebene schön - inhaltlich, stilistisch, emotional. Es ist die Neuentdeckung des Jahres 2007!
0Kommentar| 42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2014
Before writing anything about the content: This book was published in 2007, its sequel in 2011. Now it's 2014 and the third and final book is not yet in sight. Instead, a novella is announced for this autumn. The first book moves very slowly, without any of the exciting things happening that are hinted at on the first few pages. According to reviewers that won't really change in the second book. Two whole books of "prelude" in a series intended for three books? Had I realized this before starting, I would have waited to see whether the third book ever gets published, and whether it is really the last.

I have one other problem with this book: I don't much like the hero.

A huge compliment to the author for being so good at inventing and telling his story that he got me hooked in spite of that. Because as a rule, finding someone to like is about the first prerequisite for me reading a book to the end.

In part this is certainly due to the fact that I find Kvothe, though not likeable, at least interesting. I cannot agree with those reviewers who complain about his being too perfect. I wouldn't have a problem with that - I love to indulge in a little hero worship now and then. Kvothe is physically strong and agile and intellectually brilliant, but emotionally he's anything but a super hero. I think what made me dislike him, especially at first, was that he gave me the impression of being erratic and unbalanced yet convinced of his own superiority.

As the story unfolded, dislike dimmed and interest grew. I can't imagine he'll make it to my list of favorite novel characters through the remaining books, and yet I like to follow his adventures, even though, so far, those are anything but overexciting. As mentioned, almost all the first book does is building up the background: Kvothe's childhood with an actors' troupe, the traumatic experience that changes his life and is the reason for his later search (which will - hopefully? - come to fruition in the third book), his magical and general training at the university, his early friends and enemies, his struggles to earn his living. Little of this is really exciting, but most of it is surprisingly pleasant to read.

One thing about the style: some have praised the author's excellent command of words. With that in mind, the opening scene ("silence of three parts") almost made me put away the book at once. It gave me the impression of an author trying to be extraordinarily clever and artistic, and it didn't work for me at all. If this was the excellence mentioned I could never stand it through the whole book. But luckily, most of the book is free from such "overdoses of artistry". For me the best told story is the one where most of the time you hardly notice the telling for being wrapped up in the story: a few highlights are a treat, but too much art destroys the story. And most of the book does exactly that: wrap you up in the story.

If you want a lot of action, this is not for you. If you want to be sure to get a finish for your story, better wait. But if neither of this is important to you, and you're in the mood for a well told epic fantasy story with an ambivalent hero, you might want to give it a try.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. März 2008
Zugegebenermaßen war ich nach den ersten paar Seiten dieses Romans ganz und gar nicht überzeugt, eine richtig gute Fantasy-Story in den Händen zu halten. Ein bäuerliches Dorf, das plötzlich von unheimlichen Wesen heimgesucht wird? Das gab's schon viel zu oft, um innovativ zu sein. Doch dann entfaltet sich die Geschichte erst richtig: Man merkt schnell, dass die Begebenheiten auf den ersten Seiten (noch) nicht zur wirklichen Handlung gehören. Viel mehr geht es um die Erinnerungen von Kvothe, eines Mannes, dessen Geschichte gar nicht spannender sein könnte und die er einen Chronisten innerhalb von 3 Tagen zu Papier bringen lässt.
Rothfuss schafft es hier gekonnt, die beiden Handlungsstränge voneinander zu trennen: Einmal das Geschehen im Wirtshaus, während die Geschichte erzählt wird und auf der anderen Seite die Geschichte selbst. Schnell bekommt man das Gefühl, wirklich eine der Personen zu sein, die der Geschichte lauschen und jedesmal, wenn Kvothe seine Erzählung unterbricht, hat man den Eindruck, tatsächlich aus der Geschichte gerissen zu werden und sich im Gasthaus wiederzufinden.
"The Name of the Wind" ist ein großartiger Auftakt und ich bin wirklich gespannt, wie sich die Geschichte um Kvothe, den "Kingkiller" noch entwickeln wird.
Somit kann ich diesen Roman auch nur wärmstens empfehlen. Jeder, der anspruchsvolle Fantasy-Literatur und Lagerfeuergeschichten liebt, wird dieses Buch ebenso schnell verschlingen, wie ich es tat (auch, wenn ich es leider nicht an nur einem Tag geschafft habe, die Zeit, die Kvothe auch zum Erzählen benötigt. Aber das kann ja nachgeholt werden, wenn die Trilogie vollständig ist...)
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Mai 2011
Eigentlich hat dieses Buch alles was es braucht. Einen jungen gutaussehenden Helden mit dem wir von Anfang an mitfühlen können. Treue Freunde die ihm zur Seite stehen und sein Leben bereichern. Die mysteriöse Frau die auftaucht und wieder verschwindet wie es ihr passt und an die unser Held natürlich sofort (naja, zumindest beim zweiten Treffen) sein Herz verliert. Und einen Gegner wie wir ihn aus vielen anderen Romanen kennen: reich, mächtig und absolut unausstehlich.

