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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
98
4,7 von 5 Sternen
A Song of Ice and Fire 3. A Storm of Swords.
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:6,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 6. Januar 2015
Die in Band 2 so gut gelungene Balance zwischen den Genres gelingt im 3. Band nur noch bedingt. Die Handlung ist immer noch spannend, die Geschichte um Jaime und Tyrion interessant, aber die Fantasy-Elemente nehmen doch sehr stark zu, ebenso wie (unnötige) Gewalt und Se xbeschreibungen. Es ist nicht ganz so schlimm wie in den nächsten beiden Bänden, wo es teilweise softpornoartige Auswüchse annimmt. Ich weiss nicht, ob man einem Fantasyroman vorwerfen kann, es gäbe zuviel Magie und Übernatürliches. Aber für mich persönlich gibt es jetzt deutlich zu viel davon und auch die Handlung fängt an zu zersplittern mit unzähligen Nebenpersonen. Trotzdem ist der dritte Band sehr gelungen.
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am 9. Dezember 2014
Für alle die gerne Epen wie z. B. Herr der Ringe lesen, ist dieses Buch ein muss. Leser die jedoch gerade erst in die englische Literatur einsteigen, sollten vllt. lieber mit etwas "einfacheren" anfangen.
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am 13. Juni 2013
Ein tolles Buch, viele Geschichten laufen parallel, man kann nicht aufhören zu lesen. Bin jetzt beim 4ten Buch dabei und mache mir schon Sorgen, dass die Fortsetzung noch nicht da ist.
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am 1. Juli 2015
Was soll ich schreiben zu einer Buchreihe, die mich seit Monaten gefangen hält?! Ich kann nicht aufhören zu lesen. Großartig.
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am 2. September 2004
These books are simply marvellous!!
They might not be for the faint of heart - but they abound in rich, believable characters, an exciting, never tiresome story, and what's more - they have an almost historical feel to them. Also there is a lot of life's wisdom between those covers. The dialog never seems artificial; on the contrary it's very lifelike, clever and witty. You won't be able to put them down for long - trust me.
As with all good things there are some minor flaws here as well. Most of all - oftentimes too much attention is given to the description of sexual activities - which sometimes borders on the ludicrous - like in "Clash of Kings" were we get the account of the sound the dwarfs "organ" makes when it flops out of his paramours "organ". Excuse me and thank you very much - but that's a little too much realism. LOL.
Nevertheless this saga is surely one of best (if not the best) out there.
Read it!!
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 15. April 2012
"Fool's blood, king's blood, blood on the maiden's thigh, but chains for the guests and chains for the bridegroom, aye aye aye."
"I dreamt a wolf howling in the rain, but no one heard his grief,[...] I dreamt such a clangor I thought my head might burst, drums and horns and pipes and screams, but the saddest sound was the little bells. I dreamt of a maid at a feast with purple serpents in her hair, venom dripping from their fangs. And later I dreamt that maid again, slaying a savage giant in a castle built of snow."

