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am 3. September 2017
I really enjoyed this book. The author continues to surprise with constant new twists and new aspects to the truly fascinating world he has created. All this adds up to an addictive read. I will be buying more books from this author in future.
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am 22. Juli 2005
Von Miéville hatte ich bis vor kurzem noch nie etwas gehört und habe mir "Perdido Street Station" dann einfach mal auf Verdacht bestellt. Es hat sich gelohnt.
Wenn man sich auf seine Fantasiewelt mit Vogelmenschen, Kaktusmenschen, Dampfmaschinen und ein wenig Magie einlässt, wird man mit einem äußerst spannenden und komplexen Fantasy-Thriller belohnt. Vor allem hat mir die Tatsache gefallen, nicht alles auf ein zuckersüßes Happy End zusteuern zu lassen, sondern dass er dass Ende "realistisch" darstellt. Auch hat Miéville keine Skrupel, "gute" Charaktere blutig-brutal sterben zu lassen. Im Gegensatz zu Happy-End-Büchern tauchen sie bei ihm auch nicht wieder am Ende auf, um dem Helden ein letztes Mal zu helfen. Die "Guten" sind auch nicht immer nur gut, sondern müssen teilweise sehr unmoralisch handeln um ihre (guten) Ziele zu erreichen. Bei "Perdido Street Station" agieren eigentlich alle Charaktere in einer konstanten Grauzone, die bei manchen etwas heller, bei anderen etwas dunkler und bei wiederum anderen ganz schwarz ausfällt. Nervig-gute, treue Hobbits oder stets edle Elben gibt's hier nicht.
Miéville ist wohl ein großer Liebhaber der englischen Sprache, was das Buch für einen Deutschen teilweise sehr schwer zu verstehen macht. Verglichen mit den Werken von Autoren wie zum Beispiel Jasper Fforde, Terry Pratchett oder auch Tad Williams oder Neal Stephenson, die ich mittlerweile ohne Einsatz meines Englisch-Englisch-Wörterbuchs lese, musste ich bei Perdido Street Station unverhältnismäßig oft zum Oxford Concise Dictionary greifen, da Miéville fast nie den einfachsten Begriff benutzt um etwas zu beschreiben und er wohl eine Vorliebe für Fremdworte und Fachbegriffe hat.
Und wenn er mal anfängt zu beschreiben, dann macht er das auch ausführlich, vor allem die Architektur und die Einwohner der von ihm erfundenen Stadt New Crobuzon. Hier sind vielleicht auch die einzigen kleinen Schwächen in "Perdido Street Station" zu erkennen. Manche Beschreibungen sind teilweise redundant und oft sehr ausführlich und lang. In Verbindung mit der nicht ganz einfachen Sprache kann dies dann dazu führen, dass man erst einmal eine Pause braucht, obwohl man die hervorragende Geschichte eigentlich weiter lesen möchte.
Alles in allem aber lohnt es sich, am Ball zu bleiben. Ich habe mir schon "The Scar" zugelegt und das muss sich verdammt anstrengen, um "Perdido Street Station" zu übertreffen.
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am 23. April 2013
Dieses Buch ist nicht für jeden. Es ist ein sehr unkonventioneller Roman, der zu unkonventionellen Stilmitteln greift und von unkonventionellen Charakteren handelt. Die Welt, in der diese Fantasy spielt, ist kein blühendes, harmonisches Pseudomittelalter inmitten grüner Hügel und Elfenwälder, es ist eine versumpfte, verdreckte, verdorrte, verwahrloste Großstadt mitten auf einem wüsten, unfreundlichen Kontinent. Alles scheint dagegen zu arbeiten, dass es dort Leben gibt.

"Perdido Street Station" ist eine Geschichte von herbem Charme, die sich sicher nicht jedem erschließt. Aber für mich macht exakt das seinen Reiz aus.

