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am 17. Juli 2010
Ein unbekanntes Buch

Der Rezensent, der dieses Buch in der englischen Penguin-Ausgabe von 1991 gelesen hat, stellt mit Überraschung fest, dass das Buch zwar vor 50 Jahren, kurz nachdem es auf dem englischen Markt erschienen war, auch ins Deutsche übersetzt wurde, die deutsche Ausgabe jedoch offenbar später in Deutschland in Vergessenheit geriet und der weiterhin verfügbare englische Originaltext gleichfalls hierzulande keinen großen Widerhall gefunden zu haben scheint.

Das Buch hat mittlerweile 50 Jahre auf dem Buckel, und man muss sich fragen, ob es immer noch aktuell und von Bedeutung ist. In seinem Vorwort ("Second Thoughts") zur Auflage von 1991 stellt sich Taylor der eben angeschnittenen Frage und kommt zu keiner im wesentlichen veränderten Ansicht; er denkt dabei an den Anschluss Oesterreichs, zu dem er sagt (p.8) "the Austrian crisis was launched by Schuschnigg, not by Hitler", er denkt an die Besetzung Böhmens und Mährens durch die Deutschen im Frühjahr 1939 und sagt (p.9) dass er lange gedacht habe, Hacha sei von Hitler nach Berlin bestellt worden, während aus den Akten das Gegenteil hervorgeht - es war Hachas Initiative. Taylor fragt sich, warum Hitler, wenn er denn die Absicht hatte, auf dem Gebiet der Sowjetunion ein großes deutsches Kolonialreich zu gründen und mit Deutschen zu bevölkern, ausgerechnet noch einen Krieg gegen die Westmächte herbeiführen wollte - und kann sich diesen Widerspruch nicht dadurch erklären, dass Hitler eben einfach ein machthungriger Attila war.

Er sieht den Politiker Hitler weiterhin eher als einen Menschen, der sich den immer neuen Situationen gegenüber nur auf seinen Instinkt verließ und sie ausnutzte. Auch in Bezug auf Hitlers grundsätzliche kriegerischen Absichten ist Taylor skeptisch; so unterstreicht er, dass das hierbei häufig erwähnte Hoßbach-Protokoll - aus dem die aggressiven deutschen Absichten klar hervorgehen sollen - eine sehr unsichere Quelle darstellt, die noch dazu aktenmäßig äußerst fragwürdig ist. Taylor ist weit davon entfernt, Hitler als einen Engel anzusehen, im Gegenteil, am Ende seines Vorworts verurteilt er viele Handlungen Hitlers äußerst scharf, sagt jedoch - und darauf kommt es ihm in Bezug auf dieses Buch ja an - "in der Außenpolitik war Hitlers einziger Fehler, dass er Deutscher war".

Im Hauptteil des Buches geht er auf die einzelnen Phasen der Zwischenkriegszeit näher ein und beschreibt das Schicksal des Versailler Vertrages und sein Absterben über das gute Dutzend Jahre nach seiner Unterzeichnung; er diskutiert die verschiedenen Stationen, die dabei in Form von diversen Konferenzen und Abkommen durchlaufen wurden, bis der Vertrag am Ende ein bedeutungsloses Stück Papier geworden war, infolge seiner inhärenten Spannungen und Widersprüche, die sich je nach Zeitpunkt in unterschiedlicher Weise auf die Beteiligten (auch auf die ehemaligen Alliierten unter sich) auswirkten. Auch hier zeigt Taylor auf, wie Hitler, nachdem er durch von Papen in die Regierung geschleust worden war, zwar Deutschland im Inneren von Grund auf veränderte, in der Außenpolitik jedoch weiterhin auf der Linie seiner Vorgänger blieb.

Es ging ihm nie um einen Krieg mit dem Westen, sondern primär um die Wiederherstellung der Ergebnisse von Brest-Litowsk, diesem Vertrag, der am Ende des siegreichen Krieges der Mittelmächte gegen Russland stand, alles andere ist für Taylor Spekulation. Um sein Ziel zu erreichen, setzte er zwei Mittel ein, Worte und Geduld und war damit über Jahre erfolgreich.

