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Leider verzichtet der Autor Robert Storr auf die Darstellung der Biographie des Künstlers. Von daher möchte ich einleitend zumindest zwei bis drei Worte dazu verlieren.

Der Name Mueck leitet sich von Mück ab, denn Ron Mueck wurde als Sohn deutscher Emigranten im Jahr 1958 im australischen Melbourne geboren. Ron Muecks Karriereweg zur Kunst ist ungewöhnlich. Er erlernte ähnlich wie sein Vater den Beruf des Spielzeugmachers. Im Jahr 1983 emigrierte Mueck nach London, nachdem ihm dort von Jim Henson ein Job in dessen Marionettenbauerteam angeboten wurde. So arbeitete er für die Serien "Sesamstraße" und für die "Muppet Show." Darüber hinaus war er in unterschiedlichen Ressorts des Kinderfernsehens tätig. Ein Highlight dieser frühen Karriere war sicher die Übernahme der Verantwortung für die Spezialeffekte für den Kinostreifen "Labyrinth" mit dem bekannten Sänger David Bowie. Dann gründete er im Jahr 1990 eine eigene Werbeagentur, wo er hautsächlich Plastiken für die Werbefotografie modellierte. Seine Schwiegermutter Paula Rego bat ihn im Jahr 1996, ihr Plastiken für eine eigene Ausstellung in der "Hayward Gallery" anzufertigen. Über diese Vernissage lernte Mueck den Kunstsammler Charles Saatchi kennen, der Mueck förderte und auch selbst Objekte des Künstlers sammelte. Von der Kunstwelt erstmals ernsthaft wahrgenommen wurde er im Jahr 1996 mit seiner Version eines Pinocchio.

Mit der zynischen Skulptur "Dead Dad" gelang ihm auch der internationale Durchbruch. Diese verkleinert skalierte Skulptur atmet durch jede Pore und wirkt erschreckend echt. Die Darstellung des Tods erinnert ein wenig an die schockierenden Darstellungen der Spätgotik. An den Beinen von "Dead Dad" wurde sogar Echthaar integriert, was auch für viele spätere Arbeiten so verwendet wurde. Mueck berührt mit dieser Skulptur ein gesellschaftliches Tabuthema und schockt ähnlich wie Gottfried Helnwein mit seinen Malereien das Publikum. Bemerkenswert ist sicher noch der Hinweis darauf, dass für diese Skulptur sein verstorbener Vater Modell gestanden haben soll.

Die Skulpturen Muecks sind konzentrierter Ausdruck bestimmter Lebensumstände und Gefühlslagen, und ihre Introvertiertheit führt uns unseren eigenen Blick vor Augen. Seine Figuren sind oftmals nackt, sind zwar handwerklich perfekt gefertigt, stellen aber eher den durchschnittlich unperfekten Menschen dar. Hier überschreitet der Betrachter die Grenze an der Intimität des anderen und lässt ihn auch seine eigene Durchschnittlichkeit erkennen, was wenig schmeichelhaft erscheint angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen bei professionellen Fotostudios kunstvolle Porträts von sich selbst in Auftrag geben, um sich äußerlich im Bilde aufzuwerten. Somit zerstört Mueck den von den Medien inszenierten Schönheitskult, der so zwanghaft als erstrebenswertes Ideal auf viele Menschen wirkt, dass sich einzelne sogar in die Magersucht flüchten oder beim Chirurgen unters Messer legen. Einige der Skulpturen erzeugen schon Ekel, andererseits amüsieren sie oftmals auch.

Thematisch beschäftigte sich Mueck z.B. mit Schwangerschaft, Geburt, Werden, Vergehen oder dem Tod. In den Dimensionen entweder zu groß oder zu klein, sind alle Skulpturen irritierend real und doch nicht einfach ein Abbild der Realität. 2001 erschuf er für die Biennale die 4,90m hohe Skulptur "Boy," die einen geduckt hockenden ängstlichen Jungen darstellt, der sozusagen mit dem Kopf unter die Decke der Ausstellungshalle stößt. Die Haltung des Jungen steht im Gegensatz zu seiner Größe. Mit diesen Widrigkeiten spielt Mueck gern durch der Vergrößerung oder Verkleinerung. "A Girl" ist ebenfalls eine fast 5m lange Skulptur und die Skulptur "In Bed," die eine im Bett liegende vermutlich kranke Frau darstellt, erreicht sogar eine Länge von 6,50m, eine Breite von 3,95m und eine Höhe von 1,65m.

Die Figuren fertigt Mueck aus Fiberglasharz, Silikon und verschiedenen anderen Materialien. Er arbeitet mit realen Modellen. Nach den Skizzen fertigt er zunächst Tonmodelle an und bemüht sich dabei um die richtige Wahl der Proportionierung. Dieser Prozess kann Monate in Anspruch nehmen. So entstanden in seinem kleinen Londoner Atelier bis zur Ausstellung in der Fondation Cartier insgesamt erst rund 41 fertige Skulpturen. Mit seiner Akribie steht er damit in der Tradition der Hyperrealisten, deren Protagonisten im Segment der Skulptur bisher von Duane Hanson und John deAndrea vertreten wurden.

