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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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"Slaughterhouse-Five or The Children's Crusade" ist nicht nur ein Buch über den allierten Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945, bei dem 130.000 Menschen ums Leben kamen, sondern auch eine Abhandlung über den Irrsinn des Krieges sowie über die Nicht-Beschreibbarkeit der menschlichen Existenz überhaupt.
Der Roman beginnt mit der Vorgeschichte des Romans. Der Erzähler, dessen biographische Daten exakt mit denen des Autors Kurt Vonnegut übereinstimmen, beschreibt seinen persönlichen Kampf mit dem Verfassen des Buches: das Aufsuchen alter Weggefährten, das Schreiben hunderter von Manuskriptseiten, die Wahl des Untertitels "The Children's Crusade" usw.
Erst nach dieser meta-narrativen Einführung beginnt die "eigentliche" Handlung des Romans. Den Plot kann eigentlich in einem Satz zusammengefasst werden: der amerikanische Soldat Billy Pilgrim gerät 1944 in deutsche Kriegsgefangenschaft und wird als Zwangsarbeiter nach Dresden geschickt, wo er den Bombenangriff der Allierten mit- und überlebt, da die Gefangenen in einem unterirdischen Schlachthof untergebracht sind.
Eigentlicher Hauptdarsteller des Romans ist jedoch die irre Erzählweise. Die Zeitebenen wechseln permanent und fließend zwischen den Jahren 1944 und 1972. So, zum Beispiel, wenn Billy in den fünfziger Jahren aufs Klo gehen will und sich plötzlich auf den Latrinen des Gefangenenlagers 1944 wiederfindet und sich kurz darauf, nach Erledigung seines Geschäfts, wieder zu seiner Frau ins gemeinsane Ehebett legt.
Der Irsinn der Erzählweise spiegelt den Irsinn des Erzählten wieder. Wie soll man den Schrecken des Krieges und das massenhafte Sterben von Soldaten und Zivilisten darstellen? Viele Autoren der Postmoderne haben diese Frage beantwortet, indem sie ihre Geschichten so erzählen, wie sie den Krieg betrachten: unlinear, verwirrend und nur mit pechschwarzem Humor zu ertragen (Joseph Hellers "Catch 22" und Jonathan Safran Foers "Everything is illuminated").
Was sämtliche Zeitebenen verbindet ist der leitmotivisch verwendete Ausspruch "So it goes" immer wenn es um Leid, Sterben und Tod geht. Ob es sich um den Tod eines Hundes, eines Soldaten, eines Zivilisten oder von 5 Millionen Zivilisten handelt, immer wieder taucht das lapidare "So it goes" auf. Dies zu interpretieren ist schwierig. Drückt sich hierin die Lebensverachtung, Todessehnsucht, Verzweiflung oder der Zynismus des Erzählers aus? Dies zu bewerten obliegt dem Leser selbst.
Fazit: beeindruckende Erzählung über Krieg und Tod, die, trotz der ständig wechselnden Zeitebenen, relativ einfach zu lesen ist.
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am 26. Oktober 2008
Ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) -- Vonnegut zieht in "Slaughterhouse Five" alle Register literarischer Klischees durch den Kakao und verkehrt sie in ihr Gegenteil.
Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann -- er erlebte die Bombardierung Dresdens als Kriegsgefangener. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte -- und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit, das Wesen des Menschen sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist Billy Pilgrim ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem berufsbedingten Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen müssen -- und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies ist nämlich der Punkt, der Billys Erkenntnisse deutlich in Frage stellt.
Doch was hat es mit diesem Billy Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo -- schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So war ein Hofnarr aus früheren Zeiten gekleidet, der als einziger seinem König die Wahrheit sagen durfte. Doch da in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert keine Hofnarren mehr vorgesehen sind, erklärt man ihn irgendwann für verrückt. Die anderen Figuren im Roman hingegen bleiben Typen, seltsam farblos, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte der Roman daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte -- komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.

Prägend in Billys Biographie war der Bombenangriff auf Dresden -- so scheint es. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 kommt der nicht vor: Man erfährt hier lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee -- und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eine eigene Bewandtnis hat: Billy Pilgrim hat seinen Namen nicht umsonst, er ist tatsächlich eine Art Pilger -- aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt, die also auch die Zeit "sieht". Chronologisch scheinende Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar -- aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist, ein für allemal. Man kennt die Zukunft, die keine Zukunft mehr ist. "So it goes" -- "So kann's gehen", dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy lernt von den Tralfamadoriern diese Art der Wahrnehmung und nutzt sie fortan, um sich assoziativ durch die Zeit(en) zu bewegen -- oder aber, um vor den eigenen Erinnerungen zu fliehen, oder auch, um sie nochmals zu durchleben: Die Klotür in seiner Wohnung führt in zu den Latrinen im Gefangenenlager von 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Zusätzlich sind diese Zeitreisen verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors, und diese Verflechtung der Handlungsstränge lässt den Leser bis zuletzt im Ungewissen: Spricht der für verrückt erklärte Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchem Maßstab beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diesem Maßstab überhaupt?

