find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily AmazonMusicUnlimited Fußball longSSs17

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
15
4,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 31. Dezember 2016
Wer Fiction mag, wo "echte" Menschen verloren gehen und sich wieder finden, ist hier genau richtig.
Ein Page-turner, wie man ihn sich wünscht!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. August 2013
Nicht immer haben mich die Werke Joe Hills überzeugt, hauptsächlich weil der Schluss jeweils ausartete. Doch da ich die Kurzgeschichten aus "20th Century Ghosts" gern mochte, gab ich dem Werk "NOS4A2" eine Chance. Diese mutige Entscheidung - das Buch ist ein echter Schinken! - wurde belohnt: "NOS4A2" hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen, Joe Hills Fantasie schlägt wie in den Kurgeschichten Purzelbäume, man kommt vor lauter Einfällen und Impressionen kaum zur Ruhe, der Spannungsbogen stimmt und die Anspielungen auf den Vater Joe Hills sind mehrere willkommene i-Tüpfelchen. Auch der Schluss mit einer augenzwinkernden Anspielung auf Harry Potter ist mehr als stimmig. Fazit: Spannendes und fantasievolles Lesevergnügen ohne die früheren satanistischen Tendenzen der ersten Romane Joe Hills.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Februar 2014
Gleich vorweg: "NOS4A2" hat mich begeistert, am Liebsten würde ich 6 Sterne vergeben. Dabei bin ich für gewöhnlich kein Rezensent, der schnelle Begeisterungsstürme hören lässt, aber in diesem Fall kann ich nicht anders. Aus meiner Sicht ist dies eines der besten Bücher des Genres, die 2013/14 auf den Markt gekommen sind - "Doctor Sleep" mit eingeschlossen. Dafür könnte ich eine ganze Wagenladung von Gründen liefern - ich versuche aber, mich auf die wichtigsten zu beschränken.

Joe Hill gelingt es in diesem Roman, konstant die Spannung aufzubauen. Von den kleinen, etwas seltsamen Abenteuern der jungen Vic bishin zum Wettlauf gegen die Zeit, gegen Tod und Wahnsinn verdichtet sich die Atmosphäre mehr und mehr. Dies ist zum einen den unglaublich gut ausgearbeiteten Charakteren geschuldet. "NOS4A2" ist eines der wenigen Bücher des Genres, die eine Protagonistin von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten und dabei jene Stellen in ihrem Leben aufzeichnen, die zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung (und diese ist beträchtlich) beigetragen und sie zu dem Menschen gemacht haben, der sie am Ende ist. Die Handlungen der Figuren, ihre Gedanken, Gefühle und Entscheidungen sind unheimlich realitätsnah. Geradezu schockierend realistisch ist die Art und Weise, wie die Gesellschaft Vics außergewöhnliche Erlebnisse als Wahnsinn abtut und ihr die "Wahrheit" mit Gewalt in ihren Verstand zwingt. Die meisten Autoren, die phantastische Elemente in ihren Romanen verarbeiten, schrecken davor zurück, Situationen wie diese zu Ende denken - ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt verlangsamt die Handlung, hemmt den Plot, und deshalb haben wir es in der fiktionalen Literatur häufig mit dem Phänomen zu tun, dass Personen im Umfeld solcher Protagonisten sehr rasch an Dinge glauben, die nach Gesetzen der Physik schier unmöglich sind. Joe Hill aber war konsequent - und kommt dabei zu einem Ergebnis, bei dem mir fast mehr schaudert als bei Charlie Manx und seinen Kreaturen.

Auch der Antagonist ist überaus gelungen gezeichnet, seine Beweggründe sind sonnenklar und nachvollziehbar. Seine Kinder gehören zu den schaurigsten Wesen, die mir bislang in der Horrorliteratur untergekommen sind.

Viele Autoren versauen das Ende - in "NOS4A2" ist das nicht so. Aber ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen.

Die packende Story von "NOS4A2" wird ergänzt durch zahlreiche thematisch passende Illustrationen. Da die Protagonistin selbst zeichnet und sich der Roman stark mit der Thematik "kindlicher Unschuld" auseinandersetzt, finde ich diesen Zusatz überaus gelungen.

Weniger gelungen ist in meinen Augen das Cover. Das ist nun mein subjektiver Eindruck, doch mir scheint, dass die Coverillustration nicht die richtigen Erwartungen im Leser weckt und vielleicht das falsche Publikum anspricht. Ich bin zu "NOS4A2" über Empfehlungen anderer Leser gekommen - die äußere Aufmachung hätte mich wohl nicht zum Kauf gereizt.