In Deutschland war Mueck eher selten zu sehen, zumindest einmal kurz im Jahr 2003 im Hamburger Bahnhof in Berlin. Mit dem Realismus tut man sich in Deutschland vermutlich bis heute aus historischer Sicht ein wenig schwer. Das gilt aber nicht für England, Amerika oder Frankreich. So widmet sich dieser Katalog (gebundenes Buch) einer Werksretrospektive, die in Paris zwischen dem 16.04.2013 und dem 27.10.2013 stattfand. Ausstellungsort war die »Fondation Cartier pour l'art contemporain. » Der geringe Textanteil des Katalogs ist in Englisch und Französisch verfasst worden. Verantwortlich dafür ist Robert Storr, der in den USA und in England ein recht bekannter Kunstbuchautor ist. Storr analysiert Objekt für Objekt und stellt diese in den Kontext zur Kunstgeschichte.

Interessant ist in diesem Kontext das Kapitel "Studio," wo dem Leser zusätzlich fotografische Einblicke ins Atelier geliefert werden und man dann auch bei der ein oder anderen neueren Skulptur die in den Ausstellungen unsichtbaren Verbindungsstellen der Gliedmaßen sieht. Letztendlich werden die Skulpturen zerlegt an die Museen geliefert. Zumindest bin ich jetzt nicht mehr ganz so enttäuscht über die Verbindungsstellen eines 1,86m hohen Zimmermann im Stile von Duane Hanson, den wir vor einigen Jahren selbst privat erwarben. Die Arbeit erschreckt zwar auch immer wieder unsere Besucher, ist aber leider nicht ganz so perfekt wie die hochpreisigen Arbeiten von Hanson & Co. Gelungen ist in diesem Buch der fotografische Blick, denn man beschränkt sich nicht nur auf eine Ansicht, sondern zeigt in der Regel mehrer unterschiedliche Blickwinkel, auch im Kontext zu Inventar oder anderen Objekten, durch welche die Größe erfassbar wird, ganz zu schweigen von Detailaufnahmen. Verantwortlich für die Fotografien waren Thomas Salva, Gautier DeBlonde und Patrick Gries. An sich liebe ich persönlich eher Hochglanzfotos, weil sie ein Mehr an Schärfe vorgaukeln, und dennoch ist der leicht mattierte Druck als ausgezeichnet gelungen zu bezeichnen. Trotz der Schwächen im Text (=Fehlen einer Biographie) handelt es sich um eine fotografisch sehr gelungene Werkretrospektive. Die nicht in der Ausstellung präsentierten Objekte wurden zudem vollständig im Kapitel Oeuvre nicht weniger aufwendig präsentiert.

Der Inhalt ist wie folgt gegliedert:
1. Studio (London 2011-2013; Photographs and film by Gautier DeBlonde)
2. Held (Three new Sculptures by Ron Mueck)
3. Fondation Cartier Exhibition
4. Notes
5. Oeuvre
6. Catalogue Raisonné

Abgebildete Skulpturen im Hauptteil
- Couple under an Umbrella (2013)
- Young Couple (2013)
- Woman with shopping (2013)
- Youth (2009/10)
- Still Life (dead chicken without feathers, 2009/10)
- Drift (2009)
- Woman with sticks (2009/10)
- Man in a boat (2002)
- Mask II (2001/02)

Abgebildete Skulpturen im Kapitel Oeuvre
- Standing Woman (2007)
- A Girl
- Wild Man (2005)
- Two Women (2005)
- In Bed (2005)
- Spooning Couple (2005)
- Mask III (2005)
- Baby on a Chair (2004)
- Head of a Baby (2003)
- Swaddled Baby (2002)
- Pregnant Woman (2002)
- Mother and Child (2001/04)
- Big Man (2000)
- Baby (2000)
- Standing Man (2000)
- Old Woman in Bed (2000/02)
- Man in Blankets (2000/01)
- Seated Woman (1999/2000)
- Crouching Boy in Mirror (1999/2002)
- Boy (1999)
- Shaved Head (1998)
- Man under Cardigan (1998)
- Ghost (1998)
- Man in a Sheet (1997)
- Mask (1997)
- Angel (1997)
- Big Baby II (1997)
- Big Baby III (1997)
- Dead Dad (1996/97)
- Mongrel (1996)
- Pinocchio (1996)
- Big Baby (1996)
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am 13. August 2014
Ich Liebe die Arbeiten von Ron Mueck, hab lange nach einem Buch gesucht das den Preis rechfertigt. Ich kann dieses hierzu nur den Kauf raten. Ich habe es nicht bereut.
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