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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 15. März 2006
Saturday, a unique Saturday, a frightening Saturday. While Ian McEwan is British, the events of Tuesday, September 11, 2001, in America had a tremendous effect on him. For a time, he says, he couldn't write. I know the feeling. I was writing at the time and stopped for one-and-a-half years because my story included a terrorist element. I simply couldn't continue for awhile. This book is a product of McEwan's own introspection regarding the events of 9/11. Henry Perowne, the central character in Saturday, is a neurosurgeon and a family man. His wife is a lawyer. He has two healthy and very capable children. In the middle of the night he awakes to see what he thinks is a meteor streaking toward Earth. The meteor turns out to be an airplane, engulfed in flame, about to crash not far off. The event shakes him to his core and he spends the rest of the day thinking about this horrific incident, about the possibilities as to its cause, and, eventually, about his own life, his very existence. He shares with his readers the intimate details of his world as he tries to make sense of the terror he feels as the day progresses. Perowne's obsession with work seems less necessary as he reviews his life and the things he's deemed to be important. His interactions with people, especially those he loves the most, are not all he would like them to be. He looks inward, seeking and discovering his own spirituality, rejected long ago. He finds comfort there, if not understanding. The events of the day become more horrific as time goes on and Perowne has to come to terms with his own demons in order to deal with the situation his family faces. Parts of this book remind me of The Shoes of the Fisherman by Morris West because there is so much personal introspection and less plot-driven text. It's a very thought-provoking read.
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am 23. Juli 2017
15. Februar 2003: Der Neurochirug Henry Perowne sieht frühmorgens aus seinem Schlafzimmerfenster, hängt seinen Gedanken nach, als ein brennendes Flugzeug im Landeanflug auf Heathrow seine Aufmerksamt gefangen nimmt. Im ersten Moment denkt er an einen Terroranschlag, der 11. September schwebt in seinem Kopf herum.

„Diese russische Maschine flog direkt in seine Schlaflosigkeit, und er war nur zu bereit, sich in seiner Stimmung von dieser Geschichte und den nervösen Ausschlägen des täglichen Nachrichtenfiebers beeinflussen zu lassen.“

Saturday ist ein ungewöhnliches Buch, ein grandioses Werk von Ian McEwan, in dem nur ein Tag von Henry Perowne geschildert wird. An diesem einen Tag macht sich der Protagonist Gedanken über politische Wirren, familiäre Gegebenheiten, berufliche Verbindungen. Als sich Henry nach dem ersten Schock ganz normal seinem geplanten Tagesablauf widmen möchte, kommt es zu ungewohnten Verzögerungen. Er fährt zu einem Squash-Center, muss jedoch durch eine Großdemonstration gegen den Irak-Krieg eine Ausweichstrecke nehmen und gerät in eine bedrohliche Situation, die im Laufe des Tages noch Auswüchse annimmt, von denen Henry nie im Leben zu träumen gewagt hätte. Nach dem Sport besucht er seine Mutter im Altenheim, erledigt Einkäufe und sieht mit Skepsis einem abendlichen Familienessen entgegen. Dass dieses Essen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, kann Henry nicht ahnen und muss am Ende des Tages erkennen, das Bedrohungen und Gefahren des täglichen Lebens nicht vorausschauend erkannt werden, sondern wie ein Gewitter hereinbrechen.

Der Autor schreibt mit einer Sprachgewalt, die an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt. Fasziniert verfolgt man Seite um Seite Perownes Tagesablauf, jedes noch so kleine Detail erscheint wichtig, jeder Gedankengang erforderlich. Als Leser begleiten wir einen Protagonisten, werden zum stillen Beobachter seines Lebens, seiner oftmals philosophischen Reflexionen und seiner persönlichen Veränderung.

Ein Roman, der nachdenklich macht und die Bedrohungen unserer Zeit als nicht vorhersehbar für die persönlichen Verhältnisse erkennen lässt. Volle Leseempfehlung!
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am 25. Januar 2014
Henry Perowne ist 48 Jahre alt, Neurochirurg und sieht an einem frühen Samstagmorgen von seinem Schlafzimmerfenster aus, wie ein brennendes Flugzeug am Himmel über London zur Landung ansetzt. Für ihn ist klar, dass dies etwas zu bedeuten hat und Unruhe macht sich in ihm breit. Etwas ist anders als sonst.
Und tatsächlich im Laufe des Tages wird etwas geschehen, das alles für ihn verändert.

