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am 16. November 2010
"Until you are wounded, you can not become a man". In "Sunset Park" schreibt Auster über Verwundungen, die nicht durch Waffen verursacht werden, und doch genauso lange nicht verheilen wollen, und über die mühsame Rückkehr zur Normalität.

Paul Austers neuester Roman ist kein "gewöhnlicher" Auster: Es fehlen die so Auster-typischen Erzählstränge, die eben noch den Roman dominieren und wenige Seiten später im Off verschwinden. Auch die (für Neu-Austerianer schwierig zu verstehenden) Querbezüge zu früheren Auster-Romanen sucht der Leser in "Sunset Park" vergeblich. Und dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - ist "Sunset Park" ein richtig gelungener Roman, am ehesten vergleichbar mit Austers "Man in the dark". "Sunset Park" ist dabei auch für Nicht-Muttersprachler im amerikanischen Original geeignet.

In einem heruntergekommenen Haus angrenzend an Brooklyns großen Friedhof Green-Wood Cemetery treffen die Lebenswege von vier äußerst unterschiedlichen Personen aufeinander: Bing Nathan, der heimliche Hausherr, Gelegenheitsmusiker, Geschäftsführer des "Hospital of Broken Things" und erklärter Technik-Verachter lebt davon, die Devotionalien vergangener, prämoderner Tage zu reparieren. Ellen Brice, Immobilienmaklerin und erfolglose Künstlerin im Zweitberuf, versucht in ihrem tristen Alltag die drohenden Angstzustände und depressiven Phasen auf Distanz zu halten. Alice Bergström kämpft sich tagein, tagaus durch ihre Doktorarbeit, in der sie sich mit der Re-Integration der Soldaten des Zweiten Weltkrieges in die amerikanische Zivilgesellschaft beschäftigt. Vierter im Bunde - und Hauptfigur des Romans - ist Miles Heller, der sich seitdem er vor fast 8 Jahre das College und sein damaliges Leben von heute auf morgen verlassen hatte, mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten hat.

Was hatte Miles ins selbstgewählte Exil getrieben? Warum brach er sämtliche Kontakte zu seiner Familie ab? In eingestreuten Rückblenden entfaltet Auster das volle Geflecht der Hellerschen Familiengeschichte. Vater Morris Heller, Besitzer eines kleinen New Yorker Verlags, leidet unter dem Verschwinden seines Sohnes, auch wenn er ihn nie ganz aus den Augen verloren hat. Dass auch Miles heimlich immer über die Geschehnisse zuhause informiert war, weiß hingegen Vater Morris nicht. Was hat Miles nun zurück nach New York getrieben und wird ihn der Weg auch zu seinem Vater führen?

Das neue Domizil der vier vom Leben Verwundeten ist allerdings nur eine Heimat auf Zeit. Die vier Freunde hatten das leerstehende und verwahrloste Haus kurzerhand in Besitz genommen. Nun droht täglich die Vertreibung aus ihrem neuen Heim. Wird die verbleibende Zeit reichen, um die anstehenden Herausforderungen des Lebens zu meistern?

"Sunset Park" ist trotz seiner "nur" 300 Seiten ein sehr reichhaltiger Roman: Nicht nur die Familiengeschichte der Hellers, sondern auch die Lebenswege und Verirrungen der anderen Haus-Bewohner füllen die Seiten. Ich denke, dass z.B. Fans von Franzens "Freedom" sehr viel Freude an "Sunset Park" haben werden. Mit den Figuren des Verlegers Morris Heller und des Erfolgsautors Renzo ermöglicht Paul Auster als Bonus interessante Einblicke in die Alltagsleiden dieser beiden Berufsgruppen, mit denen sich Auster ja bestens auskennen dürfte.

Schade, dass es nun wieder warten heißt - bis zum nächsten Auster-Roman. Aber wie heißt es doch in "Sunset Park": "There is always room in the brain for another story".
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Wie hat die Wirtschafts- und Finanzkrise die USA und vor allem das Leben der einfachen Bevölkerung beeinflusst? Wer anders als Paul Auster, der seit knapp drei Jahrzehnten die Rolle des Menschen in einer uns immer mehr und mehr entgleitenden Postmoderne beschreibt, wäre besser für dieses Unternehmen geeignet? Am Beispiel einer handvoll Personen, deren Schicksal auf mehr oder weniger verschlungenen Wegen miteinander verbunden ist, seziert er die Befindlichkeit eines sich im Niedergang befindenden Landes.