Der Plot lässt sich schwer zusammenfassen, ohne gleich zu viel zu verraten. Auch ist fragwürdig, ob der Fokus der Geschichte wirklich auf dieser Handlung liegt - statt auf der Entwicklung, die jeder einzelne Charakter durchmacht, indem er mit aller Kraft kämpft, scheitert, wieder aufsteht und eine Entscheidung fasst. Statt auf der Gehirnsinnlichkeit dieser sehr komplexen Welt, in der so viele verschiedene und für Menschen oft schwerlich nachvollziehbare Moralitäten und Weltanschauungen aufeinander treffen. Statt auf der wilden, hintergründigen Schönheit, die einen in New Crobuzon, dem Ort der Handlung, umgibt. Statt auf philosophischen Fragen, die das Buch einem stellt - oder die sich einem beim Lesen selbst stellen. Vielleicht muss jeder Leser seinen Fokus für sich selbst finden.
Damit will ich nicht sagen, dass die Handlung uninteressant wäre, keineswegs. Sie ist in einem rasanten, aber nicht hastig voran eilenden Tempo verfasst, setzt sich auf jeder einzelnen Seite - verdammt, vielleicht sogar in jedem einzelnen Absatz - fort und hat alles, was man sich von der Handlung eines Fantasyromans wünschen könnte: Es gibt Intrigen, Spannung, Action, Gefahr, Missverständnisse, Magie, schieren Horror und sogar eine Liebesgeschichte. Ständig tun sich neue, unerwartete Wendungen auf, Herr Miéville schöpft die Möglichkeiten des New Weird-Subgenre voll aus.

Die Prosa ist schlicht und ergreifend bezaubernd. Nicht Zuckerfeen-Einhorn-Regenbogen-bezaubernd, im Gegenteil. Nichts wird verschwiegen, nichts wird beschönigt, man starrt auf die Seite und alles ist schrecklich, aber diese Geflechte aus Worten, die sich zu kunstvollen Mustern zusammenwinden, sind zu schön, um wegschauen zu können, so sehr auch alles schimmelt, stinkt, im Elend versinkt. Es ist, als würde man beobachten, wie ein noch lebendes Baby seziert wird. Man kann nicht wegschauen, so furchtbar es auch sein mag. China Miéville ist derjenige, der dieses Baby aufschlitzt. Und er singt dabei. Es ist abartig - aber, Himmel, ist es schön! Diese Prosa wird nicht jedem gefallen. Sie ist wild, beengend, komplex wie ein Spinnennetz. Ich habe mir sagen lassen, dass selbst Muttersprachler das eine oder andere Wort im Wörterbuch nachschlagen mussten. Es ist keine echte rosa Prosa; zwar ist sie gespickt mit haufenweise deskriptiver Adjektive, Einwürfe, Beschreibungen, die sich in sich selbst verlieren und den Leser mit sich reißen, aber nichts daran ist kitschig, nichts wirkt unnötig. Es ist, als würde New Crobuzon auf diese Weise aus Worten gebaut: All diese "Hässlichkeit" bordet so sehr über, dass sie den Leser unter sich begräbt und völlig mühelos auf die Stufe der Charaktere bringt.

Das Worldbuilding ist eine von Herrn Miévilles großen Stärken. New Crobuzon ist eine einzige eiternde, verrottende Masse, in der die Menschen (Und Cactacae, Khepri, Vodyanoi...) leben wie Maden auf dem Müll, dominiert von der titulären Perdido Street Station. Alles das - das gesamte von menschlicher oder wenigstens fühlender, denkender Hand errichtete Monstrum von einer Stadt - bricht unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Die Atmosphäre ist beklemmt, verzweifelt, resigniert. Niemand versucht, aus diesem dreckigen Loch einen besseren Ort zu machen, allen ist klar, dass es unmöglich ist, und die meisten haben zwischen Armut, Korruption, Gewalt, Rassismus, Drogenverkehr und dem Verlust der eigenen Integrität wohl auch gar nicht mehr die Energie, die Faust zum Himmel zu heben, höchstens, um die Götter zu verfluchen, an die sie vielleicht einstmals glaubten.
Aber New Crobuzon lebt. New Crobuzon als Setting hat mehr Charakter, scheint mehr zu atmen und zu sprechen, als so mancher Protagonist aus einem weniger gut verfassten Roman. Diese Stadt, die scheinbar aus Alpträumen gemacht ist, die all die Sünden großer Städte auf dicht gedrängtem Raum in sich vereint, vibriert, pulsiert, erschließt sich dem Leser und erklärt sich ihm. Sie ist laut und angsteinflößend und manchmal wünscht man sich, dass sie nur halb so faszinierend wäre, weil sie einem so viele Dinge zeigt, die man nicht sehen will. Aber letzten Endes bereue ich nichts - absolut nichts!

