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VINE-PRODUKTTESTERam 21. August 2016
Berlin, 1964. Die deutschen haben den Krieg gewonnen. Die Welt schaut weg von dem, was in Deutschland vor sich geht, und die Großmächte bemühen sich, im Rahmen einer allgemeinen Detente an einen Tisch zu kommen. Nachvollziehbar, denn so geht es historisch schon immer zu. Mitten in diese Enstpannngslage hinein wird ein bedeutender Nazi-Funktionär ermordet aufgefunden. Der Kriminalkommissar macht sich auf eine fast unmögliche Suche, denn recht früh wird klar, dass die Gestapo kein Interesse an der Aufklärung dieses Mordes hat und er eher selbst ins Visier derselben gerät. So ist das in einem totalitären Staat - der Feind ist ggf. der, der dich schützen sollte.

Eigentlich bleibt bis fast zum Schluss unklar worum es eigentlich geht und als dann die Aufklärung beginnt bleibt einem der Atem weg. Mir zumindest - denn das ist fast schon unerhört, aber eigentlich das einzig logische. Und auch das, was in der Geschichte immer wieder vorkommt. Als Historiker hat sich Harris hier in bewiesenem Fahrwasser bewegt.

Was mir aber nicht so gefallen hat: am Anfang bemüht Harris sich stark, den Leser in das Regime einzuziehen, was ihm nicht so gut gelingt. Ungleich einem Orwell abstrahiert er nicht und baut auf ungreifbare Ur-Ängste auf, sondern es werden seitenlang irgendwelche Funktionäre und ihre Rollen beschrieben. Das liest sich fast mehr wie aus einem Geschichtsbuch direkt zum Dritten Reich als eine Fiktion der finsteren Möglichkeiten. Hier hat mich auch tatsächlich die englische Originalsprache gestört. Ich fand es ablenkend, in einem englischen Satz Worte wie 'Obersturmfuhrer" etc. zu lesen. Das wirkte fast wie schlecht übersetzt, auch wenn mir bewusst ist, dass das genauso geschrieben wurde.

In diesem sehr langen Anfang wird man auch wirklich abgelenkt von der Handlung des Buches: a) ein Mord und b) der grausamen Utopie eines totalitären Deutschland. Ich hätte das Buch also fast zur Seite gelegt. Aber gottseidank, ab dem zweiten Drittel bewegt sich Harris in die Richtung, die er in späteren Büchern so hervorragend zum Leben erweckt: echte Geschichte kommt im Rahmen eines dramatischen Umstande zum Leben. Und dann ist der Leser auch dabei - diesmal in einem totalitären Deutschland, in dem man eigentlich auf keiner Seite stehen möchte und in dem ein bestimmtes Verbrechen im grossgeschichtlichen Kontext die einzige mögliche Realität ist. Top!
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am 13. Mai 2011
Wer hat nicht schon mal das Gedankenspiel durchgespielt, was wäre wenn. Was wäre wenn die Wiener Kunstakademie Hitler aufgenommen hätte, und was wäre, wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte. Ersteres wurde genial von Eric-Emmanuel Schmitt in La Part de l'autre umgesetzt. Letzteres kenne ich nur von Robert Harris. Und ich finde, ihm ist das sehr gut gelungen. Das Berlin Albert Speers, die Verleugnung des Holocausts, die fehlgeschlagene Lebensraumpolitik, Partisanenbewegung, Appeasement im Westen, alles wirklich interessant und nachvollziehbar. Gut, er hat ein paar Mal über die Stränge geschlagen (die SS-Akademie in Oxford ...).

Daneben auch noch ein guter Thriller. "Nur" 4 Punkte weil es dann doch ein paar Längen gab und es insgesamt nicht gerade grosse Literatur war.