Langer Rede, kurzer Sinn - wer sich für raffinierten Horror begeistern kann, für den ist "NOS4A2" Pflicht! Ein unglaublich packendes Buch, das mit Horror auf mehreren Ebenen agiert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. September 2013
There is a guy who captures young children in his mind. And his vintage care with the plate NOS4A2. He thinks he is doing the children well. But he isnt.
He finds his match in a Lady who has some special talent too,
It would make great reading if it would be a shorter book. Therefore only three stars. I got bored, but I had to know the end. So if you like a story to evolve slowly, then you are right here
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. August 2014
Joe Hill schreibt mit NOS4A2 einen grenzgenialen Horrorroman ganz im STile seines Vaters - nur, dass er besser ist. NOS4A2 und "Doctor Sleep" von Stephen King haben eigentlich das gleiche Motiv - böse Wesen ernähren sich von den Seelen der Kinder. Ein direkter Vergleich ist möglich (Und Hill erwähnt dies sogar im Roman, da er seinen Übeltäter mit dem True Knot aus Doctor Sleep vergleicht) - wo Stephen King zu langatmig und eigentlich zu konsumorientiert schreibt, ist Joe Hill besser - messerscharf, extrem brutal. Mich erinnert es an die frphen Werke von King, wie Friedhof der Kuscheltiere, nur dass Joe Hill wirklich locker und teilweise sogar witzig schreibt. Für mich gilt jedenfalls, nun alle Werke von Hill zu lesen - er ist meiner neuer King.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es gibt die Einkehrwege, Wege innerhalb der individuellen Landschaftne des Geistes, die man nur mit bestimmten Hilfen bereisen kann und die trotzdem direkt mit der soganannten realen Welt verbunden sind. Und auch nur besonders talentierte Menschen können diese Reise machen und jeder Weg kostet sie etwas.

Victoria - die Bengelin - McQueen macht diese Reisen mit ihrem Fahrrad über eine imaginäre Brücke zu Orten, wo sie oder die ihren etwas verloren haben - oder schließlich auch um Erklärungen für ihre Fahrten zu finden. Charles Talent Manx III und sein Begleiter, den man am Besten als den Gasmann kennt, fährt in seinenm 1938er Rolls Royce Wraith mit dem Eitelkeitskennzeichen NOS4A2 um Kinder einzusammeln und in seine ganz persönliche Weihnachtswelt zu bringen. Bis sich Vic, der Gasmann und Manx am "Haus des Schlafs" treffen, eine Begegnung, die Vics Leben nachhaltig verändert und Manx in ein langandauerndes Koma befördert.

Jahre später - Vic hat einen Lebenspartner und einen Sohn und ein sehr wechselhaftes Leben - verstirbt Manx und wird autopsiiert, doch dann scheint seine Leiche gestohlen zu werden. Und Vic erhält seltsame Besucher und noch seltsamere Anrufe, die sie komplett aus der Bahn werfen.