Die Romanhandlung, in deren Zentrum die Erlebnisse von Billy Pilgrim während des Krieges stehen, ist also nicht chronologisch geordnet -- denn in Billys Wahrnehmung gibt es keine Chronologie, alles ist immerwährende Gegenwart. "Slaughterhouse Five" schildert eine Art stream of consciousness, Komisches und Grausames steht gleichberechtigt nebeneinander, die Sinnlosigkeit (und Unvermeidbarkeit, wie Billy meint) des Krieges wird gerade dadurch drastisch vorgeführt.
Ob Kriege tatsächlich ein unabänderliches Übel der Menschheit sind, egal wie viele Existenzen durch sie direkt oder indirekt zerstört werden -- diese Frage lässt Vonneguts Roman offen.

"Slaughterhouse Five" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch über den Sinn oder Unsinn des Lebens, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
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TOP 500 REZENSENTam 27. August 2016
Slaughterhouse-Five gilt als Sci-Fi Klassiker, warum auch immer. Billy Pilgrim, ein ehemaliger Weltkriegsveteran, der nach dem Krieg seine Optikerausbildung abschließt, eine reiche aber unansehnliche Frau heiratet und ein ganz okayisches Leben führt, stürzt mit einem Flugzeug ab. Er und der Copilot sind die einzigen Überlebenden. Auf dem Weg, um ihn im Krankenhaus zu besuchen, verunglückt seine Ehefrau. Billy hingegen fängt an zu fantasieren. Er wurde von Außerirdischen namens Tralfamadorians entführt, die auch die Vierte Dimension wahrnehmen. In „Wirklichkeit“ hat Billy, zumindest so wie ich das Buch lese, ein Posttraumatisches Stresssyndrom, das er nie verarbeitet hat. Er vermischt schlechte Sci-Fi Romane, die er in der Psychiatrie gleich nach dem Krieg gelesen hat, mit Erinnerungen an den Krieg und glaubt durch die Zeit zu reisen und von Außerirdischen entführt worden zu sein.
Der Traum, von Außerirdischen entführt worden zu sein und in einer Art Zoo gehalten worden zu sein, macht das Buch aber noch lange nicht zu Sci-Fi.
Wenn man den Roman als Antikriegsroman liest, ist er eindrücklich aber nicht wirklich beeindruckend.
Wenn man den Roman als Beschreibung einer Psychose oder PTSD liest, ist er mäßig unterhaltsam. Möglicherweise träumt Billy das auch nur in seinem Schockzustand nach der Dresdner Bombennacht, die den echten Billy in einen katatonischen Zustand versetzte, durch den er dann auch verstarb und das ist, was er in seinen letzten Tagen träumte.
Wenn man den Roman als Zeitreiseroman liest, denkt man sich: „The Timetraveler’s Wife“ und „Cloud Atlas“ sind deutlich unterhaltsamer, obwohl sie ähnliche Techniken verwenden und wohl von diesem Roman inspiriert waren.
Wenn man diese Entführung als bare Münze nimmt, ist das nur noch klamaukhaft Monty Python artig, aber nicht so witzig.
Ich kann verstehen, warum man den Roman teilweise im ersten Semester liest. Man kann schön ruminterpretieren. Macht das Buch aber weder unterhaltsamer noch interessanter.
Es/die Geschichte spricht nicht zu mir. I am underwhelmed. Ich kann die Begeisterungsstürme vieler Leser einfach nicht nachvollziehen. Mein Geschmack ist es wahrlich nicht.
Ja, es hat seine Momente. Die Kritik am neoliberalen American Dream ist treffend und einer der besseren Momente des Buches:
"America is the wealthiest nation on Earth, but its people are mainly poor, and poor Americans are urged to hate themselves. To quote the American humorist Kin Hubbard, “It ain’t no disgrace to be poor, but it might as well be.” It is in fact a crime for an American to be poor, even though America is a nation of poor. […] If you’re so smart, why ain’t you rich? […] Americans [...] believe many things that are obviously untrue [...] Their most destructive untruth is that it is very easy for any American to make money. They will not acknowledge how [...] hard money is to come by, and, therefore, those who have no money blame [...] themselves. […] This inward blame has been a treasure for the rich and powerful, who have had to do less for their poor, publicly and privately, than any other ruling class since, say, Napoleonic times."
Auch dieses Bild ist sehr kraftvoll: “Trout, incidentally, had written a book about a money tree. It had twenty-dollar bills for leaves. Its flowers were government bonds. Its fruit was diamonds. It attracted human beings who killed each other around the roots and made very good fertilizer."
Damit hat es sich für mich aber auch schon. Die Figuren sind flach, die Geschichte hält einem nur durch die Zeitsprünge halbwegs wach, linear erzählt wäre sie wohl einfach nur eine sehr direkte, platte Antikriegsgeschichte.