p.s. Wie aber kann Harris auf die Idee, seine Hauptperson Xavier March zu nennen? Da das Buch ansonsten gut recherchiert war ein erstaunlicher Fehler. Ansonsten sind die Namen ja durchaus gutdeutsch (Krebs, Jäger).
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am 11. Juli 2004
„Harris hatte sich für sein Buch eine wilde Geschichte ausgedacht: Die Deutschen hätten den Zweiten Weltkrieg gewonnen; Adolf Hitler immer noch an der Macht, feierte 1964 seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag", schrieb Ulrich Wickert in seinem letzten Buch „Die Zeichen unserer Zeit" über den Roman „Fatherland" von Robert Harris. Und wunderte sich, warum in Deutschland die Übersetzung und Druck eines Buches, das in 30 Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller wurde, von fünfundzwanzig Verlagen abgelehnt wurde. Möglicherweise deshalb, weil das fiktive Land in Harris Kriminalroman so sehr und so schmerzhaft an das heutige Deutschland erinnert. Ein Verbrechen, das vertuscht wird weil es um politische Interessen geht, ein Meisterstück der politischen Medieninszenierung, der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wirksam dämpft und von den Tatsachen ablenkt. Aber auch das schlechte Wetter, farblose Beamten, polnische Putzfrauen und Gärtner, Nachbar, Arbeitskollegen und sogar eigene Kinder, die im Dienste einer falsch begriffenen Bürgerpflicht andere denunzieren - betrifft das vielleicht heute nur eine vertrauliche Meldung an das Finanzamt.
Für Ulrich Wickert, hat Harris gegen deutsche Tabus verstoßen indem er aus Judenverfolgung einem „Unterhaltungsroman" gemacht und eine gesellschaftlich unvertretbare Möglichkeit in Erwägung gezogen hat, Hitler habe den Krieg gewonnen. Und deswegen würde Harris „Fatherland" auf solche Ablehnung in Deutschland stoßen. Allerdings, Tabus zu brechen erfordert einer offenen Auseinandersetzung mit den tabuisierten Themen; entscheidet man sich deshalb trotz der Vorwürfe und Kritik dafür, den Roman zu lesen, stellt man sehr schnell fest, dass es dem Harris gelungen ist eine sehr spannende und verwickelte Kriminalgeschichte zu entwickeln, die dem Leser bis zum Ende in Ungewissheit über den Ausgang hält und in der leider nicht alles glücklich endet. Amüsant ist nur die Tatsache, dass es dem Autor doch nicht gelungen ist - oder er hat es nicht mal versucht - die populären Klischees zu brechen. Die Retter der Welt sind am Ende doch die Amerikaner. Auch wenn die politischen Eliten Amerikas nicht gerade dem besten Bild im Roman abgeben und gute oder gar freundschaftliche Beziehungen zum Hitler pflegen, ist es doch die sprichwörtliche amerikanische Freiheit der Presse und die unermüdliche Suche nach der Wahrheit einer amerikanischen Journalistin, die am Ende siegt. Und das gab es doch schon so oft anderswo.
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am 4. August 2008
Allgemein kann man vermutlich sagen, dass es Robert Harris in "Fatherland" vorzüglich gelungen ist das Genre der Alternate History (Was wäre passiert, wenn...) mit den Elementen eines Krimis beziehungsweise Thrillers zu mischen. Das Buch liest sich extrem leicht, ständig wird neue Spannung erzeugt und, auch nicht selbstverständlich, Harris baut seine Geschichte so verwinkelt auf, dass es dem Leser unmöglich ist schon Anfangs den Ausgang der Geschichte zu erraten.

Was für mich persönlich, als Liebhaber der Geschichte im Allgemeinen und der Geschichte des zweiten Weltkriegs im Besonderen, an Fatherland faszinierte ist, wie Harris eine Dystopie aufzeichnet. Wie hätte Europa aussehen können, wenn die Nazis siegreich gewesen wären. Meiner Meinung nach beschreibt Harris dabei sehr eindrücklich wie es hätte sein können. Detailreich und (soweit ich es sehe) historisch einwandfrei. Man merkt, der Mann hat sich mit dem Gedanken auseinandergesetzt, nicht blos um dieses Buch zu schreiben, sondern aus eigenem Interesse.