Die Mitte der 30er Jahre brachte Kontinentaleuropa große politische Veränderungen, deren Konsequenzen in vielen dortigen Ländern Taylor so ausdrückt, dass er die Engländer zwar nicht sagen lässt "lieber Hitler als Baldwin" sondern nur "lieber Hitler als Stalin'", bei den bürgerlichen (und katholischen) Franzosen aber angesichts der Volksfront-Erfolge vom Frühjahr 1936 das Gefühl "besser Hitler als Léon Blum" identifiziert. Die Entwicklungen in Spanien waren, wie jeder weiß, noch viel krasser und dramatischer, da hier die Sowjetunion erstmalig in Westeuropa militärisch eingriff.

Die vorletzte der vielen Krisen der 30er Jahre betraf 1938/39 die Tschechoslowakei und auch sie war, folgt man Taylor, keine Konsequenz hitlerscher Aktivitäten; der deutsche Kanzler nutzte auch hier nur eine Situation aus, in der das Kunstgebilde landen musste, nachdem sich die Unabhängigkeitsbestrebungen seiner Teile (nicht nur der deutschen Volksgruppe) angesichts der Entwicklungen in Oesterreich ganz erheblich verschärft hatten. Es wurde zwar in München versucht, das Gebilde zu retten, doch dies misslang sechs Monate später vollends. Wie natürlich ein solcher Prozess war, sogar ohne jede deutsche Beteiligung, zeigte sich 50 Jahre später erneut - mit dem einzigen Unterschied, dass man dann den Zerfall als gottgegeben hinnahm und nicht, wie 1939, das Tor zum Kriege aufstieß. Daraus kann man nur schließen, dass auch 1939 die Tschechoslowakei als solche keine Bedeutung hatte, sondern nur einen guten Kriegsgrund darstellte.

Benes an der Spitze der Prager Regierung trat zurück, sein Nachfolger war der unpolitische Hacha, der angesichts des Scherbenhaufens in Prag keinen anderen Ausweg wusste, als eine Reise nach Berlin in die Wege zu leiten, wo er mit allen Ehren empfangen wurde und sein Gebiet ohne großes Zögern unter den Schutz des Deutschen Reiche stellte, dem er dann noch jahrelang diente. Taylor stellt in diesem Zusammenhang die Frage, ob dies nicht, verglichen mit dem späteren Verhalten Polens, der weisere Entschluss war. Man kann ihm angesichts des Schicksals beider Länder eigentlich nur zustimmen.

Taylors Urteil über die halsbrecherische britische Garantie für Polen im Sommer 1939, als es um Konzessionen zu Danzig und der Durchfahrt durch den Korridor ging, ist vernichtend: London überließ Polen eine uneingeschränkte Verfügung über die britische Politik (und die französische in ihrem Kielwasser) in der aberwitzigen Erwartung, dass Hitler in diesen Fragen vorsichtiger als Chamberlain selbst handeln würde und auch Stalin sich mit offensichtlichen Nachteilen abfinden könnte. Chamberlain war bei seiner Garantie so weit gegangen, dass er Frankreich in die Garantie eingebracht hatte, ohne Paris vorher zu fragen. Frankreich musste mitziehen, ob es konnte, wollte oder nicht.

Alles weitere folgte einer vorprogrammierten Entwicklung. Polen lehnte jegliche Konzession ab, Hitler stand in Bezug auf Danzig unter Erfolgszwang und das Unheil nahm seinen Lauf. Es gab zwar kurz vor Ausbruch der Feindseligkeiten noch Scheingefechte, aber die Lawine konnte nicht mehr aufgehalten werden. Die Konstellationen waren so absurd, dass Taylor sagen kann, Hitler habe am 29. August eine diplomatische Initiative lanciert, die er einen Tag vorher hätte lancieren müssen, um einen Krieg zu vermeiden. Am 1. September 1939 brach Europa zusammen und sollte sich davon nie mehr erholen. Polen ging innerhalb von drei Wochen in die Knie, obwohl, wie Taylor auf S. 267 festsellt, schon allein der Zustand der deutschen Rüstung im Jahre 1939 ein Beweis dafür ist, dass Hitler keinen großen Krieg wollte - und wahrscheinlich sogar gar keinen.