Die Charaktere sind einfach wundervoll. Keiner von ihnen ist ein Held im eigentlich Sinn, keiner von ihnen ist jemand, der man sein will, vielleicht nicht einmal jemand, den man kennen will. Da ist es umso erstaunlicher, dass man als Leser mitfiebert, weil man um jeden Preis erfahren will, wie es weitergeht mit Isaac, dem dicken, nicht ganz legal arbeitenden Wissenschaftler mit perversen Neigungen, mit seiner Freundin Lin, einer verbitterten Künstlerin, auf deren humanoiden Körper statt eines menschlichen Kopfes ein riesiger Skarabäus sitzt, mit Yagharek, dem anthropomorphen Vogel, dem man die Flügel abgeschnitten hat und der redet wie ein altes Buch, mit Derkhan, der mittelalten, militant linken Lesbe. Sie sind alle so unglaublich... menschlich. Ihre Geschichten gehen einem unter die Haut, weil sie Leute sind, denen man in der Fußgängerzone begegnen könnte. (Davon abgesehen, dass zwei von ihnen keine Menschen sind, versteht sich.)
Überhaupt, Yagharek. Er ist vielleicht der wichtigste, der definitive Schlüsselcharakter des Romans. Einige Abschnitte sind aus seiner Ich-Perspektive geschrieben, verschnörkelt, poetisch und traurig. Yagharek ist, wie ich finde, der sympathischste Charakter des gesamten Romans, derjenige, den man am leichtesten mögen kann, was den Grund für den Verlust seiner Flügel nur umso erschreckender macht. Hier wird jetzt natürlich nichts verraten, obwohl viele Leser aus seinen Anspielungen vermutlich eine düstere Ahnung ziehen werden.
Auch Lin ist ein Charakter, den ich rasch gern haben konnte. Die Geschichte ihrer traurigen Kindheit wirkt aufgrund der Un-Menschlichkeit, der schieren Andersartigkeit ihrer Kultur zunächst nicht ganz leicht zu durchschauen, aber eigentlich greift sie Themen auf, die heutzutage auch in dieser Kultur eine ebenso große und erschreckende Rolle spielen können. Und Hurrah für Künstler-Charaktere, die auch authentisch als solche dargestellt werden! Generell ist es wundervoll, dass Herr Miéville auch die Ansichten und Vorstellungen nichtmenschlicher Rassen weder "vermenschlicht" noch als übermäßig undurchsichtig darstellt. Das Thema des Anthropozentrismus wird direkt aufgegriffen: Lin bemerkt, dass sie nicht findet, dass Khepri wie Menschen mit Käfern als Köpfen aussehen - sie findet, dass Menschen wie Khepri mit den Köpfen rasierter Affen aussehen.

Und dann fährt alles zur Hölle (Nicht wörtlich zu verstehen: Es wird so brisant, dass es selbst der Hölle Angst macht!) und die wenigen Charaktere, die nicht sterben, erleiden Schicksale, denen der Tod vorzuziehen wäre.