Für alle Fans von Alternate History ein absolutes Muss. Für alle die einfach kurzweilige Unterhaltung gemixt mit geschichtlicher Brisanz suchen, sind bei Fatherland auch bestens aufgehoben.
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am 2. Dezember 1999
I liked fatherland . I also liked Gorky Park. Its practically the same book: An oppressive society with a politicized view of law . An investigator of" normal' crimes is assigned to solve a crime probably better left to the higher order (political) police agency. The investigator is different there are whispers of his being anti-party. he is fair , rational incorruptible .There are differnces: in Gorky park the investigator wants the KGB to take the case. Here in "Fatherland "the hero is a Kripo cop(kriminalpolizei) who does not want the Sipo to take his case. Both are manipulated by fatherly higher ups. both are estrange from thier wives. Well, I read fatherland first an loved it. then i read Gorky park. I liked both .
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am 27. Mai 2006
Man malt sich die Welt lieber nicht allzu genau aus, in der Robert Harris seinen Krimi "Fatherland" ansiedelt: Hitler hat am Ende doch noch den Zweiten Weltkrieg gewonnen, das Deutsche Reich reicht bis zum Ural und in den Kaukasus, und die Teile Europas, die nicht von Deutschland besetzt sind, haben den Status von Satellitenstaaten. Nach Kriegsende wurden auch die unzähligen Beweise für den Holocaust vernichtet (nicht ganz allerdings, wie sich herausstellen soll), es existieren nur Gerüchte. Das Deutsche Reich ist ein Überwachungsstaat Orwell'scher Prägung. Ein Horrorszenario fürwahr, das man sich nicht vorstellen will. Und wenn das Grauen zum Alltag wird, arrangiert man sich eben mit dem Grauen, garniert es gar mit den biederen Requisiten des Spießertums. Schließlich gewöhnt sich der Mensch an alles... Diese Überlegung bildet die Atmosphäre, in der Robert Harris einen Krimi ansiedelt:

Im April 1964 stehen die Staatsakte zu Führers 70. Geburtstag vor der Tür, und ein Besuch des amerikanischen Präsidenten Joseph (!) Kennedy steht an -- eine weitere Demutsgeste des freien Auslands.

Und nun wird die Leiche eines hochrangigen SS-Veteranen gefunden. Sturmbannführer Xavier (!) March von der Berliner Kripo ermittelt, ein ehemals wohlgelittener Kriegsveteran, der aber bei der Obrigkeit nicht allzu hoch angesehen ist, denn er gehört beileibe nicht zu den hundertzwanzig-prozentigen Parteigängern. Bald bemerkt March Unstimmigkeiten und Merkwürdiges bei seinen Ermittlungen, stößt auf eigenartige Zufälle, kommt mit der Gestapo ins Gehege. Und er trifft auf die amerikanische Journalistin Charlotte Maguire, deren Recherchen seine eigenen Ermittlungen mehr als ergänzen. Ihr fürchterlicher Verdacht bestätigt sich, als sie die Belege für eine historische Tatsache zutage fördern, die heute zum Schulwissen gehören: Dokumente über die Wannsee-Konferenz, in der europaweit der millionenfache Mord an den Juden beschlossen wurde.

Harris hat hier eine Negativ-Utopie mit vorsichtig-optimistischem Schluss in Form eines Krimis geschrieben, und das gewagte Vorhaben ist ihm gelungen. Bedrückend das Nazi-Berlin, das er dem Leser präsentiert; ein Berlin nach den Plänen von Albert Speer, monumental, seelenlos, menschenverachtend. Die Menschen, die hier leben, wirken buchstäblich erdrückt von ihrer totalitären Welt -- erdrückt, aber nicht gesichtslos. Harris schafft es, vielen seiner Figuren ein unverkennbares Profil zu verleihen -- vielen, aber nicht allen. Manche, darunter leider auch Charlotte Maguire, sind etwas farblos geraten.

Auch historisch steht dieser Roman im Großen und Ganzen auf festem Boden, wenngleich Harris sich hier doch einige Schnitzer geleistet hat; dazu später.

Verblüffend gut getroffen hat der Autor die historischen Nazi-Größen aus dem In- und Ausland, die in "Fatherland" Wesentliches zur Handlung beitragen: Sei es der amerikanische Präsident Joseph Kennedy (der Vater von JFK), dessen antisemitische Haltung bekannt ist, oder der notorische Sadist Odilo Globocnik, und vor allem der Polizeichef Artur Nebe, hochintelligent und höchst zwielichtig. Ihre fiktiven Charaktere in Harris' Roman decken sich weitgehend mit dem Bild, das man sich anhand historischer Quellen von ihrem tatsächlichen Charakter machen kann.