Der dritte Band des Liedes von Feuer und Eis schließt nicht direkt an Band 2 an, sondern geht noch einmal ein wenig in der Zeit zurück und erzählt einige Ereignisse vor der Schlacht von Kings Landing bevor der Erzählstrang weitergewoben wird. Martin bleibt seiner Erzählweise treu und schildert weiterhin die Ereignisse in Westeros aus verschiedenen Blickwinkeln, jedoch kommen in diesem Band einige neue Personen bzw. neue Sichtweisen hinzu.
Auch diesmal steht eine Prophezeiung am Anfang des Buches, welche die Komplette Handlung vorwegnimmt, ähnlich wie im ersten Band, die auch während der Handlung durch weitere Prophezeiungen untermauert wird. Die Geschichte ist voller Hinweise auf kommende Ereignisse, so dass kaum eines der Geschehnisse wirklich überraschend ist, denn alles wird vorher angekündigt, teilweise schon in Band 1 oder Band 2 der Reihe. Diese ausgefeilte Erzählweise, die Hinweise, die bereits im ersten Band Ereignisse dieses dritten Bandes andeuten zeigt, wie minutiös geplant diese Geschichte ist. Ereignisse aus der Vergangenheit beeinflussen die Gegenwart und Zukunft und nehmen den Protagonisten teilweise die Möglichkeit die Ereignisse selbst zu kontrollieren, denn die Entscheidungen wurden teilweise vor ihrer Geburt bereits für sie getroffen und überrollen sie.
Dieses Buch ist eine Parabel auf Macht, das Streben nach Macht und die Unfähigkeit diese verantwortungsvoll einzusetzen. Macht um der Macht willen, Macht um Reichtum anzuhäufen korrumpiert die Protagonisten und vieles davon findet sich in unserer aktuellen Politik wieder. Der Bürgerkrieg in Westeros wird immer brutaler, Allianzen zerbröckeln, jeder verrät jeden, jeder nimmt Rache, und keiner ist bereit zu vergeben. In diesen Kriegswirren versuchen die Kinder von Ned Stark ihren Weg zu gehen und zu überleben. Bran ist auf der Suche nach der dreiäugigen Krähe, Sansa versucht in Kings Landing zu überleben, Arrya will nach Hause und Robb versucht sein Reich zusammenzuhalten. Für die wirklichen Überraschungen sorgen jedoch Jaime und Tyrion, die langsam zu sich selber finden und erkennen wer sie sind und sein wollen. Sie beginnen sich zu emanzipieren, und eigene Entscheidungen zu treffen. Der Einfluss der Magie wird stärker spürbar, sie erwacht erneut. Die Geschichte wird langsam von einem alternate history Mittelaltersaga zu einem klassischen High Fantasy Roman und zusammen mit den Protagonisten lernt auch der Leser langsam diese magischen Prinzipien kennen.
Nur einer erkennt, welche Gefahr dem Reich wirklich droht und welcher Kampf das Überleben der Menschen sichern wird: Stannis Baratheon, aber auch seine Tage sind gezählt und der wiedergeborene Retter Azor Ahai ist noch ahnungslos, welches große Schicksal ihm beschieden ist.

Vielen Autoren muss man vor allem einen Vorwurf machen: Sie lieben ihre Protagonisten wie eigenen Kinder und tun alles, um sie am Leben zu erhalten. Das ist ein Vorwurf, den man Martin nicht machen kann. Kein Leben ist sicher, jeder kann sterben, jederzeit. Die Geschichte ist wichtiger als ihre handelnden Personen, eine Seltenheit in der der Literatur.
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am 26. Oktober 2016
Meine Ausgabe von „A Storm of Swords“, der dritte Band der Reihe „A Song of Ice and Fire“ von George R.R. Martin, umfasst 1177 Seiten. Das gute Stück hat die Ausmaße eines soliden Ziegelsteins und ist inhaltlich so vollgepackt, dass ich beschlossen habe, meine üblichen Zeichenrichtlinien zum Schreiben einer Rezension ausnahmsweise in den Wind zu schießen. Es ist mir egal, ob dann keiner mehr Lust hat, meine Ausführungen zu lesen, denn letztendlich dienen meine Rezensionen nicht nur dazu, euch einen Eindruck eines Buches zu verschaffen, sondern sollen auch mir helfen, mit einer Geschichte abzuschließen. Ich habe sehr viel zu „A Storm of Swords“ zu sagen und da ich der Meinung bin, dass jeder dieser Gedanken wichtig ist (ja, ich bin so arrogant), werde ich mir selbst die Möglichkeit verschaffen, jeden einzelnen aufzuschreiben, solange es kein Spoiler ist. Bringt Sitzfleisch mit, lehnt euch zurück und genießt.