Im Zentrum der Handlung steht der Endzwanziger Miles Heller. Er verdient sein Geld damit, in von ihren Besitzern in Eile verlassenen Häusern in Florida für Ordnung zu sorgen, um sie für potentielle Käufer präsentabel zu gestalten. In Krisenzeiten kann er sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen: "In a collapsing world of economic ruin and relentless, ever expanding hardship, trashing out is one of the few thriving businesses in the area" (4). Ein Hauch von Tragik liegt auch über seiner eigenen Lebensgeschichte und der Frage, warum er sich seit sieben Jahren nicht mehr bei seinen Eltern gemeldet hat. Aufgrund privater Probleme sieht sich Miles dazu gezwungen, Florida zu verlassen. Zusammen mit drei anderen Menschen bezieht er in Sunset Park, einer Gegend in seiner alten Heimat Brooklyn, ein leerstehendes Haus.

Die einzelnen Abschnitte werden aus der Perspektive eines jeweiligen Charakters geschildert. Dabei erhalten wir Einblicke in die Lebensgeschichte der einzelnen Personen, was sie in die Zufalls-WG verschlagen hat und wie sie versuchen, mit ihrer Situation klarzukommen und für sich einen Sinn in dieser sinnlosen Welt zu konstruieren. Und völlig auf sich zurückgeworfen entsinnt sich der Mensch darauf, was wirklich zählt und ihn erst zum Menschen macht: "The human body cannot exist without other human bodies. The human body needs to be touched - not just small human bodies, but large human bodies as well. The human body has skin" (225).

Fazit: Auch wenn Auster seinen postmodernen Wurzeln immer treu geblieben ist, ist in seinen nach dem 11. September 2001 erschienen Romanen eine Wende hin zum Individuum zu erkennen. Während vorher oft die Geschichte, oftmals verbunden mit mehreren in sich verschachtelten Geschichten, im Vordergrund stand, hat sich der Plot in den vergangenen Jahren immer mehr auf die inneren Empfindungen der Charaktere verlagert. Vielleicht steckt dahinter der Gedanke, dass in einer immer mehr beschleunigten und nicht mehr zu kontrollierenden Welt jeder Mensch verzweifelt versucht, das zu kontrollieren, was ansatzweise noch seiner Kontrolle zu obliegen scheint: Sein eigenes Leben. Und das ist so mitreißend wie eh und je!
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am 17. Juni 2012
Ich bin ein großer Fan von Paul Auster, aber dieses Werk hat mich sehr enttäuscht. Schon seit einigen Büchern scheint es mir, dass Auster das Interesse daran verloren hat, Geschichten zu erzählen, in Sunset Park treibt er es auf die Spitze.

Eine Handlung hat "Sunset Park" nämlich ohnehin kaum, aber zwischen deren Reste und den Leser drängt sich hier ein penetrant schlauer Erzähler, der schon alles weiß und es dem Leser in etwas gelangweiltem Ton berichtet. Die Ereignisse passieren nicht, sondern sie werden im Nachhinein berichtet, gesprochen wird hauptsächlich in indirekter Rede.

Wie schon in "Unsichtbar" interessieren Auster hauptsächlich die Figuren des Romans, ihre Geschichte und ihre Motive, und so sind die Kapitel konsequent auch nach der jeweiligen Hauptperson benannt.

Dadurch könnte "Sunset Park" trotzdem ein schönes Buch sein, auch Updike hat schließlich ewig lange Betrachtungen des Innenlebens seiner Romanfiguren geschrieben und blieb dabei immer fesselnd. Der Erzähler in "Sunset Park" aber leiert die Geschehnisse herunter, berichtet sie mehr pflichtschuldig als packend oder so, dass man mitfühlen könnte.

300 Seiten lang habe ich mich gefragt, was all das eigentlich soll? Denn wenn schon die einzelnen Schicksale nicht berühren (sollen?), obwohl sie durchaus das Potenzial dazu hätten, dann würde man doch erwarten, dass wenigstens das Zusammentreffen des Hauptcharakters mit den drei wichtigsten Nebenfiguren in einem besetzten Haus Funken schlagen würde, aber auch das passiert nicht.