Auch das präsumptive historische Umfeld hat Harris recht überzeugend konstruiert -- etwa den ständigen Widerstand osteuropäischer Partisanen gegen die Besatzer, der wirkungsvoller ist, als die deutsche Bevölkerung erfahren darf, oder die brachialen Umsiedlungsprogramme, mit denen das noch brachialer entvölkerte Osteuropa besiedelt werden soll. Auch, dass man sich im Ausland mit einer solch monströsen Regierung arrangiert hat, wirkt glaubhaft. Dennoch hat Harris an einigen Stellen in seiner Recherche geschlampt: Dass in einem endgültig konsolidierten europaweiten Nazireich die tschechische Automarke "Skoda" in tschechischer Schreibweise verbreitet sein könnte, kann nur einer annehmen, der außer Englisch keine Sprache beherrscht (für diese These spricht auch der Name des Ermittlers: Xavier March...), sodass ihm das nicht auffallen kann. Aber das ist der harmloseste Schnitzer. Schwerer wiegt, dass Harris der Versuchung nicht widerstehen konnte, den Leser durch Spielereien zu verblüffen: So gibt es auch in diesem imaginären Europa 1964 eine Europäische Gemeinschaft (vorzustellen als Vereinigung der Satellitenstaaten, die auf den Befehl aus Berlin warten). Das kann man vielleicht noch akzeptieren. Aber dass diese Nazi-geführte EG -- nun kommt's -- aus exakt 12 Staaten besteht, beweist, dass Harris seine eigene fiktive, hinten im Buch abgedruckte Europakarte nicht genau angeguckt hat. Es sind nämlich 13, aber damit wäre natürlich der Effekt dahin. Auch, dass Harris die deutsch-polnische Grenze von 1939 an die Oder-Neiße-Linie verlegt, zeugt nicht von stets akribischer Recherche. Tja -- und dann wundert man sich natürlich, woher die vielen Neusiedler im besetzten Osteuropa kommen sollen, und die 10 Millionen Berliner. So schnell kann sich die nationalsozialistische Familienpolitik ja doch nicht ausgewirkt haben.

Andererseits hat Harris die für seinen Roman relevanten historischen Fakten sehr genau recherchiert, sodass ich die erwähnten (und noch einige andere) Schnitzer nicht überbewerten will.

"Fatherland" ist ein beklemmender Krimi, und die Beklemmung (ein schwaches Wort hier) rührt nicht nur von der ungeheuerlichen Prämisse her, sondern fast noch mehr von der beklemmenden, überzeugend konstruierten Atmosphäre.