Der Krieg der Häuser forderte erste Opfer. Renly Baratheon ist tot; sein Bruder Stannis gedemütigt und geschlagen in der vernichtenden Niederlage gegen König Jeoffrey. Nun verfügt einzig Robb Stark als König des Nordens über die nötige Truppenstärke, um den Lannisters und ihren Verbündeten im Feld die Stirn zu bieten. Doch Kriege werden nicht allein durch Schlachten entschieden. In King’s Landing begreift Sansa Stark, dass sie ihren Feinden ohne Freunde schutzlos ausgeliefert ist. Lediglich ihr Titel hält sie am Leben, eine Lektion, die ihrer Schwester ebenfalls aufgezwungen wird. Arya Stark versucht, sich auf eigene Faust zu ihrer Mutter und ihrem Bruder in Riverrun durchzuschlagen, wird jedoch von den unberechenbaren Strömungen des Krieges erfasst und als Geisel gefangen genommen.
Währenddessen kämpft ihr Halbbruder Jon Snow mit den Konsequenzen des letzten Befehls von Qhorin Halfhand. Die Wildlinge trauen ihm nicht und stellen seine Schwüre auf die Probe. Er muss einen Weg finden, so schnell wie möglich unauffällig zu entkommen, um der Nachtwache von seinen Beobachtungen zu berichten und seine Brüder zu warnen, bevor die Wildlinge ihren Angriff auf die Mauer und das Reich beginnen.
Einen Angriff plant auch Daenerys Targaryen. Weit entfernt von Westeros versammelt sie eine Streitmacht, um ihr Geburtsrecht auf den Eisernen Thron einzufordern.
Allianzen und Vereinbarungen schmieden die Bande zum Sieg – wer sie bricht, riskiert alles.

In dieser Rezension möchte ich all die Lobhudelei auf George R.R. Martin beiseitelassen. Ich habe bereits in den Rezensionen der vorangegangenen Bände ausreichend beschrieben, wie begeistert ich von seinem Worldbuilding, seinem Schreibstil und seiner Charakterkonstruktion bin. Er ist brillant. Daran gibt es nichts zu rütteln und „A Storm of Swords“ erhält nicht grundlos volle 5 Sterne von mir. Ich möchte vermeiden, mich ständig zu wiederholen. Stattdessen habe ich entschieden, diesen Rahmen zu nutzen, um euch an meinen Gedanken zu den inhaltlichen Entwicklungen dieses dritten Bandes teilhaben zu lassen. Vor allem möchte ich das erste Mal über eine Figur schreiben, über die ich bisher noch kein Wort verloren habe. Ich möchte über Daenerys Targaryen philosophieren.

Ich habe lange über Dany nachgedacht. Ich habe überlegt, was sie von den anderen Charakteren der Reihe „A Song of Ice and Fire“ unterscheidet und warum sie trotz ihrer fragwürdigen Abstammung so furchtbar sympathisch ist. Die Antwort ist überraschend simpel: Dany ist sympathisch, weil sie ein guter Mensch ist. Keine lebensverändernde Erkenntnis, was? Banal. Offensichtlich. Naheliegend. Nun, die Tatsache an sich würde sie kaum hervorheben, schließlich kann wohl niemand bestreiten, dass sich auch Westeros durchaus gute Menschen tummeln. Danys Vorteil und ihr Alleinstellungsmerkmal sind in ihrer Isolation begründet.

Seht ihr, die Familien in Westeros sind vorbelastet. Sie können keine einzige Entscheidung aus dem Herzen oder dem Bauch heraus treffen. Sie können ja noch nicht einmal danach entscheiden, was richtig und falsch ist, weil diese Worte über die Jahrhunderte und schwelenden Konflikte hinweg für die Häuser ihre Bedeutung verloren haben. Meiner Ansicht nach ist die Perspektive der Häuser verschoben. Sie sind so auf ihre kleinlichen Fehden konzentriert, dass sie aus den Augen verloren haben, wo ihre Prioritäten liegen sollten. Es sollte niemals ihr Ziel sein, sich gegenseitig auszulöschen. Ihr Ziel sollte sein, das Beste für die Menschen zu erreichen, für die sie Verantwortung tragen: ihr Volk. Sie zwingen sich gegenseitig in einen tödlichen Tanz, der niemals enden kann und stets auf den Rücken der kleinen Leute ausgetragen wird. Wessen Felder werden verbrannt? Wessen Dörfer geplündert? Leider spielen diese sehr realen Verluste für die Mächtigen in Westeros nur auf dem Papier eine Rolle, als Symbol ihrer Herrschaft. Niemand vergießt eine Träne für den Bauern, dessen Frau vergewaltigt und zu Tode gefoltert wird.