Erst auf den letzten zehn Seiten überschlagen sich die Ereignisse, plötzlich gewinnt die Handlung Fahrt, und die letzten drei Seiten entschädigen ein bisschen für die Langeweilie vorher, treffen auf einmal einen Nerv, sind nachvollziehbar und anrührend.

Und nur wegen dieser letzten Seiten vergebe ich drei Sterne, nicht nur zwei: Einen muss man ja eh geben, und einen weiteren vergebe ich für die wie immer makellose Sprache Austers.

Aber am Ende habe ich ein paar Stunden meines Lebens einem Buch gewidmet, das mir nicht viel Freude zurückgegeben hat. Ich rate ab, außer um die Auster-Sammlung komplett zu halten.
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Der neueste Auster ist etwas anders als gewohnt: Es geht einerseits um Miles, der von zu Hause weglief und dann in einer WG in Sunset Park endet. Und dann geht es um alle Bewohner Sunset Parks. Vor allem aber ist die Geschichte sehr viel geradliniger als von Auster gewohnt. Gibt es normalerweise viele "Geschichten in der Geschichte", so ist das hier praktisch nicht vorhanden. Es geht um die Geschichte der Protagonisten und um nichts anderes. Wer diesen Aspekt also bei Auster schätzt, wird enttäuscht.
Auch sonst ist die Geschichte relativ einfach gehalten. Dadurch sieht man aber auch was für ein guter erzähler Auster ist - obwohl es wenig wirklich aufregendes gibt, ist man doch fasziniert von der Geschichte und will wissen wie es weitergeht.
Insgesamt erreicht Sunset Park nicht ganz den Level von Austers besten Werken (wie Orakle Night oder Man in the Dark), auch weil ich das Ende nicht so gelungen finde. Aber es ist dennoch ein absolut empfehlenswertes Buch!
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am 26. September 2011
Nach dem wenig überzeugenden Versuch "Man in the Dark" oder dem etwas sehr kopflastigen "Travels in the Scriptorium" erscheint dieses (bisher) letzte Buch des New Yorker Autors, Paul Auster, wieder etwas gelungener. Die literarische Rückkehr des Autors in seine Heimatstadt New York tut ihm definitiv gut. Wir sind zwar noch nicht ganz an der genialen "New York Trilogy" angekommen, aber das war schon mal bedeutend besser.
Auch dieser Roman Austers handelt von Figuren am Rand der Gesellschaft, welche - aus welchem Grund auch immer - als Verlierer in der amerikanischen Gesellschaft ihr Dasein fristen. Diesmal dreht sich das Werk um die Figur von Miles Heller, der nach einem Unfall, bei welchem sein Stiefbruder verstorben ist, von Gewissenbissen geplagt sein bis dorthin brillantes Studium und sämtliche Kontakte zu Familie und Freunden abbricht, um als Hilfsarbeiter und mit Gelegenheitsjobs eine Katharsis durchzumachen. Das soziale Unvermögen wird hierbei der Generation der Großväter gegenüberstellt, die nach dem zweiten Weltkrieg durch die durchlebten Traumata psychisch und psychisch verstümmelt in eine Gesellschaft zurückkehren, in welcher sie sich nicht mehr zurechtfinden. Dieselbe Unfähigkeit jener Generation findet sich auch in der Hauptfigur Miles Heller, wobei der Krieg allerdings von der wirtschaftlichen Krise, zerrüttelte Familien, das Wegfallen sozialer Netze (das Hobby, die nach den Räumungen leerstehenden Häuser und später die Friedhöfe zu fotografieren ist gewissermaßen sprichwörtlich hierfür) und den für Paul Auster so typischen Zufälle ersetzt wird.
Erst das unerhoffte Zusammentreffen vom Miles Heller mit der minderjährigen Pilar Sanchez lässt diesen wieder zum Leben zurückfinden. Es folgt eine (für Paul Auster typische) Kette von verhängnisvollen Zufällen aufgrund welcher Miles Heller wieder in seiner Heimatstadt New York strandet, wo er gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe aus dieser Generation von dreißigjährigen Aussteigern ein leerstehendes Haus der Gemeindeverwaltung besetzt. Dieses Gebäude in Brooklin, Sunset Park wird zum Brennpunkt der verschiedenen Schicksale und zu einem Versuch eines Wiederanfangs.