Beklemmend ist aber auch die Wahl des Sujets -- darf man aus dem Holocaust ein Krimi-Thema machen? Millionenfacher Mord als Sujet für Unterhaltungsliteratur? Wenn ich beim Lesen den Eindruck gehabt hätte, Harris habe eine beliebige Krimihandlung durch möglichst spektakuläre Versatzstücke aufpeppen wollen, dann würde ich diese Frage verneinen. Aber das kann man ihm nicht vorwerfen, und meinem Eindruck nach verharmlost er die Nazi-Diktatur auch nicht. Eher könnte ich mir vorstellen, dass aufgrund dieses Romans sich der ein oder andere Leser eingehender mit der deutschen Vergangenheit befasst, der das sonst nie getan hätte.
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am 21. April 2000
Fatherland is a terrifying glimpse into the 'what if?'. The date is 1964. The setting is Hitlers Nazi germany. The victorious fatherland has won the war, all of Europe has been annexed into the greater Reich, except the politically neutral switzerland. German is the second language of every schoolchild, Europe drives German cars and is dominated by German Beurocrats (not too dissimilar to today if you are European) and career advancement is acheived through the Nazi party. Within this hugely changed world scene, where nuclear stalemate is in place between the Reich and the United States, the Novel starts beside the river Havel in Berlin, where inspector Xavier March of the Berlin Kriminalpolizei comes to investigate the discovery of a dead person besides the river bank. This leads, through the dogged determination and fierce intelligence of Xavier March, to intrigue, danger, blind turns, love, and finally to a most shocking truth. To say any more would be to give away the plot and the author does a stellar job of maintaining our interest and curiosity, not to mention our steadily burning disgust at the Nazi state, all the way through the book. What is truly masterful though is the way that Robert Harris has researched, down to the minutest detail, the shape, look, form and function of what the Nazi state would really be like if the unthinkable happened, if Hitler won the war. I would reccomend this book to anyone who enjoys an intricately researched, intricately plotted historical figure, which when once read will not be forgotten for a long time.
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am 13. Juli 2000
Fatherland proves that even alternate history can succeed in the mainstream. And this book deserves it. As well as an evocative portrayal of a very depressing parallel world, it is an exciting, well-done mystery thriller.
It must be admitted that the point of divergence is not terribly original or realistic: Germany, utilising superior strategy and technology, defeated Russia and forced a peace agreement on Britain in 1944. As a result, Berlin came to dominate all of Western Europe via a monolithic EEU-like organization. The USA remains defiant, however, and a trans-Atlantic Cold War ensues.
Not the most creative historical background, perhaps, but the alternate world is still handled very well. Most of the story takes place in this world's Berlin, where Albert Speers' grand architectural vision has become reality. Vast domes and palaces tower over the city, embodying the triumph of the Nazi way. Adolf Hitler himself continues to rule his nation with an iron fist. But amidst all this imperial grandeur, the population lives a life of bitter oppression. Gestapo informers are everywhere. Anyone who speaks out against the system disappears without a trace. Harris captures this environment very effectively. The paranoia, violence, and claustrophobia of a true totalitarian society really come to life.
The plot takes place in the '60s, as the USA and the Greater German Reich work towards towards friendlier relations. The President and Der Fuhrer are planning a summit meeting. Is it time for a new era of peace?
Then German police detective Xavier March is called in to investigate a death by drowning. What starts out as routine police work suddenly turns very complex when the deceased is found to be a high Nazi official. Then it transpires that, shortly before his death, he was in contact with two other Nazi officials. Soon, one of them turns up dead, too. What seemed a freak accident soon becomes part of a highly suspicious, and highly disturbing, pattern. Xavier March's investigation leads him into the heart of a terrifying conspiracy... a conspiracy of which he himself may well be the next victim.
The plot moves at an energetic pace against the film-noirish background of Berlin, carrying the reader through a fascinating, page-turning alternate history extravaganza.
Fatherland lacks the military and political aspects present in many AHs, which may disappoint some readers. But in terms of adventure and atmosphere, it is top notch.
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am 20. Februar 2006
Man malt sich die Welt lieber nicht allzu genau aus, in der Robert Harris seinen Krimi "Fatherland" ansiedelt: Hitler hat am Ende doch noch den Zweiten Weltkrieg gewonnen, das Deutsche Reich reicht bis zum Ural und in den Kaukasus, und die Teile Europas, die nicht von Deutschland besetzt sind, haben den Status von Satellitenstaaten. Nach Kriegsende wurden auch die unzähligen Beweise für den Holocaust vernichtet (nicht ganz allerdings, wie sich herausstellen soll), es existieren nur Gerüchte. Das Deutsche Reich ist ein Überwachungsstaat Orwell'scher Prägung. Ein Horrorszenario fürwahr, das man sich nicht vorstellen will. Und wenn das Grauen zum Alltag wird, arrangiert man sich eben mit dem Grauen, garniert es gar mit den biederen Requisiten des Spießertums. Schließlich gewöhnt sich der Mensch an alles... Diese Überlegung bildet die Atmosphäre, in der Robert Harris einen Krimi ansiedelt:

Im April 1964 stehen die Staatsakte zu Führers 75. Geburtstag vor der Tür, und ein Besuch des amerikanischen Präsidenten Joseph (!) Kennedy steht an -- eine weitere Demutsgeste des freien Auslands.
Und nun wird die Leiche eines hochrangigen SS-Veteranen gefunden. Sturmbannführer Xavier (!) March (!) von der Berliner Kripo ermittelt, ein ehemals wohlgelittener Kriegsveteran, der aber bei der Obrigkeit nicht allzu hoch angesehen ist, denn er gehört beileibe nicht zu den hundertzwanzig-prozentigen Parteigängern. Bald bemerkt March Unstimmigkeiten und Merkwürdiges bei seinen Ermittlungen, stößt auf eigenartige Zufälle, kommt mit der Gestapo ins Gehege. Und er trifft auf die amerikanische Journalistin Charlotte Maguire, deren Recherchen seine eigenen Ermittlungen mehr als ergänzen. Ihr fürchterlicher Verdacht bestätigt sich, als sie die Belege für eine historische Tatsache zutage fördern, die heute zum Schulwissen gehören: Dokumente über die Wannsee-Konferenz, in der europaweit der millionenfache Mord an den Juden beschlossen wurde.

