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am 1. März 2017
Die vorliegende Monographie beabsichtigt, eine allgemeine Erklärung des (gesellschaftlichen) Zusammenbruchs zu entwickeln, anwendbar in einer Vielfalt von Kontexten und mit Implikationen für die gegenwärtigen Verhältnisse. Der Autor versteht sein Werk als sozialtheoretische Arbeit. Er greift auf archäologische, historische und ökonomische Forschungserträge zurück.

„Kollaps“ ist ein politischer Prozeß. Er bedeutet den raschen Verlust eines einmal erreichten Komplexitätsniveaus und muß einen substantiellen Verlust soziopolitischer Struktur nach sich ziehen. Er kann sich auf allen Vergemeinschaftungsebenen ereignen, von großen Imperien bis hinunter zu Jägern und Sammlern.

Tainter analysiert Strukturen und Folgen von Zusammenbrüchen und wendet sich dann dem Wesen von Komplexität zu. Komplexität bedeutet Vergrößerung der Gesellschaft insgesamt (der Verschiedenheit ihrer Teile, ihrer spezialisierten Sozialrollen, Persönlichkeiten und Institutionen) und ist mit Ungleichheit (vertikaler Differenzierung, Rangordnung), Heterogenität und Aufspaltbarkeit in potentiell stabile und unabhängige Einheiten korreliert.

Komplexe Gesellschaften sind eine historische Anomalie. Sie kommen erst in den letzten 0,2% der Menschheitsgeschichte vor. Tainter erörtert die Merkmale von Staaten im Unterschied zu Tribalkulturen, die wissenschaftstheoretischen Probleme klassifikatorischer Kriterien und wichtige Staatstheorien (Konflikt- versus Integrationstheorien).

An die Vorstellung und Kritik von elf geläufigen Untergangstheorien schließt der Autor seine eigenen Thesen an:
1. Menschliche Gesellschaften sind problemlösende Organisationen.
2. Soziopolitische Systeme benötigen für ihre Aufrechterhaltung Energie.
3. Höhere Komplexität bringt höhere Kosten pro Kopf mit sich.
4. Investition in sozialpolitische Komplexität ist ein Versuch, Probleme zu lösen. Diese Investitionen erreichen oft den Punkt des sich verringernden Grenzertrags. (S. 93)

Diese Thesen wendet er auf die fünf Komponenten von Komplexität an: Landwirtschaft, Rohstofferzeugung, Informationsverarbeitung (Wissenschaft und Erziehung), soziopolitische Kontrolle und Spezialisierung (Verwaltung, Steuern, Rechtfertigungsstrategien), ökonomische Produktivität (sinkendes Wirtschaftswachstum bei zunehmendem BSP) und gelangt aufgrund verläßlicher statistischer Erhebungen zu ihrer Bestätigung.

Mit schrumpfendem Grenzertrag verringern sich rapide die zur Krisenbewältigung verfügbaren Mittel, und Desintegration auf eine niedrigere Komplexitätsebene (Zusammenbruch) wird zu einer diskussionswürdigen Option, denn ‚Kollaps‘ bedeutet nicht den Absturz in ein ursprüngliches Chaos, sondern die Rückkehr zu normalen menschlichen Verhältnissen geringerer Komplexität, also eine rationale Sparmaßnahme, die der arbeitenden Bevölkerung nützt.

Tainter überprüft und bestätigt seine Theorie des Zusammenhangs von wachsender Komplexität und schrumpfenden Grenzerträgen anhand dreier historischer Beispiele: dem Weströmischen Kaiserreich, der klassischen Mayakultur des südlichen Tieflands von Yukatan und der Pueblo-Bewohner im Gran Chaco des amerikanischen Südwestens.

Kollaps kann sich nur in einem Machtvakuum ereignen, ansonsten führt der Zusammenbruch eines Staates nur zur Ausdehnung eines anderen. Miteinander konkurrierende Kleinstaaten (wie die Nachfolgestaaten des Weströmischen Reiches, die Maya-Staaten oder die Mykenischen Staaten) können folglich nicht kollabieren und müssen ihre Komplexität ohne Rücksicht auf die Kosten aufrechterhalten, bis alle Mitglieder des Clusters zugleich kollabieren.

Das ist auch exakt die Situation der zeitgenössischen Industriegesellschaften. Sie erfahren in allen Komplexitätsbereichen sinkende Grenzerträge, aber im Unterschied zur Alten Welt ist unsere Welt voller komplexer Gesellschaften. Nirgends gibt es ein Machtvakuum! Angetrieben vom Konkurrenzdruck imitiert jeder Partner organisatorische, technologische und militärischen Neuerungen, welche seine Konkurrenten eingeführt haben. Doch der Grenzertrag dieser Entwicklungen verringert sich, denn jeder militärische Durchbruch wird mit einer Gegenmaßnahme beantwortet und erzielt so weder größere Vorteile noch dauerhafte Sicherheit. Tainter gelangt zu dem ernüchternden Fazit:
Wenn sich der Zusammenbruch diesmal ereignet, dann wird er global sein! Die Weltzivilisation wird sich in ihrer Gesamtheit auflösen! (S. 214)

Das Werk ist eine wissenschaftlich präzise Analyse gesellschaftlicher Zusammenbrüche. Es grenzt sich vorteilhaft von allen bisherigen Untergangstheorien ab, indem es erstmals einen vollständig rationalen Zugang zu diesem Forschungsphänomen anbietet. Wer immer es vermag, sich in anspruchsvolles Wirtschaftsenglisch einzulesen, wird hier profitieren und die aufgewendete Mühe nicht bereuen. Ergänzend und über die gesellschaftliche Ebene hinausführend: RIEDL, Ruppert: Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens (2000)
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am 4. Dezember 1999
While lots of authors look for a simplistic "single cause" of collapse (that another reviewer seems to have bought into!) Tainter's view is a lot more global. Single causes? Maybe...but they all have a common element: declining marginal return for additional effort. That's the underlying issue that sparked massive protest at the WTO meetings in Seattle. Folks are working harder and harder just to stay even. If Y2K'ers don't understand that our marginal rate of return has headed south, they're missing Tainter's point.
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am 31. August 1999
Yourdon recommends Joseph Tainter's book, _The Collapse of Complex Societies_ (1988).
From a Y2K perspective, after a quick skim, not sure it is worth reading unless you are really interested in detailed history and economics. This book does not attempt to describe the collapses or provide especially helpful info in our context, I think.
The author IS rather proud of himself, though, as he beats up on many other theories of how civilizations collapse (e.g., Roman, Mayan). Other authors have proposed causes such as:
1. Depletion of vital resources, 2. Discovery of brand new resources, 3. Catastrophes, 4. Insufficient response to circumstances, 5. Competition from other complex societies, 6. Intruders, 7. Class conflict, societal contradictions, elite mismanagement/misbehavior, 8. Social dysfunction, 9. Mystical, 10. Chance concatenation of bad things
He says the cause is not these things, but instead, the fact that the society had achieved a level of complexity such that the economic overhead for maintaining the bureaucracy, etc was so great that the society was weakened. Then, when items like 1-10 occur, the society is less able to handle it.
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