Dany hingegen… Dany ist nicht nur ein guter Mensch, sie handelt auch entsprechend. Sie hat ein Herz für die Schwachen; ihre Verbindung zu ihnen ist echt und voller Leidenschaft. In „A Storm of Swords“ beginnt sie einen Kampf gegen die Sklaverei, der deutlicher Ausdruck ihrer moralischen Überzeugungen ist. Sie kann es sich leisten, nach Ethik und Moral zu agieren, weil sie keine Familie hat, der sie Rechenschaft schuldig ist oder deren Befindlichkeiten sie respektieren muss. Sie ist autonom. All die Ketten, die die Starks, Lannisters, Tullys usw. fesseln, greifen bei ihr nicht. Ich halte sie für eine gute Königin, weil sie wirklich das Beste für ihr Volk anstrebt und dafür bereit ist, selbst Opfer zu bringen. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich ihr zurufen, sich von Westeros fernzuhalten. Ich mache mir Sorgen, dass die festgefahrene Situation auf dem Kontinent ihr edles Wesen verdirbt. Sie hat keine Vorstellung davon, worauf sie sich einlässt, welche Schlangengrube sie dort erwartet.

Betrachten wir doch mal, mit wem Dany es zu tun bekommen wird, wenn sie Westeros eines Tages erreicht. George R.R. Martin präsentiert seinen Leser_innen in „A Storm of Swords“ eine neue Perspektive, er schildert die Ereignisse unter anderem aus der Sicht von Jaime Lannister.
Von außen betrachtet hat Jaime alles, was man sich nur wünschen kann: er sieht gut aus, er gehört zu einer reichen und mächtigen Familie, er hat einen prestigeträchtigen Posten als Mitglied der Königswache und eine beachtliche Reputation als Kämpfer und Soldat. Und doch ist Jaime nicht glücklich. Er trägt zwar eine Arroganz zur Schau, die ihresgleichen sucht, aber ich halte diese für Fassade. Er versteckt sich hinter seinem Hochmut, um sich vor der Verurteilung eines ganzen Reiches zu schützen. Er ist der Königsmörder, der Sündenbock für die Revolte gegen Danys Vater Aerys II Targaryen. Natürlich brach Jaime seinen Schwur, als er das Schwert gegen seinen König erhob, doch tat er nicht genau das, was erstens sowieso alle wollten und zweitens auch das Beste für das Reich war? Aerys war verrückt, das lässt sich kaum bestreiten. Ich finde es heuchlerisch, Jaime für etwas zu verdammen, was im Interesse aller war und was – seien wir ehrlich – ohnehin passiert wäre. Wäre Jaime nicht Mitglied der Königswache, würde man ihn als Held feiern, statt ihn Königsmörder zu schimpfen. Er muss den Kopf hinhalten für all diejenigen, die zu feige sind, sich mit ihrer eigenen Schuld auseinander zu setzen. Das Stigma des Eidbrechers wird ihn sein Leben lang begleiten. Das ist einfach nicht fair. Ich verstehe, dass Jaime verbittert und zynisch ist, weil niemand ihm jemals wirklich vertraut.
Ich habe nicht erwartet, Sympathie für ihn zu empfinden und war überrascht, dass in Jaimes Herzen das Potential zu einem großzügigen, gerechten und liebenswerten Menschen schlummert. Er ist seinem Bruder Tyrion sehr viel ähnlicher, als es den Anschein hat und ich wünsche ihm, dass er eines Tages erkennt, dass Cersei ihm nicht guttut. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Gesellschaft von Brienne von Tarth für ihn weit gesünder war, als es seine inzestuöse Beziehung zu seiner Schwester je sein könnte. Ihre gemeinsame Reise verändert sie beide. Brienne zeigt Jaime, dass Loyalität, Ehrlichkeit und Treue keineswegs überholte Werte sind, die Schwäche symbolisieren und Integrität eine erstrebenswerte Eigenschaft ist. Brienne hingegen lernt durch Jamie, dass die Welt niemals stur in schwarz und weiß untereilt werden kann. Sie wachsen aneinander. Ich hoffe, dass ihre Wege sich nicht zum letzten Mal gekreuzt haben und drücke Jaime von Herzen beide Daumen für seinen Versuch, sich selbst neu zu erfinden. Er verdient es, zu einer Person zu werden, die er beruhigt im Spiegel betrachten kann.