Harris hat hier eine Negativ-Utopie mit vorsichtig-optimistischem Schluss in Form eines Krimis geschrieben, und das gewagte Vorhaben ist ihm gelungen. Bedrückend das Nazi-Berlin, das er dem Leser präsentiert; ein Berlin nach den Plänen von Albert Speer, monumental, seelenlos, menschenverachtend. Die Menschen, die hier leben, wirken buchstäblich erdrückt von ihrer totalitären Welt -- erdrückt, aber nicht gesichtslos. Harris schafft es, vielen seiner Figuren ein unverkennbares Profil zu verleihen -- vielen, aber nicht allen. Manche, darunter leider auch Charlotte Maguire, sind etwas farblos geraten.

Auch historisch steht dieser Roman im Großen und Ganzen auf festem Boden, wenngleich Harris sich hier doch einige Schnitzer geleistet hat; dazu später.
Verblüffend gut getroffen hat der Autor die historischen Nazi-Größen aus dem In- und Ausland, die in "Fatherland" Wesentliches zur Handlung beitragen: Sei es der amerikanische Präsident Joseph Kennedy (der Vater von JFK), dessen antisemitische Haltung bekannt ist, oder der notorische Sadist Odilo Globocnik, und vor allem der Polizeichef Artur Nebe, hochintelligent und höchst zwielichtig. Ihre fiktiven Charaktere in Harris' Roman decken sich weitgehend mit dem Bild, das man sich anhand historischer Quellen von ihrem tatsächlichen Charakter machen kann.
Auch das präsumptive historische Umfeld hat Harris recht überzeugend konstruiert -- etwa den fortgesetzten Widerstand osteuropäischer Partisanen gegen die Besatzer, der wirkungsvoller ist, als die deutsche Bevölkerung erfahren darf, oder die brachialen Umsiedlungsprogramme, mit denen das noch brachialer entvölkerte Osteuropa besiedelt werden soll. Auch, dass man sich im Ausland mit einer solch monströsen Regierung arrangiert hat, wirkt glaubhaft. Dennoch hat Harris an einigen Stellen in seiner Recherche geschlampt: Dass in einem endgültig konsolidierten europaweiten Nazireich die tschechische Automarke "Skoda" in tschechischer Schreibweise verbreitet sein könnte, kann nur einer annehmen, der außer Englisch keine Sprache beherrscht (für diese These spricht auch der Name des Ermittlers: Xavier March...), sodass ihm das nicht auffallen kann. Aber das ist der harmloseste Schnitzer. Schwerer wiegt, dass Harris der Versuchung nicht widerstehen konnte, den Leser durch Spielereien zu verblüffen: So gibt es auch in diesem imaginären Europa 1964 eine Europäische Gemeinschaft (vorzustellen als Vereinigung der Satellitenstaaten, die auf den Befehl aus Berlin warten). Das kann man vielleicht noch akzeptieren. Aber dass diese Nazi-geführte EG -- nun kommt's -- aus exakt 12 Staaten besteht, beweist, dass Harris seine eigene fiktive, im Buch abgedruckte Europakarte nicht genau angeguckt hat. Es sind nämlich 13, aber damit wäre natürlich der Effekt dahin. Auch, dass Harris die deutsch-polnische Grenze von 1939 an die Oder-Neiße-Linie verlegt, zeugt nicht von stets akribischer Recherche. Tja -- und dann wundert man sich natürlich, woher die vielen Neusiedler im besetzten Osteuropa kommen sollen, und die 10 Millionen Berliner. So schnell kann sich die nationalsozialistische Familienpolitik ja doch nicht ausgewirkt haben.
Andererseits hat Harris die für seinen Roman relevanten historischen Fakten sehr genau recherchiert, sodass ich die erwähnten (und noch einige andere) Schnitzer nicht überbewerten will.