Was passiert, wie und warum es passiert, wird natürlich nicht verraten. Gesagt sei nur, dass alles damit begann, dass die Regierung von New Crobuzon sich mit einem Drogenboss eingelassen hat (Hier und an diversen anderen Stellen erkennt man gut Miévilles starke sozialistische Neigungen, aber es sei gesagt, dass diese Neigungen niemals Überhand nehmen), dass neben der Stadt auch Motten, Spinnen und Träume gewaltige Rollen spielen und dass die meisten Leute noch niemals eine Fantasy gelesen haben, die diesem Meisterwerk auch nur ähnelt.
Leuten, die von konventioneller Fantasy die Schnauze voll haben oder sich einfach nur in ein Leseabenteuer stürzen wollen, bei dem sie nie wissen, was sie als nächstes erwartet, kann ich "Perdido Street Station" nur ans Herz legen. Dieses Buch braucht mehr Liebe.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Februar 2012
Perido Street Station spielt in einer Welt mit einer Menge humanoider Rassen (Insektenmenschen, Vogelmenschen, Froschmenschen...), die in einer chaotischen, runtergekommenen Stadt zusammenleben. Magie existiert und wird für alltägliche Dinge benutzt. Aber es gibt auch wissenschaftliche Untersuchungen dieser magischen Kräfte und technische Verschmelzungen der beiden. So ja, es ist eine Mischung aus Fantasy und SF und Horror und letztlich ist das auch völlig egal.

Entscheidend ist, dass die Welt unglaublich dicht ist. Dem Autoren gelingt es, ein sehr neues Universum zu schaffen - das aber eher nebenbei, denn die eigentliche Geschichte steht im Vordergrund. Diese baut er geschickt auf, den in den ersten Kapiteln geht es eigentlich noch um etwas ganz anderes, bevor die "Falter" ins Spiel kommen (Viel möchte ich hier nicht verraten).
Insofern ist das Buch originell und spannend und dicht und damit gibt es eine dicke Empfehlung für die Lektüre.
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am 27. September 2001
Sprachlich brillant, brillantes Setting...doch leider hat man stellenweise das Gefühl, daß einige der Protagonisten einwenig untergehen. Man wird einfach mit Mievilles wunderschönen Beschreibungen erschlagen. Die Handlungen der einzelnen Personen erscheinen einem nahezu läßtig, man möchte einfach nur noch mehr über diese fantastische, bis ins Detail liebevoll erdachte Welt erfahren. So haben mich leider die eigentliche Story inklusive Showdown und Ende im Hinblick auf die kunstvolle Schöpfung des Autors etwas entäuscht. Vier Sterne. Für einen Poeten der modernen Literatur.
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TOP 500 REZENSENTam 30. September 2008
PERDIDO STREET STATION ist sicherlich und ohne jede Übertreibung einer der wichtigsten Fantasy-Romane der letzten 10 Jahre. China Mieville lieferte hier ein düsteres und bizarres Meisterwerk ab, welches den Leser sofort in seinen Bann zieht.

Ich möchte nichts von der Handlung vorwegnehmen (den meisten sollte der Name des Buches ja ohnehin etwas sagen), sondern nur so viel, dass der Roman in einer Fantasy-Metropole von gigantischen Ausmaßen spielt, in der (Dampf- und Uhrwerk-) Technik gleichberechtigt mit Magie existiert - und zahlreiche Verbindungen eingegangen ist.
Die Geschichte, auch wenn anders strukturiert, erinnert unterschwellig manchmal an düstere SF-Werke wie "Alien" oder "Blade Runner"... nicht das die Handlung vergleichbar wäre, aber die Stimmung ist manchmal ähnlich (sogar an "Judge Dredd" und Megacity 1 musste ich beim Lesen manchmal denken). Gleiches gilt natürlich auch für zahlreiche Referenzen aus dem "Film Noir" sowie literarisch aus aus dem "New Weird" bzw. "Bizarro" Genre.
Fantasy-Romane müssen halt nicht imemr in der Wildniss spielen...