Fazit: OK, kann man lesen, muss man nicht. Ich kann die Begeisterung einfach nicht nachvollziehen.
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Dieses Buch sollte ich fürs Studium lesen. Und tat das auch pflichtbewusst. Das gleiche gilt auch für Ulysses Ulysses und The Sound and the Fury The Sound And The Fury (Vintage Classics) - während die Lektüre der letztgenannten Werke zwar bereichernd, aber mühsam war, hat mir Voonegut richtig Spaß gemacht! (mir fällt das der Song Hello Muddah,Hello Faddah von Allan Sherman ein: "And the head coach wants no sissies So he reads to us from something called Ulysses").

Vonnegut vermischt Geschichte, Satire und Literatur verschiedenster Gattungen, gerne auch Science-Fiction. Er findet klare Worte für den NS-Staat. Und er wagt sich an ein sehr dunkles Kapitel heran: die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten. Militärisch umschritten, wenn auch natürlich Dresden etwa Bahnhöfe und andere strategisch wichtige Ziele besaß. Entscheidend ist aber, dass so viele Zivilisten qual- und sinnlos ums Leben kamen. Ein Amerikaner, der über amerikanische Greueltaten schreibt - und das, wenn ich das Buch richtig verstanden habe, ohne so sehr über Schuldfragen zu urteilen, sondern eher um vorzuführen, wie wenig sich die Menschheit bisher weiterentwickelt hat. Es ist genug für alle da, wir könnten gemeinsam arbeiten - aber stattdessen türmen wir groteske und absurde Ereignisse aneinander.

Ein brillantes, zugleich sehr anspruchsvoller, aber auch höchst anregend geschriebenes Buch!
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am 19. September 2000
Vonnegut strikes again with his wit, although this time his cynnisism seems a bit muted. He gives us Rudy Waltz, son of two of the most eccentric people you will ever meet. Rudy as a young boy accidentally kills a young pregnant woman with his rifle thus earning the nickname and book title "Deadeye Dick". Rudy grows to become a pharmacist. He never leaves his parents and his accident as a child has a profound role in the rest of his life. He carries the guilt, is unable to forge new relationships, and is relatively unhappy for the rest of his life.
Seems like it would be a bit depressing but Vonnegut keeps the novel rolling with his social commentary on parenting, the medical field, the government, etc. etc. etc. Of course the accidental shooting is not the only misfortune to enter the lives of Rudy and his family but why ruin the book for you?
Vonnegut really kept me engrossed in this novel. It is a quick read and worth picking up, even if you haven't read much of his other work. A solid 4-Star novel.
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am 30. September 1998
To judge by your reviews, I'm certainly in the minority. I read this book for a reading group and the best thing I can say is that it was mercifully short. I found the style disjointed and artifical. True, it gave one a desolate feeling about war and its follies, but cerainly other books have done it better, certainly in a more attainable less tedious style.
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am 22. Januar 1999
I read this book in an afternoon for a book club. Thank goodness I did not have to waste any more time on it! Other reviewers have mentioned the humor and supposedly wonderful insights offered by this book. I found neither. Yes, Mr. Vonnegut, war is bad. Not a revelation.
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am 3. Mai 2007
Ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) -- Vonnegut zieht in "Slaughterhouse Five" alle Register literarischer Klischees durch den Kakao und verkehrt sie in ihr Gegenteil.

Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann -- er erlebte die Bombardierung Dresdens als Kriegsgefangener. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte -- und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit, das Wesen des Menschen sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist Billy Pilgrim ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem berufsbedingten Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen müssen -- und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies ist nämlich der Punkt, der Billys Erkenntnisse deutlich in Frage stellt.