Ich habe mich bei der kurzen Inhaltsangabe vom Klappentext verleiten lassen - tatsächlich ist alles nochmal ganz anders.
Wir erleben mit Henry einen ganzen Tag, einen Samstag. Wir begleiten ihn von Stunde zu Stunde und von Minute zu Minute. Jeder seiner Gedanken wird zu unserem eigenen, noch nie bin ich so in die Haut eines Protagonisten geschlüpft, wie bei diesem großartigen Roman.
Ich lehne mich bestimmt nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich jetzt schon behaupte, dass dieses Buch ganz sicher ein Jahreshighlight ist.

"Sie blieben stehen, um Kaffee aus der Thermoskanne zu trinken, und während Perowne mit dem Finger eine Flechte ertastete, sagte er, sollte er je geholt werden, würde er die Evolution zu seiner Religion erklären. Gibt es einen besseren Schöpfungsmythos? Eine unvorstellbar lange Zeitspanne, zahllose Generationen, die in winzig kleinen Schritten komplexe, lebende Schönheit aus träger Materie zeugen, getrieben von der blinden Wut wahlloser Mutation, natürlicher Selektion und umweltbedingter Veränderung, dazu die Tragödie stetig aussterbender Arten, später dann das Wunder des aufkeimenden Geistes und in dessen Gefolge Moral, Liebe, Kunst, Städte- und obendrein der Vorteil, dass diese sich entfaltende Geschichte nachweislich der Wahrheit entspricht."

Perowne ist ein Denker. Dabei ist er weder abgehoben noch grüblerisch - er ist neugierig, legt für sich Theorien zurecht, manchmal ist er fast schon pragmatisch.

"Doch für Entschuldigungen ist es jetzt zu spät. Anders als in Daisys Romanen sind die Augenblicke der Abrechnung eher spärlich; Mißverständnisse klären sich nur selten auf. Aber sie quälen einen auch nicht ewig. Sie verblassen nach und nach. Menschen erinnern sich nicht mehr so genau, sie sterben, oder die Fragen erledigen sich von allein und andere rücken an ihre Stelle."

Ich liebe dieses Buch!
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am 9. August 2014
London 15.2.2003. Der 48jährige Neurochirurg Henry Perowne wacht um 3.40 Uhr auf und sieht ein brennendes Flugzeug am Nachthimmel. In der Küche trinkt er einen Kaffee mit seinem Sohn Theo, zurück im Schlafzimmer hat er Sex mit seiner Frau Rosalind. Er fährt zum Squash mit einem Kollegen, kommt an einer Menschenmenge von Friedensdemonstranten vorbei und hat einen Auto-Unfall. Nur Blechschaden, aber die drei Insassen des anderen Autos sind aggressiv und wollen ihn verprügeln. Nur knapp kann er eine gewalttätige Auseinandersetzung abwenden, durch eine paradoxe verbale Intervention: "Ihr Vater hatte es. Und jetzt haben Sie's" (S. 133) sagt er. Er vermutet beim Anführer der drei Schläger eine Erbkrankheit. Das verunsichert diesen so sehr, dass es im weiteren Verlauf nicht mehr zu der Prügelei kommt.

Ich gebe den Inhalt des ersten Drittels dieses knapp 400seitigen Romans so relativ exakt und karg wieder, weil man daran sehen kann: Es passiert äußerlich nicht viel. Es sind schon ungewöhnliche Dinge, das brennende Flugzeug, die riesige Friedensdemonstration, die Beinahe-Prügelei nach einem Auto-Unfall, aber es sind keineswegs so außergewöhnliche Dinge, dass man aus ihnen einen Roman machen könnte. Nur Ian McEwan kann das. Weil er die Ereignisse dieses einen Tages im Leben des Arztes Dr. Perowne minutiös reflektiert und ausleuchtet und psychologisch und soziologisch meisterhaft kommentiert.

Der Roman hat mir großes Vergnügen bereitet
+ weil in Rückblenden medizinisch sehr genau über die Operationen eines Neurochirurgen berichtet wird. Ich bin erstaunt über den Fleiß und die Hingabe, mit der Ian McEwan sich diesen Fachjargon angeeignet hat und ihn nun vor dem Leser ausbreitet.
+ weil ich keine Ahnung von Squash habe, aber von dem Duell zwischen Henry und seinem Kollegen (S.142-165) fasziniert bin. Das ist kein sportlicher Wettkampf mehr, das ist ein archaischer Kampf Mann gegen Mann.
+ weil ein einziger Tag unendlich lang und inhaltsreich sein kann. Es ist wichtig, mal wieder darüber nachzudenken, was ich mit den 24 Stunden des heutigen Tages tatsächlich anfange, wie ich diesen Tag nutze. Carpe diem!
+ weil Ian McEwan jederzeit von leichter Hand banale Ereignisse oder Gespräche mit tiefschürfenden Gedanken und Deutungen anreichern und dadurch verändern kann. Nichts in dieser Welt ist banal. Jeder gelebte Moment ist einmalig und kostbar. Gerade der unsentimentale, überaus rationale, durch nichts zu erschütternde Arzt Dr. Perowne lässt uns Leser neu die Wunder und die Magie des Lebens entdecken. Danke Ian McEwan.
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am 21. April 2007
ja, der Verriss der vorhergegangenen Rezension hat mich wirklich amüsiert, ist er doch auch messerscharf (und gut!) geschrieben, und absolut verständlich - so kann man das Buch sicher auch lesen. Das muß ich zugeben.