Eine erzählerisch überaus gelungene Horrorgeschichte, die strukturell, sprachlich und stylistisch aber sehr stark an Joe Hills Vater erinnert, so dass ich mir beim Lesen immer wieder ins Gedächtnis rufen musste, wer das Buch eigentlich geschrieben hatte. Auf jeden Fall spielt es mindestens in der Liga von "A Heart-Shaped Box" und deutlich über "Horns". Große Leseempfehlung für dieses nichtweglegebare Buch.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Januar 2016
Vielleicht erwartet man von einem Joe Hill einfach mehr, aber ich fand das Buch stellenweise langatmig. Es gelingt dem Autor zwar immer wieder,zu fesseln, aber halt nicht durchgängig. Manchmal fand ich die Handlung unlogisch oder unschlüssig und häufig leider auch vorhersehbar. Figuren erinnern auch an Figuren des Vaters.Trotzdem alles in allem ein gutes Buch.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
...das bedeutet "Nos4a2", also Vampir oder auch Dämon, je nach Auslegung. Charlie Manx, der mit einem Rolls Royce Wraith mit diesem Kennzeichen unterwegs ist, ist der Nosferatu, der Vampir des Thrillers und entführt Kinder nach Christmasland, einem imaginärem Land, in dem immer Weihnachten ist und "alle Kinder immer glücklich sind".
Unsere Heldin Vic, als Kind von Manx entführt, kämpft ihre ganze Jugend und ihr ganzes Erwachsenenalter gegen traumatische Erinnerungen, gegen ihre Alkohol- und Drogensucht und für ein glückliches leben mit Sohn und Mann. Doch als Charlie Manx auch ihren Sohn holt, hilft das Verdrängen nicht mehr und sie muss sich ihrem Feind ein letztes Mal stellen.
Joe Hill ist hier ein wunderbares Buch gelungen, meiner Meinung nach bisher sein bestes. Es liest sich wirklich wie ein "junger" Stephen King, in weiten Teilen sogar besser, denn trotz vieler blutiger Details gelingt Joe Hill der Spagat zwischen subtiler Spannung und "blood and gore".
In vielen Thrillern merke ich an, dass "50-100 Seiten weniger mehr gewesen wäre", dies ist aber hier keinesfalls der Fall. Nos4a2 ist ein wirklicher Pageturner und hält sein hohes Niveau von der ersten bis zur letzten Seite.
Der ganze Sprachstil des Thrillers ist nie holprig, sondern sehr gut, oft originell und überraschend, fantasieanregend und bildreich - Kostprobe gefällig?
" A parliament of crows, roosting in the branches of a thick-trunked birch tree, discussed her in the gravest of terms as she rode beneath them".
Das Ende ist überraschend aber nicht kitschig à la "and they lived happily...", sondern durchaus dem ganzen Roman angemessen und ein zufriedenstellender, würdiger Abschluss.
Fazit: Originelle Story, hervorragende Umsetzung, keine Seite zuviel oder zuwenig - perfekte Unterhaltung. Joe Hill - er steht nicht länger im Schatten seines Vaters Stephen King, sondern ist ein hervorragender, eigenständiger Autor, der auf weitere gute Lektüre hoffen läßt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Februar 2014
Ich komme mir angesichts der anderen Bewertungen ein wenig wie ein Spielverderber vor. Ich wollte das Buch auch wirklich mögen, aber am Schluß habe ich mich nur mehr durchgekämpft.

Die Idee ist gut: Es gibt Menschen, die mit ihren speziellen Hilfsmittel (ein Fahrrad, Scrabble-Steine, ein Rolly Royce) in die Realität schneiden (von Ort zu Ort gelangen, das zweite Gesicht haben, eine ganze Phantasiewelt bauen). Diese Gabe hat aber ihren Preis. Wenn man dann auch noch einen furchterregenden Themenpark, einen Mann mit Gasmaske und abartigen sexuellen Bedürfnissen und einen Mann, der sich von der Lebenskraft von Kindern ernährt, einbaut, sollte eigentlich ein Hit da sein.

Nach dem erste Drittel, das ist im wesentlichen die Erzählung der ersten Begegnung der Protagonistin mit ihrem Peiniger, verläßt die Erzählung aber ganz rasch die Kraft. Das mag zum einen daran liegen, dass es - zumindest in meinem Fall - Hill nicht gelingt, irgendeine emotionale Verbindung zum Bösewicht oder zu dem Sohn der Protagonistin zu erzeugen, sodass mir dessen Schicksal herzlich egal wurde. Wenn ein kleiner Junge zur Mitte des Buches entführt wird und allerlei posychische Qualen erleidet, fehlt ganz einfach die Spannung, weil von vorherein klar ist, dass diese Handlungen (zumindest bis zum großen Showdown) zu keinen wirklichen Konsequenzen führen.

Zum anderen mag es auch daran liegen, dass sich Hill in Vignetten verzettelt und Handlungsstränge aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, ohne dass daraus ein erzählerischer Mehrwert entsteht (bei Dumas hätte man so etwas Seiten schinden genannt).

Bezeichnenderweise war mein Interesse an zwei Nebenfiguren, dem Lebensgefährte der Protagonistin und dem Handlanger des Bösewichts, am größten. Die sind auch mit ausreichend Eigenleben im ersteren Fall und ausreichend Hintergrund im zweiten ausgestattet. Ob sonst eine der handelnden Figuren überlebt, hat mich spätestens nach dem fünften Sturz/Knochenbruch/messerstich der Protagonistin nicht mehr gefesselt.