Doch was hat es mit diesem Billy Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo -- schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So war ein Hofnarr aus früheren Zeiten gekleidet, der als einziger seinem König die Wahrheit sagen durfte. Doch da in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert keine Hofnarren mehr vorgesehen sind, erklärt man ihn irgendwann für verrückt. Die anderen Figuren im Roman hingegen bleiben Typen, seltsam farblos, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte der Roman daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte -- komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.

Prägend in Billys Biographie war der Bombenangriff auf Dresden -- so scheint es. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 kommt der nicht vor: Man erfährt hier lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee -- und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eine eigene Bewandtnis hat: Billy Pilgrim hat seinen Namen nicht umsonst, er ist tatsächlich eine Art Pilger -- aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt, die also auch die Zeit "sieht". Chronologisch scheinende Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar -- aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist, ein für allemal. Man kennt die Zukunft, die keine Zukunft mehr ist. "So it goes" -- "So kann's gehen", dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy lernt von den Tralfamadoriern diese Wahrnehmung der Welt und nutzt sie fortan, um sich assoziativ durch die Zeit(en) zu bewegen -- oder aber, um vor den eigenen Erinnerungen zu fliehen, oder auch, um sie nochmals zu durchleben: Die Klotür in seiner Wohnung führt in zu den Latrinen im Gefangenenlager von 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Zusätzlich sind diese Zeitreisen verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors, und diese Verflechtung der Handlungsstränge lässt den Leser bis zuletzt im Ungewissen: Spricht der für verrückt erklärte Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchem Maßstab beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diesem Maßstab überhaupt?

Die Romanhandlung, in deren Zentrum die Erlebnisse von Billy Pilgrim während des Krieges stehen, ist also nicht chronologisch geordnet -- denn in Billys Wahrnehmung gibt es keine Chronologie, alles ist immerwährende Gegenwart. "Slaughterhouse Five" schildert eine Art stream of consciousness, Komisches und Grausames stehen gleichberechtigt nebeneinander, die Sinnlosigkeit (und Unvermeidbarkeit, wie Billy meint) des Krieges wird gerade dadurch drastisch vorgeführt.

Ob Kriege tatsächlich ein unabänderliches Übel der Menschheit sind, egal wie viele Existenzen durch sie direkt oder indirekt zerstört werden -- diese Frage lässt Vonneguts Roman offen.

"Slaughterhouse Five" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch über den Sinn oder Unsinn des Lebens, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
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am 6. Mai 1999
With so many books under his belt, Vonnegut was bound to write a dud. The characters and storyline were boring. A neutron bomb destroys a city, too bad it didn't destroy this book.
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am 23. Oktober 2006
This is a very funny novel that- in retrospect- breaks your heart; it's the blackest black humor you will ever read.

It must have taken great courage for Vonnegut- as talented as he is- to take the Allied bombing of Dresden Germany during WWII and make it the main stage for this theater of the absurd tale, particularly since he witnessed firsthand what happened to Dresden. Fail, and you risk being pummeled by the critics for trivializing a horrific, nearly unimaginable event. (For those who don't know, Dresden wasn't "just" bombed; it was turned into a raging firestorm, with hurricane-force winds dragging thousands of victims into the flames to be cremated, and depleting the oxygen in the underground shelters, leaving thousands more asphyxiated.) But Vonnegut didn't fail; he succeeded brilliantly in conveying the absurdity of war by not embellishing events, the tone of the book remarkably matter-of-fact as his main character- Billy Pilgrim- jumps through time and space, gaining a unique perspective on the follies of mankind.

The name of his main character is especially telling of Vonnegut's intentions. Perhaps the most famous Billy in literature is Melville's Billy Budd, an innocent soul whose fate is an unjust death that suggests life is predetermined. And Pilgrim brings to mind John Bunyan's Pilgrim's Progress, an allegorical tale of the escape from the City of Destruction (Dresden) to the Celestial City of enlightenment (the home world of the superior Tralfamadorians, who explain human existence to Billy.)

Perhaps by writing Slaughterhouse Five, Vonnegut gained some measure of catharsis, found a way to deal with his memories of Dresden and its aftermath. Like many veterans whose refuse to discuss their war experiences, a more direct, "realistic" approach to the firebombing might have been too painful. By taking an indirect approach, however, he was able to open a door that otherwise would have remained locked. That's fortunate for us, since Slaughterhouse Five rises above the historical account of that terrible event to address the larger issue of what it means to be human in a world where what humans do doesn't always make sense.

This is an insightful, important book, and one of Vonnegut's best.

-Mark Wakely, author of An Audience for Einstein
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