Die Freundschaft zwischen Brienne von Tarth und Jaime Lannister kann man getrost als seltsam bezeichnen; sie ist jedoch nahezu gewöhnlich, vergleicht man sie mit der Beziehung zwischen Arya Stark und dem Hund, Sandor Clegane.
Aryas Reise empfand ich als furchtbar frustrierend. Sie erschien mir vom Pech verfolgt, wird nach ihrer Gefangennahme zwischen den Mächten des Krieges hin- und hergeschoben, die alle kein Interesse an ihr selbst haben, sondern nur an ihrem Wert in harter, klingender Münze. Es kümmert niemanden, dass sie trotz ihrer rotzfrechen Art eigentlich nur ein junges Mädchen ist, das sich nach seiner Familie sehnt. Obwohl ich ihr das niemals ins Gesicht sagen würde, tat sie mir unheimlich leid, weil ich glaube, dass sich unter ihrer harten Schale ein verängstigtes Kind verbirgt, das dringend in den Arm genommen werden möchte. Nun, liebevolle Worte kann man vom Hund nicht erwarten, aber ich bin überzeugt, er ist nicht das Schlechteste, das Arya passieren konnte. Irgendwie passen die beiden zueinander. Irgendwie schafft es Arya, ihm fürsorgliche Gefühle abzuringen. Ich denke, Celgane imponieren ihr Mut und ihre Wildheit, möglicherweise sieht er in ihr die kleine Schwester, die er nie hatte. Sie zeigt ihm gegenüber auf jeden Fall mehr Courage als so manches Mitglied des Hofes.
Vielleicht interpretiere ich aber auch zu viel in sein Verhalten hinein. Ich habe bemerkt, dass ich den Hund trotz all seiner Fehler mag und ihn gern positiver beurteile, als er objektiv betrachtet ist. Ich möchte an das Gute in ihm glauben, ähnlich wie bei Jaime Lannister. Ich habe eine gewisse Schwäche für ihn, weil ich das Gefühl habe, ihn zu verstehen. Er hatte in King’s Landing nichts verloren, er ist viel zu ehrlich und direkt für das subtile Intrigenspiel am Hof. All das Stolzieren und Lügenspinnen sind ihm zuwider, weil er weiß, dass sich unter der glänzenden, achtungsheischenden Rüstung eines Ritters oft ein verdorbener Kern befindet. Erstaunlicherweise trifft diese Beschreibung auch auf Jeoffrey zu, dem er viele Jahre als Leibwächter diente. Ich wüsste furchtbar gern, wie er wirklich von Jeoffrey denkt.

Arya zusammen mit dem Hund zu erleben, bestätigte darüber hinaus meine Überzeugung, dass Sansa im letzten Band „A Clash of Kings“ mit ihm hätte gehen sollen. Er hätte sie sicher aus King’s Landing herausgebracht und an seiner Seite wäre es ihr auf der Straße bzw. auf der Flucht vermutlich auch nicht schlechter ergangen als am königlichen Hof. Leider ist Sansa ein naives, oberflächliches Ding und muss deshalb nun mit ansehen, wie ihr vollständig die Kontrolle über ihr Leben entrissen wird. Sie ist nicht länger eine Persönlichkeit mit Vorlieben, Ängsten, Stärken und Schwächen, sondern nur noch der personifizierte Anspruch auf Winterfell. Da ihr Bruder Robb jeder Zeit fallen könnte, umkreisen sie die Mächtigen des Reiches wie Geier, bereit, zuzuschlagen, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Ausgerechnet die Lannisters finden eine Lösung für ihre Situation, die Sansa unglücklicherweise nicht als die Chance erkennt, die sie ist. Ihre Oberflächlichkeit steht ihr erneut im Weg. Meiner Meinung nach ist Sansa von allen Stark-Sprösslingen diejenige, die ihrem Vater am wenigsten ähnelt.