Manches gerät auch zu sehr nach Schema (das Abhaken im Sinne von Entsorgen einzelner Nebenfiguren) und im Showdown ist die Lösung eher Hollywood gerecht (möglichst viel Sprgenstoff). Der Epilog rettet dann einiges, aber insgesamt war ich - vor allem wegen der exzellenten Vorgängerromane und Kurzgeschichten - sehr enttäuscht.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Mai 2013
NOS4A2 ist ein Horrorroman, der auf postmoderne Weise eine eigene Mythologie entwickelt. Erlaubt ist, was Angst macht, und davon versteht Joe Hill eine Menge, ganz wie sein Vater.
Auch die Charakterisierung der Hauptpersonen gelingt mit vergleichsweise wenigen Strichen sehr gut. Vic ist eine fragwürdige Heldin, wie sie in zahlreichen aktuellen Romanen auftaucht: sympathisch trotz aller Fehler, schwer zu lieben im echten Leben, gut zu Lieben in einem Horrorroman. Auch die anderen Figuren sind bis in die Nebenrollen interessant und glaubwürdig geschildert. Trotz seines Umfanges ist der Roman durchgängig sehr spannend, so dass es mir schwer fiel, ihn aus der Hand zu legen.
Wer sich auf eine Horror-Story einlässt, muss sich von der Hierarchie der Wahrscheinlichkeiten verabschieden. Ein Zombie, ein Werwolf, ein Vampir: das sind Klassiker. Aber im Licht der Vernunft betrachtet sind sie nicht glaubwürdiger oder gar wahrscheinlicher als eine auf den ersten Blick befremdliche geheimnisvolle überdachte Brücke, die Vic in 30 Sekunden zu jedem beliebigen Ort bringen kann, an dem sie das findet, was sie sucht.
"It was ridiculous, a three-hundred-foot-long covered bridge sitting right on the ground in the middle of the woods, bridging nothing. Beyond the ivy-tangled entrance was an appalling darkness.
"Yeah," Vic said. "Okay. You're pretty freudian."
Except it wasn't. It wasn't Mommy's coochie; it wasn't the birth canal; the bike wasn't her symbolic cock or a metaphor for the sexual act. It was a bridge spanning the distance between lost and found, a bridge over what was possible." (Was hätte Zappa dazu gesagt? - "Funny you should mention it...")
Auf der anderen Seite haben wir als Gegenspieler Manx, Psychopath / Kindesentführer / selbsternannter Weltverbesserer und Vampir, der Kinder für immer in ein geheimnisvolles Land bringt, wo jeden Tag Weihnachten ist. So, wie Vic ihr Fahrrad bzw. später ihre Triumph braucht, um durch die Brücke zu fahren, benötigt Manx seinen Rolls Royce Wraith, um mit den entführten Kindern ins Christmasland zu gelangen. Ein böses Auto mit Eigenleben kam mir beim Lesen übrigens vage bekannt vor, schätze, dass es Stephen King-Lesern insgesamt so gehen wird.
In NOS4A2 geht es um den ungleichen Kampf zwischen Manx und Vic, der den Puls des Lesers immer wieder bis in den Anschlag treibt. Denn Manx ist entschlossen, Vic in sein Christmasland zu bringen, aus dem es keine Rückkehr gibt.
Viele Menschen haben Angst vor Clowns, es gibt sogar ein Fachwort dafür; nach der Lektüre dieses Romans wird sich die Anzahl derer erhöhen, die Weihnachten mit äußerst gemischten Gefühlen entgegen sehen. Hat jemand einen Fremdwortvorschlag?

---Achtung, es folgen Spoiler---

Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Vic noch im Kindesalter von Manx gekidnappt wird und nur um Haaresbreite mit dem Leben davon kommt. Dieses Erlebnis, das es an Spannung mit dem Schweigen der Lämmer" aufnehmen kann, lässt unsere Heldin traumatisiert zurück.
Als Erwachsene muss Vic eine Zeitlang in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung verbringen. Nach der Entlassung lebt sie in zwei Welten. Einerseits versucht sie sich einzureden, dass sie sich die unerklärlichen Erlebnisse mit Manx nur ausgedacht hat, um sich psychisch von der Entführung und einem möglichen sexuellen Missbrauch abzugrenzen; die geheimnisvolle überdachte Brücke, ihr Raleigh-Fahrrad, der Wraith und Christmasland können nur eine Ausgeburt ihrer psychischen Erkrankung sein. Andererseits wird sie weiter von Erlebnissen gequält, die schwer als Wahnvorstellung abgetan werden können. Eine Alptraumwelt, in der sie all das verdrängen möchte, was doch real und ihr zugestoßen ist (Wirklichkeit ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben." Philip K. Dick).
Hier gelingt Joe Hill ein interessanter Effekt. Während ausgerechnet die Hauptfigur im Interesse ihrer seelischen Genesung sich zu glauben bemüht, dass die unerklärlichen Horror-Erlebnisse nie stattgefunden haben, weiß der Leser, obwohl er doch einen fiktiven Horrorroman liest, dass Vics schreckliche und übernatürliche Erfahrungen real sind und ihr Leben in Gefahr ist.
Eineinhalb Jahrzehnte nach Vics Entführung bedroht Manx nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Familie, die ohnedies alles andere als intakt ist. Wie soll Vic sich verantwortungsvoll um ihren Sohn Wayne kümmern, wenn sie aufgrund des Traumas der Entführung alkohol- und drogenabhängig ist und Telefonanrufe aus einem Land bekommt, das es in der Wirklichkeit gar nicht geben kann?