So gestaltet sich das Buch dann auch genau so wie man es sich als erfahrener Fantasyleser erwartet. Kvothe (unser Held) zieht aus um den Tod seiner Eltern zu rächen. Zunächst muss er aber erstmal lernen wie und wo ginge das besser als an "Der Universität"? Dort trifft er seine Freunde, schlägt sich mit deren Hilfe und dank seines Verstandes immer irgendwie so durch und erreicht schließlich... aber moment mal.

Leider erreicht Kvothe nämlich genau gar nichts. Auf über 700 Seiten wird uns erzählt wie Kvothe aufwuchs, wie seine Eltern zu Tode kommen, wie er danach seinen Weg zur Universität findet (über Umwege natürlich) und dann seine Studien beginnt. Klingt vertraut? Klingt nach Harry Potter für Erwachsene? Ist es auch. Aber das macht die Geschichte ja noch lange nicht schlecht. Rothfuss hat einige grundlegende Konzepte sicherlich bei Rowling entliehen, aber die wiederrum hatte ja auch schon fleissig geklaut, so dass man da keinem richtig böse sein darf. Das alles stört nicht, was stört ist dass auch nach 250 Seiten die Geschichte nur langsam Fahrt aufnimmt und auch nach 350 ist sie noch nicht so ganz ins Rollen gekommen. Und das tut sie auch bis zum Schluss nicht. Wen das bei Tolkien schon nicht gestört hat, der wird auch Rothfuss lieben. Ich aber fand schon Der Herr der Ringe unnötig langsam in der Erzählweise, ähnlich geht es mir nun mit NOTW. 700 Seiten in denen eigentlich nichts wirklich weltbewegendes passiert plätschern unterhaltsam vor sich hin. Rothfuss kann schreiben, dass muss man ihm zugestehen, aber davon wie man eine Geschichte aufbaut und sinnvoll gestaltet hat er keine Ahnung.

The Wise Man's Fear: The Kingkiller Chronicle: Day Two (Kingkiller Chronicles), der zweite Band, ist vor kurzem erschienen und scheint die Geschichte noch weiter zu verlangsamen, wenn man den Rezensenten glauben darf. Da stellt sich dann die Frage ob es nicht sinnvoll ist zu warten bis alle Bände erschienen sind bevor man mit dem Lesen beginnt. Denn nach Band 1 hängt man mitten in der Luft und das nicht mal mit dem Gefühl, dass es sich wirklich gelohnt hat diese Vorgeschichte zu Kvothes Leben zu lesen.