Ironischerweise ist ausgerechnet Jon Snow, der Bastard, charakterlich ein genaues Abbild seines Vaters Ned Stark. Ich habe festgestellt, dass ich mich auf die Kapitel aus Jons Sicht besonders freue. Seine Perspektive gefällt mir außerordentlich gut, nicht nur, weil er eine sympathische Figur ist, sondern auch, weil er meinem Empfinden nach eine spezielle, starke Stimme hat. Er ist überlegt und rational, lässt sich selten von Leidenschaft überwältigen und trifft in der Regel logische Entscheidungen. Damit hat er den meisten Figuren der Reihe einiges voraus und auf mich wirkt seine bedachte, verstandesbasierte Persönlichkeit beruhigend, er kühlt meine Aufregung angenehm herunter. Ich stelle ihn mir als einen jungen Mann vor, der niemals schreien muss und trotzdem gehört wird; einen Mann mit dem natürlichen Talent zur Autorität. Ich kann es kaum abwarten, die tragische Geschichte seiner Mutter zu erfahren. Ich weiß mittlerweile, wer sie war, aber was genau zwischen ihr und Ned Stark geschah, ist noch immer ein Geheimnis.
Obwohl ich es damals als furchtbar ungerecht empfand, bin ich nun dankbar, dass Jon ein Bruder der Nachtwache geworden ist. Ich denke, nirgendwo sonst hätte er eine Gemeinschaft gefunden, die ihn bedingungslos akzeptiert und nach seinen Taten und Fähigkeiten beurteilt. Wo auch immer er versucht hätte, sich ein Leben aufzubauen, als Bastard wäre er stets ein Außenseiter geblieben. Die Nachtwache besteht ausschließlich aus Außenseitern der verschiedensten Couleur. Es wundert mich nicht, dass Jon sich hier wohlfühlt und die gegenseitige Loyalität zwischen ihm und seinen Brüdern hat mich tief berührt.

Ich liebe die Geschichte von „A Song of Ice and Fire“. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Ich wünschte, ich könnte George R.R. Martin zwingen, sich mit dem Schreiben des sechsten Bandes etwas mehr zu beeilen, damit ich mein Lesetempo nicht länger zügeln muss. Ich versuche ja, Verständnis dafür aufzubringen, dass die Fortführung dieser epischen Reihe extrem viel Aufwand bedeutet, aber ich halte meine Ungeduld nur mit Mühe unter Kontrolle.

„A Storm of Swords“ ist ein fabelhaftes Buch und eine fantastische Fortsetzung. Bedeutende Tode und gelüftete Geheimnisse, Tragik, Intrigen, ungewöhnliche Freundschaften, brennender Hass und zarte Liebe – der dritte Band bietet all das und mehr. Niemals hätte ich diese überwältigende Vielfalt in eine normale Rezension mit durchschnittlicher Zeichenanzahl quetschen können. Ich will es auch gar nicht. „A Storm of Swords“ verdient eine detaillierte Besprechung; verdient es, nicht nur besprochen, sondern diskutiert zu werden. Wenn mich ein Buch zu so vielen eigenen Gedanken und Eindrücken inspiriert, wenn ich Charaktere analysiere, als wären sie reale Persönlichkeiten, wenn mich eine Welt so gefangen nimmt wie Westeros und die Sieben Königslande, ist eine genaue Beschreibung meiner Gefühle meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt. Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Methoden.
Mein besonderer Dank gilt all denjenigen, die tatsächlich bis zu diesem Punkt gelesen haben. Ich danke euch für eure Geduld und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr nun am Ende ja sogar verstehen, warum bezüglich „A Storm of Swords“ sämtliche Pferde und Zebras mit mir durchgegangen sind.
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am 19. Juli 2012
Es stimmt wohl, die Zahl der Handlungsstränge und Akteure wächst und wächst. Bisweilen vermag man sich nicht gegen das Gefühl erwehren, dass viel geschieht und doch nichts passiert. Aber: Es ist ein G.R.R. Martin und somit scheint der Weg das erklärte Ziel. Obwohl die "Haupthandlung" (zu fassen welche das nun genau ist, überlasse ich jedem Leser selbst) in diesem Buch keine Quantensprünge erlebt, wird die Geschichte doch nie langweilig und erhält durch den Zuwachs an Perspektiven, aus denen erzählt wird, immer wieder neue Facetten. Ganz sicher kann man spätestens mit diesem Band festhalten, dass "Das Lied von Eis und Feuer" nur etwas für Freunde von Geschichten in epischer Breite ist. Kurz und knackig ist ganz sicher nicht Martins Art. Wer jedoch nicht vor "üppigen" Erzählungen zurückschreckt wird auch mit diesem Buch noch seine Freude haben.
Auch wenn es nicht das beste Buch der Reihe ist, so gibt es von mir dennoch die vollen fünf Punkte!
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am 31. Juli 2012
Storm of Swords bildet eine erste große Zäsur im Zyklus "Song of Ice an Fire". Viele Handlungsstränge gelangen zu einem Wendepunkt. In den Folgebänden "Feast for Crows" und "Dance with Dragons" werden die Karten neu gemischt, bevor die Serie dann auf das endgültige Finale zusteuert.