Angesichts solch unorthodoxer Ansichten über die wichtigste Frage des 20. Jahrhunderts ist es nicht verwunderlich, dass Taylor im Nachkriegsdeutschland kaum zur Kenntnis genommen worden ist, denn wenn man dort seine Thesen übernähme, wäre die alliierte Politik der Nachkriegszeit nicht zu rechtfertigen - von den Nürnberger Prozessen, über die Abschaffung Preußens bis hin zur heutigen Situation Deutschlands. So ist es für viele Deutsche (wie weiland für die Tschechen) einfacher, sich mit den Entwicklungen abzufinden, als sie zu hinterfragen.
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am 7. November 1998
The people in Europa have grown up with a onesided account of the second world war. Thereby you tend to give not enough attention to the historical roots that go back many years before Hitler. This book should be known to every student. Fear is demonstrated as a bad teacher.
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am 2. August 1999
Taylor's account of the origins of the war is a fascinating dive into the twisted saga that was the Third Reich. Propounding the theory that Hitler was a master of patience who let the Appeasment-happy politicians of the West hand Czechoslovakia, Austria, and eventually Poland over to him, Taylor's arguments are compelling and definitive. While not detracting from the horrors of the Reich, it becomes clear that the political aspect of Hitler's empire was focused on getting the most he could while avoiding war, not planning for or encouraging it. The second edition contains Taylor's reply (in a forward) to the many critics and historians who debased the work as monstrous upon its initial publication, but like all the best of Taylor's work, it seeks only to dig for the truth, not an absolution of morality.
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am 11. März 1998
Dubbed as a "revisionist history" when the book was first written, A.J.P. Taylor's scholarship has withstood the test of time and a fresh reading is testimony to his prophetic skills. Mr. Taylor's work demonstrates that there are no blacks and whites but only grays in the world of realpolitik. His work is both for the casual reader as well as for students of history. (Naushad Shafkat)
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am 5. Mai 1998
A must reading for anyone interested in history from an unbiased perspective. Answers those hidden questions that dwell in the back of the minds of all fans of history.
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am 29. Mai 2000
'The Origins of the Second World War' remains one of A. J. P. Taylor's most controversial works. Published barely sixteen years after the end of the second world war his thesis challenges the conventional view of history.
The main thrust of Taylor's book is that Hitler, the German Chancellor, did not plan the Second World War. Mr Taylor expands upon his main theme by explaining that war was caused by the failure of the league of Nations and that 'International anarchy' made war possible. He argues that Hitler's foreign policy was like that of his predecessors: to destroy the Versailles settlement and, by restoring the German army, make Germany the greatest power in Europe. He claims that Hitler never took the initiative but waited for others to do the work for him. Mr Taylor continues by suggesting that the idea of destroying Austria, probably never entered Hitler's head.
The Nuremberg war trials established, using the Hossbach Memorandum as key evidence, that Hitler had planned for the conquest of Europe through National Socialism. This was the accepted conclusion reached by most historians. It is, therefore, not surprising that Mr Taylor's book courts such controversy, his thesis disowns the conclusions reached at Nuremberg and thus challenges the validity of the moral judgements reached against the German defendants.
Taylor, with one small exception, fails to draw on Hitler's ideological and racist doctrine, and to suggest that he was in principle and doctrine no more wicked and unscrupulous than many other contemporary statesmen is misleading. The historian Trevor-Roper has gone as far as to suggest that Taylor was pandering to Nazi sympathisers. Taylor in second thoughts, the prelude to the 1963 edition of his book, treats this suggestion with the contempt that it deserves.
Taylor's argument is convincing on first inspection, however further examination reveals various contradictions and inaccuracies. However this in its self should not take away from the importance of Taylor's thesis. Taylor rightly questions the conventional view of the origins of the second world war, which was formulated at Nuremberg. The Nuremberg trials were concerned with judicial proof and not historical record. The method by which many of the documents were selected is criticised by Taylor, who attempts to show that the historical record might well be different to the conclusions reached at Nuremberg. In his attempt to discredit the conventional, he relies on a selection of documents which suit his narrative.
In trying to show a different interpretation of the facts, Taylor finds himself arguing that Hitler was no different from his predecessors, he wanted justice for Germany. Justice for Germany is one thing, but Taylor rejects the ideas that Hitler planned the war or indeed took the initiative. Although Taylor concedes that 'in wicked acts he [Hitler] out did them all', perhaps he is too lenient towards Hitler and under-plays his role in the origins of the second world war.
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