Habe ich selbst aber nicht, im Gegenteil, mir hat das Buch so gut gefallen, daß ich es jetzt auf Deutsch nochmal für meinen Mann bestelle, wobei ich natürlich hoffe, daß er nicht so reagiert wie mein Vorrezensent ;-)

Komischerweise finde ich, daß GERADE die in ihrer Beispielhaftigkeit (natürlich) überzeichneten Hauptfiguren so typisch sind für eine "moderne erfolgreiche" Familie, die sich halb aus eher künstlerisch/emotional und halb aus eher wissenschaftlich geleiteten Menschen zusammensetzt.

Da es sich um eine "reiche" Familie handelt, ist es auch klar, daß alle jede nur erdenkliche Möglichkeit haben und hatten, sich bestmöglich im Beruf zu entwickeln- da ist gar nichts ungewöhnliches dran, leider, möchte man fast sagen.

Und spätestens hier wird es auch so interessant - denn wie fähig sind Vater, Mutter, Tochter und Sohn denn nun im menschlichen Bereich? Wenn es zum äußersten kommt?

...zunächst nur vorgedacht, und dann ist am Ende die böse reale Welt tatsächlich zuhause angekommen...

natürlich geht das nicht, ohne einen anständigen Zufall oder eine anständige schicksalshafte Begegnung - wie in jedem Roman, in dem Gegensätze aufeinander treffen, die sich sonst nie begegnet wären.

Wie stereotyp denken gebildete Menschen, die sich für höchst individuell halten? - für mich eine Grundfrage, die das Buch aufwirft.

Ja, man sollte wirklich manchmal inne halten und über die Sorgen der Welt einen Schluck Rotwein nehmen - und das ist auch die Kritik an dem Buch: jede Sorge wird inszeniert, zu jedem Gedanken gehört der passende Rahmen, die passende Musik, der passende Wein.

ABER ich bin mir gar nicht sicher, ob McEwan das nicht mit Absicht macht - uns modernen "Intellektuellen" zeigen, wie wenig uns das doch alles wirklich betrifft - eigentlich schlimm, da muß ich doch sorgenvoll nochmal an meinem Schampus nippen...

Ertappt.

Und dann ist der Mann auf einmal da...

Mehr wird nicht verraten.

FAZIT: Nicht so ein Knaller wie Abbitte, aber ich fand es schön und habe besonders die kleinen Exkurse genossen.

Die Sprache und die Einblicke, die sie gewährt, faszieniert, amüsiert und beunruhigt.

Blicke in den menschlichen Körper, wenn man Perones Schnitten und Blicken folgt, Reflexionen über Squash spielende Männer (großartig, großer Lacher!!), und Gedanken zum bevorstehenden Irak-Krieg.