Inhaltlich kann man allenfalls Andeutungen machen ohne das es auf Spoiler hinausläuft:

Im Norden müssen sich die Männer an der Mauer um Jon Snow den Angriffen der Wildlinge erwehren.

In den sieben Königreichen gibt es 3 Hochzeiten und, nun ja, mehr als einen Todesfall :-). Die ursprünglich 5 Könige aus "Clash of Kings" kommen arg ins Staucheln.

Für die Stark-Mädels beginnt eine Reise ins Ungewisse und das in jeweils sehr fragwürdiger Gesellschaft.

Bran setzt seinen Marsch zur dreiäugigen Krähe nach Norden fort.

Dany muß sich in ihrer Rolle als Anführerin finden und eine Armee zusammen stellen.

Tyrion wird nach seinem Sieg am "Blackwater" arg gebeutelt. Die Konflikte innerhalb der Lannister Familie eskalieren.

Die erste Hälfte von "Storm" gleitet noch eher ruhig dahin. Zunächst einmal werden die Ereignisse der Blackwater-Schlacht und deren Folgen aufgearbeitet.

Dann allerdings überschlagen sich die Ereignisse geradezu. Es ist schier unfassbar, was in der 2. Hälfte des Buchs alles passiert. Jedes einzelne Kapitel - egal aus wessen Perspektive erzählt wird - ist der absolute Hammer. Da gibt es keine Verschnaufpause mehr. Fast alles kommt völlig überraschend und trifft den Leser bis ins Mark.

Für die TV-Serie "Game of Thrones" hat man sich entschieden, "Storm of Swords" in 2 Staffeln zu verarbeiten.
Dies ist absolut nachvollziehbar bei dem Feuerwerk, das George R.R. Martin hier abbrennt.
Ich bin allerdings gespannt, wie man es anstellt, da die Höhepunkte über das Buch hinweg doch sehr ungleich verteilt sind.

Nicht wenige Leser waren angesichts der Turbulenzen in "Storm" ein wenig enttäuscht über die beiden Folgebände, die eben nicht über so viele und spektakuläre Highlights verfügen.
Diese Vergleich sollte man so nicht anstellen. "Storm of Swords" verschiebt die Gewichte im "Spiel der Throne" so gewaltig, daß es zu einer Zäsur in der Serie insgsamt kommt.
Aufgrund der dieser Ereignisse sehen einige Spieler, die das Geschehen zunächst einmal ruhig vom Rande verfolgt haben, nur ihre Stunde geschlagen. Die Gebeutelten müssen sich neu formieren. Dies alles wird in den Folgebänden sorgfältig aufgebaut, bevor es zum nächsten - diesmal entscheidenden - Feuerwerk kommen kann.
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am 22. März 2013
Stellvertretend für die ganze Reihe "A Song of Ice and Fire" schreibe ich hier etwas zum dritten Band "A Storm of Swords", der meiner Ansicht nach den bisherigen Höhepunkt darstellt. Nach der ersten Staffel der HBO-Serie habe ich alle bislang erschienen Romane auf Englisch gelesen, und obwohl ich kein wirklicher Fantasy-Fan bin, war ich von der Reihe insgesamt schwer begeistert.

Martin gelingt es nicht nur, eine völlig glaubwürdige Welt zu erschaffen, sondern diese auch noch mit vielen denkwürdigen Figuren und echten Charakteren zu füllen. Seine Erzählkunst zeigt sich nicht nur in einem überzeugenden englischen Stil, sondern auch in den vielen überraschenden Wendungen und unerwarteten Geschehnissen, die den Plot vorantreiben. Selbst vor dem Tod wichtiger Figuren schreckt Martin nicht zurück.

