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Kundenrezensionen

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am 22. März 2008
2005 legte John Connolly, nachdem er "The Black Angel" abgeschlossen hatte, eine Schreibpause in seiner Serie um den Privatermittler Charlie Parker ein und schrieb in diesem Jahr stattdessen einen klassischen Fantasyroman, in dem er viele Elemente aus der europäischen Mythologie und traditionellen, meist deutschen Volksmärchen verwebt.

England in den ersten Jahren des zweiten Weltkriegs:
David hat seine Mutter verloren (sie starb an einer schweren Krankheit, vermutlich Krebs) und kann es nicht verwinden, dass sein Vater schon allzubald nach ihrem Tod erneut heiratet und es bald einen zweiten kleinen Jungen, Georgie, in der Familie gibt. Schon das ist eine Märchensitutation. In Märchen sind damit oft Mädchen konfrontiert, doch Connolly verdreht in seiner Geschichte wiederholt bewusst die Geschlechterrollen, um einen neuen Blick auf alte Stereotype zu schaffen.
Frustriert, eifersüchtig und missmutig verkriecht sich David in seine Bücher, bis eines Nachts ein deutscher Flieger ausgerechnet in einer dunklen, verborgenen Ecke ihres Gartens abstürzt, in die sich David bislang nicht hineinwagte. Die Neugier treibt den Jungen zu dem Wrack und damit durch die geheimnisvolle, verwachsene Mauerspalte.
Dort findet er sich in einer anderen Welt wieder, die aus fantastischen Dingen und Personen besteht, von denen er in den letzten Wochen gelesen hatte. Das erinnert zwar an die Welt von Narnia, aber Connollys Welt ist - ähnlich wie seine Kriminalromane - ungleich düsterer und vielschichtiger als die Schwarz/Weiß-Welt Aslans und der Eishexe. So kann David nicht immer einschätzen, ob die Wesen, die ihm begegnen, gut oder schlecht sind. Und die meisten davon sind auch irgendwo in der Mitte.
Die Geschichte mündet nun in die klassische "Fahrt" eines Helden, eine Methapher des Erwachsenwerdens, bei der David viele, oft sehr bedrohliche und lebensgefährliche Situationen meistern muss und dabei lernt, anderen zu vertrauen und eigenen Mut zu entwickeln. Auch lernt der Junge, dass man manchmal Opfer bringen und selbst Gewalt anwenden muss, um am Ende das eigentliche Böse zu vernichten (hier zeigt sich eine Parallele zu der Kriegslage der wirklichen Welt).
Zudem wird David mit seinen eigenen dunklen Seiten konfrontiert, zum einen als er einem edlen Ritter fast die Freundschaft kündigt, bloß weil ihm jemand einflüsterte, der Mann sei homosexuell und damit pervers; zum anderen als David schließlich erkennt, dass seine Hassgefühle gegenüber dem kleinen Bruder ziemlich schäbig und dumm waren und beinahe die ganze Familie zerstört hätten.

Ein großartiger Märchenroman, der in vielen das ist, was "Tintenherz" und seinen Nachfolgern leider fehlte - nämliche eine wirkliche Spielerei mit den Gestalten der Bücher und unseres kollektiven Bewusstseins und den Botschaften, die sich in den alten Geschichten verbergen.
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am 12. Juli 2011
Den anderen Rezensionen ist kaum etwas hinzuzufügen.
Das Buch besticht durch wunderbare Sprache, Mystik, Fantasy und allem was ein Märchen - auch für Erwachsene - braucht. Es ist tiefsinnig und teilweise poetisch in seiner Sprache.
Eines der wenigen Bücher die es wert sind, intensiv (also Wort für Wort) gelesen zu werden. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl von Langeweile, oder daß das Buch Längen zeigt.
In seinem Roman werden Grimms Märchen etwas anders erzählt. Dunkler, nicht ganz jugendfrei und auch lustig. Überraschend und dem Spannungsbogen zuträglich. Bei der Neuinterpretation von Schneewittchen und den unterdrückten sieben Zwergen habe ich Tränen gelacht!

Einen Punkt Abzug dafür, daß der Autor 150 Seiten über sein Werk referiert. Unter anderem erzählt er Grimms Märchen so wie sie im Original erzählt wurden. Meiner Meinung nach überflüssig. Als ich das Buch bestellte wußte ich nicht, daß ich statt 500 Seiten nur 350 Seiten Fantasy "bekomme".
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am 4. Februar 2016
"The book of lost things" hat mich von Anfang an fasziniert und ist eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

David verliert im Alter von 12 Jahren durch eine Krebserkrankung seine Mutter, die ihm zuvor die Liebe zu Büchern mitgegeben hat. Kindlich, wie er ist, kann er seinen Verlust nicht verarbeiten und sucht die Schuld am Tod seiner Mutter in seinem Verhalten: War er nicht brav genug, hat er nicht gut genug auf sie aufgepasst? Er flüchtet sich immer weiter in die Welt der Bücher; sie werden seine einzigen Vertrauten, und als Davids Vater neu heiratet und einen zweiten Sohn bekommt, wird David von Eifersucht auf seine Schwiegermutter und den Stiefbruder geplagt.
Besonders Bücher über Märchen und Sagen haben es ihm angetan. Eines Tages lockt ihn ein runzeliges, gebücktes altes Männchen in eine andere Welt - die Welt, in der die Märchen ihren Ursprung haben. Dort glaubt er, seine tote Mutter wiederfinden zu können. Auf seiner Reise werden verschiedene Weggefährten zu Freunden und Mentoren. David besteht Abenteuer, erfährt die Wahrheit über die Suche nach seiner Mutter und wird - ganz nebenbei - erwachsen.

Besonders faszinierend fand ich an dem Buch, wie John Conolly alte, allseits bekannte Märchen nimmt und sie so umschreibt, dass sie ursprünglich in der Welt der Märchen stattgefunden haben und von dort von Besuchern in unsere Welt getragen und erzählt wurden. Die "wahren" Begebenheiten in der Welt der Märchen sind zwar magisch und wundervoll, aber oftmals doch sehr düster. So ist der alte, bucklige Mann, der David in seine Welt lockt, an das kinderstehlende Rumpelstielzchen angelehnt - nur noch böser und intriganter. Die 7 Zwerge haben ganz schön unter Schneewittchen zu leiden und sind verzweifelt, dass sie sie nicht an einen Prinzen loswerden können (wussten Sie, dass Schneewittchen den vergifteten Apfel gar nicht von ihrer Stiefmutter bekommen hat?). Und Rotkäppchen hatte gar keine Angst vor dem bösen, großen Wolf, nein, im Gegenteil - aber lesen Sie selbst.

Die Hauptpersonen sind rund beschrieben und machen im Laufe des Buches eine glaubhafte Entwicklung durch.

Das Ende ist, wie ich es liebe, unerwartet, phantasievoll und dabei in wunderschöne, tröstende Sprache und Bilder verpackt, und obwohl (oder gerade weil) es kein klassisches Happy End ist, bleibt der Leser glücklich und lächelnd zurück.
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am 23. Juni 2013
Die folgende Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe vom 5. April 2007 (Englisch).

Der zwölfjährige David verliert seine Mutter und kann es nicht verstehen, dass sein Vater sich kurz darauf neu verliebt und er ein kleines Geschwisterchen bekommt. Frustriert, eifersüchtig und missmutig verkriecht er sich in seine Bücher, in deren Welt er schließlich volkommen eintaucht.
Dort muss er sich seinen größten Ängsten stellen, erfährt aber auch von Loyalität und wahrer Freundschaft.

Ich persönlich finde es sehr schwierig, dieses Buch zu bewerten.
Zum einen habe ich das Lesen sehr genossen, was unter anderem an dem wirklich überdurchschnittlich guten Schreibstil des Autors sowie seinen interessanten Einfällen liegt. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es ihm gut gelungen ist, die verschiedenen Märchen, die er in seinem Werk aufgreift, neu zu interpretieren.
Positiv aufgefallen ist mir, dass man mitbekommen hat, wie David sich verändert, wie er die Liebe seiner Familie zu ihm erst im Laufe des Buches zu schätzen lernt.
Auch das der Autor nicht davor zurückschreckt, auf Homosexualität einzugehen, finde ich bewundernswert und schön empfand ich es ebenfalls, dass Connolly am Ende des Buches einige Fragen zu diesem beantwortet (beispielsweise, wie er auf die Idee kam, es zu schreiben; warum es von diesen Märchen handelt usw.), wie auch, dass die Märchen, auf die sich seine Geschichte bezieht, noch einmal aufgeführt sind. Mir persönlich hat das - bezüglich des Verständnisses - sehr geholfen, weil ich tatsächlich nicht alle kannte.

Auf der anderen Seite habe ich das Buch auch als ziemlich brutal und verstörend empfunden, obwohl ich schon sechszehn Jahre alt bin.

Deshalb lautet auch mein Fazit: 'Ein gutes, spannendes Buch, was jedoch eher für Erwachsene geeignet ist.'

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Das Buch wurde durch amazon.de versandt und innerhalb von zwei Tagen geliefert
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am 22. Mai 2007
I've heard this story being described as a fairy tale and it IS - but I wouldn't let my kids (if I had any) anywhere near this book. Mainly because in some parts of the book, Connolly gets rather graphic with his prose - wolves eating humans, David (the main character) cutting a woman's hand off with his sword and so on. Not exactly the stuff to give a child sweet dreams....but for adults, this is a cracking tale and I absolutely ate it up.

David, the main character who is 12 years old, is in mourning for his mother who has just died. His father seems to have got over his wife's death rather quickly because he has now re-married with another child on the way. David finds all these sudden changes to his life unsettling. First a new mother then a new house and now a new half-brother. But larger events overshadows his problems because it is 1940 and the German Air Force is bombing London. Europe is at war.

One night, a German bomber crashes into David's garden and David goes outside in his pyjamas to investigate. Hearing his dead mother's voice, David accidently falls through a portal to another world. We never find out the name of this new world but we quickly learn that the wolves are starting to take over, the king becoming impotent to stop them. But David decides his only way home is to visit the King and ask him for help in getting back to the real world.

Along the way, he meets lots of characters including the Woodsman, Roland the Knight, the Seven Dwarves, Snow White and trolls. But the wolves are the main enemy and they are out to get David. But little does David know that he is being secretly shadowed by the Crooked Man who has devious designs on David's future...

Trust me, you'll love this book if you love a good story. True, it is a bit like "Chronicles of Narnia" but nevertheless, this is a great read. Highly recommended.
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am 28. Februar 2014
A mix of tales adapted from Brothers Grimm and scenes fitting for slasher movies - might cause nightmares or flashbacks to real horror, i.e. memories of war crime victims. A full quarter of the book filled with text around the story, not the story itself.
One of the few books I'm actually sorry to have wasted my time on.
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am 2. Januar 2013
Das Buch ist kein Kinderbuch. Die Geschichte ist brutal und einfühlsam zugleich. Sie wird wunderbar erzählt, ist lehrreich und entführt den Leser Schritt für Schritt in die Welt alter (grausamer) Märchen. Stellenweise brachte mich die Erzählung nahe an meine Grenzen, doch mit jeder durchlebten Passage schien ich mit der Hauptfigur mitzuwachsen, meine eigenen Ängste zu überwinden, Gefühle zu hinterfragen, Vertrauen zu finden und Mut zu fassen. Ich schloss das Buch mit einem sehr guten, zufriedenen Gefühl. Nun steht es mit meinem Namen versehen in meinem Bücherregal, wo nur die besten Werke ihren Platz haben. Hätte ich zuvor ansatzweise geahnt, was mich in dem Buch erwartet, hätte ich es niemals gekauft, was wirlich schade gewesen wäre. Ich denke, alle die von der Grausamkeit der Geschichte entsetzt sind und das Buch dafür tadeln haben die Botschaft dahinter einfach (noch) nicht verstanden. Ganz gewiss ist das Buch nichts für Kinder oder Jugendliche.
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am 8. Februar 2010
John Connollys "The Book of lost Things" behandelt die Reise des zwölfjährigen David. Nach dem Tod seiner Mutter heiratet sein Vater erneut und zeugt ein weiteres Kind. Die Eifersucht treibt David - über ein "Portal" in seinem Garten - in eine andere Welt. Um zurück in seine Wirklichkeit zu gelangen, muss David den König des Landes finden. Auf dem Weg dorthin begegnet er den verschiedenen Bewohnern und Kreaturen. Die Loups, halb Mensch, halb Wolf, stellen von Anfang an eine Gefahr für ihn da: Sie verfolgen ihn nicht nur, sondern wollen auch den König stürzen und die Herrschaft an sich reißen. Noch dazu behauptet der Crooked Man, er könne David helfen, nach hause zu finden, doch David spürt, dass er ihm nicht trauen kann...

John Connolly hat in diesem Roman eine dunkle Märchenwelt geschaffen: Die Figuren dieser Welt sind uns bekannten Märchenfiguren nachempfunden. Sie sind allerings düsterer, blutrünstiger und von bösen, ja krankhaften Gelüsten getrieben.

Der Autor weiß es genau, den Leser in diese Welt einzuführen: David begegnet einigen guten, hilfsbereiten Figuren, die ihm und somit dem Leser in Form von Erzählungen ihre Realität offenbaren. Wie ich finde eine sehr schöne Art und vor allem sehr passend, da sich das Buch um Geschichten und Märchen dreht.

Genrell ist die Atmosphäre des Romans eher düster gehalten. (Die Ausnahme bildet ein Kapitel, das mich mit seiner Schneewittchen-Adaption wirklich zum Lachen gebracht hat. Sehr schön!) Connolly weiß allerdings genau, wie er den Leser fesseln und faszinieren kann. Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend und beeindruckt nicht nur mit einem großartigen Showdown sondern auch mit der charakterlichen Entwicklung des Protagonisten David.
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am 8. August 2013
Zu aller erst muss man sagen, dass das Buch eine einzigartige Fantasie besitzt. Bekannte Märchen (zumindest deren Grundzüge) sind geschickt in die Geschichte eingebaut. Meines Erachtens hat das Buch auch eine sehr interessante Aussage zum Schluss. Die Geschichte ist teilweise etwas brutal, aber damit muss man wohl rechnen, wenn es um Grimms Märchen geht...
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am 14. Mai 2016
The beginning was a little cliché in my opinion, but the book took off as soon as the Crooked Man appeared for the first time. Then I enjoyed it thoroughly. The pacing was good, the different encounters gripping (all the tales are distorted for the story) and the outcome very heart wrenching. Like other people have written before me, it's not a fairy tale book for kids. It becomes a bit gory in certain parts with rather grown up themes.

But it's also not a book that deals extensively with grief - always just scratching the surface. The writing style is superb.
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