Als Einstieg würde ich allerdings Abbitte empfehlen, oder Liebeswahn.
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am 9. März 2011
Im Roman "Saturday" beschreibt Ian McEwan die für selbstverständlich gehaltene Wohlstandsinsel eines in London lebenden Neurochirurgen, Henry Perowne, der sich in seiner Selbstzufriedenheit üppig eingerichtet hat. Die Probleme seiner Außenwelt, wie die der Kinder oder des Schwiegervaters, oder der Welt im Allgemeinen sind ihm fremd, er ignoriert sie mit Vorliebe oder nimmt sie denn als Störung seines ausgeglichenen Gemütszustandes wahr. Der Planbarkeit des Glücks durch den Protagonisten und dessen rationalem Streben nach dem Ideal seines Lebens setzt der Autor die Momente des Schicksals entgegen, in denen ein Leben leicht aus der Bahn geraten kann, -- auch in wenigen Sekunden.
McEwan rüttelt mit der Erzählung diesen westlichen, wohlgesättigten Erfolgsjedermann wach; diesen Prometheus seiner selbst. In unaufhörlicher Selbstbespiegelung und mangelnder Empathie gegenüber den Mitmenschen wächst dieser Egomane zu einer uns wohlbekannten Spezies heran. Der Autor erinnert an die Bescheidenheit des menschlichen Daseins, an den Sinn für Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit und an die Ehrfurcht vor einem höheren Plan, den wir nicht kennen.
Wie bei McEwan gewohnt, erzählt dieser nicht nur eine Geschichte: Die Konstellation der umgebenden Personen unseres Helden Henry Perowne, erlaubt es dem Autor über Jazz (der Sohn) als auch Literatur (die Tochter) ausladend und gedankenintensiv nachzusinnen. Die Welt der Neurochirurgie wird dem Leser durch den Protagonisten auf unvergleichlich skurrile Weise nahegebracht; man merkt es dem Autor an, sich mit diesem Feld sehr intensiv auseinandergesetzt zu haben. Das Einmalige an diesem Roman ist aber nicht nur McEwans Beschreibungskunst der Personen (eine Art Psychogramm des Umfeldes) oder Situationen (sich in Wohlbekanntes hineinversetzen zu können), sondern die Kompaktheit, die Handlung an einem Tag ablaufen zu lassen, an dem sich für den Leser ein ganzes Universum menschlicher Unzulänglichkeiten eröffnet. Nicht nur nach diesem Buch bin ich zu einem Fan dieses Autors geworden. McEwan ist ein Magier sondergleichen.
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"London, his small part of it, lies wide open, impossible to defend, waiting for ist bomb, like a hundred other cities. Rush hour would be a convenient time" (276).Unheimlich! Ian McEwan hat seinen neusten Roman "Saturday" wenige Monate vor den Attentaten auf die Londoner U-Bahn am 7.7.05 vollendet und somit hellseherische Fähigkeiten bewiesen.Doch die Terrorgefahr, die seit dem 11.9. über der gesamten westlichen Welt schwebt, ist nur eines von vielen Themen in diesem mitreißenden Roman. Der Protagonist von "Saturday" ist der glücklich verheiratete und erfolgreiche Gehirnchirurg Henry Perowne. Der Roman beschreibt nur einen Tag im Leben von Henry. Es ist Samstag, der 15.2.03. Der Irakkrieg scheint beschlossene Sache und Hunderttausende Demonstranten blockieren die Stadt. Doch Henry kümmert sich nicht um die große Weltpolitik sondern freut sich an seinem freien Tag auf eine Squashpartie mit einem Arbeitskollegen. Doch auf dem Weg ins Fitnesszentrum eskaliert ein leichter Autounfall in eine ernsthafte Krisensituation. Der junge Baxter und seine zwei Freunde bedrohen Henry und nur mit einem Griff in die Trickkiste der Psychologie kann er entkommen.Am Abend freut er sich auf ein Festessen mit seiner Frau, seinem Sohn, seinem Schwiegervater sowie seiner Tochter Daisy, die seit sechs Monaten in Paris lebt und nun die Veröffentlichung ihres ersten Gedichtbandes feiern will. Doch die familiäre Idylle wird brutal gestört und droht, in einer Katastrophe zu enden.Während dieses aufregenden Tages befinden wir uns ununterbrochen im Kopf von Henry Perowne. Er sinniert über seine lange Beziehung zu seiner Frau, ihre sexuellen Vorlieben, die Demenz seiner Mutter, das Erwachsenwerden seiner Kinder, diverse Details der Gehirnchirurgie und selbst den faszinierenden Akt der menschlichen Verdauung. Dies veranlasste die "Financial Times" dazu dem Roman eine "Joycean attention to the texture of normality" zu attestieren. Das klingt zwar schön, aber man sollte den Vergleich nicht zu weit treiben. Der 15.2.2003 ist nicht der 16.6.1904 und Henry Perowne hat nicht allzu viel mit Leopold Bloom, dem Protagonisten aus James Joyces "Ulysses" zu tun.Bemerkenswert ist die poetische Sprache des Romans. Egal ob es um Verdauung oder Gehirnchirurgie geht, die Sprache vermittelt dem Leser die Erhabenheit eines noch so profanen Aktes.Fazit: Unterhaltung auf höchstem Niveau. Ian McEwan schreibt auf demselben Level wie John Banville, dem Meister der englischen Sprache und Gewinner des Booker Prize 2005.
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am 26. März 2007
Dies war nach Abbitte und Zementgarten mein dritter Roman von McEwan und meiner Ansicht nach der mit Abstand Schwächste, was nicht an der Hörbuchversion liegt.