Das Wichtigste ist aber: trotz aller origineller Ideen ist die Geschichte von PERDIDO STREET STATION schlichtweg gut konstruiert und brilliant erzählt. Mieville hat also mehr geleistet als nur einen faszinierenden, originellen Hintergrund zu entwerfen - er gab auch der in diesem Setting spielenden Geschichte und den Charakteren genug Aufmerksamkeit.
Gerade dies freut mich besonders; schließlich kennen sicherlich viele Fantasy- und SF-Fans genug Romane, in denen der Hintergrund durchaus interessante Aspekte hatte, die eigendliche Story des Buches aber ziemlich liebloser Mist war oder total vorhersehbar war (Romane die in Rollenspiel-Hintergründen spielen scheinen hier besonders gefährdet zu sein). PERDIDO STREET STATION wäre auch ohne den faszinierenden Hintergrund von New Crobuzon eine spannende Geschichte mit einem
vielschichtigen, aber immer nochvollziehbarem Plot.

In meinen Augen ist der Beitrag dieses Buches für das Genre "Fantasy" immens - gerade dieses Genre entwickelte sich oft genug in eine sehr konservative, ja direkt phantasielose (!) Richtung. Häufig wurden auch in etablierten Romanen die immer gleichen stereotypen Ideen neu aufgewärmt - PERDIDO STREET STATION zeigt, das Fantasy viel mehr sein kann als Elfen, Zwerge und europäisches Hochmittelalter.

Alles in allem: ein enorm wichtiger Roman - und bei all seiner Bedeutung ein schlichtweg großartiges Lesevergnügen, an dem jeder, der phantastische Romane mag seine helle Freude haben wird.
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am 20. August 2008
... NOT! Are you sick of the "Evil black emperor is overthrown by underdog hero with busty female sidekick" kind of fantasy?
Then the name China Mieville is one you might want to remember.
What charmed me most about this book is the unique world he has created. Combining elements of steampunk with its British 19th century charm, with surreal races, the feeling of a teeming metropolis and even some quite likable characters, this book makes a difference by being very different. The real masterpiece the author pulled off was to connect those concepts to an organic whole, in form of the city of New Crobuzon. The author has created a world in which it seems natural that larger than life, dreamweaving spider creatures with a poetic streak fight evil, dream eating, drug producing moths that hypnotize people with their scintillating wings. Quite a feat indeed, to build a world in which such things seem natural..
So if you have a taste for the surreal, find 19th century England at least a little charming or just aren't afraid to experience something new in your next fantasy book, this one might not be too bad a choice for you.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. Mai 2013
Der dritte Band in der wirklich origínellen Welt von New Crobuzon. Dabei beginnt das Buch mit der Reise von einigen Leuten zu einem mysteriösen Ort, der sich dann als Eisenbahn entpuppt. In einer Rückblende wird die Geschichte dieser Eisenbahn erzählt und das liest sich wie eine Art Wild-West-Roman. Nun, warum auch nicht? Mieville verarbeitet so viele Genres, warum nicht auch den Wilden Westen?
Leider ist das Buch athmosphärisch bei weitem nicht so dicht wie die beiden Vorgänger, bei denen man in die Welt förmlich eintaucht. Und die erste Hälfte hat ziemliche Länge, auch weil man bei einigen Handlungssträngen nicht so weiß, worauf es hinausläuft. Zwischendurch wird ein Nebenschauplatz eröffnet - aber schon bald wieder recht uninsoiriert wieder geschlossen, was diesen Teil als etwas überflüssig erscheinen lässt. Die letzten 100 Seiten sind aber richtig spannend, so dass ich insgesamt zwischen drei und vier Sternen geschwankt habe. Objektiv betrachtet, sind mir aber zu viele Handlungsstränge zu wenig ausgearbeitet und das Ganze ist zu lang. Kein schlechtes Buch, aber bei weitem nicht so gut, wie die beiden Vorgänger!
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am 20. Oktober 2012
Für China Miévilles Arbeiten geistert der Begriff "New Weird" durch's Netz - und der ist nicht ganz unpassend. Miéville bedient sich in Perdido Street Station kaum der gängigen Stereotypen aus Fantasy, Science Fiction und Steampunk, sondern baut eine eigene Welt und bevölkert sie mit zum Teil durchaus abstrusen Gestalten. Nichtsdestotrotz leben unter ihnen zahlreiche Menschen, es kreuzen Zeppeline durch den Himmel und in der Kanalisation hausen Zombies. Gerade ersteres ist ja irgendwie doch immer so...

Die Welt, die Miéville kreiert, ist der eigentliche Hauptdarsteller des Romans: Mit vielen frischen Ideen gespickt und detailverliebt dargestellt, entsteht ein glaubhaftes, rundes Bild von der Stadt New Crobuzon und ihren Bewohnern. Darin eingebettet funktionieren dann auch die zunächst eher absurd anmutendenden Konzepte, denn auch sie werden mit genug Plausibilität angereichert. Dem ist jedoch geschuldet, dass es sehr lange dauert, bis die Handlung Fahrt aufnimmt; das erste Drittel des Buches besteht im Wesentlichen aus Beschreibungen der Stadt, ihrer Kultur, der Gesellschaft. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht spannend oder kurzweilig.

Die Charaktere kommen dabei teilweise trotzdem zu kurz. Miéville spielt mit großem Ensemble und vermeidet dabei schlimme Klischees; viele der Figuren sind außergewöhnlich und mit viel erzählerischem Potential angelegt, das aber ungenutzt verpufft. So bleibt der Großteil der Charaktere flach und eher unnahbar. Und auch die wenigen, die etwas Tiefe erlangen, fallen immer noch so oft aus der Rolle, dass nur ein geringer emotionaler Sog entsteht. Dass viele der Charaktere das Ende der Geschichte nicht erleben, war mir selten so egal wie in diesem Buch.

Auch der Plot ist bei weitem nicht so stark wie die Welt, in der er abläuft. In der verwinkelten Welt von New Crobuzon gehen die handelnden Figuren unpassend geradlinige Wege, um an ihr Ziel zu gelangen. Das taugt bei manchen, doch fehlen, gerade vor dem politisch aufgeladenen Ambiente, die listigen und intriganten Ränkespieler. Dass Miéville trotzdem mehr als einmal den Gott aus der Maschine (Lemuel Pigeon, Jack Half-a-Prayer) beschwören muss, um die Handlung voranzubringen, mutet da als wirklich grober Schnitzer an.

Dass Perdido Street Station bei alledem kein schlechtes Buch ist, liegt vor Allem an Miévilles Stil und virtuoser Sprache. Was geschieht und wer agiert, spiegelt sich stets in Wortwahl und Schreibweise wider - nicht einfach dergestalt, dass etwa Figuren einen Slang benutzen, sondern indem die Sprache des Erzählers die Stimmung auf subtile Art aufgreift und verdichtet. Miévilles Duktus ist derart brillant, dass selbst die schwächsten Momente von Perdido Street Station noch zwei Drittel des Genres nach Hobbyautor miefen lassen.

Und eben dies ist die Crux: China Miéville ist ein vortrefflicher Schreiber, und so wirken die Unvollkommenheiten seines Werks im Kontrast überdimensional. Sein Stil ist arriviert, doch seine Fehler sind vermeidbare Achtlosigkeiten; im Reflex hat es den Anschein, dass er lieblos arbeitet. Der Gedanke, dass er es doch besser kann, können muss, will beim Lesen von Perdido Street Station einfach nicht weichen.
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am 6. Februar 2009
Als ich das Buch angefangen hab war ich etwas skeptisch, denn der Autor verbringt viel Zeit damit den Leser in die Welt des Buches einzuführen und die Charaktere in ihrem Leben vorzustellen. Bis es richtig losgeht vergehen schonmal 100, jedoch sehr interssante, Seiten. Dann aber lässt der Autor seiner Kreativität wirklich freien Lauf. Das Geschichte präsentiert sich in schillernden, phantastischen Farben, fast ohne in irgendwelche Klischees einer normalen Fantasygeschichte zu verfallen. Beim lesen war ich immer wieder auf's neue Beeindruckt mit was für verrückten Ideen China Mieville die Geschichte spinnt und durchsetzt. Ein wenig hat er was von großartien Autoren wie Edgar Allen Poe oder H.P. Lovecraft, allerdings wesentlich zeitgenössischer, dennoch kein bisschen weniger lesenswert.
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