Der Roman "Sunset Park" bietet vielleicht weniger spektakuläre Kehrtwenden im Handlungsstrang als andere Romane von Paul Auster, erscheint - mit den zahlreichen Querverweisen auf die eigene Biographie (e.g. die Überlegungen ein Buch über eine parallele, Was-wäre-wenn-Welt zu schreiben ist eine klarer Verweis auf "Man in the Dark", wie auch die Überlegungen zum Schreiben, unweigerlich an die Interviews von Paul Auster erinnern) - aber durchaus ehrlich.
Der Roman ist somit wieder ein zuverlässiger Auster. Allein das andauernde Plündern der Baseball-Jahrbücher nervt etwas.
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am 5. Oktober 2013
... wie mich natürlich unverzichtbar. Ich lese das Buch in Englisch, auch in seiner Sprache schreibt er schnörkellos, was aber keineswegs zu Flachheit führt - es ist seine große Kunst, einen mit Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätzen gefangen zu nehmen und erst beim letzten Buchstaben wieder frei zu geben - danach will man mehr
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am 13. Oktober 2014
Schon nach wengien Seiten ist man mittendrin in der Geschichte der Hauptfigur Miles, die in von ihrem bisherigen Leben davongelaufen ist und nach wenigen Kapiteln selbst schon wieder davonläuft. Kapitel für Kapitel entblättert sich Miles Vergangenheit, bis sich mehr und mehr zeigt, dass Miles Krise vor allem auch eine Krise seines Vaters ist. Die Hauptgeschichte des Buches ist solide erzählt. Stärke des Buches ist das zeitgenössische Panorama des Amerika nach der Finanzkrise. Und so ist dieser Roman vor allem ein Bild von Menschen, die sich von der Zeit überholt fühlen und versuchen im Strom des neuen irgendwie über Wasser zu bleiben.
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am 8. Januar 2012
Erst tat ich mich etwas schwer mit der Handlung von "Sunset Park". Die Vergangenheit von Miles Heller, seine Geschichte, seine Familie und seine Freunde hatten alle etwas Sonderbares, wo ich am Anfang schon etwas mit der Glaubwürdigkeit ringen musste, besonders im einleitenden Teil in Florida. New York gefiel mir dann wieder sehr viel besser, was einzig der Erzählkraft Austers geschuldet ist. Eine Inhaltsangabe zu geben, würde mir sehr schwer fallen bei der beinah eklektischen Ansammlung an Charakteren und Handlungen; allenfalls kann man sagen, dass sich die Geschichte am Protagonisten Miles entlanghangelt, und es ist Austers Talent geschuldet, dass mich die Erzählung schließlich doch noch fesseln konnte. Dennoch empfinde ich in der Rückschau Ecken und Kanten im Roman, daher nur 3 Sterne.

PS: Auster selbst liest das Hörbuch im englischen Original.
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am 10. Januar 2013
Der Romas von Auster gibt stofflich sehr viel her, er zeichnet die veränderten Lebentraäume und Wege junger Amerikaner nach dem 11. September nach. Stilistisch und dramaturgisch schön, jedoch nimmt er an der ein oder anderen Stelle zu viel vorweg und der weitere Verlauf der Geschichte wird stellenweise voraussehbar - schade! Dennoch zu empfehlen.
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am 6. August 2011
Das war ja nun wirklich nicht der erste Auster-Roman, den ich gelesen habe. Was ich hier vermisst habe? Die üblichen Verwirrungen und spannenden Zusammenführungen von Lebensgeschichten und Handlungssträngen. Bei diesem Buch blieben mir alle Beteiligten ziemlich vage vor meinem inneren Auge und berührten mich selten. So musste ich mich richtiggehend durch die Seiten quälen und wartete immer auf einen Wende- oder Höhepunkt. Leider blieb diese Hoffnung unerfüllt, so dass ich das Buch nach dem Ende der Lektüre enttäuscht zur Seite legte.
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