"Fatherland" ist ein beklemmender Krimi, und die Beklemmung (ein schwaches Wort hier) rührt nicht nur von der ungeheuerlichen Prämisse her, sondern fast noch mehr von der beklemmenden, überzeugend konstruierten Atmosphäre.
Beklemmend ist aber auch die Wahl des Sujets -- darf man aus dem Holocaust ein Krimi-Thema machen? Millionenfacher Mord als Sujet für Unterhaltungsliteratur? Wenn ich beim Lesen den Eindruck gehabt hätte, Harris habe eine beliebige Krimihandlung durch möglichst spektakuläre Versatzstücke aufpeppen wollen, dann würde ich diese Frage verneinen. Aber das kann man ihm nicht vorwerfen, und meinem Eindruck nach verharmlost er die Nazi-Diktatur auch nicht. Eher könnte ich mir vorstellen, dass aufgrund dieses Romans sich der ein oder andere Leser eingehender mit der deutschen Vergangenheit befasst, der das sonst nie getan hätte.
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am 10. Mai 2006
Man malt sich die Welt lieber nicht allzu genau aus, in der Robert Harris seinen Krimi "Fatherland" ansiedelt: Hitler hat am Ende doch noch den Zweiten Weltkrieg gewonnen, das Deutsche Reich reicht bis zum Ural und in den Kaukasus, und die Teile Europas, die nicht von Deutschland besetzt sind, haben den Status von Satellitenstaaten. Nach Kriegsende wurden auch die unzähligen Beweise für den Holocaust vernichtet (nicht ganz allerdings, wie sich herausstellen soll), es existieren nur Gerüchte. Das Deutsche Reich ist ein Überwachungsstaat Orwell'scher Prägung. Ein Horrorszenario fürwahr, das man sich nicht vorstellen will. Und wenn das Grauen zum Alltag wird, arrangiert man sich eben mit dem Grauen, garniert es gar mit den biederen Requisiten des Spießertums. Schließlich gewöhnt sich der Mensch an alles... Diese Überlegung bildet die Atmosphäre, in der Robert Harris einen Krimi ansiedelt:

Im April 1964 stehen die Staatsakte zu Führers 75. Geburtstag vor der Tür, und ein Besuch des amerikanischen Präsidenten Joseph (!) Kennedy steht an -- eine weitere Demutsgeste des freien Auslands.
Und nun wird die Leiche eines hochrangigen SS-Veteranen gefunden. Sturmbannführer Xavier (!) March (!) von der Berliner Kripo ermittelt, ein ehemals wohlgelittener Kriegsveteran, der aber bei der Obrigkeit nicht allzu hoch angesehen ist, denn er gehört beileibe nicht zu den hundertzwanzig-prozentigen Parteigängern. Bald bemerkt March Unstimmigkeiten und Merkwürdiges bei seinen Ermittlungen, stößt auf eigenartige Zufälle, kommt mit der Gestapo ins Gehege. Und er trifft auf die amerikanische Journalistin Charlotte Maguire, deren Recherchen seine eigenen Ermittlungen mehr als ergänzen. Ihr fürchterlicher Verdacht bestätigt sich, als sie die Belege für eine historische Tatsache zutage fördern, die heute zum Schulwissen gehören: Dokumente über die Wannsee-Konferenz, in der europaweit der millionenfache Mord an den Juden beschlossen wurde.

Harris hat hier eine Negativ-Utopie mit vorsichtig-optimistischem Schluss in Form eines Krimis geschrieben, und das gewagte Vorhaben ist ihm gelungen. Bedrückend das Nazi-Berlin, das er dem Leser präsentiert; ein Berlin nach den Plänen von Albert Speer, monumental, seelenlos, menschenverachtend. Die Menschen, die hier leben, wirken buchstäblich erdrückt von ihrer totalitären Welt -- erdrückt, aber nicht gesichtslos. Harris schafft es, vielen seiner Figuren ein unverkennbares Profil zu verleihen -- vielen, aber nicht allen. Manche, darunter leider auch Charlotte Maguire, sind etwas farblos geraten.