Ähnlich wie gelegentlich auch Stephen King thematisiert Joe Hill die Folgen, die dysfunktionale Familien auf die Entwicklung der Kinder haben. Schon Vic litt unter ihrem gewalttätigen Vater und der mit wenigen Ressourcen gesegneten Mutter. Es liegt die Vermutung nahe, dass eben diese familiäre Situation nicht unbedeutend für die besonderen Talente und die Gefährdungen ist, mit denen Vic es zu tun bekommt.
Freut Euch, Ihr Patienten. Der Arzt ist Euch ins Bett gelegt !" (Kafka)
Mir gefällt die Lesart, dass gerade (und vielleicht nur) die Kinder gefährdet sind, von Manx ins Land des ewigen Weihnachtsfestes entführt zu werden, die unter schwierigen familiären Situationen leiden. So, wie bei Kafka die Strafe geradezu magnetisch von der Schuld angezogen wird, wird Manx von unglücklichen Kindern angezogen.
Als Vic selber Mutter wird, findet sich ihr Sohn Wayne bald in einer vergleichbaren Situation wie Vic als Kind wieder; Vater und Mutter leben getrennt, die Mutter ist psychisch krank und alkoholabhängig. Folgerichtig wird auch Vics Sohn in Manx Machenschaften einbezogen, der übrigens deutlich zum Ausdruck bringt, er wolle Kindern aus schlechtem Elternhaus ein besseres Leben geben, eines, in dem jeden Tag Weihnachten ist.
Besonders gespenstisch/bedrohlich und fiese ist der ausgesprochen gut gelungene Gasmann" Bing, der als Handlanger von Manx für Gänsehaut sorgt. Als grenzdebiler Gehilfe, der als Kind seinen Vater getötet hat, passt er perfekt in den Reigen desaströser Eltern-Kind-Beziehungen.
Als es Manx schließlich gelingt, Wayne zu entführen, ist Vic auf sich alleine gestellt. Insbesondere die Polizei ist keine Hilfe, und so entschließt sich Vic schließlich, alles auf eine Karte zu setzen:
"Charlie Manx is headed to a place called Christmasland. It's this little kingdom he's got set up for himself where he thinks no one can touch him. I'm going to meet him there and take Wayne back, and I'm going to blast his place into the dirt while I'm at it. Crazy f*** wants every day to be like Christmas, but I'll give him the f****** Fourth of July."

---Spoiler Ende---

Ich bin kein großer Leser des Horrorgenres, aber dieser Roman von Joe Hill hat mich gefesselt bis zur letzten Seite. Zwar ist das Romanende nicht unbedingt überzeugend, aber im Nachklapp gibt es dann noch einen witzigen Dreh, der einer möglichen Fortsetzung den Weg bahnt. Die Romanfiguren sowie der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen.

Kleine Anmerkung: Diese Rezension habe ich nun das 4. Mal eingestellt, die Male zuvor hat Amazon sie nicht übernommen, eine Nachfrage brachte Klarheit:
"Guten Tag, Herr Michael Collin,
bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihre Rezension nicht auf unserer Website veröffentlicht haben, da sie nicht unseren Rezensionsrichtlinien entspricht.
Ihre Rezension enthält eine "vulgäre Ausdrucksweise" Crazy f*** wants every day to be like Christmas, but I'll give him the f***** Fourth of July."

OK, ich habe mich also zu vulgär ausgedrückt (die Sternchen habe ich nun anstatt der Buchstaben "U","C" und "K"eingesetzt in der Hoffnung, dass damit die Rezi durchgeht. Ganz klar, solche Ausdrücke haben hier nichts zu suchen.
Ich werde nicht darauf eingehen, dass es sich um ein Originalzitat von Joe Hill handelt, aber die Konsequenz ist doch ganz klar:
Leute, kauft dieses Buch, solange ihr es bei Amazon noch bekommt, denn wenn erst einmal der vulgäre Charakter des Buches bei Amazon bekannt wird, wird das Buch garantiert aus ethischen Gründen aus dem Programm genommen ;)
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,99 €
7,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken