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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:25,48 €+ 3,00 € Versandkosten


am 25. Dezember 2011
Das Hörbuch ist von der Form sehr angenehm: Die Stimme, Tempo und Aussprache sind gut verständlich und nett zu hören. Das Buch heißt auf Deutsch: Die Dreistheit oder Verwegenheit, sich Hoffnungen leisten zu können. Oder wie man trotzdem voller Hoffnung sein kann. Wie auch immer Obama beschreibt in seinem Buch Grundlinien seiner politischen Überzeugungen, Wünsche und Ziele. Nach mehreren Jahren als Präsident und im Abgleich zu seinen Leistungen, fällt das Buch und sein Inhalt doch weit auseinander: Es war eben tatsächlich eine Anmaßung zu hoffen, dass sich die USA reformieren lassen, dass es wieder Hoffnung für Durchschnittsamerikaner gibt.

Obama geht mehrfach auf die Marginalisierung der amerikanischen Mittelklasse, das Herabsinken der innerstädtischen Gebiete (im Kontrast zu den Vororten) und das Ende von sicherer, gut bezahlter Beschäftigung für Durchschnittsamerikaner ein. Er verweist auf die Haushaltsüberschüsse, auf die Gesundung der USA und ihres Haushalts unter Bill Clinton. Aber 2011 ist aus Obama nicht viel geworden. Die Erfolge sind sehr dünn gesät und die Macht der beiden Häuser und unzählige (faule) Kompromisse haben Obama den Schneid genommen. Auch in diesem Jahr werden Tausende Amerikaner verarmen, weil sie über keinerlei Ersparniss verfügen, weil es keine echten Sozialhilfen, Netze oder Ausgleichszahlungen gibt und weil viele einfach obdachlos werden. Viele arbeiten auch immer länger und härter, verarmen dabei und können sich nicht mal um ihre Familie kümmern. Der Verfall der Grundstruktur der USA - die Mittelklasse und die klassische Familie - schreitet unaufhaltsam voran. Dieser Verfall kommt für schwarzen (African Americans) noch deutlicher daher, denn in ihren Wohngegenden sind Gewalt, Armut, Raub, Diebstal und verwahrloste Kindergärten und Schulen häufiger als in weißen Gegenden. Ein Präsident kann das Alles offenbar nicht ändern, es sei denn, er hat die Mehrheiten in allen Häusern.

Das Buch beinhaltet ganz klar PR-Einfälle, etwa die rührige Geschichte, wie die Obama-Tochter einen Hund will und Obama darum bitet, oder wie der Vater seiner Frau schwerkrank jahrelang arbeitete, um seine Familie zu ernähern und die Mutter gleichzeitig zu Hause blieb, um die Kinder zuversorgen. Vieles ist auch ehrlich und darin überrascht er dann den Höhrer oder Leser, aber die PR-Maschine war bei diesem Buch dabei und deswegen könnte man alles unterstützen und befürworten - das ist wohl auch beabsichtigt. Dass die USA nach mehreren Jahren Präsident Obama keine großen Fortschritte gemacht haben, ganz anders als unter Bill Clinton, zeigt, dass dieser Präsident eben wirklich geträumt hat und viele Menschen mindestens die Hoffnung an ihn, aufgegeben haben. Sympatisch, anders und sehr intelligent und engagiert ist er auf jeden Fall, aber er hat im Weißen Haus eben nicht die Macht und die Schlüssel für die Probleme vorgefunden, die er in seinem Buch ausgiebig beschreibt. Übrigens hat das Hörbuch am 10. Februar 2008 einen Grammy-Preis für das 'beste gesprochene Album' des Vorjahres gewonnen.
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TOP 500 REZENSENTam 24. Januar 2007
...und wer seine mittlerweile schon legendäre Rede vor der Democratic Convention 2004 noch im Ohr hat weiß, dass das nur als Kompliment gemeint sein kann: "There is no black America, there is no white America, there is no Latino, no Asian, no conservative and no liberal America. There is only the United States of America" rief der Senator aus Illinois der aufgepeitschten Menge zu. Mit den inhaltlich simplen und rhetorisch brillant artikulierten Sätzen, hat Barack Obama einen Nerv getroffen in einem Land, dass zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang von einer religiös-rechten Administration gespalten worden war. Auch der Satz "The Audacity of Hope", was man in etwa mit "Wagemut zur Hoffnung" übersetzen kann, kam in seiner Rede vor. 2006 hat Obama schließlich das Buch zur Rede auf dem Markt gebracht, um über sein Leben, seine Politik und seine Interpretation des American Dream zu schreiben.

Das Interesse an dem Buch ist noch einmal gestiegen, als der Shootingstar der Demokraten vor zwei Wochen angekündigt hat, dass er 2008 Präsident werden möchte. Und wenn man liest, was für eine Politik ein möglicher Präsident Obama zu vertreten gedenkt, können einem alten Europäer die Freudentränen kommen: "I believe in evolution, scientific inquiry and global warming; I believe in free speech, whether politically correct or politically incorrect, and I am suspicous of using government to impose anybody's religious beliefs - including my own - on nonbelievers" (10). Des Weiteren spricht er sich für eine allgemeine Krankenversicherung, das Recht auf Abtreibung, für schärfere Waffengesetze und für eine Außenpolitik, die die internationalen Institutionen respektiert, ein.

Auffälligstes Merkmal Obamas ist jedoch, dass er für eine parteiübergreifende Politik eintritt, die die Wunden des Landes heilen und das Versprechen des American Dream erneuern soll. So betont er in den ersten beiden Kapiteln "Republicans and Democrats" und "Values", dass die beiden Parteien doch durch die identischen Werte verbunden werden und somit zum Wohle des amerikanischen Volkes häufiger kooperieren sollen.

The Audacity of Hope" kann uns Europäern auch einen Einblick in das Wesen der USA geben, was uns in den vergangenen Jahren so fremd geworden ist. Im Kapitel "Faith" betont er seinen festen Glauben an Gott (ohne den man in Amerika auch nicht wählbar ist). Dabei distanziert er sich jedoch von den radikalen Evangelikalen, die die Trennung zwischen Staat und Kirche aufheben wollen. Ebenso wird im Kapitel "Family" die herausragende Bedeutung dieser Institutionen herausgearbeitet. Der europäische Leser mag da das eine oder andere Mal verwirrt die Augenbrauen hochziehen, was denn teilweise intime familiäre Details in einem größtenteils politischen Buch zu suchen haben. Doch neben einer offen zur Schau gestellten Religiosität muss man auch das Image eines perfekten Familienlebens kreieren. Sonst braucht man sich erst gar nicht für politischen Ämter bewerben.

"The Audacity of Hope" klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Obama schreibt mit so viel Energie und ehrlich klingender Überzeugung , dass man ihm alles glauben will. Wenn er als Präsident die hier dargestellte Politik tatsächlich verwirklicht, dann würde sich das sicherlich positiv auf das transatlantische Verhältnis auswirken.

Fazit: Glänzend geschriebenes Buch über die mögliche politische Zukunft der USA. In Europa heißt es nun Daumen drücken, dass sich die Demokraten in den kommenden Monaten nicht auf der Suche nach einem/einer Präsidentschaftskandidaten/Präsidentschaftskandidatin selbst zerfleischen. Das Duo Clinton/Obama wäre doch die perfekte Lösung. Nur über die Reihenfolge müsste man sich dann noch einigen.
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am 2. Februar 2009
Kaum ein Politiker wurde im frühen 21. Jahrhundert derart zum Hoffnungsträger hochstilisiert und interpretiert wie Barack Obama. Nach George W. Bush könnte der Change vom 43. zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten kaum drastischer ausfallen, denn auf den Republikaner aus Texas, der einer politaristokratischen Familie entsprang folgt ein in Hawaii geborener Sohn eines kenianischen Austauschstudenten und einer Amerikanerin, der nicht nur einen Teil seiner Kindheit in Indonesien gelebt hat, sondern auch einige Jahre als Sozialarbeiter in Chicago tätig war und das mit einem "komischen Namen" der ihm nicht so manche sonst verschlossene Türen öffnen konnte. Umso interessanter ist es zu erfahren, wofür Obama wirklich steht und was der Inhalt des "Change, we can believe in" ist. In "The Audacity of Hope" formulierte Obama bereits 2004 nach seiner Wahl in den US-Senat und unter dem gleichen Titel wie seine Rede vor dem Demokratischen Nominierungsparteitag, eine mit Anekdoten aus seinem Leben angereicherte politische Zielsetzung, sein ganz persönliches Manifest.

Der damals abgeschlossene Buchvertrag sah allerdings neben "The Audacity of Hope", zwei weitere Bücher vor, deren Erscheinen sich allerdings auf absehbare Zeit verzögern dürfte. Somit ist Obamas eigenes Buch einmal mehr die "authentischere" Quelle zu Leben und Denken des US-Präsidenten. Wie schon seine Autobiografie "Dreams from my father" profitiert das Werk davon, von Obama selbst verfasst zu sein, auch wenn die Gefahr im Falle von "The Audacity of Hope" natürlich höher ist, dass Ghostwriter und PR-Berater wie David Axelrod auf seine Entstehung Einfluss genommen haben. In neun umfassenden Kapiteln (Republikaner und Demokraten, Werte, Unsere Verfassung, Politik, Chancen, Glauben, Rasse, Die Welt jenseits unserer Grenzen, Familie) analysiert Obama die Lage der Nation unter Bush und wie dieses schwere Erbe bewältigt werden könnte. Dabei drängt er auf einen grundlegenden Wandel des Stils wie Politik in den USA betrieben wird, weg von angeblichen Patentlösungen, Tatsachenverdrehungen und Beschimpfungen hin zu mehr Fairness, Intuition und gesunden Menschenverstand.

Im Sinne dieser Sachlichkeit sollte man jedoch auch anmerken, dass Obams Werk passend zur Reaktion auf seine Rede vor dem demokratischen Nominierungsparteitag 2004 der Forderung entsprungen ist, die Parteien sollten sich wieder mehr in Richtung Mitte entwickeln und von Fundamentalpositionen und Negative Campaigning Abstand nehmen. Seine Hauptargumentation fußt in diesem Zusammenhang auch auf den Erkenntnissen aus der Niederlage John Kerrys und den Positionen der blue dogs, der mitte-links Demokraten, die jedoch 2003 den Irak-Krieg unterstützten und im Nachhinein weitgehend diskreditiert wurden. Folgt man Obamas Ausführungen, erkennt man den Hoffnungsträger eher als gemäßigten Realisten, anstatt eines verträumten Idealisten, der sich jedoch nicht selten auch ein Hintertürchen offen lässt und seine "politischen Zielsetzungen" möglichst unkonkret belässt. Sein Manifest ist daher weniger Programm als vielmehr Problemanalyse, er erkennt sehr scharfsinnig die Verfehlungen und Irrungen der US-Politik, doch selten hat er eine Lösung parat. Was er unternehmen würde bleibt ungesagt, er scheint noch zu überlegen, was sein Abstimmungsverhalten im Regionalparlament von Illinois, wo er häufig nur mit anwesend stimmte, in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Obamas Problemverständnis erscheint zwar umfassend und tiefsinnig zu sein, doch sind seine Positionen weder originell, noch neu, sondern weitgehend längst geistiges Allgemeingut, was an ihm als Autor, den Politikwissenschafter und Verfassungsjuristen erkennen lässt, dessen Standpunkt auf Rationalität und weniger Ideologie beruhen. Der demokratische Shootingstar stellt sich etwa bewusst gegen die Linksliberalen, wie Neokonservativen und warnt vor einem gefährlichen Tunnelblick, der Lösungsansätze, auch wenn sie zum besten für die US-Bürger sind, nicht einmal erkennen lässt, denn der Ideologe lässt alle Tatsachen und Möglichkeiten außer Acht, die seiner Weltsicht widersprechen.

Die beste Lösung liegt in der Mitte, keine Fraktion hat den Anspruch darauf gepachtet, die besten Konzepte parat zu haben und Obama erkennt dies an. Anstatt gemeinsam Reformen für Amerika in Angriff zu nehmen, blockieren sich die Parteien nur zu oft gegenseitig, aus rein ideologischen Reflexen. Die Politik der Mitte, das wiedervereinigte Amerika, ist Obamas Ideologie, doch gerade hier lässt sich das teils zwanghafte Bestreben erkennen, für jede Seite etwas im Angebot zu haben. Um eine möglichst Front für sich zu mobilisieren, nutzt Obama geschickt den Mainstream und die Verklärung seiner selbst. Es gelingt ihm, sich und seine Überzeugungen so darzustellen, dass jeder in ihm genau das entdeckt, was er sehen will, er macht sich zur vermeintlich ideologiefreien Projektionsfläche für die Überzeugungen, Präferenzen und Hoffnungen des einzelnen. Somit ist es gezieltes Handeln und Absicht, wenn er zu vielen Themen, genau jene Standpunkte einnimmt, die ihm die größtmögliche positive Resonanz versprechen, seine "Authentizität" macht es möglich, man glaubt ihm einfach gerne.

"The Audacity of Hope" beginnt eigentlich mit einer Frage, wie sie Obama immer wieder in der einen oder anderen Form gestellt worden ist: "Sie machen einen wirklich netten Eindruck. Warum wollen Sie sich in einem so schmutzigen und gemeinen Bereich wie der Politik engagieren?" Die Antwort hat ihm viele Seiten abverlangt, lässt sich jedoch auf einen Satz beschränken: "Weil er etwas tun wollte." Darum wurde er schon Sozialarbeiter, Wahlkampfhelfer und später selbst Politiker, es ist auch Obamas Hoffnung, dass er etwas bewirken kann, dass ein Mensch allein schon einen Unterschied macht. Doch um etwas zu erreichen, braucht es oft mehr als einen einzigen, es braucht viele und wenn schon nicht alle, so zumindest die Mehrheit. Dazu sucht er den Kontakt zu den Menschen, um sie zu mobilisieren, für sich, damit sie durch ihn, etwas bewirken können. Und wenn die Realität auch unerfreulicher ist, als Verkörperung des American Dream kann er ihnen wenigsten eine heilsame Vorstellung schenken, ihren Glauben an die Menschheit und das System stärken. Dieser Zweck heiligt die Mittel, so dass sich er sich freimütig verschiedenster rhetorischer Techniken bedienen kann und auch schon mal Anti-Establishmenttöne anschlägt, wenn er die "Reichen und Mächtigen" geißelt, die bei den Senatswahlen 2004 eine schwarze Gesundheitsfachfrau als Kandidatin aufgestellt hatten, um die schwarze Wählerschaft zu spalten und Obamas Siegeschancen zu unterminieren. Vergessen scheint dabei Obamas meisterhafte Beherrschung eines "split of the white vote", die ihm Thomas Hofer und Norbert Rief in ihrem Werk "Obama" nachgewiesen haben.

Die Ehrlichkeit Obamas relativiert sich zum Teil durch etwas höchst menschliches, nämlich seiner Subjektivität, vor der auch er nicht gefeit sein kann. Es ist eben seine Sicht der Dinge und sollte er manche Dinge doch beschönigt haben, wer kann es ihm verdenken. Jener Stil mit dem er Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt gibt hat "Dreams from my father" zum Bestseller gemacht und seinen Ruf als glaubwürdigen Politiker untermauert. Die Diskussion um Barack Obama gründet sich auf dieser Gewohnheit, Desillusionierung, Zweifel, Hoffnung und in geringen Dosen auch Ärger durchblicken zu lassen. Es ist mehr die Art wie er seine Ansichten vorträgt als die Standpunkte selbst, die ihn so sympathisch erscheinen lassen. Zur Schau getragene Demut und auch Angst, lässt ihn umso menschlicher erscheinen, wenn er überlegt, ob ihn seine Karriere bereits selbst verändert hat und sich im Klaren ist, dass man je länger man im Amt ist, langsam aber stetig den Kontakt zu den Leuten verlieren kann, die man eigentlich vertritt. Selbst über seine Rolle als Darling der Medien war sich Obama schon 2004 bewusst und verweist dabei auf seinen einzigartigen Stil, der vielleicht bei der Presse auf die nötige Ressonanz gestoßen ist.

Auch ein methaphorischer Prinz in glänzender Rüstung, der das Reich seiner guten und gerechten Ahnen 2008 vom bösen unbeliebten König Bush II. befreit hat ist in der Realität alles andere als perfekt. Obamas Spiel mit dem Populismus, mit Mythen, Träumen und Hoffnungen ist kostenintensiv und birgt die Gefahr einer Enttäuschung noch ungeahnten Ausmaßes in sich, denn am Ende wird man nicht an seinen Worten, sondern den Taten gemessen. Wir leben nicht in der schlimmsten aller Zeiten, wie Obama bestätigt, denn noch nie hatten wir so viele Freiheiten errungen wie heute. Doch Obamas Anspruch die USA nach 9/11 und acht Jahren George W. Bush wieder etwas von ihrem alten Glanz zurückzugeben, wird man daran messen müssen, ob er Amerika aus seiner Isolation führen kann und das beginnt bereits bei der Einreise. Bushs restriktive Anti-Terror-Politik mag zwar nicht der Grund für die Weltwirtschaftskrise sein, die in Obamas Amtszeit fiel, doch sie könnte sich langfristig verschärfend auswirken, denn viele der besten Studienabgänger der USA sind keine US-Bürger und ihnen wurden durch eine lähmende Bürokratie viele Anreize genommen im Land zu bleiben. Wie Ex-Finanzminister Bob Rubin ist Obama jedoch optimistisch was die langfristigen Aussichten für die US-Wirtschaft angeht. Ein Mitspracherecht bei Obamas Wirtschaftspolitik könnten auch die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, deren Unternehmen Obama als Senator besucht hat und seither als Impulsgeber für die US-Wirtschaft preist.

Zumindest eines lässt sich mit Sicherheit sagen, Barack Obama, bemüht sich ein Politiker anderen Stils zu sein, der es versteht moderne Technologien und Ideen für sich einzusetzen. Er geht einen Weg der progressiven Mitte, wobei er für eine wörtliche Auslegung der Verfassung eintritt und die Probleme seines Landes zumindest kennt, er hat ideale Voraussetzungen wirklich etwas zu bewegen. Mit Bush verbindet Obama einzig, wie ihm der Präsident bei der Angelobungsfeier im Weißen Haus gestanden hat, dass sie beide schon einmal gegen Alan Keyes angetreten sind und gewonnen haben, zu dem sich als Stück gemeinsamer Geschichte nach 2008 auch John McCain gesellt, der 2000 in den Vorwahlen schon keine Chance gegen Bush hatte. Fragte man sich bei W ob er die Probleme überhaupt versteht, vor die ihn seine Berater und Minister manövriert haben, stellt sich bei Obama die Frage, ob er sie lösen kann.

Fast noch größer als die innenpolitischen Erwartungen an Obama sind jedoch die weltweiten Hoffnungen auf den Irak-Kriegs-Gegner, der ursprünglich für einen sofortigen Truppenabzug gestimmt hat, dann jedoch langsam davon abrückte und sich zu einem "vernünftigen" Etappen-Rückzug bekannte. In The Audacity of Hope ist von Obamas Ambitionen noch wenig zu spüren, er gibt sich eher US-zentriert, was daran liegen mag, dass er als Publikum eher Amerikaner vor Augen hatte und nicht die "Weltöffentlichkeit" und damit auch Europäer. Auch auf den Rang Afrikas in der US-Außenpolitik geht er nicht näher ein, wo der 44. US-Präsident längst zur Ikone geworden ist. Interessant und für radikale Pazifisten sicher etwas verstörend, ist Obamas Bekenntnis zu unilateralen Vorgehen (wobei offen bleibt, ob und inwiefern er da noch auf "Soft Power" setzen will), wenn die Sicherheit von US-Bürgern durch einen Staat, eine Gruppe oder eine Einzelperson bedroht ist. Damit das jedoch möglich ist, zieht er sogar eine Vergrößerung der Streitkräfte in Betracht, vor allem aber eine Verbesserung der Ausbildung und spezifischen Schulung der Bodentruppen, denn eine solche hätte das Besatzungs-Desaster im Irak schon von vornherein verhindern oder zumindest abmildern können. Verstörend wirkt hingegen vielleicht Obamas Ansicht dass die überlegenen Werte der USA das Ende des Kalten Krieges möglich gemacht haben. Ähnlich irritierend ist die de facto Gleichsetzung der NATO mit Europa und dass sein Plan "Europa" in Zukunft stärker in Entscheidungen miteinzubeziehen noch lange nicht heißen wird, dass die Alte Welt damit auch eine Stimme am Verhandlungstisch bekommt.

Wie schon "Dreams from my father" hat auch "The Audacity of Hope" viel biografisches zu bieten und vervollständigt Obamas Lebensgeschichte, die in seiner ersten Autobiografie um 1988 endete. Jahre danach ist er Senator und Familienvater, der zahlreiche Anekdoten zu erzählen weiß und diese immer einfließen lässt, um seine scharfsinnigen Analysen etwas aufzulockern. Doch ungeachtet des Beweises für Obamas rhetorisches Talent, dass er als Schriftsteller ebenso zu verwirklichen weiß, wie als Redner, bleibt "The Audacity of Hope" ein doch oberflächliches politisches Manifest. Grundsätzlich sind Barack Obamas Erkenntnisse und Überlegungen nichts neues, sie entstammen den langjährigen Debatten in der Ära Bush, doch der talentierte Rhetoriker hat sie für The Audacity of Hope zusammengefasst und ergänzt für sich verwertet. Das Werk kann daher zwar hervorragend Aufschluss über Obamas Weltsicht und politische Ziele geben, ist aber alles andere als eine Offenbarung, sondern eben integraler Bestandteil seines Mythos.

Fazit:
Intellektuell und emotional ansprechend, eine scharfsinnige und versöhnliche Standortbestimmung der USA unter Bush, die Wege aus der Krise allerdings nur andeutet und von zahlreichen biografischen Anekdoten durchsetzt ist.
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am 6. September 2010
Nach Barack Obamas gelungener und überzeugender Autobiographie "Dreams from my Father", freute ich mich durchaus auf sein zweites, größeres Werk, "The Audacity of Hope. Thoughts on Reclaiming the American Dream".

Barack Obama blickt in diesem Buch vor allem auf die amerikanische Politik, sowohl vor Jahrhunderten als auch in der jüngeren und jüngsten Vergangenheit, zurück.
Dabei geht er - nicht zuletzt auch aufgrund seiner Zeit als Dozent für Verfassungsrecht - äußerst glaubwürdig und intellektuell-brillant selbst bis zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika zurück. Wie der Untertitel "Toughts on Reclaiming the American Dream" beschreibt, misst er jenen amerikanischen Traum, den der Freiheit, der individuellen Entfaltung und des Strebens nach Glück immer wieder an den Maßstäben Jeffersons, Washingtons usw., ohne dabei aber auch neue Tendenzen, neue Entwicklungen außer Acht zu lassen.

Gleichauf mit dem Verlauf des amerikanischen Traums, behandelt Obama auch den Verlauf der großen beiden amerikanischen politischen Ausrichtungen.
Dabei entsteht eine Art Darstellung der republikanischen und demokratischen Grunprinzipien, die dem Handeln der beiden Parteien - welches an diversen aktuellen und strittigen Themen (Finanz- und Gesundheitsreformen, die Frage der Abtreibung, Genforschung usw.) erläutert wird - zugrunde liegen.
Hierbei gelingt es dem Demokraten Obama allerdings - und das spiegelt seine Art, wie auch schon aus seiner Autobiographie bekannt, wider - äußerst objektiv abzuwägen, die positiven als auch negativen Aspekte beider Standpunkte zu erörtern und so keinesfalls in politikerübliches Glorifizieren der eigenen und Diffamieren der anderen, gegenläufigen Meinungen abzugleiten. Diese kritische Beschäftigung auch mit der Linie der eigenen Partei macht das Buch erst zu einem wirklich lesenswertem.
Selbstverständlich ist an gewissen Stellen eine Wertung herauszulesen, vor allem wenn es um die Verteidigung von Obamas politischen Eckpfeilern geht. Dies versucht er meist, indem er Gespräche mit andersdenkenden Wählern wiedergibt oder einige seiner Reden noch weiter ausführt, seine Motive erläutert. Doch diese sehr seltenen, punktuellen persönlichen Einflüsse seien dem damaligen Senator von Illinois entschuldigt, stellt das Buch doch keinen perfekt-sachlichen Anspruch und verleihen sie ihm nicht zuletzt eine persönliche Note.

Neben der Behandlung von politischen Grundsatzfragen sowie aktuellen Streitpunkten, zieht sich das Thema "race" wie ein roter Faden durch das Buch.
Dabei scheint sich vieles aus seiner Autobiographie zu wiederholen, wenngleich auch der politische Aspekt des Rassenkonfliktes hier überwiegt.
Wie auch bei der Politik versteht es Barack Obama auch in der Frage um die Probleme zwischen Schwarz und Weiß, in Gegenwart als auch Vergangenheit, beide Seiten anzuhören. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass er die Positionen beider Seiten gleichermaßen nachempfinden kann, dennoch benennt er beispielsweise mangelnde Integrationswilligkeit seitens vieler ehemals Diskiminierten als hinderlich für den, seiner Meinung nach duchaus fortgeschrittenen aber dennoch nicht vollendeten Prozess der Gleichheit - auch in den Köpfen beider Parteien.
In "The Audacity of Hope" geht Obama mit den (ehemals) Diskriminierenden hart vor Gericht und verurteilt das historische Verhalten der größenteils Weißen in dem Amerika vergangener Jahrhunderte, auch vor dem Hintergrund des Amerikansichen Traums der (Chancen-)Gleichheit aller Bürger des Landes. Dabei merkt man ihm allerdings die eigene Betroffenheit von diesem Thema weitaus weniger an als noch in "Dreams from my Father".

Nicht zuletzt vermittelt das Buch auch Einblicke in die Gedanken des nun mächtigsten Mannes der Erde, in gewissen - wenn auch äußerst wenigen - Momenten sogar bis in seine innigsten Gedanken, bis hin zu seiner Familie.
Dabei entsteht eher der Eindruck eines idealistischen, denn eines realpolitischen Politikers - was sicherlich auch keineswegs ungewollt sein dürfte. Daher ist Obamas Werk trotz seiner Objektivität doch mit gewissem Abstand zu betrachten, doch ist mitunter "Zwischen-den-Zeilen-lesen" gefragt, ist doch zu bemerken, dass, mit einer mittlerweile vorhandenen zeitlichen Distanz zur Fertigstellung des Buches, der idealistische, junge Senator Obama mit Eintritt in das Präsidentenamt durchaus von jener Realpolitik merklich eingeholt wurde.

Dennoch ist Obamas Buch eines, was sich zu lesen lohnt, bringt es einem die Poltik der Vereinigten Staaten doch sehr lebendig nahe und versucht es doch sehr glaubwürdig und gewissenhaft in sowohl aktuellen als auch grundsätzlichen Fragen, moralischer, politischer oder ideologischer Art, zu vermitteln und Ansätze zu präsentieren. Eine Antwort auf diese Fragen, die auch uns als Europäer betreffen, will das Buch - ganz im Sinne der mit dem Amerikanischen Traum verbundenen individuellen Entscheidungs- und Meinungsfreiheit - nicht aufdrängen. Daher gibt es von mir für dieses Buch 5 Sterne.
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am 12. Mai 2008
Dies ist die deutsche Amazon-Seite, also schreibe ich auch die Rezension auf deutsch...

Das Buch hat mir sehr gut gefallen; es ist sehr kurzweilig geschrieben und die Anekdoten Obamas gefallen. Allerdings fehlt mir an manchen Stellen die Geduld, seine Gedanken nachzuvollziehen und mich tief in die Psyche/den Stil eines US-Amerikanischen Senators hineinzufühlen. Obama bedient nicht unbedingt das Klischee dessen, was wir an die USA stellen, aber er schafft es dennoch nicht, einen "faden Beigeschmack" zu tilgen.

Fazit: Dieses Buch gibt Einblick in Handlungs- und Denkweise eines Visionärs, der (leider) die ausgetretenen Pfade der Demokratie betritt, sich auf den "demokratischen Übervater" Kennedy beruft, dabei aber (und genau das ist Grund, warum Obama besser als alle anderen Kandidaten ist!) überzeugt und das Gefühl gibt, es wirklich ernst zu meinen.

Wer also wissen will, wie der nächste "Leader of the free world" tickt, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
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am 11. August 2013
Natürlich ist das Buch zu einem großen Teil Eigenwerbung, aber man erfährt etwas aus dem politischen Werdegang Obamas und seinem persönlichen Weltbild. Hier und da sind die Texte mit Anekdoten gewürzt (auch privaten), wie für ein solches Buch üblich. Für politisch-geschichtlich Interessierte enthält das Buch einige Verweise aus der Geschichte der USA, die zum Recherchieren animieren.
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am 30. Oktober 2013
nach dem tollen Hörgenuss von "Dreams from my Father" hier ein weiterer absoluter Hörgenuss. Man hat das Gefühl Barack Obama direkt gegenüber zu sitzen. Man sollte sich dafür einfach Zeit nehmen z. Bsp. an einem grauen regnerischen Tag mit einer Tasse Tee auf das Sofa zurückgelehnt zuhören und die ganze Welt um sich vergessen.
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am 22. April 2013
Obama ist einer der wenigen wirklich Reflektierten unter den Politikern. Das Buch ist auch stilistisch sehr anspruchsvoll geschrieben. zu empfehlen!
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am 22. Mai 2014
War ein Geschenk, daher kann ich nicht sagen wie gut das Buch ist. Leider habe ich auch vom Beschenkten nichts gehört.
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am 18. Oktober 2009
I wanted to see what all the hype is about, so I bought this book. It was just about as empty as his election promises. President Obama is real good at pointing out the problems, but he really lacks insight into the everyday lifes of real americans. Problem solving is not on his plate and he prooves it in this book, chapter after chapter of problem descriptions.
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