Fazit: Ich musste mich oft zwingen weiter zu lesen und konnte nicht glauben, dass ich ein Buch das auf so vielen Bestsellerlisten stand so langweilig finden kann. Aber das ist eben das gute am eigenen Geschmack, der darf sich nämlich durchaus von dem der anderen unterscheiden. 3 Sterne gibt es weil so viele andere das Buch genial finden, dass ich erwarte dass es sich zu einem der Klassiker des Genres entwicklen wird, den man einfach gelesen haben muss (Ähnlich wie HdR oder Song of Fire and Ice).
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. März 2016
Handlung: gut - relativ gemächlich aber nicht langweilig

Charactere: gut - wer Antihelden liebt ist hier falsch, es gibt eben Helden und Bösewichte. Durch die Ich-Perspektive sehr Kvothe zentriert. Alle anderen Charaktere wirken dagen eher blass.

Die Fortsetzung: auch gut - aber vorsicht der dritte Teil der Trilogie ist noch nicht veröffentlicht.

Sprache: überragend - Handlung und Charactere sind lediglich gut, aber der (prosaische) sprachlich Stil reißt das definitve wieder raus.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. März 2013
Diese Rezension bezieht sich auf die beiden bisher erschienenen (englischen) Bände der Kingkiller-Chronik und enthält womöglich SPOILER.

Ob man das Werk Patrick Rothfuss‘ in die Riege von Autoren vom Format eines JRR Tolkiens einreihen kann, wie des öfteren behauptet? Das Urteil steht mir nicht zu. Letztendlich schreiben beide Fantasy, das ist aber auch schon das Ende der Gemeinsamkeit. Wo Tolkien den Weg einer Gemeinschaft Ausgewählter aus allen Völkern Mittelerdes beschreibt, im epischen Kampf gegen den Untergang der Welt, das ultimative Böse, wählt Rothfuss eine Coming-of-age Geschichte aus der Perspektive des Helden. Eine Geschichte, erzählt in drei Tagen, respektive drei Bänden (Originalausgabe), wovon bislang zwei erschienen sind.

Sie erzählt von Kvothes Kindheit in einer Schausteller-Truppe, seine Ausbildung durch Schauspiel und Theaterstücke, durch Lieder sowie Lautenspiel und Sangeskunst und verschiedenen Personen, die sich dem Schutz der Truppe auf ihren Reisen anschließen. So lernt er z.B. in der Natur zu überleben, zu jagen, Elemente der Heilkunst, Heilpflanzen kennen und erhält so eine Ausbildung, die ihm die Voraussetzungen zur Aufnahme an die Universität mitgeben. Schließlich der Schicksalschlag durch den Tod der Eltern und der ganzen Schauspieltruppe, weil sie das „falsche Lied“ sangen. Rückzug ins Vergessen, zunächst halb verwildert im Wald, schließlich als Bettler und Dieb in der Stadt. "Erweckt" durch die Geschichte eines fahrenden Geschichtenerzählers, erinnert sich der Protagonist wieder an seine Bestimmung und wird trotz aller Widrigkeiten an der Universität angenommen, schlägt sich mit Geldnot, Missgunst und Ungerechtigkeit herum. Gewinnt Freunde, trifft seine Seelengefährtin und verliert sie doch immer wieder aus den Augen.

Fasziniert bin ich von der Schönheit des Schreibstils, der Sprache von Rothfuss. Gelesen habe ich „Tag 1“ und „Tag 2“ im englischen Original. Wunderschöner, poetischer Text und Wortspiele. Insbesondere wenn einem plötzlich auffällt, dass sich immer wieder mitten im Text das Gelesene reimt (z.B. Gespräche mit Felurian). Ich bin mir sicher, dass ich diesbezüglich längst nicht alle Stellen bemerkt habe. Aber z.B. auch die Bennung des Ortes Newarre: Wenn man liest, dass sich Chronicler auf dem halben Weg nach Newarre befindet (halfway to Newarre) oder Kvothe erzählt, dass die Waystone Inn mitten in Newarre liegt (in the middle of Newarre) und dies laut vor sich hin liest wird Newarre dann zu Nowhere; das Gasthaus mitten im Nirgendwo. Schade, dass man bei der deutschen Übersetzung keinen Weg gefunden hat, dieses entsprechend einzubringen. (Möglich wäre z.B. gewesen Newarre mit Nihrgens oder Nihrgennwo oder ähnliches zu übersetzen. Und das sind nur die spontanen Einfälle inerhalb von einer Minute Nachdenken)

Vieles erschließt sich erst bei einem nochmaligen Lesen beider Bücher, z.B. wenn Kvothes Vater in einem Necklied die Identität von Kvothes Mutter in einem Wortspiel preisgibt, diese wütend darauf reagiert und selbst Kvothe keinen Schimmer hat wieso. (Keine Ahnung, ob und wie das in der deutschen Übersetzung umgesetzt werden konnte). Auch bekommen die zahllos eingestreuten Geschichten und Legenden plötzlich sehr viel mehr Bedeutung und nach und nach verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, wird es immer unklarer auf welcher Seite die Gegenspieler Chandrian und Amyr stehen. So fällt beim re-read eine Parallele zischen Kvothe und Lanre auf, wenn Kvothe mit dem Trauma des grausamen Verlusts der Eltern nur weiter existieren kann, weil er zunächst einmal das Geschehen durch Schlaf und Vergessen und auch der nächsten Stufe, des Verrücktwerdens (zumindest für eine kurze Zeit) verarbeiten kann. Lanres Geschichte dagegen beschreibt, wie er seine Persönlichkeit verliert, er zu Haliax wird, weil ihm die Coping-Möglichkeiten Schlaf, Vergessen, Verrückt werden und sogar der Tod versagt bleiben.

Mehr als einmal wird betont „There is no good story that doesen‘t touch the truth“, aber „You have to be a bit of a liar to tell a story the right way.“(!!!) Und gerade die Rahmengeschichte, v. a. gegen Ende von „Tag 2“ lässt einen dann am Wahrheitsgehalt von Kvothes Darstellung seiner Geschichte zweifeln. Kvothe, ein Held oder doch der Antiheld?

Es ist diese Vielschichtigkeit, die mich fasziniert und weshalb ich die Herausgabe des dritten Bandes „day 3: door of stone“ kaum erwarten kann. So viele offene Handlungsstränge, noch immer ist unklar, wieso sich die Trilogie Kingkiller Chronicles nennt. Welcher König stirbt? Durch wen? Wie kommt Kvothe zur Waystone Inn und was ist seine Agenda? Was ist mit seinen magischen Fähigkeiten, seiner Musik und seiner Kampfkunst? Soviele Fragen und Ungeklärtes. Man kann sich kaum vorstellen, wie Patrick Rothfuss diese alle im dritten und letzten Band aufzulösen vermag.

Doch eines ist sicher, die ganze Schönheit und Komplexität der beiden bisherigen Bände erschloss sich mir erst beim wiederholten Lesen. Vieles, was ich beim ersten Lesen für vielleicht etwas langatmig und überflüssig hielt, bekam beim zweiten Mal Lesen plötzlich Sinn. Kein Wort des Autors ist überflüssig und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. August 2014
Rothfuss schreibt fantastisch. Normalerweise kann ich Romane, die in der ersten Person geschrieben sind, nicht ausstehen. Da hier aber immer wieder zwischen Kvothes Erzählungen in der Ich-Form und der Rahmenhandlung in der dritten Person gewechselt wird, geht das hervorragend auf.

Der zweite Teil legt sogar nochmal kräftig zu. Manche Kapitel sind in sich ein kleines Kunstwerk und fantastisch zu lesen.
Kvothe wird im zweiten Teil erwachsener, was ihm hervorragend steht.
Die Universität tritt in den Hintergrund und Kvothe geht auf Reisen.

Fantasy-Romane haben oft das Problem, dass sie sich übernehmen; irgendwann wird es meist unglaubwürdig, wenn der Protagonist bspw. einem riesigen Drachen gegenübersteht oder einer ganzen Armee (siehe Hobbit).
Das ist hier nicht der Fall. Rothfuss übernimmt sich nicht und bleibt bodenständig.
Toll!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden