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am 19. Februar 2010
Eine nahezu unmögliche, eine einmalige Geschichte. Aus ärmsten Verhältnissen und fast ohne Schulbildung entwickelt sich aus dem 1812 geborenen Jungen Charles Dickens der größte Schriftsteller seiner Zeit. Ein Megastar des Literaturbetriebs, ja im Grunde der Miterfinder und Entdecker dieses Betriebs. Weder die Eltern - der Vater war ein Tunichtgut, der für seine Schulden mehrfach ins Gefängnis wanderte - noch andere Gönner begünstigten den Lebenslauf dieses Self-made Genies, sondern nur sein eigener unbeugbarer Wille. Mit diesem Willen kämpfte sich der kleine Charles aus den Fängen der frühen kapitalistischen Gesellschaft, in der Kinder nicht viel zählten, sondern Futter waren für den Betrieb der Maschinen. So arbeitete auch der kleine Charles noch als Junge in einer Fabrik an der Themse in London, zu der er von Camden Town jeden Tag 10 km hin und zurück ging. Die Wanderungen hat Dickens später beibehalten. Noch im hohen Alter wanderte er täglich bis zu 20 km und konzipierte auf diesen ausgedehnten Spaziergängen seine ausufernden Romane. Alles andere sollte sich aber ändern. Charles arbeitete sich über das Journalisten-Millieu hoch und schrieb schließlich als junger Mann seine ersten Geschichten über die Pickwicks, die bald in Romanform erschienen. Damit begann der Aufstieg eines Kometen am Literatenhimmel, wie es die Welt selten wieder gesehen hat. Charles Dickens schrieb für sein Publikum und liebte sein Publikum - und es liebte ihn zurück. Seine Romane erschienen über Jahre in kurzen Portionen in Periodicals, die er zum Teil selber herausgab. Dickens wurde zu einem weltweiten Ereignis. In Amerika erwartete man das Schiff aus England, mit dem die neuesten Kapitel eines Romans herüberkamen, und bereits vom Pier rief man sich zu, wie es bestimmten Figuren des Romans ergangen sei.
Neben dieser unglaublichen Produktivität hatte Dickens eine geradezu riesige Familie mit 10 Kindern. Er reiste für seine Zeit außerordentlich viel und weit. Zwei mal besuchte er die USA und speiste mit dem Präsidenten. Ständig reiste er nach Paris, Belgien, Nordfrankreich. Längere Aufenthalte in der Schweiz und in Italien. Später in seinem Leben entdeckte und entwickelte er die Lesereise, die ja auch heute noch beliebt ist. Und auch hier legte er wert auf Perfektion. Diese Tätigkeit begann er mit der Lektüre seiner Weihnachtsgeschichte: A Christmas Carol. Hieraus las er jedes Jahr - schrieb weiter auch jährlich andere Weihnachtsgeschichten. Auf seinen Lesereisen - auch aus seinen Romanen - unterhielt er mitunter pro Lesung bis zu 2000 Zuhörer. Alles ohne Verstärkung und Technik. Aber die Performance war bis ins kleinste einstudiert und auf Wirkung ausgelegt. Dickens liebte dieses Bad in der Menge. Den Kontakt mit seinem Publikum. Er war ein Verzauberer, wie es größer keinen geben kann und lebte er heute, wäre er mit Sicherheit ein Steven Spielberg in Hollywood. Dickens war als Schriftsteller sozial engagiert. Er schrieb über die Zustände seiner Zeit, er spiegelte die Welt des Victorianischen Zeitalters in seinen Romanen.
Die Biographie von Peter Ackroyd ist spannend geschrieben. Ackroyd ist als Kenner Londons, als Kenner der englischen Literatur und als Schrifsteller eigener Romane wie geschaffen für eine Biographie Dickens. Aber er hat es auch leicht, wenn das Leben des Biographierten derartig voll ist. Ein guter Einstieg in die Begegnung mit Dickens.

Thomas Reuter
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