Die Handlung ist scheinbar simpel (Bürgerkrieg mehrerer Fürstenhäuser, hinzu kommt die Bedrohung aus dem Norden und die Erlebnisse von Daenerys auf einem benachbarten Kontinent), doch wird die ganze Geschichte mit einer Fülle von denkwürdigen Personen in wechselnden Perspektiven erzählt, sodass ein durchaus komplexes literarisches Kunstwerk entsteht.

Besonders gut gelungen sind Martin die ersten drei Bände seiner Serie, die alle einen deutlichen roten Faden mit einem Höhepunkt am Ende des Bandes aufweisen. In dieser Hinsicht ragt der dritte Band heraus, in dessen zweiter Hälfte sich die Höhepunkte und überraschenden Wendungen fast schon jagen. Trotzdem ist zuzugeben, dass einige Handlungsstränge auch in diesen Bänden bereits etwas langatmig wirken und nicht recht auf den Punkt kommen, besonders deutliche Beispiele sind hier die Erlebnisse der beiden Stark-Töchter, deren Erzählung gestreckt wirkt, ohne dass ein rechtes Ende absehbar wäre. Auch die Odyssee von Daenerys ist einen Tick zu lang geraten.
Stilistische Eigenheiten wie die zu häufige Beschreibung von Kleidern und kulinarischen Rezepten mögen zum Kolorit der Welt beitragen, sind aber eigentlich in ihrer Masse eher überflüssig. Martins Stil, der die Ereignisse jeweils aus der Perspektive einer Figur erzählt, führt zu einer Art Stop-and-Go-Darstellung, denn immer muss der Faden wieder aufgenommen werden, die neuen Ereignisse geschildert und mit einem offenen Ende abgeschlossen werden. Dies kann man kritisieren, doch trägt es durchaus zur Spannung und der Perspektivenvielfalt der Handlung bei.

Was dazu geführt hat, dass der vierte Band "A Feast for Crows" so dermassen abfällt, ist schwer zu sagen. Der vorher deutliche rote Faden des Plots wird hier undeutlicher, die Erzählung zerfasert, Hauptfiguren fehlen, dafür erhalten Nebenfiguren viel zuviel Raum, die berichteten Ereignisse sind im Rahmen der ganzen Geschichte von geringerem Belang etc. etc. Glücklicherweise ist der vierte Band das kürzeste Buch der Reihe und daher vergleichsweise schnell gelesen.

Mit dem fünften Band "A Dance of Dragons" kann Martin viel verlorenen Boden gutmachen, die Story ist nun wieder deutlich stärker und enthält vielerlei Wendungen und Überraschungen. Dass jeder Erzählstrang aber in einem Cliffhanger endet und nichts in dem Buch abgeschlossen wird, mag zwar spannend sein, lässt den Leser aber etwas unbefriedigt zurück. Besonders fies ist natürlich der Cliffhanger mit Jon Snow an der Mauer im Norden, hier scheint alles möglich. Jetzt heisst es, auf die Fortsetzung warten!

Zwar ist die Darstellung im fünften Buch wieder deutlich stringenter als im misslungenen vierten Band, doch kann Martin nicht völlig kaschieren, dass ihm die Handlung mit ihrer überbordenden Fülle von Figuren etwas entglitten ist bzw. zu entgleiten droht. Man kann nur hoffen, dass Martin im sechsten Band zum roten Faden zurückfindet und die Reihe im siebten Band befriedigend abschliessen kann. Alles andere wäre eine Veräppelung der zahlreichen Fans und ein Hohn angesichts der hohen Qualität der bisherigen Geschichte(n) von "A Song of Ice and Fire". Hoffen wir das Beste!

Bis dahin empfiehlt es sich, die fünf Bände noch einmal parallel zur überragenden HBO-Serie zu lesen - manche Anspielung entgeht einem ja beim ersten Durchgang durchaus.

Fazit: Fantastische Buchreihe, die einen würdigen Abschluss verdient hat.
Greetings, Tudeh
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