Auch historisch steht dieser Roman im Großen und Ganzen auf festem Boden, wenngleich Harris sich hier doch einige Schnitzer geleistet hat; dazu später.
Verblüffend gut getroffen hat der Autor die historischen Nazi-Größen aus dem In- und Ausland, die in "Fatherland" Wesentliches zur Handlung beitragen: Sei es der amerikanische Präsident Joseph Kennedy (der Vater von JFK), dessen antisemitische Haltung bekannt ist, oder der notorische Sadist Odilo Globocnik, und vor allem der Polizeichef Artur Nebe, hochintelligent und höchst zwielichtig. Ihre fiktiven Charaktere in Harris' Roman decken sich weitgehend mit dem Bild, das man sich anhand historischer Quellen von ihrem tatsächlichen Charakter machen kann.
Auch das präsumptive historische Umfeld hat Harris recht überzeugend konstruiert -- etwa den fortgesetzten Widerstand osteuropäischer Partisanen gegen die Besatzer, der wirkungsvoller ist, als die deutsche Bevölkerung erfahren darf, oder die brachialen Umsiedlungsprogramme, mit denen das noch brachialer entvölkerte Osteuropa besiedelt werden soll. Auch, dass man sich im Ausland mit einer solch monströsen Regierung arrangiert hat, wirkt glaubhaft. Dennoch hat Harris an einigen Stellen in seiner Recherche geschlampt: Dass in einem endgültig konsolidierten europaweiten Nazireich die tschechische Automarke "Skoda" in tschechischer Schreibweise verbreitet sein könnte, kann nur einer annehmen, der außer Englisch keine Sprache beherrscht (für diese These spricht auch der Name des Ermittlers: Xavier March...), sodass ihm das nicht auffallen kann. Aber das ist der harmloseste Schnitzer. Schwerer wiegt, dass Harris der Versuchung nicht widerstehen konnte, den Leser durch Spielereien zu verblüffen: So gibt es auch in diesem imaginären Europa 1964 eine Europäische Gemeinschaft (vorzustellen als Vereinigung der Satellitenstaaten, die auf den Befehl aus Berlin warten). Das kann man vielleicht noch akzeptieren. Aber dass diese Nazi-geführte EG -- nun kommt's -- aus exakt 12 Staaten besteht, beweist, dass Harris seine eigene fiktive, im Buch abgedruckte Europakarte nicht genau angeguckt hat. Es sind nämlich 13, aber damit wäre natürlich der Effekt dahin. Auch, dass Harris die deutsch-polnische Grenze von 1939 an die Oder-Neiße-Linie verlegt, zeugt nicht von stets akribischer Recherche. Tja -- und dann wundert man sich natürlich, woher die vielen Neusiedler im besetzten Osteuropa kommen sollen, und die 10 Millionen Berliner. So schnell kann sich die nationalsozialistische Familienpolitik ja doch nicht ausgewirkt haben.
Andererseits hat Harris die für seinen Roman relevanten historischen Fakten sehr genau recherchiert, sodass ich die erwähnten (und noch einige andere) Schnitzer nicht überbewerten will.

"Fatherland" ist ein beklemmender Krimi, und die Beklemmung (ein schwaches Wort hier) rührt nicht nur von der ungeheuerlichen Prämisse her, sondern fast noch mehr von der beklemmenden, überzeugend konstruierten Atmosphäre.
Beklemmend ist aber auch die Wahl des Sujets -- darf man aus dem Holocaust ein Krimi-Thema machen? Millionenfacher Mord als Sujet für Unterhaltungsliteratur? Wenn ich beim Lesen den Eindruck gehabt hätte, Harris habe eine beliebige Krimihandlung durch möglichst spektakuläre Versatzstücke aufpeppen wollen, dann würde ich diese Frage verneinen. Aber das kann man ihm nicht vorwerfen, und meinem Eindruck nach verharmlost er die Nazi-Diktatur auch nicht. Eher könnte ich mir vorstellen, dass aufgrund dieses Romans sich der ein oder andere Leser eingehender mit der deutschen Vergangenheit befasst, der das sonst nie getan hätte.
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