Erzählerisch überzeugt das Buch bzw. Hörbuch durchaus, was die Rahmenhandlung angeht. Diese ist zwar nicht besonders dicht oder dramatisch, dafür aber voll von subtilen Beobachtungen und malerischen Schilderungen des Londoner Alltags.

Schleppend erschienen mir aber grosse Teile des so gelobten McEwanschen 'Bewusstseinsstroms' frei nach Joyce. Des Helden Gedanken über Leben und Familie sind durchaus tiefgehend, fast philosophisch. Unerträglich, fast schon ärgerlich sind aber die schier endlosen Passagen, in denen Pro und Contra des Irakkrieges zum 100. Mal verhandelt werden sowie die für Nichtärzte vollkommen nutzlosen Erläuterungen zur menschlichen Anatomie, insbesondere zu Gehirnaufbau, -krankheiten und -operationen. Kaum zu glauben, dass man so und in diesem Umfang am Leser vorbei schreiben kann. Auch die so gelobte Schilderung des Squash-Matches ist für Nichtspieler kaum nachvollziehbar.

Fast hätte ich aufgrund der zahlreichen Hänger vorzeitig aufgegeben, und das bei einem Hörbuch! Dann wäre mir aber etwas entgangen, und zwar der wirklich grossartige Schluss, wenn der Held am Ende dieses langen Samstags das Leben mit der Woche vergleicht und sich Gedanken zu seinem persönlichen Samstag (Gegenwart) und dem Sonntag (Alter, Einsamkeit, Tod) macht. Hier läuft McEwan zu absoluter Hochform auf, breitet die Gedanken und Gefühle fast zärtlich und mit viel Tiefgang vor dem Leser bzw. Hörer aus.

Für den wirklich tollen Schluss und die gelungene Lesung des Hörbuchs von J. J. Liefers gebe ich den zusätzlichen Stern. Ansonsten kann ich dieses Buch aufgrund seiner vielen doch etwas belanglosen Passagen nicht empfehlen.
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am 4. Mai 2005
Ja, er kann! McEwan ist brillant: Was diese Beschreibung eines einzigen Tages an philosophischen, psychologischen, politischen und sozialen Einsichten enthält, ist bei der ersten Lektüre gar nicht zu fassen. Und immer, wenn ich das Gefühl hatte, jetzt könnte aber auch die äußere Handlung mal wieder einsetzen - ha, da tat sie es auch. Und was den Roman so anrührend macht(jedenfalls für Menschen über vierzig), ist McEwans Fähigkeit, das Einzelschicksal so darzustellen, dass der Leser die Parallelen oder meinetwegen auch Unterschiede zum eigenen Leben erkennt und über Dinge nachdenkt, die bisher gar nicht nachdenkenswert erschienen. McEwan erwartet aber auch einiges vom Leser - die Bereitschaft, sich auf lange Beschreibungen einzulassen (Erzählzeit gleich erzählte Zeit...)und wohl auch eine gewisse Lebenserfahrung. Aber der Gewinn ist groß!
Wer etwas weniger Zeit investieren will, dem sei die englische Hörbuchversion empfohlen: wunderbar gesprochen und ob der gezwungenen Langsamkeit des Verständnisprozesses an Stellen noch eindringlicher als die selbst gelesene Version.
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am 4. Juni 2005
Nach Lektüre einer Rezension in der Süddeutschen Zeitung war ich so neugierig, dass ich nicht auf die Übersetzung warten wollte und "Saturday" gleich im Original bestellt habe. Es hat sich gelohnt! Das Buch hat mich begeistert. Die Schilderung dieses einen Samstags im Leben des Londoner Neurochirurgen, 48 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, hat es in sich. Was da an Themen drinsteckt: berufliche Herausforderungen, Beziehungsproblematik, Elternalltag, Umgang mit dem eigenen Älterwerden, Irakkriegs-Diskussion, ein Besuch bei der altersdementen Mutter im Pflegeheim, ein kleiner Verkehrsunfall und die unerwarteten Komplikationen danach ... aber nichts wirkt konstruiert oder gewollt. McEwans sympathischer Protagonist wirkt einfach glaubwürdig - und sehr menschlich. Man möchte ihn gerne kennenlernen. Bedauert fast, dass der lange Tag - und das Buch - irgendwann ein Ende haben. Für mich persönlich ist es das beste Buch von McEwan. Sehr aktuell, sehr politisch, und (wie man es von ihm ja gewohnt ist) psychologisch unglaublich gut. Last not least: bei aller Nachdenklichkeit ein Buch, das einen nicht runterzieht. Unbedingt lesen!
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